Autor Thema: Weltengeists Abenteuer-Rezensionen  (Gelesen 67816 mal)

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Offline Ma tetz

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Re: Weltengeists Abenteuer-Rezensionen
« Antwort #275 am: 24.10.2020 | 15:11 »
Habe am Ende Deiner Rezension sehr gelacht. :D

Offline Prisma

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Re: Weltengeists Abenteuer-Rezensionen
« Antwort #276 am: 24.10.2020 | 15:31 »
Offenbar sind jetzt detailiertere Angaben auf dem Charakterblatt nötig. (War das nicht schon bei FATAL so?) Vielleicht ist die Nachfrage einfach vorhanden?

Offline Samael

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Re: Weltengeists Abenteuer-Rezensionen
« Antwort #277 am: 24.10.2020 | 16:17 »
War das jetzt dein Ernst? Unfassbar. Das wäre noch peinlicher als das Cover!




...
Mit 14 hätte ich das klasse (geil!) gefunden.
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Offline Prisma

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Re: Weltengeists Abenteuer-Rezensionen
« Antwort #278 am: 24.10.2020 | 16:39 »
War das jetzt dein Ernst? Unfassbar.

Quatsch, natürlich nicht (den  :Ironie: vergessen). Und sowas war schon mit 14 nicht gleil.

Offline Samael

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Re: Weltengeists Abenteuer-Rezensionen
« Antwort #279 am: 24.10.2020 | 16:45 »
Das 14jährige ich hätte nicht zugestimmt.
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Offline Weltengeist

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Re: Weltengeists Abenteuer-Rezensionen
« Antwort #280 am: 24.10.2020 | 17:24 »
Für diejenigen, die denken, dass ich sie hier verarsche, hab ich mal einen (weitgehend anonymisierten) Ausschnitt aus einem Wertekästchen angehängt.

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Online schneeland

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Re: Weltengeists Abenteuer-Rezensionen
« Antwort #281 am: 24.10.2020 | 17:26 »
Also: zunächst mal vielen Dank, dass Du auch dieses Abenteuer ernsthaft besprochen hast.

Die Angabe eben dieser Werte lässt für mich allerdings die Frage aufkommen, ob die DSA-Redaktion es aufgegeben hat, DSA ernstzunehmen. Das finde ich sogar als erklärter Nicht-DSA-Spieler einigermaßen bestürzend.
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Offline Weltengeist

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Re: Weltengeists Abenteuer-Rezensionen
« Antwort #282 am: 24.10.2020 | 17:28 »
Also: zunächst mal vielen Dank, dass Du auch dieses Abenteuer ernsthaft besprochen hast.

Die Angabe eben dieser Werte lässt für mich allerdings die Frage aufkommen, ob die DSA-Redaktion es aufgegeben hat, DSA ernstzunehmen. Das finde ich sogar als erklärter Nicht-DSA-Spieler einigermaßen bestürzend.

Wie gesagt: Das Abenteuer selbst bleibt ja von den "Wege der Vereinigung"-Wunderlichkeiten weitgehend unberührt. Von daher gibt es keinen Grund, es nicht ernsthaft zu besprechen - und auch keinen, es nicht zu spielen. Das Abenteuer selbst ist ja (bis auf die genannten Logikproblemchen) völlig okay. Und man muss ja nicht alles verwenden, was da in den Wertekästen steht...
« Letzte Änderung: 24.10.2020 | 17:44 von Weltengeist »
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Offline Rhylthar

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Re: Weltengeists Abenteuer-Rezensionen
« Antwort #283 am: 24.10.2020 | 17:32 »
Hmm....

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Offline Samael

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Re: Weltengeists Abenteuer-Rezensionen
« Antwort #284 am: 24.10.2020 | 17:58 »
Für diejenigen, die denken, dass ich sie hier verarsche, hab ich mal einen (weitgehend anonymisierten) Ausschnitt aus einem Wertekästchen angehängt.

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Ist das jetzt das Standardformat in allen DSA Veröffentlichungen?
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Offline Weltengeist

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Re: Weltengeists Abenteuer-Rezensionen
« Antwort #285 am: 24.10.2020 | 18:09 »
Ist das jetzt das Standardformat in allen DSA Veröffentlichungen?

