Ähnliche Fragen habe ich mir letztes Jahr ja auch gestellt. Ich war betrübt, wie schnell mein Bossgegner umgemacht wurde. Die Spieler fanden es toll und nicht antiklimatisch.
Meine Gruppe hatte zuletzt eine ähnliche Erfahrung: Die Zielperson wurde in ihrer befestigten Heimstadt mit allen Mitteln über zwei Spieltage hinweg ausgekundschaftet (DnD 3.5; jetzt 20. Stufe) - dabei geschah ein unverhergesehenes, schönes Intermezzo mit einem ihrer Schergen, der dabei umgedreht wurde - und dann haben sie die Zielperson innerhalb einer Runde erledigt: Als er schlief, haben sie sich hinteleportiert und zugeschlagen. Vier magiebegabte Charaktere der 19.-20. Stufe: Das Ziel konnte nicht einmal "Piep" sagen.
Meine Gruppe war aufgrund des schnellen, guten Kampfausgangs erleichtert und zufrieden, nein: glücklich. Im Kampf davor waren s i e es, die überrascht worden waren, und da war der Ausgang auch knapper. Sie waren jetzt also zumindest sehr zufrieden, vielleicht empfanden sie ihre Sieg auch als eine Art "poetische Gerechtigkeit".
Es ist dabei hervorzuheben, dass wir ja nur selten spielen, vielleicht 5 Mal im Jahr. Bei solchen Selten-Spiel-Runden greifen andere psychologische Mechanismen als bei Runden, die einmal in der Woche spielen.
Letztere langweilen sich vielleicht schneller, sie trauen sich mehr zu und wollen mehr Abwechslung, sie fühlen sich wohl auch sicherer in der Beherrschung ihrer Zaubergrad-IX-Potentiale.
Ich glaube, meine Gruppe ist vor jedem Kampf gleich nervös, und sie nehmen sich gerne viel Spielzeit, um sich "jedes Mal neu" in das Offensivpotential ihrer SCs reinzufuchsen, weil sie relativ gesehen höchstens alle 6 Monate einen Kampf erleben (denn unsere Kämpfe ziehen sich selten über zwei Spieltage hinweg).