Autor Thema: Combat as War vs. Combat as Sport  (Gelesen 515 mal)

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Online nobody@home

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Re: Combat as War vs. Combat as Sport
« Antwort #25 am: Heute um 15:34 »
Eine SL sollte eigentlich in keinem Fall als Gegner wahrgenommen werden.

Was in dieser Formulierung natürlich das Schlupfloch offenhält, daß die SL absolut der Gegner der Spieler sein darf, solange sie sich dabei nur nicht erwischen läßt... >;D

Eigentlich stoßen wir hier aber, denke ich, einfach nur mit der Nase darauf, daß das Medium "Rollenspiel" bestimmte Rollen oder Nischen, die anderswo mehr oder weniger scharf getrennt werden, fröhlich-bedenkenlos miteinander verquickt. So, wie ich als Spieler sowohl Darsteller als auch Publikum und wohl auch noch ein bißchen meine Figur selbst zugleich sein soll, wird von mir als SL eben verlangt, simultan den zumindest symbolischen Gegenspieler und den bitteschön neutral oder gar wohlwollend sein sollenden Schiedsrichter in Personalunion zu geben...ist halt so.

Offline Haukrinn

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Re: Combat as War vs. Combat as Sport
« Antwort #26 am: Heute um 16:21 »
Diese Einvernehmlichkeit sehe ich selbst bei den vorliegenden Modellen noch gar nicht gegeben. Oder siehst du das anders?

Nein, sehe ich genauso. Aber das ist auch nicht die Aufgabe der Modelle. Wenn ich Spieledesigner bin, und ich möchte da einen Fokus setzen, dann ist das meine Aufgabe das in meinem Spiel klar beschrieben, damit wird die Vorgabe Teil der Rules as Written. Für mich ist das auch der zentrale Knackpunkt, ich möchte nämlich kein Regelwerk, sondern eine Spielanleitung in der der Autor mir sagt, wie er denkt, dass man das Spiel spielen sollte. Und daran mangelt es meist. Ich mein, selbst AD&D fehlt das weitestgehend (wird dann dort durch die Lithurgie der interpretierenden Priesterschaft ergänzt).  ;D

Natürlich bleibt dann immer noch offen, ob die Gruppe sich daran hält oder nicht. Aber das ist dann eine Frage des (impliziten) Gruppenvertrags.

„Combat as Sport“ zielt darauf ab, RPG-Kämpfe zu einem ausgeglichenen Kampf zwischen gleichwertigen Gegnern zu machen, bei dem Sieg oder Niederlage nach dem Würfeln der Initiative durch den taktischen Einsatz von Klassenfähigkeiten und -eigenschaften entschieden werden.

„Combat as War“ zielt stattdessen darauf ab, das Sandbox-Potenzial von TT-RPGs in den Vordergrund zu stellen und die Spieler dazu anzuregen, Strategien außerhalb des Kampfes einzusetzen, um Kämpfe so unausgewogen wie möglich zu gestalten – indem sie Brunnen vergiften, Feuer legen oder Fallen aufstellen.

Wäre das für dich als Basis erstmal passend?

Ne, garnicht. Das ist mir viel zu spezifisch. Ich würde das viel allgemeiner sehen. Indikatoren für CoS wären für mich:

- Faire Informationslage und ausgeglichenes Kräfteverhältnis zwischen beiden Parteien
- Der Konflikt ist ein Wettstreit der gewonnen werden will
- Gewinnen des Konflikts heißt dabei taktisch kluge Anwendung der Regeln
- Weitere Konsequenzen eines Konflikts beschränken sich meist auf Ressourcenverluste

CoW:

- Es erfolgt keine vorherige Balance der Konflikte (weder in Richtung Spielende noch in Richtung Gegner)
- Der Konflikt ist eine gefährliche Situation, die überstanden werden will
- Der eigentliche Konflikt kann oft umgangen werden
- Aktionen der Spielenden können den Konflikt zu ihren Gunsten beeinflussen oder es zu erlauben, ihn komplett zu umgehen bzw. die gefährliche Situation in eine ungefährliche Situation umzuwandeln
- Fokus liegt damit nicht auf der Taktik im Konflikt sondern in der Strategie der Vorbereitung
- Konsequenzen eines ausgetragenen Konflikts sind in der Regel dauerhaft und schwerwiegend
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Offline Issi

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Re: Combat as War vs. Combat as Sport
« Antwort #27 am: Heute um 18:06 »
Als Ganzes? Ja. In Kampfencountern? Jain. Wenn ich ein Spiel spiele, in dem es unter anderem darum geht taktische Herausforderungen zu meistern (CoS) dann brauche ich einen Gegenspieler. Das ist der Job der SL. Wenn sie das nicht tut, gegen wen gewinne ich dann?
Ich versuche es mal anders: Wenn eine Figur in einem Kampf (In dem Du Gegner zwecks Herausforderung spielst) umkommt, fühlst Du Dich dann als Sieger?

Wahrscheinlich nicht.
Über einen TPK müssen wir gar nicht erst reden.

Oder noch anders:
Würdest du die Gegner so gerissen und gemein spielen, wie sie innerhalb der Welt sein müssten, wäre deine Chance auf Tote (SC) deutlich höher.
Und da  Du es als SL nicht schaffst, dein gesamtes Meta- und Regelwissen zu vergessen,  doppelt.

Und genau deshalb wird von SL erwartet, dass sie ihre Gegner dümmer und naiver spielen als sie sind.
Weil sie eben die Gegner für die Spieler spielen nicht gegen sie .