Autor Thema: Wer mags auch mal härter?  (Gelesen 24103 mal)

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Offline Bad Horse

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Re: Wer mags auch mal härter?
« Antwort #25 am: 17.12.2012 | 21:47 »
Aber im Allgemeinen sucht man sich doch eine Spielrunde, in der die Grenzen irgendwo ähnlich verlaufen.

Rücksicht aufeinander nehmen ist wichtig - aber wenn ich mich dauernd selbst zensieren muss, weil meine Mitspieler kein Blut hören können und bei dem Wörtchen "Schniedel" ohnmächtig darniedersinken, dann macht mir das halt auch keinen Spaß. Da such ich mir lieber Leute, die Blut ganz okay finden und lustige Worte für männliche Geschlechtsorgane benutzen - die aber Vergewaltigungen nicht als "passiert halt mal" ansehen oder jemanden auslachen, weil er bei einer entsprechenden Szene weinen muss.
Zitat von: William Butler Yeats, The Second Coming
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Offline Nocturama

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Re: Wer mags auch mal härter?
« Antwort #26 am: 17.12.2012 | 21:48 »
Das finde ich gefährlich missverständlich formuliert. Es ist durchaus wichtig die eigenen Grenzen zu kennen. Und: Um mit anderen spielen zu können, muss ich die ihren und müssen sie die meinen annehmen. Wenn die Toleranzschwelle auch nur eines Spielers überschritten wird, kann es ganz schnell häßlich werden, am Spieltisch. Insofern sind die Spieler durchaus an die Grenzen ihrer einzelnen Mitglieder gebunden (bzw. an die Grenzen der Teilmenge daraus). Das kann man, wenn man will, Zwang nennen.

Du meinst aber wohl, dass ich nicht davon ausgehen darf, dass meine Grenzen und deine deckungsgleich sind.
Das sind sie nämlich nicht und können sie auch gar nicht.

Ja, genau das meinte ich. Nur weil man selbst keine Probleme mit Sex oder Folterszenen im Spiel hat, muss das nicht bei jedem anderen auch der Fall sein. Wenn sich jemand von irgendwas im Spiel unangenehm berührt fühlt, sollte man das respektieren - und seine Grenzen nicht überschreiten.
Aber stimmt, man kann meine Aussage auch genau andersrum verstehen  ;)
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Offline bibabutzelmann

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Re: Wer mags auch mal härter?
« Antwort #27 am: 17.12.2012 | 21:51 »
deepone, du liest mich wie ein offenes Buch  ;D

Hm, Grenzen aufzwingen... Das heißt ja nun aber irgendwie, dass der mit dne enger gesteckten Grenzen den anderen seine aufzwingt, die nicht überschritten werden dürfen. Ich zwinge ja keinen seine Grenzen zu verlassen. Viele wollen das nicht, viele können das auch gar nicht und ich habe weit besseres zu tun als "die Welt zu verbessern". Ist wieder son Ding, was ich nur gegen Bezahlung tue  8].
Aber ich wollte halt sagen, dass es genauso wie es für einige Spieler mit enger gesteckten Grenzen un(möglich/angenehm) sein dürfte mit mir zu spielen, es von mir nicht gewünscht ist mit solchen Spielern zu spielen. Und mir ginge s darum darauf hinzuweisen, dass weder das eine noch das andere "GUTES ROLLENSPIEL" ist. Denn ich meinte auf der "Gegenseite" durchaus vereinzelt den Anspruch moralischer Überlegenheit zwischen den Zeilen entdeckt zu haben  >;D

Bitte hier keine neue Sexismusdebatte, davon las ich auch bereits mit Grauen.
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Offline Minne

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Re: Wer mags auch mal härter?
« Antwort #28 am: 17.12.2012 | 22:07 »
Im Grunde wurde ja schon alles gesagt: Ob man will oder nicht, man trägt am Spieltisch Mitverantwortung dafür, dass sich alle Anwesenden am Spieltisch wohl und willkommen fühlen. Dieser Verantwortung gerecht zu werden erfordert Empathie und die Bereitschaft zur Rücksichtnahme. Und die Klärung von Erwartungshaltungen. Gilt nicht nur fürs Rollenspiel sondern eigentlich für jeden Raum.

