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Autor Thema: [MERS/Rolemaster/Hausregel] Die Isengart-Gruppe  (Gelesen 17295 mal)

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Offline torben

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Re: [MERS/Rolemaster/Hausregel] Die Isengart-Gruppe
« Antwort #125 am: 16.06.2018 | 17:14 »
Session 54: Teil 3

Am Morgen des 1. Augusts 2784 3Z sagt Juha zu Arrohir, er verstehe zwar grundsätzlich, dass sie mit dem Bündnisschluss und der Heirat bis zur Rückkehr Thorols warten sollten, allzu lange sollte es aber dennoch nicht mehr gehen, da auch die Bedrohung aus dem Norden nicht schlafe. Im Ungewissen darüber, was sich zwischen Thorol und Jelf Kjornir zugetragen haben könnte, verbringen die Gefährten den ganzen Tag wartend. Juha bindet die zu Thorols Seite übergelaufenen Helutavi Kjornirs in die Arbeiten des Dorfes ein, und Bóin II. nutzt die Gelegenheit, um sich die Ausrüstung und Bewaffnung der Schiffmenschen etwas genauer anzusehen. Längst nicht alle der Männer verfügen über Waffen kleinzwergischer Machart, aber immerhin sind sie meist aus Eisen geschmiedet.
Am Abend kommt schliesslich Calendin nach Jirvila und erzählt Tinulin, was er bei der Verfolgung Thorols beobachtet hat:

Tags zuvor hatte Thorol mit all seinen 25 Männern die Verfolgung Jelf Kjornirs aufgenommen, der mit lediglich 10 treu ergebenen Männern zurück zur Küste aufgebrochen war. Calendin verfolgte die Menschen in grosszügigem Abstand, bis sie am Abend die Bucht erreichten, in welcher die Schiffe Thorols und Kjornirs mit einigem Abstand auf den Strand gezogen worden waren. Kjornir hatte offenbar gleich bei seiner Ankunft Nägel mit Köpfen gemacht und seine um die 11 Schiffswachen vergrösserte Crew angewiesen, Thorols Schiffswachen als Geiseln zu nehmen. Als der Waldelb sich in gut 140 Metern Entfernung von Kjornirs Schiff auf die Lauer legte, kam Thorol gerade bei den Schiffen an, wo sich ihm und seinen 25 Männern nun Kjornir und seine 21 Getreuen entgegenstellen, die 5 Geiseln bei sich hatten. Dank seines ausserordentlich guten Gehörs war es Calendin möglich, von seinem Versteck aus mitzuhören, dass Thorol Kjornir aufforderte, seine Männer freizulassen und sich ihm anzuschliessen. Sollte er das nicht wollen, stehe es ihm frei, fortzusegeln. Er werde allerdings nicht lebend nach Jökalinda gelangen, da die Eiswesen sein Schiff holen würden, was er nur zu gut wisse. Kjornir erwiderte, dass er sich auf keinen Fall Thorol unterstellen und sicher auch kein Bündnis mit den Eisenmenschen eingehen werde, welche nach der Prophezeiung mit ihren Lindwürmern die Havfrudal in den Untergang reissen würden. Ausserdem wolle er nicht, dass seine Männer, die Havfrudal, bei den anstehenden Schlachten gegen die Eiswesen aus dem Norden in der ersten Reihe stehen und fallen, während die Labban und Eisenmenschen faul und genügsam im Hintergrund darauf warten würden, wie ihre Konkurrenten abgeschlachtet werden. Hin und her gingen die Argumente, bis schliesslich zwei von Kjornirs Männern die Seite wechselten und sich Thorol anschlossen. Sich nun noch mehr in der Unterzahl befindend, sagte Kjornir schliesslich, die Götter hätten ihn zum Jelf der Havfrudal gemacht, weshalb er dieses Amt nicht abgeben könne. Nun sei es an den Göttern zu zeigen, wen sie mehr favorisieren, Kjornir oder Thorol. Mit diesen Worten stellte sich Kjornir Thorol zum Zweikampf. Der kämpferisch unterlegene Thorol verlegte sich zuerst nur auf die Abwehr von Kjornirs Attacken und redete unentwegt weiter auf den Jelf ein. Dieser wurde immer aufbrausender und holte für seine mächtigen Hiebe nach Thorol immer weiter aus, bis ihm schliesslich ein folgenschweres Missgeschick unterlief. Beim Versuch, einen raschen Hieb über Thorols Schild zu führen, rutschte Kjornir im weichen Sand weg und geriet ins Stolpern, ohne sich um seine Deckung kümmern zu können. Diesen Moment der Unachtsamkeit nutzte Thorol und brach seine Verteidigung ab, um seinerseits zum Angriff überzugehen. Sein Schwerthieb machte Kjornir benommen, sodass er, nun selbst in die Defensive gedrängt, nicht mehr angreifen konnte. Thorol hingegen zeigte nun sein ganzes Können an der Waffe und hauchte Kjornir nur wenige gut platzierte Hiebe später das Leben aus.
[Technisch gesprochen: Calendin macht 140 Meter vom Geschehen entfernt einen Wahrnehmungswurf, um das Gespräch zwischen Thorol und Kjornir zu belauschen. UM 100 + 60 + Wahrnehmungsbonus führen zu einem Ergebnis, was klar macht, weshalb Calendins Spieler immer wieder mal darauf hinweist, dass die Waldelben die besten Ohren ganz Mittelerdes haben.
Nach mehreren Angriffen gegen den langsameren und voll parierenden Thorol, der für diesen Kampf von Bóins II. Spieler verwaltet und geführt wird, macht Kjornir einen Patzer. Thorol bricht daraufhin seine Parade ab und greift mit dem verbliebenen, halben Offensivbonus an, was dank eines guten Angriffswurfs noch immer ausreicht, um einen kritischen Treffer zu landen, der Kjornir benommen macht. Der Jelf kann nicht mehr angreifen und wegen der Benommenheit nur noch mit halbem Offensivbonus parieren, was es Thorol auch mit mittelmässigen Angriffswürfen erlaubt, in jeder weiteren Runde einen kritischen Treffer zu landen, wodurch Kjornir schon bald tödlich getroffen zu Boden geht.]

Nachdem Kjornir tot zusammengebrochen war, gingen seine Männer auf die Knie und schworen Jelf Thorol die Treue. Noch am selben Abend zimmerten Kjornirs Männer aus einigen Planken ein kleines Floss, auf welches sie seinen Leichnam legten und es in die Bucht hinaustreiben liessen. Calendin wäre es zwar lieber gewesen, wenn sie Kjornirs sterbliche Überreste verbrannt hätten, da er sich aber nicht zu erkennen hatte geben wollen, blieb er auch weiterhin in Deckung.
Am nächsten Morgen hatte Calendin eine Schrecksekunde zu überstehen, denn Thorol begab sich mit all seinen Männer auf sein Schiff und ruderte in die Bucht hinaus. Zu seiner Erleichterung sah der Waldelb aber, dass sie es nur näher an Kjornirs Schiff heranfuhren und daneben wieder auf den Strand setzten. Bald darauf liessen sie eine zehnköpfige Wachmannschaft bei den Schiffen zurück und machten sich auf den Rückweg nach Jirvila.
Calendin war Jelf Thorol und seinen Männern vorausgeeilt und eine Stunde vor den Helutavi bei den Gefährten eingetroffen.

Am Abend des 1. Augusts 2784 3Z trifft Thorol gut eine Stunde nach Calendin mit 41 Männern in Jirvila ein. Nachdem er allen in Jirvila anwesenden Helutavi erzählt hat, dass er vor Kjornirs und seinen eigenen Leuten in einem regulären Zweikampf Kjornir besiegt und dadurch zum neuen Jelf geworden sei, bekräftigen nochmals alle Helutavi ihre Treue zum neuen Jelf Thorol. Anschliessend begibt sich Thorol zu den Gefährten und Juha, der Arrohir sagt, er vertraue ihm und sei daher grundsätzlich dazu bereit, Thorol und die Helutavi ihrem Bündnis beitreten zu lassen. Dieses solle am nächsten Morgen durch die Heirat Arrohirs mit Jaala besiegelt werden. Bóin II. nutzt diese Gelegenheit, um nochmals eine Lanze für Arrohirs Jungfräulichkeit zu brechen, indem er zu Juha und Thorol sagt, er hielte eine Heirat zwischen Jelf Thorol und Jaala für ein besseres und beständigeres Friedenszeichen zwischen den Völkern der Eisbucht von Forochel. Arrohir sei nicht der Schwiegersohn, den Juha sich wünsche, da er das Unheil anziehe. Juha hört sich Bóins II. Worte zwar an, gibt dem Zwerg aber zurück, dass Arrohir und er sich bereits einig geworden seien und an ihrem Entschluss nicht mehr gerüttelt werden könne.

// Metageblubber:

Als sich gegen Ende der Versammlung zeigte, dass die Spieler, resp. ihre Charakter, alles daran setzen, sich nicht aktiv in den Machtkampf zwischen Thorol und Kjornir einmischen zu müssen, musste ich mir überlegen, wie die beiden Kontrahenden denn nun mit der Situation umgehen. Kjornir hatte schon zu viele Männer an Thorol verloren und ihm und seinen Getreuen war klar, dass der Weg übers Meer mit einer so kleinen Truppe angesichts der Eiswesen praktisch ein Todeskommando war. Er musste daher Thorol zum Zweikampf fordern, bevor er so stark in Unterzahl geraten wäre, dass diese Option nicht mehr gegeben wäre. Die Erklärung, die Götter hätten ihn zum Jelf bestimmt, ist mir ziemlich spontan als gute Legitimation für den Zweikampf eingefallen, zumal Torol mit einem Sieg dann auch gleich zeigen könnte, dass er nun die Gunst der Götter genoss. Für den Kampf übergab ich Thorol an Bóins II. Spieler, der Thorol gegen den leicht stärkeren und schnelleren Kjornir sehr besonnen und taktisch agieren liess, was sehr gut passte. Ich hatte für den Kampf keinen bestimmten Ausgang voraus geplant und er war wohl nur wegen Kjornirs Patzer so schnell zu Ende. Interessant war, dass selbst Bóins II. Spieler im Nachhinein meinte, er sei sich gar nicht sicher, ob mit Thorol jetzt wirklich der Richtige gesiegt habe. So war aber zumindest fürs Erste kein weiterer Zwist zwischen den Havfrudal und den Gefährten zu erwarten.
Arrohirs Spieler meinte nach der Session, meine Dialoge zwischen den einzelnen Anführern, die Darstellung und die Verkörperung ihrer Ambitionen und ihrer Vorgehensweisen seien mir gut gelungen und hätten eine glaubwürdige und lebendige Szenerie geschaffen; danke für die Blumen :)

So, nun aber auf zur Hochzeit...  >;D Blumenspenden oder Mitleidsbekundungen für Arrohir und den Rest der Gefährten oder die Spieler werden hier jederzeit gerne entgegengenommen  ;D


Offline Chaos

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Re: [MERS/Rolemaster/Hausregel] Die Isengart-Gruppe
« Antwort #126 am: 17.06.2018 | 19:44 »
*applaudiert*


Also, wenn Arrohir sich doch noch aus dem Staub machen will, anstatt zu heiraten, bin ich gerne bereit, ein passendes Ablenkungsmanöver zu veranstalten.
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Re: [MERS/Rolemaster/Hausregel] Die Isengart-Gruppe
« Antwort #127 am: 18.06.2018 | 15:13 »
Und Arrohir hat seine Zukünftige ja noch gar nicht kennengelernt, sehe ich das richtig?

Irgendwie erwarte ich, dass da noch eine Riesen-Überraschung irgendeiner Art auf ihn lauert.
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Offline torben

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Re: [MERS/Rolemaster/Hausregel] Die Isengart-Gruppe
« Antwort #128 am: 18.06.2018 | 23:52 »
@Chaos:
Wem gebührt denn Dein Applaus, für den ich mich im Namen der ganzen Truppe schon mal bedanke?  :)

Du kannst Dir vorstellen, dass Arrohir grundsätzlich nur allzu gerne auf Dein Angebot eines Ablenkungsmanövers zurückgreifen würde. Doch leider dürfte auch das sein Dilemma nicht auflösen...  >;D
Deinen Aufopferungswillen wird er aber sicher sehr zu schätzen wissen  :D

Ja Du hast ganz Recht, bis jetzt hat Arrohir Jaala, die er schon am nächsten Morgen ehelichen soll, noch kein einziges Mal zu Gesicht bekommen und auch gehört hat er bis jetzt kaum etwas über sie. Er heiratet also quasi die Katze im Sack.  ;D

Und ja, Deine Erwartung, dass da noch eine Riesenüberraschung irgendeiner Art auf ihn lauert, ist keineswegs aus der Luft gegriffen...  >;D Ob sie ihm aber gefallen wird, also die Überraschung, das wird erst der nächste Sessionbericht ans Licht bringen, der immerhin schon in Arbeit ist  :)

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Re: [MERS/Rolemaster/Hausregel] Die Isengart-Gruppe
« Antwort #129 am: 19.06.2018 | 10:01 »
@Chaos:
Wem gebührt denn Dein Applaus, für den ich mich im Namen der ganzen Truppe schon mal bedanke?  :)

Der gebührt euch allen. So großes Kino ist nie die Leistung eines Einzelnen.  :D

Zitat
Und ja, Deine Erwartung, dass da noch eine Riesenüberraschung irgendeiner Art auf ihn lauert, ist keineswegs aus der Luft gegriffen...  >;D Ob sie ihm aber gefallen wird, also die Überraschung, das wird erst der nächste Sessionbericht ans Licht bringen, der immerhin schon in Arbeit ist  :)

Dann hole ich schonmal das Popcorn.  ;D
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Offline torben

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Re: [MERS/Rolemaster/Hausregel] Die Isengart-Gruppe
« Antwort #130 am: 22.06.2018 | 23:36 »
Popcorn, fertig, los! Vorhang auf für Arrohirs Riesenüberraschung... >;D

Session 55: Teil 1
1.8.-6.8.2784 3Z
Jirvila - Landzunge im hohen Norden westlich des Fjords von Naeseknus

