Autor Thema: Wieviel Hartwurst (Micromanagment) darf es sein?  (Gelesen 12861 mal)

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Offline [tob]ias

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Re: Wieviel Hartwurst (Micromanagment) darf es sein?
« Antwort #50 am: 26.01.2007 | 02:24 »
Skyrock hat da schon was sehr gutes angesprochen. Das Setting. In einer Fantasywelt ist mir der Bruchfaktor der Waffe egal, ebenso wieviele Kupfermünzen es in welchem Landstrich kostet. Allerdings will ich schon ne Vorstellung haben, was es wert sein soll. Hat jeder Depp ein Schwert oder ist es was wirklich teures? Steht da nichts, gehe ich von ganz grob mittelalterlichen Verhältnissen aus.

Was die Preise generell angeht, finde ich reichen zwei Handvoll Beispiele. Einfach der Verhältnisse wegen. Wenn ich weiß, was ein Bier, ein Pferd und ne Übernachtung kosten, hab ich schon ne ungefähre Vorstellung.

Wenn es allerdings um Einsteiger geht, würde ich erst recht von Listen absehen. Wohl ganz schön fänd ich da dann vielleicht so die Ausrüstung von ein oder zwei Archetypen (meinetwegen "der Abenteuer" und "der Magier").

In einem Wildwestsetting finde ich Munition z.B. auch interessant, weil so ein Revolver die Angewohnheit hat, schnell leer geschossen zu sein *g*.

<edit> Was das Geld angeht, bin ich auch der Meinung, nur gewichtige Dinge zu notieren. Ein paar Kupferstücke streiche ich mir nicht ab. Wie Purzel es so treffend ausdrückte, "dadurch gewinnt unser Spiel nichts". Wenn mein Charakter jetzt allerdings gerade vollkommen abgebrannt ist, kann selbst das interessant werden, ob er sich jetzt gerade das Bier für seine letzten Kupferstücke leisten wird oder nicht. Daraus wiederum könnte sich eine interessante Spielsituation ergeben.

Aber Micromanagement ist ja auch nur Metaebene und davon IMO so wenig wie möglich. </edit>

Kurzfassung: Nein. Nein. Nein.
« Letzte Änderung: 26.01.2007 | 02:45 von Tobias »
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Plansch-Ente

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Re: Wieviel Hartwurst (Micromanagment) darf es sein?
« Antwort #51 am: 26.01.2007 | 08:13 »
Ich seh es da eher wie Tybalt...die wichtigsten Sachen sollten KLAR und DEUTLICH geregelt sein...

Offline Vanis

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Re: Wieviel Hartwurst (Micromanagment) darf es sein?
« Antwort #52 am: 26.01.2007 | 10:07 »
Ein System, das in wichtigen Bereichen auf eindeutige, klare Regeln verzichtet ist für eine Gruppe, die nur aus Anfängern besteht, absolut ungeeignet.

Dazu müsstest du erstmal definieren, was du mit "wichtigen Bereichen" und  "eindeutigen, klaren Regeln" meinst. Die Rollenspielszene ist sich da nicht wirklich einig (worum es auch in diesem Thread geht).

Zitat
Du fährst hier entschlossen die Entweder-oder-Schiene. In der Realität gibt es aber immer wieder Sowohl-als-auch, und das ist auch hier angebracht.

Nö:

Aber egal, das ist hier ja ne Umfrage  ;) in der es darum ging, wieviel Hartwurst es denn sein darf...

Womit ich andeutet wollte, dass das eine Ansichtssache ist.

Nicht alle Rollenspielanfänger sind gleich. Manche wollen vielleicht eine Geschichte komplett ohne Regeln durchspielen. Ich zum Beispiel hatte das Prinzip von Rollenspielen eigentlich sofort kapiert, hatte aber anfangs Probleme, mich an die eigentlich recht "klaren" und "einfachen" Regeln zu halten.

