Umfrage

Hast du Erfahrung mit High Drama Rollenspiel (Definition siehe unten)?

Davon habe ich noch nie gehört.
12 (16.7%)
Davon habe ich gehört, interessiert mich aber nicht.
7 (9.7%)
Das würde mich interessieren, habe es aber noch nie ausprobiert.
5 (6.9%)
Das habe ich ausprobiert, aber es hat mir nicht gefallen.
4 (5.6%)
Das habe ich ausprobiert, es hat mir gefallen, aber ich spiele lieber andere Sachen.
8 (11.1%)
Das spiele ich sehr gerne, aber ich muss es nicht ständig haben.
22 (30.6%)
Das spiele ich immer oder fast immer!
6 (8.3%)
Die Antwortoptionen passen alle nicht.
8 (11.1%)

Stimmen insgesamt: 70

Autor Thema: High Drama Rollenspiel – wie verbreitet ist es?  (Gelesen 2592 mal)

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

Offline Lord Verminaard

  • Gentleman der alten Schule
  • Titan
  • *********
  • Dreiäugiger Milfstiefel
  • Beiträge: 14.114
  • Geschlecht: Männlich
  • Username: Lord Verminaard
Für mich und einige andere gehört zu den Höhepunkten eines gelungenen Tanelorn-Treffens die High-Drama-Runde im Primetime-Slot. Früher dachte ich, das wäre eine relativ verbreitete Art zu spielen. Aber mittlerweile bin ich nicht mehr so sicher. Wobei es natürlich nur bedingt aussagekräftig ist, danach dann ausgerechnet im Tanelorn zu fragen, schon klar. ;D

High Drama Rollenspiel entzieht sich einer genauen Definition, aber die Runden weisen in der Regel viele (nicht notwendigerweise alle) der folgenden Merkmale auf:

  • Die Spielercharaktere sind detailliert ausgearbeitet, wobei der Fokus auf Hintergrund und Persönlichkeit liegt. Spielwerte sind entweder gar nicht vorhanden oder werden ganz zum Schluss gemacht, ggf. auch einfach frei Schnauze verteilt ohne Rücksicht auf Kosten o.ä.
  • Die Spielercharaktere haben definierende innere oder äußere Konflikte, die gezielt darauf angelegt sind, Gegenstand des Spiels zu sein. Die SL-Vorbereitung ist auf diese Konflikte maßgeschneidert, ggf. sind diese Konflikte sogar alleiniger oder hauptsächlicher Gegenstand der Handlung.
  • Die Spielercharaktere sind untereinander vernetzt, vor Spielbeginn werden in der Runde ausführlich die Beziehungen zwischen den einzelnen Spielercharakteren ausgehandelt. Ggf. sind die o.g. Konflikte auch in diesen Beziehungen angelegt, jedenfalls sind die Beziehungen typischerweise dynamisch und nicht statisch.
  • In der Vorbereitungsphase findet ein Dialog zwischen SL und Spielern statt, bei dem Details ergänzt und ggf. auch angepasst werden.
  • Der SL bereitet szenisch vor und greift dabei auf dramaturgische Handlungsmodelle (Aktstruktur, Heldenreise o.ä.) zurück.
  • Es gibt ein großes Ensemble an ausgearbeiteten NSCs, deren Funktion über „Gegner“ hinausgeht.
  • Der Hintergrund bzw. Kanon spielt eine wichtige Rolle.
  • Würfel bzw. Zufallselemente werden selten oder gar nicht benötigt, da sich das Geschehen meist ganz von selbst aus der Verhandlung am Tisch ergibt. Der Zeitraum zwischen zwei Würfelwürfen wird in Stunden, nicht Minuten gemessen.
  • Es kommt entweder ein minimalistisches Regelwerk zum Einsatz, oder falls ein detaillierteres Regelwerk zugrunde liegt, wird dieses nur als grobe Richtlinie verstanden und vom SL oft gehandwedelt. Ggf. wird sogar ausdrücklich Freiform gespielt.
  • Es wird viel Wert auf stimmungsvolle Beschreibungen gelegt.
  • Es wird viel Wert auf Charakterdarstellung gelegt.
  • Es wird viel Wert auf dynamischen IC-Dialog gelegt, viele Szenenausgänge werden hauptsächlich durch IC-Dialog verhandelt.
  • Es kommen Charakterbilder zum Einsatz.
  • Es kommt Musik zum Einsatz.
  • Es kommen Props und Handouts zum Einsatz.