Nachdem die Gefährten, Thorol und Juha in der grossen Halle zu Abend gegessen haben, besprechen sie ihr weiteres Vorgehen. Tinulin drängt auf einen raschen und direkten Vorstoss nach Norden, doch Juha besteht darauf, dass zuerst der Bündnisschluss durch Arrohirs und Jaalas Hochzeit besiegelt werde. Thorol wirft zudem ein, dass er zunächst nach Jökalinda segeln müsse, um seine Herrschaft als neuer Jelf der Havfrudal zu verkünden. Für die knapp 800 Kilometer lange Seestrecke hin und zurück rechne er mit mindestens 14 Tagen Reisezeit, wobei er sowohl sein Schiff, die Skumkrona, wie auch Kjornirs grössere Havspöke mitnehmen wolle. Da in diesem Punkt also noch einige Fragen offen sind, wird der Fokus vorerst auf die Bewaffnung gelegt. Thorol sagt, soweit er wisse, könne nur Hjolgar von Naeseknus Kontakt mit den Kleinzwergen des Nordens herstellen. Bóin II. sieht sich in diesem Zusammenhang Thorols kleinzwergisches Schwert nochmals genauer an und meint schliesslich mit einer Mischung aus Verblüffung und Resignation, die Kleinzwerge würden nie eine ganze Armee der Menschen mit ihren Waffen ausrüsten. Dabei verschweigt er den Anwesenden, dass er bei seiner Begutachtung der Klinge zum Schluss gelangt ist, dass sie aus einer äussert teuren und guten Legierung aus Mithril und Schwarzmetall, den edelsten Materialien überhaupt, hergestellt wurde. So etwas würden die Kleinzwerge niemals verschenken und er sieht keine adäquaten Handelsgüter bei seinen Verbündeten.
[Technisch gesprochen: Beim Versuch, mehr über die Güte des Schwerts herauszufinden, unterläuft Bóin II. ein Patzer. UM 03 - 61 + Mischbonus von Schmieden und Wahrnehmung ergibt einen Fehlschlag, der aufgrund des Patzers so ausgelegt wird, dass Bóin II. das Metall für eine äusserst teure und gute Legierung aus Mithril und Schwarzmetall hält. Es war bereits seine zweite Fehleinschätzung bezüglich der Güte einer Waffe, und Khufur glaubt noch immer, mit einer Axt aus Schwarzmetall unterwegs zu sein, während es sich um "gewöhnlichen" Edelstahl handelt.]
Weitere Szenarien werden besprochen und Calendin bringt den Vorschlag, dass sich alle Labban nach Jirvila begeben und hier verschanzen sollten. Ebenso sollten sich die Helutavi in Jökalinda eingraben, bis der Winter überstanden sei, dies in der Hoffnung, mit dem nächsten Sommer werde die Kraft des eisigen Gegners aus dem Norden schwinden. Tinulin würde dagegen lieber mit einer kleinen Labban-Truppe in den Norden vorstossen, während die übrigen Labban grosse Vorräte anlegen und sich bereit halten sollen. Thorol hingegen votiert für eine rasche Mobilisierung aller Labban, die er mit mehreren Schiffen, welche er unterdessen selber beschaffen wolle, zu Hjolgars Flüchtlingssiedlung bringen möchte, da sich der Feind vor allem auf jener Landzunge manifestiert habe. Aus seinen Gedanken auftauchend, fragt Arrohir Juha und Thorol, ob sie bereit seien, mit ihm in den Krieg zu ziehen. Als sie dies bestätigen, sagt der junge Dunadan, er wolle mit einem Schiff voller Labban, Helutavi und Fischmenschen den Norden der Eisbucht absegeln und nach Spuren des Feindes Ausschau halten. Dabei habe er an Thorols Schiff "Skumkrona" gedacht, welchem er, der Symbolik dieses Unterfangens wegen, auch einen neuen Namen zu geben gedenke. Thorol ist davon weniger begeistert und nimmt Arrohir auch gleich wieder ein bisschen den Wind aus den Segeln, indem er sagt, bei den Helutavi habe ein Schiff jeweils nur einen Namen, den es immer behalte. Tinulin gibt zudem zu bedenken, dass er bei aller Liebe zur Symbolik vielleicht nicht immer mit von der Partie sein könne und Thorol mit der Mobilisierung der Helutavi jetzt gerade auch eine andere Aufgabe zu erfüllen habe. Thorol möchte an seiner Variante festhalten, da es sonst nur an den Helutavi sei, Krieger zu stellen, während sich die Labban mit der Bereistellung von Nachschub begnügen könnten. Schliesslich sagt Tinulin, Juha solle Boten zu allen Siedlungen der Labban schicken und sie auffordern, Vorräte zu sammeln und so viele Krieger wie möglich zu den Fischmenschen nach Nunavuk zu schicken. Thorol solle derweil nach Jökalinda segeln, um Schiffe, Männer und Waffen zu organisieren und diese zu Hjolgars Flüchtlingslager zu bringen. Anschliessend soll er von dort aus nach Nunavuk fahren, um die Labbankrieger abzuholen. Die Calatirnor würden sich in der Zwischenzeit auf die Suche nach den Kleinzwergen des Nordens begeben. Alle sind mit diesem Vorgehen einverstanden, und Juha schickt noch am selben Abend mehrere Boten aus. Arrohir hält zum Ende der Besprechung fest, dass es ihm wichtig sei, auch einige Fischmenschen an Bord des Schiffes zu haben, falls sie nicht auf dem Landweg reisen sollten. Schon bald nach der Besprechung ziehen sich alle für die Nacht zu ihren Gemächern zurück, und Thorol erhält das Zimmer im Eingangsbereich von Juhas Haus, welches jenem der Gefährten genau gegenüberliegt.

Als die Gefährten auf ihrem Zimmer sind, bemerkt Maira Arrohirs unglücklichen Blick und fragt ihren Bruder, ob er die Heirat mit Jaala wirklich wolle. Arrohir verneint dies, fügt aber an, dass er keine andere Wahl habe, wenn er König Arvedui Ruhe bringen wolle. Ganz uneigennützig bietet sich Bóin II. an, Jaala zu verführen, damit Arrohir die Ehe wegen Ehebruchs auflösen könnte, doch auf solche Spielchen möchte sich der junge Dunadan lieber nicht einlassen. Calendin gibt derweil zu bedenken, dass die Eiswesen zwar durchaus eine Gefahr für die Bevölkerung der Eisbucht von Forochel darstellen, die wirkliche Bedrohung gehe jedoch von der dunklen Macht aus, welche hinter diesen Wesen stehe und sie antreibe. Maira versucht weiter, Arrohir davon abzubringen, etwas zu tun, das er nicht wirklich möchte, aber Tinulin gibt ihr zu verstehen, dass die Umstände es ihrem Bruder nicht gerade leicht machen, sich gegen die Hochzeit zu entscheiden.

Es ist bereits mitten in der Nacht, als Calendin von entfernten Geräuschen aus dem Schlaf gerissen wird, welche kurzzeitig sogar das Schnarchen von Bóin II. und Khufur übertönen. Um diese Geräuschquelle auszuschalten, weckt er rasch die Zwerge, aber auch Arrohir und Maira sowie zuletzt Tinulin. Der Noldo glaubt zu hören, das irgendwo im Haus ein Stuhl mit ziemlicher Wucht umgeworfen wird. Ohne Rüstung und nur mit seinem Schwert bewaffnet, schleicht er auf den Gang, gefolgt von Calendin, der ebenfalls sein Schwert gürtet. Nachdem sie die Aussentür sowie einen an mehreren Seitenräumen entlang führenden Gang hinter sich gelassen haben und vor dem geschlossenen Vorhang am Eingang zur grossen Halle stehen, hört Tinulin plötzlich ganz deutlich Geräusche eines Kampfes, der schräg oberhalb der Elben hinter der grossen Halle ausgefochten wird. So schnell es geht, durchquert der Noldo die grosse Halle und reisst die an der gegenüberliegenden Wand gelegene Türe auf. Geistesgegenwärtig erfasst er, dass im dahinter liegenden Raum eine Treppe in den oberen Stock führt, und schon nach wenigen Sätzen ist er an ihrem oberen Ende angelangt. Calendin folgt dem Noldo auf dem Fusse, aber als auch er in dem stockfinsteren Vorraum zu insgesamt vier weiteren Zimmern angekommen ist, ist bereits alles wieder still. Leise öffnet Tinulin die Türe zur ersten der vier Schlafstuben und entdeckt darin einen Mann, der, vielleicht ebenfalls von einem Geräusch geweckt, gerade dabei ist, sich seiner Bettpartnerin in eindeutiger Absicht zu nähern. Rasch und leise schliesst der Noldo die Türe wieder und wendet sich der gegenüberliegenden Türe zu, die zu einem leeren Schlafzimmer führt, wie er schon kurz darauf feststellt. Als Tinulin an der dritten Türe lauscht, vernimmt er von drinnen den schwergehenden Atem eines Menschen. Calendin kann hingegen keine Lebenszeichen vom Inneren des Zimmers wahrnehmen. Tinulin bemerkt, dass die Türe blockiert ist und geht daher davon aus, dass auch in diesem Zimmer die Liebe gerade gross geschrieben wird. Während die Liebesgeräusche aus dem ersten Zimmer immer deutlicher zu hören sind, nimmt der Noldo die vierte Tür unter die Lupe, die ebenfalls zu einer unbewohnten Schlafstube führt. Als sich die beiden Elben gerade zu fragen beginnen, ob sie sich vielleicht verhört hätten, vernehmen sie aus dem dritten Zimmer plötzlich sich steigernde Laute, welche sowohl zu einem Lachen als auch einem Weinen gehören könnten. Calendin beunruhigen diese Geräusche, aber Tinulin flüstert ihm zu, dass er die blockierte Türe nicht oder nur mit grossem Lärm aufbrechen könne, was er angesichts der heiklen Situation nicht riskieren wolle. Sie beschliessen, dass der Waldelb die übrigen Gefährten herholen soll, damit sie der Sache gemeinsam auf den Grund gehen können. Als Calendin wenige Augenblicke später beim Zimmer der Gefährten ankommt und ihnen sagt, es könne sein, dass irgendwo im Haus ein Kampf stattgefunden habe, hat sich Arrohir bereits angezogen und ein kleines Öllicht entzündet. Maira ist noch immer schlaftrunken und wirft sich nur ein warmes Fell über ihr weites Hemd, als sie zusammen mit ihrem Bruder und dem ebenfalls angekleideten und gerüsteten Bóin II. dem zur Eile mahnenden Waldelben durch das Haus folgt. Khufur bleibt derweil als Wache im Zimmer der Gefährten zurück.

Nachdem Tinulin eine gute Minute auf die Gefährten gewartet hat, kommen sie auch schon bei ihm an, und Bóin II. macht sich sogleich an der blockierten Türe zu schaffen. Die Gefährten haben es aufgegeben, besonders leise zu sein, und wenig später schaut auch schon ein ältlicher Mann aus dem ersten Zimmer heraus und erkundigt sich bei ihnen auf Labba, was sie an der Tür zu Jaalas Schlafgemach zu suchen hätten. Kaum hat Bóin II. die Frage erfasst, zückt er seine Axt und rückt der Türe damit zu Leibe, während Calendin dem Mann erklärt, sie hätten Geräusche eines Kampfes vernommen. Schon der erste Hieb von Bóins II. Mithrilaxt bricht den Riegel, und als die Türe auffliegt, erkennen sie im Schein von Arrohirs Öllicht eine grosse Blutlache auf dem hölzernen Fussboden. Sie rührt von zwei tiefen Schnittwunden an den Oberschenkeln einer bildhübschen jungen Frau, welche leblos nahe der gegenüberliegenden Wand am Boden liegt. Hinter ihr an die Wand gelehnt und ein blutverschmiertes Messer an ihre Brust haltend, sitzt Pekka, der die entsetzten Gefährten mit einem zu einem schrägen Grinsen verzerrten, von Tränen und Blut befleckten Gesicht begrüsst. Calendin hatte die Zeit genutzt, um seinen Bogen zu spannen und zielt sofort auf den Schneemenschen, jederzeit bereit, einen Tod bringenden Pfeil von der Sehne zu lassen. Tinulin gebietet ihm aber Einhalt und fragt Pekka in beruhigendem Ton, was geschehen sei. Bóin II. angrinsend, erwidert Pekka nur, dass sie zu spät gekommen seien. Da unklar ist, ob Jaala vielleicht noch gerettet werden kann, und um zu verhindern, dass Pekka sein Messer nochmals in ihren Körper rammt, zögert Bóin II. keine Sekunde, sondern versucht, den Schneemenschen mit einem Hieb der breiten Seite seines Axtblattes bewusstlos zu schlagen. Pekka verliert zwar nicht das Bewusstsein, ist aber immerhin so benommen, dass der Zwerg ihm mit einem anschliessenden raschen Griff die Dolchhand zu Seite und weg von Jaala reissen kann. Während Arrohir, Maira, Tinulin und Calendin das Zimmer betreten, ruft der ältere Mann draussen lauthals nach Juha. Mit einer schnellen Bewegung bekommt Arrohir Pekkas anderen Arm zu fassen, und gemeinsam mit Bóin II. kann er ihn so fixieren, dass Tinulin die leblose Frau ein Stück von ihm wegziehen kann. Rasch sieht sich Maira die tiefen Schnittwunden an Jaalas Oberschenkeln an und legt ihr die Hand auf die Stirn, während Bóin II. Pekka das Messer aus der Hand windet. Nach einigen, allen quälend lang scheinenden Augenblicken sieht Maira Arrohir traurig an und sagt, Pekka habe Recht, sie seien tatsächlich zu spät gekommen. Ausser sich und von den verschiedensten Gefühlen übermannt, schreit Arrohir Pekka die Frage ins Gesicht, weshalb er das getan habe. Mit vielen Glucksern in der Stimme, die ebensogut einem Lachen wie einem verzweifelten Weinen entsprungen sein könnten, erwidert Pekka auf Westron, wenn er Jaala nicht haben könne und die Eisenmenschen sogar mit den Helutavi paktieren würden, statt sie zu vernichten, ergebe alles in seinem Leben keinen Sinn mehr. Angewidert verpasst Bóin II. Pekka einen satten Tritt in den Brustkorb, während Arrohir aufgelöst aus dem Zimmer stürmt. Noch immer scheint Maira nicht begriffen zu haben, um wen es sich bei der wunderschönen Toten handelt und Tinulin erklärt ihr, dass dies Arrohirs zukünftige Ehefrau Jaala sei. Auf Labba wechselnd, fügt er an Pekka gewandt hinzu "die erloschene Hoffnung der Labban". Arrohir ist noch nicht mal bis zur Treppe gekommen, als ihm schon Juha und seine Frau Liivi entgegenkommen und ihn fragen, was vorgefallen sei. Mit stumpfem Blick erwidert Arrohir, das Böse schicke den Wahnsinn voraus. Während Juha ins Zimmer geht und erst noch von Calendin zurückgehalten wird, setzt sich Arrohir erschlagen auf die obersten Treppenstufen. Tinulin hat derweil Jaalas anmutigen Körper mit einem Laken bedeckt. Leise setzt sich Maira neben ihren Bruder auf die Treppe und legt ihm sachte einen Arm um die Schulter, als sie sagt, es tue ihr unendlich leid und sie wären nur ganz wenige Augenblicke zu spät eingetroffen. Sie ist zwar ebenfalls sehr niedergeschlagen, sagt Arrohir aber auch, dass ihm so vielleicht eine schwere Entscheidung abgenommen worden sei. Arrohir, dem nicht entgangen ist, wie anmutig und schön die zu ihm ungefähr gleichaltrige Jaala selbst im Tod war, erwidert, dass ein kleiner Teil in ihm tatsächlich erleichtert sei, er wisse allerdings auch, dass nun alles nur umso schwieriger werde.
[Technisch gesprochen: Jaalas Aussehenswert ist eine UM 98, wirklich bildhübsch.]
Unterdessen hält Tinulin Pekka die Hand an die Stirn und versucht herauszufinden, ob er von einem Fluch zu der Tat getrieben wurde. Nachdem er dem Schneemenschen einige Zeit intensiv in die Augen gesehen und sich über die Berührung mit seinem Geist verbunden hat, kann er eine solche böse Beeinflussung von aussen allerdings ausschliessen. Nachdem sie noch eine Weile auf der Treppe gesessen und das klagende Schluchzen von Juha und seiner Frau dumpf an sich vorbeiziehen lassen haben, gehen die Geschwister schliesslich zu ihrem Zimmer zurück. Gerade als sie bei ihrer Tür ankommen, tritt Thorol auf den Gang, und sie informieren ihn kurz über das Vorgefallene. Der Helutavi legt seine Stirn in Falten und sagt in verächtlichem Ton, er hätte Pekka wohl schon viel früher über Bord gehen lassen sollen. Auch Khufur erzählen sie wenig später, was sich zugetragen hat, während Tinulin Juha und seiner Frau sein Beileid ausdrückt. Kurz darauf wird Bóin II., der Pekka in seinem Gewahrsam hat, von Jaalas ältlichem Zimmernachbarn zum unteren Ende des Hügels geführt, wo er den Schneemenschen beim Dorfplatz an eine grosse Steinsäule kettet. Während der Mann eine Wache organisiert, lässt sich Tinulin zu einer kleinen Hütte in der Nähe des Dorfplatzes bringen, in der Pekka ein Zimmer bewohnt hatte. Der Noldo sieht sich gründlich um, kann aber nichts Auffälliges entdecken. Derweil sind mehrere Mägde zu Jaalas Zimmer gekommen und kümmern sich um den Leichnam der schönen Frau. Als sich bald darauf alle Gefährten wieder in ihrem Zimmer eingefunden haben, schweigen sie konsterniert ob der unbegreiflichen Tat Pekkas und versuchen schliesslich, nochmals ein bisschen Schlaf zu finden. Nur Tinulin und Calendin bleiben für den Rest der Nacht wach.

