Autor Thema: FATE-Fragen eines Newbies  (Gelesen 6603 mal)

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Re: FATE-Fragen eines Newbies
« Antwort #25 am: 17.05.2016 | 12:27 »
Das spiele nwir gerade mit Nova Praxis.
Und wie ist Nova Praxis so?
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Offline nobody@home

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Re: FATE-Fragen eines Newbies
« Antwort #26 am: 17.05.2016 | 12:29 »
Wie grob bzw. wie klassisch ist denn das Skillsystem in Fate Core? Mich beschleicht nämlich so ein bisschen das ungute Gefühl, dass FATE (für mich) evtl. doch zu freeformig sein könnte. Von daher werde ich mir Fudge vielleicht auch mal zu Gemüte führen...

Grundsätzlich ist Fate bei Skills recht flexibel. Fate Core hat eine ganz solide Beispielliste von 18 relativ "breiten" Fertigkeiten, mit der man durchaus erst mal anfangen oder die man alternativ nach eigenem Geschmack etwas anpassen kann (es gibt Settings und Regelerweiterungen, die genau das tun); im Einzelnen sind das in der deutschen Fassung

-- Athletik
-- Charisma
-- Diebeskunst
-- Empathie
-- Fahren
-- Handwerk
-- Heimlichkeit
-- Kämpfen
-- Kontakte
-- Kraft
-- Nachforschung
-- Provozieren
-- Ressourcen
-- Schießen
-- Täuschung
-- Wahrnehmung
-- Wille
-- Wissen

Es gibt also beispielsweise keine separaten Fertigkeiten für Pistole, Gewehr, Bogen, Steine werfen und Bordkanone; das fällt erst mal alles unter "Schießen", und eventuelle Spezialisierungen lassen sich dann, wenn man sie wirklich haben will und nicht nur denkt, daß man sie eben "realistischerweise" haben müßte, über Aspekte oder Stunts abbilden.

Soviel zur Breite der Fertigkeiten; daneben gibt's noch die Bewertungsskala. Startspielercharaktere haben eine Fertigkeit auf Großartig (+4), zwei auf Gut (+3), drei auf Ordentlich (+2), vier auf Durchschnittlich (+1) -- das sind bis jetzt insgesamt zehn von achtzehn --, und alles weitere auf Mäßig (+0). Da der 4WF-Wurf näherungsweise eine Glockenkurve von -4 bis +4 ergibt und die Ergebnisse in Core normalerweise nicht rein binär sind (Abstufung Fehlschlag < Gleichstand < Erfolg < voller Erfolg), machen ein, zwei Punkte Unterschied oft schon gut bemerkbar etwas aus, das System ist also auch in dieser Beziehung deutlich "grobkörniger" als ein "klassisch" 3W6- oder W20-basiertes.

(Daneben ist es natürlich mit den Fertigkeiten alleine nicht getan. Ein Aspekteinsatz oder ein Stuntbonus in der passenden Situation kann auch mal schnell mit +2 zu Buche schlagen, was auf einer so vergleichsweise "engen" Skala dann ebenfalls einen entsprechenden größeren Ruck bedeutet als z.B. bei einem klassischen D&D-W20-Wurf.)

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Re: FATE-Fragen eines Newbies
« Antwort #27 am: 17.05.2016 | 12:35 »
@nobody@home:

Vielen Dank für die Aufschlüsselung &Erklärung der Skills in Fate Core. :)

Probier mal "Strands of FATE".
Grade gesehen: Das (Grund)Regelwerk von Strands of FATE hat läppische 501 Seiten... :o
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Offline LushWoods

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Re: FATE-Fragen eines Newbies
« Antwort #28 am: 17.05.2016 | 13:00 »
Grade gesehen: Das (Grund)Regelwerk von Strands of FATE hat läppische 501 Seiten... :o

Wie gesagt, ich kenne nur die Nova Praxis Variante und die is sehr schlank.
So wie ich das sehe is SoF ein Baukasten. Und wenn du mal die Seitenzahl von FATE Core + Tollkit zusammennimmst, wird das auch nicht sehr viel weniger sein, vermute ich.