Das ist sicherlich nicht erschöpfend, aber ich denke, die meisten können sich jetzt etwas darunter vorstellen, was ich mit High Drama Rollenspiel meine. ;)
I think it's time you set this world on fire
I think it's time you pushed it to the edge
Burn it to the ground and trip the wire
It may never be this good again


Danger Zone Blog - Vermi bloggt über Rollenspiel und Blood Bowl

Offline Vash the stampede

  • KEN-SL
  • Titan
  • *********
  • Love & Peace! König der Kackn00bier!
  • Beiträge: 12.843
  • Geschlecht: Männlich
  • Username: Vash the stampede
Re: High Drama Rollenspiel – wie verbreitet ist es?
« Antwort #1 am: 29.02.2020 | 14:24 »
Mag ich. Aber immer mag ich so nicht spielen.
Machen
-> Projekte: PDQ# - FreeFate - PtA Zapped - Fiasko - FateCore - Durance - SRAP (mit Diary)
-> Diaries 212 (nWoD) - Cypher Suns (Fadings Suns/Cypher) - Anderland (Liminal) - Feierabendhonks (DnD 5e)

Ich sitze im Bus der Behinderten und Begabten und ich sitze gern darin.

Offline Pyromancer

  • General Deckblatt
  • Titan
  • *********
  • Beiträge: 15.546
  • Username: Pyromancer
    • Pyromancer Publishing auf dtrpg
Re: High Drama Rollenspiel – wie verbreitet ist es?
« Antwort #2 am: 29.02.2020 | 14:26 »
Ich mag das sehr gerne, ab und zu. Es ist halt in meiner Erfahrung nur für One-Shots oder allenfalls Ultra-Kurz-Kampagnen tauglich, und trägt nicht über die 50+ Sitzungen, die ich als Rahmen bevorzuge.
Ihr findet mich im Traveller-Kanal: https://www.tanelorn.net/index.php/board,380.0.html

Offline DonJohnny

  • Hero
  • *****
  • I don't give a shit what happens. - Richard Nixon
  • Beiträge: 1.045
  • Geschlecht: Männlich
  • Username: DonJohnny
    • Seite des Rollenspielverein Biberach e.V.
Re: High Drama Rollenspiel – wie verbreitet ist es?
« Antwort #3 am: 29.02.2020 | 14:27 »
Ich würde nicht sagen, dass ich schon mal was gespielt oder geleitet habe, auf das zumindest dreiviertel der oben genannten Kriterien zutrifft. Ich habe mal eine Hunter-Kampagne geleitet die in die Richtung ging. Mir persönlich wäre das zu viel Aufwand um es vorzubereiten, ich weiß auch nicht ob ich dauernd so was spielen wollen würde, aber ich glaube ein oder zwei mal im Jahr kann so was ein sehr erlebnisintensives Highlight sein. Den Begriff höre ich jetzt zum ersten mal.
"Wir sind gar nicht da, dann können wir auch gehen"
Mark N. in Tales from the Loop
---
Druid: "Was soll das, eine Landschaft voller Trichter?"
Sorcerer: "Du Idiot! Das sind Berge! Du hälst schon wieder die Karte falsch herum!"

Offline Vash the stampede

  • KEN-SL
  • Titan
  • *********
  • Love & Peace! König der Kackn00bier!
  • Beiträge: 12.843
  • Geschlecht: Männlich
  • Username: Vash the stampede
Re: High Drama Rollenspiel – wie verbreitet ist es?
« Antwort #4 am: 29.02.2020 | 14:32 »
Ich glaube, der Begriff wurde gewählt, weil die Frage, ob man mit Dungeons and Dragons oder anderen Systemen Drama gespielt werden kann, oftmals bejaht wird - und dies mit Recht. Nur ist dann Drama als Genre oder Geschichte gemeint und nicht mit der obigen Methode oder Spielweise.

PS: offensichtlich bin ich ein High Drama Rollenspieler. Wusste ich bis jetzt auch noch nicht. :D
« Letzte Änderung: 29.02.2020 | 14:34 von Vash the stampede »
Machen
-> Projekte: PDQ# - FreeFate - PtA Zapped - Fiasko - FateCore - Durance - SRAP (mit Diary)
-> Diaries 212 (nWoD) - Cypher Suns (Fadings Suns/Cypher) - Anderland (Liminal) - Feierabendhonks (DnD 5e)

Ich sitze im Bus der Behinderten und Begabten und ich sitze gern darin.

