Autor Thema: Welche SC-Spezies sind Euch für ein Setting wichtig?  (Gelesen 6768 mal)

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Re: Welche SC-Spezies sind Euch für ein Setting wichtig?
« Antwort #75 am: 8.09.2026 | 11:22 »
Ganz allgemein geht mir bei der ganzen Speziesdebatte ein Punkt ein wenig unter, der eigentlich auch etwas Beachtung verdient hätte: wenn sie auch nur annähernd wie Menschen denken, dann sollte eigentlich auch für viele Nichtmenschen ebenso wie für Menschen auch schon die jeweilige Kultur, in der sie aufgewachsen sind, wesentlich identitätsstiftender sein als bloß ihre biologische Zugehörigkeit zur selben Art. Sicher, in vielen Settings werden gleich ganze Spezies Planet-der-Hüte-mäßig als Monokulturen gehandelt, die sich ggf. selbst von einem Kontinent zum nächsten nicht wirklich unterscheiden...aber das ist ohne guten Grund dafür, warum das überhaupt so sein sollte, eigentlich recht unglaubhaft. Vor allem dann, wenn man sich tatsächlich mal in ihre eigene Perspektive versetzt... :think:

(Ein Beispiel, das mir gerade durch den Kopf geschossen ist:

Dschungelelf: "Die Typen aus dem kalten Norden wissen, was sie vor zweitausend Jahren getan haben, mit denen sind wir nicht mehr verwandt!"

Abenteurergruppe aus dem Norden samt Elf von ebenda: :o)

Offline Eleazar

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Re: Welche SC-Spezies sind Euch für ein Setting wichtig?
« Antwort #76 am: 8.09.2026 | 11:31 »
Ich bin als Tolkien-Fan schon von einer EDO-Welt angetan. Wobei für meinen Geschmack die Zwerge als erstes rausfliegen könnten. Ich habe auch Geschmack an exotischeren Species in bestimmten Ecken einer Spielwelt: Wolfs-, Katzen- oder Echsenmenschen kann es ruhig geben.

Was ich nicht mag, sind auf modern getrimmte Fantasy-Settings, in dem auch in dem abgelegendsten Kaff jede Kultur, Hautfarbe und Spezies vertreten sein muss. In Handelsmetropolen oder an Schiffahrtswegen gern, aber nicht in der hinterletzten Provinz. Ich frage mich dann immer: Sind die alle vor drei Monaten aus verschiedenen Richtungen mit nem Bus dort eingetroffen? Oder warum vermischt sich die Bevölkerung nicht? Oder hat es in den letzten Generationen nicht längst schon getan?

Da wird so weltläufig getan, aber im Prinzip wird eine von Rassismus geprägte Gesellschaft abgebildet, in der jede Community fein säuberlich sortiert und voneinander getrennt, nebeneinander her lebt.

In SF-Settings gehe ich von ganz anderen Möglichkeiten der Mobilität aus. Da kann ich mir ein großes, buntes Durcheinander vorstellen.

Online Holothuroid

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Re: Welche SC-Spezies sind Euch für ein Setting wichtig?
« Antwort #77 am: 8.09.2026 | 12:01 »
Kultur, Planet der Hüte und kulturelle Schmelztigel sind alles gute Punkte und gehen oft schief. Welche Settings machen das aus eurer Sicht denn gut? Eberron gefällt mir z.B. gut in der Hinsicht.

Also wenn sich die Klassen auch nur so verhalten das sie abziehbilder sind dann braucht man das auch nicht.

Wann ist das für dich der Fall? Mir scheint es eher so, dass das ein Zusammenspiel von Rollenspielprodukten, der sich je darum entspannenden Szenen, den Gepflogeneheiten der Spielgruppe und einzelnen Spielys.

Also z.B. beobachte ich bei vielen, die z.B. WoD länger spielen, dass sie ihr Charakterkonzept bewusst gegen den Archetypus des formalisierten Charakteryps (also Subsplats) spielen. Bei D&D 3.5 dagegen, dass die formalisierten Charaktertypen (also Klassen) überhaupt nicht zum Charakterspiel beitragen, weil sowieso niemand weiß, was eine Kombination aus fünf (Prestige-)Klassen heißen soll.
Let's Go To Magic School - Wenn man einen Zauberschulroman liest (und davon gibt's viele), lernt man mit den Charakteren über die Welt und die Magie. In diesem PbtA-Spiel, spielt ihr um herauszufinden, wie es mit Welt und Magie steht.

Offline Jiba

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Re: Welche SC-Spezies sind Euch für ein Setting wichtig?
« Antwort #78 am: 8.09.2026 | 12:32 »
Kultur, Planet der Hüte und kulturelle Schmelztigel sind alles gute Punkte und gehen oft schief. Welche Settings machen das aus eurer Sicht denn gut? Eberron gefällt mir z.B. gut in der Hinsicht.
Ich finde Exalted macht das auch sehr gut. Es gibt allergrößtenteils nur die Spezies Menschen, allerdings können die auch mal je nach Herkunft seltsamer aussehen (grüne Haare oder sowas). Die "Fremdspezies", die es gibt, sind superselten und exotisch... oder letztlich auch Menschen, die zu nah an Wyldniszonen gelebt haben und deshalb mutiert sind. Gerade in der 3. Edition wird außerdem darauf geachtet, dass Kulturen sich miteinander vermischen und so keine klare Einheitlichkeit besteht.
Engel – ein neues Kapitel enthüllt sich.

