Autor Thema: [Monster of the Week] Smalltalk  (Gelesen 990 mal)

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Offline tartex

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[Monster of the Week] Smalltalk
« am: 1.11.2022 | 12:14 »
Nachdem MotW ja anscheinend doch ein Dauerbrenner bleibt, denke ich es verdient seinen eigenen Smalltak.

Ich leite gerade eine Kampagne und wir haben es bis jetzt zur 8. Session geschafft - und sind noch im zweiten Mystery. Ende ist nicht in Sicht.

Die Steigerungsmöglichkeiten werden auch nicht so schnell ausgehen. Eine Spielerin hat allerdings nur noch einen Punkt Luck.

Wie lange habt ihr MotW gespielt? Wieviele Sessions? Ganze Kampagnen?
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Offline Verpennter Nerd

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Re: [Monster of the Week] Smalltalk
« Antwort #1 am: 1.11.2022 | 17:23 »
Inspiriert durch die Beastbusters Kurzkampagne von Keep on rolling hab ich einen 3 Teiler um ein Buch und ein wiederkehrendes Ritual in Arbeit.

Der erste Teil ist schon erledigt - spielte 1920 in Hamburg und benutzte Mythos World als Regelwerk.

Der zweite und dritte Teil baut auf den Handlungen des ersten Teils auf, wird aber in 2020 spielen mit MotW und anderen Charakteren...wobei eine Spielerin mit dem Monsterous Playbook liebäugelt, um ihren Charakter weiter zu spielen.

Part 1 war für mich das dritte Mal mit einem Pbta System und so langsam werde ich damit warm, glaube ich ;D
Und ich hoffe, es klingt nicht zu sehr nach Selbstbeweihräucherung, aber laut den Rückmeldungen meiner Spieler*innen gelang es mir wohl tatsächlich, eine gruselige Atmosphäre
aufzubauen...

Offline tartex

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Re: [Monster of the Week] Smalltalk
« Antwort #2 am: 1.11.2022 | 19:56 »
Cool!

Gibt es da auch was in Notizenform?

Ich bringe gerade das erste Mystery meiner Kampagne zu Bildschirm, bin aber noch nicht fertig: Werechildren of the Great Mother

Nachdem wir auf Englisch spielen, ist das Mystery auch in der Sprache.
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Offline tartex

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Re: [Monster of the Week] Smalltalk
« Antwort #3 am: 2.11.2022 | 09:40 »
Hat eigentlich schon jemand Erfahrung mit den ganzen zusätzlichen Playbooks?

Ich hatte immer Sorge, dass es zu monsterlastig werden könnte, aber in meiner jetzigen Runde habe ich sowieso:

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Offline bolverk

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Re: [Monster of the Week] Smalltalk
« Antwort #4 am: 2.11.2022 | 10:46 »
Wie lange habt ihr MotW gespielt? Wieviele Sessions? Ganze Kampagnen?

Wir haben knapp ein Jahr lang gespielt, ziemlich viele Sessions, etwa 75, würde ich schätzen. Die Gruppe hat es oft recht gemütlich angehen lassen, da wurde oft irgendwelcher Nebenkram ausgespielt, wir haben diverse Sssions ohne einen einzigen Würfelwurf verbracht. Wenn es um die Wurst ging, war allerdings deutlich mehr Tempo drin. Die Spielleiterin hat sich nie so recht an das System gewöhnt, glaube ich. Zu schnell, zu abstrakt. Die Spieler hatten genausoviel Spaß am ausspielen von ausgedehnten Nachforschungen (die das System nicht hergibt, das war zum Ende hin der Hauptknackpunkt der Runde), ausgiebiger Interaktion mit den diversen NSC und diverser SC-Seitenprojekte.

Unser Szenario war Berlin in den 20ern, angereichert mit einem Haufen "typisch" deutscher Fabelwesen, ein paar selbst ausgedachten und den obligatorischen magischen/untoten/werwesen-Subkulturen. Ich habe nach dem Ende der Runde angefangen The Dresden Files zu lesen, weil ich noch mehr Bock auf Urban Fantasy hatte und die Ahnlichkeiten waren teilweise frappierend. Allerdings bin ich mir sicher, dass unsere Spielleiterin keine Berührungspunkte mit TDF oder etwa der WoD hat.