Offline YY

  • True King
  • Titan
  • *********
  • Beiträge: 17.938
  • Geschlecht: Männlich
  • Username: YY
Re: High Drama Rollenspiel – wie verbreitet ist es?
« Antwort #5 am: 29.02.2020 | 14:42 »
Ab und zu lasse ich mir das gefallen, es nutzt sich aber mMn extrem schnell ab.
Als regelmäßige Runde wäre das für mich undenkbar.
"Kannst du dann bitte mal kurz beschreiben, wie man deiner Meinung bzw. der offiziellen Auslegung nach laut GE korrekt verdurstet?"
- Pyromancer

Offline grannus

  • Adventurer
  • ****
  • Beiträge: 501
  • Username: grannus
Re: High Drama Rollenspiel – wie verbreitet ist es?
« Antwort #6 am: 29.02.2020 | 14:44 »
Von den genannten Punkten her passt das eigentlich so ziemlich auf die meisten Runden die ich im Free-form auf der anRUFung spiele, wobei die Spielleiter diese Punkte auch stark ausarbeiten und wert darauf legen auch wenn es das Abenteuer in der Grundform vielleicht nicht täte.

Immer brauche ich diese Art von Spiel aber auch nicht. Oneshots und kurze Kampagnen daheim wären in dem Stil echt cool, aber das passt leider nicht jedem Spieler.

Offline nobody@home

  • Steht auf der Nerd-Liste
  • Mythos
  • ********
  • Beiträge: 8.832
  • Username: nobody@home
Re: High Drama Rollenspiel – wie verbreitet ist es?
« Antwort #7 am: 29.02.2020 | 14:57 »
Diese Definition von "High Drama-Spiel" ist mir vorher noch nie untergekommen, entsprechend habe ich mich also auf "habe ich noch nie gehört" zurückziehen müssen. Inwieweit es mich interessieren würde, ist so eine Frage -- die Liste im OP enthält nämlich sowohl Punkte, die ich gerne im Spiel hätte, als auch solche, die eher abtörnend klingen. Insofern liegt der Gedanke nahe, daß ich zwar einerseits schon gerne "Drama" im Spiel sehe, dieser ganz bestimmte Spielstil es dann aber für meinen Geschmack vielleicht doch eher übertreibt.

Offline KhornedBeef

  • Mythos
  • ********
  • Beiträge: 10.268
  • Username: KhornedBeef
Re: High Drama Rollenspiel – wie verbreitet ist es?
« Antwort #8 am: 29.02.2020 | 15:02 »
Instructions unclear

Die Hälfte der Merkmale : Ja, oft und gerne
Die andere Hälfte : Ne, wieso?

¯\_(ツ)_/¯

Ganz viel ist übrigens bei mir weniger "High Drama" als viel mehr "RAW Fate Core", aber das ist natürlich ein wichtiger Bestandteil des Designs
"For a man with a hammer, all problems start to look like nails. For a man with a sword, there are no problems, only challenges to be met with steel and faith."
Firepower, B&C Forum

Ich vergeige, also bin ich.

"Und Rollenspiel ist wie Pizza: auch schlecht noch recht beliebt." FirstOrkos Rap

Wer Fehler findet...soll sie verdammt nochmal nicht behalten, sondern mir Bescheid sagen, damit ich lernen und es besser machen kann.

Offline Maarzan

  • Legend
  • *******
  • Beiträge: 7.853
  • Username: Maarzan
Re: High Drama Rollenspiel – wie verbreitet ist es?
« Antwort #9 am: 29.02.2020 | 15:05 »
High Drama Rollenspiel entzieht sich einer genauen Definition, aber die Runden weisen in der Regel viele (nicht notwendigerweise alle) der folgenden Merkmale auf:

