Autor Thema: Wie meta darf's denn sein? - Oder: Ist Fate ein Theorie-Schwafel-Spiel?  (Gelesen 11292 mal)

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eldaen

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Was natürlich schnell mal als Versuch 'rüberkommen kann, Fate ein bißchen durch die Blume gleich ganz die Existenzberechtigung abzusprechen. Wenn dann die Gegenreaktion entsprechend mal etwas heftiger ausfällt -- wen wundert's?

Ja, ich verstehe, was du meinst. Das "klingt" geschrieben auch heftiger, als wenn ich es mit jemandem direkt bespreche. Es ist (für mich/meiner Meinung nach) wie Boba schreibt: Gut, dass es das gibt, gut als Denkanstoß und gut zum Nachschlagen. Spielen möchte ich was anderes.

Offline Maarzan

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Ich verstehe jetzt auch nicht, wie derselbe Effekt - so er denn gewünscht wird - denn ohne die entsprechende Fatepoint-Wirtschaft erreicht werden soll. Denn dieser über die Metaerwägungen vorbereitete mechanische OOMP macht diese spezifische spielerkontrollierte Dynamik doch erst möglich?


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Offline Kreggen

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Fate gibt es als kostenloses PDF. Du kannst die Regeln gefahrfrei durchlesen und bist unabhängig von Spielleitern, die dir eine detaillierte Fate-Erklärung liefern.
Ich habe immer die besten Erfahrungen damit gemacht, zuerst alleine die Regeln zu lesen und dann etwas (!) vorbereitet an den Tisch zu gehen. Dann versteht man auch viel besser, was der Spielleiter von einem will.
Ich würde an deiner Stelle Fate nochmal eine Chance geben.

Oh, ich habe sie 3 x gelesen. Und nicht verstanden. Daher war ich froh, eine SL zu haben, die sie mir mehr oder weniger so weit erklären konnte, dass ich spielen konnte. Das Regelbuch von Fate ist megatrocken, die Beispiele einfach nur schlecht bzw. nicht veständlich, weil vorne DInge vorausgesetzt werden, die man erst weiter hinten erklärt.
- mein persönlicher Rollenspiel-Jahresrückblick 2018 auf www.elfenwolf.de
- spielt + spielleitet im Verein "Die Traumjäger"  [ http://www.die-traumjaeger.de/ ]
- freut sich auf "City of Mist" (D), Mythos World" (D) & "Things from the flood"

Offline Sgirra

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Oh ja, es geht absolut in anderen Spielen – so habe ich jahrelang DSA gespielt. ;) Dafür haben wir aber auch ungemein viel weggelassen, weil wir es nicht brauchten.

Niemand braucht Fate. Kein Mensch! Aber so wie ich spiele, finde ich mich in Fate am ehesten wieder.

Nota bene: Ich bin ein Spieler, der seine Charaktere in allen Systemen in die Scheiße reitet. >;D Das ist meine Intuition, vielleicht liegt es daran, dass ich überwiegend SL bin, vielleicht auch einfach an meinem Hang zum Dramatischen, aber wenn es die Möglichkeit gibt, eine schlechte Entscheidung zu treffen und die Situation zu verschlimmern, dann kannst du davon ausgehen, dass ich sie ergreifen werde. Bei Fate werde ich dafür belohnt – klasse, genau mein System! ;D

(Ich habe zudem generell ein Faible für Figuren, die erst einmal ordentlich scheitern, bevor sie das Blatt wenden können – oder vielleicht nicht.)

