Autor Thema: [Poly] Bronzezeit und lustige Stimmen  (Gelesen 1641 mal)

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Offline Aedin Madasohn

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Re: [Poly] Bronzezeit und lustige Stimmen
« Antwort #25 am: 13.05.2022 | 12:01 »
@Eisen

als "Unterform" ließen sich neben den verhütteten "profanen" Eisen auch aus Meteorsplittern gehämmerte Objekte einführen.
Einige der ersten Eisenobjekte stammen aus dieser Quelle.
Wohl am einfachsten als Referenz zu finden wäre einer der beiden Prunkdolche von Tutechamun, es gibt aber auch Mesopotamien Meteoreisendolche/spitze Stäbe mit Griffstück

Eisen heth./hurr.: hapalki
sumerisch: AN.BAR
AN.BAR GE=dunkles Eisen (da fragt sich die Forschung: meteoritisch?, Magneteisen?);
AN.BARSIG = gutes Eisen (SIG bzw. ŠALMU als Aufwertungsbegriff "gut")

@Silber 
sumerischen Wort KÙ.BABBAR - „KÙ“ also „rein“ und „BABBAR“ „weiß“
„gute“ oder „vorzügliche“ Qualität als Steigerung KÙ.BABBAR SIG

@Gold
Insgesamt vier Sorten sind bisher schriftlich belegt.
das gewöhnliche Gold (GUŠKIN)
das vonder Qualität her „gute Gold“ (GUŠKIN.SIG5),
eine Legierung wohl mit Kupfer, das man vielleicht mit dem heutigen„Rotgold“ vergleichen kann (GUŠKIN QADU URUDU)
das gute Rotgold (GUŠKIN.SIG QADU URUDU)

@Kupfer –
sumerisches Ideogramm URUDU
hethitisch „kuwanan-“ oder „kunnan"
gute Kupfer (URUDU.SIG bzw. auch URUDU.ŠALMU)

@Zinn
sumerisches Ideogramm NAGGA
hetitisch  arzili

@Bronze
sumerisches Ideogramm ZABAR

Offline Jiba

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Re: [Poly] Bronzezeit und lustige Stimmen
« Antwort #26 am: 13.05.2022 | 12:24 »
Wie ist es eigentlich mit Männer-/Frauenrollen in deinem Setting. Ich frage deshalb, weil die typischen Bronzezeit-Rollenspiele sich ja stark von "Conan" inspirieren lassen und da die Gesellschaften deutlich patriarchal angelegt sind und Frauen stark objektifiziert werden. Ich würde mir dahingehend mal ein Setting mit mehr Parität wünschen.

Ansonsten: Wenn du keine Seefahrt und keine Wälder magst, ist es dein gutes Rest sie wegzulassen... aber ich finde das bei den eigentlich recht coolen Vibes, die dein Setting ausstrahlt, fast schade. Vielleicht könnte es vielmehr Gründe geben, warum Menschen nicht in Wälder oder aufs Wasser gehen (vielleicht ist das Meer tatsächlich derart urtümlich, dass außer Küstenschifffahrt niemand weiter rausfährt oder es könnte sogar einen mythologischen Grund dafür geben, warum das so ist; erste Idee: Vielleicht ist das Meer grundsätzlich das Reich der Toten?)

Aprospos: Wie sieht es denn mit Religionen in dem Setting aus?
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Offline Aedin Madasohn

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Re: [Poly] Bronzezeit und lustige Stimmen
« Antwort #27 am: 13.05.2022 | 14:42 »
Sword and Sorcery in der mesopotamischen Bronzezeit

in Mesopotamien war "Beschwöhrung" von Göttern, göttlichen Mittlern und (Unterwelts)Dämonen ja weit verbreitet.
Je nachdem, wie du Sword and Sorcery umsetzen willst (ich denke dabei immer an eine düstere Variante, wo der Zauberer zu immer höheren Preisen/ihn auszehrenden Raubbau zaubern muss), kannst du diese "Übernatürliche Ressource" als Beschwöhrung abhandeln

Asariluḫi, „Beschwörungspriester“
mašmāšu- oder ašīpu - "Exorzisten"
Baru - "Wahrsager"

