Autor Thema: Warum werden Regelwerke immer dicker  (Gelesen 6868 mal)

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Online Fonzman

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Warum werden Regelwerke immer dicker
« am: 8.10.2026 | 08:17 »
Mir kommt vor, dass Rollenspiel-Regelwerke immer mehr an Umfang und Komplexität zugelegt haben.
Kann natürlich subjektiv sein, und ich habe in meiner Laufbahn auch nur eine Handvoll RPGs gespielt, aber bei einigen fällt mir das extrem auf.

D&D waren anfangs (BECMI) einige dünne Hefte. Vor allem die Charaktererschaffung und die Basisregeln passen quasi auf 30-40 Seiten. Alle 4 Boxen zusammen - die wohlgemerkt sehr viele optionale Regeln und auch alle Monster und einiges an Weltbeschreibung enthalten haben! - kamen auf 400 Seiten.
in D&D 5e blättert man mal bis Seite 200 bis die Charaktererschaffung vorbei ist, und danach gehts mit Regeln weiter. Spieler- und Spielleiterhandbuch kommen zusammen auf über 700 Seiten, und da werden noch keine Monster erwähnt! Dafür gibts ein eigenes 350-Seiten-Buch.

DSA1 waren ebenfalls recht dünne Hefte (habs nicht mehr im Kopf, aber sicher weniger als 200 Seiten, auch all-inclusive mit Einstiegsabenteuer, Monstern, Weltbeschreibung, etc.).
Heute hat DSA Einige Wälzer die zwischen 200 und 500 Seiten haben. Das Grundregelwerk kenne ich hier nur aus der 4. Edition, und das hatte schon 300 Seiten (allerdings schon mit Weltbeschreibung, dafür one Monster).

Cthulhu kenne ich aus Laurin-Zeiten. Da gabs das Regelwerk mit 64 Seiten und das Spielleiterbuch mit Monstern und nochmal 64 Seiten. Macht 128 Seiten für ALLES was irgendwie mit Spielregeln zu tun hatte.
In der aktuellen 7. Edition hat das all-inclusive Grundregelwerk über 400 Seiten.

Und natürlich gibts für alle aktuellen Systeme auch noch viele optionale Regelwerke, die alle mit 200+ Seiten daherkommen, und die man für diverse Details auch haben sollte...

Gemeinsam mit diesem Volumenszuwachs kommt für mich auch eine neue Komplexität (wo finde ich jetzt welche Regel?), sowie teilweise Wiederholungen (in Cthulhu 7 werden manche Aspekte mehrfach erklärt). Es wird imho sehr stark davon ausgegangen, dass z.B. jemand der D&D 5e spielt schon grundsätzlich mit D&D vertraut ist und von 3e, 4e oder Pathfinder kommt.

Natürlich gibts das Argument: Man kann ja mit den Schnellstarter-Regeln anfangen, die haben üblicherweise nur 30-40 Seiten und man kann sofort loslegen.
Aber wieso haben es die Systeme früher geschafft ALLE Regeln in 30-40 Seiten einzufangen? Eigentlich wäre das doch heute viel klüger! Kann man von der TikTok-Generation wirklich erwarten, dass sie 300-400 Seiten sinnerfassend lesen und sich die Regeln auch merken? Ich denke Reduktion wäre da deutlich klüger um Neulinge einzufangen.
Oder gehen die Verlage davon aus, dass niemand ins Blaue hinein ein Cthulhu-Grundregelwerk kauft, der noch nie zuvor mit Rollenspiel in Berührung gekommen ist? Baut das heranführen einer neuen Generation grundsätzlich auf Spielerfahrungen mit älteren, erfahreren Rollenspielern auf?

Und der marktwirtschaftliche Ansatz entgeht mir natürlich nicht: Für ein 500-Seiten-Buch kann ich leichter 40€ verlangen. Und wenn ich dann noch auf 5 weitere Wälzer á 30-40€ verweise, kommt schon einiges zusammen. Wenn etwas dünner ist muss es im Auge des Käufers auch günstiger sein. Aber macht es der Umfang am Ende spieltechnisch besser?

