Autor Thema: [Fate] Opera in Space - Das Brooklyn-Projekt - Teil 2  (Gelesen 549 mal)

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

Offline Tegres

  • Adventurer
  • ****
  • Beiträge: 656
  • Username: Tegres
Hallo zusammen,

in diesem Thema werde ich die Spielberichte unserer Fate-Online-Runde in einem selbstgemachten Space-Opera-Setting sammeln.

Hier die Spielberichte in chronologischer Reihenfolge
Der erste Auftrag - Teil 1
Der erste Auftrag - Teil 2
Der präterituologische Kongress
Nachwehen - Vorwehen
Das Brooklyn-Projekt - Teil 1
Das Brooklyn-Projekt - Teil 2

Wir haben das Setting gemeinsam erschaffen. Dafür habe ich als Spielleiter den Spielerinnen und Spielern jede Menge Fragen gestellt. Schließlich habe ich die Antworten gebündelt und einen Rahmen geschaffen, der versucht möglichst viel davon zu berücksichtigen. Im Folgenden findet ihr eine kurze Settingsbeschreibung.

Der Großteil der Milchstraße wird von der Konföderation der Menschheit kontrolliert. Entgegen dem Namen leben in ihrem Herrschaftsbereich aber nicht nur Menschen sondern auch Aliens, wie die Gnack.
Es gibt außerhalb der Konföderation auch noch weitere Alienrassen. Manche davon wurden bisher gar nicht entdeckt. Andere treiben regen Handel. Und schließlich lehnen einige den Kontakt zur Menschheit ab.
Die Konföderation der Menschheit ist eigentlich ein demokratisches Gebilde. Jedoch sind Vetternwirtschaft, Korruption und Wahlmanipulation an der Tagesordnung. Auch die Presse ist selten frei, sondern wird von verschiedenen Medienmogulen geführt oder muss schnell Prozesse über sich ergehen lassen. Um die Macht kämpfen verschiedene Gruppen: Galaxieumspannende Konzerne, das organisierte Verbrechen, Militärs, machthungrige Politiker, selbsternannte Sittenwächter und noch viele mehr. Der Durchschnittsmensch bekommt davon wenig mit, denn den meisten geht es recht passabel und sie haben gelernt, dass es sich nicht lohnt, gegen die Machtkämpfe –  sei es auf planetarer oder gar Konföderationsebene anzugehen.
Lediglich einige Kolonisten und der ein oder andere Wissenschaftler versucht, für eine bessere Gesellschaft zu kämpfen. Doch gerade letztere werden klein gehalten. Die großen Tage der Wissenschaft sind vorbei. Es geht nun mehr um das Bewahren als um das Finden neuer Erkenntnisse. Letzteres ist auch nicht wirklich gewollt. Wissenschaftler werden häufig als verschroben, elitär oder gar gefährlich angesehen. Wissenschaftlich längst widerlegte Sichtweisen sind in der Gesellschaft durchaus verbreitet zum Beispiel bezüglich Evolution oder Impfungen.
Wissenschaft ist stark reglementiert. Eine spezielle Einheit der Regierung sorgt dafür, dass diese Regelungen auch eingehalten werden oder das die Folgen missglückter Experimente eingedämmt werden.
Hier kommen die Charaktere ins Spiel. Sie sind Teil einer solchen Einheit. Sie sind „Scipos“. Stationiert ist die Einheit auf dem Titan. Ihr Vorgesetzter ist der Scipo-Veteran Jeff Douglas.


Und somit kommen wir auch direkt zu den Charakteren. Diese sind im Folgenden mit ihren knappen Hintergrundgeschichten und ihren Aspekten (in kursiv) aufgeführt:

Mauzi (Motorisierter Automat zur Unterstützung Zentralisierter Infrastruktur)
Hintergrund: Mauzi wurde von Doktorin Van Holm als Prototyp entwickelt. Sie ist besonders stolz auf ihr Werk und wird auch nicht müde, dies anderen Wissenschaftlern mitzuteilen.
Da Van Holm bei der Scipo engagiert ist, muss auch Mauzi dort mitarbeiten.
Begegnung mit Khazuuta: Mauzi hat Khazuutas mechanisches Auge repariert. Diese lässt daher nichts auf Mauzi kommen.
Begegnung mit Lennon: Als Lenny zum ersten Mal zu seiner "Zwangsarbeit" erscheint, fällt ihm sofort die mechanische Katze auf. Auch wenn er sich für ihre Hardware interessiert sind Katzen einfach nicht sein Fall. Dass sie dann auch noch das Fell des Vieches trägt, das ihm vor das Auto gelaufen ist, macht die Sache nicht besser.

Robo-Techniker-Katze
Ist der aber süß! <3
Doktorin Van Holm's Meisterstück
Der Chef hält mich für unprofessionell
Neugier ist der Katze Tod


György Flumbort
Hintergrund: György (43) ist unzufrieden mit seinem Schreibtischjob und lässt sich in den Außendienst versetzen. Dort nimmt er die frei gewordene Stelle von Mansel Woolwich ein, der drei Tage vor seiner Pensionierung im Dienst gestorben ist. Den Laden kennt György wie seine Westentasche, die er sich ab und zu auch gerne mit Dingen anderer befüllt.
Begegnung mit Mauzi: Györgys Chef hat ihn schon länger verdächtigt, Büroutensilien zu stehlen. Bei einem "unbeabsichtigten" Zusammenstoß fallen dabei aus Györgys Tasche eine handvoll Büroklammern. Mauzi hat die Situation schnell erkannt, und hat von jedem Bürotisch Dinge runtergeworfen, um so György als Übeltäter zu decken.
Begegnung mit Khazuuta: Wirklich jeden Morgen lässt sich der gute György beim Kaffekochen unglaublich viel Zeit, dabei könnte das soviel schneller gehen, allerdings überlegt er immer sehr lange. Wenn es nach Khazuuta geht, ist es doch nicht wichtig wie man es macht... Hauptsache man macht es mal...

Schreibtischtäter im Außendienst
Leichter Kleptomane
Ich kenne den Laden schon lange.
Struktur ist Trumpf.
Ein bisschen Spaß muss sein.


Lennon (Lenny)
Hintergrund: Lennon hatte in Mars City an illegalen Straßenrennen teilgenommen. Bisher kam er den Cops immer davon aber durch einen unglücklichen Umstand haben sie ihn dann doch erwischt. Als ein wichtiger Gesetzeshüter seine Fähigkeiten erkannte, wurde er mit Versprechen auf Straffreiheit zur Teilnahme an der Einheit Scipos verdonnert.
Begegnung mit György: György hat Lennon an seinem ersten Tag im Büro eingearbeitet. Hierbei hat er ihm ausführlich erläutert, wie die Arbeit bei "Scipos" so läuft. Das A und O ist gute Vorbereitung und ordentliche Struktur, denn so lässt sich jeder Fall im Handumdrehen lösen.
Begegnung mit Mauzi: Als Lenny zu seinem ersten Arbeitstag erschienen ist, ist Mauzi sofort Lennys heiße Karre aufgefallen und wollte nur einen kurzen Blick unter die Haube werfen. Da Lenny kurz davor eine schlechte Begegnung mit einer Katze hatte, hat er es Mauzi nicht erlaubt.

Geschwindigkeit liebender Halbstarker
Nur für Karren zu begeistern
Eigentlich bin ich schneller als die Cops
Schwarze Katzen bringen Unglück
Roboter muss man auseinander nehmen


Khazuuta
Hintergrund: Während einer Mission wurde Khazuuta Opfer eines Attentates, welches von DonGiovanni beauftragt wurde.
Zur Wiedereingliederung ist sie der Einheit der Scipos zugewiesen worden.
Begegnung mit Lennon: Lenny hat bei einem seiner Straßenrennen Khazuutas geliebtes Haustier überfahren. Weil das blöde Ding ihm direkt vor die Karre gelaufen ist, hat er die Kontrolle über seinen Wagen verloren, so dass die Cops ihn fassen konnten.
Begegnung mit György: Um Györgys Unsicherheit im Umgang mit anderen Menschen (und humanoiden Lebewesen) zu überspielen, erzählt er immer wieder unpassende Witze. Leider finden anderen diese Witze nicht so lustig wie György, was auch Khazuuta selbst schon erfahren durfte.

Öko-Kriegerin vom Volk der brutalen T'Zuula
Don Govannis Schergen verfolgen mich immernoch
Doppelagent des Kosmischen Geheimbunds (KGB)
Auf Katzen lasse ich nichts kommen.
Wir haben doch keine Zeit!


Offline Tegres

  • Adventurer
  • ****
  • Beiträge: 656
  • Username: Tegres
Re: [Fate] Opera in Space - Der erste Auftrag
« Antwort #1 am: 11.11.2018 | 21:17 »
Der Erste Auftrag - Teil 1
 
Premiere und Briefing
Titan. Zentrale der Science Police, kurz Scipo. Endlich war es soweit. Die Gruppe wurde zu Jeff Douglas, dem Kommandanten der Scipo, gerufen. Nach eine kurzen Begrüßung fing er an, sie für ihren ersten gemeinsame Außeneinsatz zu briefen:
Auf dem Planeten Janus herrschte Aufruhr. Zum Einen wurden in letzter Zeit Kinder aus Krankenhäusern entführt. Gerüchten zufolge würden die entführten Kinder für wissenschaftliche Experimente genutzt. Andere streuten noch schwarzmalerischere Behauptungen und vermuteten einen Kinderfresser. Zum Anderen gab es vermeintliche Sichtungen einer Riesenechse, die ihr Unwesen treiben würde. Angeblich sollte sich eine Frau auf der Suche nach ihr gemacht haben, um sie einzufangen. Andere behaupten, sie hätte die Riesenechse selbst erschaffen und wolle ihr Potenzial austesten, indem sie Janus terrorisierte.
Teilweise wurden die Gerüchte miteinander verbunden und vermutet, die Riesenechse fresse die Kinder.
Die Scipo vermutete ein fehlgeschlagenes wissenschaftliches Experiment. Auf dem Planeten war jedoch kein Biologe mit ausreichenden Kenntnissen registriert. Die Gruppe sollte auf den Planten reisen, Informationen sammeln und die Situation bereinigen.
 
Die ersten Schritte auf Janus
Nach einem kurzen Abstecher in das Waffendepot ging die Gruppe an Bord der „Justice“, dem Schiff, das ihnen für ihre Mission zur Verfügung gestellt wurde. Lenny begab sich ans Steuer und überzeugte den skeptischen György Flumbort mit wenigen Handgriffen, dass er sich auch mit dieser Art von Fahrzeug auskannte. Mauzi drehte die Heizung auf Anschlag und machte es sich gemütlich. Khazuuta tat es ihr auf dem Beifahrersitz gleich und legte die Beine aufs Armaturenbrett, während György Flumbort sich ordnungsgemäß anschnallte. Dann ging ihre achtstündige Reise vom Titan nach Janus los.
Nach dem Austritt aus dem künstlichen Wurmloch und einiger Zeit Flug durch das Janus-System sahen sie ihr Ziel endlich vor sich: Janus war ein sehr erdähnlicher Planet, der seinen Namen von der Konstellation der zwei nur durch einen schmalen Ozean getrennten Kontinente hatte. Sie gingen runter, doch Lenny übertrieb es ein wenig und statt im oberen Teil der Atmosphäre sausten sie durch die Häuserschluchten von Janus-City. Es dauerte nur kurze Zeit, da waren Polizeiflieger auf sie aufmerksam geworden. Deren Aufforderung anzuhalten wurde mit einem wenig ernsthaft unternommenen Versuch der Kennung als Scipo-Officer erwidert. Anstatt auf die Autorität der Behörde verließ sich Lenny lieber auf seine Flugkünste.1 Er schaffte es, einen deutlichen Vorsprung zu gewinnen, konnte die Polizei aber nicht ganz abwimmeln. Dank Khazuutas Orientierung als Copilotin konnte Lenny weitere Haken schlagen, doch dem Bordcomputer gefiel dies gar nicht. Er kündigte eine automatische Umstellung auf Autopilot an, sollte dieses gefährliche Flugverhalten nicht abgestellt werden. Khazuuta versuchte schnell die Bordtechnik zu manipulieren, um dies zu verhindern, aber für einen kurzen Moment übernahm der Computer und die Verfolger holten auf. Lenny gab abermals Gas und durch seine Rennerfahrung konnte er die Polizisten schließlich abschütteln.
Kurz darauf kamen sie bereits beim Raumhafen an, einem riesigem konischen, runden Turm mit Hangars zu allen Seiten. Im Hangar zeigten sie ihren Dienstausweis vor, ein Hologramm, das zwischen zwei kleinen Stäbchen aufgespannt wurde, und sofort machten sich die Arbeiter daran, sich um ihr Raumschiff zu kümmern.
Am Raumhafen lag ebenfalls ihr Hotel, das Three Stars sowie die bei Raumpiloten beliebte Bar Heaven‘s Gate. Durstig begab sich die Gruppe dorthin. Nach der Bestellung der Drinks – Mauzi nahm einen White Russian, Khazuuta konnte ihren Sex on the Beach jedoch nicht bestellen, da das nach bestimmten Zensurgesetzen verboten war – schauten sie sich die Bar näher an. Neben dem Barroboter, der eigentlich nur aus zwei Armen bestand und die Drinks mixte, gab es noch ein paar Piloten sowie am Rand des Tresen eine leicht abgehalfterte Frau. Sie schien neugierig und sprach die Gruppe an. György Flumbort suchte ebenfalls das Gespräch. Die Frau stellte sich als Linda Bergström vor, ihres Zeichens freischaffende Journalistin. György fragte sie seinerseits neugierig aus und sie berichtete von Bürgerwehren, die nun durch die Straßen zögen. Sie hätten sich Sicherheit und Ordnung auf die Fahnen geschrieben, wollten sich in Wahrheit aber nur wichtig machen. Die Sichtungen der Echse hielt sie hingegen für Quatsch. Als György jedoch seine Zugehörigkeit zur Scipo offenbarte, wurde sie abweisend und wollte nichts mehr mit ihm zu tun haben. Lennon probierte sein Glück und konnte mit seiner schnodderigen Art Linda mehr Informationen entlocken. Aus ihrer Sicht war die Echse nur ein Ablenkungsmanöver, um die Aufmerksamkeit von den verschwundenen Kindern zu nehmen. Ihre Journalistenkollegen von der Janus Times wie Emil Bloch würden bei dem Zirkus auch noch mitmachen. Die einzigen, die etwas sinnvolles unternähmen, wären die Suchtrupps, die gebildet hätten, aber es wären viel zu wenig Leute, um ganz Janus-City sinnvoll durchsuchen zu können.
 
