Bei solchen Fragen merke ich manchmal erst wieder, wie sehr das System einen Unterschied machen kann.
Soll in meinem Fall heißen: ich bin bekennender Fate-Fan und das ist dieser Tage auch mein internes Referenzsystem, für mich ist ein "ausgeglichenes Powerniveau" also schlicht erst mal die
natürliche Voreinstellung, weil Spielercharaktere da alle nach dem gleichen Gesamtschema gestrickt sind (die Unterschiede zeigen sich darin, wie der einzelne Spieler das nach seinem Gusto
ausfüllt) und sich danach auch schön im Gleichtakt weiterentwickeln. Da müßte ich für eine Kampagne oder einen One-Shot also erst mal bewußt ein Ungleichgewicht vorsehen und einbauen, wenn ich das nicht so wollte...
Auf der anderen Seite bin ich alt genug, um mich (nicht unbedingt
nur mit Grauen, nur halt eben auch

) an diverse "klassische" Auswürfelsysteme zu erinnern, die von vornherein einfach gar keinen Ausgleich garantierten. Bei manchen von denen mag das in der konkreten Spielpraxis besser funktioniert haben als bei anderen (so was wie Marvel Super Heroes von TSR mag zum Beispiel recht unterschiedliche Gesamtpakete produziert haben, aber da paßt das im Zweifel etwas besser ins Genre und war insbesondere die Basisversion eher ein wenig bier-und-brezeliger ausgelegt), aber so richtig streng
gläubig in Sachen seligmachende Kraft des Zufalls war ich eben doch nie.
Insgesamt würde ich schon sagen: ja, ein gewisses Gruppengleichgewicht hat auf jeden Fall etwas für sich. Wie sehr man sich in Einzelaspekte dieses Themas dann
verbeißen will, ist allerdings ein Stück weit Geschmackssache -- eine so verkniffen erbsenzählerische Handhabung, daß man allein damit schon wieder anfängt, Mitspieler zu vergraulen, kann mMn nämlich auch nicht der Weisheit letzter Schluß sein.