    [1]Die Spielercharaktere sind detailliert ausgearbeitet, wobei der Fokus auf Hintergrund und Persönlichkeit liegt.
    [1a]Spielwerte sind entweder gar nicht vorhanden oder werden ganz zum Schluss gemacht, ggf. auch einfach frei Schnauze verteilt ohne Rücksicht auf Kosten o.ä.
    [2]Die Spielercharaktere haben definierende innere oder äußere Konflikte, die gezielt darauf angelegt sind, Gegenstand des Spiels zu sein.
    [2a]Die SL-Vorbereitung ist auf diese Konflikte maßgeschneidert, ggf. sind diese Konflikte sogar alleiniger oder hauptsächlicher Gegenstand der Handlung.
    [3]Die Spielercharaktere sind untereinander vernetzt, vor Spielbeginn werden in der Runde ausführlich die Beziehungen zwischen den einzelnen Spielercharakteren ausgehandelt. Ggf. sind die o.g. Konflikte auch in diesen Beziehungen angelegt, jedenfalls sind die Beziehungen typischerweise dynamisch und nicht statisch.
    [4]In der Vorbereitungsphase findet ein Dialog zwischen SL und Spielern statt, bei dem Details ergänzt und ggf. auch angepasst werden.
    [5]Der SL bereitet szenisch vor und greift dabei auf dramaturgische Handlungsmodelle (Aktstruktur, Heldenreise o.ä.) zurück.
    [6]Es gibt ein großes Ensemble an ausgearbeiteten NSCs, deren Funktion über „Gegner“ hinausgeht.
    [7]Der Hintergrund bzw. Kanon spielt eine wichtige Rolle.
    [8]Würfel bzw. Zufallselemente werden selten oder gar nicht benötigt, da sich das Geschehen meist ganz von selbst aus der Verhandlung am Tisch ergibt. Der Zeitraum zwischen zwei Würfelwürfen wird in Stunden, nicht Minuten gemessen.
    [9]Es kommt entweder ein minimalistisches Regelwerk zum Einsatz, oder falls ein detaillierteres Regelwerk zugrunde liegt, wird dieses nur als grobe Richtlinie verstanden und vom SL oft gehandwedelt. Ggf. wird sogar ausdrücklich Freiform gespielt.
    [10]Es wird viel Wert auf stimmungsvolle Beschreibungen gelegt.
    [11]Es wird viel Wert auf Charakterdarstellung gelegt.
    [12]Es wird viel Wert auf dynamischen IC-Dialog gelegt,
    [12a] viele Szenenausgänge werden hauptsächlich durch IC-Dialog verhandelt.
    [13]Es kommen Charakterbilder zum Einsatz.
    [14]Es kommt Musik zum Einsatz.
    [15]Es kommen Props und Handouts zum Einsatz.


1. Ja (1)
1a. Nein (1)
2. Teils, das werden oft die Leitfiguren, aber es ístnicht für alle Figuren zwingend. (1,5)
2a. Wenn, dann in gegenseitiger Beeinflussung, aber nicht als Startpunkt.
3. Das wird zumindest nachdrücklich versucht.  (2,5)
4. Ganz wichtig. (3,5)
5. Aber so gar nicht.   (3,5)
6. Ja. (4,5)
7. Vermutlich ja. das mit dem "Kanon" müsste ggf. noch einmal erläutert werden.  (5)
8. Keinesfalls. (5)
9. Keinesfalls. (5)
10. Gewünscht, aber nicht erzwungen. Wobei "stimmungsvoll" ggf. noch Geschmackssache ist.  (5,5)
11. Ja (6,5)
12. Gewünscht, aber nicht erzwungen. (7)
12a) Aber die Vorstellung, dass so viel als IC-Diealog auszuhandeln wäre erscheint sehr fragwürdig (7)
13. Kann man machen, muss aber nicht. (7)
14. Ganz bestimmt nicht. Da beisst sich akustisch schon mit viel Dialog. (7)
15. Idealerweise schon -vor allem Karten, aber mangels 5 kaum flächendeckend zu leisten. (7,5)

In Summe: bei 50% maximal ein Dramachen, aber die Punkte stammen wohl auch eher aus den Elementen, welche übergreifend weitverbreitet und üblicherweise als spaßfördernd angesehen werden. Kritisch für Drama sind dann vermutlich die anderen Elemente.
Storytellertraumatisiert und auf der Suche nach einer kuscheligen Selbsthilferunde ...