Die Playbooks, die wir im Laufe des Spiels verwendet haben sind The Chosen, The Pararomantic, The Monstrous, The Expert, The Spellslinger und The Hex.
Zum Ende des Spiels war mein Charakter so ausgelevelt, dass nur noch Tod oder Rente zur Auswahl gestanden hätte, der Rest der Charaktere war deutlich (so um die 30xp) hinterher, da die Gruppe immer zuerst die Attributssteigerungen gewählt hat und allgemein eher vorsichtig vorgegangen ist. Im Gegensatz dazu habe ich eine Tonne zusätzlicher Moves genommen und meinen Charakter nach Strich und Faden in Gefahr gebracht, um das Tempo wenigstens etwas zu erhalten.

Was überhaupt nicht funktioniert hat:
Einer unserer Spieler spielt gerne "optimal", d.h. er hat versucht, das System zu powergamen, seinen Charakter unverwundbar zu machen, was auch rech gut geklappt hat. Der Charakter, The Monstrous, war eine Art Succubus, die fast keinen Schaden eingesteckt hat, ähnlich ausgeteilt hat wie der Chosen, ständig und überaus erfolgreich Magie eingesetzt hat und außerdem der Gruppenheiler war. Das hat das Spiel an der einen oder anderen Stelle ausgehebelt. Als Spielleiter hätte ich sehr viel mehr darauf geachtet, was für Moves gewäht werden und konsequenter das Ausspielen des Charakterkonzeptes gefordert. Der Succubus hat sich von "Lebenskraft" ernährt, die er Menschen während des Geschlechtsaktes abzieht. Das ist stndig gehandwedelt worden, weil das Thema der Spielleiterin spürbar unangenehm war.
Zusätzlich sind die Spieler oft sehr vorsichtig vorgegangen, was stellenweise der Agenda der Jäger wiedersprochen hat. Ich habe dann meinen Charakter (die Hex) in diesen Fällen oft vorgeschickt, was die Gruppe in Zugzwang gebracht hat.
Nachforschungen. Wir haben den alternativen Move aus dem Tome of Myteries verwendet, weil es unserer Spieleiterin wiederstrebte, beim ersten Wurf die Art des Monsters periszugeben. Das hat die Runde tatsächlich teilweise erheblich ausgebremst und manch ein Abenteuer auf vier oder mehr Sessions ausgedehnt.

Schließlich wurde die Kampagne beendet, da die Schere zwischen Spielleiter- und Spielererwartung (die Abenteuer wurden länge, die Monster waren oftmals einfach keine Monster sondern übernatürliche Phänomene, wir steckten nachforschungsseitig ziemlich oft in einer Sackgasse) weiter aufklaffte, und wir letztendlich keinen gemeinsamen Nenner gefunden haben. Im Nachhinein würde ich sagen, dass ein "traditionelleres" System für unsere Art Spiel besser gepasst hätte, das System stand aber nie in der Kritik, der komplette regelseitige Teil kam sehr gut an. Wenn es tatsächlich ein Monster zu bekämpfen gab, hat das Spiel für uns alle eigentlich gut funktioniert. Insgesamt hatten wir Spaß, was hauptsächlich am Szenario und dem miteinander der Charaktere und den raren Momenten, wo wir mal so richtig reinhauen konnten, lag.
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Offline tartex

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Re: [Monster of the Week] Smalltalk
« Antwort #5 am: 2.11.2022 | 13:00 »
Interessante Analyse!

Ich hatte eigentlich nur 3 Probleme bisher:

Das erste ist schon ein paar Jahre her: Kopfschuß/Hinrichtung gegen Spielercharakter?

Das zweite hat mit der Crew des Crooked zu tun: ich tue mir als Spielleiter etwas schwer das völlig erzählerisch zu handhaben, wenn der Gauner seine 3 Leute ansetzt. Ich liebe ja den Zufallsgenerator, den ein Rollenspiel normalerweise liefert, um zu unerwarteten Ergebnissen zu kommen. Stattdessen soll ich hier dann meines Verständnisses nach einfach den Erzählonkel mimen.

