Autor Thema: 13th Age Glorantha  (Gelesen 2724 mal)

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Offline Uwe-Wan

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13th Age Glorantha
« am: 21.11.2018 | 10:09 »
Wer von hat es? Wie gefällt es euch?

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Offline Ginster

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Re: 13th Age Glorantha
« Antwort #1 am: 21.11.2018 | 11:05 »
Ich bin erst recht am Anfang mit dem Lesen und es ist mein Erstkontakt mit Glorantha.

Das Prinzip mit den Runen gefällt mir sehr gut. Dragon Pass gefällt mir auch recht gut, nur die Ducks finde ich fürchterlich. Die Klassen und Monster sehen nett aus.
Die Kosmologie von Glorantha stößt mich ab. Ich bin einfach total allergisch gegen alle Welten, die keine Planeten sind sondern irgendwelche Scheiben oder Klötze.

Bleibt abzuwarten, wie viel man davon ausblenden kann, ohne zu viel "kaputt" zu machen.

Offline Scimi

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Re: 13th Age Glorantha
« Antwort #2 am: 21.11.2018 | 13:20 »
Ich habe das Buch jetzt kürzlich komplett gelesen (und dabei die ganzen Regeleinzelheiten von Klassen und Gegnern nicht wirklich detailliert durchgearbeitet). War für mich auch das erste Mal, dass ich mich ernsthaft mit Glorantha beschäftigt habe.

Generell muss ich sagen, dass ich nicht weiß, ob mir die Kombination aus D&D-Superheldentum und bronzezeitlicher Mythenwelt so zusagt. Im Glorantha-Setting gibt es zwar absolut Platz für legendäre, übermenschliche Helden, die Dämonen erschlagen, mit Göttern ringen und die Geschicke der Welt kräftig umrühren. Aber das ist halt eine ganz beschränkte Nische des gesamten Settings, wo dann vieles von den ausgearbeiteten Kulturen und Alltagsdingen der Hintergrundwelt keine Rolle mehr spielt. 13G hat da für mich extrem den Anschein, dass es zwei Arten von Leuten bedient: Einerseits die, die Glorantha in- und auswendig kennen, das (verglichen mit D&D) eher niedrige Powerniveau absolut totgespielt haben und jetzt mal mit Einstiegscharakteren herumtoben wollen, die man sich normalerweise erst mühsam erspielen müsste. Und andererseits die, die sich mit einem mehr oder weniger bekannten System einmal Glorantha ansehen wollen, ohne allzutief in das umfangreiche Hintergrundmaterial einzusteigen, praktisch Glorantha als D&D-Kampagnenwelt. Diese beschränkte Mission ist aber immer noch sehr viel, um zwischen zwei Buchdeckel zu klemmen und man merkt an allen Ecken und Enden, dass da eine spielbare Auswahl von Dingen und Themen getroffen wurde, von denen es noch mehr, viel mehr und immer noch mehr gegeben hätte.

Das Spiel findet in einer Epoche von Glorantha statt, wo die Welt vor dem Abgrund steht und apokalyptische Ereignisse die bestehenden Regeln und Weltbilder aufmischen. Das ist natürlich ein schöner Kniff, um einerseits etabliertes Material in den Hintergrund zu drängen ("Seit 1000 Jahren haben die Leute in diesem Tal auf diese Weise gelebt, aber heute ist der Tag, wo alles anders wird!") und eine Bühne für übermenschliche Heldenfiguren zu bieten, die keiner Tradition unterworfen sind und deren Taten die Zukunft der Welt bestimmen werden. Passt auf jeden Fall und erlaubt es, nach 13th-Age-Art viel anzupassen, hinzuzufügen und alles in die Tonne zu kloppen, was nicht gebraucht wird.

Was mich bisher von Glorantha ferngehalten hat, sind einerseits die (für mich) viel zu vertrackten Regelsysteme und andererseits das verstreute und esoterische Setting-Material. Und da leistet 13G was ich will: Ein bekanntes Regelwerk mit übersichtlichen Anpassungen für Besonderheiten der Spielwelt. Und kurze, no-nonsense Erklärungen zum Hintergrund, die auch regelmäßig sagen: "Seltsam? Is in Glorantha halt so!" oder: "Wer Glorantha kennt, wird jetzt sagen, dass das alles viel komplizierter ist, aber für unsere Zwecke reicht das hier absolut." oder: "In Glorantha weiß das keiner und darum erscheint das alles ganz mystisch und rätselhaft, aber im Grunde ist es so-und-so." Solche Meta-Angaben helfen mir, die Materialfülle zu verstehen und richtig einzuordnen, anstatt mich an Dingen aufzuhängen, die nie weiter ausgearbeitet wurden oder Sachen zu übersehen, die im Hintergrund ein großes Ding sind. Ich habe einfach nicht mehr die Zeit, Hintergrundwelten langsam und ungespoilert Buch für Buch selbst zu entdecken. Wenn ich da einsteigen können soll, muss jemand Tacheles reden.