Amulette und Talismane waren wichtig und weit verbreitet

mächtige Wesenheiten hatten einen blendenden/lähmenden "Schreckensglanz" (NI2 und ME-LAM2), so dass erstmal niemand ihnen zu nahe kommen (für einen Angriff), nicht die Hand zum Schlag heben oder treffen konnte
siehe auch Gilgamesh-Epos

mehrfarbige Augen galt als machtvolles Zeichen "Igi gun" – der blaue lapis lazuli (Sumerian za-gìn) war ihnen heilig.
Ich denke schon, dass sich damit was basteln ließe mit Wiedererkennungswert als NSC/Antagonist/Bossgegner

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Re: [Poly] Bronzezeit und lustige Stimmen
« Antwort #28 am: 13.05.2022 | 17:51 »
Ihr seid toll :D Danke für eure Nachrichten. *knuddel-Smiley*
Wow, sumerische Ideogramme! Kannst du mir erklären wie ich die lesen muss?  Gerade sowas mit Zahlen drin z.B. "GUŠKIN.SIG5"
Vielen Dank für die Einblicke ins alte Sumer, ich werde mich großzügig daran für Inspiration bedienen. :D Der Handel mit Lapislazuli und Bernstein ist schon fest eingebaut in der Welt und Meteoriteneisen sowieso! :D Talismane und Amulette würde ich gerne einbauen, weiß aber noch nicht wie, da mir ja noch sehr viel zur Magie fehlt.

Apropos Welt. Ich besuche aktuell meine Eltern (und habe deshalb natürlich meine Aufzeichungen nicht zur Hand -.-) dafür ist mir eingefallen, dass ich seit bestimmt 15 Jahren etwas in einer Schublade habe was mir jetzt helfen wird.

Ich präsentiere meine Welt! Ich werde sie adoptieren. ^^
Wie genau ich sie ausrichte weiß ich noch nicht, aber meine Geographie studierenden Spielerinnen werden mir sicher helfen.

Zitat
Chiruu und Wolfsweiber finde ich ziemlich kreativ  :d.

Dankeschön. :) Ich mag sie auch.
Ich überlege mir aktuell, ob ich noch ein paar Kulturen einbaue, aber die wären dann nur für den Fluff. Damit ich ein paar Beispiele einbaue was für Kämpfer*innen es zum Beispiel gibt, oder dass Amazonen in der Wüste oder in der Eiskälte leben.

Zitat
Wie wäre es mit aus der Unterwelt entkommenen Schatten, die Blut brauchen um ihre Substanz zu behalten?
Sowas klingt total vielversprechend, insbesondere wenn ich es mit sumerischen Mythen anreichere, aber mein Problem ist, dass die Spielercharaktere sehr fleischlich sein sollen. Sie sollen Blut haben und Wunden bekommen können. Tatsächlich habe ich lange an solch einem Archetypen geschraubt. Ich hatte auch schon die Nymphen überlegt, die ein bisschen in Richtung Elementare gehen (Wachsnymphen, Kirschnymphen, Schneenymphen), was genau das gleiche Problem hatte.

@flaschengeist
Genau Vor- und Nachteil soll potentiell für jeden Wurf möglich sein.
Bisher fahre ich mit d4-d12 ganz gut. :)
Danke, für den Risus-Tipp. Ich finds cool, dass die das einfach "Klischees" nennen. ^^
Ich nehme jetzt einfach mal an, dass das Problem "Bauer kann so gut kämpfen wie Schwertmeister" zufriedenstellend gelöst ist, ja? :)

@Blizzard
Danke für die Erklärung. Ich verstehe deine Sorge bei der INI-Regel jetzt besser. Wenn meine Spielerinnen stehts gleich beginnen mit NPCs zu interagieren dann wird es zum Problem ja, aber ich hoffe, dass nicht nur eine immer anfängt auf Gegner zuzulaufen. Ich bin auf jeden Fall zufrieden mit der Regel, aber ich bin ja auch eine sehr neue Spielleiterin, es mag sehr gut sein, dass mir das irgendwann zu langweilig ist oder es gar nicht funktioniert und dann werde ich nachbessern. :)

Hmm, ich bin der Meinung, dass die OSR gerade gut für sowas wäre, da sie explizit ermutigt schlau seine Umgebung zum Vorteil zu nutzen, denn der direkte Kampf ist das gefährlichste was man tun kann.
Zitat
Kein Grund sich zu entschuldigen. Wenn man DSA nicht kennt, dann ist das imho keine Bildlungslücke
Das freut mich schonmal zu hören, davor hatte ich ein bisschen Sorge.