“Es ist wichtig zu beachten, dass es viele verschiedene Arten von Rollenspielern gibt, die unterschiedliche Vorlieben und Perspektiven haben. Es ist wichtig, dass alle Spieler respektvoll miteinander umgehen und dass keine Gruppe von Spielern das Recht hat, andere auszuschließen oder ihnen vorzuschreiben, wie sie spielen sollen.“ – Hofrat Settembrini

Online nobody@home

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Re: Welche SC-Spezies sind Euch für ein Setting wichtig?
« Antwort #79 am: 8.09.2026 | 13:06 »
Kultur, Planet der Hüte und kulturelle Schmelztigel sind alles gute Punkte und gehen oft schief. Welche Settings machen das aus eurer Sicht denn gut? Eberron gefällt mir z.B. gut in der Hinsicht.

Hmm...spontan würde ich sagen, daß Umdaar das recht gut macht (sowohl in der alten als auch in der neuen Fassung). Die Welt is als ehemaliges Versuchslabor der Demiurgen recht kosmopolitisch und reich an eigenwilligen Landschaften und Bioformen, von denen sich insbesondere die letzteren im Lauf der Jahrtausende oft weit verbreitet und zumindest gesellschaftlich vermischt haben, und der Hauptkonflikt besteht zwischen den tyrannischen und ausbeuterischen "Meistern" auf der einen und den von ihnen noch nicht eroberten Ländern auf der anderen Seite, die ihrerseits beide nicht automatisch geschlossene Blöcke bilden, sondern sich auch untereinander in die Wolle kriegen können -- wo genau man herkommt und auf welcher Seite man steht, ist also oft deutlich wichtiger als die kleine Detailfrage, ob der Gegenüber auch ein Spinnenwesen ist wie man selbst oder doch bloß ein Dinosauroider mit Cyberflügeln. (Und ja, "normale" Menschen und ähnliches Gesocks kann man da natürlich auch finden. :))

Offline Galatea

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Re: Welche SC-Spezies sind Euch für ein Setting wichtig?
« Antwort #80 am: 8.09.2026 | 13:58 »
Ganz allgemein geht mir bei der ganzen Speziesdebatte ein Punkt ein wenig unter, der eigentlich auch etwas Beachtung verdient hätte: wenn sie auch nur annähernd wie Menschen denken, dann sollte eigentlich auch für viele Nichtmenschen ebenso wie für Menschen auch schon die jeweilige Kultur, in der sie aufgewachsen sind, wesentlich identitätsstiftender sein als bloß ihre biologische Zugehörigkeit zur selben Art. Sicher, in vielen Settings werden gleich ganze Spezies Planet-der-Hüte-mäßig als Monokulturen gehandelt, die sich ggf. selbst von einem Kontinent zum nächsten nicht wirklich unterscheiden...aber das ist ohne guten Grund dafür, warum das überhaupt so sein sollte, eigentlich recht unglaubhaft. Vor allem dann, wenn man sich tatsächlich mal in ihre eigene Perspektive versetzt... :think:
Einerseits das, anderseits wird von den Schreibern diverser Spezies gefühlt auch oft nur bis zum Punkt "wir haben ein Problem, hier ist eine Lösung" gedacht, und diese eine Lösung dann mit dem Fass über die ganze Spezies gekippt.

Ich hab in meinem Setting auch eine super langlebige Spezies in oft recht modernen Gesellschaftsformen. Was für Tolkiens Elben kein Problem ist (der Kerl da ist halt König für 5000 Jahre oder bis er von Orks erdolcht/einem Drachen gefressen/einem dunklen Lord erschlagen wird) ist in einer moderneren Gesellschaft oft ein Problem. Kann man sehr gut aktuell im US-Senat beobachten, wo mittlerweile Quasi-Leichen Mitglied sein dürfen (es ist ja noch immer nicht geklärt, ob Mitch McConnell überhaupt noch zurechnungsfähig/ansprechbar ist).

Die Spezies muss hier also eine Lösung finden. Aber warum sollte das eine Lösung sein? Die eine Gruppe führt vielleicht Maximalzeiten für Ämter ein, die andere hat kulturell fest implementierte Wanderjahre (Person zieht alle 200-300 Jahre in die Welt hinaus, um eine neue Berufung zu finden) und eine andere Gruppe sieht das ganze als Prüfung für ambitionierte Nachfolger (wer seinen Vorgesetzten aus dem Weg räumt (sei es Mord oder Rufmord) ohne dabei erwischt zu werden hat dessen Posten verdient - Survival of the fittest).
Gerade über Lösungswege für biologische Probleme (also zumindest solche, die zu sozialen Problemen führen) kann man hervorragend Gruppen innerhalb einer Spezies von einander abgrenzen.


Wäre z.B. bei Zwergen möglich - leben unter der Erde -> blöd für Ackerbau.
Eine Gruppe erichtet ein großes Handelsimperium und eine regelbasierte Weltordnung, um Nahrungsicherheit zu garantieren,
eine andere Gruppe fängt an Pilze und unterirdisches Geviechs zu züchten, ist damit self-sufficient und interagiert praktisch überhaupt nicht mehr mit dem Rest der Welt,
eine andere Gruppe zieht aus und versklavt andere Spezies, die dann für die Zwerge an der Oberfläche auf den Äckern schuften müssen (kann man auch leicht auf einen zwergischen Aztekenopferkult erweitern).
« Letzte Änderung: 8.09.2026 | 14:09 von Galatea »
We should respect all forms of consciousness. The body is just a vessel, a mere hull.

