Autor Thema: Warum überhaupt so komplizierte Kämpfe?  (Gelesen 15673 mal)

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Online Maarzan

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Re: Warum überhaupt so komplizierte Kämpfe?
« Antwort #325 am: 11.04.2026 | 13:49 »
Jetzt will ich ein System, in dem das passieren kann ...

Mit einem System dann ja eher nicht, zumindest nicht ohne gute und typischerweise vorbereitete Erklärung, aber wenn eh alles jederzeit frei ausgehandelt werden kann ...
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Offline Galatea

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Re: Warum überhaupt so komplizierte Kämpfe?
« Antwort #326 am: 11.04.2026 | 13:49 »
Jetzt will ich ein System, in dem das passieren kann...
D&D kriegt das wunderbar hin - einfach ein magisches Schwert basteln, das bei jedem Treffer einen Zauber aus einer W100-Liste auf den Getroffenen casted (und bei nat1 auf den Anwender). Ist besonders lustig, wenn da so Sachen dabei sind wie "Geschlecht des Ziels wechselt" oder "Kuh fällt vom Himmel und trifft das Ziel". Soweit ich mich erinnern kann gibt es einen solchen Gegenstand in Baldur's Gate 2 (ist glaube ich ein Zauberstab, bin mir aber nicht sicher).


Ist das wirklich so? Es macht doch in einigen Systemen einen großen Unterschied, wohin man mit dem Schwert Schlägt, welche Rüstung der Gegner trägt usw. Mir ist das nicht jedes Mal wichtig, aber ich mag eigentlich schon sehr Systeme, die sowas abbilden wie HârnMaster oder GURPS.
Und was sagt uns das jetzt genau? Dass wir Regeln für die Brennbarkeit von Lederrüstungen brauchen?
Oder dass wir im Zweifelsfall vll. einfach einen Malus auf den Wurf geben, ob das klappt, weil es ein wenig schwieriger ist als mit einer Stoffrobe?

Egal wie detailliert ein Regelwerk ist, es kann niemals alle Eventualitäten abdecken. Man muss doch, egal welches Regelwerk man verwendet, ständig improvisieren/handwedeln, wenn man das ganze nicht gerade als Munchkin-Style Dungeon Raid aufzieht.

Und zuletzt gibt es ja auch noch die Rule of Cool - wenn die Spieler schon mal kreativ sind und out of the box denken, will man sich da als SL dann direkt in den Weg stellen und sagen "nö, geht nicht"? Dann kann man auch gleich ein Brettspiel spielen.
« Letzte Änderung: 11.04.2026 | 13:58 von Galatea »
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Re: Warum überhaupt so komplizierte Kämpfe?
« Antwort #327 am: 11.04.2026 | 13:53 »
Jetzt will ich ein System, in dem das passieren kann ...

Sobald wir ein Setting haben, in dem das passieren kann, lassen sich dafür auch Regeln finden. :D

Spontan ginge mir da so die Idee einer Traum- oder Chaoswelt durch den Kopf, in der die "Physik" eben anders tickt und öfters mal gleich komplett blau macht. Müßte nicht mal unbedingt etwas sein, wo sich gleich eine ganze Kampagne mit einheimischen SC abspielt, aber beispielsweise als Ort, den man aus plausiblen Gründen einigermaßen regelmäßig besuchen muß (und dessen Einfluß umgekehrt vielleicht auch mal in die "Normalität" überschwappen kann)...das ginge.