Ernsthaft? Nein, das ist wohl nur in den zu "Wege der Vereinigung" gehörigen Abenteuerbänden so.
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Re: Weltengeists Abenteuer-Rezensionen
« Antwort #286 am: 5.12.2020 | 17:15 »
#107: Skitter Shot

Autor: Jason Keeley
System: Starfinder
Erschienen: 2018
Umfang: kurz (ca. 3 Stunden Spielzeit)

Warum habe ich das AB gelesen?

Weil ich dringend irgendwas kurzes, lustiges für meine Tischrunde gesucht habe.

Plot

Ein scheinbar verlassenes Vergnügungsschiff treibt führerlos im Weltall. Der Echsen-Alien-Kapitän des Scavengerschiffs geht an Bord und kehrt nicht mehr zurück. Also machen sich seine knuffigen Skittermanger-Handlanger auf den Weg, den "Boss" zu retten und herauszufinden, was es mit dem Vergnügunsschiff auf sich hat...

Eindruck

Leider geil. ;D

Im Ernst: Ich schwöre mir ja immer wieder, meine Finger von Pathfinder- und Starfinder-Abenteuern zu lassen. Hätte ich hier auch getan, wenn es nicht 0 Euro gekostet hätte (es war mal ein Free RPG Day Adventure). Aber ich gebe zu: Ich bin angenehm überrascht. Und ich glaube, das ist das erste Mal EVER, dass ich von einem Pathfinder- oder Starfinder-Abenteuer positiv überrascht bin.

Allein die vorgefertigten Alien-SC sind schon mal klasse. Hier hat ganz offensichtlich mal jemand das Thema Rollenspiel im Hinterkopf gehabt und nicht nur Werte geliefert. Skittermanger sind so eine Art flauschige, hilfsbereite, sechsarmige Goblins - klein, nett und durchgeknallt. Ich finde es fast schon unmöglich, die kleinen Chaoten nicht zu mögen.

Und auch das Abenteuer finde ich gelungen. Im Grunde geht es eben darum, das herumtrudelnde Vergnügungsschiff zu erkunden, sein Geheimnis zu lüften und die Überlebenden zu retten. Man arbeitet sich also im Grunde Raum für Raum durch das Schiff, aber da sind doch einige unterhaltsame und lustige Ideen dabei, so dass ich denke, dass das in Kombination mit den lustigen SC am Tisch richtig Spaß machen dürfte. Werde ich am Wochenende ja merken.

Natürlich wäre Starfinder nicht mit Pathfinder verwandt, wenn es nicht hier und da wieder Kämpfe geben würde, einfach nur, damit es was zu kämpfen gibt. Zwei davon finde ich so dermaßen idiotisch begründet, dass ich das hier einfach mal wiedergebe (sicherheitshalber im Spoiler-Tag):
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Hier hätte ich mir den Mut und die Kreativität gewünscht, statt blödsinniger Kämpfe andere Herausforderungen zu schaffen, die besser zum humorvollen Grundtenor des Abenteuers passen. Aber gut, das kann man ja selbst nachrüsten.

Alles in allem wird dies das erste Pathfinder-/Starfinder-Abenteuer sein, das ich tatsächlich leiten werde. Und mehr noch: Ich freue mich wie Bolle darauf. Das ist doch mal was!
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Re: Weltengeists Abenteuer-Rezensionen
« Antwort #287 am: 5.12.2020 | 17:23 »
Ich finde die „Kampf-Encounter“ die du da beschreibst durchaus kreativ begründet.
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Re: Weltengeists Abenteuer-Rezensionen
« Antwort #288 am: 6.12.2020 | 13:11 »
Das ganze Setting hat einen gewissen Charm, der mir echt gefällt. Wer wollte noch nie nen Untoten Popsänger spielen?  ;D

Offline Weltengeist

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Re: Weltengeists Abenteuer-Rezensionen
« Antwort #289 am: 6.12.2020 | 14:18 »
Das ganze Setting hat einen gewissen Charm, der mir echt gefällt. Wer wollte noch nie nen Untoten Popsänger spielen?  ;D

Ich mag diese Science-Fantasy-Mischung auch ganz gern. Ich habe mich erst an "Esper Genesis" versucht, bin damit aber nicht so recht warm geworden. Da gefällt mir das bonbonbunt-trashige von Starfinder schon besser. Etwas genervt bin ich zwar davon, dass sie unbedingt die ganzen Pathfinder-Sachen (Rassen, Götter, Sphären, Viecher...) mit reinbringen mussten, aber das kann man ja weglassen.

