Autor Thema: Player walk-outs - Ein unvermeidbares Risiko oder einfach A****loch-Verhalten?  (Gelesen 26597 mal)

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Offline Jed Clayton

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Vorgestern hatte ich als Spielleiter bei einer Runde auf einem Con wieder das Erlebnis (leider nicht zum ersten Mal), dass mehrere Spieler zugleich aufgestanden und mitten im Abenteuer gegangen sind.

Ich nenne das den "player walk-out", im Gegensatz zum "rage quit", wo es zu wilden Wutanfällen kommt und Tische und Bücher umgeschmissen werden.

In diesem Fall war es zwar nur ein einfacher "walk-out", aber trotzdem alles andere als höflich. Die Spieler, die gegangen sind, hatten sich die Runde ja freiwillig ausgesucht und bereits gut zwei Stunden mitgespielt. Es waren auch keine typischen "stillen" Spieler, die eben nur in einer Runde sitzen, weil Freund/Freundin in der Runde mitspielt und sie nicht wissen, wie sie sich in dieser Zeit beschäftigen sollten. Eher im Gegenteil: Die Spieler haben das System verstanden, sie wussten, in welche Richtung es ungefähr ging, sie fanden die Charaktere gut und haben sich untereinander Sachen über ihre Charaktere erzählt. Das lief eigentlich alles mehr als gut. Aber mitten im Abenteuer und mitten im Erzählfluss haben mir mehrere Leute vorgehalten, sie würden keinen Sinn in dem Abenteuer sehen und es würde sie nur langweilen (... aber die 2 Stunden bis dahin lief es gut oder was? ;) ).

Ich habe gemerkt, dass es gerade bei jüngeren Spielern auf Cons vereinzelt zu solchen "walk-outs" kommt. Ich hätte mich das so gut wie nie getraut. Ich wäre wenn überhaupt nur mit einer Notlüge weggegangen (bin krank, bin zu müde, Anruf von Mutter, etc.).

Ich bin mir nicht klar darüber, was ich falsch gemacht hatte. Das gleiche System und den gleichen Stil verwende ich nämlich seit Jahren und es lief auf diesem Con in den vorhergehenden Jahren immer gut. Dieses Mal hatte ich noch Glück im Unglück: Da ich mit sechs Spielern gestartet war und von diesen 6 noch 2 sitzengeblieben sind, habe ich zu später Stunde mit sehr viel Improvisationstalent und 2 Spielern das Szenario noch zu Ende gespielt. Der Schluss war dann gar nicht so übel: Ich hatte gesagt, dass die 4 Charaktere der 4 fehlenden Spieler (die ja mitten in einer Szene weggegangen waren) nun plötzlich von Feinden gefangen genommen wurden und der Rest der Session bestand dann aus einem Befreiungsversuch, wo die verbleibenden 2 Spielercharaktere ihre 4 Freunde aus einem Gefängnis herausholen mussten. Das war am Ende fast lustiger und spannender, als das, was ich eigentlich für die Gruppe von 6 Charakteren geplant hatte.

Dennoch finde ich das Verhalten bedauerlich. Ist das nun häufig? Ist es vielleicht ein Generationenproblem? (Ich bin 40 und meine Spieler waren ungefähr 19 oder 20 ...) Ist euch das auch schon passiert?
« Letzte Änderung: 24.11.2014 | 19:46 von Jed Clayton »
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Offline Pyromancer

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Das lief eigentlich alles mehr als gut. Aber mitten im Abenteuer und mitten im Erzählfluss haben mir mehrere Leute vorgehalten, sie würden keinen Sinn in dem Abenteuer sehen und es würde sie nur langweilen (... aber die 2 Stunden bis dahin lief es gut oder 'was? ;) ).

Sie haben es vielleicht zwei Stunden lang ertragen, in der Hoffnung, dass es besser wird? Wenn jemand nach 10 Minuten "LAAANGWEILIG!" schreit und geht, dann würde ich das auch seltsam finden, aber nach zwei Stunden ist das wohl ein fundiertes Urteil.

Zitat
Ich bin mir nicht klar darüber, was ich falsch gemacht hatte. Das gleiche System und den gleichen Stil verwende ich nämlich seit Jahren und es lief auf diesem Con in den vorhergehenden Jahren immer gut.
Positiv interpretiert: Du hast halt nicht den Geschmack dieser beiden Spieler getroffen.
Negativ interpretiert: In den Jahren zuvor waren die Spieler einfach zu höflich, um einfach zu gehen.

