Nächste Woche geht meine Kampagne in die zweite Runde. Ich arbeite an einem Abenteuerrahmen dafür:
Abenteueridee: Tannbruck – Die zerstörte Brücke
Dieses Abenteuer spielt in einem kleinen Dorf an einer wichtigen Handelsroute. Mehrere Fraktionen verfolgen unterschiedliche Ziele, während gleichzeitig eine unbekannte Gefahr aus dem Norden auftaucht.
Die Spieler müssen herausfinden, was wirklich passiert – und entscheiden, wo sie eingreifen. Währenddessen entwickelt sich die Situation im Dorf weiter.
Das Szenario eignet sich besonders gut für längere Spielabende, weil viele Ereignisse parallel passieren.
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Die Ausgangssituation
Die Helden erreichen das Dorf Tannbruck.
Tannbruck liegt an einer Handelsstraße, die von Süden durch das Dorf führt und über eine hölzerne Brücke einen Fluss überquert. Jenseits der Brücke beginnt ein großes Waldgebiet im Norden.
Doch als die Helden ankommen, ist die Brücke bereits zerstört.
Ein Teil der Konstruktion ist eingebrochen, tragende Balken sind gebrochen und die Straße endet abrupt am Flussufer. Ein Übergang ist im Moment unmöglich.
Mehrere Händler sitzen im Dorf fest.
Handwerker versuchen zu klären, ob und wie die Brücke repariert werden kann.
Im Dorf breiten sich Gerüchte und Spannungen aus.
Zusätzlich passieren merkwürdige Dinge:
• Werkzeuge der Handwerker scheinen beschädigt oder manipuliert
• Tiere reagieren ungewöhnlich nervös
• Im Fluss treiben gelegentlich tote Tiere aus dem Wald herab
• Die Holzfäller aus dem nördlichen Lager sind verschwunden
Niemand weiß, ob diese Dinge miteinander zusammenhängen.
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Der wirtschaftliche Konflikt hinter der Sabotage
Die zerstörte Brücke ist kein Zufall.
Im Hintergrund läuft ein wirtschaftlicher Machtkampf zwischen Händlergilden.
Die Händlergilden im Süden versuchen seit einiger Zeit, ihre Konkurrenz im Norden zu schwächen. Ihr langfristiges Ziel ist es, die Handelsnetzwerke im Norden unter Kontrolle zu bringen.
Solange die Handelsstraße nach Norden zuverlässig funktioniert, können Händler ihre Waren problemlos dort verkaufen. Das stärkt die nördlichen Märkte.
Wenn diese Route jedoch unzuverlässig oder gefährlich wird, weichen Händler automatisch auf Märkte im Süden aus.
Die südlichen Gilden profitieren davon.
Darum wurde eine verdeckte Operation gestartet.
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Isern Falkenrath
Isern Falkenrath ist ein gebildeter Reisender, der sich derzeit im Dorf aufhält.
In Wahrheit arbeitet er für mächtige Händlergilden im Süden.
Vor zwei Wochen schickte er einen Saboteur nach Tannbruck mit einem klaren Auftrag:
Die Brücke sollte in genau zwei Wochen zerstört werden.
Der Plan war einfach:
Isern wollte die Brücke noch selbst überqueren und anschließend weiter nach Norden reisen. Erst nachdem er den Fluss passiert hatte, sollte der Saboteur die Brücke endgültig zerstören.
Doch Iserns Reise verzögerte sich unerwartet.
Der Saboteur führte seinen Auftrag dennoch aus.
Als Isern schließlich Tannbruck erreicht, ist die Brücke bereits zerstört – und er sitzt nun selbst im Dorf fest.
Doch Isern hat noch ein zweites Geheimnis.
Er arbeitet nicht nur für die Händlergilden im Süden. Gleichzeitig ist er der gebundene Diener eines Vampirs, der im Norden gerade dabei ist, seine Macht auszubauen.
Isern wollte eigentlich zu seinem Herrn reisen.
Stattdessen steckt er nun im Dorf fest – genau an dem Ort, an dem seine eigene Intrige die Situation ausgelöst hat.
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Der Saboteur
Der Saboteur arbeitet im Verborgenen und hält sich weiterhin im Dorf auf.
Er hat die Brücke bereits entscheidend beschädigt.
Doch er setzt seine Arbeit fort:
• Werkzeuge verschwinden
• Reparaturen werden sabotiert
• Hinweise werden verwischt
Sein Ziel ist es sicherzustellen, dass die Brücke nicht schnell wieder aufgebaut werden kann.
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Der Bürgermeister
Der Bürgermeister verfolgt ein sehr persönliches Ziel.
Sein Sohn wurde vor kurzem im Wald von einem seltsam kranken Tier angefallen und schwer verletzt. Seitdem ist der Junge krank – und sein Zustand verschlechtert sich.
Der Bürgermeister hat bereits mehrere kleine Heiler aus der Umgebung zu Rate gezogen. Kräuterkundige, Dorfheiler und reisende Wundärzte haben versucht zu helfen – doch keiner konnte die Krankheit erklären oder stoppen.
Damit bleiben nur noch die Heilergilden einer größeren Stadt als Hoffnung.
Im Süden gibt es zwar Städte, doch die nächste größere Siedlung ist sehr weit entfernt. Eine Nachricht wurde bereits dorthin geschickt, aber Hilfe könnte Wochen dauern.