Das dritte Problem ist eigentlich keines, sondern ändert nur meine Art Abenteuer vorzubereiten. Ich plane von Anfang an schon eine Kette von Indizien, die jeweils zum nächsten Zeugen oder zum nächsten Indiz führen, damit das Abenteuer gestreckt wird, weil jeder Ermittlungswurf ja schnell abgehandelt wird. Irgendwie fühlt sich das für mich nach Cheaten an - weil es eigentlich von Anfang an darauf ausgelegt ist, dass die Lösung/das Monster nicht sofort durchschaubar ist. Aber das ist wohl wie Detektivgeschichten funktionieren. Keine Ahnung - kenne mich da nicht so aus.
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Offline Olibino

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Re: [Monster of the Week] Smalltalk
« Antwort #6 am: 2.11.2022 | 19:28 »
Ich habe bisher 2 Kampagnen gespielt.

Die eine habe ich selber geleitet, ausschließlich mit bereits fertigen Mysteries, manche waren noch von google+, manche von tome of mysteries etc.. 20 Sessions, jeweils eine Session pro mystery. Für die Kontinuität hatte ich ein paar wiederkehrende NSCs gehabt und jeweils als bystander in die mysteries eingebaut. Und wenn die Spieler nicht so richtig weiterkamen haben die Monster etwas unternommen, dafür gibt es ja die mystery countdowns. Es war immer eine Mischung aus Ermittlungen, Beziehungen und Action.

Bei der anderen war ich Spieler, da haben wir in einer WG gewohnt und viele Beziehungen untereinander ausgespielt, a la Buffy. Aber auch da haben wir ca. alle 2 Spielabende ein mystery gelöst (selbst ausgedacht) und hatten auch einen übergreifenden arc. In Summe waren es 21 Sessions. Beziehungen standen sehr klar im Vordergrund, aber Ermittlungen und Action gab es jeweils auch etwas.

Es hat jeweils allen sehr viel Spaß gemacht.

Das Problem mit einem Power Gamer, der ein monstrous genommen hat und überall der beste war, hatten wir in der ersten Kampagne auch. Das haben wir aber noch vor der ersten Session erkannt und darüber geredet und einen Kompromiß gefunden (freiwilliger Verzicht auf Magie und ein maximum für den Rüstungsschutz). Ich glaube das gerade der monstrous nicht so gedacht ist, dass man ihn optimiert, sondern dass man ein Monster so abbildet dass es stimmig aber nicht überpowert ist.

Offline bolverk

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Re: [Monster of the Week] Smalltalk
« Antwort #7 am: 2.11.2022 | 22:27 »
Ich glaube das gerade der monstrous nicht so gedacht ist, dass man ihn optimiert, sondern dass man ein Monster so abbildet dass es stimmig aber nicht überpowert ist.
Absolut. Vor allem sollte sein Fluch auch ein wirklicher Nachteil sein. Ich hatte zuvor eine kürzere Kampagne selbst geleitet, in der ein Monstrous vorkam, der einerseits ein echtes Monster, andererseits nicht der kompletten Gruppe die Show zu stehlen in der Lage war. Unser Problem war, dass wir nicht erkannt haben, wohin die Reise geht, bis es zu spät war. Die ganze Geschichte ist eher unglücklich gelaufen.
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Offline Skarabäus

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Re: [Monster of the Week] Smalltalk
« Antwort #8 am: 3.11.2022 | 14:34 »
Was MotW angeht bin ich zugegeben ein Anfänger - ein paar Runden habe ich selber geleitet und fast ebenso oft durfte ich mitspielen. Es hat immer Spaß gemacht und ich werde dem System auch treu bleiben. Allerdings kann ich mir nicht vorstellen damit eine Kampagne zu leiten und bin erfreut zu lesen, dass andere hier das offenbar ohne Schwierigkeiten hinbekommen. Was für mich dagegen spricht sind hauptsächlich zwei Punkte:

1. Der gewollt episodenhafte Ablaufe einzelner Spielssessions erschwert (für mich) die Konzeption einer langlaufenden Kampagne. Mir ist noch kein Metaplot eingefallen, der zuverlässig jede Woche ein neues Monster ausspuckt und nicht repetitiv wird.