Ich finde die „Kampf-Encounter“ die du da beschreibst durchaus kreativ begründet.

Kreativ ist ja nicht gleich logisch.
Direkt auf der anderen Seite der Glaskuppel ist ein ganzes Weltall, da ist es so dunkel wie im Darmausgang eines hundertjährigen Vesk. Aber wenn im Observatorium jemand das Licht so richtig ganz ausmacht, zerreißt gleich die Grenze zwischen den Sphären? Also nicht, solange ich Spielleiter bin. ;)
« Letzte Änderung: 6.12.2020 | 14:23 von Weltengeist »
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Re: Weltengeists Abenteuer-Rezensionen
« Antwort #290 am: 26.12.2020 | 18:03 »
Ich will hier nur kurz aus meinem Lurker-Dasein auftauchen, um Dir auch für diese Rezensionen zu danken und dich darin zu bestärken, das weiterzumachen. Ich lese jede Rezension mit großem Interesse, da Du generell auf die gleichen Dinge zu achten scheinst, die auch mir bei Abenteuern wichtig sind. Mir fehlt nur einfach die SL-Expertise (und die Zeit), da noch viel Ergänzendes zu kommentieren. Übrigens lese ich auch gerne deinen SW-Erfahrungs-Blog.

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Re: Weltengeists Abenteuer-Rezensionen
« Antwort #291 am: 1.01.2021 | 14:42 »
Das freut mich zu hören. Im Moment komme ich leider nur wenig dazu, Abenteuer zu lesen, daher gibt es gerade kaum Rezensionen, aber das kippt wie ich mich kenne auch irgendwann wieder ins andere Extrem... ;D
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Re: Weltengeists Abenteuer-Rezensionen
« Antwort #292 am: 16.01.2021 | 07:53 »
#108: Courts of the Shadow Fey

Autor: Wolfgang Baur, Dan Dillon
System: D&D 5E
Erschienen: 2019
Umfang: lang (schwer zu schätzen, vielleicht um die 80 Stunden Spielzeit?)

Warum habe ich das AB gelesen?

Weil ich es thematisch interessant fand. Und weil ich eine Chance sehe, die eine oder andere Idee für meine "Türme von London"-Runde zu klauen (sic!).

Plot

In der Stadt Zobeck machen sich plötzlich die Shadow Fey breit. Da ihnen einst das Land gehörte, auf dem die Stadt steht, und da die Menschen den Herrscher abgesetzt haben, mit dessen Familie der Friedensvertrag geschlossen wurde, betrachten sie die Stadt nun als ihr Eigentum. Und da es sich dabei nicht um die netten Feen mit den bunten Flügeln, sondern um die arroganten Arschloch-Sidhe aus der keltischen Mythologie handelt, machen sich die SC auf ins Feenreich, um ihnen Einhalt zu gebieten. Dort müssen sie dann tatsächlich den gesamten Weg von "Fußabtreter" zu "anerkannter Recke" am Hof der Schattenfeen durchlaufen, bis sie endlich dem Mondbeschienen König gegenübertreten können...

Eindruck

Gemischt.

Fangen wir mit dem Positiven an: Der Band enthält ein "ganz anderes" Abenteuer mit sehr vielen schönen, stimmungsvollen, kreativen Ideen, und er kommt für ein D&D-Buch über weite Strecken auch mit erstaunlich wenig Kämpfen aus (am Ende geht es dafür aber umso härter zur Sache). Hier kommen Gruppen, die auf Rollen- und Intrigenspiel stehen, auf ihre Kosten. Und die Welt der Schattenfeen mit ihren sehr eigenartigen (Natur)Gesetzen kommt anhand vieler skuriller Beispiele gut rüber.