Was mir aber stinkt ist diese "Härte" Metaphorik. Es ging, wenn ich mich im Kontext nicht irre, um sexualisierte Gewalt. Und die ist für viele Menschen eine bittere Realität in ihrem Leben. Wenn jetzt irgendwelche Dudes, die (sehr wahrscheinlich) solche Gewalt nie am eigenen Leib erfahren haben, die Ablehnung der Thematisierung solcher Themen oder die Sensibilität diesbezüglich als "Schwäche" (denn die ist ja das Gegenteil der Härte) etablieren, dann wird hier eine Atmosphäre geschaffen in der diesbezügliche Grenzüberschreitungen trivialisiert, verlacht und kleingeredet werden können. Und das finde ich zum kotzen.

Offline Boba Fett

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Re: Wer mags auch mal härter?
« Antwort #29 am: 17.12.2012 | 22:10 »
...dann wird hier eine Atmosphäre geschaffen...
 Und das finde ich zum kotzen.
I assist that...
Kopfgeldjäger? Diesen Abschaum brauchen wir hier nicht!

Offline Lord Verminaard

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Re: Wer mags auch mal härter?
« Antwort #30 am: 17.12.2012 | 22:29 »
Um es nur ganz klar zu sagen, eine Sache ist, was für Inhalte man spielt und auch was für Humor man hat. Da bin ich der letzte, der sich zum Wächter des guten Geschmacks aufschwingt, und bin auch für so manche Geschmacklosigkeit gern zu haben.

Aber eine andere Sache ist, wie man damit umgeht. Dabei sollte man, das betrachte ich zumindest als Anstandspflicht, ganz offen dazu stehen, was man da gerade phantasiert. Nichts sollte geleugnet oder marginalisiert werden. Und je sensibler die Themen, desto feinere Antennen braucht man für die Mitspieler.

Natürlich ist es beim Rollenspiel ebenso wie im echten Leben manchmal die Frage, wie man sich verhält, wenn man mit Mitmenschen zu tun hat, mit denen man sich eigentlich gut versteht, und die sich dann plötzlich an einer bestimmten Stelle gewohnheitsmäßig arschig verhalten. Will man jedes mal eine Lanze brechen? Soll ich jeden meiner Arbeitskollegen bei jedem schwulenfeindlichen Spruch zur Rede stellen? Meinen Chef? Das führt jetzt ein bisschen weit vom ursprünglichen Thema weg, aber ich denke, eine gewisse Toleranz braucht man solchen Dingen gegenüber im Alltag und natürlich auch beim Rollenspiel.
« Letzte Änderung: 17.12.2012 | 22:32 von Lord Verminaard »
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Offline bibabutzelmann

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Re: Wer mags auch mal härter?
« Antwort #31 am: 17.12.2012 | 22:41 »
Ich seh hier schon wieder zu viele erhobene Zeigefinger und das finde ich zum kotzen!  :q

Ich finde nicht, dass man Menschen vorschreiben kann, wie sie ihre Freizeit mit anderen gestalten. Ich MUSS schon mal GAR NICHTS! Und wenn ich mit gewissen Menschen in meiner Freizeit keinen Umgang pflegen möchte, dann ist das vollkommen in ordnung, denn ich bin nicht die Mutter Theresa des gediegenen Rollenspiels. Wenn ich mich mit solchen Leuten beschäftige nehme ich Geld dafür, in meiner FREIZEIT brauche ich das nicht. Es ist erst einmal vorgekommen, dass ich mir dadurch Spieleabende versauen lassen musste. Das geb ich mir nicht noch einmal, dann zeige ich nur noch auf die Tür.