EDIT: Freude ich habe erfolgreich ein Bild eingefügt! ^^
« Letzte Änderung: 13.05.2022 | 17:58 von Tö »

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Re: [Poly] Bronzezeit und lustige Stimmen
« Antwort #29 am: 13.05.2022 | 19:09 »
Verzeiht mir den Doppelpost; ich wollte das etwas trennen.

Ich habe noch ein paar Anmerkungen zu den Attributen und meiner Spielweise:
Stärke sollte klar sein. Amazonen haben davor sehr viel, abgesehen von deren überschwere Waffen d8+(Stärke-9) fließt der Wert aber nur in die Lebenspiunkte (Blut) ein.
Können ist so ein Mischung aus Bildung und Geschick/Fingerfertigkeit. Hexen brauchen Können für ihre Zauber und zum Wunden nähen ist es auch essenziell.
Instinkt hat viel mit Wahrnehmung und Intuition zu tun, allerdings auch mit Überlebenskunst und gut vorbereitet zu sein. Deshalb würde ich gerne, dass Charaktere mit viel Instinkt viel mitnehmen. Die Chiruu zum Beispiel haben viel Instinkt, denn sie sind Nomaden, ziehen durch die Wildniss und müssen immer all ihren Besitz mitschleppen. Daher Instinkt = Ausrüstungsslots.
(Ich bin mir sehr bewusst, dass üblicherweise Stärke für so etwas genutzt wird. Könnt ihr meine Begründung dennoch verstehen?)
Anmut ist auch selbsterklärend. Körpersprache und Auftreten sowie gute Körperkontrolle/Beweglichkeit werden dadurch beschrieben.

Mein Profilbild zeig im Übrigen meine Ausrüstung zum Leiten. Ihr seht, ich nutze A7 Kateikarten und deshalb sollte ein Charakterbogen auch nicht größer sein. Vorderseite die Stats Rückseite für die Beschreibung. Würfel sind in den roten Säckchen. Das Tuch, die Haarbürste und das Messer sind fürs Schauspiel beim NPC-Verkörpern. Ich habe mich da beim japanischen Rakugo inspiriert und bin total happy damit. Spieler*innen lieben es, wenn ein NPC sie mit dem Schwert (Buttermesser) bedroht. hihihi ^-^

Zitat
Wie ist es eigentlich mit Männer-/Frauenrollen in deinem Setting.
Das ist eine gute Frage. Meine Archetypen sind überwiegend weiblich beschrieben, denn ich selbst brauche einfach eine deutlich femininere Welt, um mich wohlzufühlen, als ich sie oft vorfinde. Deshalb sind auch die Amazonen, ein reines Frauenvolk, die physisch stärksten. :headbang:
(Ich hör gerade Jinjer - Pisces ^^)

Zitat
Wie sieht es denn mit Religionen in dem Setting aus?
Ich hatte schonmal eine Stadtgöttin gebastelt für Ekkur. Es eine kräftige Frau mit einem dunkeln Wildschwein an der Kette. Auf dem Rücken des Ebers wachsen golden Ähren. Das hat sich sehr bronzezeitlich angefühlt. Fruchtbarer dunkler Boden, vermutlich nahe des Flussbecken auf dem Getreide wächst. Eine herrische Frau, die den inbegriff der ungezähmten Natur an der Kette führt und sich zu nutze macht. (Das Konflikt Natur vs. Zivilisation soll ich auch in der Domestizierung der Tiere widerspiegeln. Hunde sind noch nicht gezähmt, deshalb gibt es ja auch Wolfweiber, die das im Grunde gerade probieren auf ihre Art. Bisher sind denke ich nur Hühner, Kühe und vielleicht Pferde und Katzen domestiziert.)

