Autor Thema: Alle D&D-Neuheiten für 2027, die gestern auf der Gen Con vorgestellt wurden  (Gelesen 4717 mal)

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Offline Prisma

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Auf Wargamer ist ein ziemlich guter Artikel zu Dark Sun und den Risiken für WotC: "I love that DnD's returing to Dark Sun, but the backlash will be unbearable".

Ich bin mir ziemlich sicher, dass der Artikel Recht behalten wird. Auf die ein oder andere Weise.

Einerseits ist Dark Sun nähmlich wohl DAS "woke" D&D-Setting überhaupt sein. Obwohl das einem relevanten Teil des Fandoms bisher entgangen sein dürfte.

Es ist politisch wie kaum ein anderer Rollenspielhintergrund - mit Themen wie Ausbeutung, Umweltzerstörung, bösen "Superreichen", Sklaverei und Befreiung daraus, Geschlecht als gesellschaftlich kaum relevante Kategorie, religiösem Missbrauch, ...

Gleichzeitig ... sind Individualismus und eine gewise Autarkie, Sword & Sorcery mit Option zum "Heldentum", viktorianische Stereotype,  "der Staat" als Feind, "Bewahrer" des Früheren, ... durchaus Dinge, die ein eher konservativeres oder libertäres Publikum begeistern können.


So wie DnD 5.5  die Bücher schreibt/produziert, kann ich mir kaum vorstellen, wie das gelingen soll. Klar: Nichts von Obigem genauer auszuführen und einfach Gewalt und nen neuen Art Style drüberzukippen, dürfte für 5E zu wenig sein.
Danke für das Teilen des Artikels. Das sage ich schon seit Jahren und habe es bestimmt mehrmals bei Gelegenheit hier im Forum geschrieben.

Noch zwei Dinge:

Die Halblinge würde ich nicht unbedingt als viktorianische Stereotype ansehen. Auch wenn sie in der aktuellen Epoche des Settings so leben, sind die Halblinge keine „Wilden“. In Dark Sun geht nämlich auch stark um den Zerfall von Hochkultur und Zivilisation. Gerade bei den Athas-Halblingen ist das ein Riesenthema. Da muss man sich die Historie von Dark Sun ansehen.

Ich würde auch nicht sagen, dass Dark Sun ein Setting ist, das „Konservative begeistert“. Ich denke eher, dass Dark Sun brutalst ehrlich mit seinem Szenario umgeht. Ein Setting in dem „ultra-libertäre Superreiche“ alles gewonnen haben und regelrecht alles für Macht verbraucht haben und nun dabei sind das letzte Tröpfchen auszupressen, um wahrlich unsterblich zu werden. Und das zeigt Dark Sun ungeschminkt.

Mit einem 7er-Set, stehen ganze Universen offen.

Offline Leonidas

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Ich bin wirklich sehr gespannt, wie sie in den kommenden Büchern mit alledem umgehen werden. Der Wargamer trifft es ja auch da sehr gut: „And with so much potential for brilliance and for failure, whatever happens - good or bad - will at least be interesting.“

Offline General Kong

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Dark Sun ist fas Mad Max-Setting unter den D&D-Welten, so feindlich und brutal, dass es eine Superverbesserung für Dunkelsonnler wäre, nach Ravenloft entführt zu werden:
"Wasser! Nahrung! Kühle Temperaturen! Was? Ein Lich/ Vampir/Werworf/ Verrückter Wissenschaftler beherrscht das Reich und hindert mich es wieder in die Heimatebene zu verlassen und nachts stellen mir Kreaturen nach, wenn ich das Haus verlassen? Nur nachts?! HIMMLISCH! Hier will ich mie wieder weg!"
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(Könnte aber auch eine fette fliegende Banane sein ...)

Offline tarinyon

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Ich denke auch, dass es ein Fehler wäre, Dark Sun auf die eine oder andere politische Interpretation zu beschränken. Es ist halt eine total nihilistische Vision der Postapokalypse und daher total zutreffend auf das, was wir aktuell erleben. Dem Klimawandel ist es ja auch egal, ob Leute daran glauben oder nicht. Es wird halt nur noch schlimmer, wenn viele nix dagegen tun. Und diese Machtlosigkeit, die man im echten Leben verspürt, die kann man, finde ich, ganz gut in ein Setting projizieren, wo man eben dann ums Überleben kämpft und die Konsequenzen der Handlungen anderer ausbadet. Zugleich kann es doch aber auch sehr viel Spaß machen, in so einem Setting zu einer machtvollen Position aufzusteigen und sich über die Grenzen, die da einem auferlegt werden, hinwegzusetzen. Das ist doch eigentlich der ganze Spaß vom Rollenspiel. Dinge zu tun, die man in echt nicht tun kann, in einer Welt, die es in echt (noch) nicht gibt. Man kann da viel in D&D reinprojizieren, aber es geht doch im Kern darum, über den Dingen zu stehen am Ende aller Mühen (egal ob im Dungeon oder in der Wüste).