Offline unicum

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Re: Welche SC-Spezies sind Euch für ein Setting wichtig?
« Antwort #81 am: 8.09.2026 | 14:58 »
Wann ist das für dich der Fall? Mir scheint es eher so, dass das ein Zusammenspiel von Rollenspielprodukten, der sich je darum entspannenden Szenen, den Gepflogeneheiten der Spielgruppe und einzelnen Spielys.

Ein "Abziehbild" ist für mich als Beipspiel:
Ein mir unbekannter Spieler meldet sich auf einem Con in einer Runde mit mir als SL an und spielt einen Zwergen (damit klappt das Abziehbild bisher am besten) und sein einziger Beitrag zur Lösung des Plots ist seine Axt und das er Bier in Mengen säuft und Elfen nicht mag.


Offline dreisam

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Re: Welche SC-Spezies sind Euch für ein Setting wichtig?
« Antwort #82 am: 8.09.2026 | 15:12 »
Zum Thema "monolithischer Kulturblock" hier mal ein Video über all die verschiedenen Elbengruppen in Tolkiens Welt und ihre grobe Zusammensetzung. Das ist ein ständiges auseinanderdriften, wiedervereinigen und durchmischen, bei dem sehr deutlich wird, dass es "den Elb" auch in Tolkiens Welt überhaupt nicht gibt.https://www.youtube.com/watch?v=_WbUHhyfAXI

So einfach scheint mir das nicht.

Auf der einen Seite imaginierte sich JRRT seine Elben als durchaus genauso frei in ihrem Denken und Bewerten, Entscheiden und Handeln, wie er sich seine menschlichen Charaktere vorstellte:

a) „[Elves and humans] were called the Eruhíni or 'Children of God', and were for the Valar an incalculable element: that is they were rational creatures of free will in regard to God, of the same historical rank as the Valar, though of far smaller spiritual and intellectual power and status.“ (Letter #181, 1956)

Auf der anderen Seite besitzen bei JRRT die Angehörigen von bestimmten Elbengruppen bestimmte Neigungen und bestimmte Begabungen (von namhaften und dann immer außergewöhnlichen Ausnahmen abgesehen).

b) „Neither the Atani nor the Noldor [= High-Elves] had any love of the sea or of ships.“ (Peoples of Middle-earth)

c) „Whereas the Sindar had the fairer voices and were more skilled in music (save only Maglor son of Fëanor), and loved the woods and riversides.“ (War of the Jewels)

Sowohl die Neigungen als auch die Begabungen werden vererbt.

d) „[Voronwë said:] I was born here in Middle-earth in the land of Nevrast. My mother was of the Grey-elves of the Falas, and akin to Círdan himself – there was much mingling of the peoples in Nevrast in the first days of Turgon's kingship – and I have the sea-heart of my mother's people [while my father Aranwë was of the Noldor of the House of Fingolfin].“ (Unfinished Tales)

Ich persönlich halte dieses konzeptionelle Detail für durchaus bedenklich. Um meine Haltung zu illustrieren, setzte ich das vorstehende Voronwë-Zitat einmal in Beziehung mit einem etwas Anderem:

f) „Ich [eine dunkelhäutige Frau, die seit vierzehn Jahren in Darmstadt lebt und aus Brasilien migriert ist] ging zu einer Abend-Tanzstunde für Frauen. Es waren vielleicht zehn Frauen da. Wir haben bald angefangen, verschiedene Tänze auszuprobieren. Da kommt eine Frau zu mir und sagt: ‚Ach, ich werde nie Samba lernen. Ich kann das einfach nicht. Ich habe das nicht im Blut. Ich werde nie Samba lernen, so wie du nie Walzer lernen kannst.’ “ (Dorothea Schütze: Ich hatte kein Kleingeld… Erfahrungen mit alltäglichem Rassismus in Darmstadt. 16 Gespräche mit Flüchtlingen und EinwanderInnen. Justus von Liebig Verlag, Darmstadt 1996.)

Nun könnte man anmerken, dass es Elben ja gar nicht in Wirklichkeit gibt und dass sie deshalb ohnehin artifiziellen Charakter besitzen. JRRT sah das übrigens ähnlich. Zumindest schrieb er Entsprechendes, als er seinen Herrn der Ringe abgeschlossen hatte und sich in den späten Fünfzigern / frühen Sechzigern seines Lebens befand.

g) „In reality this only means that my elves are only a representation or an apprehension of a part of human nature.“ (Letter #131, 1951)

h) „I should say that [Elves] represent really Men with greatly enhanced aesthetic and creative faculties, greater beauty and long life, and nobility.“ (Letter #144, 1954)

i) „Elves are certain aspects of Men and their talents and desires.“ (Letter #153, 1954)

j) „The Elves represent, as it were, the artistic, aesthetic, and purely scientific aspects of the humane nature raised to a higher level than is actually seen in Men.“ (Letter #181, 1956)

Sollte ich mir aber ehrlich Charaktere imaginieren, die aufgrund ihrer Rasse (!) über bestimmte ererbte Neigungen und Begabungen verfügen? Bereiten mir solche rassistischen Zuschreibungen keine Bauchschmerzen, nur weil ich weiß, dass derlei Charaktere nicht in unserer empirischen Wirklichkeit existieren, niemals existierten und unmöglich jemals existieren können?

