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Autor Thema: [Gibt es] Demokratische Fantasy  (Gelesen 1399 mal)

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Online Jiba

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[Gibt es] Demokratische Fantasy
« am: 7.06.2018 | 07:02 »
Hallo zusammen,

mich treibt gerade eine Frage um. Wenn ich mir Settings wie "Game of Thrones" oder "Herr der der Ringe" anschaue (gerade ersteres), aber auch Fantasy allgemein, bemerke ich, dass der "gerechte König" oder der "durch seine Herkunft legitimierte Herrscher" ja eine typische Trope dieses Genres ist.
(Tatsächlich geht mir z.T. dieses Fanboytum für autokratische Strukturen ein bisschen auf die Nerven, aber das hier soll nicht politisch werden.)

Die Frage: Gibt es Fantasybücher (-filme, -spiele), die bewusst demokratische Prozesse in Fantasyreichen thematisieren? Oder sogar den Umsturz einer Autokratie zugunsten demokratischer Strukturen? Oder die zumindest die Probleme von Monarchie mit aufnehmen?
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Offline The_Nathan_Grey

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Re: [Gibt es] Demokratische Fantasy
« Antwort #1 am: 7.06.2018 | 07:23 »
Also bei Eberron gibt es ein Land, welches ein System ähnlich dem von Großbritannien hat. Also eine Königin, aber eigentlich wird das Land von einem Senat/Parlament regiert.
Ansonsten fällt mir momentan nichts ein, ich denke da es ja oft Fäntelalter ist, wird immer von einem Herrscher bzw. einer Herrscherin ausgegangen.
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Re: [Gibt es] Demokratische Fantasy
« Antwort #2 am: 7.06.2018 | 08:32 »
Golarion hat mit Andoran ein "Pseudo-US" das vor kurzem die "fremdbestimmung" abgeworfen hat und jetzt die freiheitsliebenden Guten (tm) stellt...
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Offline Niniane

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Re: [Gibt es] Demokratische Fantasy
« Antwort #3 am: 7.06.2018 | 08:41 »
Die Westmark-Trilogie von Lloyd Alexander (Der Setzerjunge, Der Turmfalke und Die Bettlerkönigin) beschäftigt sich genau mit dem Thema: der Übergang eines (very low) Fantasy-Reichs von der Monarchie zur Republik.
Ansonsten schneidet David Eddings in seinen Büchern auch hier und da alternative Regierungsformen an, in der Tamuli-Saga gibt es imho eine Republik (Tega), was bei den High Fantasy-Helden für einige Überraschung sorgt.
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Offline Roach

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Re: [Gibt es] Demokratische Fantasy
« Antwort #4 am: 7.06.2018 | 08:50 »
IIRC hat das DSA-Bornland in Festum eine Regierung, die zumindest Ansätze einer Demokratie aufweist, ähnlich der Ständeverwaltung in Frankreich. Oder hat sich da etwas verändert?

Offline Feuersänger

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Re: [Gibt es] Demokratische Fantasy
« Antwort #5 am: 7.06.2018 | 09:02 »
Bornland? Dich haben dich da dieses Hardcore Leibeigenen-Wesen.

--

Mir fällt wirklich erstaunlich wenig in die Richtung ein. Im Homebrew-Setting  unserer Mitspielerin Tara gibt es eine Nekromanten-Republik.

Erinnert mich an einen Artikel zum Thema, warum selbst in der SF die Monarchie eine häufige Staatsform ist:
http://www.rocketpunk-manifesto.com/2013/03/high-kings-and-galactic-emperors.html?m=1

Generell erwarte ich ich in Fantasy keine Demokratie, jdf nicht jenseits kommunaler Größenordnung.
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Offline 1of3

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Re: [Gibt es] Demokratische Fantasy
« Antwort #6 am: 7.06.2018 | 09:08 »
Lies of Locke Lamorra hat Republiken. Teil 3 dreht sich um Wahlkampf mit wenig fairen Mitteln.

Sanderson macht das auch ganz gerne. In Elantris haben die Leute ihre Götter rausgeworfen und ein neues System installiert. In Mistborn wird versucht eine Republik zu gründen. In Mistborn Ära 2 haben sies dann geschafft.