Coriolis finde ich übrigens auch richtig klasse, Darkness Points sind super, aber nicht unbedingt etwas, mit dem ich als SL 100% zufrieden bin. Denn als SL bin ich auf sie angewiesen, um Storyelemente zu triggern und wenn Spieler lieber ein Scheitern in Kauf nehmen (Verzicht auf Reroll) als eine zukünftige Herausforderung zu riskieren, kann man sehr schnell auf dem Trockenen sitzen. Das System tänzelt darin herum, in dem es deklariert, dass ›notwendige Ereignisse‹ einfach nichts kosten, aber das ist auch eher eine Verlegenheitslösung. Zumal es technisch gesehen eine kleine Augenwischerei bleibt, um davon abzulenken, dass das Poolsystem nicht sehr effektiv ist und die SC schnell inkompetent aussehen lassen kann. (Auch mit 8W6 ist es nicht einfach, eine oder mehrere 6er zu würfeln, daher der Reroll – der jedoch ebenfalls scheitern kann –, dann hat wenigstens der SL etwas davon – ich übertreibe und ich mag das System wirklich, aber das ist seine große Schwäche.) [/offtopic]

Erhalte einen zukünftigen Bonus, wenn du den Nachteil deines Charakters ausspielst, ist für mich persönlich ein schönerer Anreiz als: Wiederhole den Wurf (was dir vielleicht nichts bringt) und erwarte dafür etwas Schlimmes, dass dir bald widerfahren wird.

Trotzdem danke für deine Erklärung, Boba, aus dieser Perspektive habe ich es noch nicht betrachtet.

Offline Megavolt

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Oh, ich habe sie 3 x gelesen. Und nicht verstanden.

Ich fand vor allem Fate Turbo mithin unverständlich. Gibts denn mittlerweile mal ein schönes "Wie funktioniert Fate?" - Erklärvideo auf deutsch? Das hat vor einiger Zeit noch schwer gefehlt und hätte dem System insgesamt sicherlich noch einen weiteren Aufwind bescheren können.

Offline Sgirra

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Oh, ich habe sie 3 x gelesen. Und nicht verstanden. Daher war ich froh, eine SL zu haben, die sie mir mehr oder weniger so weit erklären konnte, dass ich spielen konnte. Das Regelbuch von Fate ist megatrocken, die Beispiele einfach nur schlecht bzw. nicht veständlich, weil vorne DInge vorausgesetzt werden, die man erst weiter hinten erklärt.
Das ging mir absolut genauso! Das hat mir sehr lange den Einstieg in Fate schwer gemacht, weil ich an dem Buch zwischendurch echt verzweifelt bin. Daher kann ich dich sehr gut verstehen. Was mir selbst geholfen hat, war mit tollen Fate-Runden zu spielen, mich etwas an die Hand nehmen zu lassen – und Turbo-Fate! Nach der Lektüre des kleinen Heftchen frage ich mich immer, warum sie das im Regelbuch nicht auch so gemacht haben.

Mittlerweile denke ich übrigens, dass es auch eine Frage der Übersetzung ist. Die Übersetzung von Fate Core finde ich nämlich sind sehr rund, vieles will den Stil des Englisches eher unbeholfen imitieren und verliert dabei an Verständlichkeit. Es ist ein sehr ›englisches‹ Deutsch. Turbo Fate ist besser gelungen.

@Megavolt:
Lustig, dass es bei dir anders herum war.  ^-^

Offline Caranthir

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Was meine ich? Ich versuche es mal in Worte zu fassen: Während des Spiels muss ich meine Aspekte reizen, um meinen Charakter (oder die ganze Gruppe) „in die Scheiße zu reiten“, damit ich Fatepunkte bekomme, die ich dann im grande Finale rausrotzen kann, um dann auf dicke Hose machen zu können.

Verstehe voll und ganz, was du meinst. Du sollst deine Figur öfter mal in Schwierigkeiten bringen, um am Ende Ressourcen für große Kämpfe zu haben. Das muss man nicht mögen! Wobei das sooo weit gar nicht von traditionellen Rollenspielen weg ist. Das Reizen übernimmt nämlich ganz oft der SL. Das kannst du auch gerne selbst vorschlagen und der SL wird das sicher dankend annehmen  ;). Aber im Prinzip kannst du auch einfach mal den SL machen lassen.

