Autor Thema: Meine Probleme mit deutschen Übersetzungen englischer Rollenspielbücher  (Gelesen 1934 mal)

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Offline Kalimar

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Neues Jahr, neuer Rant, altes Thema...

Ich bin aktuell (mal wieder) sehr frustriert mit dem Erscheinen deutscher Übersetzungen geliebter englischer Rollenspielreihen.

Da wäre das Drama mit Ulisses und D&D5, wo das Freigabe Hin-und-her die Releasetermine ständig verschiebt und die merkwürdigen Vorgaben seitens Wizards/GF9 so ein bedauernswertes englisch/deutsch-Mischmasch im Schwertenküstenführer verursacht haben. Star Wars im gleichen Haus ist genau so eine Katastrophe (und der Verlag kann vermutlich noch nicht einmal wirklich was dafür).

Der Uhrwerk-Verlag hat zuletzt immer wieder Reihen gebracht, die mich super interessieren (Der Eine Ring, Legenden der Fünf Ringe, 13th Age), die aber kurz darauf schon wieder eingestellt werden, weil sich das Zeug offenbar nicht so gut verkauft (vielleicht auch weil die Übersetzung z.T. nicht so gelungen war?).

Truant bringt Abenteuer in Mittelerde und es sieht ringsum gelungen aus. Aber nun (wie leider so oft) kommt erstmal nix mehr oder es dauert halt sehr lange. Dafür bringen sie zwischenzeitig das Witcher RPG und Trudvang Chronicles (beides für mich unspannend), was wieder Resourcen bindet, da es eben nur ein sehr kleiner Verlag ist.

System Matters hat den genialen Schatten des Dämonenfürsten aufgelegt und ich hoffe hoffe hoffe, dass da noch mehr kommt. Aber die Jungs sind auch nur wenige und haben zahlreiche Eisen im Feuer (leider überwiegend OSR Zeug, dass mich nicht interessiert).

Ich möchte ja gerne deutsche Bücher kaufen, auch wenn die teurer sind (und dank Buchpreisbindung auch nicht billiger werden). Ich möchte auch ganz unbedingt deutsche Verlage unterstützen, damit diese weiter deutsche Bücher produzieren. Aber dazu braucht es einen halbwegs verlässlichen Ausstoß an Büchern einer Reihe. Muss ja nicht jeden Monat sein, aber vielleicht einmal im Quartal? Und vor allem verlässlich. Also ankündigen, informieren und dann auch so bringen. Die Bücher sind ja im Original schon da, es gibt die Texte und das Artwork. Natürlich muss übersetzt und neu layoutet werden. Aber das sollte doch halbwegs planbar sein. Kommt da nix, dauert es allzu lange oder es ist nicht klar wann es weitergeht, dann kauft man sich eben doch wieder das englische Buch...

Ich brauche deutsche Bücher am Spieltisch, da einige Gruppenmitglieder nicht oder nicht gut genug englisch sprechen. Und mir so oder so ein deutsch/englisch Gemisch am Spieltisch zuwider ist. Abenteuer vorbereiten bei knapper Zeit macht Mühe, dabei Texte zum Erzählen/Vorlesen am Tisch noch übersetzen zu müssen noch mehr. Also ist deutsches Material schon deutlich besser. Aber bedeutet das wirklich, dass ich nur "nativ deutsche" Systeme (DSA, Splittermond) verwenden kann, wenn ich einen halbwegs regelmäßigen Produktausstoß haben will?

Also was tun? Ich denke die Verlage könnten oftmals besser/klarer kommunizieren. Auch Vorbestelleraktionen könnte ich mir vorstellen, aber dazu sollte das Produkt schon weitgehend druckfertig sein (System Matters hat das ganz schön vorgemacht). Ich möchte keine Kickstarter-Projekte (auch wenn das scheinbar schwer en vogue ist) mit zig superextraspezial Goodies, die es nur jetzt und nur so gibt. Dafür dauert es wieder länger bis alles da ist (oder es kommt nie, wie bei Prometheus), oder es wird Zeug versprochen, dass es eben noch gar nicht gibt. Ich ärgere mich z.B. auch, dass es z.B. das "normale" Numenera Hardcover von Uhrwerk nicht mehr zu kaufen gibt (warum eigentlich nicht? macht es halt etwas teurer), aber dafür das SuperExtraMitKunstlederHardcover für 13th Age noch immer im Shop zu finden ist (nachdem die Reihe schon eingestellt wurde). Der Nachdruck des Earthdawn-Spielerhandbuchs (Ulisses) kommt dafür plötzlich nur noch als Taschenbuchausgabe daher. Ärgerlich. Ich brauche keine 5 Versionen eines Buches, sondern eben eine gescheite, die ich auch ein Jahr später noch bestellen kann (und die nicht gleich auseinanderfällt).