Zitat
Wenn du keine Seefahrt und keine Wälder magst, ist es dein gutes Rest sie wegzulassen... aber ich finde das bei den eigentlich recht coolen Vibes, die dein Setting ausstrahlt, fast schade. Vielleicht könnte es vielmehr Gründe geben, warum Menschen nicht in Wälder oder aufs Wasser gehen (vielleicht ist das Meer tatsächlich derart urtümlich, dass außer Küstenschifffahrt niemand weiter rausfährt oder es könnte sogar einen mythologischen Grund dafür geben, warum das so ist; erste Idee: Vielleicht ist das Meer grundsätzlich das Reich der Toten?)
Wälder gibts ja. Nadelwälder. ;D Jetzt wo ich meine Karte Globus habe kann ich schonmal sagen, es dass der Ozean (grau) riesig ist und es im Grunde nichts zu erkunden gibt. Küstenfahrten wären aber sehr denkbar. Ohnehin habe ich schon seit Jahren ein rotes Wachsmeer. Im Sommer ist es so heiß, das Wachs ist flüssig. Aber im Herbst wird das Wachs starr und die Wellen frieren zu Dünen ein. Große Dochte sprießen aus dem Boden und entzünden sich. In der Nacht sich man nun ein romantisches Kerzenmeer und in den Grotten die die Flammen geschmolzen haben, vergnügen sich die Flammen-/Wachsnymphen miteinander.
Am Tage zieht eine Giraffenkaravane durch diese unwirkliche Landschaft. Das Wachs wölbt sich von unten. Die Karawane rennt auf ihren Stelzen, als der Boden aufbricht und eine gewaltige Waljungfrau aus den öligen Tiefen auftaucht. Mit einer Bewegung schüttelt sie ihr Haar und dicke Tropfen fallen zu Boden. Neugierig sieht sie der fliehnden Karawane zu und streckt sich um die Giraffe am Hals zu packen und mit dem armen Tier zu spielen. Die Giraffe brüllt doch *knack* der lange Hals hängt schlaff in der Hand der Waljungfrau.

Ist jetzt nicht ganz Cthulhu, aber Waljungfrauen sind schonmal ein guter Grund nicht aufs Meer rauszufahren...

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Re: [Poly] Bronzezeit und lustige Stimmen
« Antwort #30 am: 13.05.2022 | 19:44 »
Hunde wurden in der Steinzeit domestiziert
“Uh, hey Bob?”
“What Steve?”
“Do you feel like we’ve forgotten anything?”
Sigh. “No Steve. I have my sword and my bow, and my arrows and my cloak and this hobbit here. What could I have forgotten?”
“I don’t know, like, all of our stuff? Like the tent, the bedroll, my shovel, your pot, our cups, the food, our water, your dice, my basket, that net, our spare nails and arrowheads, Jim’s pick, my shovel, the tent-pegs…”
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Re: [Poly] Bronzezeit und lustige Stimmen
« Antwort #31 am: 13.05.2022 | 19:55 »
Zitat
Hunde wurden in der Steinzeit domestiziert
ähhh, jaaaa das ist korrekt für unsere Welt. Wir sprechen aber über meine Welt.

Offline Lichtschwerttänzer

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Re: [Poly] Bronzezeit und lustige Stimmen
« Antwort #32 am: 13.05.2022 | 20:57 »
Fair genug
“Uh, hey Bob?”
“What Steve?”
“Do you feel like we’ve forgotten anything?”
Sigh. “No Steve. I have my sword and my bow, and my arrows and my cloak and this hobbit here. What could I have forgotten?”
“I don’t know, like, all of our stuff? Like the tent, the bedroll, my shovel, your pot, our cups, the food, our water, your dice, my basket, that net, our spare nails and arrowheads, Jim’s pick, my shovel, the tent-pegs…”
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Offline Kurna

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Re: [Poly] Bronzezeit und lustige Stimmen
« Antwort #33 am: 13.05.2022 | 21:30 »
Hört sich bis jetzt durchaus spannend an.

