Autor Thema: "der untergang" - die letzten tage hitlers  (Gelesen 6043 mal)

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Offline Arbo

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Re: "der untergang" - die letzten tage hitlers
« Antwort #25 am: 24.09.2004 | 11:28 »
Hm, ich wollte nur mal anmerken, dass es eigentlich nicht der erste "skandalträchtige" Hitlerfilm ist, siehe

100 Jahre Adolf Hitler (1988/89)  Die letzte Stunde im Führerbunker http://www.schlingensief.com/schlingensief_beta/projekt.php?id=f035.

Dass darüber gesprochen wird, ist m.E. als positiv zu bewerten. Negativ ist, dass de rFilm offensichtlich auch zu Profilierungszwecken dient - also Leuten, die mit dem Film nicht direkt etwas zu tun haben (medialer Parasitismus?).

Arbo

« Letzte Änderung: 24.09.2004 | 11:31 von Arbo Moosberg »
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wjassula

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Re: "der untergang" - die letzten tage hitlers
« Antwort #26 am: 24.09.2004 | 12:34 »
Überrascht es jemanden, wenn ich jetzt sage, dass ich den Schlingensief-Film cooler finde  ::)? Ich alte Kunstsau, ich.
Womit jetzt niemandem der Untergang schlecht geredet werden soll.
 

Offline Lord Verminaard

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Re: "der untergang" - die letzten tage hitlers
« Antwort #27 am: 24.09.2004 | 12:36 »
Tja, der Untergang ist Mainstream, soviel ist sicher. :)
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wjassula

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Re: "der untergang" - die letzten tage hitlers
« Antwort #28 am: 24.09.2004 | 12:37 »
Iiiiiiiih, mainstream  ;). Darum geht's mir natürlich nur: Ich will ja nicht mit der Plebs im Kino sitzen, bei einem Film, den jeder versteht.
 ~;D.

Offline Lord Verminaard

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Re: "der untergang" - die letzten tage hitlers
« Antwort #29 am: 24.09.2004 | 12:38 »
*lol*
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Offline carthinius

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Re: "der untergang" - die letzten tage hitlers
« Antwort #30 am: 24.09.2004 | 15:03 »
Ganz ehrlich: Die schlechten Kritiken für den Film bestärken mich eher darin, Feuilleton-Kritiken nicht lesen zu müssen.

zum glück gibt es auch da hoffnung. in der FAZ vom letzten wochenende gab es im feuilleton-teil einen artikel von ian kershaw (guckst du hier), den ich für qualifizierter halte als viele der selbsternannten filmkritiker irgendwelcher polemikschürenden zeitungen. ist leider nur ein wirklich kurzer auszug, aber ich denke, da wird seine position schon deutlich; vielleicht kriege ich den kompletten artikel noch mal in die finger...
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wjassula

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Re: "der untergang" - die letzten tage hitlers
« Antwort #31 am: 24.09.2004 | 15:05 »
Zitat
der selbsternannten filmkritiker irgendwelcher polemikschürenden zeitungen.

Sehr gut, sehr gut.  []-

Offline 6

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Re: "der untergang" - die letzten tage hitlers
« Antwort #32 am: 24.09.2004 | 15:32 »
Hier der Artikel, den Ian Kershaw im Guardian zum Film geschrieben hat.
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Re: "der untergang" - die letzten tage hitlers
« Antwort #33 am: 24.09.2004 | 15:37 »
danke, CP, das ist genau der artikel aus der FAZ! (ja, natürlich war der in der FAZ übersetzt...  ::) )
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Re: "der untergang" - die letzten tage hitlers
« Antwort #34 am: 24.09.2004 | 15:46 »
@carthinius: Nicht unbedingt. Schliesslich ist sein Deutsch, wenn ich mich noch recht erinnere, ziemlich akzentfrei. :)
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Re: "der untergang" - die letzten tage hitlers
« Antwort #35 am: 24.09.2004 | 15:48 »
ja, aber unter dem FAZ-artikel stand, das ihn jemand aus dem englischen übertragen hatte - und einige passagen aus dem guardian-text kommen mir sehr bekannt vor (nur eben in einer anderen sprache).