Das Gegenteil von hart ist glaube ich auch immer noch weich und nicht schwach, denn weich ist nicht das Gegenteil von Stark. Hab lange nicht in den Duden geschaut, aber das letzte Mal wars noch so  ;). Es geht mir nicht darum Menschen mit traumatischen Erlebnissen in der Vergangenheit allgemein auszugrenzen, nur von meinem Spieltisch. Denn die haben da keinen Spaß mit mir und ich lasse mir in der Freizeit den meinen nicht nehmen und dafür lasse ich mich auch nicht moralisch degradieren. Um solche Leute kümmere ich mich gut und gerne, aber gegen Geld und nicht inder Zeit, die dazu da ist für die Konsumgesellschaft zu regenerieren und diesen Leuten Montags wieder mit einem professionellen Lächeln zu begegnen.

Ich habe ja auch selbst genügend Macken. Und wer die nicht mag und nicht mit mir spielen will, der kann mir das gerne so sagen. Vor einigen Monaten genau so geschehen. Mit der Person bin ich weiterhin befreundet, wir treffen uns auch noch, aber eben nicht mehr um 3W20 über den Tisch zu jagen.

Gibt es eigentlich schon einen Thread zu Traumata und psychischen problemen im Zusammenhang mit Rollenspiel? Wäre nämlich interessant, nicht zuletzt, da ich dort auch einen professionellen Blick beizusteuern hätte. Das ist ein sensibles Thema wo man sich auch erstmal auf ein gemeinsames Vokabular einigen sollte, sonst redet man aneinander vorbei und das kann in dem konkreten Fall echt ne unschöne udn schmerzliche Angelegenheit werden.
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Offline ArneBab

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Re: Wer mags auch mal härter?
« Antwort #32 am: 17.12.2012 | 22:48 »
Am besten wohl den Spielabend abbrechen - mit zwei verletzten Grenzen, bzw. Spielern lässt sich nicht sinnvoll weiterspielen. Später, wenn sich die Gemüter beruhigt haben: Miteinader sprechen!
Letzteres hat zu vielen unschönen Diskussionen geführt und ersteres hätten wir früher machen sollen… und zwar hart: Rote Flagge hissen. Spielabend beenden.

Wir dachten aber, eine erste Diskussion hätte es geklärt, so dass wir danach weitergespielt haben - und der Abend vollständig eingebrochen ist. Hat mich danach noch wochenlang beschäftigt…

Deswegen stimme ich aus Erfahrung zu: Sobald jemand zu erziehen versucht erstmal hart stoppen - vor allem wenn klar wird, dass starke Gefühle im Spiel sind. Das ist ein so deutlicher Warnhinweis, dass ein kompletter Abbruch der Runde der beste Weg ist, einen potentiell lang anhaltenden Bruch zwischen den Spielern zu vermeiden.
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Offline bibabutzelmann

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Re: Wer mags auch mal härter?
« Antwort #33 am: 17.12.2012 | 22:52 »
Erziehungsversuche sind immer ein "Spielleiter gegen Spieler" und das ist in den meisten Systemen wirklich der Untergang.
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Offline ArneBab

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Re: Wer mags auch mal härter?
« Antwort #34 am: 17.12.2012 | 22:52 »
Und mir ginge s darum darauf hinzuweisen, dass weder das eine noch das andere "GUTES ROLLENSPIEL" ist.
Ja doch: Beides ist GUTES ROLLENSPIEL: In der richtigen Runde :)¹

Vielleicht könnte man auch sagen: Gutes Rollenspiel ist, so zu spielen, dass es der ganzen Runde gefällt, oder sich die Runde so auszusuchen, dass das, wie man spielt, der ganzen Runde gefällt - oder etwas dazwischen :)

¹: Das ist nicht nur Haarspalterei, sondern Verteidigung des Begriffes „Gut“. Ja, es gibt Gutes Rollenspiel. Es ist nur nicht für jeden das gleiche.
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Offline ArneBab

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Re: Wer mags auch mal härter?
« Antwort #35 am: 17.12.2012 | 22:52 »
Erziehungsversuche sind immer ein "Spielleiter gegen Spieler" und das ist in den meisten Systemen wirklich der Untergang.
Bei uns war es ein Spieler, der versucht hat, einen anderen Spieler zu erziehen…
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Offline bibabutzelmann