Nicht so gut fand ich dagegen die Aufarbeitung. Das beginnt schon damit, dass sich der Spielleiter die "Was passiert eigentlich hinter den Kulissen?"-Infos (Wer ist wer? Wer steht in welcher Beziehung zu wem? Wer verfolgt welche Ziele? Was ist in der Vorgeschichte passiert?) einzeln aus dem Text zusammensuchen muss. Einige NSC werden eingeführt und verschwinden dann irgendwie wieder, obwohl sie eigentlich wichtig wirkten. Und auch der Ablauf der Handlung war mir nicht immer klar, da habe ich mehr als einmal den Faden verloren. Mir ist schon klar, dass das Abenteuer teilweise als Sandbox gedacht ist, aber das kann man deutlich besser darstellen, als es hier gelungen ist.

Schwierig fand ich auch, dass es immer wieder Widersprüche in der Handlung gibt. So können die SC gegen Ende "das fehlende Auge von Baron Suvid" wiederfinden, aber weder in der Beschreibung von Baron Suvid noch in seinem Portrait fehlt ihm ein Auge. Und das ist kein Einzelfall. Gerade die Karten stehen immer mal wieder im Widerspruch zum Text (wie die Abbildung des Goblin Court auf S. 49 mit dem Text und der herausnehmbaren Hauptkarte zusammenhängt, habe ich beispielsweise immer noch nicht verstanden).

Überhaupt die Karten. Hier enthält das Buch optisch sehr ansprechend gemachte Karten, macht sie dann aber für den Spieltisch unbrauchbar, indem es alle Spielleiterinformationen (sowas wie "Hier liegen Leute im Hinterhalt" oder "Dieser Gegner ist nur eine Illusion") in die Karte fest mit einzeichnet. Das ist ungeschickt. Und die Karte zum Labyrinth auf Seite 128 kann ich gleich gar nicht erst lesen. Auch die Abbildungen sind zwar opulent, passen aber oft nicht sonderlich gut zu den Bildern im Text (die "saphirene Kurtisane" ist beispielsweise rot...). Und wer die Charaktere auf der Titelseite sein sollen und warum es ausgerechnet von der Königin kein Bild gibt, erschließt sich mir auch nicht.

Zu den Spielwerten kann ich nur wenig sagen, weil ich dafür in D&D nicht tief genug drinstecke. Aufgefallen ist mir aber, dass alle Duellanten im Mittelteil das gleiche CR und die gleichen XP aufweisen, obwohl sie im Text als sehr unterschiedlich stark beschrieben sind. Und dass im Buch steht, dass bei Duellen Rüstung verboten ist, zugleich aber alle NSC-Werte nur mit Rüstung angegeben sind.

In der Summe bin ich etwas erstaunt, wie eine komplett überarbeitete Neuauflage eines Buches so viele handwerkliche Fehler enthalten kann. Als Ideenfundgrube ist es aber trotzdem toll, und ein engagierter Spielleiter, der bereit ist, die Lücken zu füllen, kann daraus sicherlich ein unvergessliches Abenteuer stricken.
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Offline Rhylthar

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Re: Weltengeists Abenteuer-Rezensionen
« Antwort #293 am: 16.01.2021 | 08:47 »
Kurze Anmerkung:
Für "Courts of the Shadow Fey" gibt es ein Map Pack mit jpegs: *KLICK*

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Offline Weltengeist

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Re: Weltengeists Abenteuer-Rezensionen
« Antwort #294 am: 13.02.2021 | 22:06 »
#109: Enemy in Shadows (Enemy Within #1)

Autor: Graeme Davis
System: Warhammer 4th Edition
Erschienen: 2020
Umfang: lang (ca. 30-40 Stunden Spielzeit)

Warum habe ich das AB gelesen?

Ich habe die Ursprungsfassung des Abenteuers vor 12 Jahren bei einem ziemlich speziellen Spielleiter erleben dürfen, habe es aber tatsächlich nie gelesen. Und jetzt gibt es ja diese schicke Neuauflage, da konnte ich nicht widerstehen, es mir mal anzuschauen.