2. Wie bereits angesprochen, ist es recht einfach einen starken Charakter zu kreiern. Ein Powergamer in der Gruppe kann leicht die Spielfreude für andere trüben. Das liegt einfach daran, dass die Playbooks so unterschiedlich angelegt sind und ein Balancing vom System her nicht beabsichtigt ist (muss ja auch nicht). Das macht es für mich als SL schwierig allen Spieler*innen ihr Spotlight zukommen zu lassen - es geht, aber es ist mit zusätzlicher Anstrengung verbunden.

Von daher werde ich das System vermutlich auch weiterhin für One-Shots oder allenfalls kurze Handlungsbögen verwenden.

Offline tartex

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Re: [Monster of the Week] Smalltalk
« Antwort #9 am: 3.11.2022 | 17:05 »
Also mit der Kampagne habe ich keine Problem.

Ein Monster zu besiegen dauert bei uns sowieso 4 oder mehr Sessions. Und ich hätte auch keine Skrupel die hilfreiche Struktur mit dem Monster aufzubrechen, falls es repetitiv wird.

Selbst wenn man RAW spielen will, kann man ja auch das Monster als Metapher für andere Gefahren verwenden.
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Offline Skarabäus

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Re: [Monster of the Week] Smalltalk
« Antwort #10 am: 4.11.2022 | 16:57 »
Was mich gerade umtreibt:

Wie investigativ sind eure Abenteuer? Also wo liegt eure Balance zwischen Mystery (Geheimnis/Rätsel) und Monster kloppen?
Die Abenteuer bei MotW heißen zwar Mystery, aber etliche Playbooks bieten die Chance auch tiefschürfende Geheimnisse durch einen erfolgreichen Move zu lüften. Je nach Zusammensetzung der Gruppe sind die rätselhaften Hintergründe zu den Ereignissen rasch geklärt. Findet ihr das gut oder schlecht? Wie geht ihr damit um? Oder worauf legt ihr den Fokus bei euren Spielrunden?

Offline tartex

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Re: [Monster of the Week] Smalltalk
« Antwort #11 am: 4.11.2022 | 18:22 »
Wie gesagt: ich lege Indizienketten und man kommt an jeder Location nur einen Schritt weiter.

Ansonsten steht ja im Regelwerk auf S.129:

Zitat
It's About the Hunters, Not The Mystery
Another thing to remember is that although in each game of Monster
of the Week the hunters have a mystery to solve, this isn’t really a game
about solving mysteries. We want to see the hunters being awesome,
and that requires that they solve the mystery and find out your secrets
about what’s going on in the wider world. Then we see what they do
with the answers.
We play for the times when the hunters realise they need to do
something terrible, or put themselves in danger, or pull out all the
stops. When the hunters make those decisions, and we play out all the
consequences, that’s what this game is about.

Das heißt für mich, weniger rätseln, mehr Soap. Ist ja in den Fernsehserien auch nicht anders, oder?

Die Kämpfe sind jetzt nicht so spannend, dass mein Spiel darauf aufbaut.

Exploration von Orten und NSCs steht mehr im Mittelpunkt.
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Offline Skarabäus

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Re: [Monster of the Week] Smalltalk
« Antwort #12 am: 4.11.2022 | 18:57 »
Wie gesagt: ich lege Indizienketten und man kommt an jeder Location nur einen Schritt weiter.

Ansonsten steht ja im Regelwerk auf S.129:

Ich erinnere mich dunkel, das irgendwann mal gelesen zu haben...  ;)
Danke für die Gedächtnisauffrischung und die Zurechtrückung meiner Perspektive. Das hilft mir weiter.

Offline tartex

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Re: [Monster of the Week] Smalltalk
« Antwort #13 am: 10.11.2022 | 16:05 »
Ich habe ein Mission Field Report Formular für meine Professionals (der Flake hat auch das Agency-Trait genommen) gebastelt. Denn ihre Organistation (PAGAC - PanAgnostic Grave Action Committee) wurde mit dem Nachteil "Bürokratisch" ausgstattet.