Offline Megavolt

  • Zwinker-Märtyrer
  • Famous Hero
  • ******
  • Beiträge: 2.886
  • Username: Megavolt
Re: High Drama Rollenspiel – wie verbreitet ist es?
« Antwort #10 am: 29.02.2020 | 15:11 »
Das ist nicht die Art, wie wir spielen. Ich bewundere und kenne Runden, wo das geht, aber da ich persönlich irgendwo zwischen Beer & Brezel und Tactician rollenspiele, ist bei mir kaum Interesse vorhanden, das zu erleben. Es ergibt sich punktuell mal aus der Situation heraus, wogegen dann auch niemand was hat, aber das wars auch schon.

Offline Lord Verminaard

  • Gentleman der alten Schule
  • Titan
  • *********
  • Dreiäugiger Milfstiefel
  • Beiträge: 14.114
  • Geschlecht: Männlich
  • Username: Lord Verminaard
Re: High Drama Rollenspiel – wie verbreitet ist es?
« Antwort #11 am: 29.02.2020 | 15:17 »
Wie gesagt, exakt definieren lässt es sich nicht, aber wenn die Hälfte der Merkmale nicht vorliegen bzw. mehrere der Merkmale ein No-Go sind, dann wohl kein High Drama. ;)

Danke für die Antworten, keep 'em coming! :)
I think it's time you set this world on fire
I think it's time you pushed it to the edge
Burn it to the ground and trip the wire
It may never be this good again


Danger Zone Blog - Vermi bloggt über Rollenspiel und Blood Bowl

Offline DeadOperator

  • alte Communityschlampe
  • Helfer
  • Hero
  • ******
  • Beiträge: 1.873
  • Geschlecht: Männlich
  • Username: Malkav
Re: High Drama Rollenspiel – wie verbreitet ist es?
« Antwort #12 am: 29.02.2020 | 15:31 »
Ich finde, ein wichtiges Thema ist, das wir die Charaktere an einem entscheidenden Punkt ihres Lebens betrachten. Eine Situation, in der das gespielte den Charakter entscheidend verändern kann.

Damit stimme ich der oben bemerkten Aussage zu, dass diese Art zu spielen besonders in One Shots funktioniert.
Power Gamer: 8% | Butt-Kicker: 17% | Tactician: 25% | Specialist: 13% | Method Actor: 83% | Storyteller: 75% | Casual Gamer: 50%

Offline Sequenzer

  • Adventurer
  • ****
  • MoDulator
  • Beiträge: 706
  • Geschlecht: Männlich
  • Username: Sequenzer
Re: High Drama Rollenspiel – wie verbreitet ist es?
« Antwort #13 am: 29.02.2020 | 16:34 »
Auf die Art haben wir jahrelang unsere Exalted HighEssence SCs gespielt. Aber seitdem bin ich etwas übersättigt ich mach zwar gerne Charakterplay aber bei den reinen Drama spiel geht mir irgendwie zu wenig voran. Das kann zu schnell zu so einen Soap rumgeiere verkommen, dafür ist mir zwischenzeitlich meine Spielzeit zu schade.
Aber es gehört prinzipell immer dazu wenn die SC keine Wendepunkte oder was vergleichbares im leben haben. Haben die ja kein Leben und verkommen zu Stats ^^
If you don't believe... In the existence of evil
you have a lot to learn... Praise your fears!

Offline Crimson King

  • Hat salzige Nüsse!
  • Moderator
  • Titan
  • *****
  • Crimson King
  • Beiträge: 17.803
  • Geschlecht: Männlich
  • Username: Stormbringer
Re: High Drama Rollenspiel – wie verbreitet ist es?
« Antwort #14 am: 29.02.2020 | 16:59 »
Ich halte die ersten drei Punkte für die Quintessenz des High Drama-Rollenspiels. Ich wrüde noch ergänzen, dass die Beziehungen zwischen den Spielercharakteren einen sehr hohen Stellenwert haben. es geht weniger um das Verhältnis Gruppe <-> Welt als über die Innenverhältnisse der Gruppe

Ich mag das, aber nicht immer. Innerhalb von Kampagnen trägt das nur, wenn man Soap- oder Telenovela-Ansätze wählt, kann aber als Teilaspekt einer klassischeren Runde auftauchen.
Nichts Bessers weiß ich mir an Sonn- und Feiertagen
Als ein Gespräch von Krieg und Kriegsgeschrei,
Wenn hinten, weit, in der Türkei,
Die Völker aufeinander schlagen.
Man steht am Fenster, trinkt sein Gläschen aus
Und sieht den Fluß hinab die bunten Schiffe gleiten;
Dann kehrt man abends froh nach Haus,
Und segnet Fried und Friedenszeiten.