Ich wiederhol mich nochmal: Wieviel Hartwurst es sein darf, ist Ansichtsache, das sieht man auch hier an diesem Thread. Aber zu behaupten, dass Anfänger am besten das Prinzip von Rollenspielen anhand von Regeln erlernen wie z.B. Pfeile zu zählen,  sehe ich halt nicht so. Aber auf einige Anfänger mag das bestimmt auch zutreffen (kenne persönlich nicht alle Rollenspielneulinge).
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Plansch-Ente

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Re: Wieviel Hartwurst (Micromanagment) darf es sein?
« Antwort #53 am: 26.01.2007 | 10:14 »
Ich wiederhol mich nochmal: Wieviel Hartwurst es sein darf, ist Ansichtsache, das sieht man auch hier an diesem Thread. Aber zu behaupten, dass Anfänger am besten das Prinzip von Rollenspielen anhand von Regeln erlernen wie z.B. Pfeile zu zählen,  sehe ich halt nicht so. Aber auf einige Anfänger mag das bestimmt auch zutreffen (kenne persönlich nicht alle Rollenspielneulinge).

Genau das glaube ich eben schon...es mag sicherlich nicht bei allen so sein (du sagst ja selbst von dir, das es bei dir nicht so war)...aber das sind dann meiner Ansicht nach eher Ausnahmen...und du weisst ja wie es heisst: Ausnahmen bestätigen nur die Regel...

Offline Vanis

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Re: Wieviel Hartwurst (Micromanagment) darf es sein?
« Antwort #54 am: 26.01.2007 | 10:26 »
Genau das glaube ich eben schon...es mag sicherlich nicht bei allen so sein (du sagst ja selbst von dir, das es bei dir nicht so war)...aber das sind dann meiner Ansicht nach eher Ausnahmen...und du weisst ja wie es heisst: Ausnahmen bestätigen nur die Regel...

Regeln vielleicht, aber welche Art von Regeln? Vielleicht ja Hinweise, wie man eine Geschichte zusammen erleben kann oder Tipps für den Aufbau eines Spannungsbogen oder Hilfen fürs Erstellen von schönen Charakterhintergründen...

Ob das jetzt Ausnahmen sind, die mit weniger Regeln zum Managment von Ausrüstung zurecht kommen, wage ich zu bezweifeln. Das kann von uns aber niemand beweisen  :)
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Eulenspiegel

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Re: Wieviel Hartwurst (Micromanagment) darf es sein?
« Antwort #55 am: 26.01.2007 | 10:36 »
Also ich denke mal, es ist für's erlernen des RPGs völlig irrelevant, ob man jetzt Ressourcen-Management betreibt oder nicht.

Viel wichtiger sind imho:
- Regeln um ABs zu schreiben. (z.B. Town Creation Rules von DitV)
- Beschreibung von stilistischen Mitteln. (Wenn man mehrere kennt, kann sich der SL aussuchen, welche stilistischen Mittel er anwendet. - Wenn er keine kennt, steht er ziemlich auf dem Schlauch.)
- Charaktermerkmale der SCs. (z.B. Tugend und Laster bei WoD)

Plansch-Ente

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Re: Wieviel Hartwurst (Micromanagment) darf es sein?
« Antwort #56 am: 26.01.2007 | 10:47 »
- Beschreibung von stilistischen Mitteln. (Wenn man mehrere kennt, kann sich der SL aussuchen, welche stilistischen Mittel er anwendet. - Wenn er keine kennt, steht er ziemlich auf dem Schlauch.)

Halte ich auch nicht für sehr wichtig. Wenn ich an meine ersten richtigen Runden denke...da wurde nicht viel mit stilistischen Mitteln gearbeitet...da wurde teilweise einfach nur die Story runtergerasselt...der Meister hat teilweise nichtmal seine Stimme verstellt um die verschiedenen Charaktere darzustellen und so weiter...erstmal ist es nur wichtig, das Spiel SPANNEND zu gestalten und da ist das Abenteuer wohl das wichtigste. Wenn das Abenteuer spannend ist, kommt die Begeisterung von ganz alleine. Und der Rest ist dann imho nur ne Frage der weiterentwicklung...

Eulenspiegel

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Re: Wieviel Hartwurst (Micromanagment) darf es sein?
« Antwort #57 am: 26.01.2007 | 11:15 »
1) Die Frage ist, ob das Abenteuer spannend rüberkommt, wenn der SL monoton alles erzählt.
OK, damals war zugegebenermaßen alles spannend, weil alles neu war.

Aber als ich als etwas erfahrener Spieler mal bei einem Anfänger-SL war, war es furchtbar lanqgweilig. Ja, aus dem AB hätte man etwas machen können, wenn man es aufgearbeitet hätte. Aber so saß ich nur 5 Stunden gelangweilt herum.