Ist noch Work in Progress, aber ein erster Entwurf.
« Letzte Änderung: 10.11.2022 | 16:08 von tartex »
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Offline bolverk

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Re: [Monster of the Week] Smalltalk
« Antwort #14 am: 10.11.2022 | 16:25 »
Was mich gerade umtreibt:

Wie investigativ sind eure Abenteuer? Also wo liegt eure Balance zwischen Mystery (Geheimnis/Rätsel) und Monster kloppen?
Das war halt bei uns so ein Ding. Unsere Spielleiterin liebt so investigativen Kram und spielt oft entsprechende Charaktere. Die wollte uns nicht das Mystery mit einem Wurf lösen lassen, weshalb einfach alles bei uns ziemlich lange gedauert hat. Ich selbst war eher für kürzere Abenteuer zu haben, weil ich bei diesen Nachforschungssachen oft das Gefühl habe, ich tappe einfach nur im Dunkeln, wenn ich nicht genau die Fragen stelle, die der SL hören will, der Rest der Gruppe fand es zuerst ganz gut, aber nachdem wir dann einige male in der Sackgasse standen und die Mysteries teilweise echt lange dauerten, hatten wir eine Aussprache, die kurzfristig etwas erleichterung gebracht hat. Letztendlich haben wir die Kampagne aber genau deswegen beendet.

Als ich selbst geleitet habe, habe ich ein Mystery an zwei abenden durchgezogen. Da hatte ich den Nachforschungsteil deutlich zurückgeschraubt.
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Re: [Monster of the Week] Smalltalk
« Antwort #15 am: 10.11.2022 | 16:31 »
Ich erzähle eigentlich bei jeder Frage an jedem Ort irgendwas relevantes. Viel Häppchen, aber manchmal mag die Verbbindung zur konkreten Frage verloren gehen...
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Offline Olibino

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Re: [Monster of the Week] Smalltalk
« Antwort #16 am: 10.11.2022 | 23:12 »
Je nach Zusammensetzung der Gruppe sind die rätselhaften Hintergründe zu den Ereignissen rasch geklärt. Findet ihr das gut oder schlecht? Wie geht ihr damit um? Oder worauf legt ihr den Fokus bei euren Spielrunden?
Das Spiel heißt ja nicht umsonst Monster of the Week. Ich verstehe das schon so, dass man jede Woche ein neues Monster besiehen sollte. Das Spiel basiert ja auch unter anderem auf der Fernsehserie Supernatural, bei der man pro Folge einen Fall klärt und ein Monster besiegt. Also kurze knackige Spielabende mit einem Erfolgserlebnis am Ende. Hintergründe klären sollte vielleicht 1/4 des Spielabends ausmachen (ein paar Proben), damit noch genug Zeit für Beziehungen und für Action Szenen bleibt.

Offline Skarabäus

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Re: [Monster of the Week] Smalltalk
« Antwort #17 am: 11.11.2022 | 11:36 »
Das war halt bei uns so ein Ding. Unsere Spielleiterin liebt so investigativen Kram und spielt oft entsprechende Charaktere. Die wollte uns nicht das Mystery mit einem Wurf lösen lassen, ...

Ich glaube, hier liegt auch mein Problem. Man überlegt sich als Master of Monsters ein - wie man selbst findet - originelles Mysterium und wünscht sich dann, dass dieses von den Spieler*innen liebevoll-wertschätzend ;)  und Schicht für Schicht ausgepackt wird und sie die Zusammenhänge erkennen. Das kann auch für die Rätselnden spannend und unterhaltsam sein, aber wie von vielen hier richtig festgestellt, ist die Prämisse von MotW eine andere. Entsprechend versuche ich gerade den Schieberegler weg von komplexem Monsterhintergrund hin zu mehr Action zu rücken. Mal sehen, wie mir das glückt.


Offline tartex

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Re: [Monster of the Week] Smalltalk
« Antwort #18 am: 11.11.2022 | 12:54 »
Meine Spieler haben inzwischen nach weiteren 4 Sessions unser zweites Mysterium gelüftet. Also 8 Sessions für 2 Mysterien.

Das hat sich richtig angefühlt und wir hatten jedes Mal einen guten Mix aus Interaktion, Exploration und Action.