Vom System her wird der komplette Icon-Kram durch Runen ersetzt. Runen sind elementare Bausteine der Realität (Dinge wie "Luft", "Licht", "Erde", "Dunkelheit", "Chaos" etc.). Statt Icon-Beziehungen gibt es Charakter-Runen, die zur Klasse und zum Konzept passen. Regelmäßig werden Runen ausgewürfelt, mit denen ein Spieler dann einen kleinen Story-Aspekt für seinen Charakter einsetzen kann (ähnlich wie Icon-Würfe, aber mehr unter Spieler-Kontrolle). Außerdem gibt es noch Sonderregeln für Heroquests (Wobei die Gruppe sich rituell in eine andere Realitätsebene begibt und eine Legende nacherlebt, egal, ob es sich um eine lokale Sage oder um eine weltbekannte Geschichte handelt. Ein Charakter übernimmt die Hauptrolle in der Geschichte und kann sie entweder nachspielen, um Belohnungen oder Wissen zu erhalten, ändern, um die tatsächliche Legende zu retconnen oder "reparieren", nachdem jemand anderes sie bereits geändert hat) und in Glorantha eher untypische Artefakte werden durch Segnungen ersetzt (die können als Gegenstand repräsentiert sein, sind es meistens aber nicht und werden außerdem über einen längeren Zeitraum hinweg "freigeschaltet" oder aufgemonstert).

Das sind alles Dinge, die thematisch sehr nach Glorantha passen, aber mechanische auch einfach ins normale 13A übernommen werden können, wenn man Verwendung dafür hat.

Und dann sind da noch die Klassen und die Gegner. Das sind natürlich alles Sachen aus dem Glorantha-Hintergrund, die man umsetzen musste. Und darum ist auch echt abgefahrener Kram dabei. Aber davon abgesehen kann man damit auch einfach sein 13A-Spiel erweitern: Skorpionmenschen und mutierte Werkühe kann ich mir auch im Dragon Empire vorstellen. Einige Klassen sind einfach nur Mods für bekannte Klassen, wodurch man z.B. verschiedene Versionen für einen etwas komplexeren und interessanteren Barbaren bekommt oder einen weniger urbanen/kriminellen Rogue oder eine Captain-America-Variante des Mönchs mit Wurfschild. Ansonsten gibt es vor allem mystische Kämpfertypen und zwei Arten abgedrehter Beschwörer, die beide mechanisch sehr interessant funktionieren, aber auch ziemlich komplex sind.

Was ich aber am faszinierenden finde (und wofür allein sich für mich das Buch schon gelohnt hat) ist die Trickster-Klasse. Die ist superspeziell, weil sie es erlaubt, einen Vollidioten zu spielen, ein Gruppenmaskottchen, einen Taschenlampenfallenlasser, einen Clown. Was ich daran so toll finde ist, dass da regelmechanisch umgesetzt wird, dass ein Charakter wirklich gar nichts kann, aber das, ohne die Gruppe herunterzuziehen. Das Grundthema ist nämlich, dass durch die Kaspereien des Gruppentrottels andere Charaktere Vorteile kriegen. Beispiel: Wenn der Trickster einen Skillwurf als erster versucht, würfelt er mit D&D5-Nachteil (wirft zwei W20, nimmt den schlechteren). Dafür kriegt der nächste Charakter für denselben Wurf einen Vorteil (nimmt das bessere Ergebnis von zwei W20). Das heißt, es besteht ein regelmechanischer Anreiz dazu, schwierige Aufgaben erstmal immer von der Volleule probieren zu lassen (was dann alle Jubeljahre mal klappt, aber meistens in Peinlichkeit, Feuer und Schmerzen endet), damit danach der Gruppenspezialist umso mehr glänzen kann. Auch im Kampf ist es fast unmöglich, mit dem Trickster Schaden zu machen, dafür kann er ganz toll Gegner ablenken und Zusatzaktionen an seine Verbündeten verteilen. Ach so, und ein Trickster hat keinerlei Kontrolle über seine Talente, die werden regelmäßig zufällig ausgewürfelt, taktisch spielen ist also nicht wirklich drin. Wie gesagt, das ist nichts, was die meisten überhaupt spielen wollten. Aber ich habe es regelmäßig erlebt, dass jemand unbedingt den Schelm, den nervigen Windling, den nutzlosen Kender, den Clown, den Tollpatsch oder Gulf, den merkbefreiten Bauern mit Huhn spielen wollte. Und ich finde es cool, dass sich jemand die Mühe gemacht hat, eine Klasse zu bauen, wo solche Spieler sich nach Herzenslust aufs Maul legen können, ohne dabei die Gruppe (regelmechanisch) herunterzuziehen oder ihre Mitspieler schlimm zu nerven.  :d :d :d :d :d

