Autor Thema: Vom Schicksal erwählt - Top oder Flop?  (Gelesen 3471 mal)

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Offline unicum

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Re: Vom Schicksal erwählt - Top oder Flop?
« Antwort #25 am: 18.06.2026 | 12:08 »
Ich mag die Heldengeschichte, die Heldenreise wo relativ einfache Leute aus irgendwelchen Gründen gezwungen sind über sich selbst heraus zu wachsen - klar kann man das auch als "Auserwählter" bezeichnen mit dem unterschied das meine Figren nichts davon wissen das sie auserwählt sind.

Sicher ich hab auch etwa mal gläubige Spielfiguren die tatsächlich davon überzeugt sind das sie von ihrem Gott auserwählt wurden aber da auch nur einer unter vielen auserwählten sind.

Ich bin was das betrifft echt "uneasy" - liegt vieleicht auch daran das meine eigen Weltsicht so ist, ja als Euopäer bin ich gegenüber von meinen Schwiegereltern in den Philipphinen "vom Schicksal bevorzugt" aber wenn ich dann an die "Top-Notch-Auswerählten" auf dieser Erde denke,... dann komm ich nur noch ins Kotzen (Musk, Zuckerberg, Donald, Xi, Vladimir, etc... alle die sich auch "Vom Schicksal Auserwählt" irgenmdwelche besonderen Fähigkeiten habe ich bei keinem bisher gesehen ausser eben "am richtigen Ort zur richtigen Zeit gewesen", oft genug war der ort auch nur stupide: ein Kreissaal.)

Offline nobody@home

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Re: Vom Schicksal erwählt - Top oder Flop?
« Antwort #26 am: 18.06.2026 | 12:43 »
Mal anders gefragt: Welche Rollenspiele gibt es denn, die den Chose-Trope überhaupt bedienen?  :think:

Exalted natürlich. Da ist man als Spielercharakter recht buchstäblich ein meist vom einen Moment zum nächsten Auserwählter der einen oder anderen Setting-Gottheit und darf dann sehen, wie man damit klarkommt...zumal dann, wenn die Art von Auserwählten, zu der man gehört, vom größten Reich der Schöpfung per Propaganda als dämonisch und auslöschungswürdig einsortiert worden ist.

Persönlich brauche ich wie andere hier auch keinen ausdrücklichen Spielwelt-Auserwähltenstatus nur dazu, um den Spielercharakteren und anderen Prominenzen ein paar Boni auf der Metaebene zuzustecken; das sind einfach zwei getrennte Perspektiven, die kann ich auseinanderhalten und hätte sogar eher Probleme mit dem Gedanken, sie unbedingt miteinander verquicken zu sollen. Ich kann mit dem Konzept arbeiten, wenn ich es denn will, weil mich schlicht die Rolle des Auserwählten in einem bestimmten Zusammenhang mal interessiert; dann will ich aber auch die Probleme, die mit so einem Status geradezu schon zwangsläufig verbunden sind, und nicht bloß die Extraschlenkerwürste.

Offline Edgar Allan Poe

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Re: Vom Schicksal erwählt - Top oder Flop?
« Antwort #27 am: 18.06.2026 | 12:47 »
Warhammer Soulbound würde da auch passen, denke ich. Da ist das ganze Konzept, dass man von Göttern erwählt ist.
Den Akkusativ zu nutzen ist sexy.

Offline Boba Fett

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Re: Vom Schicksal erwählt - Top oder Flop?
« Antwort #28 am: 18.06.2026 | 13:20 »
Ich muss gestehen, mir isses Wurst.
Wenn die Story das braucht, bitte, wenn es ohne auskommt auch gut.
Manchmal ist das krampfhafte Gesuche um Motivation doof und so eine Zwangsverpflichtung wäre hilfreich, manchmal wirkt die Schicksalsverknüpfung hölzern und albern.
Viel wichtiger ist mir, dass die Story gut und glaubhaft ist.