Unsere Sessions dauern halt auch nur zweieinhalb bis drei Stunden.

Als ich einmal einen One Shot in einer Session durchgeboxt habe, war das Mysterium irgendwie auch ein wenig schwach.

Die Struktur war bisher ungefähr so:
Erste Session: Ankunft an der Location und Interaktion mit NSCs (manche sind Rote Heringe), Verfolgung der ersten Spur mit Action gegen Minions
Zweite Session: Rückkehr zur Hauptlocation und neuer Blick mit Identifikation des Monsters und der NSCs, die damit unter einer Decke stecken
Dritte Session: ins Herz der Dunkelheit, Gefahrenort-Exploration (beinahe Dungeon Crawl), es kracht am Ende, Rückzug
Vierte Session: Konsequenzen der Welt fürs Verhalten bisher, Schwachpunkt des Monsters erkennen, nötige Vorbereitungen, finaler Kampf

Natürlich will ich das nicht immer so durchziehen, wird ja zu durchschaubar, aber es hat sich 2x organisch so ergeben.

Meine Charaktere ballern halt bisher gerne das Monster nieder ohne den entscheidenden Schwachpunkt erkannt zu haben und dann kommt es zu einer Rückkehr.

Wir spielen quasi immer eine Trilogie.  ;)  Hunters: A New Hope, The Monster Strikes Back, Return of the Hunters

Ich habe halt bisher immer zwei Monster-Fraktionen gehabt, die gegeneinander arbeiten, um das Mysterium komplexer zu machen.
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Offline Skarabäus

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Re: [Monster of the Week] Smalltalk
« Antwort #19 am: 11.11.2022 | 14:37 »
Meine Spieler haben inzwischen nach weiteren 4 Sessions unser zweites Mysterium gelüftet. Also 8 Sessions für 2 Mysterien.

Das hat sich richtig angefühlt und wir hatten jedes Mal einen guten Mix aus Interaktion, Exploration und Action.

Besser geht es nicht, als wenn es sich richtig anfühlt, finde ich.

Was ich bei One-Shots sehr vermisse, ist die Chance auf die Hintergrundgeschichten der Charaktere eingehen zu können, die oft sehr interessant und stimmungsvoll sind und somit viel Potential bieten würden. Spielten diese bei deinen Geschichten (bisher) eine Rolle?

Offline tartex

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Re: [Monster of the Week] Smalltalk
« Antwort #20 am: 11.11.2022 | 15:24 »
Die Hintergrund-Geschichte wird von den Spielern in Interaktion untereinander bisher am besten heraus gearbeitet. Da wird auch viel und toll improvisiert.

Ich merke, dass ich bei der Session wo nur zwei Spieler anwesend waren ich am meisten Gelegenheit hatte, was beizutragen. Normalerweise sind es vier Spieler und da bleibt weniger Raum für mich.

Ich versuche aber neue Mysterien am Hintergrund der Charaktere festzumachen. Als nächstes soll z.B. ein Charakter aus dem Hintergrund des Crooked eingebaut werden.
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Offline Merlchenmietz

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Re: [Monster of the Week] Smalltalk
« Antwort #21 am: 11.11.2022 | 23:59 »
Hat eigentlich schon jemand Erfahrung mit den ganzen zusätzlichen Playbooks?

Ich hatte immer Sorge, dass es zu monsterlastig werden könnte, aber in meiner jetzigen Runde habe ich sowieso:

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Ich habe das Gefühl, die neuen Spielbücher sind recht mächtig und ziehen viel Fokus auf sich. Vor allem, wenn man es mit den recht normalen Spielbüchern vergleicht, die es ursprünglich gab. Aber den Mad Scientist, Big Game Hunter, Chaos Bringer und Summoned in eine Runde zu packen, hat schon viel größenwahnsinniges Potential. Das muss man schon wollen.

Ansonsten eignen sich solche Bücher aber als Heldenklassen a lá Todesritter und Priester gut, wenn man die Dynamiken gut rüberbringen mag.

Als Spielleiter behalte ich mir da eindeutig (auch bei One Shots) das Recht vor Bücher zu sperren (Meddling Kid ist mein Hassbuch - so ein Schwachsinn), oder aber moderierend einzugreifen, bevor die Anfänger der Gruppe total schwierige Bücher in Massen rauskramen.