Besuchszeiten
Es war noch nicht so spät. Deswegen entschloss sich die Gruppe, dem Latium-Krankenhaus einen Besuch abzustatten, dem Krankenhaus, aus dem die meisten Kinder entführt wurden. Sie machten sich mit dem Taxi dorthin und gingen zur Pädiatrie. Dort trafen sie auf den leitenden Arzt, der natürlich mit der Scipo kooperierte. An Gemeinsamkeiten der entführten Kinder gab es wenig zu berichten, außer dass sie alle krank und deshalb im Latium gewesen waren. Auf Nachfrage erläuterte er, dass sie alle unterschiedliche Symptome gehabt hatten, die aber jeweils grippetypisch gewesen wären. Eine exakte Diagnose wäre aber bei allen Kinder unmöglich gewesen. Dann fing er an, die Dienstpläne, Krankenakten und Überwachungsvideo aus den vermeintlichen Tatnächten zu transferieren. Während die Gruppe wartete, entdeckte György Flumbrot einen außergewöhnlich guten VR-Stift mit dem 3D-Skizzen angefertigt werden konnten. In einem vermeintlich unbeobachteten Moment griff er zum Stift und ließ in seiner Tasche verschwinden. Der Arzt hatte ihn jedoch dabei beobachtet und stellte ihn zur Rede. Er wurde sehr wütend und drohte der Gruppe mit dem Sicherheitsdienst und Meldung bei ihrem Vorgesetzten. Er schmiss sie raus und brach den Download ab.2 Der Gruppe blieb so nichts anderes übrig, als sich allein auf die Pläne und Akten zu stürzen, die noch hochgeladen wurden. Sie fanden heraus, dass zwei Pflegekräfte in jeweils der Hälfte der Entführungsfälle Dienst hatten, die anderen jeweils weniger. Ihre Hauptverdächtigen waren damit der Pfleger Bernard Abercroft und die Krankenschwester Cynthia Muller. Interessanterweise wohnten sie im gleichen Hochhaus in Janus-City.
Da sie sowieso im Krankenhaus waren, schauten sie sich im Zimmer des letzten verschwundenen Kindes um. Es war vor fünf Tagen entführt worden. Im Zimmer lag nun ein Junge, Jack. Mauzi kletterte auf das Bett und der Junge wurde neugierig. Lenny fragte Jack in leicht zynischen Ton, ob er Angst vor dem Echsenmonster hätte, woraufhin Jack anfing zu weinen. Khazuuta konnte ihn beruhigen und überreichte ihm einen Ortungs- und Kommunikationschip, der direkt mit Mauzi verbunden war. Zur Demonstration aktivierte sie den Chip und an Mauzis Hals wurde ein Alarm sichtbar. Lenny war davon ganz fasziniert, stürzte sich auf Mauzi und riss ihr die entsprechende Technik aus dem Hals. Mauzi spürte daraufhin einen Kurzschluss im Hals.3 Dieses Verhalten gegenüber der Robo-Katze machte Khazuuta fuchsteufelswild und sie ging auf Lenny los. György wollte noch dazwischen gehen, doch konnte er sie nicht daran hindern, Lenny ein geschwollenes blaues Auge zu verpassen.4 Schließlich konnte György wieder alle zur Vernunft bringen. Er redete mit Jack und erfuhr, dass er eine unbekannte Krankheit hätte, durch die er Hustenanfälle bekäme. György nahm die anderen daraufhin zur Seite und teilte ihnen seine Vermutung mit, dieses Kind könnte das nächste Opfer der Entführungen sein.
Die Gruppe machte sich zurück zum Hotel. György Flumbort kontaktierte währenddessen den Polizeichef Kovu Igwe und bat ihn, verdeckten Personenschutz für Jack abzustellen.
 
In guter Nachbarschaft
Zurück am Hangar ging Lenny schnurstracks zu Heaven‘s Gate. Bis auf György folgten ihm die anderen, doch auch er wurde protestierend von Khazuuta mitgeschliffen. In der Bar saß immer noch Linda Bergström. Sie war schon ordentlich angetrunken und Lennys versuchte, ihr weitere Informationen zu entlocken, was aber fehlschlug. Er bekam immerhin ihre Visitenkarte. Schließlich ging die Gruppe zu Bett.
Am Morgen fragte György Flumbort direkt bei der Polizei nach, ob es ungewöhnliche Ereignisse gegeben hatte, doch es war alles ruhig geblieben.
Die vier entschlossen sich, dem Wohnkomplex der beiden Pflegekräfte einen Besuch abzustatten. Sie mieteten einen Flugwagen und kamen schließlich in der heruntergekommenen Gegend an, in der das riesige Hochhaus stand. Bei ihrer Suche am Eingangscomputer fanden sie tatsächlich eine Wohnung, die sich Bernard Abercroft und Cynthia Muller sogar teilten. Nach kurzer Diskussion entschieden sie sich gegen ein offensives Vorgehen, sondern ließen Mauzi die Tür hacken. Dabei bekam er allerdings einen Wisch verpasst und aus dem Kurzschluss am Hals erwuchs nun eine vollwertige Störung der Schaltkreise. Davon unbeirrt fuhren sie fort und nahmen den Aufzug zur Wohnung. Im entsprechenden Stockwerk sahen sie sich um. An der Wohnung mit der richtigen Nummer war seltsamerweise der Name Ramirez eingetragen. Die Gruppe beschloss, Lenny und Mauzi unter einem Vorwand vorzuschicken. Lenny klingelte also und ein Mitvierziger mit leicht zerzaustem Bart und Kippe im Mund machte die Tür einen Spalt auf. Lenny gab sich als neuer Nachbar aus und fragte ihn nach etwas Eis für sein geschwollenes Auge, was dieser auch holte. Währenddessen schlich sich Mauzi in die kleine Wohnung. In der Wohnküche waren noch eine Frau und ein Kind, die gemeinsam eine Sendung auf einem Holoscreen sahen. Mauzi schlich sich in einen der weiteren Räume, der sich als das Kinderzimmer des Mädchens entpuppte. Beim weiteren herumstöbern fand Mauzi das Portmonee des Mannes, bei dem es sich laut Ausweis um Harold Ramirez handelte. An der Tür quatschte Lenny noch weiter mit dem Mann. Er fragte ihn nach Abercroft und Muller. Der Mann überlegte und fragte auch seine Frau, die meinte, dass das wohl die Vormieter von vor 10 Jahren gewesen sein müssten. Außerdem erfuhr Lenny, dass vor einigen Wochen Techniker dagewesen waren, um Systeminstandhaltungsarbeiten zu erledigen. Das Haus gehörte Tessa Roos, die sich in der Gegend um die Leute kümmern würde. Lenny verabschiedete sich und auch Mauzi huschte aus der Wohnung.
Draußen beriet sich die Gruppe. Sie wurde nicht wirklich schlau aus diesen Informationen und so beschlossen György und Khazuuta ebenfalls in die Wohnung zu gelangen. Sie passten eine Lieferdrohne ab, die gerade Essen brachte.
Mit Mauzi unterm Arm klingelten sie bei Ramirez, stellten sich als neue Nachbarn vor und baten etwas vom Essen an. Nach kurzem Smalltalk erfuhren sie nichts weiter als die Infos, die bereits besaßen. Lediglich die Sache mit den Technikern wurden ihnen nochmals prominent vor Augen geführt.
Zurück im Treppenhaus begab sich Mauzi an ein Terminal der Haustechnik und versuchte sich einzuhacken. Dies war schwerer als gedacht, doch schließlich gelang es und der Gruppe lagen nun alle Informationen offen. Sie konnten feststellen, dass die Datenbank vor drei Monaten gehackt worden war und die Einträge zu Abercroft und Muller ergänzt worden waren.
 
Fährten werden sichtbar und Gerüchte werden wahr
Die Gruppe gab sich zu den städtischen Behörden und bekam aufgrund ihrer Zugehörigkeit zu den Scipos Zugang zur Datenbank des Einwohnermeldeamts. Auch diese wurde vor drei Monaten gehackt und Mauzi fand eine Art digitalen Fingerabdruck der Hacker. Aus den digitalen Spuren schloss György, dass es sich um einen Hacker mit enormer Rechenpower gehandelt haben musste, wie sie nur die städtischen Behörden, der Hangar oder die örtliche Antriebsfabrik zur Verfügung hätten. Khazuuta kontaktierte eine frühere Kontaktperson aus ihren Zeiten beim Kosmischen Geheimbund, die Kryptographin Simi Elion. Diese konnte ihr nur die Tipps geben, nach einem starken Stromverbraucher und Wärmesignaturen zu suchen.
Die Gruppe begab sich wieder auf die Straßen. Es war mittlerweile dunkel und nur wenige Menschen waren noch auf den Beinen. Es musste sich bei manchen um Mitglieder der Bürgerwehr handeln, von der Linda Bergström erzählt hatte. Andere waren dagegen sicherlich den Suchtrupps zugehörig. Als sie durch die Straßen liefen, trafen sie direkt auf einen Mob der Bürgerwehr. Dessen Mitglieder beäugten die Scipos sehr kritisch und meinten, sie sollten verschwinden. Nachts wäre es nicht sicher und die Bürgerwehr könnte wieder Sicherheit und Ordnung herstellen. Lenny ließ sich davon nicht beeindrucken sondern provozierte den Anführer der Gruppe ein wenig. Dieser wirkte gleich etwas eingeschüchtert und weit weniger großspurig. Lenny fragte ihn ein wenig aus und der Mann konnte berichten, dass sie der Riesenechse auflauerten, die sich durch die Kanalisation bewegen würde. Dann zog der Mob weiter.
Als die Gruppe wieder beim geparkten Flieger ankam, sahen sie aus den Augenwinkeln ein paar Schatten in einer Seitengasse. Mauzi sah etwas genauer hin und erkannte tatsächlich ein längliches, echsenartiges Wesen allerdings mit weißer, nasser Haut sowie einem breitem Kopf mit sechs Fortsätzen und Knopfaugen. Ehe die anderen es näher zu Gesicht bekamen, war es auch schon hinter einem Haufen Müllbeutel verschwunden. Plötzlich klingelte Györgys Kontakter. Es war Kovu Igwe, der Polizeichef. Er hatte schlechte Neuigkeiten. Sein Mann für den Personenschutz wurde betäubt im Krankenhaus gefunden. Von Jack, dem Jungen, fehlte jede Spur.
 
Too be continued…
 
1Hier wurde Lennys Aspekt Eigentlich bin ich schneller als die Cops gereizt.
2Hier wurde Györgys Aspekt Leichter Kleptomane gereizt. Es war etwas schwierig, sich eine negative Konsequenz auszudenken, denn eigentlich müsste der Arzt weiterhin mit Scipos kooperieren. Aber sei‘s drum, so hat es auch geklappt.
3Hier wurde Lennys Aspekt Roboter muss man auseinander bauen gereizt.
4Hier wurde Khazuutas Auf Katzen lasse ich nichts kommen gereizt.

 
Insgesamt haben wir fast 4,5 Stunden gespielt. Auch wenn die Mimik gefehlt hat, hat die ganze Kommunikation wunderbar funktioniert und es wurde für eine Online-Runde erstaunlich wenig gleichzeitig geredet. Wir hatten somit jede Menge Spaß.
Diesbezüglich muss ich ein riesiges Lob an meine Mitspielerinnen und Mitspieler aussprechen. Sie haben ihre Charaktere wunderbar ausgespielt. Man hat jederzeit ein klares Bild der Charaktere gehabt und ihnen auch abgenommen, wenn sie so oder so verhalten haben. Sie waren sowohl als Charaktere an sich als auch Charaktere innerhalb der Gruppe unterscheidbar und einzigartig. Auch waren sie wahnsinnig schnell in Charakter. Ein besonders gutes Beispiel dafür war, als Lenny den Kommandanten Jeff Douglas direkt duzte. Ich ging erst von einem Fehler/Versprecher/o.ä. des Spielers aus, weil ich selber noch gar nicht gut drin war. Das sie als Spieler das so toll gemacht, hat mich leichter reinkommen lassen. So hatte ich dann ebenfalls wenig Hemmungen, die NSCs ausspielen.
Mit Fate muss ich immer noch warm werden, aber es wird langsam. Was mir noch Schwierigkeiten bereitet ist, gute Situationen zum Reizen zu finden, sodass die Entwicklung der Geschichte nicht aufgehalten wird oder die Charaktere arg künstlich ausgebremst werden. Hier haben die Spieler aber ebenfalls positiv beigetragen, indem sie aktiv das Reizen vorgeschlagen haben.
Bei dem ganzen Spaß sind natürlich auch Anekdoten und Oneliner entstanden:
 
Lenny duzt den Vorgesetzten Jeff Douglas (und in meinem Kopfkino muss ich sofort an das Sams denken)
Douglas: „Jetzt sagen Sie bitteschön erstmal Sie zu mir!
 
Khazuuta geht es schnell genug, wie György Flumbort die Formulare bei der Waffenausgabe unterschreibt und zieht ihn weg
György Flumbort: „Oh toll, jetzt hab ich mich verschrieben!“
 
Die Gruppe kommt nach der wilden Verfolgungsjagd im Hangar an
Mauzi (gerade aufgewacht): „Es geht doch nichts über eine ruhige Fahrt.“
 
Die Grupper kehrt noch im Heaven‘s Gate ein
György Flumbort: „Wir können doch nicht betrunken in den Dienst gehen.“
Mauzi: „Ich möchte nur anmerken, dass das auf einen Roboter keine Auswirkungen hat.“
Khazuuta: „Da werde ich nur besser.“
 
Später am Abend geht es nochmal ins Heaven‘s Gate
György Flumbort will nicht mit: „Ich muss morgen um 7 Uhr raus.“
Khazuuta zerrt ihn mit: „Du kommst mit, du brauchst ne Teambildungsmaßnahme!“
 
Lenny soll Linda Bergström ansprechen
Lenny: „Ich mag Autos lieber als Frauen. Die haben die richtigen Kurven. … Und Hupen.“

Offline Tegres

  • Adventurer
  • ****
  • Beiträge: 656
  • Username: Tegres
Re: [Fate] Opera in Space - Der erste Auftrag
« Antwort #2 am: 15.12.2018 | 18:14 »
Der erste Auftrag - Teil 2

Ab durch den Untergrund
Mauzi lief sofort der Riesenechse hinterher, die flink durch ein Abzugsrohr verschwand. Während Mauzi weiter die Verfolgung aufnahm, pochte György auf die Weiterführung des Hauptauftrags, der Suche nach den verschwundenen Kindern. Die anderen schlossen sich aber schnell Mauzi an, sodass auch György nichts anderes übrig blieb, als seine Gasmaske zu materialisieren und sich durchs Rohr zu quetschen.
Hinter dem Rohr tat sich ihnen die Kanalisation von Janus City auf. Durch das Platschen des Wassers konnten sie die Verfolgung des Wesens wiederaufnehmen. Mit den Waffen im Anschlag drangen sie langsam durch den verwinkelten und feuchten Untergrund vor. Schließlich kamen sie in eine Sackgasse, ein Becken voll abgestandenem Wasser. György schaltete seinen Scanner auf Sonar und tauchte ihn ins Wasser. Tatsächlich konnte er ihr Ziel finden. Das echsensartige Vieh hatte sich in einer Ecke zusammengekauert. Selbst die Tierliebhaberin Khazuuta konnte aus den Scandaten nicht schließen, um was für einer Art von Tier oder Monster es sich handeln könnte. Mit seiner weißen glatten Haut, seinen Stummelbeinen, seinen sechs Fortsätzen am Kopf und den schwarzen Knopfaugen war es einfach zu fremdartig.1
Das hielt Khazuuta nicht davon ab, sich weiter nach vorne zu wagen. Das Wasser stand ihr hier bis zur Brust. Mauzi sprang auf ihre Schulter und entdeckte an einer Seitenwand ein Terminal. Die beiden konnten es erreichen und mit den hervorragenden Hackingfertigkeiten konnte sich Mauzi Zugang verschaffen. Das Wasser wurde abgelassen und das Wesen reagierte nervös. Mauzi und Khazuuta begaben sich wieder zurück, aber auch das Wesen schoss aus seiner Ecke hervor, um wieder in die Richtung zu entschlüpfen, aus der es gekommen war. György feuerte instinktiv seine Waffe ab, schoss jedoch nur ins Wasser. Das erschreckte Khazuuta so sehr, dass sie beinahe Mauzi in die trübe Brühe fallen lies. Nur durch einen gekonnten Sprung konnte Mauzi ein unfreiwilliges Bad vermeiden. Lenny wollte die Situation durch ein Gespräch beruhigen, doch zischte die Echse an ihm vorbei. Mauzi und Khazuuta standen im Weg, weshalb letztere nach oben sprang, um eine Leiter zu einem Kanaldeckel greifen zu können. Dies schaffte sie zwar, doch fuhr die Leiter nach unten aus, sodass ihre Beine immer noch im Weg herum baumelten. Mauzi biss sie so stark, dass sie loslassen musste und ehe sie es sich versah, ritt sie mit Mauzi auf dem exotischen Wesen. Die Robokatze sprang gekonnt von Khazuuta auf ihr neues Reittier und packte es an den Auswüchsen am Kopf. Der Versuch, somit die Kontrolle zu erlangen, schlug allerdings fehl.
Lenny und György machten sich hinterher, hatten aber Mühe mit der Geschwindigkeit der anderen mitzuhalten. Um der Verfolgung ein Ende zu bereiten, taserte Khazuuta ihr Reittier, das daraufhin stehen blieb. Lenny holte sie ein und verpasste dem Echsenwesen einen heftigen Schlag auf den Kopf. Das dadurch verursachte Schädel-Hirn-Trauma setzte es de facto außer Gefecht. Mauzi hielt dem Wesen außerdem die Augen zu. Dies gab György die Zeit für einen detaillierteren Scan. Das Ergebnis: Das Wesen war anscheinend ein Axolotl, jedoch deutlich größer als alle bisher bekannten Exemplare. Auch Khazuuta schaute sich das Tier nun genauer an. Es hatte anscheinend Schmerzen und Angst, und schlug daher beinahe Mauzi von seinem Kopf. Khazuuta warf ihm jedoch eine Dose Fisch vor die Füße, die sich eigentlich György eingepackt hatte, und lenkte es somit ab. Diese Gelegenheit nutze Lenny, um den Riesenaxolotl auf den Rücken zu drehen und ihm jeweils die Vorder- und Hinterbeine zu fesseln. Anschließend klärte er den Axolotl über seine Rechte auf. György rief derweil die Kammerjäger der örtlichen Polizei. Außerdem stellte er aus Neugierde eine Schnellrecherche an. Dabei fand er heraus, dass Axolotl zur Familie der Amphibien gehören, die jedoch laut galaktischem Recht nicht gefangen gehalten werden durften.2 Diesen Paragraphen legte die Gruppe aber zu ihren Gunsten aus, schließlich wäre ja Gefahr im Verzug gewesen.
 