Der Schnellkurs in Glorantha war auf jeden Fall ein Gewinn, die Welt interessiert mich noch immer. Aber für die nächste Zeit wird 13G für mich vor allem eine ähnliche Stellung wie 13TW einnehmen: Mehr Klassenoptionen und Viecher fürs reguläre Spiel, den Hintergrundkram werde ich vielleicht mal irgendwann verbauen, wenn es passt. Und ähnlich wie bei 13TW rechtfertigt das vielleicht 1/3 des Buches, was ich tatsächlich benutze, in vollem Umfang die Anschaffung.

Offline Crimson King

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Re: 13th Age Glorantha
« Antwort #3 am: 21.11.2018 | 13:27 »
Danke Scimi!  :)
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Offline korknadel

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Re: 13th Age Glorantha
« Antwort #4 am: 22.11.2018 | 07:52 »
Dragon Pass gefällt mir auch recht gut, nur die Ducks finde ich fürchterlich.

Mit der Entenablehnung stehst Du ja nicht alleine da, das hat sich mir eigentlich als Hauptvorwurf gegen Glorantha eingeprägt. Ich finde diese Ablehnung etwas kurios, wenn man bedenkt, wie viele Humanoide mit Fischaugen, Schuppenhaut, Echsenschwänzen, Fell, Katzenköpfen, Pferdekörpern, Schmetterlingsflügeln und Wildschweinhauern in Fantasy- und SF-Welten herumlaufen dürfen. Auch Harpyien sind meist herzlich willkommen. Nur keine Enten. Es muss am Schnabel liegen, könnte man annehmen. Auf jeden Fall eine spannende Frage, wieso Enten anscheinend nicht gehen, während so viele vergleichbare Albernheiten akzeptabel sind.

Die Kosmologie von Glorantha stößt mich ab. Ich bin einfach total allergisch gegen alle Welten, die keine Planeten sind sondern irgendwelche Scheiben oder Klötze.

Ich muss sagen, dass mich genau das bei Glorantha schon mal massiv begeistert hat. Dass da nicht steht: Die Leute glauben, die Welt wäre ein Würfel, sondern dass sie es ist. Ich habe eher immer dann ein Problem, wenn man mir eine total mystische Welt verkaufen will, in der die Leute alles Mögliche glauben, ich als Leser/Spieler aber immer irgendwie vermittelt bekomme, dass ich es besser weiß (in Aventurien ist das ja zum Beispiel so, dass die Kugelhaftigkeit von Dere nur eine gewagte Theorie darstellt, die meisten Leute davon aber nichts wissen (wollen), während natürlich alle Spieler wissen, dass Dere eine Kugel ist). Im Gegensatz dazu fand ich es bei Glorantha extrem stark, dass der Mythos eben tatsächlich die Realität ist. Es gibt in Glorantha nichts (oder zumindest in diesem Punkt nichts), was der Spieler besser wissen kann als die Welt und ihre Bewohner selbst. Als ähnliches Plus empfinde ich auch den Umgang mit den Göttern, von denen es heißt, dass sie nicht mehr wissen oder vermögen als das, was sie während der Gottzeit getan/erfahren haben. Dadurch bleibt das Setting für mich zwar herrlich fantastisch, vergleichbar mit griechischen Göttersagen, aber gleichzeitig auch plausibel im Sinne einer schlüssigen Umsetzung von Mythos. Bei vielen anderen Settings knirscht die Plausibilität ja meist, wenn es um Götter und ihre Macht bzw. allgemein um Kosmologie geht.
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Offline Ginster

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Re: 13th Age Glorantha
« Antwort #5 am: 22.11.2018 | 08:26 »
Ich finde diese Ablehnung etwas kurios, wenn man bedenkt, wie viele Humanoide mit Fischaugen, Schuppenhaut, Echsenschwänzen, Fell, Katzenköpfen, Pferdekörpern, Schmetterlingsflügeln und Wildschweinhauern in Fantasy- und SF-Welten herumlaufen dürfen.