Das unterscheidet sich dann eigentlich nur wie folgt von anderen Systemen. Der SL bringt Schwierigkeiten auf Basis des Charakterhintergrunds bzw. seiner Eigenschaften vs. der SL bringt Schwierigkeiten, die einfach gut ins Abenteuer passen. Für ersteres bekommt man Fate-Punkte, für letzteres nicht. Im Prinzip reitet der SL die Helden auch im traditionellen Rollenspiel in die Scheiße, nur bekommen die Spieler dafür keine Meta-Währung.

Coriolis gefällt mir übrigens auch echt gut. Da ist die Meta-Währung von der Balance gut (Die Spielercharaktere) gegen böse (Das Dunkel zwischen den Sternen) abhängig. Kann man auch machen. Bei Fate liegt der Schwerpunkt bei den Fate-Punkten auf der Erzählung und wie ich sie damit beeinflusse, bei Coriolis auf einem Element des Hintergrunds. Damit sind die Gummipunkte in Coriolis Teil des Hintergrunds, was sie greifbarer macht als Fate-Punkte.
Lese: Fate of Cthulhu, Fate Horror Toolkit, Dragon Age RPG, The Expanse RPG

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Offline Maarzan

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Verstehe voll und ganz, was du meinst. Du sollst deine Figur öfter mal in Schwierigkeiten bringen, um am Ende Ressourcen für große Kämpfe zu haben. Das muss man nicht mögen! Wobei das sooo weit gar nicht von traditionellen Rollenspielen weg ist. Das Reizen übernimmt nämlich ganz oft der SL. Das kannst du auch gerne selbst vorschlagen und der SL wird das sicher dankend annehmen  ;). Aber im Prinzip kannst du auch einfach mal den SL machen lassen.

Das unterscheidet sich dann eigentlich nur wie folgt von anderen Systemen. Der SL bringt Schwierigkeiten auf Basis des Charakterhintergrunds bzw. seiner Eigenschaften vs. der SL bringt Schwierigkeiten, die einfach gut ins Abenteuer passen. Für ersteres bekommt man Fate-Punkte, für letzteres nicht. Im Prinzip reitet der SL die Helden auch im traditionellen Rollenspiel in die Scheiße, nur bekommen die Spieler dafür keine Meta-Währung.

Bei entsprechenden Systemen mit Vor/Nachteilsystemen hat sich der spieler den Hintergrund auch vorher ausgesucht.

Der Knackpunkt für mich ist aber die Trennung von Design und Spiel.
Während ich spiele muss ich mir keine Gedanken von außen dazu machen. Das (vorher vorgespannte) Schicksal schlägt zu oder nicht und ich erlebe das aus dem Inneren meines Avatars raus, ohne alle naselang aussteigen zu müssen und an der "Charaktertesteinrichtung" noch zur Laufzeit des Tests dran manipiulativ rumzubauen. 

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Offline Caranthir

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Der Knackpunkt für mich ist aber die Trennung von Design und Spiel.
Während ich spiele muss ich mir keine Gedanken von außen dazu machen. Das (vorher vorgespannte) Schicksal schlägt zu oder nicht und ich erlebe das aus dem Inneren meines Avatars raus, ohne alle naselang aussteigen zu müssen und an der "Charaktertesteinrichtung" noch zur Laufzeit des Tests dran manipiulativ rumzubauen.

Und genau an der Stelle interessiert mich ja, wie extrem das bei euch am Spieltisch passiert! Dich stört das anscheinend und ist zu viel "Meta". Aber was genau "Meta" ist und wo es losgeht, scheint unterschiedlich wahrgenommen zu werden.

Für mich ist das Beispiel da aus FC völlig okay (frei wiedergegeben): "Hat dein Charakter nicht die Manieren eines Ziegenbocks? - Oh, stimmt, da benehme ich mich jetzt wohl voll daneben." Der Spieler bekommt für das Reizen seines Aspekts den Fate-Punkt.