Ich vermute übrigens sehr stark, dass JRRT dazu geraten hätte, im Fantasy-Rollenspiel vorrangig menschliche Charaktere darzustellen.

k) „In narrative, as soon as the matter becomes ‘storial’ and not mythical, being in fact human literature, the centre of interest must shift to Men (and their relations with Elves or other creatures). We cannot write stories about Elves, whom we do not know inwardly; and if we try we simply turn Elves into men.“ (Letter #212, 1958)

Wenn man JRRTs Meinung folgen mag (und zudem Klischees umschiffen möchte, die vielleicht gelegentlich nicht ganz unproblematisch anmuten könnten), dann wären vermutlich *Menschen* die einzige Spezies, die menschlichen Spielenden ausreichen sollte und genügen kann? Richard Pini & Wendy Pini (Elfquest), Elaine Cunningham (Evermeet), Paul B. Thompson & Tonya C. Cook & Douglas Niles (Elven Nations) sehen das aber vermutlich sehr anders.

Offline Blizzard

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Re: Welche SC-Spezies sind Euch für ein Setting wichtig?
« Antwort #83 am: 8.09.2026 | 18:06 »

...welche Spezies, die auch als Spielercharaktere zur Auswahl stehen, sind Euch in einem Setting wichtig?

Natürlich hängt es immer auch davon ab, ob man Fantasy, SF oder Cyberpunk spielt.

Aber welche sollte es neben den Klassikern Menschen, Elfen und Zwerge sonst noch geben?

Vorab: Ich habe nicht alle Antworten bis hierher gelesen. Ich finde es aber eine spannende (Ausgang)Frage, und auf die will ich auch noch kurz antworten:

Ich habe am liebsten eine "gesunde" Mischung von den Vertretern der "klassischen" Fantasy-Völker , wie z.B. Menschen, Elfen, Zwerge, Halblinge, Gnome, Orks, Trolle, etc...und einigen "andersartigen" oder "exotischen" Völkern. Und zwar jeweils -von der Anzahl her- eine Handvoll, das finde ich prima, das ist mir am liebsten. Ich habe ja jetzt im Laufe der Jahre schon rund ein gutes Dutzend Fantasy-Systeme geleitet und die Erfahrung zeigt, dass es Spieler gibt, die einfach unheimlich gerne einen Charakter von einer der klassischen Fantasy-Fraktionen (Mensch,Elf,Zwerg,etc.) spielen. Genau so habe ich aber auch schon jede Menge Spieler in den Runden gehabt, denen die klassischen Fantasy-Völker (auf Dauer) zu langeweilig waren und die einfach mal was "außerhalb der (Fantasy)Norm" spielen wollten. Und ja es gibt auch Spieler, die variieren, die wollen mal das Eine und mal das Andere (spielen). Wichtig finde ich dabei dann eben auch eine einigermaßen breite Auswahl, da(nn) findet garantiert dann jeder Spieler ne Rasse, die er spielen will bzw. die ihm gefällt. Daher sind mir Fantasy-Welten, in denen es genug Auswahl von beiden Spezies ("Klassiker" & "Exoten") gibt, am liebsten.
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Offline Zouan81

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Re: Welche SC-Spezies sind Euch für ein Setting wichtig?
« Antwort #84 am: 8.09.2026 | 21:05 »
Ja, sehr schöne Eindrücke habe ich hier gewonnen.

In der Tat war Tolkien der Erfinder des Fantasy-Genres und damit der Platzhirsch, gefolgt von Gygax.

Daher schaut man von diesen Vorbildern halt viel ab, was die Beschreibung der Spezies anbetrifft.


Ich schätze, eine Auswahl von den Klassikern und ggf. ein Exot runden die Sache schon ab, denke ich.


Bei zu vielen Exoten entsteht womöglich wieder der Eindruck eines Fantasy-Zoos.

Gespielte Regelsysteme:

D&D, DSA, RdW, Saga, Earthdawn


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Offline WeepingElf

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Re: Welche SC-Spezies sind Euch für ein Setting wichtig?
« Antwort #85 am: 8.09.2026 | 21:56 »
In der Tat war Tolkien der Erfinder des Fantasy-Genres und damit der Platzhirsch, gefolgt von Gygax.

Nein, Tolkien hat die Fantasy nicht erfunden. Das Genre gab es schon lange vorher, und Tolkien, habe ich mal gelesen, mochte es nicht sonderlich, wenn seine Geschichten als "Fantasy" bezeichnet wurden, weil er darunter solche Sachen wie die Conan-Geschichten von Robert E. Howard verstand, mit denen er nichts zu tun haben wollte. Tolkien war nur ein besonders populärer und einflussreicher Fantasy-Autor, und die vier spielbaren Rassen von D&D basieren (mit Veränderungen, vor allem bei den Elben/Elfen) auf den Vier Freien Völkern von Mittelerde. Angeblich haben Gygax und Arneson diese nur deshalb in D&D aufgenommen, weil sie hofften, damit ihr Spiel den Millionen von Tolkien-Fans verkaufen zu können. Ansonsten hat D&D nicht viel mit Tolkiens Welt gemeinsam, sondern ist ein mythologischer Gemischtwarenladen, in dem es vieles gibt, was gar nichts mit Tolkiens Werk zu tun hat.
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Re: Welche SC-Spezies sind Euch für ein Setting wichtig?
« Antwort #86 am: 8.09.2026 | 22:12 »
Ansonsten hat D&D nicht viel mit Tolkiens Welt gemeinsam, sondern ist ein mythologischer Gemischtwarenladen, in dem es vieles gibt, was gar nichts mit Tolkiens Werk zu tun hat.