Die Unterschiede zu Core sind hauptsächlich folgende:
Keine Boosts -> macht das System sogar schneller. Es gibt stattdessen ein traditionelles Great Success/Great Failure System wenn mann viele Erfolge über bzw. unter der geforderten Schwierigkeit liegt.
Ein paar Skills mehr da die Skills etwas weniger breit gefächert sind -> Die zu vergebenden Levels sind aber angepasst und ausreichend.
Einfachere Stress Resolution (aka "Damage System") -> Es wird einfach von links nach rechts abgehakt.
Keine Kampagnen-/Storyaspekte.
Weniger Gewichtung auf Szenenaspekte.
Generell Ausrüstungsregeln (inkl. Ausrüstungsaspekte) -> nicht optional wie bei FATE Core.
Und noch ein paar Kleinigkeiten mehr.


Was gleich ist:
Personenaspekte.
Stunts.
Das Würfelsystem an sich.

Insgesamt ist es weniger "kreativ", dadurch aber schneller.
Dafür gibt es eben Ausrüstungsregeln.

Edit: Nova Praxis gefällt uns sehr gut. Wenn man sich nicht in den massiven Background von Eclipse Phase einwühlen möchte, aber trotzdem ein sehr ähnliches Setting bespielen will, is es genau das Richtige. Ausrüstungsregeln und ein passender Katalog dazu passen hervorragend in das Setting, aber ohne so auszuarten wie bei Shadowrun oder Interface Zero.
« Letzte Änderung: 17.05.2016 | 13:02 von LushWoods »
"Crazy evil."

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Offline Blizzard

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Re: FATE-Fragen eines Newbies
« Antwort #29 am: 17.05.2016 | 13:10 »
Danke LW für die ausführliche Erklärung!

Ich werde mich jetzt erstmal ein bisschen in Fate Core einlesen. Aber nach dem, was du zu SoF schreibst , klingt das danach, als ob das eher zu meinem Spiel-/Leitstil passen würde. :P
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Re: FATE-Fragen eines Newbies
« Antwort #30 am: 18.05.2016 | 12:13 »
-sorry für Doppelpost aber:

Wie funktioniert das denn mit Erfahrungspunkten/Charakterentwicklung in FATE?
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Offline Chruschtschow

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Re: FATE-Fragen eines Newbies
« Antwort #31 am: 18.05.2016 | 12:26 »
Mit Milestones (SRD).

Das sind Zeitpunkte in der Kampagne.
- Du hast ein bisschen was geschafft, z.B. ein Zwischenziel in einem größeren Szenario (grob jeder Spielabend)? Kleiner Meilenstein: ändere was an Aspekten oder Fertigkeiten, um die Veränderungen deines SC darzutellen. Du änderst dich, wirst aber nicht stärker.
- Du hast einen signifikanten Plotpunkt oder ein Szenario abgeschlossen (grob alle zwei, drei Sessions)? Signifikanter Meilenstein. Alles von oben plus ein Skillpunkt! Und du wirst endlich diese doofe schwere Konsequenz los. Insgesamt eine leichte Verbesserung, aber du darfst meistens nicht an deine definierende Hauptfertigkeit dran, weil die eh schon am Maximum ist.
- Kampagnenabschluss! Massiver Umbruch! Großer Meilenstein! Alles von oben UND Heilung einer extremen Konsequenz UND Refresh +1 UND mit dem Skillpunkt darfst du über das Kampagnenmaximum (bzw. das geht nach oben) UND du darfst dein High Concept ändern. Das macht dich oft merklich stärker, immerhin geht eine Fertigkeit vielleicht von +4 zu +5. Dazu ein Stunt mehr. Außerdem ändern sich Kampagnenaspekte u.ä. gleich mit.
« Letzte Änderung: 18.05.2016 | 12:30 von Chruschtschow »
Tolles Setting, würde ich aber mit Fate spielen. Und jeder Thread ist ein potentieller Fate-Thread. :d

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Offline Duck

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Re: FATE-Fragen eines Newbies
« Antwort #32 am: 18.05.2016 | 12:43 »
Generell sei gesagt, dass Fate horizontale Charakterentwicklung1 sehr gut unterstützt, vertikale Charakterentwicklung aber eher weniger. Im Verlauf einiger Meilensteine (s. Chruschtschows Post) können Charaktere durchaus stärker werden; einen Aufstieg vom Dorftrottel zum Halbgott wird man damit aber kaum umsetzen können2.