Anders sähe es aus, wenn man minutenlang über einen Aspekt diskutiert und warum der einen jetzt in Schwierigkeiten bringt. Das wäre mir auch zu viel. Aber das schnelle Reizen i.e. anspielen eines Charakteraspekts ist im Prinzip ja nichts anderes, als dass der SL den Spieler an einen Nachteil erinnert. Das könnte so auch in anderen Rollenspielen passieren.
« Letzte Änderung: 11.06.2019 | 18:42 von Caranthir »
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Offline Maarzan

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Und genau an der Stelle interessiert mich ja, wie extrem das bei euch am Spieltisch passiert! Dich stört das anscheinend und ist zu viel "Meta". Aber was genau "Meta" ist und wo es losgeht, scheint unterschiedlich wahrgenommen zu werden.

Für mich ist das Beispiel da aus FC völlig okay (frei wiedergegeben): "Hat dein Charakter nicht die Manieren eines Ziegenbocks? - Oh, stimmt, da benehme ich mich jetzt wohl voll daneben." Der Spieler bekommt für das Reizen seines Aspekts den Fate-Punkt.

Anders sähe es aus, wenn man minutenlang über einen Aspekt diskutiert und warum der einen jetzt in Schwierigkeiten bringt. Das wäre mir auch zu viel. Aber das schnelle Reizen i.e. anspielen eines Charakteraspekts ist im Prinzip ja nichts anderes, als dass der SL den Spieler an einen Nachteil erinnert. Das könnte so auch in anderen Rollenspielen passieren.

Für mich ist es an der Stelle meta, wenn ich nicht mehr als Charakter denke und agiere - wobei, auf den Ziegenbock hätte ich in der Situation dann gff. selber kommen müssen - sondern damit auf Spielerebene taktisch oder storytechnisch planen muss und dann z.B. gerade Situationen suchen sollte - ungefähr wie Indianajones2 dann plötztlich weil er neugierig ist anfängt Steine umzudrehen udn dann zufällig auch noch auf Schlangen stößt ...  - oder dann strategisch motiviert irgendeine lauschige Ecke zum vorbereitenden Versagen suchen sollte.
Das Spielwelt OOC zur Laufzeit aktiv zu verändern ist ebenfalls etwas, was mir persönlich massiv gegen den Strich geht. 

Das andere Problem sehe ich in der Schwammigkeit eben solcher Aspekte und dem Einfluss, den dann gerade die Diskussion über deren Auslegung einnimmt bzw. sehe ich als ähnlich angenommener Effekt, was ein mit den Spielregeln "flexibler" Spielleiter bei einem anderen Spiel anrichtet, wo es dann letztlich darauf ankam den Spielleiter richtig zu lesen, was er nun als passend dramatisch unterstützt oder umgekehrt sanktioniert, statt als Figur zu überlegen, was aus ihrer Warte nun das Richtige wäre.

Den Effekt erwarte ich dann bei einem Fate-SL, der die Aspekteinterpretation dann weitestgehend an sich gezogen hätte.
Bei meinen Versuchen lag das nahezu ganz bei den Spielern, was dann zu entsprechendem für mich unerwünschten und stressigen Agieren bzw. Ringen auf der Spielerebene um solche Interpretationen geführt hat.

Bzw. in einem Spiel haben wir das allesamt "klassisch" gespielt: Aspekte nach klassischem Vorbild gewählt und vorsichtig interpretiert und die Fatepoints nur als Savemyass-Points für das herausforderungstechnisch nicht abschätzbare Abenteuer gehortet und damit wohl die unausgesprochene Grundannahme des Spiels torpediert.
Am Ende hat es sich so wie eine sterile Sandbox angefühlt, da der SL wohl auch passiv erwartet hat, dass wir die Welt mit Punkte ausgeben selber füllen, statt irgendwie zu versuchen IC in Erfahrung zu bringen, wie diese Welt denn nun aussieht und wo wir da verdammt noch mal da überhaupt stehen. Und blind und ohne Referenzrahmen ist es halt klassisch IC schwierig proaktiv zu sein.
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Offline Boba Fett (away)

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Zustimmung zu #119 von YY.