Im Norden hingegen liegt eine deutlich näher gelegene Stadt.
Doch der Weg dorthin führte über die zerstörte Brücke.
Darum versucht der Bürgermeister verzweifelt, eine Reparatur zu organisieren oder zumindest einen sicheren Übergang über den Fluss zu schaffen.
Für ihn geht es nicht nur um Handel – sondern um das Leben seines Sohnes.
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Die Handwerker
Die Handwerker versuchen herauszufinden, ob die Brücke überhaupt repariert werden kann.
Dabei fällt ihnen auf, dass einige Schäden ungewöhnlich aussehen und dass Werkzeuge manipuliert worden sind.
Sie vermuten Sabotage – können aber niemandem etwas beweisen.
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Die Händler
Mehrere Händler sitzen im Dorf fest.
Jeder Tag Verzögerung kostet sie Geld.
Einige versuchen deshalb:
• den Bürgermeister zu mehr Druck zu bewegen
• Handwerker zu bestechen
• alternative Wege über den Fluss zu finden
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Das Holzfällerlager im Norden
Auf der anderen Seite des Flusses, etwa eine halbe Stunde Fußmarsch in den Wald hinein, liegt ein kleines Holzfällerlager.
Als die Helden dort ankommen, wirkt der Ort verlassen und unheimlich.
Alle Holzfäller sind verschwunden.
Es gibt nur zwei Hinweise auf das, was passiert ist:
• eine einzelne Leiche
• ein völlig verstörter Überlebender
Der Überlebende ist kaum in der Lage, klare Aussagen zu machen. Er spricht wirr über „etwas im Boden“, „kriechende Pilze“ und einen alten Turm im Wald.
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Der alte Turm
In der Nähe der aktuellen Schlagstelle steht eine überwucherte Turmruine.
Unter diesem Turm befinden sich vergessene Gewölbe.
Dort ist es nass, feucht und dunkel.
In diesen Gewölben wächst ein ungewöhnlicher Pilz, der sich von dort aus langsam in die Umgebung ausbreitet.
Dieser Organismus kann totes Gewebe besiedeln und in seltenen Fällen sogar die Motorik eines toten Körpers wieder aktivieren. Die betroffenen Kreaturen handeln nicht intelligent – sie reagieren lediglich auf Geräusche, Bewegung oder Blutgeruch.
Der Pilz hat sich über lange Zeit aus dem Norden nach Süden ausgebreitet und tritt nun im Gebiet um Tannbruck erstmals deutlich zutage.
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Die mögliche Klimax
Die Leiche im Holzfällerlager kann im Verlauf des Abenteuers eine wichtige Rolle spielen.
Wenn sich die Situation weiter verschlechtert und die Helden die Ausbreitung nicht eindämmen, kann dieser Körper später wieder aktiv werden – zusammen mit einigen ebenfalls betroffenen Tieren aus dem Wald.
Das ist kein Massenausbruch, sondern ein einzelner, intensiver Moment des Horrors.
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Fraktionen im Abenteuer
Mehrere Gruppen verfolgen in Tannbruck ihre eigenen Ziele:
Der Bürgermeister und die Dorfbewohner
Versuchen verzweifelt einen Weg zu finden, Hilfe für den kranken Sohn des Bürgermeisters zu holen.
Die Handwerker
Versuchen herauszufinden, warum die Brücke zerstört wurde und ob sie repariert werden kann.
Die Händler
Wollen möglichst schnell weiterreisen, um keine weiteren Verluste zu machen.
Der Saboteur
Arbeitet daran, jede Reparatur der Brücke zu verhindern.
Isern Falkenrath
Der Drahtzieher der Sabotage – und zugleich Diener eines Vampirs im Norden – der nun selbst im Dorf feststeckt.
Die Bedrohung aus dem Wald
Ein ungewöhnlicher Organismus, der sich im feuchten Untergrund ausbreitet und Tiere sowie tote Körper beeinflussen kann.
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Zeit als Spielmechanik
Während die Helden handeln, entwickelt sich die Situation im Dorf weiter.
Wenn die Gruppe einen Ort untersucht oder eine Aktion plant, vergeht Zeit.
Währenddessen können andere Dinge passieren:
• der Saboteur versucht Reparaturen zu sabotieren
• Händler suchen riskante Übergänge über den Fluss
• der Bürgermeister organisiert verzweifelt Hilfe
• neue Hinweise aus dem Wald tauchen auf
Die Helden können nicht überall gleichzeitig sein.
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Ziel des Abenteuers
Die Spieler müssen herausfinden, was in Tannbruck wirklich passiert.
Dabei können sie:
• den Saboteur entlarven
• einen Weg über den Fluss finden
• Konflikte im Dorf lösen
• das Holzfällerlager untersuchen
• die Ursache der seltsamen Ereignisse im Wald entdecken
Je nachdem, wie sie handeln, kann sich die Situation stabilisieren – oder weiter eskalieren.
Das Abenteuer zeigt einen Moment, in dem mehrere Interessen gleichzeitig aufeinandertreffen: wirtschaftliche Intrigen, persönliche Verzweiflung und eine Bedrohung aus der Wildnis, die noch niemand vollständig versteht.