1 Damit meine ich eine Veränderung des Charakters, ohne dass er in Spielwerten gesehen stärker wird. Ein Beispiel: Wäre Luke Skywalker ein Fate-Charakter, dann könnte er zu Beginn von Episode IV den Aspekt "Darth Vader hat meinen Vater umgebracht" haben. In Episode V ändert sich dieser Aspekt zu "Darth Vader ist mein Vater".

2 Die Fate-Lösung wäre in diesem Fall wohl eher, die Spielwerte konstant zu lassen und stattdessen die fiktionale Entsprechung laufend anzupassen. Sprich, mit einem Würfelergebnis von +2 könnte man am Ende einer Kampagne ganz andere Dinge erreichen als noch am Anfang. Das dürfte aber nicht dem entsprechen, was die meisten Spieler unter "Aufstieg" verstehen.
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Offline Chruschtschow

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Re: FATE-Fragen eines Newbies
« Antwort #33 am: 18.05.2016 | 12:59 »
Da spielen halt auch die Designprämissen von Fate rein. Vor allem eben kompetente SC. Das Spiel funktioniert deutlich besser, wenn man davon ausgeht, dass der Fechter der Gruppe kein Level 1-Kleinstkrieger ist, sondern eher der Fechtlehrer des Prinzen.

Und ich finde das persönlich auch ganz witzig. So kann ich halt darstellen, dass selbiger Fechtlehrer vielleicht auf Grund irgendeiner Entwicklung weniger fechtet und mehr intrigiert. Da hat er nicht mehr die Zeit zum Üben, wenn er am Hofe viel Zeit für Networking aufwendet. Fate unterstützt bei den kleinen, entsprechend häufigen Meilensteinen, dass ich in einer Fertigkeit auf Kosten einer anderen besser werde.
« Letzte Änderung: 18.05.2016 | 13:01 von Chruschtschow »
Tolles Setting, würde ich aber mit Fate spielen. Und jeder Thread ist ein potentieller Fate-Thread. :d

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Re: FATE-Fragen eines Newbies
« Antwort #34 am: 18.05.2016 | 13:31 »
- Du hast ein bisschen was geschafft, z.B. ein Zwischenziel in einem größeren Szenario (grob jeder Spielabend)? Kleiner Meilenstein: ändere was an Aspekten oder Fertigkeiten, um die Veränderungen deines SC darzutellen. Du änderst dich, wirst aber nicht stärker.


1 Damit meine ich eine Veränderung des Charakters, ohne dass er in Spielwerten gesehen stärker wird. Ein Beispiel: Wäre Luke Skywalker ein Fate-Charakter, dann könnte er zu Beginn von Episode IV den Aspekt "Darth Vader hat meinen Vater umgebracht" haben. In Episode V ändert sich dieser Aspekt zu "Darth Vader ist mein Vater".

...also wenn ich das richtig verstanden habe(?): Eine menschliche bzw. Wesensveränderung des Charakters und keine mechanische oder klassische Veränderung des Charakters in Form von besseren Werten bzw. einer Steigerung der Werte? Aber welche spiel-und regeltechnischen Auswirkungen hat denn dann so ein kleiner Meilenstein? Im Falle von Duck's Beispiel mit Darth Vader wäre das ja lediglich ein "Erkenntnisgewinn" oder auch "Informationsgewinn"(und jetzt nichts, was ich unbedingt als Verbesserung des Charakters bezeichnen würde)-aber sonst?
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Offline Chruschtschow

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Re: FATE-Fragen eines Newbies
« Antwort #35 am: 18.05.2016 | 13:37 »
Fate ist nicht D&D. Personen in Geschichten erleben Dinge. Diese Dinge verändern sie, aber machen sie nicht unbedingt besser. Der Fechtmeister könnte zum Beispiel Kämpfen +4 auf +3 setzen, während Kontakte +3 auf +4 steigt. Das wäre halt ein Nachvollziehen des veränderten Verhaltens des SC in spieltechnischen Werten. Dafür sind kleine Meilensteine da.