Generell stimmt das mit dem Reinreiten ja und nein. Du sollst ja nicht spielen "Grinknar der Schlächter würde ja jetzt zuschlagen, aber er guckt einer Schwalbe hinterher/lässt die Taschenlampe fallen" es sei denn du selbst hast den Charakter so generiert oder jemand hat den passenden Aspekt ins Spiel gebracht. Du sollst für Fatepunkte den Charakter ja überwiegend in die Art von Scheisse reiten, die du dir explizit gewünscht hast. Das macht es doch schon besser, oder?

Nein, denn Du hast den Kern meiner Aussage nicht verstanden...
...oder ich hab es nicht gut rübergebracht!

Kern ist, dass ich mir keine Gedanken darüber machen möchte. Das Verfahren von Fate ist mir da zu unintuitiv und führt bei mir zu unerwünschten Meta-Überlegungen und reißt mich damit raus.
Ich versuche es mal mit dieser Formulierung: Ich spiele gern aus dem Bauch raus und das kann ich mit Fate nicht, den Fate zwingt mich zum ‚über Dinge nachzudenken, die meinen Spielfluß unterbrechen und die ich eigentlich auch nicht als meine Aufgabe wahrnehme‘ (Anmerkung: letzteres ist subjektiv. Natürlich ist das eigentlich Verhandlungssache. Aber mein Grundverständnis ist ebenso. Ich benutz auch bei IKEA keine Selbstbedienungskassen, weil mein Aufgabenverständnis ist „ich lege die Ware auf den Korb und die Kassiererin scannt sie ein.“ Klar geht es anders, aber ich seh es eben nicht ein, den Scanner zu bedienen. Gäbe es bei Ikea nur noch solche Kassen, hätten sie eben einen Kunden verloren.)

Du musst mir also kein „mach es doch so“ anbieten. Es bleibt beim Aspekte einscannen ist Sache der/des Angestellten. Ich lege mein Charakterdokument auf den Tresen und zahl die Zeche. Den Rest besorgt die Person hinter dem Tresen. Andere Aufgabenverteilung führt nur zum Syntax Error.
« Letzte Änderung: 11.06.2019 | 19:47 von Boba Fett (away) »
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Offline Boba Fett (away)

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Das unterscheidet sich dann eigentlich nur wie folgt von anderen Systemen. Der SL bringt Schwierigkeiten auf Basis des Charakterhintergrunds bzw. seiner Eigenschaften vs. der SL bringt Schwierigkeiten, die einfach gut ins Abenteuer passen. Für ersteres bekommt man Fate-Punkte, für letzteres nicht. Im Prinzip reitet der SL die Helden auch im traditionellen Rollenspiel in die Scheiße, nur bekommen die Spieler dafür keine Meta-Währung.

Das funktioniert aber nur soweit, wie der Spielleiter das macht und wie Du nicht mehrere Fate-Powergamer am Tisch mit sitzen hast, die das Aspekte Reizen völlig ausreizen und du am Ende zwar ein paar Fatepunkte vom Spielleiter bekommen hast, gegenüber den Schubkarren voller Fatepunkte-Chips an den anderen Mitspielersitzen völlig verkackst und am Ende zu hören kriegst „wieso, Du hättest doch nur Deine Aspekte etwas geschickter wählen und dann effektiver auszeizen müssen“...
ist-mir-dreimal-passiert (in unterschiedlichen Rundenkonstellationen)

(Anmerkung: Ich verstehe das schon. Das sind die Typen, die damals von den D&D3.x Powergamern „wieso, du hättest doch nur eine geschicktere Spezies/Beruf Kombi wählen und die Fertigkeiten und Talente optimaler steigern und Dich im Kampf ein bisschen taktischer anstellen müssen...“ zu hören bekommen haben. Das ist jetzt deren Rache für damals.
Nur war ich damals keiner der Powergamer.)