Online First Orko

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Re: Warum werden Regelwerke immer dicker
« Antwort #1 am: 8.10.2026 | 08:31 »
Wegen dem Buchrücken, damit es im Regal gut was hermacht  :P
Gelesen wird sowas doch zum großen Teil eh nicht mehr.
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Offline Swanosaurus

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Re: Warum werden Regelwerke immer dicker
« Antwort #2 am: 8.10.2026 | 08:47 »
Es gibt ja haufenweise kleine Rollenspiele, die auf 20-80 Seiten ihr Ding machen. Das sind halt Indies, die du meistens nur als pdf oder pod bekommst. Troika!, einer meiner Lieblings-Indies (okay, das ist jetzt nicht bloß pod, sondern wirklich hochwertig produziert) liefert auf 100 Seiten A5 alles, incl. Bestiary. Und in der Art gibt es Haufenweise RPGs. Viele sind weird und ein bisschen artsy, das wird heute glaube ich als Barriere wahrgenommen, weil das RPG-assoziierte Genre Fantasy eben heutzutage im Gegensatz zu früher gerade NICHT mehr so attraktiv ist für Leute, die Abgefahrenes und Überraschendes wollen, sondern sich in breiten Teilen eher an Leute richtet, die eine behagliche Leseerfahrung wünschen, in denen Erwartungen ganz punktgenau bedient werden. Wenn dann ein Fantasy-RPG daherkommt und rüberbringt: "Ja, das ist alles etwas strange, macht draus, was ihr wollt!", dann sagen viele Fantasy-Leser*innen halt heute eher nicht "Ja, klar, ist halt Fantasy!", sondern "Moooment, aber was ist jetzt hier Kanon? Kann ich da auch Wikingerzwerge spielen? Das ist ein Druide, der muss doch wildshapen können, sonst ist das Unsinn!"

Die Macher*innen gehen dann wahrscheinlich oft davon aus, dass sie für den Erfolg alles irgendwie bedienen müssen - oder ausführlich erklären, warum sie etwas nicht bedienen und eine ausgestaltete Alternative samt Erklärung dafür liefern, warum die mindestens genauso cool ist. Einfach nur im Vagen lassen, wie das DSA1 mal durfte, das geht anscheinend für die "Großen" nicht mehr.

Und dann kommt halt noch die Erwartung dazu, dass ein Rollenspiel "fettes" Artwork haben muss, dass regelmäßig auf Dreiviertelseiten Vollfarbillus apokalyptisch herumflammen müssen. Das bläht ja auch ungeheuer.

Ich mag ja auch die kleinen Produkte. Auch und gerade, wenn sie neue und ungewöhnliche Welten präsentieren, die, wenn es nach mir geht, gerne unvollständig sein sollen.
Ehemals Rumpel/Achamanian

Meine Veröffentlichungen:
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Offline Galatea

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Re: Warum werden Regelwerke immer dicker
« Antwort #3 am: 8.10.2026 | 08:56 »
Ich würde sagen,

1. Situationsabdeckung: Man möchte mehr Sachen abbilden können, die früher gehandwedelt wurden, weil es dafür schlicht keine Regeln gab (ist halt immer so eine Gradwanderung, ab wann es zu viel wird).
2. Neue Dinge für bestehende Charaktere/Klassen, etc., um diese interessant zu halten.
3. Sidegrades: Neue Charakterklassen/-optionen/-spezies, die andere Spielweisen eröffnen und einfach was neues bieten, das es vorher noch nicht gab (der "Zoo" bei D&D).
4. Neue Gegner/Herausforderungen und damit verbunden ggf. neue Mechaniken (damit Leuten, die das schon 10 Jahre spielen, nicht langweilig wird).
5. Featurecreep: Im Prinzip die Idee "wenn wir jetzt das hier abgedeckt haben, dann können wir das da auch gleich mit abdecken" - das artet sehr schnell aus und am Ende hat man viel mehr Regeln als man am Anfang wollte.