// Metageblubber:

Nachdem sich Arrohir auch in der letzten Session schweren Herzens für eine Heirat mit Juhas Tochter Jaala ausgesprochen hatte, habe ich mir nochmals Gedanken zur ganzen Situation gemacht und mir überlegt, wie sich das Spiel nach der Heirat wohl entwickeln würde. Da dem Spieler die Angelegenheit ein Stück auf dem Magen lag, habe ich mir schliesslich Pekkas fanatisch-verzweifelte Racheaktion einfallen lassen, bei der die Spieler durch aktives Handeln die Hochzeit retten, resp. durch Abwarten platzen lassen konnten. Eine ziemliche paradoxe Situation vom Standpunkt aus betrachtet, dass die Spieler meistens alles zur Rettung Unschuldiger unternehmen, obwohl sie hier vielleicht lieber inaktiv bleiben würden. Beim Ausspielen des nächtlichen Angriffs habe ich regelmässig Wahrnehmungswürfe für die Elben gemacht, welche allerdings teilweise recht tief ausfielen, weshalb sie auch nur sehr vage Informationen erhielten. Auch aufgrund früherer Erfahrungen bin ich eigentlich davon ausgegangen, dass die Spieler den Braten riechen und schnell und umfassend eingreifen würden. Da die Elben zu meiner eigenen Überraschung jedoch plötzlich innehielten, nahm das Schicksal Jaalas seinen Lauf und sie verblutete in Pekkas Armen. Erst nachdem ihr Herz zu schlagen aufgehört hatte und noch sechs Runden Zeit waren, um ihre Seele am Verlassen des Körpers zu hindern, liess ich Pekka Lachen und Schluchzen, als letzten Hinweis darauf, dass man eingreifen könnte.
Als sich abzeichnete, dass die Spieler das Zimmer wirklich nicht stürmen wollen und Jaala unwiederbringlich verblutet, empfand ich das zuerst als schade. Auf der einen Seite machte es das Spiel zwar wieder recht viel einfacher (Arrohir bleibt (vorerst?) ohne Bindung im Norden), andererseits fühlte es sich an, als wäre da eine tolle Chance für ein interessantes Spiel vergeben worden, eine Chance, die so vielleicht nicht wiederkommt. Da aber von allen Seiten gewollt ist, dass Entscheidungen Konsequenzen haben, ist das Ergebnis aber auch so in Ordnung und wir werden sehen, was sich für das weitere Spiel daraus entwickelt.
Arrohirs Spieler sagte nach der Session allerdings, er sei sehr müde gewesen und daher weniger aktiv/überlegt bei der Sache, als er das eigentlich sein möchte.

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Offline torben

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Re: [MERS/Rolemaster/Hausregel] Die Isengart-Gruppe
« Antwort #131 am: 22.06.2018 | 23:48 »
Session 55: Teil 2

Als die Gefährten am Morgen des 2. August 2784 3Z aufwachen, gibt Calendin besorgt zu bedenken, dass die Gefährten alleine gewesen seien, als sie Jaala gefunden hätten. Das könnte allenfalls zu Problemen und falschen Beschuldigungen führen, weshalb er dazu rät, dass sie zumindest vorerst alle beisammen bleiben sollen. Bald darauf treffen sie in der grossen Halle mit Juha zusammen, der Arrohir bekümmert ansieht und ihm sagt, es sei ein schwerer Schicksalsschlag, dass sie ihr Bündnis nun statt mit einer Hochzeit mit einer Bestattung besiegeln müssten. Er hoffe, er könne Arrohirs Einschätzung bezüglich der Aufrichtigkeit der Helutavi trauen, wenn er schon nicht mal mehr seinen eigenen Leuten vertrauen könne. Zur Mittagszeit wird Jaalas in ein schneeweisses Eisbärenfell gehüllter Leichnam auf einer Bahre aus dem Haus getragen und dem nördlichen Hügelgrat entlang auf den höchsten Punkt des Berges gebracht, wo ein Holzstoss aufgebaut wurde. Bevor die Prozession, an der beinahe alle Labbadal sowie Thorol teilnehmen, am Dorfplatz vorbeikommt, wurde Pekka an einen anderen Ort gebracht, damit er nicht noch einmal einen Blick auf sein Opfer werfen kann und keiner ihn anzusehen braucht. Auch Arrohir, Tinulin, Bóin II., Calendin und Maira beteiligen sich an der Prozession, während Khufur im Zimmer der Gefährten Arveduis Kiste bewacht. Bei kaltem, aber schönstem Wetter mit ungewöhnlich klarer Sicht, führt eine alte Frau, die Dorf-Wuitan, eine Zeremonie durch, an deren Ende sie Juha eine brennende Fackel übergibt. Dieser entzündet daran weitere Fackeln, welche er seiner Frau Liivi und Arrohir reicht, wobei er zu dem jungen Dunadan sagt, auch wenn er Jaala nicht habe ehelichen können, so solle er sich wenigstens dadurch mit ihr verbinden, dass er ihr zu ihrer Reise zu den Göttern verhelfe. Gemeinsam entzünden sie den Holzstoss, der sogleich Feuer fängt, und betrachten eine Weile schweigend das Züngeln der Flammen, bevor sich die Versammlung langsam auflöst und schliesslich nur noch die Wuitan, Liivi und Juha sowie zehn seiner Gefolgsleute auf dem Hügel zurückbleiben. Calendin hat die Zeit genutzt, um sich umzublicken, konnte jedoch in keiner Richtung Feinde ausmachen.

Am Abend findet ein grosses Essen in Juhas Halle statt, bei welchem fast das ganze Dorf, die Gefährten sowie Thorol und die Helutavi anwesend sind. Nach dem ersten Gang rufen Juha und Liivi Arrohir zu sich, um vor aller Augen den Bündnisschluss der Labban mit den Eisenmenschen für den Kampf gegen die eisige Bedrohung aus dem Norden und für den Frieden an der Eisbucht zu verkünden. Anschliessend übergibt Juha dem jungen Dunadan Barahirs Ring, worauf sich, nachdem Arrohir das wertvolle Kleinod ehrfürchtig in Empfang genommen hat, Tinulin erhebt. Mit lauter Stimme verkündet der Noldo, dass Barahirs Ring seit jeher ein Zeichen für gegenseitige Hilfe und Unterstützung gewesen sei und auch dieses Mal ein gutes Omen sein solle für ein Bündnis, dem auch Thorol und die Helutavi angehören sollten. Da ruft Juha auch Thorol zu sich und bittet ihn, sich dem zwischen den Labban und den Eisenmenschen geschlossenen Bündnis anzuschliessen. Thorol sagt, er schliesse sich dem Bündnis an, in der Hoffnung, dass es sich nach dem Sieg über den Feind aus dem Norden als neue Basis für guten Handel erweise. Schliesslich zieht Arrohir sein Schwert Farongyrth, den Jäger der Toten, und sagt, dies sei die Klinge, welche für den Kampf gegen den schwarzen Feind gemacht sei, Ondrils Schwert, und es sollen sich ihm noch viele weitere Schwerter anschliessen, und auch die Labban sollen sich bewaffnen für das, was vor ihnen liege. Nachdem alle Wortmeldungen mit grossem Applaus, Jubel und reichlich Alkohol gewürdigt worden sind und Arrohir sich wenig später wieder auf seinen Platz gesetzt hat, legt er sich Barahirs Ring, gesichert durch mehrere Lederbänder, um den Hals. Im Verlauf des Abends äussert Arrohir seinen Wunsch, dass die Gefährten auf ihrer Suche nach den Kleinzwergen des Nordens von mindestens einem Streiter jedes der Eisbuchtvölker begleitet werden. Als die Gefährten viel später am Abend wieder auf ihrem Zimmer sind, möchte Tinulin unbedingt nochmals einen Blick auf Barahirs Ring werfen und überprüfen, ob sich mit seiner Hilfe Arveduis Kiste öffnen lässt. Zum einen erkennt er, dass sich der Ring bis zur Hälfte in den Schlitz des Schlosses stecken lässt, das die Form eines fünfzackigen Sterns hat. Zum anderen bemerkt er, dass nun beim Hinunterdrücken der fünf Zacken seitlich verschieden lange Stifte aus Metall herausfahren, die ebenfalls Teil des Schlossmechanismus zu sein scheinen. Dabei lässt er es aber vorerst bewenden, denn es scheint, als hätten sie noch nicht alle Utensilien beisammen, um das Schloss öffnen zu können.

Am nächsten Morgen kommt Juha mit Ollo, einem seiner Männer, zu den Gefährten und sagt, dieser werde sie zu den Fischmenschen nach Nunavuk begleiten und dort in seiner Vertretung Ahto und seine Leute zum Bündnisbeitritt auffordern. Zum Zeichen seiner Legitimation weist Ollo einen mit mehreren eingebrannten Zeichen versehenen Walknochen vor. Juha selbst will vorerst noch in Jirvila bleiben und von hier die Vorbereitungen der Labban koordinieren. Bei ihren eigenen Reisevorbereitungen überlegen die Gefährten, was sie mit der sperrigen Kiste König Arveduis machen sollen und gelangen nach längerer Diskussion zum Schluss, sie hier in Jirvila zu lassen. Maira ist darüber gar nicht erfreut, denn das bedeutet, dass sie sicher nochmals hier vorbeikommen müssen, was sie eigentlich zu Gunsten einer rascheren Rückkehr nach Süden zu vermeiden gehofft hatte. Tinulin hingegen rechnet damit, dass sie noch in diesem Winter nach Jirvila zurückkehren werden und von hier aus übers Eis zum Südende der Eisbucht von Forochel gelangen könnten. Ausgerüstet mit Proviant für 30 Tage brechen die Gefährten bald darauf mit Ollo sowie Thorol und seinen Helutavi zu den Schiffen auf.

Am Morgen des 4. August 2874 3Z stellt Thorol aus seinen Anhängern zwei Mannschaften zusammen. Während er das Kommando über die grössere Havspöke und 14 seiner eigenen sowie 40 von Kjornirs ehemaligen Männern übernimmt, überträgt er Kjornirs ehemaligem ersten Steuermann Talvar das Kommando über die Skumkrona. Mit Talvar segeln 14 von Thorols und 20 von Kjornirs ehemaligen Anhängern sowie die Gefährten und Ollo, der, wie auch Bóin II., auf einer der Ruderbänke in der Mitte des Schiffs Platz nimmt. Auch wenn sein Meister sich mit einem Seil am Mast gesichert hat, ist Khufur für das Risiko des Ruderns nicht zu begeistern, und er bindet sich ein weiteres Mal, seinen Eimer nahe bei sich, am Mast fest. Bei gutem Wetter und günstigem Wind erreichen die beiden Schiffe nach rund 20 Stunden Fahrt am frühen Morgen des nächsten Tages die kleine Siedlung der Fischmenschen Nunavuk. Im Gespräch mit Ahto, dem Anführer der Fischmenschen, stellt Thorol klar, dass Kjornirs Zeit abgelaufen und er der neue Jelf der Helutavi sei. Anschliessend erklärt Arrohir mit Calendin und Ollo als Übersetzer, dass sie gekommen seien, um den Kampf gegen den eisigen Feind aus dem Norden aufzunehmen und einen lange anhaltenden Frieden der Völker an der Eisbucht zu sichern. Zu diesem Zweck hätten die Labban, die bald mit ihren Vorräten nach Nunavuk kommen würden, mit den Eisenmenschen und den Helutavi ein Bündnis geschlossen, dem auch die Leikkitiri, die Fischmenschen, beitreten sollen. Ollo untermauert Arrohirs Worte, indem er Juhas Walknochen vorzeigt, was Ahto nach einem längeren Gespräch schliesslich dazu bewegt, sich dem Bündnis der anderen anzuschliessen. Zur Besiegelung dieses Aktes stossen Ahto, Arrohir, Ollo und Thorol mit einer Fischsülze an, und der junge Dunadan kann nur mit grösster Mühe und Körperbeherrschung verhindern, Ahto die für seinen Gaumen widerliche Brühe umgehend ins Gesicht zu spucken. Ahto sähe es gerne, wenn die neue Allianz ihre Basis in Nunavuk hätte, doch Arrohir erklärt ihm, dass dies nicht möglich sei und sie weiter zur Flüchtlingssiedlung Hjolgars von Naeseknus müssten. In seinen Augen sei als Akt der Unterstützung bereits ausreichend, wenn die Fischmenschen einige Vorräte bereitstellen würden, denn es stellt sich heraus, dass die kleine Siedlung die einzige Ansammlung der Fischmenschen ist. Thorol ist mit diesem Beitrag zwar erst nicht ganz einverstanden, schliesslich fügt er sich aber, als Arrohir ihm sagt, dass die Helutavi die Bucht lange durch ihre Waffenmacht beherrscht und die anderen Völker unterdrückt hätten. Es sei deshalb nur folgerichtig, die besten Kämpfer in die erste Reihe zu stellen, zumal dies auch ein Zeichen im Sinne der Wiedergutmachung und im Hinblick auf eine harmonische und handelsbetonte Zukunft setze. Zudem würden die Gefährten ebenfalls an vorderster Front mitkämpfen.