2) DU sagtest, die Story wurde runtergerasselt. Da es eine Story gab, zeigt doch aber, dass es auch einen Stil/Genre gab.
War es eine Horror-Story oder eine Detektiv Story oder eine Action/Metzel-Story?
Das alles sind ja auch verschiedene Stile.

Offline Arkam

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Re: Wieviel Hartwurst (Micromanagment) darf es sein?
« Antwort #58 am: 26.01.2007 | 11:49 »
Hallo zusammen,

bitte doch beim Thema bleiben.
Die Umfrage soll dazu dienen einen kleinen Teilbereich der interessant fürs Rollenspiels zu untersuchen.
Das System soll sich aber nicht Hardwurst - Das Managmetspiel nennen. :-)

Gruß Jochen

Offline Droderont

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Re: Wieviel Hartwurst (Micromanagment) darf es sein?
« Antwort #59 am: 27.01.2007 | 00:31 »
Tja, ich halte es da wie so viele andere Mitschreiber auch: Es kommt darauf an. Will ich Zocker ansprechen, die mit Taktik, Power und Einfallsreichtum antreten, um das Spiel zu gewinnen? Dann macht es wohl Sinn, Ressourcen, die strategisch-taktische Relevanz besitzen sollen, zu rationieren.

Will man den Leuten eine glaubwürdige Simulation der Spielwelt mittels vieler, genauer Spielmechaniken bieten, dann gibts 'ne ganze Hartwurstfabrik. Könnte mir vorstellen, an so etwas herumzubasteln, aber spielen? Da wäre ich ganz schnell verschwunden.  ;D

Was ich für Blech halte: Zu glauben, es gäbe hier so etwas wie die Ideallösung für Otto-Normalgemittelter-Einsteiger. Den gibts nicht. So mancher, der am Anfang mit genau buchzuführendem Rucksack konfrontiert wurde, wäre ohne glücklicher geworden. Und andere fühlten sich hilf- und orientierungslos ohne solche Sachen.

Da ist mir ein Ansatz lieber, der nicht von oben herab "den besten" Grad an Mikromanagement einfach festlegt, sondern verschiedene Arten des Rollenspiels vorstellt, einerseits feste Basisregeln hat und andererseits bei diesen Stilen Besonderheiten in Form entsprechender Spielmechaniken einführt - und begründet warum das so und nicht anders gemacht wird.

Was die genauen Konsequenzen dieses Ansatzes sind, warum ich das gerade für Einsteiger gut halte etc.pp. diskutiere ich lieber in einem eigenen Beitrag an passender Stelle.

Offline Bad Horse

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Re: Wieviel Hartwurst (Micromanagment) darf es sein?
« Antwort #60 am: 31.01.2007 | 18:13 »
Ich denke, es ist am sinnvollsten, die Einkaufskapazität mittels Resourcenpegel zu regeln - also nach dem Motto: "Dein Lebenstil ist blah, damit kannst du dir alles in diesem und jenem Bereich leisten." Natürlich kann man auch hier über die Stränge schlagen (und 77.909x eine Säge kaufen), also ist da auch wieder gesunder Menschenverstand gefordert.

Für ganz neue Einsteiger lohnt es sich vielleicht, eine sehr grobe Liste anzulegen (mit Abenteuerer-Kits für 5 GS, Adligen-Kits inklusive Pferd für 20 GS, Nahrung für einen Monat-Kits für 10 GS usw.), damit die Spieler auch wissen, was sie sich für ihre Belohnung kaufen können.
Es schadet aber auch nicht, einen Kasten/Abschnit/wasauchimmer hinzuzufügen, in dem man ein paar Worte über Micromanagement verliert. Da kann man dann darauf eingehen, daß das genaue Abzählen von Schnitzeln dem Abenteuer wahrscheinlich nichts gibt und daher überflüssig ist. Man kann verschiedene Level an Micromanagement vorstellen (a) gar nix, die Chars haben alles, was sie wollen; b) fast nix, die Chars haben alles, was Sinn ergibt; c) grob, entscheidende Dinge wie Nahrung, Waffen oder Munition werden abgerechnet, andere nicht; d) fein, alles wird genau notiert und abgerechnet; f) Öko-Simulation), und die Gruppe kann sich einen aussuchen. Dazu kann man noch angeben, daß das System alle Optionen von a-d unterstützt, aber nicht die Kapazität für f hat...
Zitat von: William Butler Yeats, The Second Coming
The best lack all conviction, while the worst are full of passionate intensity.