Online Maarzan

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Re: Warum überhaupt so komplizierte Kämpfe?
« Antwort #328 am: 11.04.2026 | 14:02 »
Ganz ohne Settingbezug wird das typischerweise eh nirgends funktionieren, wobei ich nicht sagen würde, daß dies vor Versuchen einzelner Mitspieler schützt.
Aber im Setting mögliche Effekte haben typischerweise auch innerhalb des Settings (oder auch aus anderen settingfernen Gründen in den regeln) Bedingungen unter denen sie möglich wären.
Und was Charakterkompetenzen angeht sind diese Bedingungen wie erreichbare Effekte üblicherweise limitiert und es muss eine Auswahl getroffen werden.
"Limitiert" fühlen sich (manche) Spieler durch die korrekt angewandten Regeln dann typischerweise, weil sie eben nicht beliebiges oder gar alles gleichzeitig auf supermächtig können und das dann "aushandeln" wollen.
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Offline Der Hasgar

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Re: Warum überhaupt so komplizierte Kämpfe?
« Antwort #329 am: 11.04.2026 | 14:07 »
Und "Ich erwarte, daß meine Mitspieler inklusive SL allesamt Regelperfektionisten sind, damit ich sicher sein und notfalls selber nachkontrollieren kann, daß sie bloß ja keine Fehler machen oder am Ende gar schummeln" hat das nicht? Na, ich weiß nicht so recht...und ja, der Eindruck, daß vielleicht am Ende einfach nur das hinter dem Drängeln nach "Konsistenz" steht, drängt sich mir im Moment tatsächlich etwas auf. :think:

Hmm... Niemand erwartet perfektes Regelwissen und auch Regeln müssen nicht in absolut Kleinteiligkeit ausarten, aber sie solltem wie gesagt konsistent sein.

Konsistenz ist quasi die Basis der Entscheidungsfreiheit, die für mich einer der Gründe ist, Rollenspiel zu machen. Mache ich x, kann ich grob Ergebnis x-z erwarten. Aber nicht a oder b.

Wenn ich bei gewünschten Aktion meinerseits aber immer erst bei der SL "büdde büdde" machen muss (mal polemisch überspitzt), habe ich keine Entscheidungsfreiheit. Mal könnte ich mit ner Erschwernis von X ein Inferno auslösen und mal ne Kerze anzünden...

Klar ist das nie so heftig, aber es löst eben entsprechende Gedankenspiralen aus und tötet ein wenig die Immersion.

Natürlich gibt es Erzählrollenspiele und storyfixiertes RPG. Das sind für mich allerdings auch andere Arten von Spiel.

Wahrscheinlich liegt vieles in dieser Diskussion auch einfach daran, dass wir diese Arten in einen Topf werfen...

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Re: Warum überhaupt so komplizierte Kämpfe?
« Antwort #330 am: 11.04.2026 | 14:09 »
Ganz ohne Settingbezug wird das typischerweise eh nirgends funktionieren, wobei ich nicht sagen würde, daß dies vor Versuchen einzelner Mitspieler schützt.
Aber im Setting mögliche Effekte haben typischerweise auch innerhalb des Settings (oder auch aus anderen settingfernen Gründen in den regeln) Bedingungen unter denen sie möglich wären.
Und was Charakterkompetenzen angeht sind diese Bedingungen wie erreichbare Effekte üblicherweise limitiert und es muss eine Auswahl getroffen werden.
"Limitiert" fühlen sich (manche) Spieler durch die korrekt angewandten Regeln dann typischerweise, weil sie eben nicht beliebiges oder gar alles gleichzeitig auf supermächtig können und das dann "aushandeln" wollen.

Deine letzten Sätze beleuchten einen weiteren Punkt, der nicht zu vernachlässigen ist. Aushandeln kann immer wieder versuchen, die Grenzen des Machbaren für Einzelne zu verschieben. Fühlt sich dann aber nachher irgendwie nicht sonderlich episch an, wenn man es praktisch geschenkt bekommt.
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Re: Warum überhaupt so komplizierte Kämpfe?
« Antwort #331 am: 11.04.2026 | 14:25 »
Klar ist das nie so heftig, aber es löst eben entsprechende Gedankenspiralen aus und tötet ein wenig die Immersion.
Das Problem ist halt auch, wenn man immer nach dem Motto "Erlaubt das Regelsystem das wirklich explizit?" vorgeht und jede kreative Idee seiner Spieler abbügelt, dann erzieht man die Spieler geradezu zu Regelklugscheißern und darf sich am Ende auch nicht über mangelnde Kreativität bei der Problemlösung beschweren, wenn die Spieler das Abenteuer wie einen Flowchart abarbeiten.
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Re: Warum überhaupt so komplizierte Kämpfe?
« Antwort #332 am: 11.04.2026 | 14:32 »
Hmm... Niemand erwartet perfektes Regelwissen und auch Regeln müssen nicht in absolut Kleinteiligkeit ausarten, aber sie solltem wie gesagt konsistent sein.