Jetzt bin ich etwas abgeschweift, aber in einem Rant darf man das auch mal. Ich finde die Situation bei deutschen Übersetzungen in unserem Hobby in den letzten jahren einfach sehr unbefriedigend und schade. Es ist ja schön, wenn mehr Reihen übersetzt werden, es nützt aber nix, wenn es am Ende davon nur 1-2 Bücher davon gibt. Ich habe zig Reihen "gemischt" im Regal stehen und das möchte ich eigentlich so nicht. Am Ende kaufe ich mir dann oft noch die englischen Grundregelwerke nach, damit der Text zu den Quellenbüchern passt (und man sonst oft nicht genau weiß, was da referenziert wird - wie ist der Skill gleich nochmal übersetzt worden?)

Kann man das nicht irgendwie besser hinbekommen? Wie geht ihr damit um? Kauft ihr alle nur noch englischen Kram?

« Letzte Änderung: 2.01.2019 | 18:14 von Kalimar »

Offline Rhylthar

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Kurze Antwort: Ja.

Ja zur unbefriedigenden Situation bei Übersetzungen.
Ja zu nur noch englischen Produkten (Ausnahmen: Splttermond, Space 1889, Cthulhu, Shadowrun).
“Never allow someone to be your priority while allowing yourself to be their option.” - Mark Twain

"Naja, ich halte eher alle FATE-Befürworter für verkappte Chemtrailer, die aufgrund der Kiesowschen Regierung in den 80er/90er Jahren eine Rollenspielverschwörung an allen Ecken wittern und deswegen versuchen, möglichst viele noch rechtzeitig auf den rechten Weg zu bringen."

Für alle, die Probleme mit meinem Nickname haben, hier eine Kopiervorlage: Rhylthar.

Offline Kreggen

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Ich kaufe möglichst nur deutschsprachiges, weil ich selber ein Problem mit Englisch habe. Ich bin eigentlich ziemlich zufrieden mit dem, was da im Laufe des Jahres so kommt und verstehe den Ärger nicht wirklich.
« Letzte Änderung: 2.01.2019 | 18:24 von Kreggen »
- mein persönlicher Rollenspiel-Jahresrückblick 2018 + Spielberichte zu "DSA nach Erzählregeln" auf www.elfenwolf.de
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Offline Bildpunktlanze

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Fuer Rant gab es uebrigens schon vor seiner Verbreitung das schoene Wort (Schimpf)Tirade im Deutschen.

Ansonsten kaufe ich mittlerweile immer mehr dt. Uebersetzungen, weil mir insb nach Feierabend u Kinder ins Bett bringen Englisch oft zu anstregend ist. Nur bei der aufoktoryierten DnD Sprachpanscherei ueberlege ich mir ob ich dann besser beim eng. Original bleibe. Ansonsten halte ich was Übersetzungen angeht, das Denglisch am Spieltisch fuer das schlimmere Uebel.
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Online Coltrane

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Ich habe mich zu der beknacktesten Lösung überhaupt entschlossen: erstmal die englische Verion kaufen und wenn dann hoffentlich mal ne deutsche kommt, diese auch zu kaufen. Und ja, dieses Denglish bei den D&D 5 Übersetzungen nervt. Allerdings ist es nicht so krass wie hier im D&D Unterforum.  >;D

Offline Hotzenplot

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Ich kann dich verstehen. Ich kaufe auch, soweit es geht, deutsche Produkte. Mich ärgert es dann auch, wenn man dann von einer Reihe nichts mehr bekommt, außer vielleicht das GRW oder noch ein paar Zusatzbände, aber den Rest nicht mehr, weil Reihe eingestellt (z. b. DER).
Es gibt keinen "Schuldigen" dafür, glaube ich. Ist halt einfach kacke.   :gasmaskerly:
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Mein größenwahnsinniges Projekt - Eine DSA-Großkampagne mit einem Haufen alter Abenteuer bis zur Borbaradkampagne:
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Online Irian