Am Morgen des 6. August 2784 3Z brechen die Havspöke und die Skumkrona von Nunavuk auf, um in Richtung von Hjolgars Flüchtlingssiedlung zu segeln. Abends zuvor hatten sich Thorol und Talvar mit den Gefährten darauf geeinigt, möglichst lange der Küste zu folgen, da Bóin II. grössten Respekt vor den untoten Schwertwalen dieser Gegend gelernt hat und daher nicht zu weit vom trockenen Land segeln möchte.
Gegen Abend erreichen sie die nördlichsten Gefilde der Eisbucht von Forochel und sehen schon bald die immense Zunge eines direkt ins Meer mündenden Gletschers, der von einer langgestreckten Arena aus schneebedeckten Bergen im Hinterland herunterkommt. Zahllose kleinere und grössere Eisberge treiben im dunklen Wasser, das hin zur Gletscherzunge, die über eine Klippe ins Meer fliesst, bereits zugefroren scheint. Und während der Süden Gondors um diese Jahreszeit für gewöhnlich in der Hitze glüht, kommt es den Gefährten hier oben im Norden so vor, als erstarre berreits jetzt alles in eisiger Kälte. Als sich die beiden Schiffe, die aufgrund ihrer unterschiedlichen Grösse je ihren eigenen Weg durchs Eis suchen, gerade in der Mitte der Bucht vor dem Gletscher befinden, wird die Fahrt der Skumkrona plötzlich deutlich verlangsamt, wie wenn sich etwas von unten an das Schiff gehängt hätte. Wenig später vernehmen die Seemänner ein raues Knarzen, worauf plötzlich mehrere Planken in der Mitte des Schiffs kurz vor dem Mast zerbersten. Neben dem ins Boot schiessenden Wasser erkennen die erschrockenen Männer einen riesigen Schnabel, der die Planken wie dürre Zweige zerdrückt hat. Talvar stellt sofort zwölf seiner Männer zum Schöpfen und Abdichten des Lecks ab, während sich die anderen mit aller Kraft in die Riemen legen. Die Gefährten sind gerade dabei, ihre Waffen zu ziehen, als plötzlich zu beiden Seiten vor dem Mast vier riesige mit Saugnäpfen und Krallen bewehrte Fangarme aus dem Wasser schiessen und nach den Ruderern tasten. Während Tinulin den gewaltigen Kraken mit einem gut gezielten Schuss zumindest kurz benommen machen kann, läuft Arrohir vom Heck des Schiffs nach vorne, um dem Untier die Klinge Farongyrth entgegenzuhalten. Auch Bóin II. und Khufur nehmen den Kampf gegen den Kraken auf, und gemeinsam setzen sie ihm mächtig zu. Dem Untier gelingt es nur, zwei Matrosen, Tinulin und Bóin II. leichte Verletzungen zuzufügen, bevor es erschlafft und seine teilweise mit Eis überzogenen Tentakel wieder in der Tiefe versinken.
[Technisch gesprochen: Der Krake, ein nach den Regeln gewaltiges Wesen, hat sich von unten am Schiff festgesaugt und mit seinem Schnabel einen Angriff auf die Schiffshülle geführt. Der Angriff hat zu einem kritischen Treffer E geführt, der mit einer UM 82 ausreichend ist, um ein Leck in den Rumpf zu beissen. Beim anschliessenden Kampf können die Charakter (bis auf Khufur, der noch immer glaubt, seine Edelstahlaxt sei aus Schwarzmetall) ihre selbst gegen untote gewaltige Wesen exzellenten Nahkampfwaffen einsetzen und dem Gegner so schon bald den Garaus machen.]
Während Arrohir den Seemännern beim Abdichten des Lecks hilft und das Schiff langsam wieder an Fahrt gewinnt, fällt Maira auf, dass auch die schräg hinter ihnen fahrende Havspöke von einem grossen Kraken angegriffen wird. Sofort eilt Tinulin zu Calendin ins Heck des Schiffs, von wo aus sie mit ihren Bögen auf das Ungetüm schiessen. Auch Arrohir schnappt sich seinen Bogen, doch auch mit der Hilfe der drei Gefährten kann die Mannschaft der Havspöke nicht verhindern, dass der Krake einen Matrosen ergreift und mit voller Wucht gegen den Mast schleudert. Gleich darauf bekommt er einen zweiten Mann zu fassen und reisst ihn über Bord. Im nächsten Augenblick ist der Krake mit seiner Beute in der Tiefe verschwunden.
[Technisch gesprochen: Beim Angriff des zweiten Kraken können die Charakter nur mit ihren Fernkampfwaffen eingreifen, die - ausser im Fall von Calendins Bogen Culor - deutlich weniger mächtig sind als ihre Nahkampfwaffen. Entsprechend können sie dem Kraken weniger anhaben, und dieser kann zwei sehr gute Angriffe gegen Thorols Männer verbuchen, die jeweils zu kritischen Treffern E führen. Mit einer UM 96 bricht der eine einem Matrosen mehrere Knochen, was ich als Schleudern gegen den Mast interpretierte. Der andere kritische Treffer E war mit UM 99 tödlich, weshalb der betroffene Mann als Krakenfutter über Bord ging.]
Die Elben und Arrohir warten noch eine Weile, bevor Tinulin schliesslich wieder beim Bug Stellung bezieht und Arrohir den Ruderern hilft. Talvar hat eigentlich vor, den nächstgelegenen Sandstrand anzulaufen, doch Thorol ruft von der Havspöke herüber, er solle noch so lange wie möglich weiterfahren. Da Talvars Männer das Leck recht gut reparieren konnten, bedarf es nur zwei Schöpfern, während alle anderen nach Kräften rudern. Als sie langsam aus der Bucht herausfahren, holt Thorols Schiff auf, und gemeinsam umrudern sie kurz nach Mitternacht eine grosse Landzunge, die im weiteren Verlauf zum Fjord von Naeseknus führt. Hier fahren sie mit ihren Schiffen auf einen flachen Sandstrand.

// Metageblubber:

Zu Jaalas Schicksal:
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Bisher hatten die Schiffe von Thorol und Kjornir noch keine Namen, was ich unbedingt mal ändern wollte, zumal sich das auch in den Berichten besser liest.
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Der Kampf gegen den Kraken war aus meiner Sicht sehr anders, als ich mir das gewünscht oder vorgestellt hatte. Von so einem Vieh müsste in meiner Vorstellung eine viel grössere Gefahr ausgehen, spätestens wenn es mit mehreren Tentakeln eine Person angreift und dazu vielleicht sogar noch unter dem Boot hervorkommt, um besser sehen zu können. Die Kampfwerte lassen das leider nicht so recht zu, vielleicht habe ich mich aber auch einfach zu wenig auf die Fähigkeiten des Kraken vorbereitet und hätte ihn anders "verwalten" müssen. Ein grosser Unterschied im Vergleich zu den untoten Schwertwalen war indessen ganz klar, dass die Charakter ihre selbst gegen untote gewaltige Wesen deutlich stärkeren Nahkampfwaffen einsetzen konnten. Der Einsatz der kritischen Tabelle für Ringen war ungewohnt, zumal wir es da ziemlich schnell zu Konfliktsituationen kommen kann, z.B. ist meistens nicht klar ist, ob ein Charakter nun gefesselt ist und wenn ja, wie er sich befreien und ob er angreifen kann, weshalb ich da bisher häufig ein bisschen einen Bogen drum gemacht habe. Zudem haben wir zur Zeit auch keine für den "Helden"-Status der Charakter modifizierte Ringen-Tabelle. Die Angriffe auf das Schiff selbst waren einmal mehr eine Handwedelei meinerseits, da ich mich bei der Vorbereitung zu wenig damit auseinandergesetzt und nirgends Werte für unbelebte Dinge wie Schiffe gefunden habe. Das hat dem Spielfluss und der Spannung aber keinen Abbruch getan. Und am Ende stimmte die Rechnung auch für mich wieder einigermassen, nachdem der Krake, der die Havspöke angriff, sich einen Helutavi zum essen geholt und einen anderen an den Mast geschleudert hatte.

Zur eisigen Bedrohung aus dem Norden:
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Soll noch mal einer sagen, bei mir werde er zu seinem Glück gezwungen...  >;D

Und wer hat sich dieses Mal eine Runde Mitleid verdient? ;D

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Re: [MERS/Rolemaster/Hausregel] Die Isengart-Gruppe
« Antwort #132 am: 23.06.2018 | 16:08 »
Also, diesmal gibt es Mitleid für dich, weil die Dinge nicht so gelaufen sind, wie du es dir vorgestellt hast. Und natürlich für die arme Jaala.
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Re: [MERS/Rolemaster/Hausregel] Die Isengart-Gruppe
« Antwort #133 am: 23.06.2018 | 22:21 »
@Chaos:
Oh das ist aber nett, dass ich eine Runde Mitleid bekomme. Ist diesmal aber gar nicht nötig, denn ich hatte eigentlich gar keine Präferenz, wie es weitergehen soll. Dass die Hochzeit nicht zustande gekommen ist, war in dem Moment einfach schade, danach hat es sich aber ok angefühlt und ich denke, für das Spiel ist es insgesamt auch "leichter" so.
Aber ja, die arme Jaala kann wirklich etwas Mitleid gebrauchen. Friede ihrer Asche :)

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Re: [MERS/Rolemaster/Hausregel] Die Isengart-Gruppe
« Antwort #134 am: 24.06.2018 | 17:25 »
@Chaos:
Oh das ist aber nett, dass ich eine Runde Mitleid bekomme. Ist diesmal aber gar nicht nötig, denn ich hatte eigentlich gar keine Präferenz, wie es weitergehen soll. Dass die Hochzeit nicht zustande gekommen ist, war in dem Moment einfach schade, danach hat es sich aber ok angefühlt und ich denke, für das Spiel ist es insgesamt auch "leichter" so.
Aber ja, die arme Jaala kann wirklich etwas Mitleid gebrauchen. Friede ihrer Asche :)

Trotzdem irgendwie schade, dass die Gute so lange als Bedrohung von Arrohirs Freiheit aufgebaut wurde, nur um dann quasi off-screen weggemeuchelt zu werden. Ich hatte mir erhofft, dass Arrohir sich da entweder selbst irgendwie rauswinden muss, oder dass Jaala sich am Ende als wehrhaft und dem Abenteurerleben nicht abgeneigt erweist - vielleicht eine Art Eowyn des hohen Nordens.

Na ja, die Frage hat sich ja nun erledigt. Allerdings... als Geist könnte sie in der Geschichte noch weiter auftauchen. Geister neigen ja dazu, Dinge zu verfolgen, die sie im Leben nicht mehr erledigen konnten - das könnte bei Jaala die Ehe mit Arrohir sein (was sein zukünftiges Liebesleben sicher ein wenig verkomplizieren dürfte) oder aber die Geschichte mit dieser Bedrohung aus dem Eis, oder beides.
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Re: [MERS/Rolemaster/Hausregel] Die Isengart-Gruppe
« Antwort #135 am: 24.06.2018 | 20:45 »
@Chaos:
Ja da hast Du natürlich Recht, Arrohirs "Bedrohung" durch Jaala hat sich tatsächlich sehr schnell in Nichts aufgelöst. Das Modell "wehrhafte Ehefrau" ist eben bereits Arrohirs Mutter Evin. In der Kampagne, die wir vor der Isengartgruppe gespielt haben, hat Arrohirs Vater Caedmon eine ebenfalls ausnehmend schöne Frau der Rohirrim geehelicht, und es hat sich herausgestellt, dass sie so gar nicht zimperlich ist und am liebsten selbst in die Schlacht reiten würde. Dennoch war sie nicht einfach ein Eowyn-Stereotyp. Wie Jaala gewesen wäre, das hätte ich mir dann noch genauer überlegen müssen - eben, ein Stück weit eine verpasste Chance.
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Nun wir werden sehen, wie's weitergeht und was da noch alles kommen mag... schliesslich haben ja auch noch andere Mütter hübsche Töchter, mit denen sich allerlei politische Intrigen spinnen lassen  ;) >;D

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Re: [MERS/Rolemaster/Hausregel] Die Isengart-Gruppe
« Antwort #136 am: 24.06.2018 | 22:10 »
@Chaos:
Ja da hast Du natürlich Recht, Arrohirs "Bedrohung" durch Jaala hat sich tatsächlich sehr schnell in Nichts aufgelöst. Das Modell "wehrhafte Ehefrau" ist eben bereits Arrohirs Mutter Evin. In der Kampagne, die wir vor der Isengartgruppe gespielt haben, hat Arrohirs Vater Caedmon eine ebenfalls ausnehmend schöne Frau der Rohirrim geehelicht, und es hat sich herausgestellt, dass sie so gar nicht zimperlich ist und am liebsten selbst in die Schlacht reiten würde. Dennoch war sie nicht einfach ein Eowyn-Stereotyp. Wie Jaala gewesen wäre, das hätte ich mir dann noch genauer überlegen müssen - eben, ein Stück weit eine verpasste Chance.
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Nun wir werden sehen, wie's weitergeht und was da noch alles kommen mag... schliesslich haben ja auch noch andere Mütter hübsche Töchter, mit denen sich allerlei politische Intrigen spinnen lassen  ;) >;D

Na, ob die anderen Mütter so angetan sein werden von diesem potentiellen Schwiegersohn, wenn sie erfahren, was seiner vorigen Verlobten zugestoßen ist?
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Re: [MERS/Rolemaster/Hausregel] Die Isengart-Gruppe
« Antwort #137 am: 29.09.2018 | 21:57 »
Jaja, seit mehr als 60 Tagen nichts mehr geschrieben, blabla, erzähl mir was Neues  ::)
Aber hey, nun sind wir endlich wieder da und das Abenteuer kann weitergehen  :) :)
Hier kommt sie nun also, die Session 56, viel Spass beim Lesen.