Ob es das Regelwerk "besser" macht, liegt im Auge des Betrachters und hängt meiner Meinung auch davon ab, wofür der zusätzliche Regelplatz genutzt wird.
Detailiertere Charaktererschaffung führt nicht zwangsläufig zu komplizierteren Abläufen im aktiven Spiel;
wenn das Regelwerk sowas wie Fahrzeuge und Flugzeuge abdeckt ist es automatisch dicker (diese Regeln braucht man aber halt nicht, wenn man kein Fahrzeug oder Flugzeug hat);
Sidegrades (z.B. zusätzliche Klassen/Spezies) müssen den aktiven Ablauf auch nicht verkomplizieren solange sie nicht mit Supersonderspezialregeln daherkommen (oder aktiv die Grundregeln aushebeln);
und situative Abdeckung hängt imo davon ab, wie nützlich sie in der Praxis ist (bringt es dem Spiel was Regeln für Verfolgungsjagden zu haben, verbessert das deren Abhandlung/das allgemeine Spielgefühl?).


Ich werd auch das Gefühl nicht los, dass heute oft erwartet wird, dass z.B. die neue Edition von D&D ein fetter Schinken ist und möglichst viel von dem beinhaltet, was in den vorherigen Supplements beinhaltet war, weil man beim Einstieg in die neue Edition ja nicht die Hälfte von dem Material aus der letzten Edition vermissen möchte (das Warhammer40k-Tabletop ist da das negative Paradebeispiel, wo z.B. in der 5ten Edition einige Fraktionen noch mit völkerspezifischen Regelwerken aus der 3ten Edition rumgerannt sind, die in vielen Aspekten völlig anders funktioniert hat).

Das ist so ein selbstgelegtes Ei, das aber auch schwer zu vermeiden ist, wenn man erstmal einen Haufen Material hat, das in die neue Edition portiert werden muss.
« Letzte Änderung: 8.10.2026 | 09:00 von Galatea »
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Offline Holothuroid

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Re: Warum werden Regelwerke immer dicker
« Antwort #4 am: 8.10.2026 | 09:11 »
Geh nach itch.io. Suche nach Rollenspielen. Nimm die Median Seitenzahl. Ich bin sicher, du wirst in dem Bereich dünner Heftchen sein.

Die numerisch meisten Rollenspiele sind dünn.

Diejenigen, die professionell vertrieben, in Hardcovern mit großartigem Design und Artwork, die sind unter Umständen - nicht immer - dick.
Let's Go To Magic School - Wenn man einen Zauberschulroman liest (und davon gibt's viele), lernt man mit den Charakteren über die Welt und die Magie. In diesem PbtA-Spiel, spielt ihr um herauszufinden, wie es mit Welt und Magie steht.

Offline Horsinand

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Re: Warum werden Regelwerke immer dicker
« Antwort #5 am: 8.10.2026 | 09:13 »
Speziell das Cthulhu Regelwerk der aktuellen 7. Ed. könnte locker auf die Hälfte des Umfangs runtergebrochen werden, wenn das nicht so schwafelig wäre.

Andererseits: Dort wo man sich Regeln wünscht, möchte ich die auch klar ausformuliert sehen.

Online Ainor

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Re: Warum werden Regelwerke immer dicker
« Antwort #6 am: 8.10.2026 | 09:15 »
Aufnahme von Zusatzmaterial ist sicher ein wichtiger Punkt, zumindest bei Neuauflagen.

Ansonsten ist es teilweise Füllmaterial. Man kann kein Vollpreisbuch mit 80 Seiten verkaufen.
Es wird zu viel darüber geredet wie gewürfelt werden soll, und zu wenig darüber wie oft.
Im Rollenspiel ist auch hinreichend fortschrittliche Technologie von Magie zu unterscheiden.
Meine 5E Birthright Kampagne: https://www.tanelorn.net/index.php/topic,122998.0.html

Offline Swanosaurus

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Re: Warum werden Regelwerke immer dicker
« Antwort #7 am: 8.10.2026 | 09:19 »

Ansonsten ist es teilweise Füllmaterial. Man kann kein Vollpreisbuch mit 80 Seiten verkaufen.

Das ist auch so eine lose-lose-Situation, in der Leute am Ende ein weniger brauchbares Produkt erhalten, das aufwändiger hergestellt werden muss.