Ich persönlich bin kein großer Fan von sowas. Die klassischen Echsen- und Froschmenschen sind als Gegner ab und an schon okay, Kenku, Kitsune oder wie sie alle heißen, brauche ich nicht. Vor allem nicht als SC.

Ich muss sagen, dass mich genau das bei Glorantha schon mal massiv begeistert hat. Dass da nicht steht: Die Leute glauben, die Welt wäre ein Würfel, sondern dass sie es ist.

Ich gestehe, dass es bei mir absolute subjektive Geschmacksfrage ist. Ich kann nicht mal sagen, warum mich das so abstößt.

Auf das HeroQuesting bin ich dagegen gespannt, das klingt nach einem genialen Konzept, da muss ich aber erst noch mehr lesen.

Offline Crimson King

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Re: 13th Age Glorantha
« Antwort #6 am: 22.11.2018 | 10:01 »
In einer Welt voller Tiermenschen können solche Völker auch für Spielercharaktere taugen. Ein Bas-Lag-Rollenspiel  beispielsweise müsste sowas definitiv als spielbare Völker enthalten.

Was Enten angeht, so assoziiert man mit denen halt doch etwas anderes als mit Raubtieren, Echsen oder großen und kräftigen Tieren wie Pferden. Bei Walt Disney stehen ja auch Enten- und Mäusemenschen in vorderster Linie.
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Offline Ginster

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Re: 13th Age Glorantha
« Antwort #7 am: 22.11.2018 | 13:10 »
Eben, Sachen wie MouseGuard funktionieren für mich (theoretisch) auch, aber Donald Duck in einem ansonsten "klassischerem" Setting nicht.

Offline korknadel

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Re: 13th Age Glorantha
« Antwort #8 am: 22.11.2018 | 14:04 »
Eben, Sachen wie MouseGuard funktionieren für mich (theoretisch) auch, aber Donald Duck in einem ansonsten "klassischerem" Setting nicht.

Ein klassisches Setting, in dem es Drachenmolche (deren Priester ständig die Farbe wechseln), pflanzliche Elfen und Skorkpionmenschen gibt.

Aber ja, es wird wohl an dem Entenschnabel liegen, denn gegen Adlermenschen hätte wahrscheinlich niemand etwas einzuwenden in einem "klassischen" Setting. Ich wäre jetzt einfach gern Psychologe und würde gerne wissen, weshalb ein Raubtierschnabel nicht stört, ein Entenschnabel aber schon. Das muss irgendetwas aussenden, was eine andere Reaktion hervorruft.
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Offline Rumpel

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Re: 13th Age Glorantha
« Antwort #9 am: 22.11.2018 | 14:31 »
Aber ja, es wird wohl an dem Entenschnabel liegen, denn gegen Adlermenschen hätte wahrscheinlich niemand etwas einzuwenden in einem "klassischen" Setting. Ich wäre jetzt einfach gern Psychologe und würde gerne wissen, weshalb ein Raubtierschnabel nicht stört, ein Entenschnabel aber schon. Das muss irgendetwas aussenden, was eine andere Reaktion hervorruft.

Ich schätze, es ist schlicht und einfach die Entenhausen-Assoziation.

Als Gegengift sollten wir uns alle in Erinnerung rufen, dass auch die Enten von Raubdinosauriern abstammen!
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Offline Waldviech

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Re: 13th Age Glorantha
« Antwort #10 am: 22.11.2018 | 14:32 »
Ich glaube, es wird wohl weniger der Schnabel sein als eher der Donald, durch den die meisten hier kulturell geprägt sind. Die Durulz sind halt nicht nur Enten, sondern sehen auf den meisten Illustrationen auch aus wie von Carl Barks gezeichnet. Und ich denke, es dürfte der dadurch unvermeidbare Disney-Eindruck sein, die vielen die Enten verleidet. Eine Durulz-Siedlung sieht nun einmal aus wie Entenhausen im Jahr 50 vor Christus.
Ich persönlich finde die Enten zwar jetzt nicht schlimm oder zu albern (ein Durulz-Krieger dürfte UM LÄNGEN gruppenverträglicher sein als all die Windlingen, Schelme oder Fischmalks anderer bekannter RPGs), kann aber nachvollziehen, dass sie einigen zu viel sind.
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Offline Ginster

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Re: 13th Age Glorantha
« Antwort #11 am: 22.11.2018 | 14:42 »
Ein klassisches Setting, in dem es Drachenmolche (deren Priester ständig die Farbe wechseln), pflanzliche Elfen und Skorkpionmenschen gibt.