Korrekter Imperativ bei starken Verben: Lies! Nimm! Gib! Tritt! Stirb!

Ein Pao ist eine nachbarschaftsgroße Arztdose, die explodiert, wenn man darauf tanzt. Und: Hast du einen Kraftsnack rückwärts geraucht?

Offline Vanis

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Re: Wieviel Hartwurst (Micromanagment) darf es sein?
« Antwort #61 am: 1.02.2007 | 12:03 »
Ich denke, es ist am sinnvollsten, die Einkaufskapazität mittels Resourcenpegel zu regeln - also nach dem Motto: "Dein Lebenstil ist blah, damit kannst du dir alles in diesem und jenem Bereich leisten." Natürlich kann man auch hier über die Stränge schlagen (und 77.909x eine Säge kaufen), also ist da auch wieder gesunder Menschenverstand gefordert.

Jepp, so würd ich das auch regeln. Je nach Lebensstil hat ein Charakter eine gewisse "Grundausrüstung", die er sich leisten kann. Ein Ritter hat dann vielleicht eben schon das von seinem Vater geerbte gute Schwert, während sich ein Jäger aus einem niederen Stand vielleicht nur die aller grundsätzlichsten Dinge leisten kann.

Generell macht`s mir keinen Spaß mehr, mich mit einem Taschenrechner neben Ausrüstungslisten zu setzen. Bei besonders Wertvollen Dingen ist es vielleicht interessant zu wissen, wie viel die denn so grob Wert sind, aber bei den kleineren Sachen ist mir das echt wurscht.
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Offline Asdrubael

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Re: Wieviel Hartwurst (Micromanagment) darf es sein?
« Antwort #62 am: 1.02.2007 | 13:23 »
ich finde das Wealth system von D20 Modern hierbei ziemlich interessant, bei dem die Einkaufsliste, von Geldwerten abgekoppelt ist.
Jeder Charakter hat einen Wealthlevel, den er über seine Berufsfertigkeit steuern kann (sehr grob dargestellt).
Jeder Gegenstand hat einen gewissen Level. Liegt dieser unter dem Wealth level des SCs, kann er sich den einfach kaufen. Ist es anders herum, muss der Spieler einen Wurf ablegen, ob er kurzfristig mehr flüssig machen kann, als er hat (via kredit z.B.) und sich den Gegenstand holen kann. Danach sinkt sein Wealthlevel (nachdem man sich halt gerade ein neues Auto geleistet hat, muss man den Gürtel halt enger schnallen ;)  )

D20 Modern begründet das damit, dass moderne Geldanlagen viel zu komplex für ein RPG sind (es sei denn man will im Bankenmillieu spielen) und man es deswegen vereinfacht hat

Und ein Paladin ist nun mal ein Krieger und kein Therapeut.

Misantropie ist halt in der Gruppe lustiger  ;D

Offline Wolfenburg

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Re: Wieviel Hartwurst (Micromanagment) darf es sein?
« Antwort #63 am: 1.02.2007 | 14:04 »
Ich wuerde Ebenfalls die verschiedenen Arten auffuehren. (s. Leoni).

Was ich sinnig finde ist nur die oberste Groessenordnung  und eventuell die kleinste einheit abzurechnen. Sprich wenn die Charaktaere mehrere 100 Gold haben braucht man nicht dei Kupfer rechen sondern zieht vielleicht ein bis 10 Gold am ende ab.
Bei Munition kommts drauf an ob die bis zum ende der Szene ausgehen kann oder nicht. Nach jeder Szene laed eh jeder nach und hat ein volles Magazin.
Gerade bei Munition ist es ausreichend Nachlade Dauer anzugeben (eine Handlung ...)  und einen Magazinmenge.  Dann kann man darauf hinnweisen, dass man das in den ersten Kaempfen auch ohne nachladen spielen kann....

Ausruestungslisten finde ich schon wichtig allerdings wuerde ich diese eher generisch gestalten. Auch wuerde ich eben ein Abenteuer Standart Set definieren das jeder dabei hat (und das man auch ueberall zu kaufen kriegt).

Plansch-Ente

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Re: Wieviel Hartwurst (Micromanagment) darf es sein?
« Antwort #64 am: 1.02.2007 | 14:09 »
1) Die Frage ist, ob das Abenteuer spannend rüberkommt, wenn der SL monoton alles erzählt.
OK, damals war zugegebenermaßen alles spannend, weil alles neu war.