Axolotl Roadlife
Der Gruppe kam jedoch eine Idee: Was wenn der Axolotl tatsächlich in Verbindung mit den Kindesentführer stand? Von Mauzi wurde sogar vorgeschlagen, ihm einen Deal anzubieten. Doch zunächst legte die Robokatze der Amphibie die Tatze auf den Kopf, um seine Gehirnströme zu lesen. In der Tat hatte der Axolotl Angst und verglich das Aussehen von György mit den ihm vertrauten Gesichtern. Dabei bemerkte Mauzi, dass zwei besonders hervorstachen. Lenny zückte Portraits von Bernard Abercroft und Cynthia Muller. Zu ersterem war der Riesenaxolotl eher neutral, aber beim Bild der weiblichen Verdächtigen wurde er ganz euphorisch. György schaute direkt nach, ob der Axolotl ein Halsband umhatte, doch es gab keine Hinweise auf mögliche offizielle Besitzer. Aber es musste sich der Reaktion nach um Cynthia Muller handeln.
Das weitere Vorgehen wurde diskutiert und die Zeit bis zum Eintreffen der Verstärkung wurde knapper. Khazuuta wurde ungeduldig, stopfte einen Peilsender in eine weitere Fischmahlzeit und warf diese dem Axolotl vor die Füße. Der freute sich und verschlang das Fressen. Khazuuta streichelte ihm sanft über den Bauch, schnitt dann die Kabelbinder frei und drehte ihn um. Flink machte sich die Riesenamphibie davon.
Ohne sich wie üblich über Khazuutas Initiative zu beschweren, überprüfte György seinen Scanner: Der Axolotl lief kreuz und quer durch den Untergrund. Trotz der vielen Haken, die er schlug, konnte eine grobe Himmelsrichtung ausgemacht werden und die Gruppe nahm die Verfolgung auf. Über den Datenzugang zum Archiv der Stadt bekamen sie auch die Pläne der Kanalisation, allerdings mit dem Hinweis, dass diese teilweise veraltet sein könnten.
Tatsächlich bewegte sich der Axolotl nach einiger Zeit in einen unkartographierten Bereich und machte schließlich Halt. Die Gruppe näherte sich immer weiter und stieß in den letzten kartierten Bereich vor. Dabei handelte es sich um unterirdische Versorgungsschächte für ein stillgelegtes Fusionskraftwerk. György holte seinen Geigerzähler raus, konnte aber nur eine leicht erhöhte Strahlung feststellen.
 
In der Höhle des Axolotl
Mauzi schlich weiter vorwärts einen Gang entlang, der in einer großen Lagerhalle endete. Dort waren eine Menge Container gelagert. Zur jeweils linken, rechten und hinteren Seite ging ein Gang ab.
In einer Ecke entdeckte Mauzi den friedlich schlafenden Axolotl, während aus einer anderen Ecke ein schmatzendes Geräusch zu hören war. Dort hing ein überdimensional großer Hund mit einer Art Hirschgeweih über einem ebenfalls großen Napf und fraß genüsslich vor sich hin. Er bemerkte Mauzi aber nicht, sodass die Robokatze wieder zurück zu den anderen huschte.
György scannte weiter den Bereich und konnte aus einer anderen Richtung ein starkes Magnet- und Wärmefeld ausmachen. Die Gruppe wagte sich etwas in diese Richtung vor und stand schnell an einer Kreuzung, an der der Hauptweg durch ein riesiges Schott versperrt war. Dahinter befand sich den Messdaten des Scanners zufolge die Quelle für das Magnetfelder. Auch die Strahlungswerte schienen dort höher zu sein. Es führt allerdings auch nach rechts eine Sicherheitstür ab, hinter der sich ein schwächeres Wärmefeld befand. Die Gruppe entschied sich, dort weiter zu schauen und Mauzi hackte die Tür. Dahinter befand sich ein brummender und sirrender Serverraum. Mauzi versuchte sich prompt Zugang zu verschaffen und mögliche Daten mit dem ihnen zur Verfügung stehenden digitalen Fingerabdruck zu vergleichen. Allerdings war der Server wirklich gut gesichert. So entschied sich die Gruppe, sich aus dem Serverraum in einen dahinter gelegenen Flur zu schleichen. Von dort ging es nach rechts anscheinend zur Lagerhalle und nach links zu zwei weiteren Räumen. Eine Tür hatte ein Milchglasfenster, sodass sich Khazuuta und György neugierig vorwagten, um zu schauen, was sich dahinter verbarg. Sie entdeckten, dass eine Frau an einem Schreibtisch saß und etwas an einem Computer erledigte. Dann stand sie aber auf und machte sich mit den Worten „So mein Kleiner, jetzt gibt es was zu futtern.“ zur Tür machte.
 
Zugriff!
Die Scipos nahmen sofort hinter der Tür ihre Position ein, um jeden Augenblick die Frau überwältigen zu können.
Die Frau machte die Tür auf und Mauzi huschte sofort in den Raum, um den Computer zu sperren. György und Lenny versuchten sie mit ihrer Autorität als Scipos einzuschüchtern, doch die Frau war weniger beeindruckt als erhofft. Khazuuta fackelte aber nicht lange, stieß die Frau zurück in den Raum und fixierte sie am Boden. György fesselte sie unter Protest mit Kabelbindern. Sie betriebe hier doch nur Forschung, sie hätte nichts schlimmes getan. György war da anderer Meinung und wies sie daraufhin, dass ungenehmigte Forschung illegal sei. Lenny, Khazuuta und György nahmen sie in ein Kreuzverhör, was sie sichtlich irritierte, aber sie auch mit der Sprache rausrücken lies. Sie würde an unheilbaren Krankheiten und deren Heilung forschen. Die Kinder hätte sie tatsächlich aus den Krankenhäusern geschafft, um ihnen zu helfen. Die Scipos sollten sich doch nur daran erinnern, wie inkompetent die Ärzte dort wären und wie wenig Hygiene hochgehalten werden würde. Die Ärzte wüssten es ja auch nicht besser, wie denn auch, wenn es keine anständige medizinische Forschung mehr gäbe. Da hätte sie den Kindern doch helfen müssen. Die Scipos trügen eine Mitschuld, da sie Teil ein verbrecherischen, antiwissenschaftlichen Systems wären.
Die Gruppe ließ das kalt. Auf das Gerede einer Verdächtigen sollte man nicht reinfallen. Sie interessierten sich stattdessen für die riesigen Lebewesen. Die Frau sagte, das wären Strobo, der Riesenaxolotl und Wolpertinger, der Riesenhund.
 
Wau-Wau und Onkel Doktor
Plötzlich bemerkte die Gruppe, dass der Wolpertinger vor der Tür stand. Freudig erregt quietschend und hechelnd patschte er mit seinen Pranken an die Tür, sodass diese stark ins Wackeln geriet. Erste Risse zeichneten im Milchglas ab. Mauzi hatte einen Geistesblitz, kletterte durch einen Lüftungsschlitz in den benachbarten Raum und machte von dort auf sich aufmerksam. Neugierig wandte sich der Wolpertinger von der Tür an und betrachtete verträumt die Robokatze. Mauzi lief schnell den Gang weiter und gelangt schließlich in die Lagerhalle. Dort versuchte er sich in einem Container zu verstecken, doch die Tür quietschte so laut, dass an Verstecken nicht mehr zu denken war. Zum Glück wurde aber ausgerechnet in diesem Container Hundefutter gelagert, sodass der Wolpertinger auf weiteres beschäftigt war. Allerdings entdeckte Mauzi nun einen Mann, der die Robokatze ebenfalls bemerkt hatte. Ohne lange zu zögern, zog er eine Waffe und schoss auf Mauzi, verfehlte aber. Dann zog er sich durch den rechten Gang im Lagerraum zurück und schloss hinter sich ein Schott.
Währenddessen versuchte Khazuuta auf den gesperrten Computer zuzugreifen, um mögliche hilfreiche Informationen zu bekommen. Nach mehreren Anläufen probierte sie schließlich Mauzi Konstruktionsdatum und bekam prompt Zugriff. Sie lud alle Dateien des Computers herunter und erfuhr somit, dass die Frau über einen Krankentransporter verfügte. Die bohrten bei der Frau nach, doch sie beteuerte, sie würden nur helfen wollen. Der Gruppe war sich allerdings nicht sicher, ob sie wirklich die Wahrheit sagte.
Mauzi machte sich dem Mann hinterher und hackte das Zugangsterminal des Schotts. Er hörte, dass der Mann mit einer Menge Kinder sprach und sie anwies, sich zum Krankentransport zu machen. Dann ging er weiter in den Komplex. Ein paar Kinder entdeckten Mauzi und hielten ihn nur für niedlichen Kätzchen3. Auf Nachfrage der Robokatze nach dem Mann meinten die Kinder nur, dass wäre der Onkel Doktor, der ihnen helfen würde.
In der Zwischenzeit nahm Khazuuta den Kontakter der Frau an sich und verfasste eine ISSMSN4, die den Anschein erwecken sollte, sie wäre ursprünglich von der Frau:
„Schatz! Ich hab die bösen Männer überwältigt, sie liegen benommen am Boden. Hol mich im Serverraum ab, ich lösche die Daten.“
Lenny und Khazuuta begaben sich daraufhin in den Serverraum, während György mit der Frau im Büro blieb.
Mauzi bekam von den anderen Bescheid und entdeckte schließlich den Doktor, wie er gerade die Nachricht auf seinem Kontakter las. Die Robokatze machte sich schleunigst durch den Gang zurück zur Lagerhalle. Der Doktor hatte aber einen gewissen Vorsprung und ging zum Serverraum. Mauzi schickte deshalb schnell eine Nachricht an Khazuuta, stilecht mit Katzenemoji. Um den Doktor abzulenken, rief Mauzi „Stehenbleiben! Polizei!“. Wieder folgte die Reaktion des Mannes prompt und er verpasste Mauzi einen Streifschuss. Khazuuta bereitete sich derweil auf den Zugriff vor und riss eine Abdeckung von den Serverschränken, um diese als Schild zu nutzen. Lenny haute die Tür auf und er und Khazuuta stürmten heraus, wobei er der Ökokriegerin Rückendeckung gab. Mauzi nutze die Gelegenheit und schoss seinerseits auf den Doktor, der aber zu gut gedeckt war. Dieser feuerte nun auf Khazuuta, deren Schild aber die Schüsse abhalten konnte. Mutig kam György aus dem Büro gestürmt und rammte den Mann mit seiner Pistole. Lenny nutze die Gelegenheit und schlug ebenfalls zu. Er verpasst seinem Gegenüber einen ordentlichen Schlag in die Magengrube. Daraufhin brach der Doktor zusammen.
 
Eine Verhaftung und eine Bitte
Auch der Mann wurde befragt und erwiderte genauso wie die Frau, er habe den Kindern helfen wollen und an ihrer Krankheit geforscht. Er berichtete detailliert von ihrem Krankheitsbild. Am Ende der zügigen Befragung bat er die Gruppe inständig, ihre Forschungsergebnisse zu nutzen, um den Kindern zu helfen. Mauzi interessierte dieses Geschwätz eher weniger und ging in den Lagerraum, wo er sich von den Kindern streicheln ließ, die etwas Beruhigung vertragen konnten. Lenny ging als Aufpasser ebenfalls zu den Kindern. György meinte zum Doktor, dass er zumindest mal schauen könnte, was sich da machen ließe. Er würde da jemandem beim Gesundheitsministerium kennen, einen gewissen Flavius Müller-Meier, ein Sonderling mit Forschungslizenz.
Schließlich traf Verstärkung ein, die beiden Entführer und die Riesentiere wurden festgenommen und die Kinder in ein Sonderkrankenhaus des Gesundheitsministeriums gebracht.
 
 
1 Die Spielerin wusste hingegen längst, dass es sich um ein Axolotl handelte.
2 Wir mussten uns schnell was als Haken ausdenken.
3 Was er ja auch ist :D
4 Eine Interstellare Short Message Service Nachricht; gibt es auch in der Variante BDSM: Besonders doll schöne Message
 

Wir haben so circa 3,25 Stunden gespielt. Dabei sie wie immer erinnerungswürdige Sprüche und Akedoten entstanden:

György will dem Hauptauftrag der verschwundenen Kinder folgen und nicht in die Kanalisation hinter der „Riesenechse“ her:
Lenny: „Ein Kind mehr oder weniger...“
 
György auf die Frage, ob er überhaupt durch das Rohr passe, weil es doch jeden Tag in der Verwaltung Donuts gebe:
György: "Wir haben dienstags und donnerstags Donuts. Die anderen Tage haben wir Zimtschnecken.“
 
Die Gruppe wagt sich immer weiter in die finstere Kanalisation:
Khazuuta zu György: „Sie haben doch keine Angst, oder?“
György: „Nein, nein. Nein. Nein, nein, nein. Nein.“
 
György scannt mit dem Sonar die Umgebung:
Spieler von György ganz trocken: „Sonar und doch so fern.“
 
Der Riesenaxolotl rennt weg, aber Lenny will ihn zu einem Gespräch überreden:
Lenny: „Ey, wir wollen doch nur mit dir reden!“
 
Khazuuta und Mauzi reiten den Riesenaxolotl, während Lenny und György kanalwasserbespritzt zurückbleiben. Was tun die beiden?:
Spieler von György: „Ich ekel mich erstmal: ‚Bäh, ihh, ist das ecklig! … So, weiter.“
 
Lenny fesselt den Axolotl und geht seinen Pflichten als Gesetzeshüter nach:
Lenny: „Sie haben das Recht zu schweigen. Alles, was Sie sagen, kann gegen Sie verwendet werden.“
György ist erfreut über diese Rechtsbelehrung: „Lenny, du lernst schnell.“
 
Mauzi stellte Vermutungen über die Herrchen vom Riesenaxolotl auf:
Mauzi: „Ich gehe davon aus, dass es von Cynthia Muller und Bernard Abercroft die Toilette heruntergespült wurde, weil es nicht mehr niedlich genug war.“
 
György wird wegen seiner Orientierung gelobt:
György: „Ich hab ein Praktikum bei der Verkehrspolizei gemacht.“
 
Lenny will die Frau einschüchtern, als sie gerade aus dem Büro gehen will:
Lenny: „So Mädchen, Hände hoch!“
Frau unbeeindruckt: „Wie bitte mein Kleiner?!“
Lenny überrascht: „ ‚Mein Kleiner‘; so nennt mich nur meine Mama.“
 
Die Frau erklärt sich und sagt, dass sie nur forschen würde:
Lenny: „Forschen ist nach §1 des Antiforschungsgesetz verboten!“
 