Offline Jaylee

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Re: [Monster of the Week] Smalltalk
« Antwort #22 am: 25.11.2022 | 09:40 »
Ich hänge mich hier mal dran.

Habe Mitte des Jahres MotW als play by text angefangen und leider hat der SL inzwischen keine Zeit mehr. So habe ich noch kein ganzes Mystery durch, aber mir hat das bisher sehr gut gefallen. Das war übrigens mein erster Berührungspunkt mit pbtA.

Gerade die gemeinsame Charaktererschaffung war bei uns toll (Ich war Spooky, sonst hatten wir noch Professional, Expert und Monstrous.) Allein durch die Hintergründe und Beziehungen hätten wir genügend Stoff für Metaplot gehabt, der auch in Richtung Kampagne geht, aber nicht unbedingt direkt was mit jedem Monster zu tun gehabt hätte. Ich hab mir das auch sehr in Richtung Soap vorgestellt und hatte schon antizipiert, dass sicher noch Monster auftauchen werden, die mit unseren jeweiligen Hintergründen zu tun haben.

Dass die Spielbücher unterschiedlich mächtig sind, den Eindruck hatte ich auch. Allerdings finde ich da kommt es immer mehr auf die Spieler als auf die Charaktere an und in meiner Gruppe gab es schon ganz deutlich eher den Ansatz zum gegenseitigen Staging (heißt das so, wenn man den Mitspielern ein Spotlight verschafft?), als zum Powergaming.

Investigativer Kram: Ich mag Investigation und war etwas enttäuscht, als nach einer kurzen Recherche unserer Expert schon ziemlich deutlich war, mit was genau wir es zu tun bekommen würden. Könnte sein, dass da die Vorstellung von SL und Spielerschaft bissle auseinanderging.

Jedenfalls finde ich den Ansatz mit Hinweisreihen auch spannend. Würdest du da mal eine beispielhaft umreißen, @tartex?
Schön unter Freunden zu sein. Keiner fragt, warum ich statt zu Bügeln lieber das Tagebuch meiner Charaktere schreibe.

Offline tartex

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Re: [Monster of the Week] Smalltalk
« Antwort #23 am: 25.11.2022 | 11:38 »
Jedenfalls finde ich den Ansatz mit Hinweisreihen auch spannend. Würdest du da mal eine beispielhaft umreißen, @tartex?

Ist ziemlich simpel: jeder Hinweis führt entweder zu einer neuen Person oder einem neuen Ort und dort gibt es wieder Hinweise.

Natürlich macht das nur Sinn, wenn es mehr als ein Monster/ einen Täter im Mystery gibt.

Z.B. wurde das Opfer, das die Jäger auf die Reihe ruft, von einem Minion getötet. Folgt man der Spur des Minions kommt man an einen Ort, wo dessen Leiche versteckt ist. Da kann man herausfinden, dass der Minion von einem Monster getötet wurde. Dieses Monster wurde von einer Konkurrenz-Agentur freigelassen, um das ursprüngliche Monster zu jagen. Die lokalen Jäger sind ihm auf den Fersen, aber denken es ist ein verkleideter Wilderer, und haben einen Verdächtigen dafür. Der hat tatsächlich Monsterkostüme im Haus. Er will eine Mockumentary drehen, nachdem er von den Gerüchten inspiriert wurde. Er hat auch eine Affäre mit der Bürgermeisterin und schleicht deshalb im Dorf rum.

Nur, was ich jetzt spontan während des Tippens improvisiert habe.

Und wenn es zu viel mit dem Rätseln wird, tauchen ein paar Minions oder auch nur ein lokaler Mob und wollen (mit einer bestimmten Motivation) die Jäger jagen.

Ich glaube es ist auch ziemlich gut, wenn Hinweise auf 2 Arten interpretiert werden können. Man findet z.B. ein Symbol und das ist sowohl am alten Altar sichtbar, aber es gab auch ein paar Autos, mit einem sehr ähnlichen Aufkleber. Welcher Spur wollen die Jäger jetzt folgen?
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