Konsistenz ist quasi die Basis der Entscheidungsfreiheit, die für mich einer der Gründe ist, Rollenspiel zu machen. Mache ich x, kann ich grob Ergebnis x-z erwarten. Aber nicht a oder b.

Wenn ich bei gewünschten Aktion meinerseits aber immer erst bei der SL "büdde büdde" machen muss (mal polemisch überspitzt), habe ich keine Entscheidungsfreiheit. Mal könnte ich mit ner Erschwernis von X ein Inferno auslösen und mal ne Kerze anzünden...

Klar ist das nie so heftig, aber es löst eben entsprechende Gedankenspiralen aus und tötet ein wenig die Immersion.

Natürlich gibt es Erzählrollenspiele und storyfixiertes RPG. Das sind für mich allerdings auch andere Arten von Spiel.

Wahrscheinlich liegt vieles in dieser Diskussion auch einfach daran, dass wir diese Arten in einen Topf werfen...

Möglich. Ebenso, wie ich mir meinerseits nicht so ganz sicher bin, inwieweit der Konflikt sich nicht einfach am In-einen-Topf-Werfen von kooperativem und antagonistischem Rollenspiel oder vulgo der Frage "Wie weit ver- bzw. mißtraue ich diesen anderen Leuten?" entzündet.

Gerade bei der Spielleitung kommt da ja eh noch erschwerend dazu, daß die schon von ihrer Rolle her Geheimnisse vor den Spielern haben soll -- wenn da also mit derselben Erschwernis mal gerade eine Kerze angeht und dann wieder ein spontanes Inferno entsteht, dann kann ich als Spieler nie mit letzter Sicherheit wissen, ob dafür jetzt tatsächlich ein 'objektiver' Faktor in der Spielwelt (die ja ihrerseits erst mal im Kopf der SL entsteht und also von dieser auch letztendlich komplett kontrolliert wird) verantwortlich war oder ob sich die SL am Ende bloß eine Ausrede hat einfallen lassen, um mir persönlich eine reinzuwürgen. Ich kann auf konsistente Regeln pochen, darauf bestehen, daß die Spielleitung saubere Abenteuernotizen führen und mir nach Abschluß des Abenteuers zur Kontrolle vorlegen soll, was auch immer...ein Rest Unsicherheit wird immer bleiben. Das einzige, was ich da einigermaßen konkret wirklich beeinflussen kann, ist, wie ich meinerseits mit diesem meinem Gefühl umgehe -- und da kommt dann zumindest bei mir persönlich die "Warum aus jeder Mücke gleich einen Elefanten machen?"-Reaktion im schönsten Doppelsinn ins Spiel.

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Re: Warum überhaupt so komplizierte Kämpfe?
« Antwort #333 am: 11.04.2026 | 14:38 »
Das Problem ist halt auch, wenn man immer nach dem Motto "Erlaubt das Regelsystem das wirklich explizit?" vorgeht und jede kreative Idee seiner Spieler abbügelt, dann erzieht man die Spieler geradezu zu Regelklugscheißern und darf sich am Ende auch nicht über mangelnde Kreativität bei der Problemlösung beschweren, wenn die Spieler das Abenteuer wie einen Flowchart abarbeiten.