Und so eine Bürste als SL-Utensil kann ja auch sehr praktisch sein, wenn die Spieler*innen zu aufsässig werden. Einfach über das Knie legen und bam, bam, bam.  >;D
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Offline Blizzard

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Re: [Poly] Bronzezeit und lustige Stimmen
« Antwort #34 am: 14.05.2022 | 21:22 »
Ich habe aktuell fünf Archetypen; ein oder zwei mehr würden nicht schaden, aber mal sehen. :)
Ich will ja nicht unken, aber handelt es sich dabei wirklich um 5 Archetypen ? Für mich liest sich das eher wie 2 Fraktionen/Völker (Amazonen & Chiruu) und 3 "Charakterklassen" ( Kämpfer/Hexe/Wolfsweib). Ein Archetyp wäre aber für mich z.B. eine Chiruu-Hexe.

Zitat
Ich würde gerne noch sowas wie eine Vampirklasse haben.
Mit sowas wäre ich vorsichtig, denn so etwas ist-wie die Erfahrung gezeigt hat- schwer (ordentlich) zu balancen.

@Blizzard
Hmm, ich bin der Meinung, dass die OSR gerade gut für sowas wäre, da sie explizit ermutigt schlau seine Umgebung zum Vorteil zu nutzen, denn der direkte Kampf ist das gefährlichste was man tun kann.
Bist du dir sicher, dass die OSR so etwas tut und da nicht einem Trugschluss erliegst?
Wenn du so etwas wie " das Seil vom Kronleuchter durchschießen, das dann stylish aber weniger effizient als ein direkter Angriff ist" drin haben willst (und das willst du ja ganz offensichtlich), dann willst "Style over Substance" in deinem System haben. Dagegen ist absolut nix einzuwenden- nur passt die OSR da in meinen Augen halt gar nicht dazu. Da bräuchtest du imho ein System, was weniger tödlich und mehr heroisch (angehaucht) ist, als die OSR.
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Re: [Poly] Bronzezeit und lustige Stimmen
« Antwort #35 am: 15.05.2022 | 14:01 »
Zitat
Und so eine Bürste als SL-Utensil kann ja auch sehr praktisch sein, wenn die Spieler*innen zu aufsässig werden. Einfach über das Knie legen und bam, bam, bam.  >;D
Leider sind meine aktuellen Spielerinnen dafür weniger zu haben. ^^

Zitat
Mit [einer Vampirklasse] wäre ich vorsichtig, denn so etwas ist-wie die Erfahrung gezeigt hat- schwer (ordentlich) zu balancen.
Sehr gut, dann habe ich ja eine Herausforderung. ;D Wo ist das Problem dabei? Blutsaugen und Lebenspunkte auffüllen? Biss statt Waffenangriff? Vielleicht kann ich Vampirin und Nekromantin zusammenbringen.

Zitat
Ich will ja nicht unken, aber handelt es sich dabei wirklich um 5 Archetypen ?
Wenn dir ein passendere Begriff einfällt wär das super. :D Klassisch Oldschoolig habe ich halt keine unterscheidung zwischen dem Volk und der Klasse. In D&D (1974) und D&D Basic (1981) gab es dir Klassen Fighter, Magic User, Cleric, Dwarf, Elf, Hobbit/Halfling, Thief und genau diese gibt es ja bis heute in OSR Systemen, Lamentations of the Flame Princess zum Beispiel.
Eine Chiruu-Hexe wird es somit nicht geben.

Zitat
Bist du dir sicher, dass die OSR so etwas tut und da nicht einem Trugschluss erliegst?
Ich glaube wir verstehen unter der OSR sehr unterschiedliche Dinge, deshalb habe ich mal lieber Recherche betrieben und nachgelesen in Principia Apocrypha. Die Pricipia hat den Anspruch die hinterliegenden Spielprinzipien der OSR zu erklären und wurde auch schon vom Gruftschreckenpodcast in Folge 1 behandelt und gelobt, daher nehme ich sie als vertrauenswürdige Quelle an und sie informiert was ich unter der OSR verstehe.