Und Harry Potter war nur deswegen so unsympathisch, weil er so ein unglaublich geringes Selbstwertgefühl mit sich rumtrug.
"Mimimimi, ich habe V. jetzt drölf mal die Stirn geboten, mimimi, ich glaube, diesmal schaffen wir das nicht, mimimi..."
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Offline Swanosaurus

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Re: Vom Schicksal erwählt - Top oder Flop?
« Antwort #29 am: 18.06.2026 | 13:25 »

Und Harry Potter war nur deswegen so unsympathisch, weil er so ein unglaublich geringes Selbstwertgefühl mit sich rumtrug.
"Mimimimi, ich habe V. jetzt drölf mal die Stirn geboten, mimimi, ich glaube, diesmal schaffen wir das nicht, mimimi..."

Das und sein autoritätshöriges Geschleime bei der Schulleitung.
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Offline flaneur

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Re: Vom Schicksal erwählt - Top oder Flop?
« Antwort #30 am: 18.06.2026 | 13:26 »
Wie gesagt Splittermond (sehr soft, aber gerade deshalb nervt es mich ein bisschen ...).
Beim neuen 7töter scheint das auch angedacht.
Midgard6 geht anscheinend mit den Schicksalsmünzen in die Richtung (diegetische Gummipunkte, die nur besondere Leute bekommen).

Die drei waren für mich jetzt der Anlass (lustigerweise alles Spiele, die mir im weitesten Sinne Midgard-Adjacent erscheinen).

In meiner Wahrnehmung ist Splittermond eher DSA-affin, sowohl von den Machern her, als auch in der Pespektive auf die Spielwelt. Auch bei Midgard 6 gibt es in einflussreichen Positionen DSA-affine Personen oder zumindest solche, die historisch mit diesem Spiel verbunden sind. Es wundert mich daher nicht, wenn zentrale Vorstellungen und Konzepte des DSA-Universums sich ebenso auf neue Spiele aus Deutschland übertragen. Sicherlich schielen mehrere Verlage zum erfolgreichen deutschen Marktführer (bezogen auf Rollenspiele aus Deutschland).

Abgesehen davon trifft die Vorstellung einer einzigartigen Persönlichkeit, die aus der Masse heraussticht, ebenfalls den gesellschaftlichen Zeitgeist (in Sinne einer Singularität). Das klingt hier auch in der Diskussion an: Im Grunde möchte (fast) niemand den Mr. Nobody spielen oder gewöhnlich sein. Warum dann nicht nach Mechnismen suchen, die das ermöglichen oder im Spiel unterstützen? Für mich ist das sehr nachvollziehbar, auch wenn ich selbst ebenso mit dem Konzept des Auserwähltseins hadere. Es wurde bereits von anderen hier hervorgehoben, dass die Protagonisten im Fantasy-Genre oftmals als besondere Helden dargestellt werden.

Selbst bei früheren Midgardeditionen durften Abenteurer ihre Eigenschaftswerte bei der Erschaffung zweimal würfeln und waren damit statistisch gesehen von ihren Spielwerten her dem gewöhnlichen Spielweltbewohner überlegen oder zumindest herausgehoben. Wie sich diese Herausgehobenheit in den neuen Spielen Siebentöter und Midgard - Legenden von Damatu zeigen und das Spiel am Tisch beeinflussen wird, gilt es noch zu erfahren, wenn diese Spiele vorliegen. Ich bin gespannt, wie es sich anfühlen wird.

Offline Namo

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Re: Vom Schicksal erwählt - Top oder Flop?
« Antwort #31 am: 18.06.2026 | 13:42 »
Ich finde, eine Erwählung muss man sich erspielen oder das Abenteuer / die Kampagne muss das mitbringen. Und dann muss ich halt den Ring nach Mordor tragen, statt Kartoffeln anzubauen. Aber das sollten SL und die Spieler aushandeln und nicht das Regelsystem vorgeben. Zumindest nicht, wenn es damit keine tiefergehende Geschichte erklärt, sondern nur ein paar lahme Boni verteilen will.

Genau das ist doch ein schönes Beispiel um die Diskussion nicht zu einseitig zu gestalten. Und es ist schön, dass es ein Zitat aus Herr der Ringe ist. Der Dialog von Gandalf und Frodo geht ja sinngemäß so, dass Gandalf der Meinung ist, dass Bilbo bestimmt war den Ring zu finden und nicht dessen Schöpfer. Und in diesem Fall wäre auch Frodo bestimmt bzw. auserwählt den Ring zu finden. Für Gandalf ein ermutigender Gedanke.