Die Gruppe überlegt, was sie mit der Frau macht:
Lenny: „Verfüttern wir sie doch einfach an die Tiere.“
 
Die Gruppe diskutiert die Kommunikationsmöglichkeiten und die Bezeichnung für Kurznachrichten:
Spieler von György: „Es gibt dann wieder MySpace!“
 
Der Doktor fleht die Gruppe an, die Ergebnisse der Forschung zur Heilung der Kinder zu nutzen:
Mauzi genervt: „Bla, bla, bla!“

Offline Tegres

  • Adventurer
  • ****
  • Beiträge: 656
  • Username: Tegres
Re: [Fate] Opera in Space - Der erste Auftrag
« Antwort #3 am: 16.12.2018 | 18:43 »
Der präterituologische Kongress1
 
Mission Mars
Jeff Douglas, der Vorgesetzte der Gruppe bei den Scipos, lobte sie nach ihrem Erfolg auf Janus. Dies wollte er besonders würdigen, indem er sie als seine Mannschaft mit zum Mars nehmen wollte. Dort fand der präterituologische Kongress statt, die größte Ansammlung der lizenzierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in der Konföderation. Die Scipos sollten als Aufpasser im doppelten Sinne für Sicherheit sorgen. Zum Einen sollten sie den Kongress selbst absichern und ihn beispielsweise vor fanatischen Antiscientisten schützen, die die offizielle wissenschaftsskeptische Linie etwas zu radikal auslegten. Zum Anderen sollten sie aber auch aufpassen, dass die Wissenschaft selbst auf dem Kongress in den erlaubten Grenzen blieb.
Ihr Chef betonte erneut, was für eine Ehre es wäre, an diesem Kongress teilzunehmen, schließlich fände er nur alle vier Jahre statt und man könnte große Persönlichkeiten, wie Iktaman Lumen treffen. Extra für dieses Ereignis bekam die Gruppe außerdem antike Schutztechnologie: Ein kleiner Knopf, der an der Kleidung angebracht werden konnte, und auf Druck den Träger mit Schutzschild einhüllte.
Auf dem Flug zum Mars schwärmte Jeff Douglas weiter. Endlich auf dem Mars angekommen, stand bereits eine Limousine der Van-Dukes bereit, da Lenny seine familiären Kontakte hatte spielen lassen.
So fuhren sie schließlich zum Kongresszentrum, einem riesigen Kuppelbau. Direkt davor gab es eine sehr kleine Versammlung von Wissenschaftsbefürwortern, die sich gegen die Wissenschaftsskepsis der Regierung und Bevölkerung stellten. Daneben gab es allerdings eine wesentlich größere Demonstration von Antiscientisten, die denen die Einschränkungen der Regierung nicht weit genug gingen.
 
Wiedersehen mit Freuden
Im Kongresszentrum angelangt sah die Gruppe, dass sie es hier wirklich mit einem bedeutsamen Ereignis zu tun hatten. Piekfein angezogene Herren und elegant gekleidete Damen versammelten sich in kleinen Grüppchen im riesigen Foyer und tauschte den neusten Klatsch und Tratsch aus. Nur die wenigsten waren tatsächlich Wissenschaftler, sondern häufig Wirtschaftsbosse und Politiker.
Ein Gong ertönte und rief somit zum ersten Vortrag des Kongresses, „Kritik der theoretischen Vernunft“ von Iktaman Lumen. Die Gruppe hatte bis auf Jeff Douglas jedoch keine Lust auf langweilige Präsentationen, sondern begab sich zur nun fast leeren Bar. Hier gab es neben allerlei Spirituosen auch das berühmte Wasser mit Geschmack vom Mars, beispielsweise Erdbeere-Johannisbeere oder Anis-Zimt, was György aber ablehnte. Mauzi bestellte sich wie üblich einen White Russian.
Als sich die Gruppe umschaute, entdeckte sie einen Mann, der am Rand der Bar saß. Auf einem kleinen Tisch vor ihm lag sein Kontakter. Der Mann sah häufiger auf seine Uhr und schaute sich im Raum um. György schloss, dass er auf etwas wichtiges wartete und nervös war.
Khazuuta war mehr am Alkohol an der Bar interessiert und schnappte sich unter Protest des Barkeepers eine Wodkaflasche. Lenny konnte ihn aber beruhigen: Das ginge alles auf die Rechnung der Familie Duke.
Ein weiterer Gong ertönte und die Teilnehmer des Kongresses strömten aus dem Hauptsaal. Unter ihnen entdeckte Mauzi auch eine ganz besondere Person: Seine Erschafferin Dr. Van Holm. Mit einem herzergreifenden „Mama!“ stürmte Mauzi auf die Erfinderin und es gab ein freudiges Wiedersehen. Da sich Dr. Van Holm natürlich bestens mit der Robokatze auskannte, entdeckte sie auch den Schaden, den Mauzi durch Lenny ruppiges Vorgehen erlitten hatte, und konnte diesen durch einige fixe Handgriffe ausbessern. Es bildete sich sogar eine kleine Menschentraube um die Doktorin und Mauzi, denn die anderen Teilnehmer wollten dieses Wunderwerk der Technik bestaunen. Mauzi stellte Dr. Van Holm den Rest der Gruppe vor und berichtete, wie es ihm nun bei der Scipo so erging.
Trotz des Menschenauflaufs konnte die Gruppe aber bemerken, wie der Mann an der Bar hektisch aufstand und nach draußen ging. György konnte ihm unauffällig folgen und bemerkte, dass der Mann telefonierte:
„Allissa, die Gemeinschaft zählt auf dich, du findest das richtige Timing.“
Ein erneuter Gong signalisierte das Ende der Pause und die Teilnehmer begaben sich zurück in den Saal. Mauzi und Khazuuta schlossen sich Dr. Van Holm an und gingen mit. Der Mann kam wieder herein und ging ebenfalls in den Saal. György und Lenny blieben hingegen im Foyer.
 
Ein verdächtiger Toilettengang
Im Saal folgte nun ein außergewöhnliche Vortrag von Pietro Ramirez, einem noch sehr jungen Wissenschaftler, mit dem Titel „Fortschritte auf dem Gebiet der Von-Neumann-Sonden“. In diesem stellte er neue Möglichkeiten dar, sich selbst replizierende Maschinen zu bauen, die die noch unbekannten Teile der Galaxis erkunden sollten. Der Großteil des Vortrags war laut Dr. Van Holm Nonsens, aber es war eine Tradition des präterituologischen Kongresses, einem Nachwuchswissenschaftler die Bühne zu bieten, egal wie abstrus seine Forschung war. Das war nicht schlimmes. Ganz im Gegenteil war es für viele ein Heidenspaß, war es doch eine willkommene Gelegenheit, sich über den Vortragenden lustig zu machen. Den wirklich guten Jungforscher würden mit der Zeit schon die Flausen aus dem Kopf getrieben, sodass sie anständige und regeltreue Wissenschaftler werden würden. Außerdem erwähnte sie eher beiläufig, an Mauzi 2.0 zu arbeiten. Der aktuelle Mauzi, der momentan auf ihrem Schoß lag, grub daraufhin seine Krallen in ihre Oberschenkel. Ob aus Freude oder eher Neid über ein kleines Brüderlein blieb aber offen.
Im Saal unbemerkt blieb, dass der Mann von der Bar früher den Saal verließ. Draußen waren György und Lenny jedoch aufmerksam, sodass György direkt eine kleine Drohne zur Überwachung startete. Diese folgte dem Mann bis vor die Toilette. Aufgrund von Rechtsvorschrift 737 flog sie allerdings nicht in den Toilettenraum.2 Deswegen machte sich Lenny hinterher, während György mit dem Ausfüllen von Formularen beschäftigt war.
Der Verdächtige ging in eine Kabine und Lenny tat es ihm gleich, indem er sich zwei weiter setzte. Khazuuta bekam ein Bild des Verdächtigen auf ihren Kontakter, doch weder sie noch Mauzi konnten jemand ähnlichen in den Datenbanken finden.
Khazuuta fand Ramirez‘ Vortrag derweil nicht komisch, sondern war zutiefst skeptisch. Bei der Fragerunde bohrte sie daher bei Ramirez nach und wollte wissen, wie realistisch das Ganze denn wäre. Pietro Ramirez druckste mehr herum, als dass er die Frage beantworten konnte und so beendete der Moderator schließlich die Runde. Nach einer Pause sollte es weitergehen mit „Transformative Hermeneutik der Quantengravitation“ von Alan Sokal gefolgt von „Interluminare Konsistenz von Nano-Quanten in dispersiv-polaren Kontinua“ von Emilia Nötter.
Mauzi fand Khazuutas Beharrlichkeit bezüglich Ramirez‘ Thema interessant, suchte in Bing nach dessen Telefonnummer und hackte sich in Khazuutas Kontakter, um ihm eine Nachricht zu schreiben.
„Wir sollten nochmal unter 4 Augen besprechen ;)
Sichtlich irritiert verließ Ramirez den Saal und begab sich ebenfalls zur Herrentoilette.
 
Auf den Fersen eines Entführers
György hatte endlich den Antrag ausgefüllt und ging ebenfalls in die Toilette. Kurze Zeit später folgte Ramirez, der sich in die Kabine neben dem Verdächtigen setzte. Lenny kam hingegen aus seiner heraus und so standen die beiden Scipos kurz etwas verloren im Raum herum. Dann kamen aber immer mehr Männer auf die Toilette und es wurde richtig voll. Sie bemerkten dennoch, dass sowohl Ramirez als auch der Verdächtige ihre Kabinen verließen. Ramirez ging knapp vor dem verdächtigen Mann, der ihm nun seinen Arm auf die Schulter legte. Es schien so, als schiebe er Ramirez geradezu aus der Toilette. Lenny wollte ihn unauffällig aufhalten und riet ihm, sich doch die Hände zu waschen, doch das beeindruckte den Mann nicht. György und Lenny versuchten sich unauffällig hinterher zu machen, doch ersterer war so nervös, dass er vor sich hin pfiff. Der Mann schien sie zwar nicht weiter zu bemerken, beschleunigte aber seinen Schritt. Die beiden Scipos verfolgten ihn weiter bis ins Foyer. Dort befanden sich mittlerweile auch Khazuuta und Mauzi, die den Mann entdeckten und tatsächlich sahen, wie er Ramirez mit einer kleinen Waffe in Schach hielt. In die andere Hand nahm der Mann nun seinen Kontakter und wollte jemanden anrufen. Allerdings hackte sich Mauzi in das Gerät, um es zumindest kurzzeitig zu blockieren. Lenny wurde es nun zu bunt. Er zog seine Waffe, gab sich als Scipo zu erkennen und wies den Mann zum Anhalten an. Der machte aber genau das Gegenteil und versuchte durch die Menschenmenge im Foyer zu fliehen. Mauzi blieb ihm aber auf den Fersen und folgte ihm bis nach draußen.
 
Chaos
Plötzlich ertönte ein ohrenbetäubender Knall, es war ein Feuerball zu sehen und Splitter flogen durch die Luft. Eine Rauchschwade stieg von einem Wagen auf der Straße aus. Unter den Teilnehmern des Kongresses sowie den Demonstranten draußen brach Panik aus. Überall schrien Leute, rannten kreuz und quer und suchten Schutz hinter Deckung. Lenny rannte sofort zum explodierten Wagen, klaubte zusammen, was von ihm noch übrig war und jammerte der schönen Karre hinterher3. György verständigte währenddessen geistesgegenwärtig den Notarzt. Khazuuta glaubte, dass wäre das Werk von Don Giovanni, sprang hinter die Theke und kauerte sich dort zusammen.4 Dann zertrat sie ihren Kontakter. Nur Mauzi blieb am Verdächtigen dran. Der schleifte nun einfach Ramirez hinter sich her und gab sich gar nicht mehr die Mühe, zu verbergen, dass er ihn entführte.
Mauzi versuchte György, der nicht so schnell hinterher kam, seine Bewegungsdaten zu schicken, allerdings schien es immer noch ein Problem in seinem System zu geben. Ihm gelang es dafür aber, den Entführer einzuholen, der mit Ramirez im Schlepptau nicht so schnell voran kam. Die Robokatze biss dem Mann in seine Hand. Der ließ deshalb Ramirez los, doch schleuderte er Mauzi zur Seite. Mauzi schoss mit seiner Waffe, verfehlte jedoch. Der Mann kickte die Robokatze heftig weg, was für diese fast tödlich endete. Herbe angeschlagen lief Mauzi schnell zurück zu den anderen. Der Mann machte sich hingegen mit Ramirez weiter.
Lenny war höchst wütend über den Zerstörer des Wagens und nahm ein Trümmerteil als Erinnerung mit. György fand Khazuuta hinter der Theke und konnte sie etwas beruhigen. Mauzi musste den anderen seine Niederlage eingestehen.
 
Leg dich nicht mit Lenny an
Noch war der Mann aber nicht weit gekommen. György entdeckte an der Stelle, an der Mauzi gekämpft hatte, eine Blutspur, die zu einer Hauptstraße führte. Dort stand ein Wagen und die Gruppe beschloss, ihn zu „leihen“, um den Entführer noch einzuholen. Lenny schaffte es nicht, ihn zu knacken, doch zu aller Erstaunen schaffte es György mit Bravour.
Lenny fuhr los und tatsächlich konnten sie kurze Zeit später Ramirez mit seinem Entführer in einer Nebengasse entdecken. Dort befand sich ein Wagen, an dem vier Schlägertypen und eine Frau warteten. Die wollten nun mit Ramirez und seinem Entführer losfahren, doch der Wagen sprang nicht an5. Mauzi nutzte die Gelegenheit und pirschte sich an, wurde jedoch frühzeitig entdeckt.
Just in diesem Moment kamen ein paar Mitglieder von Lennys alter Gang vorbei. Er hatte ihnen zuvor eine ISSMSN geschickt. Er zeigte ihnen das Trümmerteil, das er mitgenommen hatte, und erklärte, dass die Typen in der Gasse das zu verantworten hätten.
Dann brach eine wilde Schießerei aus. Viele Schüsse landeten irgendwo im Nirgendwo, aber die Gelegenheit nutzte Mauzi, um endlich zum Auto zu gelangen7. Dort manipulierte er den Anti-Grav-Generator und der Wagen sackte auf den Boden. György aktivierte seine Panzerung und ging geschickt vor den Schüssen der Gegner in Deckung. Khazuuta erschoss einen der Schläger und gab weiter Deckungsfeuer, ebenso wie Lenny und seine Gang. Mauzi sprang schließlich auf das Dach des Wagens und konnte von dort den Entführer erwischen. Schließlich feuerte Khazuuta ein Spezialgeschoss ab, mit dem eine Schockwelle verursacht wurde, die bis auf die Frau alle Gegner betäubte. Ehe die anderem beim Wagen waren, war die Frau bereits weitergrannt, aber die Schläger und der eigentliche Entführer konnten schnell fesselt werden. Mauzi legte sich bei Ramirez auf den Schoß, um ihn zu beruhigen, während Lenny mit dem Trümmerteil der fliehenden Frau hinterherwinkte.
 
 
1Na, wer versteht die Anspielung?
2Der Haken einer versemmelten Probe.
3Hier wurde Lennys Aspekt „Nur für Karren zu begeistern“ gereizt.
4Hier wurde Khazuutas Aspekt „Don Giovannis Schergen verfolgen mich immer noch“ gereizt
5Dafür wurde ein Fatepunkt ausgegeben, was natürlich extrem nützlich war.
6Auch hierfür wurde ein wichtiger Fatepunkt ausgegeben.
7Man kann sich das ungefähr SO vorstellen.