Aber leider ist wohl was dran - ich habe ja auch schon oft Rezensionen gelesen, in denen der Preis auf die Seitenzahl umgerechnet wird - "anderswo bekomme ich für 39 Euro 400 Seiten, hier sind es nur 120 - da kaufe ich doch die 400!"
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Offline unicum

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Re: Warum werden Regelwerke immer dicker
« Antwort #8 am: 8.10.2026 | 09:26 »
Hatten wir nicht vor Monaten eine Diskussion über das Layout von Büchern?
Dabei auch "Das Auge liest mit?" also wie schon erwähnt Hochglanzbilder im Großformat?

Wenn ich mich an das erste D&D Heft erinnere da war der tolle rote Drache auf dem Cover und drinnen waren S/W zeichnungen und das was man heute als Textwüste bezeichnen würde. Klar S/W ist günstiger, die Zeichner damals waren weniger etc.

Man will eben auch Geld verdienen und viele RPG verdienen das Geld mit den Grundregelwerken und dann mit Erweiterungen. Da muss das dann auch schon hochwertig genug sein. (klar - reich wird man damit nicht,...)


Offline Prisma

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Re: Warum werden Regelwerke immer dicker
« Antwort #9 am: 8.10.2026 | 09:31 »
Der Grund ist wohl derselbe wieso es kaum noch "dünne" Romane von ca. 200 Seiten gibt, sondern hauptsächlich 400+ Seiten Schinken.

Ich sehe in der Vermehrung von Regeltext auch eine Seuche und es fehlen gute Strukturierungen und einfach gute Übersichten, welche die Spiele mitbringen sollten. Beispiel Cyberpunk 2020 (nicht Red!): vergleichsweise dickes Buch (das englische ist deutlich dünner, was der Sprache geschuldet ist), aber exzellent strukturiert und lesbar und die Sachen auf den Punkt gebracht. Jede Menge Möglichkeiten und jede Menge Spielsachen. Der SL-Schirm ist als Übersicht wahnsinnig nützlich und erlaubt es nur hin und wieder mal ins Buch gucken zu müssen. Der SL-Schirm reicht auch um sich das System schnell mal nach langer Zeit wieder ins Gedächtnis zu holen, Details kann man kurz nachschlagen. Wahnsinnig tolle Produkte!

Im Vergleich dazu Numenera: Auf Englisch schon ein ordentlicher Schinken, relativ langatmige Regeltexte, für die einfachsten Dinge viel Text, oder unpraktisch erklärt, not really a fun read, aber wenn man es gelesen hat, weiß man welche Stellen gebraucht werden und welche nicht. Dann kann es schnell von der Hand gehen. Um sich das aber nach längerer Zeit wieder ins Gedächtnis zu rufen, reicht der SL-Schirm nicht. Der ist sowieso nur wenig praktisch, ehrlich gesagt einer der unpraktischten SL-Schirme die mir je untergekommen sind und völlig überflüssig ... wenn man zum kostenlosen Cheat-Sheet von The Alexandrian für Numenera greift. Die Übersicht ist so gut, dass die Mechaniken rasend schnell wieder ins Gedächtnis kommen.

Shadowrun 5 zum Beispiel litt massiv an Bloattext. Wenn man sich mal den Spaß macht und im PDF bloß grob die Teile mit der Fotofunktion rauskopiert und die in ein anderes Dokument schiebt, wie gesagt, nur grob, ohne Layout oder so, kommt man bei etwa 80 Seiten raus (ohne Charaktererschaffung und Spielsachen). Das GRW selbst hatte (mit Charaktererschaffung und Spielsachen - das ist gar nicht sooo viel) knapp 500 Seiten.

Natürlich gibt es auch die vielen Indi-Publikationen die von einer einzigen Seite bis hin zu open end gehen.


Im Brettspielbereich findet sich ähnliches und noch viel mehr statt:

-Talisman: In der alten GW-Version sind die Regeln vier Seiten lang, strenggenommen nur drei, und auf eben vorlesen und losspielen konzipiert. Fu**ing Fantasy Flight macht in seiner Neuauflage da ein 30 Seiten(!!!) Regelwerk draus, dass man erst mal zu Hause studieren muss.