Session 56: Teil 1
6.8.-7.8.2784 3Z
Landzunge im hohen Norden westlich der Bucht von Naeseknus - Hjolgars Flüchtlingssiedlung

Gegen Mitternacht ziehen die beiden Mannschaften die Havspöke und die kleinere Skumkrona gut 20 Meter auf den Sandstrand, damit die Schiffszimmerer die Reparaturen der Lecks in Angriff nehmen können. Derweil teilt Thorol den Gefährten mit, dass der Seemann, den der zweite Krake mit voller Wucht gegen den Mast geschleudert hatte, seinen Verletzungen erlegen sei. Calendin und die anderen sind sich darin einig, dass der Leichnam verbrannt werden sollte, um zu verhindern, dass er eines Tages als untotes Wesen zurückkehren könnte. Bóin II. und Khufur machen sich sogleich mit mehreren Helutavi auf die Suche nach genügend Treibholz, um einen ordentlichen Scheiterhaufen errichten zu können. Unterdessen geht Maira mit den Elben, Arrohir, Ollo sowie den beiden vom ersten Kraken leicht verwundeten Helutavi Hauri und Erik gut 80 Meter vom Strand landeinwärts, wo sie im Schein einer Fackel mit der Behandlung ihrer Blessuren beginnt. Während sich Arrohir gleich wieder zu den Schiffen begeben möchte, um den Männern seine Hilfe anzubieten, halten Tinulin und Calendin in Mairas Nähe Wache. Plötzlich bemerken die beiden Elben, dass die schäumende Gischt der Brandung die weissschimmernden, teilweise von Eis überzogenen Panzer unzähliger Riesenkrabben an den Strand spült, worauf diese zielstrebig auf die beiden Schiffe und ihre Besatzung zuhalten. Sofort schlagen Tinulin und Calendin lautstark Alarm und rennen mit Arrohir zu den Schiffen. Dort angekommen, setzen sie sich zusammen mit Thorols Männern gegen die Riesenkrabben zur Wehr, wobei sich Calendin für diesen Kampf auf die Güte seines Schwertes Lachathol verlässt, da er nur noch wenige Pfeile in seinem Köcher hat und diese für gefährlichere Gegner aufsparen möchte. Rasch beziehen sie zwischen den Schiffen Stellung an der Backbordwand der Havspöke und versuchen zusammen mit den Helutavi, die Riesenkrabben von den Schiffen fernzuhalten. Ein wilder Kampf entbrennt, bei dem sich die Angreifer in massiver Überzahl befinden und sowohl Arrohir als auch die Elben stets mindestens zwei Gegner gleichzeitig bekämpfen müssen. Bereits bei einem der ersten Angriffe der Riesenkrabben muss Calendin erkennen, dass diese Gegner im Vergleich zu ihrem letzten Zusammentreffen wenige Wochen zuvor deutlich an Gefährlichkeit gewonnen haben. Einer Krabbe, in deren Augenhöhlen, im Gegensatz zur Mehrzahl der übrigen Gegner, ein schwaches, kaltes Glimmen zu sehen ist, gelingt es nämlich, dem Waldelben mit ihrer scharfkantigen Schere den Oberschenkel aufzuschlitzen. Im selben Augenblick durchfährt ihn eine unnatürliche und lähmende Kälte und ihn überkommt das unheimliche Gefühl, allmählich innerlich einzufrieren.
[Technisch gesprochen: Der Angriffswurf der Krabbe ist eine UM 100 + 93 + 75 Offensivbonus - 70 Defensivbonus = Maximaltreffer mit 32 Treffern und einem kritischen Streichtreffer D sowie einem kritischen Kältetreffer A, für den der Wurf zu einem Ergebnis von 63 führt. Aufgrund der speziellen untoten Kraft der Krabbe führt der kritische Kältetreffer A während 6 Runden zu einer Reduktion aller Fähigkeiten um 63 % (Einfrieren), sofern dem kälteerprobten Waldelben nicht ein Wurf gleich oder höher als 63 gelingen sollte, was zu einer Reduktion um "nur" 30 % führen würde. Mit einer UM 95 verpasst Calendin diese Chance spektakulär.]
Glücklicherweise dauert es nicht lange, bis Bóin II. und Khufur auch zwischen den Schiffen auftauchen und sich im wahrsten Sinne des Wortes durch die schier endlose Masse von Gegnern zu ihren Freunden durchzuschlagen versuchen. Bóin II. hatte Tinulins Alarmruf als erster der Holzsammler gehört und war sofort mit Khufur zurückgerannt, doch da hatten die Krabben schon beide Schiffe umzingelt und auch den Raum zwischen den Schiffen mit ihren Körpern geflutet. Calendin muss sich hinter Tinulin und Arrohir an die Bordwand der Havspöke zurückziehen und dort seine blutenden Wunden mit Harfyharz versorgen, während seine beiden Freunde je eine Krabbe erschlagen können. Dieser Erfolg ist jedoch nur ein Tropfen auf den heissen Stein, denn mittlerweile befinden sich schon so viele Krabben auf dem Strand, dass es den Zwergen nicht einmal mehr gelingt, direkt zu Tinulin und Arrohir vorzudringen. Stattdessen werden sie gut zwölf Meter von ihren Freunden entfernt in den Kampf verwickelt, und auch Bóin II. bekommt schon gleich die eisigen Scheren einer Krabbe zu spüren. Glücklicherweise kann er der lähmenden Kälte, die auch durch seinen Körper fliesst, besser widerstehen. Unter Thorols Führung versuchen die Helutavi verzweifelt, die Schiffe zu verteidigen, doch es dauert nicht lange, bis die Lage der Gefährten noch brenzliger wird, denn plötzlich rufen Maira, Ollo, Erik und Hauri um Hilfe, deren weiter oben auf dem Strand gelegenes Lager von den Krabben entdeckt wurde. Im selben Augenblick erkennt Tinulin, dass einige Krabben dazu übergehen, neben dem vom Kraken getöteten Mann auch schon die ersten überwältigten Helutavi ins Meer zu transportieren. Entsetzt ruft der Noldo Thorols Männern zu, sie sollen unter allen Umständen versuchen, die Verschleppung ihrer gefallenen Kameraden zu verhindern. Arrohir hat bereits mehrere Kraftschläge ausgeführt, um sich die mörderischen Krabben vom Leib zu halten, und angesichts der akuten Bedrohung für Maira versucht er umso vehementer, seine Gegner zu erschlagen. Doch gerade als er ein weiteres Mal zu einem kraftvollen Schlag ausholen will, rutscht er auf dem mittlerweile von Krabbeninnereien glitschigen Boden aus und verfehlt seinen Gegner klar, wobei er sein Schwert nur mit Mühe festhalten kann. Bóin II. ergeht es noch schlechter, denn eine Krabbe findet eine ungepanzerte Stelle an seinem Hals und schlitzt ihn dort mit ihrer eisigen Schere auf. Erneut durchflutet ihn todbringende Kälte und lässt ihn beinahe einfrieren. Trotz seiner zahlreichen Verletzungen und der lähmenden Kälte mobilisiert der kampferprobte Zwerg nochmals seine letzten Reserven, denn mittlerweile sind Maira, Ollo, Erik und Hauri durch die Riesenkrabben in arge Bedrängnis gekommen.
[Technisch gesprochen: Arrohir macht bei seinem Angriff einen Waffenpatzer und hat Glück, dass er seine Waffe nicht verliert. Nach einem weiteren Treffer durch eine Riesenkrabbe macht Bóin II. ein Durchhalten-Manöver, um seine Verletzungen und Mali zumindest vorübergehend ignorieren zu können, wobei dies eine verlängerte Heilungsdauer nach sich zieht.]
Gemeinsam versuchen die Gefährten, sich zum höher gelegenen, von Ollos Fackel schwach beleuchteten Lager durchzuschlagen, um Maira und ihren Begleitern zu Hilfe zu kommen. Von Ollo, Erik und Hauri umgeben, hat mittlerweile selbst Maira ihr Kurzschwert und ihren Rundschild gezückt und versucht damit verzweifelt und ohne Erfolg, sich der untoten Gegner zu erwehren. Ollo und sie werden von den todbringenden Scheren der bleichen Riesenkrabben verwundet, worauf die lähmende Eiseskälte auch ihre Körper durchfliesst.
[Maira zieht ihr Kurzschwert nur in den allerseltensten Fällen und hält einen Schild in erster Linie für sperriges Gepäck, das sie bei ihrer Heilarbeit behindert. Spieler von Tinulin, als der Spielleiter sagt, dass sie ihr Schwert zieht und ebenfalls angreift: "Was? Sie zieht wirklich ihr Schwert? Ok, als das Schwert gezogen wird, sagt es 'Nanü?!' Spieler von Bóin II.: "Ja, und dann sagt es 'brrrrr, und was mache ich jetzt?' Das Ding hat ja schon Standschäden. {Das "Nanü" ist ein Zitat aus einem Bud Spencer-Film, als ein Bösewicht seine Knarre ziehen will und das nicht geht, weil sie von unten im Holster festgehalten wird.}
Als Maira angegriffen wird, weist der Spieler von Bóin II. darauf hin, dass sie einen Schild hat. Spieler von Tinulin: "Und als Maira ihr Schwert zieht, sagt dieses zum Schild 'Und wer bist denn Du?'"]

Noch bevor Tinulin, Calendin, Arrohir, Bóin II. und Khufur einen Ausbruch in Mairas Richtung unternehmen können, werden Ollo und sie gar je noch ein zweites Mal von den bleichen Riesenkrabben mit den kalt schimmernden Augen verletzt. Maira wird übel am Fuss getroffen und so schwer verwundet, dass sie schon im nächsten Moment steif gefroren zu Boden geht und wie Ollo, dem es ähnlich übel ergeht, bläulich anzulaufen beginnt. Von der Kälte gelähmt, hören ihre Herzen auf zu schlagen, und schon bald drohen ihre Seelen ihre Körper zu verlassen.
[Technisch gesprochen: Maira und Ollo haben bei der ersten Angriffswelle beide je einen kritischen Kältetreffer A erhalten, der die Menschen zusätzlich während 6 Runden lähmt und ihnen 60 % ihrer Aktionsmöglichkeiten nimmt. Führen weitere Kältetreffer zu einer Reduktion der Leistungsfähigkeit von mehr als 100 %, ist das Opfer steif gefroren und stirbt, worauf die Seele innerhalb von 6 Runden den Körper verlässt, sofern die Lähmungsreduktion bis dahin nicht wieder unter 100 % gefallen ist. Hier haben Maira und Ollo Glück. Der erste Treffer führt zu 6 Runden mit einer Reduktion um 60 %. In der nächsten Runde erhalten sie beide je einen weiteren Kältetreffer, der zu 8 Runden mit einer 80 % Reduktion führt, insgesamt also über 100 %, weshalb sie steif gefroren sind und sterben. In der letzten Runde, bevor die Seele den Körper verlassen wird, sind jedoch die 6 Runden mit 60 % Reduktion abgelaufen, womit sie unter 100 % kommen und langsam wieder auftauen. Die Spieler wissen davon allerdings nichts und rechnen mit dem Schlimmsten, zumal Calendin und Bóin II. ebenfalls solche Lähmungstreffer erhalten haben.]

// Metageblubber:

Es war die erste Session nach einer längeren Pause aufgrund Vaterschaft meinerseits. Ich hielt einen Kampf für einen guten Wiedereinstieg ins Geschehen - ein bisschen die Würfel rollen lassen, bevor man sich wieder der "hochstehenden" Darstellung der Helden widmen würde. Als Gegner boten sich einmal mehr die Riesenkrabben an, welche ich noch bedrohlicher machen wollte, als sie beim letzten Zusammentreffen gewesen waren. Mittel hierfür war das "untote Gift" in ihren Scheren, welches seine Wirkung auch ohne Widerstandswurf entfaltete, sobald das Opfer einen kritischen Treffer einstecken musste. Lediglich wenn das Opfer elbischer oder zwergischer Natur war, konnte die Wirkung aufgrund der natürlichen Kälteresistenz dieser Völker geringer ausfallen. Um die Auswirkungen des "Gifts" festzulegen, habe ich eigene Regeln entworfen. Das "Upgrade" der Riesenkrabben (es betraf nicht alle Gegner) versuchte ich durch die Beschreibung kenntlich zu machen, dass die Augenhöhlen dieser spezifischen Gegner nicht mehr schwarz waren, sondern dass ein kaltes Glimmen in ihnen lag.