Ich finde das zu polemisch ausgedrückt. Wenn jede denkbare Aktion der Helden regelseitig definiert sein muss, um eine Wirkung im Kampf zu erzielen, dann haben die Spieler gar keine andere Wahl, als das Kampfgeschehen in termini des Regelsystems zu erleben, zu denken und zu bespielen. Das geht gar nicht anders. Umgekehrt kommt ja auch niemand auf die Idee, seinen Mensch-Ärgere-Dich-Figuren Namen zu geben und sich Geschichten dazu auszudenken, warum sie da wohl in eine Richtung über das Spielfeld gehen. Kann man machen, ist aber für den Lauf der Dinge ohne jede Relevanz.

Online Maarzan

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Re: Warum überhaupt so komplizierte Kämpfe?
« Antwort #334 am: 11.04.2026 | 14:46 »
Deine letzten Sätze beleuchten einen weiteren Punkt, der nicht zu vernachlässigen ist. Aushandeln kann immer wieder versuchen, die Grenzen des Machbaren für Einzelne zu verschieben. Fühlt sich dann aber nachher irgendwie nicht sonderlich episch an, wenn man es praktisch geschenkt bekommt.

Wenn nicht alle Leute am Spieltisch völlig auf einer Linie liegen, dann ist die Wahl des Spielsystems und ggf Hausregeln typischerweise ein Kompromiss. Daß heißt jeder kann mal nehmen, muss mal geben. Wenn aber bei jedem Geben neu verhandelt wird, dann sind Kompromisse nicht belastbar.


Das Problem ist halt auch, wenn man immer nach dem Motto "Erlaubt das Regelsystem das wirklich explizit?" vorgeht und jede kreative Idee seiner Spieler abbügelt, dann erzieht man die Spieler geradezu zu Regelklugscheißern und darf sich am Ende auch nicht über mangelnde Kreativität bei der Problemlösung beschweren, wenn die Spieler das Abenteuer wie einen Flowchart abarbeiten.

Wenn eine Idee den Regeln widerspricht, war sie eben nicht "kreativ" sondern unzulässig und damit Mist. Da schließt nicht aus, daß die Regel, die da einengt auch Mist ist, aber wenn der Rest der Gruppe das nicht auch so sieht (dann wird das auch typischerweise eine sehr kurze Diskussion) , dann bleibt die Idee Mist.
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Offline Der Hasgar

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Re: Warum überhaupt so komplizierte Kämpfe?
« Antwort #335 am: 11.04.2026 | 14:52 »
Möglich. Ebenso, wie ich mir meinerseits nicht so ganz sicher bin, inwieweit der Konflikt sich nicht einfach am In-einen-Topf-Werfen von kooperativem und antagonistischem Rollenspiel oder vulgo der Frage "Wie weit ver- bzw. mißtraue ich diesen anderen Leuten?" entzündet.

Gerade bei der Spielleitung kommt da ja eh noch erschwerend dazu, daß die schon von ihrer Rolle her Geheimnisse vor den Spielern haben soll -- wenn da also mit derselben Erschwernis mal gerade eine Kerze angeht und dann wieder ein spontanes Inferno entsteht, dann kann ich als Spieler nie mit letzter Sicherheit wissen, ob dafür jetzt tatsächlich ein 'objektiver' Faktor in der Spielwelt (die ja ihrerseits erst mal im Kopf der SL entsteht und also von dieser auch letztendlich komplett kontrolliert wird) verantwortlich war oder ob sich die SL am Ende bloß eine Ausrede hat einfallen lassen, um mir persönlich eine reinzuwürgen. Ich kann auf konsistente Regeln pochen, darauf bestehen, daß die Spielleitung saubere Abenteuernotizen führen und mir nach Abschluß des Abenteuers zur Kontrolle vorlegen soll, was auch immer...ein Rest Unsicherheit wird immer bleiben. Das einzige, was ich da einigermaßen konkret wirklich beeinflussen kann, ist, wie ich meinerseits mit diesem meinem Gefühl umgehe -- und da kommt dann zumindest bei mir persönlich die "Warum aus jeder Mücke gleich einen Elefanten machen?"-Reaktion im schönsten Doppelsinn ins Spiel.