Zitat
Ist das nun häufig? Ist es vielleicht ein Generationenproblem? (Ich bin 40 und meine Spieler waren ungefähr 19 oder 20 ...) Ist euch das auch schon passiert?
Wenn ich auf Cons so durch die Runden schlendere sehe ich schon gelegentlich Spieler, denen man ansieht, dass sie am liebsten aufstehen und gehen würden. Die allermeisten machen das halt nicht, sei es, weil sie sich nicht trauen, weil sie nichts besseres zu tun haben, oder weil sie es für unhöflich halten.
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Offline Hector

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Habe ich noch nie erlebt. Finde ich äußerst seltsam. Und auch noch 4 auf einen Schlag... waren die als Gruppe da und hatten vielleicht einfach etwas anderes vor? Und nicht den Schneid, es zuzugeben?

Was mir in den letzten Jahren auf Cons immer wieder auffällt (glücklicherweise erst einmal in einer eigenen Runde, aber oft an Nachbartischen gesehen) sind SpielerInnen, die ständig mit ihren Mobilgeräten herumfummeln, Nachrichten lesen und sogar welche schreiben, während des Spiels. Finde ich total daneben.
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Offline ElfenLied

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Offline Edvard Elch

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Ich würde, wenn ich größere Probleme mit der Runde habe, das Spiel zwischen zwei Szenen unterbrechen, um darüber zu reden (ist bisher auf Con einmal passiert). Wenn man sich dann nicht einig wird, kann man immer noch gehen. Einfach so aufstehen, "laaaaangweilig" sagen und gehen ist dann doch eher nicht die feine Art.
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Offline Pyromancer

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Ich selber kann mich an eine Runde erinnern, die war so schlecht, dass ich sie nur ertragen habe, in dem ich in den "Anthropologen-Modus" umgeschaltet habe. D.h. ich habe aufgehört, mitzuspielen, und habe nur noch so getan, als würde ich mitspielen. Statt dessen habe ich SL und Mitspieler beobachtet, versucht, zu erraten, warum sie das machen, was sie machen, etc.

Ganz interessant war, dass ein weiterer Spieler genau das Gleiche gemacht hat (der hat sogar angefangen, sich Notizen zu machen). Wir hatten hinterher eine Feedback-Runde mit dem SL, der unsere Kritikpunkte und Verbesserungsvorschläge auch gut und schlüssig fand - in der nächsten Runde Berichten zu Folge aber wieder genau den gleichen Scheiß abgezogen hat wie bei uns.

Aber wenn die Runde Müll ist, und ich weiß, dass da hinten ein anderer SL noch Spieler sucht, warum soll ich dann meine Lebenszeit weiter verschwenden? Mir macht es keinen Spaß, und dem SL und den Mitspielern wahrscheinlich auch nicht, wenn da ein angefressener und frustrierter Spieler nur aus Pflichtgefühl, Höflichkeit oder Feigheit weiter mit am Tisch sitzt.
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Offline Weltengeist

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Ich hab das dieses Frühjahr zum ersten Mal erlebt (auch auf 'ner Con), aus der Perspektive des Spielers. Okay, war vielleicht nicht der Welt aufregendste Runde, aber auch längst nicht wirklich schlecht. Von daher hatte ich für dieses Verhalten überhaupt kein Verständnis - ich finde das eine Frechheit gegenüber Spielleiter und Mitspielern (Ausnahme: es sitzen irgendwelche völligen Irren mit am Tisch, aber das war ja scheinbar weder bei uns noch bei dir der Fall).

Mich würde aber auch interessieren, ob du einen Verdacht hast, woran es lag?
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Offline FlawlessFlo

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Ich habe sowas einmal auf einem Con erlebt. Das war ein D&D 3.5 Dungeon Crawl. Eine Spielerin, ihr Gatte und ein Freund, sowie zwei weitere Spieler haben daran teilgenommen. Die Spielerin hatte nach der Hälfte aber keinen Bock auf einen Dungeon Crawl, hat das dann entsprechend kommuniziert, ihren Gatten und befreundeten Anhang eingepackt und ist abgezogen. Ihr Gatte und der Freund hätten zwar noch weiter spielen wollen, aber der Frust der Guten war ihr anzusehen und da wollte wohl niemand den häuslichen Frieden gefährden.