Zum Gift und seiner Wirkung:
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Weiter geht's bei Teil 2



« Letzte Änderung: 29.09.2018 | 22:07 von torben »

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Re: [MERS/Rolemaster/Hausregel] Die Isengart-Gruppe
« Antwort #138 am: 29.09.2018 | 22:00 »
Session 56: Teil 2

Als Tinulin versucht, zusammen mit Calendin und Arrohir zu Maira zu laufen, kann er nicht verhindern, dass ihn eine Krabbe am Oberschenkel erwischt und schon im nächsten Moment lähmende Kälte seinen benommenen Körper durchfährt. Arrohir und Calendin haben mehr Glück und können ihren Gegnern rechtzeitig entfliehen. Khufurs Verteidigung wird derweil ebenfalls von einer Krabbenschere durchbrochen, der Treffer behindert den Zwerg aber kaum, sodass er die gut 60 Meter bis zu Mairas Lager ohne weiteres zurücklegen kann. Auch Bóin II. wird auf seinem Weg zu Maira noch einmal von einer Krabbe getroffen, doch seine hervorragende Kettenrüstung, die ihn wie ein Plattenpanzer schützt, verhindert glücklicherweise Schlimmeres. Gleichwohl ist er etwas benommen und muss zu Khufurs Entsetzen, denn er wird von seinem Meister weitergeschickt, auf halbem Weg zu Mairas Lager innehalten. Immerhin befindet sich Bóin II. hier ausserhalb der beiden Kampfzonen und kann seinen Weg nach einer kurzen Verschnaufpause fortsetzen. Angesichts der erdrückenden Übermacht des Gegners ruft Tinulin den Helutavi zu, sie sollen sich von den Schiffen zurückziehen. Doch erst als Thorol seinen Männern vom Bug der Havspöke aus mit gebieterischer Stimme den Befehl zum Rückzug erteilt, setzen sie sich in Bewegung, und wer von ihnen noch laufen kann, sucht so schnell wie möglich das Weite. Trotz seiner Kältelähmung gelingt es schliesslich auch Tinulin, zu Maira vorzudringen, und schon auf dem Weg zu ihr ruft er Erik und Hauri zu, sie sollen Maira mit ihren Körpern und ihrem Leben beschützen, denn ohne sie wären sie alle verloren. In der Schwärze der Nacht kann sich Arrohir an Ollos zu Boden gefallener Fackel orientieren und so zusammen mit Tinulin, Calendin und Khufur zu seiner Schwester und ihren Begleitern finden, die noch immer von sechs Krabben bedrängt werden. Während die Gefährten den Kampf an dieser Front erneut aufnehmen, hallen vom Strand die qualvollen und verzweifelten Schreie jener Helutavi herüber, welche im Kampf verwundet wurden und nun von den Krabben überrannt werden. Calendin führt sein Schwert Lachathol zwar voller Innbrunst, kann seinen Gegner aber dennoch nicht erschlagen. Auch Arrohir schlägt mit voller Wut und Wucht auf eine Krabbe ein, doch bleibt auch dieses Exemplar, das wie all diese Riesenkrabben nicht benommen zu werden scheint und auch nicht blutet, von der Attacke weitgehend unbeeindruckt. Während Calendin noch immer die grässlichen Schreie der Unglücklichen bei den Schiffen in den Ohren klingen, vernimmt er auch Thorols klare Stimme, der seine Männer ein Stück landeinwärts zu sammeln versucht. Schliesslich kommt auch Bóin II. beim Lager an und kann dem angeschlagenen Erik eine Verschnaufpause verschaffen, welche dieser sogleich nutzt, um eine blutende Wunde notdürftig zu verbinden. Arrohirs Schwert Farongyrth wird seinem Namen doch noch gerecht, als der junge Dunadan mit einem Kraftschlag das bleiche Glimmen der untoten Augen seines Gegners auslöscht. Auch Khufur, der zum Ende dieses Kampfes nochmals zur Höchstform aufläuft, kann eine Krabbe mit einem gewaltigen Hieb seiner zweihändigen Schwarzmetallaxt erschlagen. Auch wenn der Zwerg von der Expertise seines Meisters betreffend das Material und die Güte seiner Waffe noch immer felsenfest überzeugt ist, wundert er sich dennoch ein wenig darüber, wie ungewöhnlich widerstandsfähig diese Gegner sind. Noch immer regen sich Maira und Ollo nicht, sondern laufen immer bläulicher an und werden teilweise gar von einer leichten Frostschicht überzogen. Sobald Arrohir seinen letzten direkten Gegner erschlagen hat, zieht er seine Handschuhe aus, hält seine Hände wärmend an Mairas Gesicht und beschwört sie, an die wärmende Sonne Gondors und an ihren Ehemann Ivradil zu denken. Da Calendin die ihm und Bóin II. gegenüberstehende Krabbe erledigt, bricht der Zwerg seinen Angriff ab und wendet sich Tinulins Gegner zu, dem er zu Khufurs erneutem Entsetzen mit den Worten "Uzbad Khufur", was in der Sprache der Zwerge so viel bedeutet sie "Meister Khufur", noch einigen Schaden zufügen kann. Der junge Zwerg ist ob Bóins II. Worten völlig von der Rolle und sagt ihm, während er eine Krabbe mit einem panzerbrechenden Hieb auf den Rücken wirbelt, Bóin II. könne ihn doch nicht "Meister" nennen. Als schliesslich nur noch eine Krabbe übrig ist, wendet sich Tinulin Ollo zu, dessen Gesichtsfarbe, wie auch jene Mairas, zu ihrer Freude ganz allmählich wieder rosiger wird. Gleichwohl reibt Tinulin Ollos Gesicht, um den Prozess noch weiter zu beschleunigen. Kurz darauf sind alle Krabben in der unmittelbaren Nähe erschlagen, und Khufur sieht, dass sich die übrigen Gegner mittlerweile von den Schiffen zum Meer zurückgezogen haben, allerdings nicht ohne fette Beute gemacht zu haben. Wenig später kommen Maira und Ollo wieder zu sich, die junge Heilerin wird aber noch eine Weile von einer inneren Kälte geschüttelt, bis der böse Zauber der untoten Krabben schliesslich zu verfliegen scheint. Während sich Thorol mit seinen Männern dem Lager der Gefährten nähert, schauen sich die Elben um und erkennen ebenfalls, dass die Schiffe, bis auf die bleichen Körper einiger erschlagener Riesenkrabben, verlassen sind. Von den getöteten Helutavi fehlt hingegen jede Spur, weshalb Tinulin Thorol fragt, wie viele Männer er noch bei sich habe. Während der Jelf seine Mannschaft zählt, schaffen Bóin II. und Khufur Holz für ein grosses Feuer herbei. Maira behandelt derweil die Erfrierung an ihrem Fuss und kümmert sich anschliessend um Ollos Verletzungen. Nachdem Thorol seine Zählung abgeschlossen hat, nimmt er Tinulin, Calendin und Arrohir beiseite, um ihnen zu sagen, dass er 12 eigene und 19 von Kjornirs Männern verloren habe. Ob dieser Nachricht schockiert und ernüchtert, sagt der Noldo, gegen solch starke und zahlreiche Gegner hätten sie keine Chance und müssten dringend weitere Verbündete finden. Trotzdem oder grade umso mehr lobt Tinulin Thorols Führung seiner Männer während des Kampfes. Auch Arrohir kann kaum glauben, was hier gerade Schreckliches vorgefallen ist, aber dennoch müssen sie sich schon gleich darauf konzentrieren, die nächsten Schritte zu besprechen. Der weitere Weg zu Wasser scheint für Bóin II. und Calendin aufgrund ihrer Widersacher ausgeschlossen. Thorol hält es dagegen für unmöglich, Hjolgars Flüchtlingssiedlung auf dem Landweg zu erreichen, da es ihnen hierfür nicht nur an Nahrung und Wasser mangele, sondern ihr Weg auch an den zerstörten Überresten von Naeseknus vorbeiführen würde. Tinulin denkt derweil über die eine mögliche Teilung der Kräfte nach, wobei die Aufgabe der einen Gruppe darin bestehen würde, die Kleinzwerge aufzusuchen. Thorol gibt jedoch zu bedenken, dass ausser Hjolgar und vielleicht einem oder zwei seiner Männer niemandem der Weg zu diesem Volk bekannt sei, weshalb eine Aufteilung zum jetzigen Zeitpunkt nicht sinnvoll sei. Calendin vermutet den Ursprung und die Heimstatt des Bösen beim Gletscher am Kopfende des nördlichsten Fjords der Eisbucht von Forochel, wo sie nur wenige Stunden zuvor von den Kraken angegriffen worden waren. Tinulin hält diese Vermutung zwar durchaus für plausibel, aber selbst wenn dem so sein sollte, führt für ihn dennoch kein Weg an den Kleinzwergen vorbei, auf deren Hilfe sie angewiesen seien. Thorol glaubt, sie könnten die Havspöke vielleicht seetüchtig machen und wären mit ihr auch einigermassen schnell unterwegs, wenn sie dafür die Skumkrona zurücklassen würden. Tinulin ist ebenfalls dafür, es auf dem Seeweg zu versuchen, möchte zuerst aber beide Schiffe noch weiter auf den Strand ziehen lassen.

Als Thorol wenig später mit seinen Helutavi und den Gefährten zu den Schiffen kommt, sehen sie zahlreiche Splitter von Krabbenpanzern, aber auch einen Stiefel, in dem noch ein abgetrennter Fuss steckt. Es scheint, als hätten die Krabben es dieses Mal nicht auf die Schiffe abgesehen, sondern auf ihre Besatzung. Mit vereinten Kräften gelingt es den Verbündeten, die beiden Schiffe ungefähr 30 Meter auf den Strand zu ziehen, wobei sie von keinen Gegnern behelligt werden. Trotz der nächtlichen Stunde machen sich Thorols Schiffszimmerer sogleich an die Ausbesserung der Havspöke und können sie unter den wachsamen Augen der Elben und Zwerge bis zum Morgengrauen wieder seetüchtig machen.

Gegen neun Uhr morgens am 7. August 2784 3Z sind die Reparaturen abgeschlossen, und nachdem die Havspöke zurück ins Wasser geschoben wurde, bricht die vereinte Mannschaft erneut auf. Von den zurückliegenden Kämpfen und der Nachtwache erschöpft, vertäuen sich die Zwerge sicher beim Mast und schlafen kurz darauf ein, während auch Calendin sich zur Meditation zurückzieht. Maira geht es inzwischen zwar schon wieder einigermassen gut, der eisige Angriff der letzten Nacht hat sie aber sichtlich schockiert. Gleichwohl legt sie den abgekämpften Zwergen im Schlaf die Hand auf und kann ihnen so allmählich zusätzliche Kraft zurückgeben. Das Wetter scheint es mit den Gefährten nicht allzu gut zu meinen, denn das Meer ist zwar ruhig, dafür zieht schon bald Nebel auf und nimmt ihnen Sicht, sodass sie sich noch mehr auf ihr Gehör verlassen müssen. Als sie schon bald den südlichsten Zipfel der Landzunge westlich der Bucht von Naeseknus erreicht haben, welche sich in zwei Fjorde unterteilt, von denen der östliche zur zerstörten Heimstatt Hjolgars führt, besprechen Thorol, Tinulin, Calendin und Arrohir das weitere Vorgehen. Um zu Hjolgars Flüchtlingssiedlung zu gelangen, müssen sie die Bucht von Naeseknus überqueren, doch an ihrer äussersten Stelle, wo sich die Havspöke jetzt befindet, beträgt die Distanz über 30 Kilometer übers offene Meer. Trotz des Nebels und der teils starken Strömungen hält es Tinulin für zu gefährlich, tiefer in die Bucht von Naeseknus vorzudringen, weshalb er für die direkte Überquerung ist. Calendin gibt zu bedenken, dass sie in dieser Bucht bei ihrer letzten Passage von zwei riesigen Schwertwalen attackiert worden seien und hält daher dafür, noch ein Stück in die Bucht zu rudern, um sie nahe der Landzunge zu überqueren, welche die beiden Fjorde unterteilt. So könnten sie sich bei einem erneuten Angriff notfalls auf halber Strecke über die Bucht an Land retten. Thorol bespricht sich kurz mit Talvar und sagt schliesslich, wenn der Eisenmensch Arrohir Tinulin zutraue, das andere Ende der Bucht durch den Nebel zu finden, dann wolle er ihm ebenfalls vertrauen. Arrohir erwidert, dass er Tinulin sehr wohl vertraue, allerdings würde er in dieser Angelegenheit auch Bóin II. vertrauen, der jedoch tief und fest schläft. So entscheidet sich Thorol für Tinulins Weg, und der Noldo bezieht Stellung im Bug der Havspöke, wo er sich ganz auf seine feinen Sinne konzentriert und versucht, den Stand der Sonne durch den Nebel zu erspüren. Schon nach wenigen Ruderschlägen ist das Schiff im dichten Nebel verschwunden und von der Küste ist nichts mehr zu sehen. Es vergehen bange Stunden, bis schliesslich wieder der Klang brechender Wellen an die Ohren der Helutavi dringt. Zu ihrer Freude beginnt sich nun auch der Nebel zu lichten, und während vor ihnen die Küste des südlichen Endes der Bucht von Naeseknus auftaucht, frischt auch plötzlich der Wind auf. Unter dem Jubel der Helutavi lässt Thorol das Segel setzen, und nachdem der Jelf und Tinulin sich gegenseitig auf die Schultern geklopft haben, zieht sich der Noldo, von der andauernden Konzentration erschöpft, zurück, um etwas zu ruhen. Vom aufkommenden Wellengang wachen Bóin II. und Khufur kurz auf, beschliessen angesichts des Geschaukels allerdings schnell, lieber noch weiterzuschlafen. Ohne weitere Zwischenfälle erreicht die Havspöke gegen elf Uhr abends die kleine Bucht, an deren Ende Hjolgar seine Flüchtlingssiedlung errichtet hat. Erfreut stellen sie fest, dass die einfachen Barracken noch immer stehen. Völlig erschöpft aber froh, steuern sie das Schiff zur Siedlung, und nach der Landung ziehen es Thorols Männer noch ein ganzes Stück auf den Strand.

// Metageblubber:

Zu Beginn der Session hatte ich ziemlich Mühe, den Einstieg in den Kampf zu finden, also zu sagen "Da kommen jetzt die Gegner und die gehen hier, da und dort hin. Was macht ihr?" Das lag zu einem grossen Teil an der Quasi-Massenkampf-Situation, denn neben den Charaktern befanden sich ja auch noch alle Helutavi im Kampf gegen die Riesenkrabben. Dabei festzulegen, wo man kämpft und wie viele Gegner man "abbekommt", das fand ich im ersten Moment schwierig. Sobald die Positionierung dann aber mal gemacht war, lief alles wieder ganz normal. Der Kampf dauerte den grössten Teil der ganzen Session, welche allerdings auch durch zwei Unterbrüche und zahlreiche Outgame-Gespräche geprägt war, was jedoch keinen von uns störte, zumal wir uns lange nicht in dieser Konstellation gesehen oder gesprochen hatten und es somit einiges aufzuholen gab. Am Ende sollte es dann aber doch noch ein bisschen vorwärts gehen, und die kampflose aber dennoch kritische Überquerung der Bucht von Naeseknus bei Nebel war da eine gute, auf meiner Seite improvisierte Abwechslung.

Jetzt sind die Charakter in Hjolgars Flüchtlingssiedlung angekommen, und es stehen einige schwierige Entscheidungen für ihren weiteren Weg an.


Offline Chaos

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Re: [MERS/Rolemaster/Hausregel] Die Isengart-Gruppe
« Antwort #139 am: 11.10.2018 | 21:59 »
Er ist wieder da!!!  :d

Es war die erste Session nach einer längeren Pause aufgrund Vaterschaft meinerseits.