Da mag durchaus was dran sein. In meinem Fall wirkt ein anderer Punkt viel schwerer: Wenn ich meinen SC etwas tun lassen will, dass sehr schwierig ist, aber sich irgendwie mit den Regeln vereinbaren lässt, wird es spannend. Ich würfele gemäß der Vorgaben, bin ultragespannt und wenn es gelingt, fühlt sich das wirklich wie ein großer Sieg an. Ich habe im Rahmen der Möglichkeiten eine wirklich coole Aktion gerissen.

Das gleiche Szenario mit einer Diskussion, einem Aushandeln und eventuell einer sehr willkürlich (da ist das Wort wieder) festgelegten Würfelanweisung der SL endet bei mir immer in zwei denkbaren Szenarien:

Fall 1: Es gelingt nicht - dann ist da der Frust über das Misslingen und auch ein bisschen über die SL

Fall 2: Es gelingt - fühlt sich fade an, weil die SL und ich das einfach irgendwie herbeierzählt haben...
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Re: Warum überhaupt so komplizierte Kämpfe?
« Antwort #336 am: 11.04.2026 | 15:00 »
Da mag durchaus was dran sein. In meinem Fall wirkt ein anderer Punkt viel schwerer: Wenn ich meinen SC etwas tun lassen will, dass sehr schwierig ist, aber sich irgendwie mit den Regeln vereinbaren lässt, wird es spannend. Ich würfele gemäß der Vorgaben, bin ultragespannt und wenn es gelingt, fühlt sich das wirklich wie ein großer Sieg an. Ich habe im Rahmen der Möglichkeiten eine wirklich coole Aktion gerissen.

Das gleiche Szenario mit einer Diskussion, einem Aushandeln und eventuell einer sehr willkürlich (da ist das Wort wieder) festgelegten Würfelanweisung der SL endet bei mir immer in zwei denkbaren Szenarien:

Fall 1: Es gelingt nicht - dann ist da der Frust über das Misslingen und auch ein bisschen über die SL

Fall 2: Es gelingt - fühlt sich fade an, weil die SL und ich das einfach irgendwie herbeierzählt haben...

Hm...okay, jetzt mal spaßeshalber Hand aufs Herz: hast in dem Fall wirklich du die tolle Aktion gerissen, oder waren das nicht letztendlich doch eher die Würfel? :)

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Re: Warum überhaupt so komplizierte Kämpfe?
« Antwort #337 am: 11.04.2026 | 15:08 »
Hm...okay, jetzt mal spaßeshalber Hand aufs Herz: hast in dem Fall wirklich du die tolle Aktion gerissen, oder waren das nicht letztendlich doch eher die Würfel? :)

Es war die Kombination aus meiner Entscheidung, den Fähigkeiten meines SCs und der Tatsache, dass dann die Umstände auch noch auf meiner Seite waren... :)

Ich kann das nicht gut beschreiben, aber das Glücksgefühl nach einem solchen Erfolg ist für mich hundert mal höher, als wenn ich aufgrund guter Argumente sage: "Mein Charakter müsste das mit leichten/mittleren oder schweren Komplikationen schaffen..."
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Re: Warum überhaupt so komplizierte Kämpfe?
« Antwort #338 am: 11.04.2026 | 15:19 »
Es war die Kombination aus meiner Entscheidung, den Fähigkeiten meines SCs und der Tatsache, dass dann die Umstände auch noch auf meiner Seite waren... :)

Ich kann das nicht gut beschreiben, aber das Glücksgefühl nach einem solchen Erfolg ist für mich hundert mal höher, als wenn ich aufgrund guter Argumente sage: "Mein Charakter müsste das mit leichten/mittleren oder schweren Komplikationen schaffen..."

Okay, ich denke, das kann ich nachvollziehen. Ich halte das Gefühl nicht unbedingt für besonders objektiv, verständlich ist es nichtsdestoweniger allemal. :)

Kann sein, daß ich mich in deinem Spin-Off-Faden noch mal zu Wort melde, aber da muß ich erst noch mal selber ein bißchen in mich gehen.