Okay, das lief unglücklich. Aber auch was gelernt; ich weise meine Abenteuer und den Spielstil vor den Runden auf Cons nun expliziter aus. Es passt halt nicht jeder mit jedem zusammen, also besser gleich im Vorfeld abklären, was geboten bzw. was erwartet wird.
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Offline Pyromancer

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Habe ich noch nie erlebt. Finde ich äußerst seltsam. Und auch noch 4 auf einen Schlag... waren die als Gruppe da und hatten vielleicht einfach etwas anderes vor? Und nicht den Schneid, es zuzugeben?

Diese Space-Gothic-Runde vor ~10 Jahren in Karlsruhe, wo ich behauptet habe, ich hätte Opernkarten und müsste jetzt gehen... da hatte ich wirklich Opernkarten (für Tosca, war gut).  :)
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Offline Jed Clayton

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Sie haben es vielleicht zwei Stunden lang ertragen, in der Hoffnung, dass es besser wird? Wenn jemand nach 10 Minuten "LAAANGWEILIG!" schreit und geht, dann würde ich das auch seltsam finden, aber nach zwei Stunden ist das wohl ein fundiertes Urteil.

Anm.: In den zwei Stunden war ich nicht der einzige, der geredet hat. Aber als SL muss man schließlich einiges erklären - völlig neue Welt, neue Prämisse, neues unbekanntes Würfelsystem. Das ist doch klar.

Davon abgesehen ist mir klar, dass mein Stil nicht für Jedermann ist und dass es selbstverständlich Menschen gibt, die mich blöd oder unsympathisch finden. Ich bin nicht auf der Welt, um jedem und allen zu gefallen.

Ich finde es trotzdem besser, dann gar nicht erst mitzuspielen, als einen Teil einer Con-Runde mitten im Abenteuer - nach 2 Stunden in einer 4-Stunden-Runde - hängen zu lassen, auf die Gefahr hin, dass diese restlichen Spieler dann auch noch aufhören oder dass ihnen wichtige Begleiter/Helfer in der Story fehlen. Genau das ist dann nämlich der Fall. Ich habe eine einmal gewählte Runde immer bis zum Ende durchgezogen, auch wenn ich das Spiel und die Spieler gehasst habe.

Zitat
Positiv interpretiert: Du hast halt nicht den Geschmack dieser beiden Spieler getroffen.
Negativ interpretiert: In den Jahren zuvor waren die Spieler einfach zu höflich, um einfach zu gehen.

Nein, dazu hatten wir in den Runden in den Jahren zuvor viel zu viel Spaß. Die Atmosphäre war viel besser und freundschaftlicher. Gut, kann man eben nicht jeden Tag haben!

Zitat
Wenn ich auf Cons so durch die Runden schlendere sehe ich schon gelegentlich Spieler, denen man ansieht, dass sie am liebsten aufstehen und gehen würden. Die allermeisten machen das halt nicht, sei es, weil sie sich nicht trauen, weil sie nichts besseres zu tun haben, oder weil sie es für unhöflich halten.

Ich sehe das aber in der Tat sehr selten - oder es fällt mir nicht auf! In solchen Fällen sage ich mir ganz ehrlich: Cons sind zum Ausprobieren da, und jeder SL ist schließlich anders. Manchen Leuten möchte ich aufgrund früherer Erfahrungen raten: "Geht lieber nicht auf Cons!" ;)
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alexandro

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Habe ich bisher nur einmal erlebt: Spieler hatte am Anfang ziemliches Würfelpech und ist dann heimlich zur Brettspiel-Runde im Nachbarraum gegangen und nur wiedergekommen, wenn er gerufen wurde (wozu wir dann bald keine Lust mehr hatten).

Generell habe ich kein Problem damit, wenn Spieler die Runde verlassen möchten - sie haben keinen Vertrag unterschrieben, dass sie die Runde bis zum Ende mitmachen müssen und wenn es keinen Spaß macht, dann halt nicht. Allen kann man es nicht rechtmachen und so etwas zu sagen ist wenigstens ehrlicher, als nur passiv dazusitzen, im 10-Minutentakt für Raucher-/Toilettenpausen verschwinden oder sich einfach (wie der o.g. Spieler) ohne Ankündigung oder Begründung verdünnisieren.

Ich hatte am Sonntag auf einem Con auch eine Runde, bei der ich kurz vor dem walk-out stand (bin dann letztendlich geblieben, da es sowieso keine Alternativen gab). Manchmal hat man halt eine Runde, welche von der Ankündigung her total toll klingt, welche dann aber (aus diversen Gründen) die Erwartungen nicht erfüllt.
« Letzte Änderung: 24.11.2014 | 17:50 von alexandro »

Offline Grubentroll

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Mir gings auf Cons eigentlich immer so (dass ich mich langweile). Weswegen ich das irgendwann hab sein lassen.