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Ich bin in der priviligierten Lage, Englisch flüssig verstehen zu können, als auch an einem Ort zu leben, wo es eine sehr hohe Quote an (teilweise auch exklusiv-) Englisch-sprachigen Leuten gibt, weshalb ich meine Entscheidung, tendentiell nur englische Bücher zu kaufen (außer natürlich, es ist im Original deutsch), nie wirklich bereut habe. Hat sicher auch damit zu tun, dass damals die GURPS Quellenbücher schon in der 3. Edition nur hier und da mal übersetzt wurden, ein Großteil davon aber niemals. Gerade heutzutage, wo es sehr einfach ist, sich englische Bücher zu bestellen (das war damals, als ich ne Stunde mit dem Zug fahren durfte, um zum einzigen Rollenspiel-Laden im Umkreis von 100km zu kommen, natürlich noch anders) ist das auch nicht mehr umständlicher als sich im lokalen Spieleladen ne DSA Box zu holen.

Dementsprechend ist die Übersetzungstätigkeit deutscher Verlage für mich jetzt nicht die große kulturelle Priorität und wünsche mir daher maximal mehr Eigenproduktionen (aber das muss man mit ner auf "deutsch-sprachig" beschränkten Zielgruppe in ner argen Nische erstmal stemmen können, klar).

Also, ja, ich kaufe primär englischen Kram, erspare mir damit also die zusätzlichen Wartezeiten für Übersetzungen und die Probleme bei Abweichungen in den Regeln, etc. Aber ich verstehe natürlich, dass das für viele Leute einfach keine Option ist.
Hinweis: Wenn ich schreibe "X ist toll" oder "Y ist Mist", dann ist das meine persönliche Meinung und beinhaltet keinerlei Aufforderung, X zu kaufen oder Y zu boykottieren. Im Zweifelsfall denkt euch einfach vor jeden Satz "Meiner Meinung nach..." dazu. Und nur weil ihr X für schlecht und Y für toll findet, bedeutet das nicht, dass wir uns nun hassen müssen. Jedem das seine. Ansonsten stehe ich für Duell-Forderungen (oder auch "drüber reden") jederzeit per PM zur Verfügung.

Offline Settembrini

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Der Schlimmste und nachhaltigste Fehler war auch hier wieder Ulrich Kiesows Werk: engl. character mit dt. Charakter zu übersetzen.  :P

caveat lusor, sie befinden sich in einer Gelben Zone - Der PESA RHD warnt!

Abenteuerpunkt. das fanzine des autorenkollektivs.
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Offline Keuner

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@Topic: Ich kaufe (fast) nur Bücher in Englisch.

Der Schlimmste und nachhaltigste Fehler war auch hier wieder Ulrich Kiesows Werk: engl. character mit dt. Charakter zu übersetzen.  :P
Dies.
Wie Einstein schon sagte: E=m

Online CAA

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Wenn ich die Wahl habe zwischen einer deutschen Übersetzung und dem englischen Original, greife ich zum englischen. Da muss ich mir wenigstens keine Sorgen machen, dass die Reihe viel zu früh eingestellt wird, wie es bspw. bei Scion passiert ist.

Auch sind die Programme im englischen idR besser als im deutschen. Sowas wie https://www.dndbeyond.com/ werden wir im deutschen vermutlich für kein Rollenspiel jemals sehen. Herolab ebenfalls nicht. Das englische Pathfinder SRD ist um längen besser als das deutsche.

Hingegen in der Übersetzungsqualität habe ich bei den Büchern die ich bisher in den Händen hatte, nie etwas auszusetzen.

