- die größte Neuerung sind Legenden.
Eine Frage hab ich: Wofür hat Pegasus eigentlich dafür die Midgard Lizenz gebraucht?
Die Spielregeln sind inzwischen so weit weg vom Original, dass man Klagen kaum zu fürchten braucht (und Spielregeln lassen sich auch nicht rechtlich schützen) ...
Die Spielwelt ist auch soweit weg, dass man auch ein eigenständiges Branding machen können.
Der Name Midgard ist jetzt auch nicht so sehr der Selling Point, so wie DSA oder D&D.
Und so wie ich es sehe, distanziert sich die alte (konservative) Midgard Community mehr und mehr - weil vom original auch kaum noch was wiederzuerkennen ist...
Midgard war für mich eigentlich immer der Frottee Wohlfühl-Schlafanzug des Rollenspiels. So ein bisschen die rollenspielerische Umsetzung der alten BBC Robin Hood Serie mit Michael Pread als Robin und Clannad Hintergrundmusik. Bodenständig mit lauter grün und braun Tönen im Hintergrund.
So wie die Momente der Herr der Ringe Kinofilme, wo es nicht um Gigantomanie-Action geht. Also der erste Teil der drei und die ruhigen Szenen der anderen beiden Teile.
Oder so wie "Herumwandern in Skyrim und die Atmo genießen".
Geht es euch auch so?
Und jetzt kommt Legenden von Damatu und wird zum Superheldenrollenspiel. Einmal pro Grad die Superheldenfähigkeit auspacken. In Einer Spielrunde also 4-5 mal pro Grad.
Na super! Tragen die Charaktere auch wenigstens Capes und Masken? Und warum wohl hab ich aufgehört D&D5 zu spielen...?
Ich hab ab 2015 ja einiges an Midgard 5 gespielt. Die Kampagne kann man hier im Forum nachlesen. Und da haben wir die M5 Regeln auch getwistet, weil uns die Eigenschaften überflüssig vorkamen, die Bewegungsregeln zu umständlich waren und der Fernkampf ebenso zu kleinteilig war. Und ich hab ordentlich mit der Midgard-Community rumdiskutiert, weil da bei einigen die Meinung vorherrschte, das muss nicht geändert werden, Midgard ist perfekt, so, wie es ist. Ich bin also progressiv und rebellisch - dachte ich jedenfalls. Und nu? Nu bin ich der "früher war alles besser" Grognard, der kopfschüttelnd überlegt, ob er "Legenden von Damatu" überhaupt Midgard nennen möchte, weil das, was er mit dem Midgard-Spielgefühl verbindet bei Damatu so gar nicht wiederzufinden ist.
Ich hab mir die Regeln angeschaut und fand den Weggang von den Attributen auch prima. Und etliche Vereinfachungen auch. Das wars aber auch. Die Spielwelt fühlt sich nicht anders als Golarion oder Splittermond an, Spätmittelalterliche Klamotten tragende Inselreichbewohner... Hat irgendwer einen Vaiana Soundtrack zur Hand? Oder ein paar Jack Sparrow Sprüche?
Nicht mißverstehen, ich kann auch damit viel Spaß im Rollenspiel haben. Nur isses dann kein Midgard für mich.
Und vor allem: Brauch ich dafür (noch) ein (weiteres) Fantasy-Rollenspiel?
Oder hab ich nicht genug dieser Sorte im Regal? D&D5, Fantasy Age, Daggerheart, Splittermond, ...
Und wo ist dann mein Frottee, wenn es Midgard so nicht mehr gibt? Muss ich ernsthaft Harnmaster kaufen, damit ich zum Rollenspiel Clannad dudeln kann?
Anmerkung: Ich bin nicht die Zielgruppe der anvisierten Käuferschicht! Das weiß ich.
Und das hier ist auch nur eines: Meine (!) Meinung!
Aber ich frag mich ernsthaft, warum Pegasus für "Legenden von Damatu" eine Midgard Lizenz braucht. Das wäre doch so, als würde man den Begriff Offroad-SUV branden, um damit Elektro-Kleinstwagen auf den Fahrzeug-Markt zu werfen. Das ist bestimmt toll, aber eben ganz was anderes. Und ich habe nichts gegen Elektro-Autos. Ganz im Gegenteil!