Das finde ich eine ganz fantastische Stelle. Ohne viel göttliches Firlefanz wird klar, dass Frode "Auserwählt" ist. Und das wird später auch nochmal im Rat bestätigt. Der Rat wählt ihn als Ringträger aus. Und mit dieser Last und der Frage ob er wirklich derjenige sein kann, der all das schultert, sein kann. Und auf dem Weg hat er mehrmals "Glück" bzw. das Schicksal steht ihm bei. Um mal von diesem Superhelden Ding weg zu kommen. Das ist doch eine schöne Variante des Auserwähltseins. Ob damit nun wirklich die Valar etwas zu tun haben sei mal dahin gestellt.

Offline Swanosaurus

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Re: Vom Schicksal erwählt - Top oder Flop?
« Antwort #32 am: 18.06.2026 | 13:59 »
Genau das ist doch ein schönes Beispiel um die Diskussion nicht zu einseitig zu gestalten. Und es ist schön, dass es ein Zitat aus Herr der Ringe ist. Der Dialog von Gandalf und Frodo geht ja sinngemäß so, dass Gandalf der Meinung ist, dass Bilbo bestimmt war den Ring zu finden und nicht dessen Schöpfer. Und in diesem Fall wäre auch Frodo bestimmt bzw. auserwählt den Ring zu finden. Für Gandalf ein ermutigender Gedanke.

Das finde ich eine ganz fantastische Stelle. Ohne viel göttliches Firlefanz wird klar, dass Frode "Auserwählt" ist. Und das wird später auch nochmal im Rat bestätigt. Der Rat wählt ihn als Ringträger aus. Und mit dieser Last und der Frage ob er wirklich derjenige sein kann, der all das schultert, sein kann. Und auf dem Weg hat er mehrmals "Glück" bzw. das Schicksal steht ihm bei. Um mal von diesem Superhelden Ding weg zu kommen. Das ist doch eine schöne Variante des Auserwähltseins. Ob damit nun wirklich die Valar etwas zu tun haben sei mal dahin gestellt.

Der Herr der Ringe ist da allerdings auch wirklich ein ungewöhnliches Beispiel, ich glaube, gerade der Aspekt des Buchs wurde eigentlich kaum kopiert: "Auserwählt sei" gündet hier ja eigentlich in der sehr bescheidenen (bei Tolkien wahrscheinlich stark christlich gespeisten) Vorstellung, dass alle sich an ihrem Platz mit den ihnen zur Verfügung stehenden Kräften bemühen, die ihnen zugefallene Aufgabe zu lösen. Dafür werden sie auch nicht mit irgendwelchen Kräften oder besonderen Gnaden ausgestattet, und es gibt dazu auch keine Prophezeiungen ... man kann das so verstehen, dass Gandalf sagt: "Illuvatar hat das von Anfang an so bestimmt" (die Valar wohl eher nicht), oder es ist einfach Gandalfs Art, einer prinzipiell hoffnungsvolle Weltsicht Ausdruck zu verleihen: Alle können an dem Ort, an dem sie in die Welt geworfen sind, etwas Gutes bewirken - wer das richtige tut, ist auch am richtigen Ort. Egal, ob du den Zufall jetzt als Vorsehung interpretierst: Es war der Zufall, der Frodo den Ring zuspielte. Er ist mit keiner besonderen Gabe zur Welt gekommen, keine "seltsamen Zufälle" haben ihn gerettet und schon auf seine große Bestimmung verwiesen.

Wenn jemand derart subtil auserwählt ist, dann hab ich da auch kein Problem mit.

Wogegen ich mich am meisten sträube ist eigentlich die Idee, dass der Zufall des Abenteuer erlebens/überlebens/Schicksalspunkte habens im Rollenspiel irgendwie diegetisch objektiviert werden soll. Das erscheint mir hauptsächlich als Einengung und auch ein bisschen als ... Bürokratisierung des Mystischen? Kann der bürokratische Teil (ich habe Gummipunkte) nicht auf der Regelseite bleiben?

Wie gesagt, alles unter der Voraussetzung, dass ich nicht bewusst (evtl. in parodistischer Absicht) die Metaebene ins Setting hole.
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Offline nobody@home

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Re: Vom Schicksal erwählt - Top oder Flop?
« Antwort #33 am: 18.06.2026 | 14:05 »
Das klingt hier auch in der Diskussion an: Im Grunde möchte (fast) niemand den Mr. Nobody spielen oder gewöhnlich sein.