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Re: Warum überhaupt so komplizierte Kämpfe?
« Antwort #339 am: 11.04.2026 | 16:47 »
Das Problem ist halt auch, wenn man immer nach dem Motto "Erlaubt das Regelsystem das wirklich explizit?" vorgeht und jede kreative Idee seiner Spieler abbügelt, dann erzieht man die Spieler geradezu zu Regelklugscheißern und darf sich am Ende auch nicht über mangelnde Kreativität bei der Problemlösung beschweren, wenn die Spieler das Abenteuer wie einen Flowchart abarbeiten.
Was würde es bringen und warum sollte man es wollen? Das ist doch das schönste, wenn die Spieler mit einer Kombination kommen, die das Spiel in unerwartete Richtung kippt.

Gerade bei der Spielleitung kommt da ja eh noch erschwerend dazu, daß die schon von ihrer Rolle her Geheimnisse vor den Spielern haben soll
Im Hinblick auf Regel? Warum sollte die SL Regeln vor den Spielern verstecken? Dass die Spieler jetzt nicht wissen, was hinter den Geschehnissen steckt und dass die SL es nicht lauwarm sofort erzählt, das ist klar. Aber wenn ein regeltechnisches Ereignis nicht möglich ist, dann sollte schon klar sein, wenn alles da drauf hindeutet, das es zu so einem Ereignis kam, dass dahinter viel mehr steckt, weil man dieses Paradox lösen muss.
Oder verstehst du unter Geheimnis einfach nur den Unterschied zwischen bereits entdeckten oder noch nicht entdeckten Infos?
« Letzte Änderung: 11.04.2026 | 16:49 von gunware »
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Re: Warum überhaupt so komplizierte Kämpfe?
« Antwort #340 am: 11.04.2026 | 17:33 »
Oder verstehst du unter Geheimnis einfach nur den Unterschied zwischen bereits entdeckten oder noch nicht entdeckten Infos?

In dem Fall am ehesten das -- was mMn ja ein Stück weit schon in dem Begriff "Geheimnis" drin steckt, geht's da doch normalerweise um Dinge, die jemand erst nicht weiß und dann erst im Lauf der Handlung herausfindet (oder vielleicht auch nicht, gerade im Spiel steht das ja nicht automatisch bombenfest).

Wenn wir uns also das bewußte Beispiel mal konkret vornehmen und ein Zauberspruch, der normalerweise nur eine Kerze, Fackel, oder ähnliches anzünden soll, plötzlich spontan alles in zwanzig Metern Umkreis in Brand steckt, den Zauberer eingeschlossen...dann sagt uns das zunächst mal nur das Offensichtliche, nämlich, daß die Magie in diesem Fall eben nicht das getan hat, was der Zauberer und sein Spieler erwartet hätten. Dafür mag es nun einen soliden spielweltlichen Grund geben (beispielsweise, daß die Gruppe in ein besonders phlogistonreiches Gebiet vorgestoßen ist, ohne das zu bemerken), und ich persönlich hätte den so gut wie sicher auch schon im Vorfeld formuliert, weil ich ihn für abenteuerrelevant erachtet hätte; wenn jetzt allerdings der bewußte Feuerzauberer und/oder sein Spieler mich über die letzten Sitzungen her hinreichend genervt hätte (bräuchte schon einiges, aber ich bin auch nur ein Mensch), dann wäre ich mir möglicherweise nicht mal selbst sicher, ob dieses Element nun wirklich "ganz neutral" und ohne Hintergedanken auf meinem SL-Mist gewachsen oder nicht doch ein wenig "Na warte, du..." eingeflossen ist.