Offline nobody@home

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Und ja, dieses Denglish bei den D&D 5 Übersetzungen nervt. Allerdings ist es nicht so krass wie hier im D&D Unterforum.  >;D

I habe no Ahnung, what Du mean könntest... >;D

Offline Flamebeard

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Da verweise ich doch mal auf den Shadowrun 5-Neuigkeiten-Faden und sage: das hier. Klar, an SR5 scheiden sich die Geister. Ich mag es. Und wenn die deutsche Redaktion weiter so vor legt, haben wir noch lange Spaß daran. Und regelmäßig neidische Amis. ^^

 Was ich so am Rande bei D&D mitbekomme, ist allerdings... traurig. Aber da mir von meiner Fantasy-Runde Pathfinder verschrieben worden ist, momentan auch nicht meine Baustelle.
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Offline Medizinmann

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Zitat
Ich möchte ja gerne deutsche Bücher kaufen, auch wenn die teurer sind (und dank Buchpreisbindung auch nicht billiger werden). Ich möchte auch ganz unbedingt deutsche Verlage unterstützen, damit diese weiter deutsche Bücher produzieren. Aber dazu braucht es einen halbwegs verlässlichen Ausstoß an Büchern einer Reihe.

Shadowrun ( Pegasus Verlag ) Anyone ?
die Deutschen Bücher sind sowohl günstiger als auch Besser und mit mehr Inhalt . Weil sie zusätzlichen deutsches Material haben und errattiert sind (was CGL der US Verlag eingfach nicht schafft)
und bei 7te See sind sie auch sehr Günstig . Und Cthulhu ?
und einen verläßlichen Ausstoss hat er auch
und SirDoom postet sich die Finger wund ( nicht nur hier ,sondern auch mindestens noch im SR-Nexus und im Pegasus Forum um alle User über neues Zeugt zu informieren

( Ja, Flamebeard, ich hab deinen Post gesehen ;) wollte aber auch meinen Senf dazu beitragen )

der mit Senf im Bart tanzt
Medizinmann

Offline JS

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Wenn ich Erweiterungen zuverlässig haben möchte, kaufe ich nur noch englische Karten-, Brett- und Rollenspiele. Will ich nicht zwingend schnell oder alle Erweiterungen oder eben nur die Grundbücher und sind sie bereits komplett übersetzt, kaufe ich auch gerne die deutschen Versionen. Nur bei D&D 5 machte ich eine Ausnahme, weil mir die Schrift im deutschen SHB einfach zu klein war.
Wer gern sagt, was er denkt, sollte vorher etwas gedacht haben.
"Mit voller Konfiguration in klarer, deutscher Benutzerführung - vom Zero-touch-Deployment bis zum WYSIWYG-Designer für Captive Portals."

Offline Just_Flo

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Ich kaufe bei Systemen bei denen halbwegs die Chance auf Bespielung besteht einfach beides.
Jeder hat das Recht auf meine Meinung.

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Offline Der Läuterer

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Der Schlimmste und nachhaltigste Fehler war auch hier wieder Ulrich Kiesows Werk: engl. character mit dt. Charakter zu übersetzen.
In einem uralten, übersetzten Werk war ein Raum mit Baumstämmen angefüllt, die man hätte durchsuchen können...
Zum Glück hatte der Übersetzer Trunk nicht mit Rüssel übersetzt.
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Offline posbi

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Unvollständige oder abgebrochene Reihen finden sich aber auch in der Originalsprache.

Was tun, fragst du? Nur Rollenspiele kaufen, die vollständig (oder zumindest fürs spielen ausreichend) deutschsprachig erhältlich sind. Das schränkt die Auswahl zwar stark ein, aber die Rahmenbedingung, was für dich akzeptabel ist und was nicht hast du selbst aufgestellt.

Offline NES

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Nach dem dt. sword coast adventurer's guide habe ich den dt. dnd produkten auch wieder entsagt.

Der misch masch ist ja eine Sache für die Ulisses vielleicht nix kann, aber das Buch ist teilweise kaum zu lesen und die Übersetzung ist echt mies. Bei crunch ist die Wortwahl ja egal  solange die Regeln verstanden werden, aber bei Fluff sollte schon ein besseres level haben.