- Twilight Imperium: In der alten Version ist zwar das Regelheft ein richtiges Heft, dass man vorher lesen sollte, es war aber überschaubar, aber man konnte das Spiel an einem Abend, sagen wir in zwei bis vier Stunden durchspielen. Mit Drama und allem. Für die Fantasy Flight Version fängt man am besten schon mal Nachmittags an.
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Offline AndreJ

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Re: Warum werden Regelwerke immer dicker
« Antwort #10 am: 8.10.2026 | 09:36 »
Warum haben Autos heutzutage so viele Schalter/Knöpfe und Technik mit drin? Die Autos der 1920er fuhren doch auch, und kamen ohne das ganze zusätzliche Zeug wie Servolenkung, Bremskraftverstärker, Autoradio etc. aus.

Ebenso ist es mit Rollenspiel-Regelwerken.

Im Laufe der Jahre kam einfach von Seiten der Spieler/Käufer der Wunsch nach mehr Infos zum Thema X auf, oder der Verlag wollte den Aspekt Y des Rollenspiels unbedingt noch mit ins Regelbuch aufnehmen.

Kapitel für Neueinsteiger ("Was ist einen Rollenspiel?" und "Tipps zur Spielleitung") werden häufig ergänzt.

Beispiele, sowohl bei der Charaktererschaffung, wie auch für die Anwendung einiger Regeln, sind inzwischen umfangreicher.

Man erklärt Regeln vollumfassender, so dass die Wahrscheinlichkeit, dass zwei Gruppen, die das gleiche Regelbuch gelesen haben die Regeln, unterschiedlich auslegen deutlich geringer ist als früher.

Ebenso wird die Vorstellung der Hintergrundwelt meist umfangreich schon im GRW abgehandelt.

Illustrationen erhöhen auch die Seitenzahl. Es sind in den neueren Büchern wesentlich mehr Illus enthalten.

s gibt fast für kein Rollenspiel mehr ein "Companion" (früher war es normal, dass es eine Regelergänzung mit Zusatzregeln des Systems gab), sondern Dinge die früher in so einem Heft waren sind heute bereits im GRW enthalten.


Offline Feuersänger

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Re: Warum werden Regelwerke immer dicker
« Antwort #11 am: 8.10.2026 | 09:41 »
Da bist du aber ein bisschen "late to the party", nicht?
D&D 3.0 war Anno 2000 mindestens genauso dick wie 5+ heute. Und regeltechnisch deutlich komplexer.
AD&D2 von 1989 war mE auch nicht viel dünner. Bisschen vielleicht.
Bei AD&D1 weiß ich es leider nicht.

Rolemaster - fiel mir gerade random ein - hat laut Suchmaschine sogar abgespeckt, von früher 350 auf heute 260 Seiten in etwa.

Shadowrun? Das war schon in den 80/90ern ein herrlich dicker Schmöker.

Also kurz -- schmale Heftchen waren vielleicht die allerersten Generationen von RPGs. Der Aufwuchs auf dicke Hardcover fand im Mainstream bereits in den 80ern statt.
Der :T:-Sprachführer: Rollenspieler-Jargon

Zitat von: ErikErikson
Thor lootet nicht.

"I blame WotC for brainwashing us into thinking that +2 damage per attack is acceptable for a fighter, while wizards can get away with stopping time and gating in solars."

Kleine Rechtschreibhilfe: Galerie, Standard, tolerant, "seit bei Zeit", tot/Tod, Stegreif, Rückgrat, die Nutella

Offline Zanji123

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Re: Warum werden Regelwerke immer dicker
« Antwort #12 am: 8.10.2026 | 09:58 »
Rollenspiele haben doch mindestens seit den 90ern ihre 200 Seiten.

DSA ist seit 4.1 halt der Ausreißer weil man hier zich Regelbände rausbringt (bei 4.1 ja die 5 Wege Bände mit jeweils ca 400 Seiten) aber ansonsten hast du auch aktuelle "hardcover" die so 300 haben.