Plot

Die SC geraten in eine Verkettung von Ereignissen, die sie in die Stadt Bögenhafen führen. Dort übernimmt man zunächst nur kleinere Aufträge, bis sich herausstellt, dass die Stadt in tödlicher Gefahr ist - und die Behörden weigern sich kategorisch, irgendetwas deswegen zu unternehmen...

Eindruck

Das ist ja ein Abenteuer, wie ich es mag. Es weiß, welche Geschichte es erzählen will, es ist toll ausgearbeitet und bietet zahlreiche Optionen. Außerdem erzeugt es eine ganz eigene Atmosphäre - die Art von Atmosphäre, deretwegen viele Spieler die "Old World" von Warhammer so mögen.

Was ich auch toll finde, sind die zahlreichen NSC und die Art, wie sie beschrieben und behandelt werden. Sie alle sind nachvollziehbar und haben ihre Gründe, warum sie so oder so handeln. Das Abenteuer besteht zu großen Teilen aus Interaktion mit NSC und hat eine innere Logik, die ich so häufig in anderen Publikationen vermisse. So kämpft hier beispielsweise wirklich nur, wer verzweifelt ist oder sich eine gute Chance ausrechnet, zu gewinnen - entsprechend selten sind Kämpfe und entsprechend hart und dreckig geht es zu, wenn es sie gibt.

Überhaupt ist dies ein Abenteuer aus einer Zeit, bevor "die Spieler sollen alles dürfen, und der Spielleiter hat dafür zu sorgen, das es klappt" ein Hit wurde. Die Welt lässt die SC spüren, dass sie niemand sind; es gibt immer mal wieder zünftig aufs Maul, und wenn die Spieler es nicht gebacken kriegen, wird die komplette Stadt mit Mann und Maus vernichtet. Und wenn sie es doch gebacken kriegen, gibt es nicht etwa eine Siegesfeier, sondern eine Hals-über-Kopf-Flucht, während die nächsten Raffhälse die Macht an sich reißen. Warhammer eben.

Außerdem ist das Abenteuer an seinem Handlungsfaden entlang ausgerichtet und erwartet, dass dieser auch weitgehend befolgt wird. Zwar gibt es den Spielern speziell im zweiten Teil viele Freiheiten, aber der Spielleiter wird auch immer wieder angehalten, die Story wieder auf ihren Weg zurückzuführen. Es ist also weder echtes Railroading noch echte Sandbox, sondern ein Mittelding. Ich selbst mag das ja so, aber für Puristen der totalen Spielerfreiheit gibt es da sicherlich Kritikpunkte.

Ich selbst habe am ehesten da Probleme, wo vorausgesetzt wird, dass die SC bestimmte Handlungen von sich aus machen. Was ist, wenn sie das "Erbe" nicht antreten wollen? Was ist, wenn sie gar keine Lust haben, die Stadt zu retten, in der sie wie Dreck behandelt worden sind? Verdenken könnte ich es ihnen nicht, und das Abenteuer bleibt an der einen oder anderen Stelle die Antwort schuldig, wie es dann weitergehen soll.

Wer aber mit Spielern gesegnet ist, die ein Gefühl dafür haben, welche Art von Geschichte gespielt werden soll, und wer einen Spielleiter hat, der auch mal einen Ausflug vom Hauptplot genehmigt und dann elegant den Weg zurück findet, der wird mit einem Abenteuer belohnt, das nicht umsonst zu den berühmtesten in der Historie des Rollenspiels gezählt wird. Atmosphärisch dicht, anfangs betulich und dann immer spannender führt es in seine Spielwelt ein und legt gleich in ihrem ersten Abenteuer das Schicksal von tausenden NSC in die Hände der Helden.

Me likes. :d

Davon ab muss ich aber auch die Aufmachung positiv erwähnen. Hier gibt es wirklich für JEDEN halbwegs wichtigen NSC Portraitzeichnungen, und im Gegensatz zu dem, was man sonst so in Rollenspielbüchern findet, sind sie auch alle im gleichen Stil und passen sehr gut zur Spielwelt. Auch die Gebäudepläne sind sehr stilecht und meist um eine Zeichnung des Gebäudes ergänzt, die viel Flair transportiert. Dazu ein wunderbar übersichtliches Layout - ich glaube, ich würde das Buch sogar dann behalten, wenn ich das Abenteuer gar nicht mögen würde...