Ich würde sagen, das kommt drauf an. Auf der Metaebene dürften die meisten von uns als Spieler tatsächlich sinngemäß die Stars der Show spielen wollen und nicht bloß irgendwelche unbezahlten Statisten ohne Sprechtext, die womöglich in derselben Minute auftauchen und dann auch schon wieder auf Nimmerwiedersehen verschwinden; das hat aber mit der spielweltlichen Kompetenz unserer Charaktere frühestens in zweiter Linie zu tun, denn auch "Normalos" und "Jedermänner" können im geeigneten Zusammenhang leicht als Protagonisten durchgehen. Dazu brauchen sie nur genügend Zeit im Zentrum der Aufmerksamkeit.

Wobei ich offen zugestehe, daß ich ja selber auch lieber eine Figur führe, die tatsächlich etwas kann. Aber wieviel es dazu genau braucht, damit es mir reicht, kann mit der Kampagne und insbesondere gerade auch bei One-Shots leicht mal schwanken; den einen definitiven Universalstandard, der beispielsweise Comedy, Horror, "normale" Action und mehr oder weniger verkappte Superhelden alle miteinander abdeckt, gibt's da nicht.

Offline Sashael

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Re: Vom Schicksal erwählt - Top oder Flop?
« Antwort #34 am: 18.06.2026 | 14:14 »
Ich verstehe noch nicht so ganz, was genau dich jetzt genau stört, Swanosaurus.

Das "auserwählt sein" scheint es ja nicht per se zu sein, sondern dass ein Regelwerk den Zustand des "auserwählt sein" mit einer Metawährung belohnt, die dann im Setting als "Das können halt nur Auserwählte" deklariert wird?

Aber ... welches System macht das denn? Ausser anscheinend Splitztermond?

Oder wo liegt das Problem? Ich bin verwirrt.
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Offline Holothuroid

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Re: Vom Schicksal erwählt - Top oder Flop?
« Antwort #35 am: 18.06.2026 | 14:15 »
[...] das hat aber mit der spielweltlichen Kompetenz unserer Charaktere frühestens in zweiter Linie zu tun, denn auch "Normalos" und "Jedermänner" können im geeigneten Zusammenhang leicht als Protagonisten durchgehen.

Und beides, also ob ein Charakter kompetent ist und ob es aus spielerischer Sicht ein Protagonist ist, hat beides nichts damit zu tun, ob eine Figur metaphysisch innerhalb der Spielwelt auserwählt ist. Die typischen Auserwählten sind zu Beginn der Handlung gewöhnlich einfache Leute oder in aktuell widrigen Umständen. Wenn der oder die Auserwählte zu Beginn der Handlung eine einflussreiche und kompetente Persönlichkeit dargstellt wird, denkt das geneigte Publikum wahrscheinlich schon, dass da irgendwas schief gehen wird.
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Re: Vom Schicksal erwählt - Top oder Flop?
« Antwort #36 am: 18.06.2026 | 14:41 »
Und beides, also ob ein Charakter kompetent ist und ob es aus spielerischer Sicht ein Protagonist ist, hat beides nichts damit zu tun, ob eine Figur metaphysisch innerhalb der Spielwelt auserwählt ist. Die typischen Auserwählten sind zu Beginn der Handlung gewöhnlich einfache Leute oder in aktuell widrigen Umständen. Wenn der oder die Auserwählte zu Beginn der Handlung eine einflussreiche und kompetente Persönlichkeit dargstellt wird, denkt das geneigte Publikum wahrscheinlich schon, dass da irgendwas schief gehen wird.

Yep. "Auserwählt" kann innerhalb der Spielwelt erst mal alles Mögliche bedeuten, je nachdem, wer da eigentlich nach was für Kriterien zu welchem Zweck auserwählt hat und wie die Auswirkungen auf den Erwählten und seine Umgebung nun überhaupt genau aussehen.

Und umgekehrt muß natürlich auch längst nicht jeder "besonders Geborene" gleich ein von wem oder was auch immer Auserwählter sein. Wenn wir nicht gerade explizit festlegen wollen, daß jeder sein Schicksal direkt mit in die Wiege gelegt bekommt -- und in dem Fall gälte dann natürlich "Sind wir nicht alle ein bißchen auserwählt?" --, dann gibt's eben auch noch genügend Freiraum für den guten alten Kameraden Ist-halt-wohl-einfach-so.