Genauso sind Aspekte ja eine Möglichkeit das veränderte Spiel eines SC durch seinen Spieler zu kommunizieren. Mein Parawissenschaftler in meiner laufenden Runde wird auch sukzessive düsterer. Mittlerweile heißt dann auch einer seiner Aspekte "Da draußen herrscht Krieg! Wieder!" Der alte Aspekt war da friedlicher. Und Einsätze dieses Aspekt geben der Narration dann natürlich auch eine andere Richtung.

Genauso wie Luke erst nach Episode V auf Vaders Katharsis, nicht seinen Tod hinarbeitet.

Dazu kommt, dass kleine Meilensteine super zur Goldenen Regel passen. Dein SC ist ja nicht der Datensatz auf deinem Charakterblatt, sondern das ist eine Gestalt in einer Geschichte, die vor allem erst ein Mal irgendwo in deiner Vorstellung existiert. Und mit dem Charakterblatt zeigst du deinen Mitspielern und der SL, was dir an der Prraon wichtig ist, was du angespielt haben möchtest, durch Weglassung auch was nicht nicht angespielt werden sollte etc. Und dieser Blickwinkel kann sich sehr im Laufe des Spiels ändern. Also vollziehe ich das mit den Aspekten nach.
« Letzte Änderung: 18.05.2016 | 13:46 von Chruschtschow »
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Offline nobody@home

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Re: FATE-Fragen eines Newbies
« Antwort #36 am: 18.05.2016 | 13:41 »
...also wenn ich das richtig verstanden habe(?): Eine menschliche bzw. Wesensveränderung des Charakters und keine mechanische oder klassische Veränderung des Charakters in Form von besseren Werten bzw. einer Steigerung der Werte? Aber welche spiel-und regeltechnischen Auswirkungen hat denn dann so ein kleiner Meilenstein? Im Falle von Duck's Beispiel mit Darth Vader wäre das ja lediglich ein "Erkenntnisgewinn" oder auch "Informationsgewinn"(und jetzt nichts, was ich unbedingt als Verbesserung des Charakters bezeichnen würde)-aber sonst?

Bei Erreichen eines kleinen Meilensteins kann der Spieler die Werte in zwei Fertigkeiten vertauschen oder einen vorhandenen Aspekt oder Stunt gegen einen neuen auswechseln. (Alternativ kann er auch einen neuen Stunt kaufen, solange noch freie Erholungsrate dafür da ist -- die geht dann halt entsprechend runter.) Es ist also richtig, daß sich der Charakter da nicht in Richtung "aufwärts durch strikten Machtgewinn" weiterentwickelt; er kann sich aber durchaus an neue Kampagnenentwicklungen anpassen und evtl. alten "Ballast" loswerden.

Offline Kampfwurst

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Re: FATE-Fragen eines Newbies
« Antwort #37 am: 18.05.2016 | 13:44 »
...also wenn ich das richtig verstanden habe(?): Eine menschliche bzw. Wesensveränderung des Charakters und keine mechanische oder klassische Veränderung des Charakters in Form von besseren Werten bzw. einer Steigerung der Werte? Aber welche spiel-und regeltechnischen Auswirkungen hat denn dann so ein kleiner Meilenstein? Im Falle von Duck's Beispiel mit Darth Vader wäre das ja lediglich ein "Erkenntnisgewinn" oder auch "Informationsgewinn"(und jetzt nichts, was ich unbedingt als Verbesserung des Charakters bezeichnen würde)-aber sonst?
Duck's zweiter Punkt ist da sicher auch wichtig. Durch setzen eines Durchschnittslevels kannst du sehr viel erreichen. Ich könnte z.B. ein Fate Spiel aufsetzen, in dem man mit einer Fertigkeit von +1 mühelos eine Stadt vernichten kann. Oder eines, in dem man mit einer Fertigkeit von +4 Mühe hat mit einer Ratte fertig zu werden.