P.S.: Als kleinen Bonus gibt es überall die Grognard-Boxen, in denen Vorschläge gemacht werden, wie der Spielleiter Altspieler "überraschen" kann, die die Kampagne seinerzeit schon mal gespielt haben und jetzt meinen, sie wüssten, wie der Hase läuft. Das ist eine witzige Idee und bietet auch Stellschrauben für Gruppen, die das Abenteuer zum ersten Mal spielen.
« Letzte Änderung: 14.02.2021 | 11:26 von Weltengeist »
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Re: Weltengeists Abenteuer-Rezensionen
« Antwort #295 am: 13.02.2021 | 23:41 »
Das klingt verdammt cool. Wie schauts mit der Übertragbarkeit auf andere Systeme und Settings aus? Ist da viel Warhammer spezifisches drin verwurstet, was es so nicht direkt in anderen Settings gäbe?

Offline Drantos

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Re: Weltengeists Abenteuer-Rezensionen
« Antwort #296 am: 14.02.2021 | 01:47 »
Das Abenteuer ist sehr eng mit dem Warhammer setting verwoben. Ich habe es 3x geleitet und stelle es mir äußerst schwierig vor, es auf ein anderes setting zu stülpen. Ein anderes System ginge wohl schon, wäre aber mit einem beträchtlichen Aufwand verbunden.

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Offline Stahlfaust

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Re: Weltengeists Abenteuer-Rezensionen
« Antwort #297 am: 14.02.2021 | 07:51 »
Klingt sehr interessant, vielleicht schaue ich mir die Neuauflage doch mal an. Die alte Fassung hat mich optisch eher abgeschreckt.
Danke für die Rezi.
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Offline Weltengeist

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Re: Weltengeists Abenteuer-Rezensionen
« Antwort #298 am: 14.02.2021 | 07:58 »
Das klingt verdammt cool. Wie schauts mit der Übertragbarkeit auf andere Systeme und Settings aus? Ist da viel Warhammer spezifisches drin verwurstet, was es so nicht direkt in anderen Settings gäbe?

Es ist schon recht eng an die Welt geknüpft. Zunächst einmal ist die Atmosphäre recht speziell, aber da kommt die Übertragbarkeit sicher darauf an, was für eine Welt du es übertragen willst (Aventurien wäre sicherlich eher seltsam, Shadow of the Demon Lord passt schon besser). Aber das Abenteuer ist ja auch Teil einer größeren Kampagne, und hier geht es viel um Warhammer-typische Themen: Das Erstarken des Chaos, das Auftreten von Mutanten usw.

Klar, irgendwie kann man immer alles zurechtbiegen, aber ich vermute, dass es durch eine Übertragung viel verlieren würde.

Klingt sehr interessant, vielleicht schaue ich mir die Neuauflage doch mal an. Die alte Fassung hat mich optisch eher abgeschreckt.

Also gerade optisch würde ich soweit gehen zu sagen: das ist eines der schicksten Bücher, die ich in meinem (nicht kleinen) Rollenspielregal stehen habe.
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Re: Weltengeists Abenteuer-Rezensionen
« Antwort #299 am: 14.02.2021 | 08:51 »
Ich habe die Ursprungsfassung des Abenteuers vor 12 Jahren bei einem ziemlich speziellen Spielleiter erleben dürfen, habe es aber tatsächlich nie gelesen.
Willkommen im Club. Ich habe das vor etlichen Jahren ebenfalls bei einem ziemlich speziellen SL als Spieler erlebenleiden dürfen (kann man hier auch irgendwo nachlesen) und hab'mir ja Jahre später geschworen, das Teil selbst mal zu lesen und zu leiten.

Hm, eigentlich stehen ja zur Zeit andere Systeme im Vordergrund bei mir, aber vielleicht wäre das tatsächlich mal ein Grund, sich irgendwann in ferner Zukunft mal wieder mit WarHammer und der Kampagne zu beschäftigen.
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