Will sagen: Dein Vorschlag funktioniert nur im Konsens mit der ganzen Runde. Sobald da einer Minmaxt ist es vorbei und man wird zum Statisten degradiert. Und damit funktioniert Fate für mich genauso gut/schlecht wie D&D3.x
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Offline nobody@home

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Ich vermute langsam, daß zumindest ein großer Teil des ganzen "Meta!"-Geschwurbels tatsächlich im Wesentlichen einfach auf "Die Zuständigkeiten sind nicht so verteilt, wie ich's gewohnt bin/bequemlichkeitshalber gerne hätte!" hinausläuft. Soll heißen: Wenn ich mich erst mal von anderen Systemen her wirklich gründlich genug damit arrangiert habe, daß ich als Spieler ohnehin nur meinen Charakter "von innen heraus" spielen darf beziehungsweise muß und alles andere zum von der SL zu liefernden Rundum-Sorglos-Paket (bzw. je nach Interpretation auch mal eher in die "Das darfst Du nicht, Du bist ja nur Spieler!"-Zone) gehört...dann, ja, dann ist Fate praktisch zwangsläufig tatsächlich eine größere Umstellung und fühlt sich in der Praxis zumindest am Anfang auch beim allerbesten Willen wahrscheinlich "falsch" an. Das ist dann auch so schwer nicht mehr nachzuvollziehen.

Offline Maarzan

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Ich vermute langsam, daß zumindest ein großer Teil des ganzen "Meta!"-Geschwurbels tatsächlich im Wesentlichen einfach auf "Die Zuständigkeiten sind nicht so verteilt, wie ich's gewohnt bin/bequemlichkeitshalber gerne hätte!" hinausläuft. Soll heißen: Wenn ich mich erst mal von anderen Systemen her wirklich gründlich genug damit arrangiert habe, daß ich als Spieler ohnehin nur meinen Charakter "von innen heraus" spielen darf beziehungsweise muß und alles andere zum von der SL zu liefernden Rundum-Sorglos-Paket (bzw. je nach Interpretation auch mal eher in die "Das darfst Du nicht, Du bist ja nur Spieler!"-Zone) gehört...dann, ja, dann ist Fate praktisch zwangsläufig tatsächlich eine größere Umstellung und fühlt sich in der Praxis zumindest am Anfang auch beim allerbesten Willen wahrscheinlich "falsch" an. Das ist dann auch so schwer nicht mehr nachzuvollziehen.

Nein, es läuft darauf hinaus, dass ich die Zuständigkeitsverteilung wie klassisch gehabt gut und die von Fate SCHEISSE finde!

« Letzte Änderung: 11.06.2019 | 20:12 von Maarzan »
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Nein, es läuft darauf hinaus, dass ich die Zuständigkeitsverteilung wie klassich gehabt gut und die von Fate SCHEISSE finde!

Das ist nur dasselbe in vulgär. :)

Offline YY

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Das ist nur dasselbe in vulgär. :)

Nicht ganz.
Bei dem "Ja, hier ist alles total anders und man muss sich dran gewöhnen und sich drauf einlassen" wird gefühlt oft ein Stück weit übergangen, dass dem "Kritiker" traditionelles Rollenspiel ggf. tatsächlich besser liegt und dass es nicht daran hängt, dass er sich "nur" nicht von den alten, eingefahrenen (und implizit schlechten) Denkweisen befreien kann.