Shadowrun ist so genial weil da selbst Superfans in der Redaktion sitzen und der Lizenzgeber wohl umgänglicher. Bei dnd sitzt die gleiche Redaktion am Buch, die gleichzeitig am eigenen Spiel arbeitet /Hexen  16xx?/ und die Lizenzgeber scheinen sich regelmässig neue Schikanen auszudenken um die dt. Bücher abzuwerten.
« Letzte Änderung: 2.01.2019 | 23:48 von NES »

Online Wisdom-of-Wombats

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Ich glaube, letztlich gibt es hier mehrere Probleme, die zum jetzigen Zustand führen (wobei Pegasus da in jeder Hinsicht eine Ausnahme ist).

Abgebrochene Reihen sind ja oft das Result, wenn der Markt das Produkt nicht so aufnimmt, wie man sich das als Verlag erhofft hat. Da Rollenspiele eh keine große Gewinnspanne haben, ist es am Ende für die Verlage besser, die Reihe abzubrechen, als die Bücher im Lagerhaus vergammeln zu lassen. Denn die Produktion wird ja nicht billiger, wenn niemand das Endprodukt kauft. Im Gegenteil. Für die deutschen Verlage bietet sich dann als Folge das Crowdfunding an, um das tatsächliche Interesse an einer Reihe abzuschätzen.

Beim Crowdfunding kommt es dann aber wieder zu einer Reihe von Folgeentwicklungen: das Material wird im Block rausgerotzt (und bei einigen Crowdfundings kann man es echt aufgrund der mangelnden Qualität nicht mehr anders nennen) und dann kommt gar nix mehr nach; Verlage übernehmen sich mit der Anzahl der Crowdfundings; und zu guter letzt rafft man Lizenz an sich, damit ja kein anderer Verlag sie macht. Hier ist übrigens System Matters die glorreiche Ausnahme: gut überlegte Lizenzen, die ein stimmiges Gesamtbild ergeben, qualitativ hochwertige Übersetzungen, und ein Produktausstoß, der vom Verlag bewältigt werden kann.

Sich mit der schieren Anzahl an Crowdfundings zu übernehmen führt dann zu ärgerlichen Lieferverzögerungen, da der Pool an Übersetzern und Lektoren in der deutschen Szene, die für die branchen-üblichen schlechten Preise arbeiten wollen, nun mal begrenzt ist. Da sind es am Ende Fans, die es in ihrer Freizeit machen. Da mangelt es dann oftmals in den Bereichen Sorgfalt, Termintreue und Englischkenntnisse. Das führt dann direkt zu den Problemen, die im Eingangspost genannt werden.

Eine separate Schiene sind natürlich Produkte, die beim Mutterverlag durch eine Qualitätskontrolle durch müssen. Da beginnen dann die Probleme, die man auch bei Originalverlagen beobachten kann. Ein Rollenspielprodukt freizugeben hat einfach nicht die selbe Prio wie anderes Merchandising mit höheren Gewinnmargen. Green Ronin hat da bei Dragon Age richtig schwer zu kämpfen gehabt. Und bei Cubicle 7 trifft das auf die Doctor Who Lizenz zu (zusammen mit der Auflage, für jeden Doktor ein neues Grundregelwerk rausbringen zu müssen). Damit werden aber die Release Termine unzuverlässig, was bei den Fans zu Unmut führt. Ich sehe da ehrlich gesagt auch nicht, wie transparentere Kommunikation hier eine Lösung sein soll. Denn dann bleibt nur: Ankündigung erst, wenn das Produkt im Lagerhaus liegt. Das hat aber in der Logistik massive Nachteile und führt zu wahrgenommen noch unregelmäßigerem Ausstoß.

Was Nachdrucke angeht: klar sind Ladenhüter besser zu bekommen als Regelwerke, die sich wie warme Semmeln verkaufen. Und leider kann man auch nicht endlos produzieren, weil der deutsche Markt nun mal irgendwann gesättigt ist. Das Kunststück, das WotC gerade gelingt, die Verkaufszahlen im zweistelligen Prozentbereich zu steigern, stößt im deutschsprachigen Markt an zwei Grenzen: die absolute Marktgröße (mehr als Deutschland, Österreich und Teile der Schweiz wird es nicht) und daran, dass die deutschen Verlage aus eigener Kraft nicht schaffen, den Markt zum Wachsen zu bringen. Dazu müsste man geeignete Werbemaßnahmen (Twitch, YouTube, Social Media inkl. spielender Promis und hochwertiger Produktionen) ergreifen.