Aber als ich als etwas erfahrener Spieler mal bei einem Anfänger-SL war, war es furchtbar lanqgweilig. Ja, aus dem AB hätte man etwas machen können, wenn man es aufgearbeitet hätte. Aber so saß ich nur 5 Stunden gelangweilt herum.

2) DU sagtest, die Story wurde runtergerasselt. Da es eine Story gab, zeigt doch aber, dass es auch einen Stil/Genre gab.
War es eine Horror-Story oder eine Detektiv Story oder eine Action/Metzel-Story?
Das alles sind ja auch verschiedene Stile.

Ja, aber es soll hier doch gerade um die Anfänger und Einsteiger gehen, oder? Deshalb denke ich eben das stilistische Mittel eher nebensächlich sind.

Zur Story: Natürlich hatte sie ein Genre...aber das sehe ich irgendwie nicht als stilistisches Mittel an...sondern einfach als "Das, was wir spielen..." :)

Offline Vanis

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Re: Wieviel Hartwurst (Micromanagment) darf es sein?
« Antwort #65 am: 1.02.2007 | 14:36 »
Der "Reichtum" eines Abenteurers lässt sich ohnehin schlecht einheitlich in Geld messen.  Wieviel freies Geld ein Char bei der Erschaffung hat, hängt auch davon ab, wo er sein Geld überhaupt angelegt hat. Hat er bereits ein kleines Haus, oder einen Bauernhof usw? Steht ihm überhaupt all sein Geld zum Kauf von Abenteuerausrüstung zur Verfügung?

Solche Überlegungen kommen für mich eigentlich nur auf, wenn ich wirklich anfange, Startgeld zu benutzen und peinlich darauf achte, was gekauft wird. Ich bin da als SL echt eher so, dass ich sage: "Hol dir die Sachen, die zu deinem Stand, deinem Beruf, kurz zu dem Spielgefühl, das du mit deinem Char vermitteln willst, passen.
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Offline Arbo

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Re: Wieviel Hartwurst (Micromanagment) darf es sein?
« Antwort #66 am: 1.02.2007 | 16:03 »
Also, zunächst einmal denke ich, dass es insbesondere beim Ressource-Management stark auf die Spielercharaktere in der Gruppe ankommt. Es ist völlig klar, dass eine Haudrauf-Schnutzel-Butzel-Brombeer-Truppe kein wirkliches Ressource-Management braucht. Und vor allem, wenn das von der Gruppe nicht gewünscht wird, muss man sich da auch nicht die Zähne dran ausbeißen.

Allerdings: Fehlendes Ressourcen- bzw. Micro-Management kann durchaus auch eine Ursache dafür sein, dass der Spielspaß leidet – eine aus meiner Sicht vielfach unterschätzte Ursache. Denn nehmen wir mal so „typische“ Charaktere wie einen Heiler, Alchimisten, Diplomaten oder – krasser – einen Händler. Diese Spieler wollen sicherlich auch ihre Erfolgserlebnisse haben und deren Verwirklichung liegt dann vielleicht mehr im Micro-Bereich. Mehr noch, gerade dadurch kann das Spiel an sich ggf. auch etwas mehr „Tiefe“ gewinnen.

Wenn bspw. das Führen von Ausrüstung – aus welchen Gründen auch immer – beschränkt ist, treten Fähigkeiten in den Vordergrund, die so vorher nicht gebraucht wurden; bspw. dann, wenn ein Händler günstige (!) Lasttiere auftreiben kann usw. Für „Händler“-Charaktere mag es auch ein Erfolgserlebnis sein, das Schwert des Kriegers für 10 Taler weniger zu bekommen – das muss sich dann also auch deutlich (!) im Spiel niederschlagen können. Auf längeren Reisen wird es dann auch relevant, wieviel eine Gruppe verbraucht, d.h. wieviel Zwischenstopps sie einlegen muss, wo und wie günstig sie ihre Lebensmittel auffrischt etc.

Ich will hier nicht unbedingt für das typische Buchhalter-Rollenspiel plädieren, aber ich denke, es ist durchaus wichtig, darauf aufmerksam zu machen, dass es zumindest zeitweise eine gute Idee sein kann, auf bestimmte „Micro-Elemente“ einzugehen – einfach, weil es die Gruppe, die Stimmung usw. erfordert. Insofern ist „Micro-Management“ in meinen Augen auch eher ein spieltechnisches Element.