Offline Swanosaurus

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Re: Vom Schicksal erwählt - Top oder Flop?
« Antwort #37 am: 18.06.2026 | 14:46 »
Ich verstehe noch nicht so ganz, was genau dich jetzt genau stört, Swanosaurus.

Das "auserwählt sein" scheint es ja nicht per se zu sein, sondern dass ein Regelwerk den Zustand des "auserwählt sein" mit einer Metawährung belohnt, die dann im Setting als "Das können halt nur Auserwählte" deklariert wird?

Aber ... welches System macht das denn? Ausser anscheinend Splitztermond?

Oder wo liegt das Problem? Ich bin verwirrt.

Etwa in der Reihenfolge:

Auserwähltenstatus - tendenziell Red Flag, aber kann ich mich durchaus mit anfreunden (oder vielleicht sogar für begeistern), wenn etwas aus dem Thema gemacht wird; dann allerdings auch eher subversiv.

Verknüpfung von Auserwähltenstatus mit Regelelementen - zusätzliche Reg Flag. Besonders, wenn ich den Eindruck habe, dass der Auserwähltenstatus nachträglich als Erklärung dafür bemüht wird, dass irgendwer Schicksalspunkte hat - durchbricht für mich ohne Not die vierte Wand.

Da treffen zugegebenermaßen zwei Abneigungen von mir (objektivierung von Regeln in der Spielwelt, Auserwähltenmotiv) etwas unscharf aufeinander.

Ich müsste jetzt noch mal recherchieren, meine aber schon, dass das über Splittermond hinaus verbreitet ist. Irgendwoher wird mein Gefühl doch kommen, dass mir das in den letzten Jahren immer wieder als Motiv begegnet.

Zu Kompetenz/Macht/Auserwähltenstatus: Zustimmung zu Holothuroid, das muss in keiner Weise zusammengehen, da sind alle Kombinationen denkbar. Wer Jedikräfte beherrscht, muss noch nicht auserwählt sein.

Und ja, im Endeffekt macht das im Spiel keinen großen Unterschied; ich mag es nur einfach nicht, vom Regelwerk explizit gesagt zu bekommen: Du spielst nicht Ninjakrieger Hanswurst, du spielst den vom Schicksal auserwählten Ninjakrieger Hanswurst. Ist das nicht toll, dass du so besonders bist?
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Offline KWÜTEG GRÄÜWÖLF

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Re: Vom Schicksal erwählt - Top oder Flop?
« Antwort #38 am: 18.06.2026 | 14:57 »
Also ich persönlich finde ja, in the Big Lebowski wurde bereits alles dazu gesagt  ;D:

Zitat
I only mention it because sometimes there's a man... I won't say a hero, 'cause, what's a hero? But sometimes, there's a man. And I'm talkin' about the Dude here. Sometimes, there's a man, well, he's the man for his time and place. He fits right in there.

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Offline Swanosaurus

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Re: Vom Schicksal erwählt - Top oder Flop?
« Antwort #39 am: 18.06.2026 | 15:07 »
Also ich persönlich finde ja, in the Big Lebowski wurde bereits alles dazu gesagt  ;D:



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Offline Sashael

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Re: Vom Schicksal erwählt - Top oder Flop?
« Antwort #40 am: 18.06.2026 | 15:08 »
Das neue Rollenspiel von 2LM hat das halt als Basis für die SC.

Das Land wurde von einer Geißel in die Knie gezwungen und die Spieler spielen die Helden, die die Verzweiflung vertreiben und dem Land die Hoffnung zurückbringen sollen, um schlussendlich der Geißel selbst gegenüberzutreten und das Land endgültig zu befreien. Das klassische Trope von JRPGs eben.

Die Hintergründe der Charaktere definieren dann, wie sie ins Abenteuer kommen oder gebracht werden. Der "Chosen" ist dabei nur eines der Tropes. Und das kann ja auch ein Unwilliger "Erwählter" sein. Zum Beispiel wie Aang, der mit seinem Zustand als neuer Avatar zunächst ziemlich hadert.

Das Spiel hat einen sehr klaren Fokus, wie eine Kampagne auszusehen hat und da gehören die auserwählten SC dazu.
Wie stehst du dann dazu?