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Re: Wer mags auch mal härter?
« Antwort #36 am: 17.12.2012 | 22:56 »
Ja es wäre weniger missverständlich gewesen zu sagen, dass beides auch nicht schlecht ist  :d
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Callisto

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Re: Wer mags auch mal härter?
« Antwort #37 am: 17.12.2012 | 23:16 »
Der Punkt wo es bei mir mit deiner Ansicht, Bibabutzemann, hakt, ist der, wo du sagst "Auch wenn ein neuer Spieler da ist, wird gleich in die Vollen gegangen, mir doch egal, wenns ihm nicht gefällt, spielt er dann eh nicht länger mit" Da ist es ja schon zu spät und du kannst doch vorher sagen, wie deine Gruppe spielt. Dann braucht der gar nicht erst zu kommen, wenns ihm nicht passt. Und wenn er sich nicht sicher ist, ob er damit umgehen kann oder will, weiß er zumindest, auf was er sich einlässt. Der will nämlich auch seinen Alltagsstress hinter sich lassen, wenn er RPG spielt und Spaß haben und sich nicht von halbfremden Rollenspieler demütigen lassen müssen, nicht mal für einen Abend. Ich hab kein Problem mit Gore, Vergewaltigung, Folter etc. aber ich würde das nicht regelmäßig haben wollen. Ich würde bei einer solchen Runde einen Abend mitspielen, es würde mir womöglich nicht mal was ausmachen, aber ich würde es trotzdem bei einem Abend belassen, wenn auf die Frage "Läuft das immer so bei euch?" ein Ja kommt.

Offline CokeBacon

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Re: Wer mags auch mal härter?
« Antwort #38 am: 17.12.2012 | 23:19 »
Hier kommt immer wieder das Thema Erziehung im Rollenspiel auf. Was meint ihr damit eigentlich? Wenn ein Charakter aufgrund seiner Taten im Spiel konsequenterweise sein Leben verliert, ist das dann schon Erziehung? Oder wenn ich einem Spieler sage, dass er die Regeln des Systems lernen soll, um den Spielfluss nicht aufzuhalten, erziehe ich ihn dann bereits? Ich kann mir irgendwie gar nicht vorstellen, wie das gemeint ist.

Topic:
Ob man jetzt mit festen Grenzen spielt oder die Spieler alles machen können, was sie wollen, ist letztendlich egal. Man kann und sollte sich vorher einfach über die jeweilige Erwartungshaltung der Spieler absprechen und schauen inwiefern da ein gemeinsames Spiel möglich ist.
Wenn man der einzige am Spieltisch ist, der Spass am Spiel hat, weil man permanent die Grenzen der anderen überschreitet, bringt das nicht viel, da man ein Störfaktor ist. Genauso wenig bringt es etwas, wenn man als einziger Spieler den anderen Spielern Grenzen auferlegen will. Doof gesagt ist die Minderheit an einem Spieltisch im "Unrecht", da sie den Gruppenkonsens nicht erfüllt.

Callisto

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Re: Wer mags auch mal härter?
« Antwort #39 am: 17.12.2012 | 23:26 »
Topic:
Ob man jetzt mit festen Grenzen spielt oder die Spieler alles machen können, was sie wollen, ist letztendlich egal. Man kann und sollte sich vorher einfach über die jeweilige Erwartungshaltung der Spieler absprechen und schauen inwiefern da ein gemeinsames Spiel möglich ist.
Wenn man der einzige am Spieltisch ist, der Spass am Spiel hat, weil man permanent die Grenzen der anderen überschreitet, bringt das nicht viel, da man ein Störfaktor ist. Genauso wenig bringt es etwas, wenn man als einziger Spieler den anderen Spielern Grenzen auferlegen will. Doof gesagt ist die Minderheit an einem Spieltisch im "Unrecht", da sie den Gruppenkonsens nicht erfüllt.

Das ist der Punkt! Man sollte sich darüber absprechen was erwartet werden kann!