J.W. von Goethe

Offline Uebelator

  • Threadnekromant h.c.
  • Famous Hero
  • ******
  • Das Ding aus dem Sumpf
  • Beiträge: 2.487
  • Geschlecht: Männlich
  • Username: Uebelator
    • HAMBURGAMERS
Re: High Drama Rollenspiel – wie verbreitet ist es?
« Antwort #15 am: 29.02.2020 | 19:48 »
Klingt mega spannend, hab ich aber so noch nie gespielt, bzw. die Spieler dazu gefunden, bei denen ich mir vorstellen kann, dass das funktioniert.

Würde ich aber definitiv gerne mal ausprobieren.

Offline Selis

  • Hero
  • *****
  • Beiträge: 1.267
  • Username: Lord Selis
Re: High Drama Rollenspiel – wie verbreitet ist es?
« Antwort #16 am: 29.02.2020 | 20:52 »
Die meisten Punkte sehe ich generell als notwendig an, damit eine Runde gut gelingt.

Ich weiß nicht, was nun immer noch nicht, was High Drama eigentlich sein soll, wenn ich ehrlich bin.
Seit Vampire live habe ich so eine Aversion gegen den Ausdruck Drama gewonnen und wenn ich an unsere Dramaqueen in diversen Runden mich zurück erinnere, der den Plot nur zu gern an sich gerissen hat und einen ganz persönlichen Konflikt für seinen Charakter draus gemacht hat, wo dann jeder am Tisch hat mitziehen müssen, um die "schöne" Stimmung nicht kaputt zu machen, hat sich das nur noch verstärkt.

Meistens läuft es bei uns IC ab aber auch auf der Meta Ebene wird ausgewichen, wenn es zum Beispiel um Verhandlungen geht oder etwas, was der Spieler nun nicht gut ausspielen kann oder im Falle von Verhandlungen keiner Bock drauf hat.
Zwischen den Charakteren wird idR aber rein IC gehandelt.

Wenig Würfelei und schlanke Regeln bevorzuge ich auch.
Jedoch Freiform ist etwas, was ich nicht mag und auch nicht sonderlich gut kann, ich mag einen guten Mix aus Regeln und Fluff.

Das Verknüpfen der Charaktere vor dem Spiel, das ist für mich stets ein Graus. Vor allem, wenn man die Spieler gar nicht kennt, auf die man treffen wird.
Das kann gern während des Spiels geschehen und die Konflikte und übriges Zwischenmenschliche auch.
« Letzte Änderung: 1.03.2020 | 13:04 von Lord Selis »

Offline Vash the stampede

  • KEN-SL
  • Titan
  • *********
  • Love & Peace! König der Kackn00bier!
  • Beiträge: 12.843
  • Geschlecht: Männlich
  • Username: Vash the stampede
Re: High Drama Rollenspiel – wie verbreitet ist es?
« Antwort #17 am: 29.02.2020 | 21:02 »
@Uebelator. Das ist der Grund, warum ich die :T:-Treffen sehr schätze, weil ich dort so spielen kann. ;)
Machen
-> Projekte: PDQ# - FreeFate - PtA Zapped - Fiasko - FateCore - Durance - SRAP (mit Diary)
-> Diaries 212 (nWoD) - Cypher Suns (Fadings Suns/Cypher) - Anderland (Liminal) - Feierabendhonks (DnD 5e)

Ich sitze im Bus der Behinderten und Begabten und ich sitze gern darin.

Offline JaneDoe

  • Experienced
  • ***
  • Spielt vor allem CoC, DG und FHTAGN. STA: 0.
  • Beiträge: 324
  • Geschlecht: Weiblich
  • Username: fettes_chinchilla
    • FHTAGN RPG
Re: High Drama Rollenspiel – wie verbreitet ist es?
« Antwort #18 am: 29.02.2020 | 21:26 »
Ich oute mich hier klar als Dramaspieler... ich finde das spannend und liebe es so zu spielen. Es muss keinesfalls immer so sein...aber Charakterspiel schätze ich grds sehr. Gerade one-shots/ Freeform im cthuloiden Setting bieten sich dazu an... sogar im LARP spiele ich wahnsinnig gerne so, auch wenn das sehr fordernd sein kann.