Fate ist eher ein relatives, denn ein absolutes Spiel. Je nachdem wie du die Umwelt beschreibst, können die gleichen Spielerwerte unterschiedliche Auswirkungen haben. Das ist dann meist durch die Charakteraspekte beschrieben. Wenn deine Spieler also eine Weile spielen und ihre Aspekte von "blutiger Anfänger" zum "narbenüberzogener Veteran" ändern, weil das eben mit dem was erlebt wurde Sinn macht, dann kannst du den Gegner, den du am Anfang als deren Nemesis hingestellt hast, jetzt als Gruppe von 10 als Mook hinstellen, die ein Spielercharakter locker alleine fertig macht.

Diese Art des Aufstiegs ist sehr ungewöhnlich und manchmal schwer nachvollziehbar, aber sie funktioniert tatsächlich ganz gut. Vorallem erlaubt es einen Aufstieg neben den Fertigkeitsboni. Diese werden damit nicht obsolet, denn mit höheren Werten kann man z.B. auch mal öfter volle Erfolge erzielen, und die großen Endbosse dürfen auch schonmal höhere Werte haben, aber sie sind nicht die einzige Stellschraube im Spiel.

Offline Chruschtschow

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Re: FATE-Fragen eines Newbies
« Antwort #38 am: 18.05.2016 | 13:53 »
Die Fatemacher sind anscheinend auch keine Freunde von Nullsummenspielen, wie sie in klassischen Rollenspielen gerne vorkommen. Ihr habt jetzt tolle magische Waffen und Rüstungen mit +X? Wunderbar, die braucht ihr jetzt auch für die größeren, bunteren Monster, die mehr XP geben. Die braucht ihr nämlich wiederum, um die größeren Abstände zwischen den Stufen trotzdem in der gleichen Zeit zu überbrücken... Was einem in manchem System als Progression verkauft wird, heißt anderswo Tretmühle. Dann kann es auch konsequenterweise weg gelassen werden.

(Und ja, das ist überzeichnet. Und größere Zahlen haben auch ihren Reiz. Und ich habe so auch schon mit viel Spaß dran gespielt. ;))
« Letzte Änderung: 18.05.2016 | 13:54 von Chruschtschow »
Tolles Setting, würde ich aber mit Fate spielen. Und jeder Thread ist ein potentieller Fate-Thread. :d

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Re: FATE-Fragen eines Newbies
« Antwort #39 am: 18.05.2016 | 14:09 »
Ah, vielen Dank erstmal für die Antworten! :) :d

Dadurch
Fate ist nicht D&D. Personen in Geschichten erleben Dinge. Diese Dinge verändern sie, aber machen sie nicht unbedingt besser. Der Fechtmeister könnte zum Beispiel Kämpfen +4 auf +3 setzen, während Kontakte +3 auf +4 steigt. Das wäre halt ein Nachvollziehen des veränderten Verhaltens des SC in spieltechnischen Werten. Dafür sind kleine Meilensteine da.

Genauso sind Aspekte ja eine Möglichkeit das veränderte Spiel eines SC durch seinen Spieler zu kommunizieren. Mein Parawissenschaftler in meiner laufenden Runde wird auch sukzessive düsterer. Mittlerweile heißt dann auch einer seiner Aspekte "Da draußen herrscht Krieg! Wieder!" Der alte Aspekt war da friedlicher. Und Einsätze dieses Aspekt geben der Narration dann natürlich auch eine andere Richtung.

und dadurch
Bei Erreichen eines kleinen Meilensteins kann der Spieler die Werte in zwei Fertigkeiten vertauschen oder einen vorhandenen Aspekt oder Stunt gegen einen neuen auswechseln. (Alternativ kann er auch einen neuen Stunt kaufen, solange noch freie Erholungsrate dafür da ist -- die geht dann halt entsprechend runter.) Es ist also richtig, daß sich der Charakter da nicht in Richtung "aufwärts durch strikten Machtgewinn" weiterentwickelt; er kann sich aber durchaus an neue Kampagnenentwicklungen anpassen und evtl. alten "Ballast" loswerden.
ist es um einiges klarer bzw verständlicher geworden. Danke. :d