Offline bibabutzelmann

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Re: Wer mags auch mal härter?
« Antwort #40 am: 17.12.2012 | 23:29 »
Ich habe keine Lust auf ein langsames Rantasten (Zeitverschwendung) und die wenigsten neuen Spieler bewerben sich mit psychologischem Gutachten. Es wird auch nicht jeder zum Spielen eingeladen. Da fragt man ja vorher schon mal wie humoristische flexibel man ist und andere Dinge, teils auch einfach organisatorisches, blabla. Aber ganz sicher sein kann man nicht. Also kurz und eben eventuell leider schmerzhaft.

Und mal wieder: Es geht nicht darum ständig nur die Sau rauszulassen.

Gewisse Dinge sind übrigens auch einfach nicht spielbar mit manchen Leuten. Wenn ich an die offene Hosen Runde denke, dann fällt mir da direkt das zuletzt gespielte DSA-Abenteuer Schleiertanz ein. Da gings rund, und zwar auch unter den Spielern. Teilweise vergewaltigten und töteten sich SC gegenseitig. Nichts für schwache Nerven, bei uns gabs viel Gelächter und viel Spaß. Nicht weil wir "so geile Hengste sind" (was wir zweifellos sind  :muharhar:), sondern daran, dass jeder zwar gerne und vertieft spielt, man aber auch eine gewisse Distanz hat wenns ausartet und man auch Spaß nebenher schätzt. Und andere Leute hätten da geheult oder schlimmeres. Das brauchen die nicht, das brauchen wir nicht. Und wer keine Lust hat auch mal die Kontrolle abzugeben, der is bei dem Verderbnispunktesystem und der Belkelelverführung im wahrsten Sinne des Wortes gefickt...
« Letzte Änderung: 17.12.2012 | 23:32 von bibabutzelmann »
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Callisto

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Re: Wer mags auch mal härter?
« Antwort #41 am: 17.12.2012 | 23:36 »
Ich verstehe unter "Offen ansprechen" nicht langsames Herantasten. Sondern man sacht halt "du, wir kennen uns ja nun ein bisschen und haben ja auch neulich schon ne gute Runde miteinander gehabt, magste nicht bei uns in der Runde einsteigen? Ah, möchtest du. Sehr schön, aber bereite Dich mal drauf vor, dass es auch mal derber werden kann. Wir sind da nicht zimperlich" Das sind zwei Sätze. Und wenn dann kommt "Was meinste mit nicht zimperlich?" Kann man antworten "Ja, es kam auch schon mal Folter und Vergewaltigung vor, ist halt grim&gritty was wir spielen" Das ist doch schon alles, was ich mir vorher wünsche.

Offline 1of3

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Re: Wer mags auch mal härter?
« Antwort #42 am: 17.12.2012 | 23:37 »
Ich habe keine Lust auf ein langsames Rantasten (Zeitverschwendung) und die wenigsten neuen Spieler bewerben sich mit psychologischem Gutachten.

Wer redet denn von langsam? Das geht sehr schnell: "Wir möchten eine Runde mit Sex, Blut und Gewalt spielen. Das kann recht heftig werden. Lust mitzumachen?"

Offline Lord Verminaard

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Re: Wer mags auch mal härter?
« Antwort #43 am: 17.12.2012 | 23:41 »
Zitat
Teilweise vergewaltigten und töteten sich SC gegenseitig. Nichts für schwache Nerven, bei uns gabs viel Gelächter und viel Spaß.