Rein genremäßig würde ich D&D sogar noch am ehesten selbst bei der Sword & Sorcery einsortieren...nur halt mit sehr viel Sorcery. ;) Der da normalerweise favorisierte Abenteurer-und-Glücksritter-Typ von Spielercharakter, der sich auf der Jagd nach Schätzen mal inner- und mal außerhalb von Dungeons in mehr oder weniger exotischen Gegenden mit Monstern herumschlägt, riecht für mich jedenfalls definitiv mehr nach Howard, Leiber, und generell Pulpabenteuern als nach ausgerechnet Tolkien.

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Re: Welche SC-Spezies sind Euch für ein Setting wichtig?
« Antwort #87 am: 9.09.2026 | 12:35 »
Rein genremäßig würde ich D&D sogar noch am ehesten selbst bei der Sword & Sorcery einsortieren...nur halt mit sehr viel Sorcery. ;) Der da normalerweise favorisierte Abenteurer-und-Glücksritter-Typ von Spielercharakter, der sich auf der Jagd nach Schätzen mal inner- und mal außerhalb von Dungeons in mehr oder weniger exotischen Gegenden mit Monstern herumschlägt, riecht für mich jedenfalls definitiv mehr nach Howard, Leiber, und generell Pulpabenteuern als nach ausgerechnet Tolkien.

Ja. Zwar kommt die Idee von einer gemischtrassigen Abenteurertruppe vielleicht vom Herrn der Ringe, aber die Gemeinschaft des Rings war keine Glücksrittertruppe, sondern ein internationales Team von Spezialagenten mit dem Auftrag, ein mächtiges böses Artefakt zu vernichten (ein "hochkarätig" besetztes darüber hinaus - Legolas war ein Königssohn, Boromir der Sohn des Truchsessen von Gondor, Aragorn der Erbe einer mächtigen Dynastie). Vielleicht aber ergab sich die für D&D typische gemischtrassige Abenteurertruppe nur ganz von selbst daraus, dass man Wesen verschiedener Rassen spielen konnte, ohne dass die Gemischtrassigkeit der Gemeinschaft des Rings da ein konkretes Vorbild war; der Aspekt, dass die SCs unterschiedliche, einander ergänzende Fähigkeiten haben, war da von Anfang an viel bedeutender als der Aspekt der Gemischtrassigkeit - die verschiedenen Rassen hatten eben solche unterschiedlichen, einander ergänzenden Fähigkeiten, was nahelegte, eine gemischtrassige Abenteurergruppe zu bilden. Ich bezweifle auch, dass Tolkien D&D gefallen hätte - der war ja, was Verhunzungen seines Werks und den "Missbrauch" der von ihm ersonnenen Namen betraf, sehr empfindlich. So schrieb er einmal einem Rinderzüchter, der zwei Bullen die Namen Elrond und Glorfindel gegeben hatte, einen gehässigen Brief, und protestierte per Leserbrief in einer Zeitung gegen die Benennung eines Schiffs mit dem Namen Shadowfax.
« Letzte Änderung: 9.09.2026 | 12:47 von WeepingElf »
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Offline Mouncy

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Re: Welche SC-Spezies sind Euch für ein Setting wichtig?
« Antwort #88 am: 9.09.2026 | 13:33 »
Klabauterleute. Die gibt es generell zu wenig.
Jetzt habe ich ja glatt bei Wiki nachgelesen. Stellt sich heraus: Der Pumuckl ist wohl verwandt!
https://de.wikipedia.org/wiki/Klabautermann

Ansonsten jo, Settingabhängig. Ich kann auch auf Menschen verzichten wenns irgendwie passt. Cineastisches Kung Fu Panda Spiel mit ausschließlich anthromorphen Viehzeug? Für nen Oneshot, why not.

Offline unicum

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Re: Welche SC-Spezies sind Euch für ein Setting wichtig?
« Antwort #89 am: 9.09.2026 | 14:59 »
Ich zieh die Frage mal anderst auf und zwar insofern das ich mir überlege wann ich eine SC-Spezies so gar nicht abkann.

Neben den Abziehbildern die ich oben schon mal erwähnt habe (Versoffene Zwerge, Verfressene Halblinge, etc pp.) halte ich es auch für schwer eine Spielbalance zwischen Figuren verschiedener Spezies glaubwürdig hinzubekommen.

Ich greif mal das Konstrukt/Golem auf von weiter oben. Das hat alleine deswegen schon viele Vorteile gegenüber Menschen und wenig Nachteile (also mit dem Schwimmen haperts, aber da es nicht atmen muss,...).

Ein Zentauer hat bei irgendwelchen Dungeon und Hochgebirgsabenteuern auch so seine Probleme - Der wechselwarme Echsenmensch auch.

Der Drachenartige? hm was macht den Drachenartig ausser das Aussehen? Feuerspeien? Natürliche Rüssi?

Also ja irgedwie kommen viele der nicht-standarnd Spezies mit sehr vielen Vorteilen und wenig relevanten Nachteilen daher gegenüber dem "Normmenschen"

Ich komm zu dem Punkt "glaubwürdig" also insbesondere da "unglaubwürdig" mich aus der Immison reisst. Sind die Spezies glaubwürdig so stellen sie den SL einfach vor mehr Probleme beim ertellen eines Plotes bei dem wirklich alle Spielfiguren dann mitarbeiten können ohne das "einfach so" zu lösen oder nicht mitmachen zu können.