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Re: Warum überhaupt so komplizierte Kämpfe?
« Antwort #341 am: 11.04.2026 | 17:49 »
In dem Fall am ehesten das -- was mMn ja ein Stück weit schon in dem Begriff "Geheimnis" drin steckt, geht's da doch normalerweise um Dinge, die jemand erst nicht weiß und dann erst im Lauf der Handlung herausfindet
Ja, aber dann habe ich als SL keine Geheimnisse vor den Spielern, sondern vor den Charakteren (in übertragenem Sinne).

dann wäre ich mir möglicherweise nicht mal selbst sicher, ob dieses Element nun wirklich "ganz neutral" und ohne Hintergedanken auf meinem SL-Mist gewachsen oder nicht doch ein wenig "Na warte, du..." eingeflossen ist.
Davor können die Regel besser schützen als im erzählerischem System (kommt mir mindestens so vor).
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Re: Warum überhaupt so komplizierte Kämpfe?
« Antwort #342 am: 11.04.2026 | 18:15 »
Davor können die Regel besser schützen als im erzählerischem System (kommt mir mindestens so vor).

Dazu müßten erst mal Regeln erfunden werden, die der SL hart vorschreiben, was für Abenteuer sie genau wie leiten darf, und auch entsprechende Kontrollmechanismen bereithalten. :think: Die gibt's aber meines Wissens bis heute in keinem System (okay, World of Synnibarr hat so was meiner dunklen Erinnerung nach mal ansatzweise versucht...), und wieviel Spaß das dann noch machen würde, bin ich mir auch nicht wirklich sicher.

Letztendlich sind Regeln in der aktuellen Rollenspielpraxis wie Zaumzeug -- nützlich, solange das Pferd mitspielt, aber kein Ersatz dafür, zu wissen, wann man besser gar nicht erst aufsteigt.

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Re: Warum überhaupt so komplizierte Kämpfe?
« Antwort #343 am: 11.04.2026 | 18:56 »
Dazu müßten erst mal Regeln erfunden werden, die der SL hart vorschreiben, was für Abenteuer sie genau wie leiten darf, und auch entsprechende Kontrollmechanismen bereithalten. :think: Die gibt's aber meines Wissens bis heute in keinem System (okay, World of Synnibarr hat so was meiner dunklen Erinnerung nach mal ansatzweise versucht...), und wieviel Spaß das dann noch machen würde, bin ich mir auch nicht wirklich sicher.

Letztendlich sind Regeln in der aktuellen Rollenspielpraxis wie Zaumzeug -- nützlich, solange das Pferd mitspielt, aber kein Ersatz dafür, zu wissen, wann man besser gar nicht erst aufsteigt.

Ich stimme da zu.
Aber gunware hat vielleicht den entscheidenden Punkt gemacht: Ausführlicherere Regeln liefern die Illusion, dass sie vor irgendwelchen "unfairen" Entscheidungen durch die SL (oder andere Spielende) schützen würden.

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Re: Warum überhaupt so komplizierte Kämpfe?
« Antwort #344 am: 11.04.2026 | 19:20 »
Aber gunware hat vielleicht den entscheidenden Punkt gemacht
Damit wir uns verstehen, es ging mir nicht darum "einen Punkt zu machen", sondern nur aufzuzeigen, dass die Variationen, wie man RPG spielen kann, so wahnsinnig vielfältig sind. Das ist eher "mein Punkt".
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Re: Warum überhaupt so komplizierte Kämpfe?
« Antwort #345 am: 11.04.2026 | 19:25 »
Ich stimme da zu.
Aber gunware hat vielleicht den entscheidenden Punkt gemacht: Ausführlicherere Regeln liefern die Illusion, dass sie vor irgendwelchen "unfairen" Entscheidungen durch die SL (oder andere Spielende) schützen würden.

Ausführliche Regeln erhöhen die Zahl der "Stützpunkte", wo die Spieler dann nicht so einfach verschaukelt werden können bzw. erhöhen dann die Anzahl der Hinweise  um zu bemerken, daß sie verscheißert wurden.