ach ja, was heißt, "wenn ich mich noch recht erinnere"?!
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Re: "der untergang" - die letzten tage hitlers
« Antwort #36 am: 24.09.2004 | 15:52 »
ach ja, was heißt, "wenn ich mich noch recht erinnere"?!
Als "Hitler, -1936" in Deutschland raus kam, hat Guido Knopp eine Diskussion mit noch ein paar anderen Koriphäen auf dem Gebiet Drittes Reich geführt und da war Ian Kershaw, wenn ich den jetzt nicht verwechsel, dabei gewesen und hat "kräftig" mitdiskutiert.... auf Deutsch mit leichten Akzent...
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Re: "der untergang" - die letzten tage hitlers
« Antwort #37 am: 24.09.2004 | 16:29 »
Ich halte mich einmal an Ludovico. Ich selbst habe auch nicht das Gefühl etwas zu verpassen, wenn ich nicht in "Der Untergang" gehe.

In meinen Augen ist das eh der falsche Ansatz. In dem wir Hitler immer noch in den zentralen Mittelpunkt stellen, halten wir seinen Mythos doch nur weiter am Leben. Dass er nun auch von seiner menschlichen Seite gezeigt wird, ändert in dieser Hinsicht wenig für mich. Denn es gibt einige Dinge, die man nie vergessen darf.

Selbst wenn man Hitler Genialität unterstellt, so gehen der Holocaust und der Zweite Weltkrieg dann doch nicht alleine auf sein Konto. Da sind ihm viele Menschen freudig zur Hand gegangen, denn so ein paar Millionen Menschen vernichtet man nicht mal eben mit ein paar Freunden bei ein paar Gläschen Bier. Vielleicht war er der Zündfunke, aber die Schuld trifft das ganze deutsche Volk. Denn als der Führer aufforderte, schritt das mit wenigen Ausnahmen pflichtbewusst hinterher.

Daher wünsche ich mir auch mehr Aufklärung nicht nur über den Ersten Weltkrieg, sondern auch über das Bild der Gesellschaft und die Vorstellungen der Menschen zu dieser Zeit. Denn Hitler ist nun mal auch nur ein Produkt seiner Zeit. Jeder der sich ein wenig mit seiner Biografie auskennt, weiß, dass der Erste Weltkrieg wohl ein Schlüsselerlebnis in seinem Leben war. Und nicht für ihn, nein auch für Millionen andere Deutsche, die sich in ihrem Preußentum verletzt fühlten.

Für mich liegt dort der Schlüssel und nicht in einem menschlichen Führer in seinen letzten Stunden.

Offline carthinius

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Re: "der untergang" - die letzten tage hitlers
« Antwort #38 am: 26.09.2004 | 23:34 »
ich war gestern abend drin.
es war sehr beeindruckend. und heftig. stellenweise sehr drastisch, aber etwas anderes hätte zu verharmlosend gewirkt.
ich möchte ihn nicht zu sehr auseinanderrupfen, daher nur soviel:

geht rein. er lohnt sich. bruno ganz als hitler ist unglaublich - so glaubhaft hätte ich das nicht erwartet.

Ich halte mich einmal an Ludovico. Ich selbst habe auch nicht das Gefühl etwas zu verpassen, wenn ich nicht in "Der Untergang" gehe.

In meinen Augen ist das eh der falsche Ansatz. In dem wir Hitler immer noch in den zentralen Mittelpunkt stellen, halten wir seinen Mythos doch nur weiter am Leben. Dass er nun auch von seiner menschlichen Seite gezeigt wird, ändert in dieser Hinsicht wenig für mich. Denn es gibt einige Dinge, die man nie vergessen darf.

wenn du den film siehst, wirst du feststellen, daß du damit falsch liegst. der wahn, der sich in den letzten tagen breit machte, dieses verbissene festhalten an ideen und vorstellungen, deren ende für alle anderen - und auch für die führungspersonen -  sichtbar vor der tür steht... da wird nichts mythifiziert.

Zitat
Daher wünsche ich mir auch mehr Aufklärung nicht nur über den Ersten Weltkrieg, sondern auch über das Bild der Gesellschaft und die Vorstellungen der Menschen zu dieser Zeit. Denn Hitler ist nun mal auch nur ein Produkt seiner Zeit. Jeder der sich ein wenig mit seiner Biografie auskennt, weiß, dass der Erste Weltkrieg wohl ein Schlüsselerlebnis in seinem Leben war. Und nicht für ihn, nein auch für Millionen andere Deutsche, die sich in ihrem Preußentum verletzt fühlten.