Diese Art des Aufstiegs ist sehr ungewöhnlich und manchmal schwer nachvollziehbar...
Ich denke das ist der springenden Punkt an der Sache.  Aber gut. Ich werde mich jetzt erstmal einlesen...und ich muss das wohl einfach mal in der Praxis ausprobieren/erleben.
Hmm...hat nicht zufälliger Weise jemand Lust auf ein FATE-Forenspiel?
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Offline Kampfwurst

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Re: FATE-Fragen eines Newbies
« Antwort #40 am: 18.05.2016 | 14:19 »
Für ein Forenspiel hab ich gerade keine Kapazitäten frei. Wenn du bei G+ bist, dann ließe sich ggf. mal eine Hangout Runde initiieren, mit der man dir das System einmal in der Praxis näher bringen könnte. Dauert nicht ganz so lang wie das durchschnittliche Forenspiel. ;)

Offline Hieronymus Röder

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Re: FATE-Fragen eines Newbies
« Antwort #41 am: 18.05.2016 | 16:39 »
"Wenn die Bibliothekare aufbrechen, um die Welt mit ihrem verbotenen
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Offline Blizzard

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Re: FATE-Fragen eines Newbies
« Antwort #42 am: 18.05.2016 | 17:15 »
Wenn du bei G+ bist, dann ließe sich ggf. mal eine Hangout Runde initiieren, mit der man dir das System einmal in der Praxis näher bringen könnte.

Danke für das Angebot aber ich bin nicht bei G+.

Wir stricken gerade ne Gruppe zusammen,http://www.tanelorn.net/index.php/topic,98347.0.html, schau mal.
Auch hier: Danke für das Angebot. Aber ich habe kein TS(3), kenne Malmsturm nicht und zudem sind DI&DO-abend schlecht.
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Offline Chiarina

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Re: FATE-Fragen eines Newbies
« Antwort #43 am: 18.05.2016 | 17:55 »
Es gibt übrigens auch schon ein Tanelorn-Fate-Forenspiel. Hier:

http://www.tanelorn.net/index.php/board,487.0.html

Das macht Dragon. Ich bekomme zwar nicht alles mit, aber hin und wieder schaue ich mal rein und finde ganz gut, was ich da lese. Die drei, die da schreiben, machen kein großes Aufheben um ihr Spiel, es geht auch eher langsam, aber beständig und ohne Ermüdungserscheinungen. Ich habe den Eindruck, das Spiel läuft ganz gut.
[...] the real world has an ongoing metaplot (Night´s Black Agents, The Edom Files, S. 178)

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Re: FATE-Fragen eines Newbies
« Antwort #44 am: 18.05.2016 | 21:49 »
Es gibt übrigens auch schon ein Tanelorn-Fate-Forenspiel...
Das kenne ich bereits, aber danke. Das ist für mich schon zu weit fortgeschritten und abgesehen davon reizt mich das Setting nicht, das die da bespielen.
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Re: FATE-Fragen eines Newbies
« Antwort #45 am: 18.08.2016 | 21:52 »
sorry für die Threadnekromantie...aber:

In Vorbereitung auf eine Runde (meine erste FATE-Runde btw. ;))lese ich mich gerade durch The Demolished Ones. Und ich weiß nicht, ob ich das mit dem SchaStress richtig verstanden habe.

Vielleicht an einem Bsp.(und wir nehmen jetzt einfach mal an, dass der Spieler von Charakter A keine Konsequenzen nimmt, um den Stress zu reduzieren): Charakter A kämpft gegen ein Monster und erhält 3 Stress. Jetzt füllt der Spieler von Charakter A die Stressbox mit dem Wert (3) aus. In der nächsten Runde bekommt Char A nochmal 3 Stress und muss ja dann (wenn ich das richtig verstanden habe)die Box mit dem Wert 4 ausfüllen. In Runde 3 gibt es nochmal 3 Stress...und dann würde Char A(theoretisch) aus dem Spiel genommen.Oder?
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Offline LordBorsti

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Re: FATE-Fragen eines Newbies
« Antwort #46 am: 18.08.2016 | 22:03 »
Ich versuche das immer aus dem folgenden Blickwinkel zu betrachten: Du bekommst einen Treffer mit einem bestimmten Wert (Shifts) ab. Sagen wir 5. Stress und Konsequenzen reduzieren diesen Treffer. Dein Ziel ist den Treffer auf 0 oder niedriger zu bringen. Wenn du das nicht kannst, bist du ausgeschaltet (taken out). Im Normalfall darfst dazu eine Stressbox ankreuzen und soviele Konsequenzen nehmen wir du möchstest.