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Re: Welche SC-Spezies sind Euch für ein Setting wichtig?
« Antwort #90 am: 9.09.2026 | 15:46 »
Wichtig sind mir in diesem Sinne keine, aber ich hadere tatsächlich inzwischen ein bisschen mit dem auch von mir so genannten "Zoo". Und dies, obwohl ich mit Earthdawn grossgeworden bin und die dortigen Wesen allesamt für richtig und wichtig halte. Wenn es jedoch an meine eigenen Settings und Vorlieben geht, bleibe ich gerne bei den Klassikern (Menschen, Elf/ben, Zwergen und Halblingen/Hobbits). Und selbst dort lasse ich manche Sorten raus, z.B. Drow, oder deute sie um. Insbesondere deshalb, weil ich keine "bösen" Wesen mag - was im gleichen Masse für "böse" Gesinnungen gilt. Vielleicht ist dort eine Schnittmenge meines Problems.

In einem ähnlichen Masse habe ich es bei Fading Suns erlebt, in dem ich vieles Erdulden konnte. Ja, selbst die Dunkelelben/-vulkanier/-what-ever. Als jedoch das Fading Suns Players Companion verfügbar wurde und die Spielenden anfingen, alles spielen zu wollen, wurde mir mulmig und ich hatte gleichwohl schlechte Erfahrungen gesammelt, die mich bestätigten.

Was dagegen kein Thema ist, ist, wenn diese Wesen als Nichtspielendefiguren auftauchen. Da ist alles fein und der ganze Zoo darf auflaufen. Und böse dürfen sie ebenfalls sein. Ich bin halt auch paradox. ;)
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Re: Welche SC-Spezies sind Euch für ein Setting wichtig?
« Antwort #91 am: 9.09.2026 | 16:40 »
Ich greif mal das Konstrukt/Golem auf von weiter oben. Das hat alleine deswegen schon viele Vorteile gegenüber Menschen und wenig Nachteile (also mit dem Schwimmen haperts, aber da es nicht atmen muss,...).

Ich kann mir ja beliebig Nachteile ausdenken. Abzug bei sozialen Aktivitäten, weniger Gummipunkte, geringe Reaktion, benötigt spezielle Reparatur / keine natürlich Heilung, weniger verbleibende Baupunkte, wird träge, wenn die lokale Magie zu wenig ist ...

Ich halte es für schwierig ein Argument über Vor- und Nachteile zu machen ohne die Spielmechanik ins Auge zu nehmen.

Vielleicht aber ergab sich die für D&D typische gemischtrassige Abenteurertruppe nur ganz von selbst daraus, dass man Wesen verschiedener Rassen spielen konnte, ohne dass die Gemischtrassigkeit der Gemeinschaft des Rings da ein konkretes Vorbild war

Ich glaube es ist viel einfacher. Ein Spiel bietet x Charaktertypen an. Es liegt nahe keinen doppelt zu nehmen.
« Letzte Änderung: 9.09.2026 | 17:09 von Holothuroid »
Let's Go To Magic School - Wenn man einen Zauberschulroman liest (und davon gibt's viele), lernt man mit den Charakteren über die Welt und die Magie. In diesem PbtA-Spiel, spielt ihr um herauszufinden, wie es mit Welt und Magie steht.

Offline WeepingElf

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Re: Welche SC-Spezies sind Euch für ein Setting wichtig?
« Antwort #92 am: 9.09.2026 | 18:24 »
Ich glaube es ist viel einfacher. Ein Spiel bietet x Charaktertypen an. Es liegt nahe keinen doppelt zu nehmen.

Genau! So ähnlich wie es in einer Rockband meistens nur einen Sänger und in der Regel nur einen Keyboarder (wenn überhaupt vorhanden), einen Bassisten und einen Schlagzeuger gibt, und wenn es zwei Gitarristen gibt, sind es ein Lead- und ein Rhythmusgitarrist, haben also unterschiedliche Funktionen. Das hat mit der Ringgemeinschaft nichts zu tun.
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Offline Nebelwanderer

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Re: Welche SC-Spezies sind Euch für ein Setting wichtig?
« Antwort #93 am: 9.09.2026 | 18:42 »
Absolut für Standartfantasy - Mensch, Elf, Zwerg, Ork/Halb Ork

Gnome und Halblinge sehe ich da eher weniger, liegen für mich zu nahe an den Zwergen, Settingspezifisch ergeben Sie dann mehr Sinn, aber zur absoluten Basis gehören Sie für mich nicht.

Generell finde Ich aber Vielfalt spannend wie bei Shadowrun, auch wenn es leider immer wieder dazu verleitet das SC völlig absurd sind.