Für mich liegt dort der Schlüssel und nicht in einem menschlichen Führer in seinen letzten Stunden.


nun gut, damit magst du recht haben - aber das kannst du nicht einem film zum vorwurf machen, der sich explizit mit den letzten tagen hitlers auseinandersetzt! dann müßte schon ein film her, der "der aufstieg" heißt und die zeit ab dem ersten weltkrieg beleuchtet...
und zum anderen ist auch ein diktator in seinen letzten zügen aufschlußreich - natürlich nicht mehr für diejenigen, die ihm folgten, aber für folgende generationen allemal!
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Offline Minne

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Re: "der untergang" - die letzten tage hitlers
« Antwort #39 am: 1.10.2004 | 23:56 »
Ich war gerade drinn, und muss Carthinius beipflichten... der film war... heftig.
Er erzeugte Dramatik nicht durch überzogene Inszenierung sondern hällt sich in der richtung zurück.. er ist schnörkellos, kalt und ungemein bedrückend.

Ich habe nie ein publikum erlebt, dass während dem film oder auch nach dem film so leise war, die ein oder zwei tragikomischen stellen waren kurze momente der erleichterung in einem film der wie blei auf den zuschauern lastet.

Verschönerung? Glorifizierung?
Quatsch.


OT :
Ich muss sagen, dass dieser Film eine angst in mir rührt, nämlich einen weiteren Krieg. Die Zukunft scheint heute wieder ungewiss zu sein, wie lang machts unser system noch? Ich will so etwas nie nie nie nie erleben müssen.

Offline Vollstrecker

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Re: "der untergang" - die letzten tage hitlers
« Antwort #40 am: 5.10.2004 | 20:06 »
Heute bin ich mit der Schule in den Film gegeangen...

...es war das erste Mal, dass ich mit der Schule in einem Film ect. war und es die ganze Zeit hindurch ruhig war. Der Film hat seine wirkung nicht verfehlt - die stimmung kam eindeutig rüber. Ich habe mich immer geärgert, dass bei Fragebögen zum Thema "Was ist für dich wichtig" nicht Frieden erwähnt wurde und ich immer gezungen wahr, zusammen mit vielleicht ein oder zwei anderen Leuten, es extra (da es oft nichteinmal als Auswahlmöglichkeit angegeben war) dazu zu schreiben - jetzt ist dieser Wunsch sicher ein paar plätze raufgerückt... das dazu.

Ich halte den Film für absolut gelungen - gewalt ect. werden zwar eingesetzt, aber nur so, das es effektiv ist und "beeindruckt", überhaupt wurden alle verhältnisse gut miteinander abgestimmt und umgesätzt.


Ich finde man sollte den Film, zumindest als Deutscher oder Österreicher gesehen haben!!!

Knilch, Knlich, Knilch die Kuh trinkt ...

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Re: "der untergang" - die letzten tage hitlers
« Antwort #41 am: 7.10.2004 | 17:46 »
Ich habe den Film heute gesehen und muss sagen, dass ich ihn ziemlich ambivalent finde; zum einen ist er teilweeise über die Ekelgrenze hinaus realistisch (die Amputationsszenen... brr) und das ist sicherlich auch angemessen, andere Szenen hingegen wurden geschönt (die vergifteten Kinder; meines Wissens gibt es kein Gift, das sofort und schmerzfrei stirbt, da wurde etwas gekürzt...), keine Ahnung warum.
Das groteske an dem Film ist die Paralelität zwischen der Menschlichkeit und Unmenschlichkeit der verschiedenen Charaktere; der fanatische Göbbels, der darüber weint, weggeschickt zu werden; Jodl und Keitel in dieser Mischung aus bedingungsloser Loyalität und dem Wissen, dass sie den Krieg verloren haben.

Der Film ist verflucht gut, aber ich will ihn glaube ich kein zweites Mal anschauen, da ging er mir zu nahe. Ob man solche Filme braucht, weiß ich nicht, aber entschieden dringender als man Filme wie "Spiderman" (ausa der Luft gegriffen) braucht.