In so zufällig zusammengewürfelten Runden fehlt mir einfach was, was mir beim Rollenspielen sehr wichtig ist, was ich aber grad nicht eindeutig benennen kann.

Ucalegon

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Mir wäre so ein "walk-out" ehrlich gesagt lieber, als dass mir nach 4-5 Stunden jemand das Feedback gibt, er wäre am liebsten schon nach zwei Stunden aufgestanden und gegangen. Dann muss ich mir nachher wenigstens nicht vorwerfen, anderer Leute Zeit verschwendet zu haben.
« Letzte Änderung: 24.11.2014 | 17:53 von Ucalegon »

Offline Jed Clayton

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Habe ich noch nie erlebt. Finde ich äußerst seltsam. Und auch noch 4 auf einen Schlag... waren die als Gruppe da und hatten vielleicht einfach etwas anderes vor? Und nicht den Schneid, es zuzugeben?

Diesen Gedanken hatte ich auch schon. Das ist verhältnismäßig wahrscheinlich. Bei Runden, in denen auf einmal einer nicht mehr mag und geht, gehen dann häufig 2 bis 3 Freunde mit, wenn die mit ihm zusammen gekommen sind.

Zitat
Was mir in den letzten Jahren auf Cons immer wieder auffällt (glücklicherweise erst einmal in einer eigenen Runde, aber oft an Nachbartischen gesehen) sind SpielerInnen, die ständig mit ihren Mobilgeräten herumfummeln, Nachrichten lesen und sogar welche schreiben, während des Spiels. Finde ich total daneben.

Das liegt an der Verbreitung und der leichten Bedienbarkeit von Smartphones im Allgemeinen. Jeder hat sie, jeder mag sie. Auch ich habe schon während einer Runde auf mein Handy geschaut - das war aber wirklich NUR deswegen, weil ich nachgucken wollte, ob ein Bekannter von mir noch zu derselben Con kommt, weil er das vorher in einer Facebook-Nachricht angekündigt hatte. Da wollte ich einfach kurz gucken, ob er noch kommt oder inzwischen vielleicht abgesagt hatte.

Ich sage sonst auch immer: Handys weg! Ich mag es auch nicht, wenn Spieler unbedingt auf dem Handy mit einer Würfel-App würfeln wollen. ("Iiih, ich fasse doch nicht deine versifften Plastikwürfel an, Alter.")
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Offline Pyromancer

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Um die Fragen im Thread-Titel zu beantworten:
"Player walk-outs" sind ein unvermeidbares, aber minimierbares Risiko. Je klarer den Spielern ist, auf was sie sich einlassen, desto geringer ist das Risiko, dass es ihnen hinterher nicht gefällt. Dazu muss man aber in der Lage und Willens sein, zu erkennen, was die eigene Runde charakterisiert, und das auch verständlich mitteilen können - und das ist dann doch nicht ganz so einfach. Und hinterher kann es dann doch ganz anders kommen, bzw. es spielen Begleitfaktoren außerhalb des Einflussbereiches des SL auch eine Rolle.

"Player walk-outs" sind kein Arschloch-Verhalten, zumindest nicht an sich. Es kann natürlich im Einzelfall durch die Begleitumstände arschig sein, muss es aber nicht.
Edit: Ich erwarte von den Spielern, dass sie sich zumindest mit dem Vorsatz an den Tisch setzen, die Runde bis zum Ende mitzuspielen, und nicht nur die anderthalb Stunden irgendwie überbrücken wollen, bis ihre geliebte DSA3-Runde losgeht.
« Letzte Änderung: 24.11.2014 | 17:59 von Pyromancer »
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Offline ComStar

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@Topic: noch nie erlebt. Das is schon krass, aber um dazu ne fundierte Aussage treffen zu können hätte ich dabei gewesen sein müssen. Sorry Jed, aber mach dir deswegen keinen Kopf. Solang das nicht häufiger passiert...
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alexandro

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Ich finde es trotzdem besser, dann gar nicht erst mitzuspielen, als einen Teil einer Con-Runde mitten im Abenteuer - nach 2 Stunden in einer 4-Stunden-Runde - hängen zu lassen, auf die Gefahr hin, dass diese restlichen Spieler dann auch noch aufhören oder dass ihnen wichtige Begleiter/Helfer in der Story fehlen. Genau das ist dann nämlich der Fall. Ich habe eine einmal gewählte Runde immer bis zum Ende durchgezogen, auch wenn ich das Spiel und die Spieler gehasst habe.