Du kannst als SL die Spieler verarschen, aber nicht beliebig lange.
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Re: Warum überhaupt so komplizierte Kämpfe?
« Antwort #346 am: 11.04.2026 | 19:37 »
Ausführlicherere Regeln liefern die Illusion, dass sie vor irgendwelchen "unfairen" Entscheidungen durch die SL (oder andere Spielende) schützen würden.

Das hatten wir doch schon. Das ist eine Variation der These im OP. Bisher hat aber für mich noch niemand diese angebliche Illusion konkreter ausgeführt.
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Re: Warum überhaupt so komplizierte Kämpfe?
« Antwort #347 am: 11.04.2026 | 19:44 »
Das hatten wir doch schon. Das ist eine Variation der These im OP. Bisher hat aber für mich noch niemand diese angebliche Illusion konkreter ausgeführt.
Das kam auch schon häufiger.
Aber die SL hat unzählige Möglichkeiten, das Ergebnis des Kampfes völlig frei zu beeinflussen, ohne, dass sie auch nur ein einziges Mal von den bestehenden Regeln abweichen muss.
Alleine schon dadurch, dass sie die Szene selbst gestaltet. Dann dadurch, dass sie die Spielfiguren steuert und sie mehr oder weniger optimal handeln lassen kann. Dann dadurch, dass sie oft in einem gewissen Rahmen Regelvorgaben macht (wie z.B. Mindestwürfe). Usw. usw.
All das liegt (i.d.R. und in traditionellen RPG) völlig außerhalb des Entscheidungsrahmen der Spielenden.

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Re: Warum überhaupt so komplizierte Kämpfe?
« Antwort #348 am: 11.04.2026 | 19:48 »
Ausführlicherere Regeln liefern die Illusion, dass sie vor irgendwelchen "unfairen" Entscheidungen durch die SL (oder andere Spielende) schützen würden.
Jetzt abgesehen davon, dass ich das Wort Illusion in diesem Falle ein bisschen unglücklich finde, wäre es auf jedem Fall der kleinste und unwichtigste Teil, was die ausführlicheren Regel leisten sollen.

Dann dadurch, dass sie die Spielfiguren steuert und sie mehr oder weniger optimal handeln lassen kann.
Wie soll das funktionieren? Dafür sind die Spieler verantwortlich, nicht die SL.

EDIT: ach, sorry, falsch verstanden, mit Spielfiguren meintest du die NPC, mein Fehler. Ich dachte ,du meinst die Charaktere.
« Letzte Änderung: 11.04.2026 | 19:51 von gunware »
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Re: Warum überhaupt so komplizierte Kämpfe?
« Antwort #349 am: 11.04.2026 | 19:51 »
Das kam auch schon häufiger.
Aber die SL hat unzählige Möglichkeiten, das Ergebnis des Kampfes völlig frei zu beeinflussen, ohne, dass sie auch nur ein einziges Mal von den bestehenden Regeln abweichen muss.
Alleine schon dadurch, dass sie die Szene selbst gestaltet. Dann dadurch, dass sie die Spielfiguren steuert und sie mehr oder weniger optimal handeln lassen kann. Dann dadurch, dass sie oft in einem gewissen Rahmen Regelvorgaben macht (wie z.B. Mindestwürfe). Usw. usw.
All das liegt (i.d.R. und in traditionellen RPG) völlig außerhalb des Entscheidungsrahmen der Spielenden.

Und da muss er um über die Regeln weg zu kommen entsprechend exotische Setzungen vornehmen. Und irgendwann wird das unglaubwürdig. Oder es kommt zum "Hosen runter" und er hat überhaupt keine Erklärung für seien Entscheidung außer "will ich so".
Die entsprechende Spielleiterauthorität soclhe Sachen setzen zu dürfen fällt auch nicht vom Himmel, sondern muss bezahlt werden. Die Währung ist Vertrauen, welches er dann auch verspielen kann.
Storytellertraumatisiert und auf der Suche nach einer kuscheligen Selbsthilferunde ...