Offline Roach

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Re: [Gibt es] Demokratische Fantasy
« Antwort #7 am: 7.06.2018 | 09:32 »
Bornland? Dich haben dich da dieses Hardcore Leibeigenen-Wesen.

 Im nördlichen Bornland ja, in Festum wird der Adelsmarschall bspw. gewählt.Ein wenig wie das Oberhaus in GB. Und auch in D wurde in den ersten Wahlen die Stimme nach Steueraufkommen gewichtet etc. Insofern würde ich das schon als Grundzüge einer Demokratie sehen wollen.

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Re: [Gibt es] Demokratische Fantasy
« Antwort #8 am: 7.06.2018 | 09:35 »
Der wird vom Adel gewählt
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Offline Feuersänger

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Re: [Gibt es] Demokratische Fantasy
« Antwort #9 am: 7.06.2018 | 09:52 »
Naja, "Grundzüge" einer Demokratie... davon gibt es reichlich. Nach dem Motto "Ein Mann, eine Stimme. Havelock Vetinari ist _der_ Mann, und er hat _die_ Stimme."

Gegen anachronistische Modernismen in der Fantasy!
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Re: [Gibt es] Demokratische Fantasy
« Antwort #10 am: 7.06.2018 | 09:58 »
Solange der Count Voted as i wish, Nothing wrong with it
Gurk zum anderen Gurk :" Was soll denn das für`ne Schlacht sein?
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Offline Isegrim

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Re: [Gibt es] Demokratische Fantasy
« Antwort #11 am: 7.06.2018 | 10:17 »
Ist mit "Fantasy" nur das übliche Pseudo-Mittelalter gemeint? Oder alles mit Magie & Drachen?

IIRC hat das DSA-Bornland in Festum eine Regierung, die zumindest Ansätze einer Demokratie aufweist, ähnlich der Ständeverwaltung in Frankreich. Oder hat sich da etwas verändert?

Polen. Die Adelsrepublik Polen ist das Vorbild. Der Zusatz "Adels-" sagt allerdings schon, wie demokratisch das ganze nach unseren heutigen Vorstellungen war...
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Online Skyrock

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Re: [Gibt es] Demokratische Fantasy
« Antwort #12 am: 7.06.2018 | 10:20 »
Dementlieu in Ravenloft wird von dem Rat der Vernunft geführt, vage angelehnt an das Direktorium im post-revolutionären Frankreich.

Allerdings sind a.) im Rat hauptsächlich die reichen und mächtigen alteingesessenen Familien vertreten, die vorher schon das Sagen hatten, und b.)
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Ganz wie im echten Leben halt ;)
Aus der Höhle des Schwarzwaldschrates - Mein Rollenspielblog
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Ein freier Mensch muss es ertragen können, dass seine Mitmenschen anders handeln und anders leben, als er es für richtig hält, und muss es sich abgewöhnen, sobald ihm etwas nicht gefällt, nach der Polizei zu rufen.
- Ludwig von Mises

alexandro

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Re: [Gibt es] Demokratische Fantasy
« Antwort #13 am: 7.06.2018 | 10:41 »
Gegen anachronistische Modernismen in der Fantasy!

OT, aber: ES GIBT KEINE ANACHRONISMEN IN DER FANTASY!!!

Wenn in einer Fantasywelt bestimmte Strukturen in anderer Reihenfolge als in unserer Geschichte auftreten, dann liegt das daran, dass diese bei uns aus historischen Zufällen entstanden sind. Eine intrinsische Notwendigkeit, alá "erst Herrschaftssystem X, dann Herrschaftssystem Y" existiert nicht.

Offline Isegrim

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Re: [Gibt es] Demokratische Fantasy
« Antwort #14 am: 7.06.2018 | 11:02 »
OT, aber: ES GIBT KEINE ANACHRONISMEN IN DER FANTASY!!!

Wenn in einer Fantasywelt bestimmte Strukturen in anderer Reihenfolge als in unserer Geschichte auftreten, dann liegt das daran, dass diese bei uns aus historischen Zufällen entstanden sind. Eine intrinsische Notwendigkeit, alá "erst Herrschaftssystem X, dann Herrschaftssystem Y" existiert nicht.