Was hättest du gemacht, wenn die Spieler überhaupt nicht aufgetaucht wären? Dann hätten sie ja auch als Begleiter/Helfer in der Story gefehlt.

Offline 1of3

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Hab ich mehrfach gemacht. Anwesende Tanelornis können das bestätigen. Ich empfinde es allemal als angenehmer, zu sagen, dass mir das Spiel missfällt, und mich höflich zu verabschieden als miesepetrig am Tisch zu sitzen und alle mit runter zu ziehen.

Offline Darius

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@Norbert: wenn ich morgen mal dazu komme, gebe ich dir mal ein ehrliches Feedback. Ich habe dich ja schon bei 2/3 Tanelorn treffen gesehen und dich kennen gelernt. Heute Abend weiß ich noch nicht, ob ich es schaffe.

Ich war übrigens nicht bei Con.
Power resides where men believe it resides. It's a trick, a shadow on the wall. And a very small man can cast a very large shadow.
Lord Varys

Offline Ludovico

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@Pyro und1of3
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Welche Wahl hat ein Spieler denn sonst?
Und zu entgegnen, dass man dann lieber gar nicht erst mit der Runde begonnen haette, dem sei doch bitte mal klar, dass man bei einer Rollenspielrunde nicht wirklich weiss, was man kriegt - ganz gleich, was auf der Packung steht.

Offline Rowlf

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Ich habe da auch auf beiden Seiten des SL-Schirms keine grundsätzlichen Probleme mit dem Weggehen. Bei mir ist zwar noch niemand weggelaufen und ich selbst tat es ebenfalls nicht, finde es aber durchaus besser, wenn man eine Runde (höflich) verlässt, in der man keinen Spaß hat, statt dort hängen zu bleiben und eventuell allen anderen den Spaß zu mindern.

Es kann immer vorkommen, dass man den Spielstil falsch geschildert oder verstanden hat. Muss man nächstes Mal halt besser machen oder klarer nachfragen.

Offline bobibob bobsen

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Das was ich nur schade finde ist das keine Begründung abgegeben wurde was denn nun missfallen hat. Eventuell hat ja auch gar nichts missfallen und die 4 hatten einfach was anderes vor.
Nur so ein Tip ins blaue; wenn du das gleiche Abenteuer schon seit vielen jahren anbietest würde ich mir jetzt überlgen doch mal was neues auszuprobieren. Keine Kritik reine Positivanmerkung von mir.

alexandro

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Hatte auch schonmal einen SL-walkout gemacht, als ich den Eindruck hatte dass die Spieler sich sowieso ausgeklinkt haben und nur noch aus (falscher) Höflichkeit am Tisch sitzen.

Offline Crimson King

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Ich finde es absolut ok, eine Runde zu verlassen, die einem keinen Spaß macht. Allerdings sollten sich, bis es so weit kommt, Möglichkeiten finden, das Problem anzusprechen und zu versuchen, eine Veränderung im eigenen Sinne zu bewirken. Wenn das nicht klappt, kann man immer noch gehen.
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Als ein Gespräch von Krieg und Kriegsgeschrei,
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Man steht am Fenster, trinkt sein Gläschen aus
Und sieht den Fluß hinab die bunten Schiffe gleiten;
Dann kehrt man abends froh nach Haus,
Und segnet Fried und Friedenszeiten.

J.W. von Goethe

Offline Bad Horse

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Ich bin auch schon mal gegangen - ich hatte den falschen Charakter, die Runde hat nicht so funktioniert, wie ich mir das erhofft habe (das Zombie-Drama wurde zum Survival-Horror), mein Char konnte überhaupt nichts machen (er hat bei einer Apocalypse World-Runde in vier Stunden einmal gewürfelt), und meine Laune ging so langsam nach unten. Also hab ich die Runde verlassen.

...und ich hab das so verstanden, dass die Spieler ja gesagt haben, dass sie sich langweilen. Daran wird es wohl gelegen haben, ich finde das auch legitim - es sollte sich echt niemand mit einer Runde quälen müssen, die ihm nicht gefällt.
Zitat von: William Butler Yeats, The Second Coming
The best lack all conviction, while the worst are full of passionate intensity.

Korrekter Imperativ bei starken Verben: Lies! Nimm! Gib! Tritt! Stirb!

Ein Pao ist eine nachbarschaftsgroße Arztdose, die explodiert, wenn man darauf tanzt. Und: Hast du einen Kraftsnack rückwärts geraucht?