Dennoch hast du genug kleinere: Fabula Ultima, Thieves of the Tome, Escape from Dino Island....

Vieles der Seiten würde sich sparen lassen wenn man die üblichen "was ist ein Rollenspiel" weg lassen würde. Oder Settingbeschreibungen komplett "ausklammert"
9 von 10 Stimmen in meinem Kopf sagen ich bin nicht verrückt.... die zehnte sitzt in der Ecke und summt die Pokécenter Melodie

Offline Philipp.Baas

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Re: Warum werden Regelwerke immer dicker
« Antwort #13 am: 8.10.2026 | 09:58 »
Mal aus Sicht eines Verlagsmitarbeiters, der auch direktes Mail-Feedback kriegt:

"Wieso habt ihr so wenig Waffen?" - "Spiel XY hat noch Sonderfertigkeiten, wo sind die bei euch?" - "Habt ihr keine Archtypen im GRW?" - "Nur 8 Monster im Starterbuch? Das ist ja nix!" - "Warum ist die Weltbeschreibung nur 30 Seiten?" - "Gibt es keine Tabelle zu Reisezeiten? Das ist ja so nicht spielbar." - "Wie ist denn der philosophische Unterbau der Religion?" - "Ihr habt den Kampf zu Pferd nicht gesondert erklärt." - "Jede Profession hat nur zwei Sachen am Anfang zu Auswahl? Das ist ein bisschen wenig Auswahl!" - "Macht mehr Professionen." - "Wieso kann ich keine Vampire in HeXXen spielen? Doof..." - "Wieso habt ihr bei DSK nur eine Auswahl an Katzenrassen? Ich mag aber ..."

Daran anschließend wird uns immer erklärt, dass das Spiel so floppt und wie doof wir doch sind und keine Ahnung von RPGs haben...

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Re: Warum werden Regelwerke immer dicker
« Antwort #14 am: 8.10.2026 | 10:00 »
Daran anschließend wird uns immer erklärt, dass das Spiel so floppt und wie doof wir doch sind und keine Ahnung von RPGs haben...

Noch Fragen?

Ja: Wie ist da so die Rate der Übereinstimmung zwischen Emailadressen dieser "besorgen Rollenspieler" mit den im Shop hinterlegten Käufern...?  8]
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Offline Prisma

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Re: Warum werden Regelwerke immer dicker
« Antwort #15 am: 8.10.2026 | 10:06 »
AD&D2 von 1989 war mE auch nicht viel dünner. Bisschen vielleicht.

Bei AD&D1 weiß ich es leider nicht.
AD&D2 leidet leider auch massiv unter Bloattext in den Regeltexten.
Zum Vergleich: Das AD&D1 PHB ist etwa halb so dick wie das von AD&D2. Beide DMGs sind etwa gleich dick und das 1e Monster Manual ist etwa nur etwa ein Drittel so dick wie das von 2e. Zur Verteidigung des 2e MoMa: Da ist dann ein Monster 1+ Seite, während 1e das anders macht.

Shadowrun? Das war schon in den 80/90ern ein herrlich dicker Schmöker.
Das hängt wirklich von der Edition und der Sprache ab. SR1 Englisch ist relativ dünn. SR2 Englisch ist auch relativ dünn, stellt man aber das deutsche SR2 daneben, ist das fett. Aber generell gilt, je älter, je dünner.
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Offline Sosthenes

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Re: Warum werden Regelwerke immer dicker
« Antwort #16 am: 8.10.2026 | 10:09 »
Es gibt natürlich auch noch einige content-unabhängige Faktoren die bei der Produktion der Bücher hier reinspielen.

Also zum einen, dass es erst mal hauptsächlich Bücher sind. In Zeiten wo es noch mehr Hefte waren, hat das schon alleine zu Einschränkungen geführt. Merkt man auch heute wieder wo "Zines" sich größerer Beliebtheit erfreuen, da wird die Beschränkung des Mediums dann eher gefeiert. Und macht es natürlich einfacher für Laien zu produzieren.