Falsch. Die Deutung der Weltgeschichte als Verkettung von Zufällen ist nicht haltbar. Aber das weiter auszudiskutieren würde direkt in die SC führen. ("Die Geschichte ist eine Geschichte von Klassenkämpfen."...)
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Offline Turgon

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Re: [Gibt es] Demokratische Fantasy
« Antwort #15 am: 7.06.2018 | 11:19 »
In David Gemmells Drenai-Saga wird wird eine Republik schleichend aber unaufhaltsam wieder von einer Monarchie abgelöst. In den Romanen ist das allerdings nicht das Hauptthema, sondern spielt sich im Hintergrund ab.

Offline First Orko

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Re: [Gibt es] Demokratische Fantasy
« Antwort #16 am: 7.06.2018 | 11:20 »
Die wenigsten* Fantasywelten durchdenken doch überhaupt mal, was eigentlich das Vorhandensein von Magie (insbesondere mit Möglichkeiten wie: Telepathie, Gestaltwandel, Illusionen!) für implizite Folgen auf.... alles hätte, sei es auf sozialer oder überhaupt irgendeiner Ebene... da ist Feudalismus/Autokratie als althergebrachte und "langweilige" Regierungsform noch das geringste Problem  ::)

Insofern tue ich mich mit Einwürfen wie "anachronistisch" schon schwer, den spätestens mit Magie sind wir mMn schon soweit von unserem Mittelalter weg, dass man die Entwicklung sowieo völlig losgelöst betrachten muss. Und ich wage die These, dass ich mit Magie fast jede beliebige soziale Entwicklung irgendwie begründen könnte...
(zur richtigen Zeit eine Illusion / Gedankenbeeinflussung und ich verhindere einen Krieg, den ich vorhergesehen habe und legitimiere die Absetzung des Königs... und tausend Varianten davon ;-))


*nicht alle, mir ist schon klar, dass es Ausnahmen gibt!
« Letzte Änderung: 7.06.2018 | 11:24 von First Orko »
It's repetitive.
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Offline Isegrim

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Re: [Gibt es] Demokratische Fantasy
« Antwort #17 am: 7.06.2018 | 11:32 »
Die wenigsten* Fantasywelten durchdenken doch überhaupt mal, was eigentlich das Vorhandensein von Magie (insbesondere mit Möglichkeiten wie: Telepathie, Gestaltwandel, Illusionen!) für implizite Folgen auf.... alles hätte, sei es auf sozialer oder überhaupt irgendeiner Ebene...

Kommt darauf an. In Fantasy-Welten wie der von Tolkien oder G. Martin spielt die Magie über Jahrtausende hinweg praktisch keine Rolle. Da kann man schon Parallelen zur irdischen historischen Entwicklung ziehen... auch wenn das evtl nicht wirklich gewinnbringend ist... ;)
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Offline First Orko

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Re: [Gibt es] Demokratische Fantasy
« Antwort #18 am: 7.06.2018 | 11:38 »
Bei beiden sind aber die entscheidenden Ereignisse ja gerade magischer/göttlicher Natur  ;) Aber natürlich sind das auch genau die zwei Werke, wo genau das eben auch den entsprechenden Einfluss auf den Lauf der Welt nimmt und damit Positivbeispiele.
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Offline Narrenspiel

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Re: [Gibt es] Demokratische Fantasy
« Antwort #19 am: 7.06.2018 | 11:39 »
In der Mistborn-Serie von Brandon A. Sanderson geht es darum, einen Diktator zu stürzen und durch eine repräsentative Demokratie zu ersetzen. Band 2-3 thematisieren dabei sehr schön die Fallstricke einer solchen Revolution und die Schwierigkeiten in der Übergangszeit.


alexandro

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Re: [Gibt es] Demokratische Fantasy
« Antwort #20 am: 7.06.2018 | 11:56 »
Da kann man schon Parallelen zur irdischen historischen Entwicklung ziehen...

"Parallelen zur irdischen Entwicklung" heißt in diesem Fall leider... "Parallelen zur eurozentrischen Entwicklung (in der Regel auch unter Ausklammerung von Griechenland, Sumer, Naquada u.v.m. und deren Einfluss auf eben diese)".