Deshalb die Anführungszeichen. Ich meine ein Setting, in dem Menschen die dominierende Spezies sind und die SC üblicherweise Menschen. Außerdem ist "klassischer als Mouse Guard" und "klassisch" auch ein nicht geringer Unterschied.

Offline Scimi

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Re: 13th Age Glorantha
« Antwort #12 am: 22.11.2018 | 15:03 »
Glorantha ist halt keine "ernste" Welt — wie viele alte Settings kombiniert es starke, zeitlose, epische Ideen, durch die es sich so lange halten konnte mit dummen, kultigen, gonzo Ideen, durch die es sich so lange halten konnte.

Für mich wäre das ein völlig anderer Fall, wenn jetzt heute jemand mit einem Bronzezeit-Setting mit Enten um die Ecke käme. Aber die Enten sind so alt wie ich. Ich habe von Leuten gelesen, die die Biester hassen, für ihre Runde aus dem Setting gestrichen haben und sich weigern, ihre Existenz anzuerkennen. Ich habe von Leuten gelesen, die die Enten lieben, dazu unglaublich viel Material und Illustrationen zu geschaffen haben und sich alle Mühe gemacht haben, die Enten als interessante und ernstzunehmende Rasse und Kultur zum Leben zu erwecken. Ob ich die gut oder schlecht finde oder sie mir eigentlich egal sind, die Enten sind seit Dekaden Teil von Glorantha und Teil der dazu gehörenden Spielerkultur. Wenn ich Glorantha nicht nur als Ideensteinbruch für mein Bronzezeit-Rollenspiel nehmen will, sondern da irgendwo mitlesen, mitreden und mitmachen will, habe ich halt die Enten.

Ich kenne die andere Perspektive von Star Trek, wo ich es den Machern immer hoch angerechnet habe, dass all der Blödsinn aus der Anfangszeit des Settings, egal wie hanebüchen, ganz selten geretconned und meistens irgendwie integriert wurde. Da gibt es auch immer Newcomer und Außenseiter, die bestimmte Dinge doof finden und sich fragen, warum das so sein muss. Und die Antwort ist meistens: "Weil Captain Kirk das damals genau so erlebt hat, ich war dabei, ich habe es gesehen." Ich verstehe, warum viele Elemente lächerlich sind, aber ich fände es lächerlicher, sowas unter den Tisch fallen zu lassen und zu tun, als wäre es nie passiert. Das bereichert ja auch irgendwo — ich hatte einen Lachanfall, als die Orioner bei Star Trek: Discovery in einer Einstellung ganz klar einen original Ceti-Aal aus dem 2. Kinofilm auf dem Grill hatten, den die meisten unbedarften Zuschauer wahrscheinlich nichtmal wahrgenommen haben.  ;D



Zu guter Letzt ist es ja nicht so, dass die Enten in Glorantha eine coole, integrierte Rasse wären. Was ich bisher an Settingmaterial gesehen habe ist, dass die anderen Leute in der Welt die Enten größtenteils doof und peinlich finden, sich über ihre Kultur, ihre Bewegung, ihre körperlichen Eigenschaften, ihre Sprache und ihre Namen lustig machen und Enten es schwer haben, außerhalb ihrer Gebiete ernst genommen zu werden. Umgekehrt sind Enten kein Witz, sie können mörderische Krieger sein, sie sind für ihre Nachbarn wichtige Verbündete im Kampf gegen Untote und Chaos und bei Verhandlungen mit Tiermenschen und sie haben ihren Stolz und lassen sich nicht gern beleidigen. Was schnell mal zu Situationen führt, wo man die Enten braucht und aus Notwendigkeit mit ihnen abgibt, obwohl man sie eigentlich für lachhaft und in jeder Hinsicht unterlegen hält.