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Re: Welche SC-Spezies sind Euch für ein Setting wichtig?
« Antwort #94 am: 9.09.2026 | 19:48 »
Bißchen spannend, daß sich der Faden tatsächlich recht weitgehend auf Fantasy eingeschossen hat. Das mag natürlich mit daran liegen, daß es in anderen Genres weniger klar vordefinierte "Standardspezies" gibt, während in diesem tatsächlich Menschen, Elfen, und Zwerge zumindest insofern eine gewisse privilegierte Position genießen, als wir die einen nun mal selbst sind und die anderen beiden zumindest in "unserem" Kulturkreis auf gewissen mythischen und folkloristischen Traditionen aufbauen können (in hinreichend anderen Gegenden, wo es die so direkt nicht gibt, könnte Fantasy im Prinzip primär auf deren Unterbau aufsetzen, aber so rein als Genre scheint sie mir von vornherein recht stark "nord- bis mitteleuropäisch" dominiert). Andere Völker dürften dagegen dann zunehmend abfallen, weil die eben diese Art von Tradition nicht haben -- Halblinge und Orks beispielsweise stammen ja erst von Tolkien und werden auch beide nicht zwingend gebraucht, denn "harmlos aussehendes Landvolk" und "Standardsoldaten des Großen Dunklen Herrschers" kann ich als Konzepte auch mit Menschen oder sonstwas füllen.

In anderen Genres? In einigen gibt's tatsächlich erst mal "nur Menschen" als offensichtliche SC-Kandidaten, meist, weil sie auf die eine oder andere Art auf die reale Geschichte (mit oder ohne übernatürliche oder alternativhistorische Elemente) zurückgreifen und wir damals nun mal wirklich nicht so viel anderes hatten. Science Fiction hat eher keine so klaren "Standard-Außerirdischen"; es mag etablierte Nischen geben, aber selbst die können von im Detail recht unterschiedlichen Spezies gefüllt werden und die Paßgenauigkeit der Nischen selbst ist nicht immer so gut gegeben (wer wären beispielsweise die "Klingonen" von Babylon 5?). Bei Superhelden kommt's auf die Spezies von vornherein wenig an, es sei denn vielleicht, sie wäre gerade der Ursprung der Superkräfte des Charakters ("Ich hatte einen Laborunfall, er ist ein Roboter, sie eine Mutantin, und der da drüben behauptet halt steif und fest, er käme vom Planeten Skaro...").

Und dann kann man natürlich praktisch alle Genres auch mit so was wie anthropomorphen Tierfiguren besetzen und es gibt obendrein die eine oder andere spezielle Nische, wo einfach schon vom reinen Konzept her z.B. nur Computerspielfiguren oder sprechende und selbstbewegliche Haushaltsgeräte wirklich "passen". :) Also, in gewisser Hinsicht kann ich den HEDO-Schwerpunkt schon nachvollziehen, auch wenn er mich nach wie vor ein wenig nervt -- es ist halt wenigstens eine halbwegs standardisierte Vorstellung, an der man sich gedanklich festhalten kann.

Offline Galatea

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Re: Welche SC-Spezies sind Euch für ein Setting wichtig?
« Antwort #95 am: 9.09.2026 | 22:20 »
Ja. Zwar kommt die Idee von einer gemischtrassigen Abenteurertruppe vielleicht vom Herrn der Ringe, aber die Gemeinschaft des Rings war keine Glücksrittertruppe, sondern ein internationales Team von Spezialagenten mit dem Auftrag, ein mächtiges böses Artefakt zu vernichten (ein "hochkarätig" besetztes darüber hinaus - Legolas war ein Königssohn, Boromir der Sohn des Truchsessen von Gondor, Aragorn der Erbe einer mächtigen Dynastie).
An dieser Stelle sei kurz erwähnt, dass Sam DER EINZIGE Commoner in dieser Gruppe ist. Frodo, Merry und Pippin sind auch allesamt Adel/Aristokratie oder Quasi-Adel (was in den Büchern viel besser rüberkommt als in den Filmen).

Bißchen spannend, daß sich der Faden tatsächlich recht weitgehend auf Fantasy eingeschossen hat. Das mag natürlich mit daran liegen, daß es in anderen Genres weniger klar vordefinierte "Standardspezies" gibt, während in diesem tatsächlich Menschen, Elfen, und Zwerge zumindest insofern eine gewisse privilegierte Position genießen, als wir die einen nun mal selbst sind und die anderen beiden zumindest in "unserem" Kulturkreis auf gewissen mythischen und folkloristischen Traditionen aufbauen können (in hinreichend anderen Gegenden, wo es die so direkt nicht gibt, könnte Fantasy im Prinzip primär auf deren Unterbau aufsetzen, aber so rein als Genre scheint sie mir von vornherein recht stark "nord- bis mitteleuropäisch" dominiert). Andere Völker dürften dagegen dann zunehmend abfallen, weil die eben diese Art von Tradition nicht haben -- Halblinge und Orks beispielsweise stammen ja erst von Tolkien und werden auch beide nicht zwingend gebraucht, denn "harmlos aussehendes Landvolk" und "Standardsoldaten des Großen Dunklen Herrschers" kann ich als Konzepte auch mit Menschen oder sonstwas füllen.
SciFi hat durchaus ein paar Klischeespezieskonzepte, aber eher auf der Antagonistenseite.
Helldivers ist die perfekte Destillation der drei typischen Archetpyen - Bugschwarm, Cybermen und enigmatische fae-artige Kultisten/Propheten mit obskurem Ultra-High-Tech.
Planetside hat mit seinen spielbaren Fraktionen faschistoides Militärregime, Söldner und religöse Fanatiker mit Alientech eine weitere Dreifaltigkeit an SciFi-Klischees.