 
 
Wir haben nur 2,5 Stunden gespielt, sodass diesmal nicht ganz so viele Sprüche zusammenkamen:
 
Die Gruppe erfährt, dass es zum Mars gehen soll:
György: „Vom Mars kommt nichts gutes, hat meine Mutter immer gesagt.“
Lenny (vom Mars): „Ey! Wir haben das gute Van-Duke-Wasser.“
 
György lehnt das Wasser mit Geschmack ab:
György: „Ich trinke nur, mit was ich meine Pflanzen gießen würde. … Bier oder Kaffee zum Beispiel.“
 
Nach der Explosion findet György endlich Lenny:
György: „Wo sind die anderen?“
Lenny mit dem Trümmerteil in der Hand: „Die anderen Einzelteile?“
 
György findet Khazuuta hinterm Tresen der Bar:
Khazuuta ausweichend: „Äh, ich hab dahinter was gesucht.“
 
Mauzi kommt nach der herben Niederlage zurück zu den anderen:
Mauzi sieht ganz schön zugerichtet aus und ihm kullern Öltränen aus den Augen: „Er ist mir entkommen.“
Lenny: „Besser die Katze als die Karre.“

Offline Tegres

  • Adventurer
  • ****
  • Beiträge: 656
  • Username: Tegres
Re: [Fate] Opera in Space - Nachwehen - Vorwehen
« Antwort #4 am: 4.01.2019 | 17:02 »
Nachwehen – Vorwehen
 
Das Verhör
Nachdem die Gruppe die Entführung von Pietro Ramirez auf dem Mars verhindern konnte, flogen sie mit ihren Gefangenen zurück zum Titan. Pietro Ramirez wurde hingegen zur Erholung die Ehre zu Teil, auf die Erde fliegen zu dürfen, wo er in ein Sanatorium gebracht wurde.
Auf dem Titan sollten die Gefangenen direkt verhört werden. Der Hauptverdächtige war dabei Jeremy McCain, der mysteriöse Mann, der Ramirez aus dem Kongressgebäude gebracht hatte. György Flumbort übernahm ganz pflichtbewusst die Initiative, ging in den Verhörraum und setzte sich Jeremy McCain gegenüber. Khazuuta wollte wetten, dass er nichts aus dem Gefangenen herausbekäme, doch niemand wollte dagegen setzen. György sagte nichts, sondern sah dem Verdächtigen nur in die Augen. Dieser war vollkommen unbeeindruckt und starrte solange zurück, bis György weggucken musste. Dieser begann so stark zu schwitzen, dass sein halbes Hemd nass wurde und er verschwand schnell auf die Toilette. McCain schaute hingegen selbstsicher aus und schien die anderen regelrecht durch den Polizeispiegel zu fixieren.
Nun wollte Lenny sein Glück versuchen, marschierte in den Verhörraum, nahm einen Stuhl und drehte ihn mit der Lehne zu McCain. Außerdem richtete er die Lampe auf dem dortigen Tisch so aus, dass McCain geblendet wurde. Der beschwerte sich über diese in seinen Augen Form der Polizeigewalt und wollte Lennys Namen wissen. Darauf hätte er ein Recht. Lenny dachte sich deshalb nur: „Mist, warum ist György jetzt nicht hier?“ Von diesem Verweis auf seine Rechte und Pflichten als Polizist verunsichert ging er kurz zurück zu den anderen. György hatte mittlerweile sein Hemd gewechselt und kam mit Donuts und Coffee To Go ebenfalls in den Beobachtungsraum. Khazuuta wies Lenny an, den Bad Cop zu geben, sie würde den Good Cop spielen. Beide gingen zurück in den Verhörraum und Khazuuta gab sich gegenüber McCain freundlich. Schließlich schickte sie Lenny sogar raus und tat mit einer Fernbedienung so, als würde sie die Funktion des Polizeispiegels ausschalten, um vorzugeben, sie wären unbeobachtet.
Es entspann sich tatsächlich ein entspannteres Gespräch. Jeremy McCain gab aber das Unschuldslamm. Er wäre nur Besucher des Präterituologischen Kongress gewesen und an einer Zusammenarbeit mit Pietro Ramirez interessiert. Diesen hätte er nur begleitet, um ihn nach der Explosion in Sicherheit zu bringen, schließlich wäre Ramirez ein wichtiger Nachwuchsforscher, den es zu schützen gelte. Dann hätten die Scipos einfach das Feuer auf ihn und seine Kollegen eröffnet. Auf das Telefonat angesprochen behauptete er, keine Allissa zu kennen. Die einzige Frau, mit der in letzter Zeit telefoniert hätte, wäre seine Mutter gewesen. Auch bezüglich Pietro Ramirez gab er sich sehr selbstbewusst. Die Scipos sollten ihn befragen, ob er tatsächlich gegen seinen Willen vom Kongress weggebracht worden wäre. Sie würden dann schon sehen, dass es gar keine Entführung gegeben hätte.
Im Beobachtungsraum wurden die anderen nervös. Konnte sich Jeremy McCain tatsächlich aus diesem Fall herauswinden? Für Mauzi stand aber fest, dass man ihm aber immerhin zwei Straftaten gerichtsfest nachweisen könnte: Widerstand gegen die Staatsgewalt und Tierquälerei.
Weitere Recherchen ergaben, dass McCain eine Lizenz für die Waffen, die er bei seiner Verhaftung dabei hatte, besaß, ebenso wie seine Kumpanen. Sein Kontakter war unwiderbringlich zerstört. Sonst gab es keine Auffälligkeiten. Er hatte ein sauberes Vorstrafenregister und ging einer gutbezahlten Arbeit nach: Er war Chef einer kleinen Sicherheitsfirma, die sowohl auf dem Mars, aber auch Randplaneten der Konföderation tätig war. Seine letzte Station vor dem Kongress war der Kolonial- und Bergbauplanet Paragorn in der Nähe der Oteca-Reichs, auf dem vor allem Silizium abgebaut wurde.
Lenny und György ließen ihre Kontakte auf dem Mars beziehungsweise bei den Scipos spielen, um weitere Informationen zu erlangen. Tatsächlich fanden sie heraus, dass Jeremy McCain nicht immer der Saubermann gewesen war, für den er sich nun ausgab. Er war bis vor fünf Jahren häufig in Schlägereien verwickelt und mehrfach wegen Körperverletzung verurteilt. In den Bars und Clubs auf dem Mars war er als eingebildeter Kampfkünstler berühmt berüchtigt. Dann wurde es schließlich ruhiger um ihn und er ließ semilegal sein Vorstrafenregister gegen eine Sonderkaution löschen.
Mauzi ergänzte diese neuen Einsichten um ein interessantes Detail. Unter den Robotern des Mars‘ war McCain als Roboterhasser bekannt, der sie am liebsten als Kanonenfutter für das Militär verwenden würde.
Nach der Befragung von Jeremy McCain knöpften sich die Scipos die Schlägertypen vor, doch die schwiegen allesamt. Also wollten sie Ramirez sprechen. Dieser war jedoch laut Behördenangaben nicht vernehmungsfähig und aufgrund seines Nervenzusammenbruchs in das Merkwürdig-Sanatorium1 in Berlin gebracht worden.
Um Jeremy McCain noch länger in Gewahrsam halten zu können, telefonierte György mit einem befreundeten Konföderationsanwalt Steve, den er vom Bowlingspielen im ISBC (Interstellarer Bowling-Club) kannte. Sie hielten zunächst ein wenig Smalltalk, bei dem Steve ihnen das Gerücht weitergab, der Anschlag auf dem Mars könnte von den Oteca verübt worden sein, denn man hätte ihre Sekrete dort gefunden. Zum eigentlichen Thema schlug Steve vor, McCain unter Zahlung einer Kaution freizulassen, dabei die Kaution aber so hoch anzusetzen, dass er sie unmöglich bezahlen könnte. Darauf würde sich ein Haftrichter durchaus einlassen. Somit könnten sie McCain für eine Woche festsetzen. György dankte und versprach, sich in einer Woche erneut zu melden.
Solange der Papierkram für die Kaution vorbereitet wurde, wollte Mauzi McCain buchstäblich zum Schwitzen bringen, indem die Robokatze das Heizungssystem hackte. Tatsächlich verlangte McCain Wasser und Lenny versuchte ihm das gute Van-Duke-Wasser schmackhaft zu machen, doch der Gefangene lehnte ab. Er bekam stattdessen normales Leitungswasser, auch wenn Lenny sicherstellte, dass er vorher reinspucken konnte. Mauzi war gnädig und stellte die Heizung wieder ab.
 
Der Blaue Planet
Nachdem ein Richter von der weiteren Haft von McCain überzeugt war, konnte die Gruppe ihren Vorgesetzten Jeff Douglas dazu überreden, sie zur Erde fliegen zu lassen.
So flogen sie vom Titan nach Astana, der Hauptstadt der Erde. Von dort ging es mit dem Hyperloop in wenigen Stunden nach Berlin.
Am Merkwürdig-Sanatorium angekommen, wurde die Gruppe nach einer kurzen Vorstellung von der Leiterin Dr. Nala Okoye eingelassen. Sie erlaubte es, dass die Gruppe mit Ramirez sprechen könnte aber nur unter ihrer Aufsicht.
Pietro Ramirez konnte sich an nichts mehr erinnern, was beim Präterituologischen Kongress geschehen war, und erkannte daher auch Khazuuta nicht wieder, die ihn mit Fragen gelöchert hatte. Erst als ihm Khazuuta etwas auf die Sprünge half, erinnerte er sich an einige Fragen sowie die Nachricht, die er von ihrem Kontakter erhalten hatte. Lenny überzeugte Dr. Okoye, ihr ein paar Fragen vor der Tür zu beantworten und so ließen die beiden zusammen mit György Ramirez und Khazuuta alleine. Lediglich Mauzi blieb ebenfalls im Zimmer, legte sich schnurrend auf Ramirez‘ Beine und drehte sich auf den Rücken. Pietro fühlte sich durch die Nachricht geschmeichelt, von der Khazuuta aber gar nichts wusste. Erst später checkte sie ihre ISSMSN und fand die entsprechende Nachricht. Dr. Holm oder Mauzi mussten ihren Kontakter in die Finger bekommen haben und in ihrem Namen die mehrdeutige Nachricht verfasst haben.
Ramirez war derweil sehr offen zu ihr und berichtete auf ihre Nachfrage, dass seine Forschung nicht auf Interesse stieße. Lediglich eine unbekannte Frau hätte sich eine Woche vor dem Kongress bei ihm telefonisch gemeldet und ihm eine Arbeit angeboten, was er aber abgelehnt hätte. Es wäre aber definitiv eine Menschenfrau gewesen, das hätte er an der Stimme erkannt.
Vor der Tür fragte Lenny Dr. Okoye, ob man Toxine in Ramirez‘ Blut gefunden hätte. Dies wäre nicht der Fall gewesen, doch die Leiterin des Sanatoriums wies daraufhin, dass Ramirez‘ Aussagen dennoch unbrauchbar sein könnten. Anscheinend hätte er einen starken Schock erlitten.
Die Gruppe erhielt Zugang zu Ramirez‘ Patientenakten und seinem Kontakter. Erstere offenbarten, dass er bei seiner Einlieferung ein Platzwunde am Hinterkopf, sowie mehrere Prellungen und Schürfwunden aufwies. Letzteres zeigte, dass er tatsächlich vor dem Kongress einen Anruf einer unbekannten Person bekommen hatte. Als Mauzi mit dem Kontakter beschäftigt war, schickte er nebenbei noch eine Freundschaftsanfrage in Ramirez‘ Namen in Khazuuta bei Spacebook.
 
Der Ermittler kehrt immer an Ort des Verbrechens zurück
Die Gruppe entschied, nach weiteren Spuren auf dem Mars zu suchen. Auf dem Weg dorthin schmiedete die Robokatze weitere Pläne, wie sie Khazuuta mit Pietro Ramirez, György mit Dr. Nala Okoye und Lenny mit der Reporterin Linda Bergström verkuppeln könnte. György dachte derweil darüber nach, wie man Mauzi mit dem Cola-Automaten in der Kantine zusammenbringen könnte.
Am Kongresszentrum angelangt untersuchte die Gruppe das Herrenklo, in dem mutmaßlich Ramirez von McCain entführt worden war. György öffnete den Spülkasten in der Kabine, in der Jeremy McCain gesessen hatte, und fand dort die Kappe einer größeren Spritze. Sofort erteilte er die Aufforderung an das Merkwürdig-Sanatorium, Ramirez nach Einstichstellen und Sonden abzusuchen.
Das Gespräch mit dem örtlichen Sprengstoffexperten ergab, dass es sich bei der Bombe um einen ferngezündeten Sprengsatz mit starker Druckwelle, einem lauten und grellen Lichtblitz, aber wenig Schrapnellen gehandelt haben müsste. Nach Mutmaßung des Experten könnte es eine Art gewaltige Blendgranate gewesen sein.
Anschließend besuchte die Gruppe den Ort des Schusswechsels mit McCain und seinen Schlägern. Sie fanden eine Überwachungskamera, die den Wagen gefilmt haben musste. Die Aufnahmen zeigten tatsächlich den Wagen, an dem ein Mann rauchend wartete und an einer Stelle einen Kontakter ins Fahrzeuginnere reichte. Plötzlich kamen McCain und Ramirez ins Bild, wobei letzterer schlaff wirkte. Dann begann der Schusswechsel. Auf den Aufnahmen war auch das Gesicht der unbekannten Frau, mutmaßlich Allissa, zu sehen, es gab allerdings keinen Treffer mit der Gesichtserkennung.
Der Wagen gehörte der Firma Fritt2, die wiederum eine Tochterfirma der Silico Cooperation war. Dieser Megakonzern gehörte dem philanthropischer Siliziummagnaten und Freund der Wissenschaft Julien Oppertius Berroheim. György dachte nach, ob er irgendwie Dreck am Stecken haben könnte, doch das einzig außergewöhnliche, was er herausfand, war die Tatsache, dass er trotz seiner Herkunft aus einer alteingesessenen katholischen Familie aus der Kirche ausgetreten war.
 
Eine schockierende Nachricht
Die Gruppe entschied sich, zum letzten Arbeitsort von Jeremy McCain zu fliegen, dem Planeten Paragorn. Dieser stellte das komplette Kontrastprogramm zur Erde dar. Er war ein schmutziger, von der Siliziumförderung geprägter Planet, auf dem nur wenig Menschen lebten. Vor Ort angekommen quartierten sie sich im Ashen Star Hotel ein. Gerade als sie ihre Sachen abgeladen hatten, erhielt Mauzi einen Anruf ihres Chefs Jeff Douglas. Der fragte zunächst nach György, doch der wäre auf der Toilette. Dann wollte er mit Khazuuta und Lenny sprechen, doch waren sie nach Mauzis Aussage ebenfalls auf der Toilette, und so musste Douglas mit der Robokatze vorlieb nehmen, die er doch für so wenig kompetent hielt. Er erkundigte sich nach dem Stand der Ermittlungen und ihrem aktuellen Aufenthaltsort. Beim Stichwort Paragorn unterbrach Douglas Mauzi und sagte: „Apropos Siliziumabbau. Jeremy McCain wurde freigelassen. Die Kaution hat doch tatsächlich Julien Oppertius Berroheim gezahlt.“
 
1Dr. Merkwürdig war der Charaktername von Györgys Spieler bei einem Cthulhu-One-Shot im Berlin 1920ern gewesen, seines Zeichens Psychiater und Leiter des nach ihm benannten Sanatoriums. Anscheinend besteht dieses Sanatorium auch noch bis in die Zukunft fort :)
2Ja, mir ist tatsächlich nichts besseres beim Namen McCain eingefallen. Später mussten wir natürlich an diese fantastische alte Werbung denken.

 
Insgesamt haben wir 3 Stunden gespielt. Hier wieder unsere kleinen, erheiternden Anekdoten:
 
Die Gruppe fliegt vom Mars zurück zum Titan und György freut sich nach der Ankunft das Einsatzprotokoll ausfüllen zu dürfen.
Khazuuta: „Das können wir doch auf der Fahrt machen.“
György: „Nein, da mache ich doch mein Lasersoduko.“
Lenny: „Dem wird doch immer schlecht beim Schreiben.“
 
Die Gruppe kommt in Astana an. Am Raumhafen „kaufte“ (sprich: klaute) sich György ein T-Shirt mit der Aufschrift „I survived the Earth“, während Lenny ein „Hardrock Café Earth“- und Khazuuta ein Retro-Nasa-Shirt erwarben (ganz legal).
 