Das ist sicher nicht der Grund, warum die Enten in dem Setting existieren. Ich finde es aber trotzdem ganz interessant, weil es in Glorantha anscheinend ein großes Thema ist, dass es unter den Kulturen und Nationen keine Guten und keine Bösen gibt. Aber jede Menge kulturelle Unterschiede, die groß genug sind, dass sich darüber alle möglichen Leute hassen, bekriegen und ganz schlimme Dinge antun können. Aber wenn das wahre Böse auftaucht und der Fortbestand der Welt auf der Kippe steht, dann ist die einzige Chance, alle Unterschiede und Konflikte zu überwinden, um gemeinsam überleben zu können:

Zitat
"The tattered remains of the world seemed to have no chance for unified action against the forces of chaos. They were isolated by unbridgeable gaps ... There was a unity between them in their wish for survival, and this unquenchable desire brought individuals across time and space, order and chaos to confront the final dissolution of the world. It did not matter from whence they were drawn or where it occurred. They fought their last desperate fight against overwhelming odds, motivated by their survival and determined to do their utmost. In this way they combined forces and unconsciously aided each other against their own fears. They were alone, yet they found themselves with others like themselves and gained strength."

Und ich denke, das können die Enten auch ein Stück weit an den Tisch bringen. Wenn jemand eine Ente spielt. Oder sich das Abenteuer um Enten dreht. Und daran objektiv überhaupt nichts auszusetzen ist — die Ente ist ein vernünftiges Gruppenmitglied, nützlich und mit ordentlichen Werten. Das Entenabenteuer ist spannend und durchdacht, die Darstellung der Enten plausibel und ernst. Und trotzdem finde ich das doof. Nicht einfach albern, sondern wirklich störend. Das geht so weit, dass es mir das Spiel kaputtmacht, dass ich da wirklich Probleme mit habe. Ich meine, Fantasy, schön und gut, Minotauren und Zentauren, ok, aber ENTEN??! Bitte! Was soll der Mist? Und dann kann ich mir darüber klar werden, dass ich mich da von Vorurteilen emotional auf eine Art berühren lasse, die rational durch nichts gerechtfertigt ist.

Das war mein Erlebnis mit meiner ersten Berührung mit Glorantha, das King of Dragon Pass-Computerspiel, das mir in irgendeinem Bundle oder Sonderangebot aufs Tablet gefallen ist. Ich spiele meinen Stamm von Barbaren, kümmere mich um meine Rinder, vermittle zwischen meinen Kriegern und Bauern, nehme (meist kriegerische) Beziehungen zu den Nachbarstämmen auf, lerne Göttersagen für Heroquests. Und ich habe gar keine Ahnung vom Setting, erlebe die Welt, so wie mein Stamm langsam seine Umgebung erforscht, finde alte Artefakte, kämpfe gegen Tiermenschen, finde echt seltsame Pflanzenelfen und Steampunk-Zwerge, begreife, dass die Mondkultisten irgendwie die Bösen sind … und dann, plötzlich: Enten. Motherfucking Enten! Ich schaue echt blöd auf die Illustration, lese den Text. Immer noch Enten. Ich handle nach meinem ersten Impuls und gehe die Enten kriegerisch an. Blöde Idee, mein Dorf wird von einer Entenarmee zerstört. Und ich frage mich immer noch, warum ich so (eigentlich untypisch) aggressiv auf Fremde reagiert haben, die sich verhältnismäßig respektvoll und vernünftig mir gegenüber verhalten haben, nur weil es Enten waren, während ich unangenehmeren Leuten mehr habe durchgehen lassen in der Hoffnung (oder dem Ehrgeiz), sich auf Dauer doch noch irgendwie mit denen einigen zu können.

Ich kann die Enten immer noch nicht leiden, habe aber den Verdacht, dass das an mir liegt, nicht an den Enten…  ;)

Offline korknadel

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Re: 13th Age Glorantha
« Antwort #13 am: 22.11.2018 | 15:48 »
Danke, Scimi, für diesen wunderschönen Post!

Ich finde ja, dass man Glorantha anmerkt, dass Greg Stafford aus der bay area und aus den 60ern kommt. So manches an Glorantha riecht für mich nach LSD, was bei mir gar keine negativen Assoziationen hervorruft.
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Offline Ginster

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Re: 13th Age Glorantha
« Antwort #14 am: 22.11.2018 | 15:51 »
Ich kann die Enten immer noch nicht leiden, habe aber den Verdacht, dass das an mir liegt, nicht an den Enten…  ;)

Was anders kann und will ich auch gar nicht behaupten.