Und wo wir dabei sind: Ich denke der DTP Boom Mitte der 80er Jahre aufwärts hat auch gut dazu beigetragen. Vorher hat man seine Texte mit Schreibmaschine gemacht und dann an die Druckerei geliefert. Was entweder hieß, dass ich massiven Aufwand habe mit der Maschine etwas auch nur annähernd druckreifes zu erzeugen, oder ich muss Profis zahlen dass die das setzen (Photosatz damals). Kostet Geld, und eskaliert auch schnell wenn mehrere Runden Revison und Updates dann gemacht werden müssen.

Als dann Leute mit ihren Macintoshes (oder hierzulande auch gerne Ataris) das selber machen konnten und "druckreife" Erzeugnisse einfach abliefern konnten -- und Rollenspieler auch die Art von Nerds waren dies sowas machten -- brach hier schon eine Grenze. Semi-profesionelle Schreiber haben erst recht Probleme sich kurz zu fassen, können aber so viel tippen wie sie Lust haben.

Auch Trends der Formatierung sind anders. Über Kunst und deren Platzbedarf wurde schon viel geredet hier, aber als die Spieler noch den KoSims der 70er ähnelten, war auch deren Stil eher dem angepasst. Alte Spiele hatten ja auch gerne diese wissenschaftliche Nummerierung ("3.7.4 Nutzung von Improvisierten Waffen im Fernkampf"), kleine Schriftarten, eher technischen Text.

Das Geschreibsel von Gygax und erst recht die In-Game-Logorrhö von White Wolf haben das halt aufgebläht.

Und naja, wir sind ein alterndes Hobby. Schriften werden größer gesetzt. ;)

Offline unicum

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Re: Warum werden Regelwerke immer dicker
« Antwort #17 am: 8.10.2026 | 10:11 »
Mal aus Sicht eines Verlagsmitarbeiters, der auch direktes Mail-Feedback kriegt:
...
Daran anschließend wird uns immer erklärt, dass das Spiel so floppt und wie doof wir doch sind und keine Ahnung von RPGs haben...

Noch Fragen?

Oh toxische Kritik? I hate it!

Also nein keine Fragen, eher Mitleid ;)

Wir hatten hier mal einen in dessen Arbeitsvertrag stand "Kein direkter Kundenkontakt".

Offline Prisma

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Re: Warum werden Regelwerke immer dicker
« Antwort #18 am: 8.10.2026 | 10:16 »
Mal aus Sicht eines Verlagsmitarbeiters, der auch direktes Mail-Feedback kriegt:

"Wieso habt ihr so wenig Waffen?" - "Spiel XY hat noch Sonderfertigkeiten, wo sind die bei euch?" - "Habt ihr keine Archtypen im GRW?" - "Nur 8 Monster im Starterbuch? Das ist ja nix!" - "Warum ist die Weltbeschreibung nur 30 Seiten?" - "Gibt es keine Tabelle zu Reisezeiten? Das ist ja so nicht spielbar." - "Wie ist denn der philosophische Unterbau der Religion?" - "Ihr habt den Kampf zu Pferd nicht gesondert erklärt." - "Jede Profession hat nur zwei Sachen am Anfang zu Auswahl? Das ist ein bisschen wenig Auswahl!" - "Macht mehr Professionen." - "Wieso kann ich keine Vampire in HeXXen spielen? Doof..." - "Wieso habt ihr bei DSK nur eine Auswahl an Katzenrassen? Ich mag aber ..."

Daran anschließend wird uns immer erklärt, dass das Spiel so floppt und wie doof wir doch sind und keine Ahnung von RPGs haben...

Noch Fragen?

Sorry, falls Du darunter leidest, aber das war sehr lustig!  ;D
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Offline unicum

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Re: Warum werden Regelwerke immer dicker
« Antwort #19 am: 8.10.2026 | 10:16 »
Ja: Wie ist da so die Rate der Übereinstimmung zwischen Emailadressen dieser "besorgen Rollenspieler" mit den im Shop hinterlegten Käufern...?  8]

Verstoß gegen die Datenschutzverordnung,...!