Gut, da wirst du in der Tat auch hier im Forum wenige Leute finden, die das witzig finden.
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Offline bibabutzelmann

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Re: Wer mags auch mal härter?
« Antwort #44 am: 17.12.2012 | 23:55 »
Selbst wenn du das so schreibst mit Sex und Gewalt, dann kann es dir durchaus passieren, dass das jemand entweder nicht enrst meint oder sich was anderes drunter vorstellt. Und dann sitzt man eben zum ersten mal zusammen, hat sich von demjenigen nur nen Charakterbogen oder ein Konzept schicken lassen und dann gehts los. Da hat man die Leute teilweise noch nie gesehn. Und wenn dann jemand, der sagt, dass er auch immer hart und blutig spielt direkt den Schleudersitz betätigt, dann kann man es eben nicht ändern. Ich hatte auch shcon Leute da sitzen, die in ihren anderen Gruppen angeblich aneckten, die ich zum einschlafen langweilig fand. Wirklich abklären lässt sich das nicht und ich setze mich nicht vor dem ersten Spielen mit allen an einen Tisch und handle so eine Art "Vertrag" aus, da ist mir meine Zeit einfach zu schade für. Da ich auch oft leite und in zahlreichen Runden mehrere Systeme spiele, hab ich da weder Zeit noch Nerven für.
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Callisto

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Re: Wer mags auch mal härter?
« Antwort #45 am: 18.12.2012 | 00:00 »
Naja, anecken kann man aus vielen Gründen, nicht nur wegen Sex&Crime. Klar, wenn man es sagt und der andere nicht verstanden hat, das man das durchaus ernst gemeint hat, ist es Pech. Aber man hat es immerhin versucht.

Offline bibabutzelmann

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Re: Wer mags auch mal härter?
« Antwort #46 am: 18.12.2012 | 00:08 »
Deshalb bezog sich dieses Thema ja auch nicht nur auf das Spielen, sondern auch um das Drumherum.
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Offline blut_und_glas

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Re: Wer mags auch mal härter?
« Antwort #47 am: 18.12.2012 | 00:08 »
Exemplarisch herausgepickt:

Das ist doch schon alles, was ich mir vorher wünsche.

Ich finde diese starke Fokus auf das "vorher abklären" gewissermaßen bedenklich.

"Vorher" ist nicht wichtiger als "währenddessen" und "danach". Das ist ein Dreiklang, der unbedingt zusammengehört, aber irgendwie regelmäßig auf "vorher" zusammengekürzt wird.

Und dann landen wir bei der Situation, wo sich "vorher" jemand eben nicht beschwert/verwehrt, weil er sich nicht traut (Gruppendruck, fehlendes Vertrauen, ...), weil er es in dem Moment nicht realisiert, ..., und währenddessen/nachher doch ein vielleicht massives Problem damit hat oder bekommt. Und dann? Dann kann sich der ganze Rest ja brav zurücklehnen und sich sagen "warum hat er auch vorher nichts gesagt?" (im besten "warum zieht die sich auch so an?"-Tonfall).

Und nach diesem kleinen Ausflug:

Ich mags nicht nur mal sondern eigentlich ziemlich oft auch härter.

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Offline bibabutzelmann

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Re: Wer mags auch mal härter?
« Antwort #48 am: 18.12.2012 | 00:18 »
"warum zieht die sich auch so an?"-Tonfall? Das ist jetzt nicht dein Ernst oder? Du willst nicht ernsthaft mit Vergewaltigung gleichstellen wenn ich keine Lust habe nach meinen Spielsitzungen nochmal alle (gratis!) auf dem Sofa platznehmen zu lassen? Soll ich jetzt nach jeder Runde Ruh dich nicht aus fragen ob jemand eventuell mal in Erfurt einkaufen war wenn da jemand ingame in der Schule zu ner Schusswaffe gegriffen hat? Irgendwo hörts doch aber mal auf.

Ich finde derlei sollte man echt morgen (bzw. ja schon heute) mal auslagern.
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Callisto

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Re: Wer mags auch mal härter?
« Antwort #49 am: 18.12.2012 | 00:21 »
Ersetze "vorher" mit "so früh wie möglich". Klar, wenn ich noch gar nicht so eine Runde erlebt habe und noch gar nicht weiß, das ich da eine Grenze habe, kann ich da auch nichts kommunizieren. Aber wenn ich merke, ICH hab jetzt ein Problem, muss ich es aussprechen. Wer seine Klappe hält, dem kann auch nicht geholfen werden. Wir sind ja alles keine Telepathen.

Edit: Wer spricht denn davon, Psychiater zu spielen?