Aber danke für die Ausführungen. Ich werde das mal sacken lassen und weiterlesen, vielleicht mache ich ja noch meinen Frieden mit den Enten. Hat auch schon mit schrägeren Dingen funktioniert.

Offline +12vsMentalDamage

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Re: 13th Age Glorantha
« Antwort #15 am: 26.11.2018 | 19:17 »
Back to Topic...

Scimi hat das ja sehr gut zusammengefasst. Was mir noch als Pluspunkte einfielen:
Man merkt den Klassen und den Gegnern an, dass Heinsoo und Tweet die Zeit hatten, ihr System weiter auszufeilen. Wenn man die 13th Age-Spielmechanismen mag, wird man an dem Buch viel Freude haben. Ich finde, dass die neuen Versionen der bekannten Klassen gut gelungen sind (v.a. die Varianten des Barbaren). Die ganz neuen Klassen sind zu einem größeren Teil komplexer (v.a. Earth Priestess und Hell Mother) als die Standard-Klassen des GRW, haben aber durch die Bank durch sehr gelungene eigene Mechanismen, z.B. die beiden Berserkerklassen mit ihren eigenen Escalation Dice.
Davon abgesehen, finde ich dass die Nische, die 13G bedienen will, nämlich große Heroen (ich fühle mich da immer an die Heroen der antiken Sagen erinnert) in einer bronzezeitlichen Welt zu spielen, voll bedient wird. Von daher gefällt mir das Ding sehr gut; sei es als (riesigen) Steinbruch für 13Age an sich oder eben als ein besonderes Spiel innerhalb der Glorantha-Spiellinien.
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Re: 13th Age Glorantha
« Antwort #16 am: 1.12.2018 | 01:25 »
Ich finde ja, dass man Glorantha anmerkt, dass Greg Stafford aus der bay area und aus den 60ern kommt. So manches an Glorantha riecht für mich nach LSD, was bei mir gar keine negativen Assoziationen hervorruft.
Das und, dass schamanische Arbeit auch mit veränderten Bewusstseinszuständen zu tun hat. Und das schamanische Weltbild und dazugehörige Erfahrungen sind definitiv ein wichtiger Einfluss von Glorantha.


Abgesehen davon:
Eignet sich das Buch als Einstiegssetting für 13th Age oder setzt das Buch Erfahrung mit dem System voraus?
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Re: 13th Age Glorantha
« Antwort #17 am: 1.12.2018 | 08:12 »
Abgesehen davon:
Eignet sich das Buch als Einstiegssetting für 13th Age oder setzt das Buch Erfahrung mit dem System voraus?

Man braucht auf jeden Fall die Grundregeln, am besten das Regelwerk, zur Not tut es auch das SRD.

13G bietet ein paar eigene Klassen, setzt aber größtenteil auf bekanntes Regelmaterial auf. Vom Hintergrundmaterial ist es relativ unabhängig und setzt keine Kenntnis des Settings voraus, verweist aber an und ab auf die Monsterliste aus 13A.

13G ist von den Regeln her etwas intensiver als 13A, vor allem die beiden neuen Beschwörungsklassen (Earth Priestess und Hell Mother) sind deutlich komplexer als Barbar und Paladin aus 13A. Ich kenne 13A jetzt seit Jahren und kann daher nicht aus Erfahrung sprechen, aber ich stelle mir vor, dass einiges von den 13G-Klassen verwirrend oder schwierig einzuschätzen ist, wenn man das System, den Escalation Die, die Backgrounds usw. noch nie in Aktion gesehen hat.

That being said, 13G enthält alles, was man braucht, um mit einer sehr D&D-mäßigen Kampagne in Glorantha loszulegen und ist sicherlich nicht komplizierter als Pathfinder, DSA, Splittermond, Midgard oder die etablierten Glorantha-Systeme…

Offline Grubentroll

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Re: 13th Age Glorantha
« Antwort #18 am: 5.01.2019 | 12:22 »
Das klingt schon alles relativ interessant, finde ich.

Ich finde ja irgendwie keinen Zugang zu Glorantha, obwohl ich ein paar der Grundideen einfach nur fantastisch finde, zb die mythisch geformte Welt.

Vielleicht ist dies ja das Produkt samt seiner Aufbereitung, das es schafft mir das Ganze richtig schmackhaft zu machen.