Im Fate-Kontext ist es manchen quasi unmöglich, ein "Ich habs ernsthaft versucht und es gefällt mir nicht" einfach mal stehen zu lassen.
"Kannst du dann bitte mal kurz beschreiben, wie man deiner Meinung bzw. der offiziellen Auslegung nach laut GE korrekt verdurstet?"
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Offline Boba Fett (away)

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Ich vermute langsam, daß zumindest ein großer Teil des ganzen "Meta!"-Geschwurbels tatsächlich im Wesentlichen einfach auf "Die Zuständigkeiten sind nicht so verteilt, wie ich's gewohnt bin/bequemlichkeitshalber gerne hätte!" hinausläuft.

Meh... Das hat doch schon wieder einen impliziten Angriff inne. Das provoziert doch nur wieder so ungestüme Kurzschlußreaktionen wie die von Maarzan. Und beides ist eigentlich überflüssig.

Können wir uns nicht erst einmal auf „Die Zuständigkeiten sind bei Fate anders verteilt als bei de herkömmlichen Rollenspielsystemen“ einigen?
Ist es illegitim eine der beiden (wertfrei) zu bevorzugen? Das ist ja ein sehr subjektiver Faktor.
Über Geschmack läßt sich schlecht streiten.
Wenn nicht, sollte es fairerweise auch okay sein, die Nicht-Fate-Variante zu bevorzugen.

Hier wurde explizit gefragt, was den Leuten an Fate zu meta ist und das oben war meine Antwort.
Klar darfst Du der Meinung sein, dass ich deswegen zu bequem, zu eingefahren oder schlicht zu doof bin.
Allerdings schrieb ich oben explizit, dass ich durchaus andere Dinge von Fate als inspirierend und bereichernd empfinde und auch das ich so manche Dinge die Fate leistet längst mit herkömmlichen Systemen in unseren heimischen Spielstil integriert habe. Player-Empowerment und diverse andere Techniken hat es schon vor Fate gegeben.
Stell also bitte nicht jeden, der Fate nicht zu seinen Spielsystemen zählt und dafür sogar Gründe nennt, als Rollenspieler hin, der in den 80ern stehen geblieben ist und Kiesowsches Railroading Erziehungsspiel für die einzig richtige Art zu spielen hält. Das ist grundfalsch, diskreditiert zu unrecht und tut der Debatte sicherlich nicht gut.
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Offline nobody@home

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Nicht ganz.
Bei dem "Ja, hier ist alles total anders und man muss sich dran gewöhnen und sich drauf einlassen" wird gefühlt oft ein Stück weit übergangen, dass dem "Kritiker" traditionelles Rollenspiel ggf. tatsächlich besser liegt und dass es nicht daran hängt, dass er sich "nur" nicht von den alten, eingefahrenen (und implizit schlechten) Denkweisen befreien kann.

Eh. Ich erwarte gar nicht, alle verknöcherten alten Traditionsrollenspieler der Rettung ihres Seelenheils wegen zu Fate bekehren zu können. Schön wär's ja, aber das wäre ein schlecht bezahlter Vollzeitjob mit ohne Streckbank und Daumenschrauben bestenfalls zweifelhaften Erfolgsaussichten. ;)

Aber an dem Grundgedanken, daß der Hauptstolperstein, der sich unter dem gleichermaßen hochgestochenen wie schwammigen und schlecht faßbaren "Meta"-Begriff versteckt, tatsächlich einfach "nur" in der unterschiedlichen Art der Zuständigkeitsverteilung unter den jeweiligen Leuten am Spieltisch bestehen mag, scheint mir nichtsdestotrotz etwas dran zu sein.

Offline Boba Fett (away)

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Im Fate-Kontext ist es manchen quasi unmöglich, ein "Ich habs ernsthaft versucht und es gefällt mir nicht" einfach mal stehen zu lassen.

Nicht nur im Fate Kontext.
Das Problem haben wir mit den Das schwarze Auge-Fanboys, den Savage Words Fanboys, den Vampire Fanboys,
(soll ich fortfahren?) ...
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Offline Boba Fett (away)

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Eh. Ich erwarte gar nicht, alle verknöcherten alten Traditionsrollenspieler der Rettung ihres Seelenheils wegen zu Fate bekehren zu können.