Zu guter Letzt: die deutschen Verlage setzen häufig auf ihre eigenen, originär in deutsch produzierten Haussysteme. Da bleibt zum Bewerben der englischen Übersetzungen einfach kein Raum. Vielleicht wäre es da ehrlicher, sich aus den englischen Übersetzungen komplett zurückzuziehen und sich auf die Haussysteme zu konzentrieren. Aber die Übersetzungen sind natürlich nette Mitnahmeeffekte, insbesondere, da sie keine kreative Leistung erfordern, relativ preiswert zu übersetzen sind, und oft im Rahmen eines Crowdfundings sofortigen Umsatz generieren.

Für mich heißt damit das Fazit auch: GRWs kommen u.U. auf deutsch in den Schrank, wenn in der jeweiligen Runde Mitspieler sind, deren Englisch nicht so gut ist. Aber nur als Ergänzung zum englischen Original, in ausgesuchten Fällen und Zusatzbände werden nur auf Englisch gekauft.
Spiele gelegentlich: Savage Worlds Adventure Edition
Leite regelmäßig: Dungeons & Dragons 5th Edition
Bereite vor: Vampire: The Masquerade 5th Edition

Mein Blog über Rollenspiele: https://beyondthedrowningwoods.blogspot.com/

Offline YY

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Wie geht ihr damit um? Kauft ihr alle nur noch englischen Kram?[/b]

Ich kaufe fast nur englischen Kram.
Den bekomme ich a) früher und b) oft genug überhaupt.
Viele von "meinen" Systemen gab und gibt es nicht auf Deutsch, da stellt sich die Frage also gar nicht.


Grundsätzlich ist eine Übersetzung für mich erst mal eine Fehlerquelle und keine Hilfe.
Ausnahmen mache ich da, wo ich weiß, wer es übersetzt.
Eigentlich würde ich als Positivbeispiel ja SR5 anführen, weil die deutsche Version da einen enormen Mehrwert gegenüber der englischen darstellt. Aber davon gefällt mir das System nicht besser  :P
"Kannst du dann bitte mal kurz beschreiben, wie man deiner Meinung bzw. der offiziellen Auslegung nach laut GE korrekt verdurstet?"
- Pyromancer

Offline Marcian

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Wie man an meiner Signatur sehen kann nutze ich einige Systeme, die es nur in deutscher oder nur in englischer Sprache gibt (nur englisch: Mythras, Renaissance; deutsch: DSA1 & 4, wobei es 4 zwar auf englisch gibt und ich es besitze, aber ...).

Jetzt habe ich 2 Systeme die es in beiden Sprachen gibt: The one Ring & D&D 5e.
Bei D&D stellte sich mir die Frage nie, da ich hauptsächlich drittanbieter Bände verwende die halt ebenfalls nur auf englisch vorliegen (Esper Genesis, Journey to Ragnarok, Legendary Planet und AiME bevor eine Übersetzung angekündigt war...).

Aber beim einen Ring habe ich mal versucht sowohl den original, wie den deutschen Verlag zu unterstützen:
Ich hab beides komplett gekauft, manche Bände gar mehrfach! Ich liebe dieses Spiel und wollte unbedingt auch Uhrwerk unterstützen... Dann haben Sie es eingestellt. Und ja, der Grund mag wirtschaftlich nachvollziehbar sein, dennoch ärgere ich mich heute über die fehlerhaften und mies übersetzen DER-Bände, voller Tippfehler etc, die eigentlich nur noch sinnlos im Schrank stehen.
Aus kompatibilitätgründen nutze ich nur die englischen Bände. Das hat mich gelehrt keine übersetzten Rollenspiel-Linien mehr zu kaufen.

Daneben muß ich allerdings auch sagen, daß ich bei Büchern, Video- und PC-Spielen und auch Filmen/Serien schon vor über 15 Jahren generell, soweit irgend möglich auf englischsprachige Originale umgestiegen bin, nicht zuletzt weil ich deutsche Übersetzungen nicht mehr ertrage..!