Am späten Vormittag in Berlin kaufte sich Khazuuta an einem Späti Wasser in abbaubaren Schalen aus Algen. Der Spätiverkäufer war dabei ein Mittdreißiger mit Rauschebart, Piercing an der Lippe und langen Haaren, die zum einem Dutt gebunden waren.
Auf dem Rückweg vom Sanatorium kaufte sich Khazuuta einen Vöner (statt Döner mit Fleisch gab es in ganz Berlin nur noch vegane Döner, Vöner) sowie ein Ampelmännchen. Mauzi schickte hingegen Postkarten an den Chef und Doktorin Holm.
 
Die Gruppe durchsucht das Männerklo. Lenny scheitert grandios bei einer Wahrnehmungsprobe und läuft gegen eine Säule.
Lenny: „Immer diese modernen durchsichtigen Säulen!“
 
György gibt die Aufforderung, Ramirez nach Einstichstellen und Sonden abzusuchen.
Spieler von György trocken: „Das kommt mir alles ziemlich sonderbar vor.“
 
Die Gruppe will zur Bar im Kongresszentrum.
Ich als SL: „Die Bar hat leider noch nicht wieder geöffnet.“
Spieler von Mauzi: „Aber die Getränke sind noch da...“
 
Ein Mitspieler startete Discord neu, da wir anderen vorher alle abgehackt klangen. Was machen wir, als er wieder im Discord ist? Wir sprechen natürlich alle extra abgehackt.
 
Auch ich als Spielleiter hab manchmal Aussetzer.
Ich als SL: „Er ist ein Philanthrop und Menschenfreund.“

Offline Tegres

  • Adventurer
  • ****
  • Beiträge: 656
  • Username: Tegres
Re: [Fate] Opera in Space - Das Brooklyn-Projekt - Teil 1
« Antwort #5 am: 28.01.2019 | 19:17 »
Das Brooklyn-Projekt Teil 1
 
Routinekontrolle
Mauzi telefonierte immer noch mit Jeff Douglas. Dadurch erfuhren sie, das Jeremy McCain unter der Auflage freigelassen wurde, dass Sonnensystem nicht zu verlassen. Jeff Douglas schien grundsätzlich überzeugt, dass McCain unschuldig sein müsste, sonst würde ihm ja wohl kaum so ein ehrbarer Mann wie Berroheim die Kaution bezahlen. Die Gruppe sollte dennoch ihre Nachforschungen anstellen, aber nicht zu viel Zeit auf Paragorn verplempern.
Die Freilassung von Jeremy McCain regte die Scipos natürlich auf und sie überlegten, was nun zu tun wäre. Sie beschlossen, der örtlichen Mine der Silico Cooperation einen Besuch zu erstatten, denn dies war der letzte Arbeitsort McCains gewesen.
Sie meldeten sich beim Pförtner an und wurden zum Leiter der Mine, Samuel Dahrenberg geführt. Dort verlangte Khazuuta eine Führung über das Gelände im Rahmen einer Routinekontrolle. Dahrenberg war zunächst skeptisch, ob die Scipos dazu berechtigt wären, doch György fand den entsprechenden Paragraphen, der ihnen die Erlaubnis dazu erteilte. Nachdem er sich zunächst weigerte die Führung selbst vorzunehmen, musste Samuel Dahrenberg dem Druck der Gruppe nachgeben, doch er veranlasste, dass die Chefin der Sicherheit, Marieke Schmidt ebenfalls mitkam. Dies wäre wegen der Sicherheitsvorschriften notwendig.
Die Gruppe wurde über das Gelände der Mine geführt. Dieses bestand neben dem eigentlichen Tagebau aus vielen Lagerhallen und Werkstätten. Auffällig war die hohe Menge an Sicherheitskräften auf dem Gelände.
Die Gruppe ließ sich zuerst zu einer Roboterwerkstatt führen. Die Roboter der Mine waren kleine schwebenden Kästen, die mit ihren Armen das Gestein aufbrachen und es anschließend in ihrem Inneren verarbeiteten. Das dadurch entstehende Rohsilizium wurde zu anderen Planeten verschifft, um dort weiterverarbeitet zu werden. Besonders György interessierte sich für die Roboter und schien sich eifrig Notizen zu machen. Khazuuta hakte hingegen wegen des Sicherheitspersonals nach und fragte, ob es in letzter Zeit irgendwelche Zwischenfälle gegeben hätte. Marieke Schmidt verneinte dies. Den hohen Sicherheitsaufwand begründete sie mit dem Abschreckungseffekt. Schließlich war der Anschlag vom Mars noch nicht lange her. Gerüchten zufolge wären die Oetca am Anschlag beteiligt gewesen. Dann erkundigte sich Khazuuta noch nach Jeremy McCain, aber Marieke Schmidt gab an, keinen McCain zu kennen.
Neben Györgys Interesse an den Robotern wurde auch das von Lenny geweckt und er ging zum nächstbesten Roboter, um an ihm herumzufummeln. Dieser erwachte plötzlich zum Leben, packte Lenny und schüttelte ihn solange, bis Lennys Kontakter herunterfiel. Der Roboter ließ sofort Lenny los, der unsanft auf dem Boden landete, und der Roboter griff sich den Kontakter. Durch seine Luke führt er ihn in sein Inneres, aus dem danach nur noch ein mahlendes Geräusch zu hören war. Lenny trat nochmal ordentlich nach dem Roboter.1
Den entstehenden Tumult nutze György, um Dahrenberg eine Key-Card zu stehlen. Auch Mauzi blieb nicht untätig, sondern wollte den Roboter untersuchen, scheiterte jedoch an der Sicherheitsfreigabe. Also musste sich zunächst Marieke Schmidt am Roboter einklinken. György erkundigte sich, ob dies der erste Angriff auf einen Menschen gewesen wäre, was Dahrenberg und Schmidt bejahten. Beide versuchten zu beschwichtigen. Der Roboter wäre ja schließlich in der Werkstatt, also hätten sie bereits erkannt, dass etwas nicht mit ihm in Ordnung wäre. Die Gruppe blieb aber skeptisch. Mauzi konnte den Roboter untersuchen und beschrieb seine grundlegende Funktionsweise. Er war darauf programmiert, jegliches Silizium in seiner Nähe abzubauen, allerdings nur aus Gesteinen. Khazuuta wandte sich erneut an Schmidt und fühlte ihr nochmals wegen der Sicherheitskräfte auf den Zahn. Die gab zu, das es sich um eine Vorsichtsmaßnahme gegenüber den Oteca handelte, die in einem benachbarten System mehrere Planeten bewohnten. Die Silico Cooperation hätte Angst vor einem Oteca-Überfall.
 
Ab in den Tagebau
Nach diesem Vorfall wurden sie zum eigentlichen Hauptteil der Mine geführt, dem mehrere hundert Meter breiten und tiefen Tagebau. Natürlich bekamen sie Helme, auch Mauzi, der eine kleine Variante erhielt. Sie wurden den spiralförmigen Weg die Mine heruntergefahren und konnten dabei sehen, wie die tausenden Roboter in Akkordarbeit das Silizium abbauten. Am Grund der Mine angekommen konnten sie das Schauspiel besonders gut beobachten: Die Roboter bewegten sich in perfektem Rhythmus von einer Abbaustelle zu den Förderbändern. Allerdings bemerkten sowohl Mauzi als auch György eine Lücke in der Roboterkette. Ehe sie es sich versahen, flog ein Roboter auf sie zu und steuerte zielstrebig Mauzi an. Khazuuta fackelte nicht lange, zog ihr Brotmesser aus dem Stiefel und schlug den Roboter zu Boden2. Auch hier trat Lenny nochmals nach.
Marieke Schmift beteuerte, dies wäre der erste Vorfall dieser Art. Mauzi untersuchte derweil auch diesen Roboter und fand heraus, dass dieser jegliche Siliziumquellen außer baugleichen Robotern anzapfen sollte. Hier bestand aus seiner Sicht also ein unvertretbares Risiko und er wollte die Mine stilllegen lassen. Dahrenberg und Schmidt protestierten, doch György zitierte den ersten Paragraphen des ISBBG3 und konnte so untermauern, dass die Scipos die Mine schließen durften. Die Firma musste ihnen also Folge leisten.
Khazuuta verlangte nach PC-Arbeitsplätzen, Zugriff auf ihre Datenbank und Kaffee, der ihnen auch zugesichert wurde. So machten sie sich von der Mine wieder zu den Verwaltungsgebäuden. Sowohl Marieke Schmidt als auch Samuel Dahrenberg wirkten sehr angespannt und nervös. György konnte beobachten, wie die Sicherheitschefin panisch auf ihrem Kontakter tippte, doch er konnte nicht erkennen, was sie schrieb.
 
Arbeitssicherheit in geschlossenen Räumen
Im Verwaltungsgebäude wurde der Gruppe ein eigener Raum sowie der Praktikant Robert zugewiesen, der ihnen zur Hand gehen sollte. Auch Robert war angespannt, allerdings schien das seinem allgemeinen Naturell zu entsprechen. Khazuuta fragte ihn ein wenig aus und erkundigte sich auch nach Jeremy McCain. Robert fragte nach, ob sie den Sicherheitschef McCain meinte und für Khazuuta war die Sache klar. Als Robert Kaffee holen ging, sagte auch Lenny unumwunden, was er dachte: Das, was Schmidt ihnen erzählt hätte, wäre alles totaler Bullshit.
Robert kam mit dem Kaffee wieder, den Lenny sehr genoss. Die Gruppe schickte den Praktikant aber wieder weg, um ihre Ruhe zu haben. Mauzi klinkte sich in die Datenbank ein und fand heraus, dass tatsächlich Jeremy McCain der Sicherheitschef war. Außerdem hatte er das sogenannte Brooklyn-Projekt initiiert, bei dem bislang zwölf Roboter so modifiziert worden waren, dass sie jegliches Silizium in ihrer Umgebung abbauen sollten.
Plötzlich fühlten sich György und Khazuuta, die beide vom Kaffee getrunken hatten, schlecht und sackten bewusstlos zusammen. Lenny schaut sich beide an und sah, dass sie blutunterlaufene Augen und eine blasse Haut aufwiesen. Er wagte einen Blick auf den Flur, von wo aus ihm drei Sicherheitskräfte entgegenkamen und fluchten, dass einer der Scipos nicht betäubt worden wäre. Schnell zog sich Lenny wieder zurück und versperrte den Raum. Mauzi versuchte derweil zu dem Roboter, der Lennys Kontakter gefressen hatte, Kontakt aufzunehmen. Ihm gelang es tatsächlich, den Roboter fernzusteuern und zum Verwaltungsgebäude zu lotsen, allerdings sollte es noch einige Minuten dauern, bis er dieses erreichte.
Mittlerweile machten sich die Sicherheitskräfte an der Tür zu schaffen und brachen sie nach wenigen Augenblicken auf. Lenny bewaffnete sich mit einer Tastatur und zog sich in eine Ecke des Raumes zurück, während Mauzi durch einen Lüftungsschacht in den benachbarten Raum flüchtete. Zwei der Sicherheitsleute packten Khazuuta und wollten sie gerade heraus schleifen, da schlug Lenny mit seiner Tastatur hinterrücks auf den dritten ein, der bewusstlos zu Boden fiel4.
Mauzi pirschte sich vom Nachbarraum zurück zur Tür und überraschte die beiden anderen Männer. Allerdings wirkte die Robokatze auf die zwei eher verwirrend als einschüchternd.
Endlich kam auch der Roboter, allerdings auch drei weitere Sicherheitskräfte. Doch auch die Scipos hatten wieder mehr aktive Kräfte, denn Khazuuta erwachte wieder. Ein Sicherheitsmann wollte sie wegzerren, doch hielt sie sich eisern am Schreibtisch fest. Ein anderer Mann schlug nach Lenny, traf ihn allerdings nicht. Lennys Konter wurde einem Schlagstock geblockt und auch Mauzi konnte niemanden erwischen, als er mit seiner Dienstwaffe das Feuer eröffnete.
Jedoch betrat nun der Roboter den Raum und steuerte auf Mauzi zu. György erwachte als letzter der Scipo und war zunächst sehr verwirrt. Er erblickt das Getümmel, in dem Khazuuta gerade dabei war, einen Sicherheitsmann bewusstlos zu schlagen. Auch Lenny schlug mit seiner Tastatur so stark um sich, dass er einen Mann in die Knie zwang. Dann holte Lenny nochmals aus und die Tastatur krachte so heftig auf den Kopf seines Gegners, dass dieser endgültig zu Boden ging. Mauzi nutze die Gelegenheit, um auf den Roboter zu springen und diesen zu reiten. Er konnte allerdings nicht die Kontrolle an sich reißen und so ging der Roboter auf Lenny los, um ihm die Tastatur zu entreißen. Auch wenn Lenny heftigen Widerstand leistete, gelang dies dem Roboter schließlich und mit einem krachenden und mahlendem Geräusch verschlang er die Tastatur. In der Zwischenzeit versuchte ein weiterer Sicherheitsmann auf die Gruppe loszugehen, fand aber im Chaos aus niedergestreckten Kollegen, Robotern und Büroinventar kein Durchkommen. György wollte ihn einschüchtern, doch blieb er zunächst unbeeindruckt, bis schließlich auch Khazuuta ihn anschrie. Ängstlich kauerte er sich hin. Auch Lenny richtete seine Waffe auf ihn, nutzte die Ruhepause aber vor allem, um sich einen Eindruck von der Situation draußen zu machen.
Dort war mittlerweile ebenfalls Chaos ausgebrochen. Menschen rannten in alle Richtungen und brüllten durcheinander. Von draußen war also mit wenig Gegenwehr zu rechnen und es bot sich ein möglicher Fluchtweg über ein Baugerüst an.
Allerdings stießen weitere Sicherheitskräfte zu ihnen. Mauzi manipulierte den Roboter, sodass er der nächstbesten Person, die in den Raum kam, ihr Silizium abnehmen sollte. Als zwei Sicherheitskräfte in den Raum eindrangen, waren diese aber schneller als der Roboter. Einer schlug zwar daneben, der andere erwischt Lenny aber mit einem Streifschuss. Schließlich packte der Roboter einen der beiden und schüttelte ihn kräftig durch, bis ihm alle Gegenstände aus den Taschen fielen. György versuchte derweil den zweiten Mann einzuschüchtern, was ihm aber misslang. Diese Ablenkung nutzte jedoch Khazuuta und schoss den zweiten nieder.
Lenny forderte die anderen nun zum Verschwinden auf. Khazuuta rief das Raumschiff zu ihnen und wenige Augenblicke später landete es auf dem Dach. Das sorgte für noch mehr Chaos bei den Sicherheitskräften, die nun wahllos das gepanzerte Schiff beschossen. Schnell machte sich die Gruppe über das Baugerüst zum Dach, wobei Mauzi weiter auf dem Roboter ritt. Khazuuta war die letzte und wurde beinahe von einem weiterem Sicherheitsmann aufgehalten. Dieser packte sie hinterrücks und hinderte sie so am Weiterkommen, doch mit einem heftigen Schlag ihres Ellenbogen in sein Gesicht konnte Khazuuta den Verfolger abschütteln.
Schließlich erreichte alle das Schiff und die Gruppe flog gen Weltraum.
 