Und die ist halt nicht so unausweichlich und naturgegeben, wie dass einige hier darzustellen versuchen.

Offline Feuersänger

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Re: [Gibt es] Demokratische Fantasy
« Antwort #21 am: 7.06.2018 | 12:01 »
Das meine ich: in der Realhistorie sind auch viele Dinge miteinander verknüpft bzw ergibt sich sehr oft das eine in Konsequenz aus dem anderen. So wie sich beispielsweise Ritterrüstungen aus bestimmten Gründen entwickelt haben und aus anderen Gründen wieder verschwunden sind. So ist eben auch die Demokratie im heutigen Sinne (allgemeines Wahlrecht usw) aus der Aufklärung entstanden. Ein Fantasy-Setting müsste also erstmal diskutieren, wieviel Aufklärung überhaupt denkbar ist in einer Welt, in der dich eine Hexe wirklich mit dem Bösen Blick belegen kann. Oder alternativ, wie sich je ein System entwickelt haben soll, in dem Nasibor der Bauernknecht das gleiche politische Mitspracherecht besitzen soll wie der Erzmagier Ezekiel.

Für mich ist halt wichtig, dass auch eine Fantasywelt in sich möglichst logisch und plausibel funktioniert; es sei denn, das Setting ist von vornherein auf skurrile Absurdität gebürstet wie, sagen wir mal, Zamonien.
Der :T:-Sprachführer: Rollenspieler-Jargon

Zitat von: ErikErikson
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Offline Isegrim

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Re: [Gibt es] Demokratische Fantasy
« Antwort #22 am: 7.06.2018 | 12:14 »
Ein interessantes Beispiel in dem Zusammenhang ist Pratchetts Scheibenwelt. Die ist ja vorsätzlich konzipiert als "Was passiert eigentlich mit einer Fantasy-Welt, 500 Jahre nachdem der Dunkle Herrscher gestürzt ist, und sie sich staat im Helden- im Industriezeitalter wiederfindet?"

Auch Pratchett umgeht den gesamten Themenkomplex "Demokratie", und setzt statt dessen einen Tyrannen ein; auf jeden Fall eine interessante Allegorie auf den modernen Rechtsstaat...

"Parallelen zur irdischen Entwicklung" heißt in diesem Fall leider... "Parallelen zur eurozentrischen Entwicklung (in der Regel auch unter Ausklammerung von Griechenland, Sumer, Naquada u.v.m. und deren Einfluss auf eben diese)".

Falsch. Nehmen wir mal Martins Fantasy-Welt. Alt-Ghis ist offensichtlich von altorientalischen Kulturen wie Sumer und Babylon inspiriert. Aber auch eine solche Anlehnung bringt halt viele historische Möglichkeiten, aber keine Demokratie...
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alexandro

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Re: [Gibt es] Demokratische Fantasy
« Antwort #23 am: 7.06.2018 | 12:17 »
Naja, die Etablierung eines allgemeinen Wahlrechts war weniger ein moralisches (Ethik der Aufklärung), als vielmehr ein logistisches (Erfassung der Wahlberechtigten). Wenn es auf magischem Wege die Möglichkeit gibt, Ausweise relativ fälschungssicher zu machen (z.B. magisches Siegel, in vielen D&D-Welten ein gängiger, niedrigstufiger Zauber) und Informationen schnell im ganzen Land zu verbreiten (Sending, Whispering Wind oder halt die quasi-magischen Raben aus GoT), dann könnte sich sowas auch früher entwickeln.

Offline Hotzenplot

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Re: [Gibt es] Demokratische Fantasy
« Antwort #24 am: 7.06.2018 | 12:19 »
Mir fällt wirklich erstaunlich wenig in die Richtung ein. Im Homebrew-Setting  unserer Mitspielerin Tara gibt es eine Nekromanten-Republik.
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Zu DSA:
Bornland wurde schon genannt - mit den entsprechenden Einschränkungen. In Aventurien sind aber eher die elfischen Gemeinschaften demokratisch zu sehen. Da sie sich selbst aber auch nicht wirklich als Staat sehen, ist das auch fraglich.

Aus der sonstigen Literatur sind mir Demokratien aber auch nicht bekannt. Scheinbar ist das Königreich-Trope der Fantasy zu stark. :)
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