Speziell zur Ausrüstungsliste denke ich, dass sich zumindest ein kleiner Überblick über die Besitztümer der Spieler (besondere Rüstungen, Waffen, Artefakte usw.) einfach aus dem Spiel heraus ergibt – also unvermeidlich ist.

In dem Sinne: Micro-Management und Waffenverschleiß JA, insbesondere, wenn es der Stimmung nicht abträglich ist. Eindeutig NEIN, wenn es „nervt“. Ausrüstungslisten ergeben sich von selbst, also kein eindeutiges JA oder NEIN möglich.

Auf einem etwas anderen Blatt steht für mich die Bedeutung des Micro-Managements in Systemen oder Weltenbeschreibungen. Ich sehe es diesbezüglich ähnlich wie Thalamus weiter oben: Es kann schon von großen Vorteil sein, etwas detailliertere Informationen zu Traglast, Waffenverschleiß usw. zu erhalten: Das alles kann dazu beitragen, sich ein bestimmtes „Bild“ von seiner Welt zu machen und davon ausgehend bestimmte „Faustregeln“ aufzustellen (die m.E. oftmals eh besser sind, als alles über diverse Würfelorgien abzugelten).

Und prinzipiell denke ich, dass man im Spiel vieles recht einfach „regeln“ kann – ganz unproblematisch, ohne großen Regel-Hickhack. Insofern muss Micro-Management nichts sein, wovor man Angst haben muss.

Btw. „Geld“: Das ist m.E. ein wirkliches Problem. Klar, Geld ist nicht unbedingt Reichtum. Wenn die Helden aber in „Bereiche“ kommen, in denen dieser Aspekt eine sehr wichtige Rolle spielt – z.B. als Adlige, die ihre Abgaben leisten müssen – , kann es schon recht sinnvoll sein, dies wirklich gut festzuhalten. Außer, man beschäftigt nen NSC-Buchhalter ;)

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Re: Wieviel Hartwurst (Micromanagment) darf es sein?
« Antwort #67 am: 1.02.2007 | 18:31 »
Denn nehmen wir mal so „typische“ Charaktere wie einen Heiler, Alchimisten, Diplomaten oder – krasser – einen Händler. Diese Spieler wollen sicherlich auch ihre Erfolgserlebnisse haben und deren Verwirklichung liegt dann vielleicht mehr im Micro-Bereich.

Ich weiß nicht, das klappt bei uns auch sehr gut ohne Micromanagement. In unserer L5R Kampagne haben wir mehrere am Kommerz interessierte Charaktere, die ohne genaueres Nachhalten ihres Vermögens auskommen (L5R hat in der Hinsicht ein paar nette Mechanismen), und auch mich interessiert es bei meinem Arzt im 18 Jh. nicht so sehr, was nun genau in die Medikamente 'reinkommt, die er zusammenbraut. Hauptsache die Leute werden gesund.  :D

Einen NSC Buchhalter hatten wir in unserer Ars Magica Kampagne.  ;)   
« Letzte Änderung: 2.02.2007 | 00:04 von Roland »
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Offline Maarzan

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Re: Wieviel Hartwurst (Micromanagment) darf es sein?
« Antwort #68 am: 1.02.2007 | 20:37 »
Letztendlich sind die Informationen dazu da, den Spielern eine sinnvolle Entscheidung zu ermöglichen, bzw dem Spielleiter die Beurteilung der Folgen einer solchen Entscheidung.

Wieviele Informationen und wo von, ist damit sinnvollerweise abhängig von der Art der Konflikte und welche Lösungsmöglichkeiten man dabei primär anbieten will.

Hack n Slash ist meines Erachtens auch zum Teil die Folge davon, dass die Leute bei anderen Lösungswegen von den Regeln alleine gelassen werden und man so den für die Spieler einfachsten und konfliktfreiesten Weg einschlägt.
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Offline Edorian