Aber tatsächlich denke ich das die meisten die sich dann wirklich genug ärgern um was zu schreiben auch etwas gekauft haben und sich ärgern das es nicht 110% exakt das ist wie sie es so haben wollen. Die sagen dann ggf "Rausgeschmissenes Geld" Ich kenne genügend solche Menschen.

Tatsächlich hab ich ein Regelwerk das mir viel zu dick ist: Runequest. Da ist mir das Buch einfach zu schwer um es mal einfach so aus der Hand lesen zu können,...

Offline felixs

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Re: Warum werden Regelwerke immer dicker
« Antwort #20 am: 8.10.2026 | 10:19 »
Es gibt freilich auch immer noch schlanke, nicht aufgeblähte Spiel- und Regeltexte, aber die sind fast alle ziemlich nischig. Für den "Mainstream" stimmt die Beobachtung schon, meine ich.

Zumindest ein Grund dürfte sein, dass Leute Quantität wollen - gerade, wenn man sich anderweitig kein Urteil bilden kann, geht man halt nach Quantität statt nach Qualität. Und ein "dickes Buch" macht dann halt was her.

Auch eine Rolle spielen mag, dass heute meist luftiger gesetzt wird als früher (weniger Textmasse pro Seite) und dass es mehr Illustrationen und Zierelemente gibt.

Und naja, wir sind ein alterndes Hobby. Schriften werden größer gesetzt. ;)

Ohne einen Nebenschauplatz eröffnen zu wollen: Es wäre so schön, wenn Les- und Spielbarkeit stärker eine Rolle bei den Entscheidungen bezüglich Satz und Aufbau spielen würden. Ich hasse Glanzpapier ("glossy") und Vollfarbe im Textteil; lesbare Seiten sind matt und schwarz-weiss.
« Letzte Änderung: 8.10.2026 | 10:26 von felixs »
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Online nobody@home

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Re: Warum werden Regelwerke immer dicker
« Antwort #21 am: 8.10.2026 | 10:21 »
Es gibt natürlich auch noch einige content-unabhängige Faktoren die bei der Produktion der Bücher hier reinspielen.

Also zum einen, dass es erst mal hauptsächlich Bücher sind. [...]

Das ist natürlich auch ein Punkt: die Zeiten, in denen Rollenspiele in der Schachtel im Ladenregal standen, sind vorbei. Soweit die Kundschaft überhaupt noch offline einkauft, muß der Buchrücken mindestens breit genug sein, daß der Name des Produkts draufpaßt -- und das geht mit den "guten alten" geklammerten Heftchen aus der Karton-Umverpackung so was von gar nicht.

Offline Prisma

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Re: Warum werden Regelwerke immer dicker
« Antwort #22 am: 8.10.2026 | 10:28 »
Schaut euch mal die Dicke von Comicalben an. Die sind auch oft Hardcover mit Buchrücken und künstlerischem Titel drauf. Also, daran dürfte es nicht liegen.
Mit einem 7er-Set, stehen ganze Universen offen.

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Offline KWÜTEG GRÄÜWÖLF

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Re: Warum werden Regelwerke immer dicker
« Antwort #23 am: 8.10.2026 | 10:29 »
Schaut euch mal die Dicke von Comicalben an. Die sind auch oft Hardcover mit Buchrücken und künstlerischem Titel drauf. Also, daran dürfte es nicht liegen.

Völlig korrekt. Ich hab ne Ausbildung als Drucker, die dünnen Heftchen von früher kann man auch problemlos mit einem festen Einband versehen (auch mit dem Titel auf dem Rücken, das geht), daran liegt es wirklich nicht.
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Offline bolverk

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Re: Warum werden Regelwerke immer dicker
« Antwort #24 am: 8.10.2026 | 10:38 »
Mir ist ehrlich gesagt nicht aufgefallen, dass Bücher immer Dicker werden. Aber ich spiele auch erst seit beginn der 2000er, vielleicht bin ich einfach zu jung? ;)
Ich habe ein paar ganz schöne Schwarten im Regal, z.B. die alten White Wolf Sachen. Bücher wie Vampire DA waren - meiner Meinung nach - auch damals schon schwafelig und unnötig aufgebläht, aber das kann ja auch die Ausnahme sein, die die Regel bestätigt.

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