In der Standardkonfiguration hättest du mehrere Möglichkeiten den 5er Treffer wegzustecken:
- Stressbox 4 + eine leichte Konsequenz
- Stressbox 3 + eine leichte Konsequenz
- Stressbox 2 + eine mittlere Konsequenz
- Stressbox 2 + zwei leichte Konsequenzen
- Stressbox 1 + eine mittlere Konsequenz
- eine schwere Konsequenz
- eine leichte + eine mittlere Konsequenz
- usw..

Wenn du Stress und Konsequenzen als Ressourcen betrachtest, die du verbrauchen kannst um nicht ausgeschaltet zu werden, wird das dann glaube ich klar.

In deinem Beispiel:

Du erleidest einen 3er Treffer. Du nimmst die 3er Stressbox um den weg zu stecken.
In der nächsten Runde erleidest du wieder einen 3er Treffer. Die 3er Stressbox hast du verbraucht. Jetzt hast du mehrere Möglichkeiten:
 - 4er stressbox
- 2er Stressbox + leichte Konsequenz
- 1er Stressbox + leichte Konsequenz
- eine mittlere Konsequenz
- eine schwere Konsequenz
- usw.

Nicht alle Kombination sind natürlich ideal.
« Letzte Änderung: 18.08.2016 | 22:09 von LordBorsti »
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Re: FATE-Fragen eines Newbies
« Antwort #47 am: 18.08.2016 | 22:26 »
Also in TDO ist das iwie ein bisschen anders (erklärt):

Du kannst, um Stress zu reduzieren, maximal 3 Konsequenzen nehmen: 1x minor, 1x moderate und 1x severe. Da steht aber nichts davon, dass ich beim zweiten 3er Treffer auf Stressbox 2+leichte Konsequenz gehen kann.  Beim zweiten 3er Treffer könnte ich eine minor Consequence nehmen und aus dem 3er Treffer wird nur noch ein 1er Treffer-und dann würde ich da eben entsprechend Stressbox 1 ausfüllen (sofern die noch frei wäre).

Wer hat doch gleich nochmal behauptet, FATE wäre einfach? ::)
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Offline LordBorsti

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Re: FATE-Fragen eines Newbies
« Antwort #48 am: 18.08.2016 | 22:52 »
...
Wer hat doch gleich nochmal behauptet, FATE wäre einfach? ::)

FATE ist so semi-einfach. Was es kompliziert macht ist, dass jede FATE Inkarnation bestimmte Dinge im Detail anders macht. Ähnlich wie Linux mit den 1000+ Distributionen, wenn man so möchte.

Der Fate Core Standard ist wie folgt:
- Stressboxen reduzieren den Treffer um den Wert der Box (also 1, 2 , 3 oder 4)
- Konsequenzen reduzieren den Treffer um 2/4/6 (leicht/mittel/schwer)
- Bei einem Treffer darfst du eine Stressbox nehmen und soviel Konsequenzen wie du möchtest (soforn sie nicht belegt sind)
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« Antwort #49 am: 18.08.2016 | 23:01 »
Der Fate Core Standard ist wie folgt:
- Stressboxen reduzieren den Treffer um den Wert der Box (also 1, 2 , 3 oder 4)
- Konsequenzen reduzieren den Treffer um 2/4/6 (leicht/mittel/schwer)
- Bei einem Treffer darfst du eine Stressbox nehmen und soviel Konsequenzen wie du möchtest (soforn sie nicht belegt sind)
Ok. Bei  TDO stimmt lediglich der zweite Punkt überein. Aber gut, ist wohl Absicht, schließlich haben wir hier ja auch psychodelischen Survival-Horror. Von daher werde ich mich jetzt erstmal an das von TDO vorgegebene Regelwerk halten.
"Wir leben nach den Regeln, wir sterben nach den Regeln!"

"Wer nicht den Mut hat zu werfen, der wird beim Würfeln niemals eine Sechs erzielen."