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Re: Wieviel Hartwurst (Micromanagment) darf es sein?
« Antwort #69 am: 1.02.2007 | 21:20 »
Ich gebe jetzt einfach meine Anforderugen an:
- Munition, Rationen und "Ladungen" (bei Medkits usw., wo es sich nur schwer realistisch nachhalten lässt) halte ich als Spieler explizit fest
- Waffen und Rüstungen (wenn nicht gerade magisch und damit natürlich unverwüstlich  ::)) werden regelmäßig ausgebessert bzw. ausgetauscht
- Geld wird nahezu immer (Oneshots mal ausgenommen, da kommen die Chars eh nicht oft genug zum Einsatz) festgehalten, d.h. Beträge werden wie im echten Leben direkt verrechnet. Da lohnt es sich dann auch mal, Schulden anzuhäufen :)
- Ausrüstung muss entsprechend vermerkt sein! Mindestens sollte die Notiz lauten: Werkzeugkoffer für Elektronik. Da lass ich dann mal dem GMV Vortritt, was nun vorhanden ist und was nicht. Keine fünfzig Speere notiert? Dann hat der Char auch nicht diese dabei, egal ob man "sowas immer dabei" haben sollte.

Gerade bei wichtigeren Dingen verlange ich, dass die Spieler sich selbstständig Notizen machen und diese aktuell halten. Sonst kann ich mir Survival/ -horror sparen, die Chars haben selbstverständlich dran gedacht. Im Gegensatz zu den Spielern, die dann meist wenig einsichtig reagieren, höflich formuliert. Das kann auch dazu führen, dass diverse Unterlagen ordentlicher gehandhabt werden anstatt zu sagen: "Ups, ich hab nur einen Teil der drei Blätter meines Chars dabei, aber den Rest hab ich noch ungefähr im Kopf". Sicher doch...  :gaga:
Wushu (falls das von mir falsch verstanden wurde, bitte nachsehen) spielen kann man. Aber nicht in andere Systeme implantieren! Denn wenn eh alles von den Charakteren autonom mitgenommen wird, was wichtig ist (von der Zahnbürste bis zum taktischen Nuklearkreuzer), dann braucht's auch kein Geld, keine zus. Ausrüstung und irgendwann auch keine Exp. mehr. Kann ja alles durch Erklärung und Beschreibung geregelt werden!  :P >:(
Bevor mich jetzt jemand falsch versteht: natürlich kann man so spielen, aber in meinen Augen mach ich sowas eher während einer längeren Reise oder wenn ich alle Materialien vergessen oder nicht verfügbar habe.
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Re: Wieviel Hartwurst (Micromanagment) darf es sein?
« Antwort #70 am: 1.02.2007 | 21:26 »
@ Roland:

Jup, kann ich mir auch gut vorstellen. Ich will mich da auch nicht unbedingt streiten. Sind halt nur meine Erfahrungswerte: Händler und so werden deshalb "sträflichst" behandelt, weil man da oft bestimmte Spaßmomente ausblendet - meistens kommt dann das Argument, man hätte keinen Bock auf's "Ausspielen". Das würde ich, wie (vermutlich) bei Dir, akzeptieren, wenn anderweitig ein "Ausgleich" geschaffen wird (Micromanagement ist ja nur eine Möglichkeit). Was mich allgemein aber stört ist, dass diese Aversion gegen Micro-Management im Gegensatz zur der Art steht, in der man manchmal Kämpfe und dergleichen ausspielt - da handelt es sich dann nämlich i.d.R. auch oft um Micro-Management.

Ich denke, wenn schon, sollte das irgendwie "konsistent" sein - also nicht, Micro-Management hier ja, dort nein.

Ein Muss gibt es dafür wie gesagt nicht. Naja, und wie erwähnt: Oftmals gibt es auch ganz pragmatische Lösungen.

Arbo
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Re: Wieviel Hartwurst (Micromanagment) darf es sein?
« Antwort #71 am: 1.02.2007 | 21:33 »
Ich denke, wenn schon, sollte das irgendwie "konsistent" sein - also nicht, Micro-Management hier ja, dort nein.
Ich denke: Viel Micro-Management in den Gebieten, für die man sich interessiert. (Dürfte bei den meisten klassischen Rollenspielern ebend der Kampf sein. - Bei den NARren ist es dann vielleicht die Char-Entwicklung.)

Und wenig Micro-Management in den Gebieten, die man langweilig findet.

Offline Gwynnedd

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Re: Wieviel Hartwurst (Micromanagment) darf es sein?
« Antwort #72 am: 2.02.2007 | 22:59 »

Ausrüstungsliste oder nicht?
nicht zu viel, empfehle so Dinge wie HSA (HeldenstandardausrüstungTM)
Zitat
Micromanagment von Nahrung, Wasser und Leuchtmitteln oder nicht?
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