Sinnvoll im Weltraum
Aus Sicherheitsgründen schaltete Mauzi den Roboter Betzi auf Stand-By. Lenny setzte sich ans Steuer. Unter Protest nahm Khazuuta György Blut ab und anschließend sich selbst, um später Giftanalysen durchführen zu können. Daraufhin schüttete sich György etwas Palinka auf die Einstichstelle.
Die Gruppe kontaktierte ihren Vorgesetzten Jeff Douglas, wobei Khazuuta ihr Sprachrohr war. Allerdings erhielt er gerade einen zweiten, wichtigeren Anruf, den er unbedingt annehmen müsste. Khazuuta konnte ihn jedoch überzeugen, nicht ranzugehen. Somit schaffte sie es, ihm hektisch die Lage zu schildern, doch Jeff Douglas wirkte verwirrt und ungläubig. Khazuuta wollte gerade weitere Details berichten, da wurde die Verbindung unterbrochen und am anderen Ende der Leitung hörte sie nur noch Rauschen.
Nun überlegte die Gruppe was zu tun war. Steckte Berroheim irgendwie in der Sache mit drin? Mauzi und Khazuuta erinnerten sich außerdem, dass die Oteca siliziumbasierte Lebewesen waren5. Plante hier jemand die Auslöschung der Oteca? Fest stand nur, dass György den Einsatzbericht schreiben sollte.
Viel Zeit zum Nachdenken blieb der Gruppe nicht, denn sie sahen, dass drei Patroullienbote die Verfolgung aufnahmen. Fieberhaft wurde über die Alternativen nachgedacht. Sollten sie zum Titan zur Scipo-Zentrale? Sollten sie nach Itac, dem nächsten Planeten der Oteca und diese warnen? Vielleicht konnten sie auch Betzi wieder auf den Planeten schmuggeln und mit dessen Hilfe das Brooklyn-Projekt sabotieren? Dafür mussten sie aber herausfinden, wie überhaupt das Update aufgesetzt wurde. Also analysierte Mauzi den Roboter und schraubte an ihm herum. Dabei ging er aber so ungeschickt vor, dass Betzi zerstört wurde. Eine kleine Träne kullerte über Mauzi Gesicht. Lenny lachte sich hingegen ins Fäustchen.
Das Opfer war aber nicht umsonst. Mauzi fand heraus, dass die Updates manuell durchgeführt werden mussten und vermutlich beim Tausch der Akkus vollzogen werden könnten. Die Gruppe fasste also einen Entschluss: Sie wollten erneut auf Paragorn landen und das Brooklyn-Projekt sabotieren.
 
1Hier wurde Lennys Aspekt „Roboter muss man auseinander bauen“ gereizt.
2Das sah ungefähr SO aus.
3Interstellares Bergbaugesetz
4Das kann man sich ungefähr SO vorstellen.
5Die Reaktion fiel wahlweise SO oder SO aus.

 

 
Wir haben wie üblich eher kurz gespielt, nur 2,5 Stunden, aber die waren enorm unterhaltsam. Ich würde glattweg behaupten, das war die zweitwitzigste Rollenspielrunde, die ich bisher hatte. Davon zeugen auch folgende Sprüche und Anekdoten.
 
Der Spieler von György kommt etwas zu spät ins Discord.
Spielerin von Khazuuta, als er sich in den Kanal einklinkt: „… und deshalb ist György jetzt tot, weil er von der Klippe gestürzt wurde.“
 
Die Gruppe erfährt, dass McCain Kaution bezahlt wurde. Er darf das Sonnensystem aber nicht verlassen.
Mauzi: „Dann werden wir ihn sicher finden, das Sonnensystem ist ja nicht so groß.“
 
György beziehungsweise sein Spieler ist verwirrt und redet ein wenig durcheinander.
Mauzi: „György, haben Sie getrunken?“
György gibt zu: „Ich hab vielleicht etwas am Palinka genascht.“
 
Samuel Dahrenberg fragt nach dem Paragraphen, der es den Scipos erlaubt, eine unangemeldete Routinekontrolle durchzuführen.
Mauzi aggressiv: „Wir stellen hier die Fragen!“
 
Györgys Spieler besteht darauf seinen Stunt „Notlüge“ einzusetzen, der ihm +2 auf Täuschung in brenzligen Situationen gibt.
Ich als SL skeptisch: „So brenzlig ist die Situation jetzt nicht.“
Spieler von György: „Spürst du nicht das Knistern in der Luft?“
 
György fragt nach, um was für eine Art von Roboter es sich bei den Abbaurobotern handelt.
György: „Oder sind es Drohiden?“
 
György interessiert sich weiterhin für die Roboter.
György: „Träumen Ihre Abbaudroiden von elektrischen Schafen?“
Anschließend tat er so, als er wolle er sich Notizen auf seinem Tablet machen, kirtzelte aber nur elektrische Schäfchen vor sich hin.
 
Lenny wurde kräftig vom Droiden durchgeschüttelt und beschwert sich bei Dahrenberg und Schmidt.
Lenny: „Sie hören von meinem Anwalt! Und ich hab viele Anwälte!“
 
György wacht wieder auf und erblickt das Chaos des Kampfgeschehens.
György: „Ich sehe das und ich denke, ich bin wieder auf der Scipo-Weihnachtsfeier.“
 
Lenny schlägt einen Sicherheitsmann mit der Tastatur zu Boden.
Spieler von Mauzi: „Du kannst noch einen coolen Spruch ablassen!“
Lenny: „Alt F4.“
 
Mauzi springt auf den Roboter und „reitet“ ihn.
Mauzi: „Schnapp sie dir, Betzi!“
 
György überblickt das Kampfgeschehen.
György: „Da wird‘s ja mal Zeit, dass jemand rumschießt.“
 
Györgys Spieler scheitert an einer Provozieren-Probe, als er einen Sicherheitsmann zum Niederlegen der Waffe bewegen will.
Spieler von György: „Kann ich nicht Fingerfertigkeit einsetzen, um ihm den Mittelfinger zu zeigen?“
Spielerin von Khazuuta: „Er kann doch Nachforschung einsetzen, um etwas über dessen Mutter herauszufinden und damit einen Witz zu machen.“
 
Khazuuta gelingt es schließlich, den Sicherheitsmann einzuschüchtern.
Khazuuta: „Waffe fallen lassen! Hände hinter den Kopf! Runter auf die Knie!“
György: „Klingt immer noch nach der Weihnachtsfeier.“
 
Lenny möchte ebenfalls einschüchternd wirken.
Lenny: „Ich würde auch meine Waffe ziehen und die auf ihn richten; natürlich halte ich sie schräg.“
 
Der Roboter schüttelten einen Sicherheitsmann ordentlich durch, um an siliziumhaltige Gegenstände zu kommen.
Spieler von György: „Du sagst mir jetzt, wo das Silizium ist, du Schwamm!“
 
Khazuuta schießt einen weiteren Sicherheitsmann nieder. Györgys Spieler möchte wissen, ob er tot ist.
Ich als SL: „Du kannst das auf die Schnelle nicht erkennen. Du siehst da keine direkten Anzeichen.“
Spieler von György: „Die riesige Blutfontäne lässt darauf schließen, dass...“
 
Khazuutas Spielerin weist Györgys Spieler darauf hin, dass er doch den Aspekt „Schlechte Witze“ hätte. (Eigentlich hat er den Aspekt „Ein bisschen Spaß muss sein“.)
Spieler von György entgegnet: „Aber mir fallen halt nie schlechte Witze ein.“
 
Die Gruppe ist wieder im Raumschiff und hat auch den Roboter dabei. Die Frage ist, was die Gruppe nun tut.
Spieler von Mauzi: „Also Mauzi verziert den Roboter mit Herzen und Sternen, und schreibt mit Glitzstift ‚Betzi‘ drauf.“
 
Die Gruppe telefoniert mit Jeff Douglas.
Jeff Douglas: „Was haben sie angestellt?“
György: „Häh!? Ich bin verbeamtet.“
 
Die Gruppe diskutiert das Vorgehen, nachdem die Verbindung zu Douglas unterbrochen wurde.
Mauzi: „Wie viele Atombomben haben wir denn auf dem Schiff?“
 
Es wird der Vorschlag gemacht, den manipulierten Roboter Betzi wieder zum Planeten zu schicken.
Mauzi: „Ich könnte mir vorstellen, dass Mauzi da [in den Roboter] reinpassen könnte.“
Lenny: „Oder ne Atombombe.“
 
Weitere Pläne werden diskutiert.
Lenny: „Ich hab mal nen ganz krassen Virus per Mail bekommen, der hat den ganzen Rechner platt gemacht.“

Offline Tegres

  • Adventurer
  • ****
  • Beiträge: 656
  • Username: Tegres
Re: [Fate] Opera in Space - Das Brooklyn-Projekt - Teil 2
« Antwort #6 am: 8.03.2019 | 10:23 »
Das Brooklyn-Projekt Teil 2
 
Zum Abschuss freigegeben
Die Gruppe hatte an Bord der Justice ihren Plan geschmiedet: Sie wollten zurück auf Paragorn, um dort das Update weiterer Roboter zu verhindern. Dadurch würden sie die Oteca und den Rest der Galaxis vor den siliziumfressenden Massenvernichtungsmaschinen schützen können.
Im Moment mussten sie sich aber mit etwas viel banalerem herumschlagen; ihren drei Verfolgern. Die waren nur in Reichweite und ein Streifschuss erwischte die Justice. Schnell gingen alle Scipos auf ihre Posten: Lenny steuerte, während der Rest die Geschütze bemannte.1 György schaffte es jedoch nicht, mit seinem Geschütz zu treffen. Um so erfolgreicher war Khazuuta, die das Steuermodul eines der Verfolger beschädigte. Lenny wich währenddessen gekonnt den gegnerischen Schüssen aus. Mauzi gab Unterstützungsfeuer und verursachte immerhin einen Streifschuss, doch György verfehlte erneut. Wieder war es an Khazuuta zu zeigen, wo der Hammer hing, und sie zerstörte mit präzisen Schüssen den Antrieb des bereits beschädigten Verfolgerschiffes. Doch auch die Crew der Justice hatte wenig Glück und allen Ausweichmanövern von Lenny zum Trotz wurde das Schiff gut getroffen, sodass die Kühlaggregate für die Geschütze ausfielen. Schnell machte sich Mauzi daran, diese zu reparieren, was ihm prompt gelang – man merkte, er war im Saft. Derweil machte Khazuuta ihrem bisherigen Ziel den Gar aus und auch György gelang ein Treffer, der das feindliche Schiff aber nur durchrüttelte. Elegant wich Lenny weiteren Schüssen aus. Die Warnleuchten, die aufgrund seiner waghalsigen Flugmanöver aufblinkten, überklebte er einfach.
Hochmotiviert von der erfolgreichen Reparatur wollte Mauzi nun die Zielvorrichtung der Bordkanonen verbessern, um die Trefferwahrscheinlichkeit weiter zu steigern. Mit seiner technischen Brillianz gelang ihm das tadellos. Mit der verbesserten Technik gelang es Khazuuta einen Treibstofftank zu zerstören, sodass das betroffene Schiff bald zu einem manövrierunfähigen Klotz im Weltraum werden sollte. György hatte Pech, denn gerade als er schoss, wich das andere Schiff aus. Er merkte aber, dass er so langsam den Dreh raus hatte.
Die Verfolgerschiffe waren nun mehr mit sich selbst beschäftigt und bekamen die Justice nicht in ihre Zielerfassung. Diesen ruhigen Moment nutze Lenny, um vorzuschlagen, wenigstens ein Schiff unbeschädigt zu lassen. Das könnte ihnen noch von nutzen sein, schließlich wäre es ein Fünf-Mann-Schiff, also von der Größe geeignet für die Scipo-Truppe.
Die anderen schossen zunächst aber weiter, und während Mauzi und György allenfalls Streifschüsse erzielten, zerstörte Khazuuta beim unbeschädigten Schiff den Antrieb. Dadurch waren beide Verfolger stark eingeschränkt, die Justice weiter zu behelligen. Lenny wich den letzten Schüssen mit einem Looping aus und beförderte dadurch die Justice in den Nackend er ehemaligen Verfolger. Dann funkte er die Crew des Schiffs mit dem beschädigten Treibstofftank, denn er wollte das Schiff nicht zerstören. Stattdessen überredete er die Crew, auf Paragorn zu landen und sich zu ergeben.
 
Die Streitereien des Wüstenplaneten
Als die Crew in einer für Paragorn typischen Aschewüste gelandet war und sich von ihrem Schiff entfernte hatte, untersuchte Mauzi das Gefährt. Er konnte aber nur noch feststellen, dass der Tank vollkommen hinüber und das Schiff daher unbrauchbar war. György verlas den Crewmitgliedern als pflichtbewusster Scipos zunächst ihre Rechte und Khazuuta bewunderte Györgys Entwicklung hinsichtlich seiner Fertigkeiten im Außendienst. Lenny hingegen irritierte den Kapitän sichtlich, da er ihm locker erklärte, was dieser vielleicht in Zukunft besser machen sollte. Vor allem in der Horizontalen sollte er noch arbeiten. Über diese Tipps war Khazuuta erbost und es entbrannte ein kleiner Streit unter den Scipos. Die Gefangenen wurden immer irritierten und einer nahm mit einem leichten Achsenzucken bereits seine Hände runter, was aber von György mit vorgehaltener Waffe unterbunden wurde. Nun wurden alle Gefangenen gefesselt und zunächst in ihrem Schiff festgesetzt. Mauzi versperrte das Schiff und benannte es von „RX 305“ in „Matilda“ um. Außerdem manipulierte die Robokatze mithilfe der Daten des Verfolgerschiffes den Funk der Justice, um zu suggerieren, es würde sich um ein Schiff der Silico Cooperation handeln.2 Dann kehrte aber eine gewissen Ratlosigkeit ein und es wurde über das weitere Vorgehen gestritten. Sollten sie das Verfolgerschiff flott machen und es benutzen? Sollten sie so tun, als wären sie die Verfolger der Justice gewesen, wären abgeschossen worden, hätten aber wiederum die Justice übernehmen können? Sollten sie die Klamotten der Crewmitglieder anziehen? Sie könnten auch das Schiff versuchen, zu tarnen.3
Khazuuta wurde aber so ungeduldig, dass sie kurzerhand in die Justice steigen und die Motoren starten wollte.4 Mauzi machte sich flink hinterher und schaffte es bereits ins Cockpit, wo er die Heizung wie üblich auf Anschlag drehte. György und Lenny waren kurz verdutzt und ersterer versuchte mit einer Betäubungspistole, Khazuuta noch am Einsteigen zu hindern, doch er verfehlte. Khazuuta flog nun los und György gelang es gerade so, noch in durch eine Luke zu springen. Lenny hatte deutlich weniger Glück, bekam aber immerhin die Kante der Luke mit einer Hand zu fassen. Sein Kollege György konnte ihn nicht hochhieven, doch das Training einarmiger Klimmzüge zahlte sich aus und Lenny wuchtete sich selbst hoch.
Im Inneren angelangt, wollte György Khazuuta zur Rede stellen, doch die verstopfte ihm mit einem Taschentuch den Mund, das er prompt wieder ausspuckte. Anschließend wollte Khazuuta ihn auf einem Sitz festschnallen, doch das ließ er nicht mit sich machen. Die beiden stritten sich heftig. Khazuuta versuchte eine Betäubungsspritze zu schnappen und sie György zu verpassen, doch der drehte den Spieß erfolgreich um, sodass nun die Aliendame für zehn Minuten bewusstlos wurde. Mauzi begab sich zu ihr und leckte ihr übers Gesicht. Derweil übernahm Lenny das Steuer und kreiste zunächst im Gebiet.
 