Darin steht z.B:
Zitat
Klugheit wird belohnt, nicht vereitelt
Sei großzügig, wenn deine Spieler clevere Lösungen für Probleme finden, solange sie im Bereich des Möglichen liegen. Wenn die Aktion unwahrscheinlich oder gefährlich ist, fordere einen Rettungswurf oder Fähigkeitscheck, verbiete aber nur dann eine kreative Lösung, wenn sie eindeutig unmöglich ist.
Wenn Spieler eher nicht zum kreativen Denken neigen, konfrontiere sie mit Situationen, die fast unmöglich „mit dem Kopf durch die Wand“ zu bewältigen sind, und belohne sie schon für nur leicht kreative Lösungen. Eines deiner Ziele als SL ist es, diese „OSR“-Mentalität zu fördern. Zögere nicht, deinen Spielern zu sagen, dass Köpfchen sie weiterbringt als rohe Gewalt.
Gib ihnen im Zweifelsfall einen Vorteil, wenn sie in der Fiktion daran gearbeitet haben, sich die Oberhand zu verschaffen. Scheue dich nicht, einen regelmechanischen Vorteil zu geben.
Zitat
Lass sie die Welt manipulieren
Der Fokus des Spiels sollte auf der kreativen Problemlösung liegen, nicht auf roher Gewalt – also gib den Spielern Werkzeuge, um das reizvoll zu gestalten. Wenn du den Spielern Werkzeuge gibst, eröffnet ihnen das neue Wege, um mit der Welt zu interagieren. Füge Elemente hinzu, die es den Spielern ermöglichen, die Welt nach ihrem Willen zu verändern.

"Kronleuchter von der Decke schießen" lässt sich eindeutig als ein Beispiel der OSR Prinzipien nehmen.

Variety

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Re: [Poly] Bronzezeit und lustige Stimmen
« Antwort #36 am: 15.05.2022 | 14:07 »
Hast du schon einen fertigen Pitch für dein Sword & Sorcery-Setting erstellt, so dass man sich geschwind einen Überblick über das Projekt verschaffen kann? Oder ist alles noch im Werden?

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Re: [Poly] Bronzezeit und lustige Stimmen
« Antwort #37 am: 15.05.2022 | 14:16 »
Hmm, ich hab noch nicht die Notwenigkeit eines Pitches gesehen. Dementsprechend habe ich keinen.
Fehlt dir ein Pitch, um in diesen Thread einzusteigen?

Variety

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Re: [Poly] Bronzezeit und lustige Stimmen
« Antwort #38 am: 15.05.2022 | 14:28 »
Fehlt dir ein Pitch, um in diesen Thread einzusteigen?

In diesen Thread einsteigen möchte ich gar nicht, sondern mir einen schnellen Überblick über dein Sword & Sorcery-Setting (und dessen inspirativer Wucht) verschaffen. Dass du keinen hast, ist aber nicht schlimm. Viel Freude beim Basteln.

Offline flaschengeist

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Re: [Poly] Bronzezeit und lustige Stimmen
« Antwort #39 am: 15.05.2022 | 20:25 »
@flaschengeist
Genau Vor- und Nachteil soll potentiell für jeden Wurf möglich sein.
Bisher fahre ich mit d4-d12 ganz gut. :)
Danke, für den Risus-Tipp. Ich finds cool, dass die das einfach "Klischees" nennen. ^^
Ich nehme jetzt einfach mal an, dass das Problem "Bauer kann so gut kämpfen wie Schwertmeister" zufriedenstellend gelöst ist, ja? :)

Für ein sehr einfaches System wie Poly finde ich das zufriedenstellend. Du könntest zusätzlich den Archetypen Waffenfertigkeiten zuordnen und festlegen, dass eine ohne passende Fertigkeit geführte Waffe zu Nachteil führt. Somit ist der Abstand zwischen Schwertmeister (als Platzhalter für gut trainiertere Kämpfer) und Bauer (als Platzhalter für Max Mustermann der Fantasy-Welt) noch ein Stück größer, ohne dass das System signifikant komplizierter wird.
Perfektion ist nicht dann erreicht, wenn es nichts mehr hinzuzufügen gibt, sondern dann, wenn man nichts mehr weglassen kann (Antoine de Saint-Exupéry). Ein Satz, der auch für Rollenspielentwickler hilfreich ist :).

Offline Blizzard

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Re: [Poly] Bronzezeit und lustige Stimmen
« Antwort #40 am: 15.05.2022 | 22:07 »
Sehr gut, dann habe ich ja eine Herausforderung. ;D Wo ist das Problem dabei? Blutsaugen und Lebenspunkte auffüllen?
Das wäre ein Beispiel- je nachdem, wie du die Vampire gestalten willst.