Offline tartex

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Ich denke auch, dass es ein Fehler wäre, Dark Sun auf die eine oder andere politische Interpretation zu beschränken. Es ist halt eine total nihilistische Vision der Postapokalypse

Also das Thema Sklavenaufstand und Revolution habe habe ich schon immer als sehr zentral betrachtet. Da gibt es viel klare systemische Ungerichtigkeiten und tatsächlich eine Chance dagegen anzugehen. ;D Die Sorcerer-Kings sind ja beinahe ein Gegenbeispiel für die üblichen Teflon-NSCs.
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Offline tarinyon

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Ja, das stimmt! Aber Sklaverei in Fantasysettings ist ja hoffentlich in allen Rollenspielgruppen etwas, gegen das man vorgehen will  ;D Außerdem starten die Spieler bei Dark Sun ja default gerne auch mal als Sklaven.

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Ja, das stimmt! Aber Sklaverei in Fantasysettings ist ja hoffentlich in allen Rollenspielgruppen etwas, gegen das man vorgehen will  ;D Außerdem starten die Spieler bei Dark Sun ja default gerne auch mal als Sklaven.

Mag sein, aber Aufstände derer "da unten" sind auch heute noch bei verdächtig vielen Leuten, die sich selbst nicht dazu zählen, merkwürdig unpopulär. 8] Also, da kommt man an "Ist das nicht irgendwie politisch?" schon deutlich schlechter vorbei als an "nur" der typischen Fäntelmonarchie als dem ganz selbstverständlich-autoritären gesellschaftlichen Standardmodell der Spielwelt...

Offline tartex

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Ja, das stimmt! Aber Sklaverei in Fantasysettings ist ja hoffentlich in allen Rollenspielgruppen etwas, gegen das man vorgehen will  ;D Außerdem starten die Spieler bei Dark Sun ja default gerne auch mal als Sklaven.

Die Stadtstaaten sind halt auch brauchbare Sandboxen, die man leichter einzeln umgestalten kann ohne gleich das ganze Setting zu kippen. Und bei den nur 7-9 Stadtstaaten hat man den Eindruck, dass man wirklich was weltbewegendes macht.

Natürlich habe die frühen alten Abenteuer die Spieler da nicht rangelassen. Für sowas gab es ja die Romane.  >;D
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Offline unicum

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im neuen Dark Sun wirst du keines dieser Punkte finden sondern

...
- Sex

damit es den "ab 18" Sticker bekommen kann.

Wenn ich mich recht erinnere (die Dark Sun Box steht irgendwo im Keller) war jezt Sex nicht unbedingt etwa das darin prominent vorgekommen ist, ich mein Dark Sun war ja vor dem "Book of Erotic Fantasy" (liegt auch im Keller) das die erste Änderung in der OGL verursachte. Und das war ja Sex² (also auch nicht vollständig es gab auch die Klasse eines Haremnwächters der Sexuell naja ihr wisst schon,...=

Bei den Amis kann man imho nicht so sicher sein, was ab 18 wirklich bedeutet.

Offline unicum

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Ja, das stimmt! Aber Sklaverei in Fantasysettings ist ja hoffentlich in allen Rollenspielgruppen etwas, gegen das man vorgehen will  ;D Außerdem starten die Spieler bei Dark Sun ja default gerne auch mal als Sklaven.

Ach, ich breche auch dieses Klischee ganz gerne,... viele denken halt nur an den dreieckshandel oder das man die Pyramiden ja nur mit Sklavenarbeit hat bauen können. Ein Sklave von Julius Caesar war nicht ganz ohne Macht.

... wurde den Sklaven meist eine Ausbildung ermöglicht. So wurden im eigenen Haus geborene vernae, gekaufte novicii und aufgenommene expositi mit den freien Kindern des Hauses in eine Elementarschule geschickt, in der sie Lesen, Rechnen und Schreiben lernen konnten.

Ändert nichts daran das es mistig ist, nur kommt es eben darauf an wo und wann wie sehr mistig es ist.

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Ach, ich breche auch dieses Klischee ganz gerne,... viele denken halt nur an den dreieckshandel oder das man die Pyramiden ja nur mit Sklavenarbeit hat bauen können. Ein Sklave von Julius Caesar war nicht ganz ohne Macht.

... wurde den Sklaven meist eine Ausbildung ermöglicht. So wurden im eigenen Haus geborene vernae, gekaufte novicii und aufgenommene expositi mit den freien Kindern des Hauses in eine Elementarschule geschickt, in der sie Lesen, Rechnen und Schreiben lernen konnten.

Ändert nichts daran das es mistig ist, nur kommt es eben darauf an wo und wann wie sehr mistig es ist.

Schon richtig -- längst nicht jeder Sklave wurde insbesondere im Altertum automatisch wie der letzte Dreck behandelt. Wieviele von ihnen freiwillig geblieben wären, wenn sie eine echte andere Wahl mit Perspektiven gehabt hätten (Einwände wie "Ich kann mir ein Leben in 'Freiheit' doch gar nicht leisten!" oder "Ich wüßte doch überhaupt nicht, wo ich hingehen soll!" also mal außen vor gelassen), mag dann allerdings leicht wieder auf einem anderen Blatt stehen.

Nebenbei, bei zumindest den klassischen ägyptischen Pyramiden sollen die Gelehrten wohl inzwischen wieder von der Idee von Sklavenarbeit abgekommen sein. Anderswo in der Welt mag das allerdings ggf. immer noch anders ausgesehen haben -- andere Länder, andere Sitten, und ich habe mich längst nicht in alle Fälle einzeln vertieft.