Jetzt hätte ich das vor lauter Schlachtgetümmel fast überlesen... Glückwunsch!!!
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Offline torben

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Re: [MERS/Rolemaster/Hausregel] Die Isengart-Gruppe
« Antwort #140 am: 12.10.2018 | 14:23 »
@Chaos:
Vielen Dank für die Glückwünsche  :D

Ja, es hat wirklich ein bisschen Zeit gebraucht, bis wieder an eine gemütliche Session zu denken war, aber wir sind der guten Hoffnung, dass sich die Abstände zwischen den Spielterminen nun langsam wieder merklich verringern werden. Der nächste steht jedenfalls noch im Oktober an  :)

Offline torben

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Re: [MERS/Rolemaster/Hausregel] Die Isengart-Gruppe
« Antwort #141 am: 19.11.2018 | 17:42 »
Gut Ding hatte seine Weile, aber nun ist auch hier mal wieder Zeit für einen Sessionbericht.
Viel Spass beim Lesen  :)

Session 57: Teil 1
7.8.-11.8.2784 3Z
Hjolgars Flüchtlingssiedlung - Unterwegs nach Naeseknus

Schon während Thorols Männer die Havspöke am späten Abend des 7. August 2784 3Z auf den Strand bei der Flüchtlingssiedlung ziehen, kommt ihnen Hjolgar mit einigen seiner Gefolgsleute entgegen. Der Helutavi ist verwundert, das grosse Schiff nicht unter der Führung Jelf Kjornirs, sondern Thorols zu sehen. Darauf angesprochen, sagt Thorol kurz, dass Kjornir nicht mehr sei, und er, wie ihm seine und Kjornirs Leute gerne bestätigen könnten, jetzt das Amt des Jelfs der Helutavi innehabe. Bevor ihre Gespräche weitergehen, führt Hjolgar Thorol, Talvar, die Gefährten und den Labban Ollo in seine notdürftige Halle, wo er sich bei einem bescheidenen Mahl von den Geschehnissen seit ihrem letzten Zusammentreffen berichten lässt. Nachdem Hjolgar über die zunehmende Gefahr durch die Eiswesen informiert ist, kommen sie auf das weitere Vorgehen zu sprechen. Für Bóin II. ist klar, dass der Kampf gegen die Eiswesen an Land geführt werden muss. Tinulin drängt derweil darauf, Kontakt mit den Kleinzwergen des Nordens aufzunehmen, wobei ihm gemäss Thorols Aussage wohl nur Hjolgar und seine Leute helfen könnten. Angesichts der schieren Masse und Stärke der Schergen des eisigen Gegners sieht der Noldo ein Ersuchen um die Unterstützung durch die Kleinzwerge als einzigen Anknüpfungspunkt. Bóin II. fügt an, dass dieses Volk offenbar über Waffen verfüge, welche gegen diese Art von Gegner besonders wirksam seien, worauf Hjolgar sein Schwert holt, welches ihm die Kleinzwerge für viele Jahre guter Handelsbeziehungen geschenkt hatten. Als Bóin II. die Waffe eingehend begutachtet, fällt ihm auf, dass das Metall kaum bessere Eigenschaften als herkömmlicher Edelstahl haben dürfte. Von grösserem Interesse sind für ihn daher mehrere flache, schwarz schimmernde Steine, welche kunstvoll in die Klinge eingearbeitet wurden. Solche Steine sind dem erfahrenen Zwerg aus den Malachithöhlen bisher noch nicht unter die Augen gekommen, und er vermutet, dass sie der eigentliche Grund für den besonderen Biss dieser Klingen sind. Hjolgar hat derweil nach seinem Gefolgsmann Bjarmi geschickt, einem grossen und stämmigen Mann mit spärlichen Kenntnissen der Sprache Westron, welcher wenig später die Halle betritt. Hjolgar sagt, Bjarmi könne vielleicht einen Kontakt mit den Kleinzwergen von "Harkes Volk" herstellen, indem er sie vorbei an der Eisenzinne zum Donnersee und dort zu "Horge" und seinen Männern führe. Die Erwähnung des Namens "Horge" lässt Khufur aufhorchen, und er ist sich sicher, dass dieser Horge genau derjenige ist, den er sucht, um ihm die Axt Dunkelfluch sowie den übrigen Nachlass Hargrimms zu übergeben. Bóin II. hingegen wird etwas stutzig und erkundigt sich bei Hjolgar danach, was es mit der Bezeichnung "Harkes Volk" auf sich habe. Dieser erwidert, irgendwann mal aufgeschnappt zu haben, dass die Waffen, mit denen die Kleinzwerge Handel treiben würden, von "Harkes Volk" hergestellt worden seien. Bóin II. grübelt noch eine Weile über diesen Informationen und ist sich dabei ziemlich sicher, dass Hargrimm bei ihrem ersten Zusammentreffen erzählt hatte, Horge sei der Name seines Onkels und nicht jener seines Vaters. Hjolgar muss die Hoffnungen der Gefährten allerdings gleich wieder dämpfen, denn er sagt, um mit den Kleinzwergen in Kontakt treten zu können, müssten sie zuerst nach Naeseknus gehen, um dort den Schlüssel für die Wasserfallpforte zu holen. Als sich Tinulin fragend umblickt, ergreift Thorol das Wort und sagt, er werde die Gefährten auf dieser Reise nicht begleiten, sondern gemäss ihrem ursprünglichen Plan nach Jökalinda segeln, um weitere Truppen für den Kampf gegen die eisige Bedrohung zu rekrutieren. Anschliessend sei zwar geplant, Juha und seine Labbadal in Nunavuk aufzusammeln und hierher zur Flüchtlingssiedlung zu bringen. Angesichts der jüngsten Angriffe auf die Skumkrona und die Havspöke erachte er es aber zumindest als fraglich, ob sie ernsthaft noch länger an diesem Plan festhalten oder sich nicht lieber weiter in den Süden zurückziehen sollten. Tinulin versteht die Bedenken des Jelfs und glaubt für einen kurzen Moment, dieser könnte sich vielleicht fragen, ob er jetzt überhaupt noch am Bündnis der Nordvölker festhalten solle. Immerhin ist er jetzt bereits der neue Anführer der Helutavi, und von den Eisenmenschen, und vor allem auch von den Lindwürmern, scheint keine Gefahr für sein Volk auszugehen. Zudem sind Juha und die Labban in Nunavuk viel weiter im Norden und könnten daher ein umso interessanteres Ziel für die Eiswesen sein als die Helutavi, womit auch gleich ein potentieller Widersacher um die Vorherrschaft im Norden ausgeschaltet wäre. Rasch wischt der Noldo diese Gedanken aber wieder beiseite und fragt Thorol, ob es nicht möglich sei, Nunavuk auf direktem Weg übers offene Meer anzulaufen. Der Jelf verneint dies unter Hinweis auf die zahllosen Gefahren, die auch ohne die Eiswesen auf der direkten Route lauern würden, etwa starke Strömungen, Stürme und dichter Nebel, aber auch ganz "normale" Wale und andere unheimliche Meeresbewohner. Nur Kjornir sei es in früheren Tagen, als er noch weitsichtig gewesen sei, möglich gewesen, ausserhalb der Sichtweite der Küsten sicher zu navigieren. Nachdem er eines Tages sein Augenlicht verloren hätte, habe aber selbst er sich kaum noch aufs offene Meer hinausgewagt. Auf den Plan der Gefährten zurückkommend, sagt Thorol mit Blick auf Bóin II., dass die Kleinzwerge ihre Waffen sicher nicht verschenken, sondern damit Handel treiben wollen würden. Hjolgar gibt zu bedenken, dass das Handelsvolumen bezüglich Waffen immer recht klein gewesen sei und sie in ihrer jetzigen Lage kaum Waren hätten, welche sie den Kleinzwergen im Austausch gegen ihre Waffen anbieten könnten. Bóin II. sieht in diesem Umstand indessen kein Problem und sagt mit zuversichtlichem Ton in der Stimme, dass die Gefährten genau über das richtige Gut zum Handel mit den Kleinzwergen verfügen würden, nämlich Wissen. Als Tinulin die fragenden Blicke der Helutavi bemerkt und Bóin II. keine Anstalten zur Erläuterung seiner Worte macht, erklärt der Noldo, dass sie weit im Süden vermutlich einen Vertreter der Kleinzwerge angetroffen hätten, welcher aber leider verstorben sei. Im Norden werde auf seine Rückkehr gewartet, und die Gefährten könnten den Kleinzwergen wichtige Informationen und Erkenntnisse ihres verstorbenen Verwandten überbringen. Da es den Anschein macht, als seien sich die Gefährten und die Helutavi über das weitere Vorgehen weitgehend einig geworden, ergreift Maira das Wort und sagt, sie wolle sich vor der Beschlussfassung gerne noch mit den Gefährten alleine unterhalten. Die Männer sind einverstanden, und kurz darauf ziehen sich Tinulin, Arrohir und Maira in ein kleines Nebenzimmer zurück.

Als Tinulin, Arrohir und Maira alleine sind, bricht die ganze, während der Unterredung angestaute Ohnmacht und Verzweiflung aus der jungen Heilerin heraus. Den Plan der Gefährten, alleine mit Bjarmi als Führer nach Naeseknus zu gehen, das vor nicht allzu langer Zeit von den Eiswesen zerstört wurde, hält sie für puren Wahnsinn. Nachdem sie den kalten Klauen des eisigen Todes gerade erst und nur mit viel Glück entkommen seien, ziehe es sie nun umso mehr in den warmen Süden, wo sie sich erholen wolle, aber es scheine, als zöge es den Rest der Calotirnor in den kalten Norden und in eine Höhle der Kleinzwerge.
[Bei unserer allerersten Kampagne, der "Kampagne vom Schwarzen Spiegel" kam es zu einem Total Party Kill, nachdem die Spielercharakter dem vom Spielleiter geführten Charakter in eine Höhle gefolgt waren, statt ihren eigentlichen Plan umzusetzen und nach mehreren bestandenen Abenteuern erstmal ein bisschen auszuspannen und Ferien zu machen. Diese Begebenheit ist bei uns zum geflügelten Wort geworden, und seither heisst es bei den Spielern im Angesicht einer möglicherweise tödlichen Falle des Spielleiters, der man sich eigentlich nicht nähern möchte, mahnend: "Ja wir könnten jetzt in die Ferien, aber da hinten hat's noch eine Höhle." Hier dreht der Spielleiter den Spiess um und bemüht als Maira dieses geflügelte Wort in umgekehrter Weise: "Ich würde ja eigentlich gerne in den warmen Süden gehen und mich dort erholen, also Ferien machen. Aber ihr wollt in den kalten Norden, wo es eine Höhle voll von Kleinzwergen hat."]
Tinulin und Arrohir verstehen Mairas Wunsch sehr gut und würden ihn ihr auch liebend gern erfüllen, aber der Noldo sagt, sie hätten auch noch Khufur dabei, der noch immer Hargrimms Nachlass mit sich führe und nun die Hoffnung hege, diesen seinem rechtmässigen Besitzer zurückgeben zu können. Maira spürt, dass sie ihre Ordensbrüder nicht von ihrem Plan wird abbringen können und gibt schliesslich sichtlich geknickt nach.
Während sich Tinulin und Arrohir mit Maira beraten, fragt Bóin II. nochmals bei Hjolgar nach, ob er sich sicher sei, dass die Waffen von "Harkes Volk" hergestellt worden seien. Mit etwas Übersetzungshilfe von Calendin erklären ihm Bjarmi und Hjolgar, dass der Anführer jener Zwerge, mit denen die Helutavi von Naeseknus Handel treiben würden, "Horge" heisse. Hjolgar fährt fort, dass er das mit "Harkes Volk" nur erwähnt habe, weil die Gefährten ja offensichtlich daran interessiert seien, den Kleinzwergen ihre Waffen abzukaufen. Nun sei es so, dass er bei einem Gespräch einmal beiläufig mitbekommen habe, dass Horge zwar der Anführer jener Kleinzwerge sei, mit denen sie Kontakt hätten, dass aber nicht er der Hersteller der Waffen sei, sondern diese eben von "Harkes Volk" stammen würden. Genaueres wisse er darüber aber auch nicht.
Als Tinulin, Arrohir und Maira wieder in die Haupthalle zurückkehren, bemerkt Khufur den gesenkten Blick und die getrübte Stimmung der Heilerin, worauf er ihr seinen Mantel anbietet und sagt, es werde kälter werden. Maira lehnt das nett gemeinte Angebot jedoch ab und setzt sich, um der weiteren Besprechung wortlos zu folgen. Auf Bjarmis Frage, wen er alles nach Naeseknus und anschliessend zu Horge führen solle, verweist Tinulin auf die Gefährten. Thorol sagt, er habe keine direkte Verwendung für Ollo, Juhas Gefolgsmann möchte den Helutavi aber dennoch als Vertreter der Labban nach Jökalinda begleiten. Für die Reise nach Naeseknus rechnet Bjarmi mit rund sechs Tagen, und bis zum Donnersee müssten sie sicher nochmals die doppelte Zeitspanne einplanen. Die Gefährten beschliessen, am nächsten Tag ausreichend Proviant für 14 Reisetage zu beschaffen, bevor sie tags darauf aufbrechen wollen.

Als die Gefährten am Abend unter sich sind, eröffnet Bóin II. seinen Freunden, dass er bei Hargrimms Erzählungen über seine Herkunft auf Ungereimtheiten gestossen sei. Bei ihrem ersten Zusammentreffen in Rhudaur habe er sich nämlich als "Sohn von Harke" oder "Sohn von Herke", so genau könne er seine Aufzeichnungen leider nicht mehr entziffern, vorgestellt, welcher angeblich ein direkter Nachfahre Harkvals, des Herrn der Kleinzwerge von Cameth Brin, gewesen sein solle. Damals habe er gesagt, sein "Onkel Horge" habe in Rhudaur Nachforschungen angestellt, und nachdem er bei einem Unfall ums Leben gekommen sei, habe nur sein Ring den Weg zurück in den Norden gefunden. Nach der Schlacht mit den Trollen hingegen habe Harkval ihn und Khufur mit seinem letzten Atemzug darum gebeten, seinen Nachlass zu seinem "Vater Horge" zu bringen, welcher jenseits von Eisenzinne und Donnersee wohne. Ob diesen verschwörerisch klingenden Behauptungen zweifelt Calendin etwas an Bóins II. Erinnerungsvermögen, doch der Zwerg lässt das nicht gelten und verweist darauf, seine Erinnerung durch seine Tagebucheinträge stützen zu können. Tinulin nimmt Bóins II. Worte in Bedacht, doch da sie vorerst keine weiteren belastbaren Informationen greifbar haben, sagt er bloss, dass sie einfach vorsichtig werden sein müssen.