Die letzten 3 Punkte der eingangs genannten Liste sind mEn die unwichtigsten (da sie in jeder Runde eine Rolle spielen können, aber nicht müssen).
Die relevantesten Punkte aus meiner Sicht sind die ineinandergreifenden Charaktergeschichten (inklusive der dazu passenden NSCs) und die darin angelegten Konflikte sowie dass wenig die Würfel und viel über das Charakterspiel entschieden wird.
Ob man das jetzt High Drama nennen will  :think: oder Charaktergetriebenes Spiel oder whatever... im Grund egal. Der Spielstil taugt mir persönlich jedenfalls sehr.  :)

Offline DonJohnny

  • Hero
  • *****
  • I don't give a shit what happens. - Richard Nixon
  • Beiträge: 1.045
  • Geschlecht: Männlich
  • Username: DonJohnny
    • Seite des Rollenspielverein Biberach e.V.
Re: High Drama Rollenspiel – wie verbreitet ist es?
« Antwort #19 am: 29.02.2020 | 21:55 »
Ich weiß nicht, was nun immer noch nicht, was High Drama eigentlich sein soll, wenn ich ehrlich bin.
Seit Vampire live habe ich so eine Aversion gegen den Ausdruck Drama gewonnen ...

Ich finde den Begriff auch komisch. High Drama. Wieso Drama? Drama ist für mich irgendwie erst mal eine Textgattung. Wenn es "high drama" gibt, gibt es dann auch "low drama"? Wobei, so blöd ist das mit der Texgattung vielleicht gar nicht, wenn man sagt, dass "drama"-Spiel vor allem aus der Interaktion der Spielercharaktere mit anderen und mit sich selber lebt, während "episches" Spiel eher ein erzählendes Spiel sein soll, dass vor allem aus der Interaktion mit der Spielrealität wächst.

Und richtig gespannt bin ich mal auf lyrisches Spiel  ;D
"Wir sind gar nicht da, dann können wir auch gehen"
Mark N. in Tales from the Loop
---
Druid: "Was soll das, eine Landschaft voller Trichter?"
Sorcerer: "Du Idiot! Das sind Berge! Du hälst schon wieder die Karte falsch herum!"

Offline Pyromancer

  • General Deckblatt
  • Titan
  • *********
  • Beiträge: 15.546
  • Username: Pyromancer
    • Pyromancer Publishing auf dtrpg
Re: High Drama Rollenspiel – wie verbreitet ist es?
« Antwort #20 am: 29.02.2020 | 21:59 »
Und richtig gespannt bin ich mal auf lyrisches Spiel  ;D

"RPG poems" sind ja schon seit längerem eine Gattung; in der nordischen Szene sehr verbreitet, meine ich.
Ihr findet mich im Traveller-Kanal: https://www.tanelorn.net/index.php/board,380.0.html

Offline Crimson King

  • Hat salzige Nüsse!
  • Moderator
  • Titan
  • *****
  • Crimson King
  • Beiträge: 17.803
  • Geschlecht: Männlich
  • Username: Stormbringer
Re: High Drama Rollenspiel – wie verbreitet ist es?
« Antwort #21 am: 29.02.2020 | 21:59 »
Wobei, so blöd ist das mit der Texgattung vielleicht gar nicht, wenn man sagt, dass "drama"-Spiel vor allem aus der Interaktion der Spielercharaktere mit anderen und mit sich selber lebt, während "episches" Spiel eher ein erzählendes Spiel sein soll, dass vor allem aus der Interaktion mit der Spielrealität wächst.

Das ist eine sehr gute Beobachtung und gelungene Beschreibung.
Nichts Bessers weiß ich mir an Sonn- und Feiertagen
Als ein Gespräch von Krieg und Kriegsgeschrei,
Wenn hinten, weit, in der Türkei,
Die Völker aufeinander schlagen.
Man steht am Fenster, trinkt sein Gläschen aus
Und sieht den Fluß hinab die bunten Schiffe gleiten;
Dann kehrt man abends froh nach Haus,
Und segnet Fried und Friedenszeiten.