Zitat
Biss statt Waffenangriff?
Halte ich eher für unproblematisch, solange der Biss dem Waffenangriff nicht hinterherhinkt.

Zitat
Wenn dir ein passendere Begriff einfällt wär das super. :D
Beispielcharaktere?
Zitat
Klassisch Oldschoolig habe ich halt keine unterscheidung zwischen dem Volk und der Klasse. In D&D (1974) und D&D Basic (1981) gab es dir Klassen Fighter, Magic User, Cleric, Dwarf, Elf, Hobbit/Halfling, Thief und genau diese gibt es ja bis heute in OSR Systemen, Lamentations of the Flame Princess zum Beispiel.

Ein "klassischer" Archetyp hat ein Volk oder Fraktion, der er angehört oder von dem er stammt. Und eine Charakterklasse oder Beruf oder whatever. Zumindest die Archetypen aus den Systemen, die ich in den letzten 20 Jahren gespielt und geleitet habe. Und das waren nicht wenige.
 
Zitat
Ich glaube wir verstehen unter der OSR sehr unterschiedliche Dinge, deshalb habe ich mal lieber Recherche betrieben und nachgelesen in Principia Apocrypha. D
Darin steht z.B: ...
Das ist durchaus möglich, dass wir beide von der OSR unterschiedliche Vorstellungen haben.
Zu dem was in der Principia Apocryha steht nur 2 Anmerkungen:
1. Da steht auch, dass eine hohe Wahrscheinlichkeit zu sterben zu OSR dazu gehört (wohlgemerkt als 1.Punkt). Und steht damit für mich im Widerspruch zur besagten "Kronleuchter-Aktion".
2. Zu den beiden Punkten, die du daraus zitiert hast: "Klugheit wird belohnt und nicht vereitelt" und "Lass sie die Welt manipulieren" sind doch nichts OSR-Spezifisches. Ersteres gilt für jede RPG-Runde (zumindest versuche ich immer, die Klugheit der Spieler in meinen Runden zu belohnen) und das Zweite gilt auch für jede Runde bzw. für jeden SL.

Für mich klingt das so, wie wenn du versuchen würdest einen angestrebten oder erwünschten Spielstil seitens deiner Spieler/-innen mit einem Regelsystem zu kombinieren, das mir dafür nicht wirklich kompatibel erscheint.

Aber gut. Ich merke gerade, dass ich beginne, mich zu wiederholen. Und ich denke, dass ich mich deswegen auch so ganz allmählich von der Bronzezeit verabschieden und hier aussteigen werde.

Ich wünsche Dir dennoch weiterhin viel Erfolg mit deinem Projekt.
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Re: [Poly] Bronzezeit und lustige Stimmen
« Antwort #41 am: 23.05.2022 | 11:40 »
Yay! Ich hab endlich geleitet. Ohh wow, war ich aufgeregt. *umfall*
Aber das meiste hat wirklich gut geklappt :D
Ich bin total zufrieden mit meinem System bisher.
Es hat gute Dienste bewiesen, ich konnte easy abschätzen was der Zielwert einer Probe ist: 12 leicht, 14 normal, 16+ schwer
Ich hatte mir auch überhaupt nicht überlegt wie viele Lebenspunkte die Gegner haben und wie viel Schaden sie machen auch das hat wunderbar geklappt. d4 Schaden beim ersten hinunterstürzen, d8+3 Schaden der Wühlhyäne und die wurde schnell enthauptet. Es hat wunderbar funktioniert!
Marschordnung habe ich vergessen zu fragen, das ist wichtig fürs Dungeoncrawling habe ich gelernt. ^^

Was noch sehr offensichtlich fehlt sind:
-Zauber
-ein vorgefertigter Charakterbogen zum Ausfüllen
-eine leichtere Erklärung der Klassen, damit das Charaktererstellen auch so schön schnell geht. :D
Was ich auch noch ergänzen möchte ist:
-ein Wurf, ob ein NPC erkrankt ist seit der letzten Spielrunde
-ein Moralwurf der ein bisschen das Verhalten der Gegner steuert (ob sie feindlich sind, oder ob sie fliehen)

Ich bin super happy! Ich werd vielleicht doch endlich mal Spielleiterin  ;D
« Letzte Änderung: 23.05.2022 | 11:43 von Tö »