Fazit: Da schafft sich ein System selber ab...
Meine abgeschlossenen Projekte:
-DSA4 Basisregelerweiterung zum Vollwertigen DSA
-DSA1 Kompendium (Kombination aller DSA1-Regeln zu einen vollständigen DSA)
-D&D 5E Basic Rules Multiclassing (um fehlende Klassen zu erzeugen)

Meine genutzten Systeme:
DSA1 & 4.1, The one Ring, Mythras, Renaissance, D&D 5E

Offline TEW

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Seit einer gefühlten Ewigkeit (bereits seit der Schulzeit) schon immer nur englischsprachige Originalversionen. Das hat einfach nur Vorteile.

Keine Übersetzungsfehler/-unschönheiten, keine Terminprobleme, keine Verfügbarkeitsprobleme, viel mehr Auswahl, etc.

Gilt für mich aber auch nicht nur für Rollenspielbücher, auch für Brettspiele, Videospiele, Romane, Filme, Serien, ...

Die einzige Voraussetzung, die man mitbringen muss... gute Englischkenntnisse. Die kann man aber auch mit der Zeit verbessern; womit kann man eine Sprache schließlich besser perfektionieren, als mit etwas, was einem richtig Spaß macht.

Nur von Shadowrun 5 habe ich mir letztes Jahr mal wieder deutsche Bücher gekauft, wobei der Preis von Pegasus aber auch wirklich unschlagbar ist, und man sich hier auch extrem viel Mühe mit den Übersetzungen gibt. Die englischen Bücher habe ich mir bis auf das Grundregelwerk "nur" noch als PDFs gekauft, wobei ich die allerdings auch primär verwende (PDFs sind einfach so viel praktischer als richtige Bücher).

Offline Boba Fett

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Kauft ihr alle nur noch englischen Kram?

Nein, ich kaufe englischen RSP-Krams nur noch dann, wenn keine deutschsprachige Ausgabe auf absehbarer Zeit in Sicht ist.
...und auch nur dann, wenn ich es wirklich haben will.
Ich kann aber auch mit "weniger" sehr gut leben und auch mit der Situation, nicht immer sofort den heissen Scheiß kaufen zu können / zu müssen.
Das kann sogar sehr befreiend sein.
Man muss nicht sein imaginäres Surfbrett auf jeder Hypewelle reiten.

Klar möchte ich ein vollständiges Grundregelwerk und eine Settingbeschreibung. Aber das war es auch, was ich als "must have" ansehe.
Inzwischen warte ich sogar sehr gerne auf die zweite überarbeitete Auflage bei Ulisses, weil ich von der Übersetzung in der ersten Fassung meistens nicht besonders angetan bin.
Die zweite hat dann die englischen Errata und auch die Übersetzungsschnitzer ausgebügelt.
Dann muss ich wirklich mal ein Jahr warten.
Es gibt sowieso mehr Rollenspielzeug in meinem Regal, das ich noch spielen und gelesen haben möchte, als dass ich es in der Freizeit, die ich hab, könnte.

Und eigentlich bin ich im Moment auch zufrieden mit dem, was ich habe.

Der letzte Hype war bei mir Coriolis, was recht neu ist (zugegeben) aber das war auch eine Ausnahme, weil das Setting mich vvöllig abgeholt hat.
Und da war ich mit dem Uhrwerk-Verlag äußerst zufrieden, was die Übersetzungsgeschwindigkeit und -qualität anging.

Wenn ich derzeit bestimmen könnte, was gespielt wird (passiert ja immer im Konsens der Runde),
dann kämen Coriolis, Splittermond, Midgard 5, ein SciFi Rollenspiel im Traveller Universum mit dem Star Wars d6 Regelwerk und Fading Suns (wohl auch mit SWd6) in Frage.
Das hab ich alles in ausreichender Menge zu Hause - was brauch ich denn noch mehr...?
« Letzte Änderung: 3.01.2019 | 09:10 von Boba Fett »
Kopfgeldjäger? Diesen Abschaum brauchen wir hier nicht!

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Offline Vash the stampede

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... - was brauch ich denn noch mehr...?

Fading Suns. Aber he, das kommt ja auch auf deutsch. :D
Machen -> Projekte: PDQ# - FreeFate - PtA Zapped - Fiasko - FateCore - Durance - Machtspiele - SRAP
-> Diary nWoD: 212 - Mysteriöse Fälle

Ich sitze im Bus der Behinderten und Begabten und ich sitze gern darin.