In anderen Genres? In einigen gibt's tatsächlich erst mal "nur Menschen" als offensichtliche SC-Kandidaten, meist, weil sie auf die eine oder andere Art auf die reale Geschichte (mit oder ohne übernatürliche oder alternativhistorische Elemente) zurückgreifen und wir damals nun mal wirklich nicht so viel anderes hatten. Science Fiction hat eher keine so klaren "Standard-Außerirdischen"; es mag etablierte Nischen geben, aber selbst die können von im Detail recht unterschiedlichen Spezies gefüllt werden und die Paßgenauigkeit der Nischen selbst ist nicht immer so gut gegeben (wer wären beispielsweise die "Klingonen" von Babylon 5?).
Am ehesten dürfte da noch die Kriegerkaste der Minbari passen (die haben auch etwas vom asiatischen Touch der frühen Klingonen, halt ohne die Verschlagenheit), aber ein perfektes Match ist es jetzt nicht.
Dafür sind die Vree imo die besseren Ferengi.
Und die Centauri sind halt das Klischee vom französischen Absolutismus in Space, auch ein häufiges Fraktionskonzept in diversen SciFi-Settings (so rein von ihren "inner workings" könnten die aber auch eine menschliche Fraktion im Battletech-Universum sein).

« Letzte Änderung: 10.09.2026 | 11:11 von Galatea »
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Re: Welche SC-Spezies sind Euch für ein Setting wichtig?
« Antwort #96 am: 9.09.2026 | 22:23 »
An dieser Stelle sei kurz erwähnt, dass Sam DER EINZIGE Commoner in dieser Gruppe ist. Frodo, Merry und Pippin sind auch allesamt Adel/Aristokratie oder Quasi-Adel (was in den Büchern viel besser rüberkommt als in den Filmen).

Genau so ist es!
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Re: Welche SC-Spezies sind Euch für ein Setting wichtig?
« Antwort #97 am: 10.09.2026 | 10:35 »
Um auf die Eingangsfrage zurückzukommen: Im Cyberpunk brauche ich keine Elfen, Zwerge, Orks und Trolle. Manche Leute scheinen heutzutage zu denken, die gehören zum Cyberpunk dazu, aber das ist einzig und allein Shadowrun zuzuschreiben, welches gar kein reiner Cyberpunk, sondern ein Crossover aus Cyberpunk und EDO-Fantasy ist. In den Cyberpunk-Klassikern gibt es solche Rassen nicht, auch nicht in den meisten anderen Cyberpunk-Rollenspielen. Im Solarpunk brauche ich die auch nicht, auch wenn es in der Solarpunk-Welt, an der ich bastle, "Elben", "Zwerge" und "Orks" als Subkulturen gibt. Das sind aber eben nur Subkulturen und keine "Rassen". Die Elben sind so was Ähnliches wie Neo-Hippies; die Zwerge sind Metalheads mit (soweit männlich) Vollbärten und schweren Motorrädern; die Orks sind Punks mit falschen Hauern. Sie sind auch nicht allzu wichtig, sondern bringen in erster Linie etwas "Farbe" in das Setting.
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Re: Welche SC-Spezies sind Euch für ein Setting wichtig?
« Antwort #98 am: 10.09.2026 | 10:59 »
Manche Leute scheinen heutzutage zu denken, die gehören zum Cyberpunk dazu, aber das ist einzig und allein Shadowrun zuzuschreiben, welches gar kein reiner Cyberpunk, sondern ein Crossover aus Cyberpunk und EDO-Fantasy ist.

Wer sind denn "manche Leute"? Hast du da Erfahrungswerte. Ich habe noch nie jemanden getroffen, der das geglaubt hätte. Zumal alle anderen Cyberpunk-Stoffe in Videospielen, Filmen, Serien etc. völlig ohne EDO-Rassen auskommen – und diese Stoffe sind in der Regel bekannter und populärer als Shadowrun".
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“Es ist wichtig zu beachten, dass es viele verschiedene Arten von Rollenspielern gibt, die unterschiedliche Vorlieben und Perspektiven haben. Es ist wichtig, dass alle Spieler respektvoll miteinander umgehen und dass keine Gruppe von Spielern das Recht hat, andere auszuschließen oder ihnen vorzuschreiben, wie sie spielen sollen.“ – Hofrat Settembrini

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Re: Welche SC-Spezies sind Euch für ein Setting wichtig?
« Antwort #99 am: 10.09.2026 | 11:22 »
Wer sind denn "manche Leute"? Hast du da Erfahrungswerte. Ich habe noch nie jemanden getroffen, der das geglaubt hätte. Zumal alle anderen Cyberpunk-Stoffe in Videospielen, Filmen, Serien etc. völlig ohne EDO-Rassen auskommen – und diese Stoffe sind in der Regel bekannter und populärer als Shadowrun".

So viele Erfahrungswerte habe ich da auch nicht. Aber in einer Rollenspielzeitschrift (ich weiß nicht mehr welcher) habe ich mal einen Einführungsartikel zum Genre Cyberpunk gelesen, wo zwar nicht behauptet wurde, dass solche Sachen wie Elfen, Drachen oder Magie zum Genre gehörten, der aber mit Zeichnungen aus einer Shadowrun-Publikation illustriert war, die aufgecyberte Orks und dergleichen zeigten. Auch scheint mir Shadowrun populärer (gewesen) zu sein als "reine" Cyberpunk-Rollenspiele wie Cyberpunk 2020 oder GURPS Cyberpunk - aber das mag sich mittlerweile geändert haben, und außerhalb der Pen&Paper-Rollenspielszene verbindet wahrscheinlich kaum jemand das Genre mit EDO-Rassen und dergleichen Gedöns.
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