// Metageblubber:

Auch bei dieser Session hat es eine Weile gedauert, bis wir richtig ins Spiel gefunden hatten. Aufgrund der aktuell eher langen Spielabstände und Vielem, was neben dem Spiel von langjährigen Freunden halt auch noch zu reden gibt, lässt sich das zur Zeit kaum ändern, stört uns alle zum Glück aber nicht. Im Spiel selbst gab es auch die eine oder andere Verzögerung, als Fakten aus früheren Sessions nachgeschlagen werden mussten, die im Spiel vielleicht von Relevanz sind / sein werden / sein könnten. Einige nachzuschlagende Dinge betrafen in erster Linie mich, resp. meine Vorbereitung als Spielleiter (z.B. Wie sieht Hjolgars Schwert nun genau aus? Habe ich es bereits früher schon einmal beschrieben?) Da hätte ich schneller sein oder in der Situation einfach etwas festlegen können. Andere Dinge betrafen das Wissen der Charakter, hier ging es darum, ob Bóin II. und vor allem Khufur die Diskrepanz in Hargrimms Erzählung auffällt oder nicht. Bóins II. Spieler hat die Diskrepanz bezüglich der Verwandschaft zwischen Hargrimm und Horge bzw. Harke tatsächlich bemerkt, dies allerdings vor allem auch, weil er für Bóin II. ein eigenes Tagebuch führt und so gegenüber Khufurs Spieler im Vorteil war, was sie Erinnerung betraf.

Im Nachgang zur Session haben wir diese "Wissensdinge" der Zwerge noch besprochen, damit es bei allfälligen Konflikten in der Zukunft nicht plötzlich auf einer Seite zu langen Gesichtern kommt, weil "das hätte man doch eigentlich gewusst, wenn..." Jetzt ist alles Nötige besprochen und wir können gespannt sein, wie die Sache bei den Kleinzwergen weitergehen wird.

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Offline torben

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Re: [MERS/Rolemaster/Hausregel] Die Isengart-Gruppe
« Antwort #142 am: 19.11.2018 | 17:45 »
Session 57: Teil 2

Den folgenden Tag nutzen die Gefährten zur Erholung und zum Packen des rund 50 Kilogramm schweren Proviants, der hauptsächlich aus Trockenfisch besteht und, auf drei grosse Bündel aus Fell verteilt, von den Zwergen und Arrohir getragen werden muss.
[Diskussion über den für die Reise benötigten Proviant. Spieler von Calendin: "Also ich bin ja der Meinung, dass es eigentlich kein Problem sein dürfte, mit zwei Elben im Wald zu überleben." Spielleiter: "Ja, wenn man sie nur fein genug filetiert, halten die schon eine ganze Weile vor."]
Calendin geht derweil mit Tinulin in den nahegelegenen Wald, wo sie genügend Schäfte für 25 neue Pfeile und von einer Ente die ebenfalls benötigten Federn beschaffen. Als am Nachmittag alle Calotirnor beisammen sitzen, beklagt Bóin II., dass es ihnen wohl nie gelingen werde, ihre Ziele zu erreichen. Mit einem leicht trotzigen Blick zu Arrohir erwidert darauf Maira, dass sie eigentlich einfach nach Süden gehen könnten und Arrohir dem Truchsess von Gondor Barahirs Ring, den König Arvedui Juhas Ahnherrn gegeben hatte, übergeben könnte, wie es sein Auftrag sei. Damit hätten sie zumindest eines ihrer Ziele erreicht. Tinulin bemerkt dazu, dass sich selbst diese an sich klare Aufgabe leider nicht ganz so einfach erledigen lasse, da auch noch andere Personen Anspruch auf den Ring erheben würden.
Beim Abendbrot erklärt Hjolgar den Gefährten und Bjarmi, dass der Schlüssel für die Wasserfallpforte ein mit komplizierten Rillenmustern und Vertiefungen versehener Vierkantmetallstab von rund 40 Zentimetern Länge sei. Er befinde sich in einer metallbeschlagenen, mit drei Vorhängeschlössern gesicherten Kiste, welche er in einer mit Holzplanken bedeckten Grube unter einem Bärenfell und seinem Sessel in seiner Halle in Naeseknus verwahrt habe. Den Schlüssel für die Vorhängeschlösser habe er im Tumult während des Angriffs der Eiswesen auf Naeseknus aus den Augen verloren, aber er geht davon aus, dass man die Schlösser auch mit gebotener Kraft respektive roher Gewalt öffnen könne. Neben dem Rat, äusserste Vorsicht walten zu lassen, gibt er den Gefährten auch eine Skizze von Naeseknus sowie eine grobe Landkarte mit, mit deren Hilfe sie sich zumindest einen ungefähren Überblick über ihre Umgebung verschaffen können sollten.

Am Morgen des 9. August 2784 3Z hält Bóin II., dem beim Gedanken an das Wort "Wasserfallpforte" noch immer etwas mulmig wird, da er es mit viel Nässe und der Möglichkeit zu ertrinken in Verbindung bringt, eine kleine Ansprache zur Aufmunterung seiner Freunde, bevor sie sich von Thorol und den anderen verabschieden. Nachdem Bjarmi die Gefährten schon etwa eine halbe Stunde durch den nördlich der Flüchtlingssiedung gelegenen Wald geführt hat, keimen in Arrohir plötzlich Zweifel auf, ob Thorol sich wirklich an ihre Vereinbarungen halten wird. Beim Abschied hatte irgendetwas im Blick des Helutavi gelegen - oder war es die Wahl seiner Worte gewesen? Arrohir kann es nicht genau benennen -, das den Argwohn des jungen Dunadans geweckt hat. Da er an der Situation jetzt aber ohnehin nichts mehr ändern kann, wischt er seine unheilschwangeren Gedanken weg und konzentriert sich wieder auf den schmalen Pfad. Bóin II. scheint noch immer von der langen Schiffsreise benebelt zu sein, denn er schwankt von Zeit zu Zeit beträchtlich nach links und rechts. Sein unsicherer Gang könnte allerdings vielleicht auch einfach mit dem intensiven Geruch des grossen Bündels Trockenfisch zusammenhängen, welches, in ein speckiges Fell eingerollt, schwer über seine Schulter hängt. Auch Calendin scheint der von den Zwergen und Arrohir ausgehende Fischgeruch sichtlich Mühe zu bereiten, denn er bekundet eine für den sonst so behänden Waldelben auffallend ungewohnte Tapsigkeit.
[Als ein Manöverwurf zur Feststellung der allgemeinen "Lauffreude" der Wanderer ansteht, patzt Calendin mit einem Endergebnis von -55, während Bóin mit einer UM 07 + 25 Bewegungsmanöverbonus = 33 "glänzt".]
Schon bald nachdem sie den kleinen Wald hinter sich gelassen haben, wird das Land hügeliger und der Boden mäandert von steinig bis sumpfig. Abends errichten sie am Fuss eines Hügels ihr Lager und entzünden ein kleines Torffeuer. Die Zwerge bauen die beiden Zelte auf, welche jeweils drei Personen knappen Platz zum Schlafen bieten, derweil Calendin auf die Pirsch geht und nach nicht allzu langer Zeit mit einem erlegten Wasservogel zurückkehrt. Während der ereignislos verstreichenden Nacht halten je ein Elb und ein Zwerg gemeinsam Wache.

Auch den 10. August 2784 3Z verbringen die Gefährten und Bjarmi wandernd und gelangen am Abend über einen niedrigen Pass, von dem aus die Elben in der Ferne einen grösseren Wald erkennen können. Vordringlicher ist indessen eine andere Entdeckung, die Calendin auf der Passhöhe macht. Gemeinsam finden die Elben die frischen Spuren von rund 16 riesigen Wölfen, wobei ihnen sogleich Erinnerungen an ihr Zusammentreffen mit ähnlich grossen Tieren im Wald südlich von Jökalinda kommen. In der näheren Umgebung können sie zwar keine Wölfe ausmachen, Tinulin mahnt aber dennoch alle dazu, sehr vorsichtig zu sein und - mit Blick auf die Zwerge und Arrohir - zu versuchen, nicht zu sehr nach Fisch zu stinken. Nachdem sie den Pass verlassen und die dahinterliegende Ebene erreicht haben, errichten sie ihr Nachtlager und setzen ein Feuer in Gang.
Die Menschen sind in den Zelten bereits fest am Schlafen, als mitten in der Nacht plötzlich Wolfsgeheul die ansonsten ruhige und friedliche Stimmung zerstört. Gleich darauf können die Elben in der Entfernung mehrere riesige Wölfe mit dunklem Fell ausmachen, welche das Lager von den umliegenden Hügel aus beobachten. Rasch wird Arrohir geweckt, und während der junge Mann noch in seine Rüstung schlüpft, erkennen die Zwerge und Elben, dass sich drei der Wölfe dem Lager aus südwestlicher Richtung nähern. Nun werden auch Maira und Bjarmi geweckt, und kurz darauf formieren sich alle angriffsbereit zu einem Kreis, in dessen Mitte Maira steht. Als die drei Wölfe noch rund 120 Meter entfernt sind, eröffnen die Elben mit ihren Bögen das Feuer, wobei Calendin seinen Pfeil mit den Worten "Naur an Gaur!", was in der Sprache Sindarin "Feuer dem Wolf!" bedeutet, auf die Reise schickt. Sein Bogen Culor beschleunigt den Pfeil dermassen, dass er im nächsten Moment bis zu den Federn in den anvisierten Wolf eindringt und diesen tödlich getroffen zu Boden gehen lässt. Calendins Glanzschuss lässt die beiden verbleibenden Angreifer jedoch unbeeindruckt, die nun zum Sturmangriff auf die Gefährten übergehen. Während Calendin noch einen weiteren Pfeil verschiesst, wechselt Tinulin auf Schwert und Schild und macht sich für den Nahkampf bereit. Im nächsten Augenblick haben die Wölfe das Lager erreicht, und Bóin II. und Bjarmi stellen sich schützend vor den noch immer mit dem Bogen bewaffneten Calendin, wodurch sich den Angreifern allerdings die Möglichkeit eröffnet, zu zweit über Tinulin herzufallen. Als sich der eine Wolf in Tinulins Bein verbeisst und ihm eine blutende Wunde zufügt, erkennt der Noldo mit Schrecken, dass die Tiere schwarze Augenhöhlen haben und Eis ihre Reisser und Krallen überzieht. Der Biss des Wolfs macht Tinulin zwar benommen, aber der gleichzeitig ausgeführte Streich mit seiner Klinge Luinmacil haucht zumindest diesem Gegner noch das Leben aus. Während der letzte im Nahkampf verbliebene Wolf Bóin II. anfällt, warnt Arrohir vor zwei weiteren Wölfen, welche er auf der anderen Seite des Lager rasch hat näherkommen sehen. Tinulin lässt daher von der Behandlung seiner üblen Beinblutung ab, und auch Calendin späht in der Dunkelheit, die vom flackernden Schein des Feuers immer wieder zuckend erhellt wird, nach weiteren Gegnern. Es zeigt sich jedoch rasch, dass Arrohir ein Opfer seiner Einbildung geworden sein muss, denn es kommen keine weiteren Wölfe ins Licht des Lagers.
[Technisch gesprochen: Arrohir verpatzt seinen Wahrnehmungswurf und glaubt daher, dass das Lager auch von der anderen Seite angegriffen wird, weshalb sich nicht alle Gefährten auf den letzten Wolf stürzen.]
Da Calendin keinen direkten Gegner mehr hat, legt er seinen Bogen ab und nimmt seinen Schild auf, doch braucht er sein Schwert erst gar nicht mehr zu ziehen, denn kurz darauf gelingt es Bóin II. und Khufur, auch noch den letzten dieser ungewöhnlich zähen Wölfe zu erschlagen, als er sich bereits zurückziehen wollte. Rasch kümmert sich Maira um Tinulins Blutung und stellt dabei erschüttert fest, dass der eine erfolgreiche Angriff des Wolfes ausgereicht hat, um Tinulin die Hälfte seiner Kraft zu rauben.
Als die Elben und Zwerge wieder in die Dunkelheit spähen, erkennen sie, dass mehrere Wölfe des Rudels das Lager mit gut 200 Metern Abstand umkreisen und nicht aus den Augen lassen. Da sie aber keinen erneuten Angriff wagen, legen sich Arrohir, Maira und Bjarmi schliesslich mit ihren Decken vor die Zelte und nahe an das wärmende Feuer, bis sie schliesslich einsetzender Schneeregen doch in die Zelte fliehen lässt. Die Elben und Zwerge hingegen harren in der nassen Kälte aus und bewachen das Lager bis zum frühen Morgengrauen.

Gegen sechs Uhr morgens am 11. August 2784 3Z bauen die Gefährten trotz des eisigen Schneeregens ihre Zelte ab und brechen, von den Wölfen mit gehörigem Abstand gefolgt, erneut auf. Im Laufe des Tages wandelt sich der Schneeregen zu einem äussersten nassen Schneefall, der phasenweise so dicht ist, dass er die Sicht der Gefährten merklich einschränkt. Bis zum Abend erreicht die Gruppe den Saum des grossen Waldes, den die Elben zwei Tage zuvor vom Pass aus gesehen hatten.

// Metageblubber:

Ich bin eigentlich kein Fan von Hartwurstspielerei, wo also jede Mahlzeit und jedes getragene Gramm genau aufgeschrieben und dokumentiert werden muss. Wenn es allerdings in gefährlichem Gebiet längere Zeit über Land geht, möchte ich dennoch, dass ein gewisses Augenmass bezüglich des Proviants besteht. Es stimmt natürlich, wer zwei Elben bei sich hat, sollte in der Wildnis eigentlich keine Nahrungsprobleme bekommen. Wenn die Elben nun aber über längere Zeit gar nicht dazu kommen, nach Nahrung zu suchen, dann kann der Proviant eben doch wieder relevant werden, zumal er nicht nur sperrig und stinkend, sondern auch schwer sein kann.

Für die nächste Session sind wir nun gerüstet, es liegt ein klares Ziel vor Augen und wir dürfen zuversichtlich sein, dass es schon ganz anders kommen wird, als man sich das auf der einen oder anderen Seite so erhofft hat. Allerdings wird sich unsere Spielfrequenz aufgrund des Umzugs von Bóins II. Spieler (innerhalb derselben Ortschaft) in ein eigenes Haus bis auf weiteres kaum verbessern... aber Vorfreude ist ja bekanntlich die schönste Freude.  ~;D >;D ;D