Der gute alte Wookie-Trick
György schilderte nun seinen Plan. Lenny und er sollten sich mit den Uniformen der Crew verkleiden und Khazuuta sowie Mauzi als Gefangene ausgeben.5 Lenny erinnerte sich: Solch ein Vorgehen wurde bei den Scipos gemeinhin auch „Wookie-Trick“ genannt. Also flogen sie zur ursprünglichen Landestelle zurück, wo sie die sehr verdutzten Gefangen wiedertrafen, die ihnen nun zwei Uniformen abgeben mussten.
Anschließend flogen sie nach Paragorn City. Sie konnten bereits erkennen, dass weniger Roboter als zuvor in der Mine zu sehen waren. Sie landeten vor einem Hangar und ihr Schiff wurde prompt von Sicherheitskräften umstellt. Lenny konnte sich aber erfolgreich als ein Kollege ausgeben und so wurden die Waffen wieder gesenkt. Da sie nur zwei Gefangene hatten gab es zunächst ein wenig Restskepsis, doch die beiden falschen Sicherheitskräften erklärten, die anderen beiden wären leider entwischt.
Begleitet von vier anderen Sicherheitskräften gingen sie zum Gefangenentrakt, der sich im Keller eines eigens dafür errichteten Gebäudes befand. Am Gebäude angekommen gelang es György aber, die anderen Sicherheitskräfte so zu täuschen, dass er und Lenny die Gefangenen nun übernehmen würden. Ungestört begaben sie sich in den Aufzug zum eigentlichen Gefangenentrakt.6 György sollte sich geschickt vor die Kamera stellen, damit Mauzi ungesehen Zugang zum Netzwerk erlangen konnte, doch Lenny war schneller und zerstörte „aus Versehen“ mit einem Schlagstock die Kamera. Die „Gefangenen“ wurden von ihren Fesseln befreit und Khazuuta nutze die Gelegenheit, um György zu ohrfeigen, doch er wich aus. Ein weiterer Schubser von Khazuuta resultierte darin, dass György mit dem Rücken gegen die Wand stieß, aber die beiden Streithähne konnten schließlich zur Ruhe gebracht werden. Mauzi hackte sich derweil erfolgreich ins System und könnte die Gebäudepläne herunterladen. Außerdem gelang es ihm die Kameras so zu manipulieren, dass sie ein falsches Bild zeigten. Schließlich konnte er noch die Stromzufuhr so manipulieren, dass die Akkuaufladung für die Roboter überladen wurden.7
Im Trakt angelangt sahen die Scipos, dass es insgesamt elf Gefangene gab. Zwei waren Diebstahls am Arbeitsplatz festgesetzt, fünf wegen versuchten Streiks, einer wegen Arbeitsverweigerung, einer hatte sich an einem Roboter vergangen, einer war auf dem Firmengelände gerast und schließlich gab es noch eine Industriespionin. Sie und Khazuuta blinzelten sich zu und György bemerkte diese seltsamen Blick auch, unternahm aber nichts weiter.8 Mauzi fackelte nicht lange und schloss alle Zellen auf.
 
Arbeitskampf
Mauzi rief zu den Arbeitern „Nieder mit dem Establishment!“ und die Arbeiter riefen im Chor das gleiche zurück wie bei einem Echo. Mauzi machte daher weiter und skandierte:„Die Roboter sind das Rückgrat dieses Unternehmens und müssen daher vernichtet werden!“ Abermals erntete er Zuspruch. Die Arbeiter erklärten, sie waren unzufrieden gewesen, weil sie keine vernünftigen Sauerstoffaggregate bekommen hätten. Auf die Frage, ob es weitere unzufriedene Arbeiter gäbe, berichteten sie, dass beispielsweise Moana Aoeta aus der Roboterwerkstatt ebenfalls protestieren wollte, aber zu viel Angst gehabt hätte. Außerdem erklärten sie, dass sie Flyer hätten verteilen wollen. Diese wurden allerdings beschlagnahmt. Mauzi begab sich nach oben zum Büro der Wärter und fand die Fyler, die seiner Meinung nach aber verbesserungswürdig waren.9 Ein schneller Scan der Robokatze und ein Dauerauftrag beim Drucker produzierten einen Haufen Flyer. Die anderen Scipos und befreiten Gefangenen folgten nach oben. Auf ganz altmodische Art und Weise wurden anschließend auf dem Gelände der Silico Cooperation verteilt. Aufgrund ihres Designs und Inhalts sorgten sie für Verwirrung und Belustigung, manche Mitarbeiter ließen sich aber auch vom aufmüpfigen Geist anstecken. So entstand langsam aber sicher Chaos und Aufruhr auf dem Gelände.10 Dies wollten die Scipos nutzen, um sich zur Roboterwerkstatt zu machen. Sie wurden jedoch von vier Sicherheitskräften ins Visier genommen. Sie versuchten sich herauszureden, indem sie vorgaben, dass die Gefangenen aufgrund des Formulars A38 wieder freigelassen werden könnten. Die Sicherheitskräfte blieben aber skeptisch und fragten nach dem Formular. György tat so, als hätte Lenny das Formular, was er bestritt und behauptete, dass sein Kollege es haben müsste. György behauptete Lenny wäre ganz neu und wäre daher noch nicht mit allen Abläufen vertraut. Diese Täuschung funktionierte und die anderen Sicherheitskräfte ließen die getarnten Scipos entnervt passieren. György wies sie im Gehen noch an, dass sie sich im Moment ja außerdem um die Demonstranten kümmern sollten, anstatt Kollegen zu behindern.
Auf dem Weg zu Roboterwerkstatt musste sich die Gruppe durch das von ihnen ausgelöste Getümmel kämpfen. Dabei schlug Lenny wieder „aus Versehen“ mit seinem Schlagstock zu und traf einen Demonstranten. Dadurch entstand noch mehr Tumult. Lenny gelang es, sich heimlich aus der Affäre zu ziehen. An der Roboterwerkstatt wurden die Scipos von zwei Wachen am Eindringen gehindert. Beide wirkten relativ stumpf und erklärten, sie hätten die strenge Order, niemand ohne Autorisierung einzulassen. Mauzi übergab einer Wache einen Flyer, doch der schaute die Robokatze nur an, wie ein Auto. Khazuuta versuchte daher ihr Glück und ließ ihren weiblichen Charme spielen. Sie erinnerte ihn daran, dass er doch ganz dringend etwas aus dem Keller holen müsste. Mit all ihrer Verführungskunst in der Stimme hatte die Erfolg und eine Wache verließ ihren Posten. Um die zweite Wache loszuwerden, deutete Khazuuta György mit deutlichen Blicken an, er sollte seine Betäubungsspritze nutzen. Ungewöhnlich schnell reagierte György und betäubte die zweite Wache. Mauzi fesselte ihn mit Kabelbindern und steckte ihm noch einen Flyer in die Hosentaschen.
 
Scipos – Endgame
Nun war der Weg in die Roboterwerkstatt frei. Dort befanden sich zwei Mechanikerinnen, zu denen Mauzi sofort lief, um ihnen Flyer zu geben und die für den Arbeitskampf zu begeistern. Die beiden Damen wollten sie sich da aber nicht mit reinziehen lassen und fanden auch die Flyer hässlich, was Mauzi zum Fauchen brachte. Mauzi selbst fanden sie aber süß und nahmen ihn hoch, was die Robokatze wieder versöhnlich stimme und zum Schnurren anregte. György versuchte nun ebenfalls sein Glück bei den Frauen und verlangte von ihnen, dass die sich in den Sicherheitsbereich in der Kantine begeben sollten. Die beiden Mechanikerinnen beharrten jedoch auf der Anweisung eines Memos von Jeremy McCain, dass sie unter allen Umständen in der Werkstatt bleiben sollten, um die Akkuladung wiederherzustellen. György fand jedoch einen Fehler: Das Memo hatte keine Unterschrift und besaß daher auch keine Gültigkeit. Die beiden Frauen verließen daraufhin mit Mauzi die Werkstatt.
Nun überlegten die Scipos, was zu tun wäre. Zunächst legten die alle Akkus, die sie finden konnten auf einen Haufen und wollten darauf schießen, besonnen sich aber eines besseren, schließlich hätte das für sie sehr gefährlich werden können. Lenny erinnerte sich, dass er noch fernzündbaren Sprengstoff hatte. Da sie aber nicht vollständigen waren beschlossen die Scipos, Mauzi eine ISSMSN zu senden, damit er wieder zurückkäme. Mauzi bemerkte, dass er gebraucht wurde, notierte sich die Kontaktdaten der Damen und ging zurück.
Die Gruppe diskutierte weiter, was zu tun wäre. Als Beweismittel für die Machenschaften der Silico Cooperation hatten sie bereits den modifizierten Quellcode der Roboter. Wie sollten sie aber die Roboter selbst loswerden. Sie fassten den Plan, die Roboter sich gegenseitig zerstören zu lassen, indem der Quellcode so geändert wurde, dass die jegliches Silizium, auch das ihrer Roboterkollegen abbauen sollten.
Der Quellcode sollte beschaffen sein, dass er aus sicherer Entfernung übertragen werden konnte, doch die Roboter waren zu gut gesichert. Mauzi schrieb dennoch fleißig Quellcode und wandte sich dann an die anderen Scipos. Er gab György die Nummern der beiden Mechanikerinnen, erinnerte Khazuuta an Pietro Ramirez und sagte Lenny, er sollte sich an Linda Bergström ranmachen. Dann weihte er Lenny noch in seinen geheimen Plan ein: Mauzi selbst müsste auf Paragorn bleiben, um den Quellcode an die Roboter zu funken.
Die Robokatze wies die anderen Scipos an, zu verschwinden. Die anderen waren skeptisch, doch Mauzi versicherte, dass alles gut werden würde. Eine kleine Träne kullerte der Robokatze über die Wange. Khazuuta, Lenny und György begaben sich zur Justice und hoben ab. Während die wegflogen konnten sie erkennen, was nun auf dem Minengelände geschah. Die Abbauroboter wurden sehr aktiv und begannen sich gegenseitig auseinander zu bauen. Eine regelrechte Welle an Robotern überschwemmte das Gelände und begrub Mauzi unter sich.11
Traurig flogen die anderen Scipos zum Titan, wo sie mit den gesammelten Beweisen die Machenschaften von Berroheim und seiner Silico Cooperation aufdecken konnten. Es stellte sich heraus, dass Berroheim seit seinen Jugendtagen ein Alienhasser sondergleichen war und deshalb die Oteca vernichten wollte. Für die Rettung der Oteca und ihren heldenhaften Einsatz wurden Khazuuta, György und Lenny mit reichlich Orden geehrt und auch Mauzi erhielt postum mehrere Auszeichnungen.
Ende.
 
 
1Den nun folgenden Raumkampf kann man sich wahlweise SO oder SO vorstellen.
2It‘s an older code, sir, but it checks out.
3Zum Beispiel SO.
4Hier wurde Khazuutas Aspekt Wir haben doch keine Zeit! gereizt.
5Das kam mir als SL sehr bekannt vor.
6Im Aufzug wurde natürlich auch Fahrstuhlmusik gespielt. Das kann man sich SO oder SO vorstellen.
7Das war das Resultat sehr guter Werte und eines außerordentlich guten Würfelwurfs.
8Tatsächlich handelte es sich bei der Frau um eine Agentin den KGB – des Kosmischen Geheimbunds – dem auch Khazuuta angehörte. Das wurde aber nicht weiter genutzt.
9Die Flyer hatten zunächst DIESEN und nach Mauzis Änderungen DIESEN Stil.
10Achtung, Freidenker! Draußen ergab sich mittlerweile SO ein Bild.
11Die Probe auf die Anfertigung des Quellcodes scheiterte, doch ich bot Mauzis Spieler den großen Haken an, dass Mauzi beim erfolgreichen Versuch, die Roboter zu zerstören, ebenfalls mit umkommen würde. Er willigte ein.

 

Offline Tegres

  • Adventurer
  • ****
  • Beiträge: 656
  • Username: Tegres
Re: [Fate] Opera in Space - Das Brooklyn-Projekt - Teil 2
« Antwort #7 am: 8.03.2019 | 10:29 »
Das war sie, unsere letzte Sitzung dieser Kampagne. Circa 3 Stunden hat sie gedauert und jede Minute war toll. Ich hab zwar gemerkt, dass Fate nicht so mein Ding als SL ist (zumindest nicht auf Dauer), aber ich bin froh, es ausprobiert zu haben. Positiv überrascht bin ich vom Online-Rollenspiel. Klar gibt es einige Nachteile, aber es eröffnet auch neue Möglichkeiten. Für unsere eher alberne Runde bot sich die Gelegenheit, immer wieder Memes und Videos, die zur aktuellen Situation passten, zu posten, hauptsächlich von den Simpsons.  ;D

An meine Spieler:
Es war mir eine Ehre, mit Ihnen spielen zu dürfen.
So long, and thanks for all the fish!

Auch für die letzte Sitzunge dürfen natürlich die Anekdoten und Oneliner nicht fehlen:

Die Scipos sind sich bewusst, dass die verfolgt werden.
Lenny: „Atemsprengköpfe haben wir nicht? Haben wir den Roboter noch?“
Mauzi: „Wir haben doch sicherlich die berühmten Weltraum-Weltraum-Raketen an Bord.“
 
Lenny möchte gerne ein Schiff unbeschädigt lassen.
Mauzi: „Haben wir ein Abschleppkabel dabei?“
 
Lenny schätzt, dass das gegnerische Schiff eine 5-Mann-Besatzung hat.
Lenny: „Ja, bei uns ist es eine 2-Mann-1-Alienfrau-1-Roboterkatze-Besatzung.“
 
Ich frage die Spieler, was sie während der Verfolgungsjagd tun möchten.
Spieler von György: „Sind wir dran mit Ballern?“
Ich als SL: „Ihr könnte auch was anderes machen als Ballern.“
Spieler von György: „Gibt‘s was anderes als Ballern!?“
 
Es wird kurz überlegt, ob das festgesetzte feindliche Schiff wieder repariert werden soll.
Lenny: „Sollen wir Einzelteile besorgen?“
György: „Oh Gott, wir sammeln Einzelteile auf und dann müssen wir einen kleinen Jungen zum Jedi-Ritter ausbilden.“
 
György stelle Khazuuta zur Rede, weil sie einfach mit der Justice losgeflogen ist, und nennt sie durchgeknallt.
Khazuuta: „Ich bin nicht durchgeknallt, ich bin irre!“
 
Mauzi verteidigt gegenüber György Khazuutas verrücktes Verhalten.
György: „Du bist ein ganz schön irrationaler Roboter.“
Mauzi: „Du kannst nur nicht so viele Züge voraus denken, wie ich.“
 
Die Scipos diskutieren den Plan, sich als Sicherheitskräfte zu verleiden und Khazuuta als Gefangene auszugeben.
Lenny: „Das ist der sogenannte Wookie-Trick. Star Wars gehört zur Grundausbildung eines jeden Scipos.“
 
György will die Klamotten der festgesetzten Crew haben.
György: „Ich will deine Kleider, deine Stiefel und dein Motorrad!
 
Lenny und György sollen sich identifizieren, als sie auf dem Gelände der Silico Cooperation landen und aussteigen.
Lenny: „Ich bin … Der.“
Eine Sicherheitskraft: „Ach ja Der, wir waren zusammen in der Grundausbildung.“
 
György soll sich vor eine Kamera stellen, um die zu verdecken.
György pampig zu Lenny: „Weil ich der dickere von uns beiden bin, hä!?
 
Die Arbeiter berichten, dass sie vernünftige Sauerstoffaggregate wollten.
György: „Gute Luft für gute Arbeiter!“
 
Aufgrund der vielen Nachfragen der Scipos sind die Arbeiter etwas irritiert: Warum will ihnen die Gruppe helfen?
Lenny: „Wir sind die geheime Geheimgesellschaft.“
Mauzi: „Die interstellare geheime Geheimgesellschaft – ISGG. Wir kämpfen für mehr Arbeitssicherheit.“
 
Mauzi zeigt den anderen Scipos die Flyer.
Lenny: „Als das Ästhetik-Update verteilt wurde, warst du wahrscheinlich gerade nicht da.“
 
Lenny erinnerte sich, dass er noch fernzündbaren Sprengstoff hatte.
György: „Sind das 500g Plastiksprengstoff in deiner Hose oder freust du dich nur, mich zu sehen?“

Offline Tegres

  • Adventurer
  • ****
  • Beiträge: 656
  • Username: Tegres
Re: [Fate] Opera in Space - Das Brooklyn-Projekt - Teil 2
« Antwort #8 am: 8.03.2019 | 10:31 »
Noch eine Bitte an alle, die meine Spielberichte lesen: Wenn ihr Fehler findet, schreibt mich gerne an, dann korrigiere ich sie. Ich versuche so fehlerfrei wie möglich zu schreiben, aber man ist für sich selbst doch immer der schlechteste Korrekturleser.

Edit: Ich liste außerdem im folgenden Spoiler alle Anspielungen der Spielberichte auf:
(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)