Und Jar Jar Binks als Character Class klingt interessant... :D
« Letzte Änderung: 5.01.2019 | 12:26 von Grubentroll »

Offline Grubentroll

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Re: 13th Age Glorantha
« Antwort #19 am: 31.01.2019 | 14:14 »
Meinste sowas? :D



Ach, irgendwie mag ich diesen Gonzo-Faktor, den die Enten reinbringen. Glaub ich würde die gar nicht groß "Verkrassern" wollen sondern schön Entenhausen lassen.

Offline korknadel

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Re: 13th Age Glorantha
« Antwort #20 am: 31.01.2019 | 14:33 »
Meinste sowas? :D



Ach, irgendwie mag ich diesen Gonzo-Faktor, den die Enten reinbringen. Glaub ich würde die gar nicht groß "Verkrassern" wollen sondern schön Entenhausen lassen.

+1
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Offline General Kong

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Re: 13th Age Glorantha
« Antwort #21 am: 1.05.2019 | 16:22 »
Ich schätze, es ist schlicht und einfach die Entenhausen-Assoziation.

Als Gegengift sollten wir uns alle in Erinnerung rufen, dass auch die Enten von Raubdinosauriern abstammen!

Was die ganze Hamakti-Sache verständlicher macht ...  8)
Kommze mich prollich, krisse Moffakette am Schmecken!

Offline AndreJarosch

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Re: 13th Age Glorantha
« Antwort #22 am: 7.07.2019 | 20:14 »
Das (leidige) Thema Enten in Glorantha:

Es gibt ca. 20.000 davon in Glorantha. Die meisten in Sartar im Drachenpass.
Dort sind sie keine "Fremdkultur" inmitten der menschlichen Stämme, sondern sie sind Orlanthi (Anbeter des Sturmgottes Orlanth und des mit ihm assoziierten Pantheons). Sie waren VOR den Orlanthi im Drachenpass und haben sich den Neusiedlern kulturell angepasst. Okay ihre Krieger reiten nicht... dafür können sie gut schwimmen.
Ihr Stammesland (ja die Enten sind einer der Stämme Sartars!) liegt direkt neben dem Upland Marsh, einem verfluchten von Zombies heimgesuchten Sumpfgebiet. Enten haben enorme Vorteile in Sumpfgebieten gegenüber Menschen. Der Stamm der Enten hat prozentual einen recht hohen Anteil an Anhängern von Humakt, dem Gott des Krieges und des Todes. Das hilft ungemein dabei Untote zu bekämpfen.
Der sartaritische Stamm der ihnen einst am meisten zugesetzt hat (der Stamm der Lismelder) und ebenso am Rande des Upland Marsh liegt, ist jetzt mit ihnen verbündet und hat ebenso einen recht hohen Humakti-Anteil.

Die Anzahl der Enten ist Überschaubar und ihr Verbreitungsgebiet beschränkt.

Natürlich haben sich viele einzelne Enten, Familie oder kleine Gruppen in der Umgebung ihres heimischen Siedlungsgebiet verteilt... vor allem nach dem Lunaren Anti-Enten-Pogrom von 1613/1614, aber wenn Enten dem Spielleiter nicht passen muss nie auch nur eine einzige Ente im Spiel auftauchen.

Und zur Optik: Ja die Enten werden häufig als weißgefiederte Barksche Enten dargestellt, aber so muss es nicht sein.
Die Glorantha-Enten sind in ihrer Gemütsstimmung auch eher an Howard the Duck angelegt (die 70er Jahre Comics, NICHT an den Film!).

Hier ein aktuelles Enten-Bild aus dem Hause Chaosium (RUNEQUEST GLORANTHA art by Ossi Hiekkala welche in einem zukünftigen Projekt veröffentlich werden wird):


« Letzte Änderung: 7.07.2019 | 20:18 von AndreJarosch »

Offline Luxferre

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Re: 13th Age Glorantha
« Antwort #23 am: 8.07.2019 | 07:27 »
Enten mag ich, trotz meiner Leidenschaft für RQ und Glorantha (worum es hier ja nun geht), irgendwie gar nicht.

Wenn man schon gefiederte Wesen spielen will, warum dann nicht so coole Wesen, wie sowas:

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Offline Uwe-Wan

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Re: 13th Age Glorantha
« Antwort #24 am: 8.07.2019 | 09:49 »
Ist das nicht auch eine Ente? ;)
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