Warum beleidigst Du eigentlich gleich alle, die einen anderen Geschmack als Du haben?
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Warum beleidigst Du eigentlich gleich alle, die einen anderen Geschmack als Du haben?

Wer da trotz aus meiner Sicht recht gut erkenntlicher absichtlicher Übertreibung und Smiley unbedingt eine Beleidigung für sich hineinlesen will, hat meine Erlaubnis dazu. Nicht, daß er sie bräuchte, aber das macht's wenigstens offiziell.

Offline hassran

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Eh. Ich erwarte gar nicht, alle verknöcherten alten Traditionsrollenspieler der Rettung ihres Seelenheils wegen zu Fate bekehren zu können. Schön wär's ja, aber das wäre ein schlecht bezahlter Vollzeitjob mit ohne Streckbank und Daumenschrauben bestenfalls zweifelhaften Erfolgsaussichten. ;)

Aber an dem Grundgedanken, daß der Hauptstolperstein, der sich unter dem gleichermaßen hochgestochenen wie schwammigen und schlecht faßbaren "Meta"-Begriff versteckt, tatsächlich einfach "nur" in der unterschiedlichen Art der Zuständigkeitsverteilung unter den jeweiligen Leuten am Spieltisch bestehen mag, scheint mir nichtsdestotrotz etwas dran zu sein.

Bei nicht-Fate-artigen Rollenspielen ist das Geschehen meist Figuren-emergent, während Fate den so schön beschriebenen "author stance" immer wieder fordert. Das fördert zwar die Vorstellungskraft, ist aber nicht notwendigerweise kreativ. Für mich besteht der Reiz Probleme innerhalb der gemeinsamen Fiktion mit den Ressourcen des Charakters zu lösen und fühle mich durch Gummipunkte, die willkürlich das Geschehen beeinflussen, gestört.

Meta heißt für mich, dass eine "außerweltliche" Ressource (ergo Gummipunkte), das Spielgeschehen fundamental beeinflusst. Und das ist irgendwie arg langweilig nach gewisser Zeit.

Grüße

Hasran
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Offline YY

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Nicht nur im Fate Kontext.
Das Problem haben wir mit den Das schwarze Auge-Fanboys, den Savage Words Fanboys, den Vampire Fanboys,
(soll ich fortfahren?) ...

Fate und Savage Worlds stechen da meiner Wahrnehmung nach schon deutlich raus.
Als Kontrapunkt: Aus der pbtA-Ecke höre ich gefühlt wesentlich öfter ein "Ja, das hier ist nicht jedermanns Sache".
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snoopie

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Bei diesen hochzahligen Temperaturen ist nicht verwunderlich, dass sich die Gemüter erhitzen. Aber nur aufgrund eines Rollenspiels braucht es nicht auszuarten.
Lest doch eine Runde im neuen Horrortoolkit oder entwickelt die Shared World weiter, die hier einer irgendwo angestoßen hat.
Der Fate-Hype ist eh seit fast 5 Jahren vorbei, da lässt sich keiner mehr bekehren. Wie man hier sieht, sind sogar die Ultras, die man in den ganzen alten Beiträgen sieht, gar nicht mehr im Fate-Forum aktiv.

Offline KhornedBeef

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Fate Ultras!! *Bengalozünd*
"For a man with a hammer, all problems start to look like nails. For a man with a sword, there are no problems, only challenges to be met with steel and faith."
Firepower, B&C Forum

Ich vergeige, also bin ich.

"Und Rollenspiel ist wie Pizza: auch schlecht noch recht beliebt." FirstOrkos Rap

Wer Fehler findet...soll sie verdammt nochmal nicht behalten, sondern mir Bescheid sagen, damit ich lernen und es besser machen kann.