SpliMo ist ja eher so ein "Gucken wir mal, was da so kommt", wie die üblichen Fäntelaltersettings mit drölfzig Möglichkeiten. Da kann ich durchaus nachvollziehen, wieso da ein Status als "Auserwählter" merkwürdig rüberkommt. Auserwählt für was?
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Re: Vom Schicksal erwählt - Top oder Flop?
« Antwort #41 am: 18.06.2026 | 15:14 »
Das Spiel hat einen sehr klaren Fokus, wie eine Kampagne auszusehen hat und da gehören die auserwählten SC dazu.
Wie stehst du dann dazu?

Klingt ja auf jeden Fall, als ob sie genau wissen, was sie damit wollen ... kann man jetzt sicher nicht grundsätzlich drüber meckern, wobei ich's wohl trotzdem nicht spielen würde.


SpliMo ist ja eher so ein "Gucken wir mal, was da so kommt", wie die üblichen Fäntelaltersettings mit drölfzig Möglichkeiten. Da kann ich durchaus nachvollziehen, wieso da ein Status als "Auserwählter" merkwürdig rüberkommt. Auserwählt für was?

Ja, da geht mein Rant auch am meisten hin. Vielleicht auch, weil ich bei ein paar Rollenspielen das Gefühl habe, dass man aus dem Hinterhalt mit dem Auserwähltenthema angegriffen wird, anstatt, dass es gleich auf den Tisch gepackt wird.

Und wie gesagt ist das spielpraktisch ja auch alles nicht so wild, gerade wenn das Motiv relativ inkonsequent reingebracht wird, kann man es ja auch leicht einfach weglassen ... es ist wie gesagt nur ein Abturner für mich, wenn auf Seite 30 plötzlich die Info kommt, dass mein Held auch ganz objektiv vom Schicksal ausersehen ist.
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Offline KWÜTEG GRÄÜWÖLF

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Re: Vom Schicksal erwählt - Top oder Flop?
« Antwort #42 am: 18.06.2026 | 15:15 »
Genau. Sometimes you eat the bear, and well, sometimes, he eats you.

Manchmal gibst du den Gummipunkt aus, manchmal gibt der Gummipunkt dich aus.  :)
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Offline unicum

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Re: Vom Schicksal erwählt - Top oder Flop?
« Antwort #43 am: 18.06.2026 | 16:10 »
ich dropp da mal etwas was mir "zum Auserwählten" immer wieder gerne in den Sinn kommt:

https://www.youtube.com/watch?v=BNqxUFmI1K4

Offline D. M_Athair

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Re: Vom Schicksal erwählt - Top oder Flop?
« Antwort #44 am: 18.06.2026 | 16:29 »
Ich lese die ganzen Beiträge später und äußere mich dann ausführlicher dazu.

Für den Moment: Ich finde das Chosen-Trope tendenziell problematisch (auch weil in der realen Welt so viel Unheil damit verbunden ist), halte es aber grundsätzlich für interessant, solange nicht dezidiert mit einem (mehr oder weniger metaphysischen) Heilsbringer-Trope verbunden ist.

Die Avatar-Legends-Reihe findet damit ... grundsätzlich einen guten Umgang, auch weil die Verkörperungen des Avatar sich nicht in den Heilsbringer-Mythos einkaufen ... obwohl er an sie durchaus herangetragen wird.

So wie die Welt und die Avatare als Menschen gestrickt sind, nimmt das haber nichts von der Handlungsfreiheit ... sondern ist letztlich nur ne verschärfte Form von sozialem Druck, Rollenerwartungen, ...
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Offline Runenstahl

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Re: Vom Schicksal erwählt - Top oder Flop?
« Antwort #45 am: 18.06.2026 | 17:17 »
Für mich ist der Regelfall eher das die "Helden" einfach nur begabter sind als der Durchschnittsbürger und dazu noch (hoffentlich) das Herz am rechten Fleck haben und ihre Kräfte dazu nutzen die Welt ein bißchen besser zu machen.