J.W. von Goethe

Offline 1of3

  • Richtiges Mädchen!
  • Titan
  • *********
  • Proactive Scavenger
  • Beiträge: 18.357
  • Username: 1of3
    • Sea Cucumbers and RPGs
Re: High Drama Rollenspiel – wie verbreitet ist es?
« Antwort #22 am: 29.02.2020 | 22:04 »
Also ich seh ja regelmäßig mit Staunen, wie minutiös da einige Runden fürs :T:reffen da vorbereitet werden. Ich finde das sehr faszinierend. Mein Ideal ist das eher nicht. Wenn ich mir die ideale Runde vorstelle, dann spricht man kurz was gespielt wird, macht vielleicht ein paar vorgegebene Auswählen, redet kurz darüber und rockt das Ding. Spezifisch ausgearbeiteter Hintergrund, den alle kenn müssen, ist dabei weniger interessant - das ist sperrig und behäbig -, aber Genre-Vorlagen sind natürlich hervorragend. Charaktere können gern verbunden sein. Insbesondere und minstens sollte aber initial angedeutet sein, wie ihre Haltung zueinander vermutlich ist. Fertiges System ist dabei Komplexitätsreduktion, damit man eben schnell losspielen und sich dann irgendwo festhalten kann. Es darf also gern merklich da sein. In diesem Sinne freue mich auch für sowas auf dem :T:reffen regelmäßig Leute zu finden.

Offline DonJohnny

  • Hero
  • *****
  • I don't give a shit what happens. - Richard Nixon
  • Beiträge: 1.045
  • Geschlecht: Männlich
  • Username: DonJohnny
    • Seite des Rollenspielverein Biberach e.V.
Re: High Drama Rollenspiel – wie verbreitet ist es?
« Antwort #23 am: 29.02.2020 | 22:18 »
@Crimson: Ja, das war ein kurzer aber witziger Denkprozess, bei dem ich mich selbst vom gegenteil meiner eigenen Meinung überzeugt habe.

@Pyro:  :o

Noch zum high drama: Ich habs schon angeschnitten, ich würde da bei mir persönlich relativ stark zwischen mir als Spieler und Spielleiter unterscheiden. Auf Spielen von high drama hätte ich glaub ab und zu echt Lust, aufs Leiten so ziemlich gar nicht, drama in dem von mir beschriebenen Sinn darf gerne drin vorkommen, mein Fokus liegt aber auf der Spielrealität.
"Wir sind gar nicht da, dann können wir auch gehen"
Mark N. in Tales from the Loop
---
Druid: "Was soll das, eine Landschaft voller Trichter?"
Sorcerer: "Du Idiot! Das sind Berge! Du hälst schon wieder die Karte falsch herum!"

Offline Crimson King

  • Hat salzige Nüsse!
  • Moderator
  • Titan
  • *****
  • Crimson King
  • Beiträge: 17.803
  • Geschlecht: Männlich
  • Username: Stormbringer
Re: High Drama Rollenspiel – wie verbreitet ist es?
« Antwort #24 am: 29.02.2020 | 22:27 »
Noch zum high drama: Ich habs schon angeschnitten, ich würde da bei mir persönlich relativ stark zwischen mir als Spieler und Spielleiter unterscheiden. Auf Spielen von high drama hätte ich glaub ab und zu echt Lust, aufs Leiten so ziemlich gar nicht, drama in dem von mir beschriebenen Sinn darf gerne drin vorkommen, mein Fokus liegt aber auf der Spielrealität.

Ich habe sowas ein mal geleitet. Die Spieler waren begeistert, ich fand das superanstrengend.

Ich selbst leite sehr gerne Mischungen, d.h. es gibt Abenteuer und Gruppe vs. Team Evil, aber es gibt immer auch individuelle Stories, Charaktere haben tiefer gehende Motivationen, persönliche Konflikte sowie Entscheidungen und ihre Konsequenzen beeinflussen die Handlung. Das dürfte aber auf viele SL zutreffen.
Nichts Bessers weiß ich mir an Sonn- und Feiertagen
Als ein Gespräch von Krieg und Kriegsgeschrei,
Wenn hinten, weit, in der Türkei,
Die Völker aufeinander schlagen.
Man steht am Fenster, trinkt sein Gläschen aus
Und sieht den Fluß hinab die bunten Schiffe gleiten;
Dann kehrt man abends froh nach Haus,
Und segnet Fried und Friedenszeiten.

J.W. von Goethe