Ich glaube ganz sicher, dass flaschengeist einen längeren Prozess meint, als von Dir dargestellt 
Nach meiner Erfahrung gibt es diesen langen Prozess in der Praxis aber in solchen System in den entsprechenden Gruppen nicht (oder höchst selten).
Das war kein "übersimplifiziertes Beispiel" sondern kam bei uns am Spieltisch genau so vor. Die Frage nach Abstand, Grad der Luftfeuchtigkeit, Luftdruck in bar, Beschaffenheit des Werkstoffes aus dem die Kleidung des Wächters besteht, der Energiedichte des Brennmaterials der Fackel usw. hat niemanden interessiert.
Die Idee war klar, die SL hat entschieden. Weiter geht's.
Hartwurst-System Fans können sich das kaum vorstellen, das ist mir bewusst. Es ist halt anders gelernt oder gewünscht. Und das ist völlig okay so.
Aber es muss nicht so sein. Es geht oft viel einfacher viel geschmeidiger mit ähnlichem und gleichwertigem Ergebnis.
Das ist aber wohl immer eine Frage der Vorlieben.
Ich habe meine persönliche Hartwurstigkeit vornehmlich an Tabletop Games ausgelagert (Alter Verwalter, kann man sich da in Hartwurstigkeit ergehen) und an komplexe Brettspiele - was ich beides auch mit viel Leidenschaft betreibe.
Beim Rollenspiel ist mein Schwerpunkt ein anderer und ich will nicht unnötig viel Zeit mit irgendwelchen stundenlangen Abwicklungen von Kampfszenen vergeuden, deren Effekt auf Abenteuer und Spielwelt mäßig relevant und deren Ergebnis mäßig unvorhersehbar ist.
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Der Aushandlungsprozess ist damit zudem noch nicht beendet.
Denn danach kommen die Beteiligten zu der Frage: "Welche Auswirkung hat das? Brennt der Gegner lichterloh? Hat er noch Zeit, etwas dagegen zu unternehmen? Oder geht es nur um eine kleine Verbrennung? Sollte es eine Lebensressource geben: Wie viel Punkte werden abgezogen?
Und wenn das diesmal so war, wird es auch beim nächsten Mal die gleiche Wirkung haben? Und vor allem: Wie wirkt das im Vergleich zu Lösung X,Y,Z?"
Tatsächlich ist dieser Aushandlungsprozess beendet. Was der NSC dann tut, ist wieder die Frage einer neuen (bzw. veränderten Situation).
Im konkreten Beispiel gab es keine klassischen Hitpoints und der Wächter war für einige Augenblicke damit beschäftigt, panisch seine brennende Jacke loszuwerden, was uns SC die Gelegenheit gegeben hat, aus der Szene zu fliehen.
Dieser Aushandlungsprozess war genauso abgeschlossen, wie das in einem komplexen Regelsystem stundenlang auszuwürfeln, bis der Wächter bewusstlos zu Boden geht... und die SC dann die Flucht fortsetzen können.
Auch dabei ist jeder einzelne Schritt ein Aushandlungsprozess nur das dieser halt in ein simulationistisches komplexes Gerüst gepackt ist, das aber weiterhin viele Leerstellen aufweist.
Weil, was genau sollte es denn bedeuten, dass der Wächter 4 Flammenschaden erhält? Was sollte damit erklärt sein? Das ist ja die Frage, die du gestellt hast.
Ich verstehe, wo die Fragen herkommen (Sozialisierung und die überraschte Frage "wie jetzt, es geht auch anders?" gefolgt von einem "aber... aber... eigentlich ist das doch so"), aber die sind nicht in jedem Falle - sogar wohl in den wenigsten wirklich relevant, weil sie innerhalb der jeweiligen Spielwelt, des jeweiligen Regelwerkes und der jeweiligen Gruppe meist recht gut geklärt sind.
Die Gruppe bewegt sich ja in einem gemeinsam festgelegten Rahmen.
In einem stark simulationistisch ausdifferenzierten Regelwerk hat man dann genau häufig das Problem, dass für genau diese Fragen, dann weitere spezielle Sonderregeln aufgestellt werden müssten und man damit in eine Endlosschleife käme.
Fiktives Beispiel:
"Äh, ooookay, du hast jetzt Feuerball gewirkt und alle Gobos in dem Raum sind futsch. Aber wenn der Feuerball eine so starke Explosion ist, dass er Wesen töten kann, die 3-4 Schwerthieben standhalten können, dann wird doch sicher auch was beschädigt. Wieviel Prozent unseres Lootes hast du gerade in Flammen aufgehen lassen? Haben wir schon eine Tabelle dafür, mit welchen Wahrscheinlichkeiten welche Anteile von welcher Art von Loot von einem Feuerball welches Schadensniveau in Abhängigkeit von der Beschaffenheit des jeweiligen Loot-Gegenstandes zerstört wird? Und sind wir uns sicher, dass die ausreichend differenziert ist, weil unterschiedliche Tränke z.B. ja sicher unterschiedlich hitzeempflindlich sind? Ganz zu schweigen davon, dass wir ja auch noch auswürfeln müssen, wie viele Seiten der Zauberbüchern zu welchen prozentualen Anteilen noch lesbar sind und welche Modifikatoren das auf den Wurf zum Erlernen neuer Zaubersprüche mit sich bringt..."
Ich kann also jede Lösung immer hinterfragen und komme am Ende dann immer zum Ergebnis, dass egal wie vermeintlich detailliert etwas in den Mechaniken geregelt ist, es immer eine extrem krasse Abstraktion darstellt.
Dann - so meine persönliche Schlussfolgerung - kann ich es auch gleich entspannt angehen und auf keinen Kampf mehr als 30-40 Minuten verschwenden und einfach weiterspielen.