Ich habe aber auch schon Kampagnen geleitet wo im Startabenteuer expliziet Götter erschienen und den Charakteren sagten "Ihr seid auserwählt in unserem Namen großes zu tun und hier ist ein Batzen Superkräfte für euch damit ihr das auch umsetzen könnt."
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Re: Vom Schicksal erwählt - Top oder Flop?
« Antwort #46 am: 18.06.2026 | 19:33 »
In meiner D&D-Runde hat sich ein Spieler eine entsprechende Backstory überlegt. Ich musste erst überlegen, wie ich das Ganze mit meiner Kampagne vereinbare, die viel auf moralische Dilemmata und Grauzonen setzt; letztlich hat es sich aber als unproblematisch erwiesen. Der Charakter weiß nicht, wofür genau er ausgewählt ist, hat also weder Plot Armor noch die Gewissheit, dass sein Handeln immer das Richtige ist. Zusätzlich hat es auch die Möglichkeit eröffnet, mit dem Außerwählten-Trope zu spielen: Hat der Charakter die Anweisungen der Gottheit eigentlich richtig interpretiert? Und kann er sich sicher sein, dass die Gottheit auch wirklich das Wohl der Menschheit im Sinn hat?

Offline gunware

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Re: Vom Schicksal erwählt - Top oder Flop?
« Antwort #47 am: 18.06.2026 | 19:48 »
Ich habe aber auch schon Kampagnen geleitet wo im Startabenteuer expliziet Götter erschienen und den Charakteren sagten "Ihr seid auserwählt in unserem Namen großes zu tun und hier ist ein Batzen Superkräfte für euch damit ihr das auch umsetzen könnt."
Ich habe eine Kampagne gemacht, wo die Charaktere vergessen haben, wer sie sind, sie wussten nur, was sie beherrschen, was ihre Fähigkeit sind. Sie wussten nur, dass sie etwas weltzerstörendes verhindern müssen und dass sie den Göttern nicht trauen dürfen. Und dass sie wahrscheinlich aus unterschiedlichen Welten stammen.
Das war schon so ein bisschen als wären sie Auserwählt - obwohl sie wahrscheinlich die erste Hälfte der Kampagne dachten, dass sie eher verlucht seien.
Ich bin der letzte Schrei der Evolution, als sie mich erschaffen hatte, schrie sie: "Oh Gott, was habe ich denn gemacht?!"

Offline Weltengeist

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Re: Vom Schicksal erwählt - Top oder Flop?
« Antwort #48 am: 18.06.2026 | 20:05 »
Für mich ist der entscheidende Punkt im Startposting, dass man in bestimmten Spielen gar nichts anderes spielen darf. Es ist schlicht nicht vorgesehen. Und das finde ich nicht schön. Als jemand, der (genau wie unicum oben schreibt) gerne auch mal ganz unten anfängt und sich eher durch Geschick und gute Ideen durchbeißt, ist mir die Einteilung in "Auserwählte/Hauptfiguren" und "Mooks/Minions/sonstige Charaktere zweiter Klasse" eigentlich suspekt. Ja, sogar wenn ich einen richtig kompetenten Charakter spiele, nehme ich lieber einen, der Stufe 10 ist, als mir auf Stufe 1 einen "Ich bin zwar erst 12 Jahre alt, aber auf mysteriöse Weise trotzdem besser als all die Nebenfiguren da draußen"-Aufkleber auf die Stirn zu kleben.

Viele mögen das aber, daher habe ich gelernt, damit zu leben. Bekanntlich leite ich seit Jahren nur noch Savage Worlds (da steht zwar nicht "Auserwählte" dran, aber "Wildcards", was eigentlich nichts anderes ist), und aktuell spiele ich in einer Earthdawn-Runde. Das ist aber Pragmatismus und keine Vorliebe. Meine Vorlieben wäre, dass einem das System eine Wahl lässt, ob man mit oder ohne Auserwählten-Status spielen will.
Aktive Tischrunden (als SpL): Agenten von Nomikos (Eana - Savage Worlds), Eine Erbschaft in Freeport (Freeport - Savage Worlds)
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Re: Vom Schicksal erwählt - Top oder Flop?
« Antwort #49 am: 18.06.2026 | 20:09 »
Um es richtig zu verstehen:
Wie findet ihr es, wenn Charaktere im Rollenspiel per Werkseinstellung "vom Schicksal erwählt" sind?
Du meinst damit auch D&D-Kleriker, oder?
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Joseph Joubert (1754 - 1824), französischer Moralist