Ich finde es merkwürdig, warum sich hier über Mondpreise echauffiert wird. Es geht um seltene Luxusprodukte (Spiele). Und was selten oder knapp ist kostet eben mehr. Die Frage ist, was ist ein „fairer“ Preis.
Wir leben in einer Zivilisation in der, unabhängig vom politischen System, auf alles mögliche ein Preisschild geklebt wird. Im Spielbereich ist es nicht anders. Und wie bei allem, steigt der Preis eher dass er fällt.
Dem Privatverkäufer Gier zu unterstellen, dem Händler für denselben Preis Seriosität zuzusprechen, ist in der Tat keine haltbare Position. Auch Noble Knight Games hat sehr teure Angebote und verschickt auch nur gegen Versandgebühr, egal ob man nun meint, dass diese inbegriffen sein sollte oder nicht. Derjenige der das Objekt hat, macht den Preis, den Rest regelt der Markt. Wenn es zu teuer ist, wird es eben nicht verkauft, oder man wartet auf den richtigen Käufer. Noble Knight macht das so seit Jahren. Wieso sollte der Privatverkäufer da nicht mitgehen? Wieso darf der das nicht?
Schauen wir uns in unserer Szene mal um:
Wo ist der Aufschrei bei „D&D in a castle“? Da zahlt man für vier Tage(!) um die 2.900 Euro, bei irgendwelchen „bekannten/berühmten DMs“*. Da ist ein Eine-Woche-Trip für zwei Personen in den USA billiger! Dazu kann man noch die „DM University“ buchen (2 Tage bis zu ca. 900 Euro) um zu lernen wie man das Spielleiten zu einer „Karriere“ machen kann.
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Apropos, wer sind eigentlich die Idioten die so einen Preis für einen Platz in den Runden von z.B. Gini Di oder Mháire Stritter zahlen, wenn sie dafür bei Crawford, Perkins oder Cook spielen könnten, wie auf der Website beworben wird. Ich weiß nicht ob die bessere SLs sind, aber wenigstens sind das wirklich berühmte Namen.
Was ist mit den Preisen im TCG-Bereich? Magic, Yu-Gi-O etc.? Das ist ein so krasser Markt, da können Rollenspiele nicht mal entfernt mithalten. Da gibt es sogar Pappkarten die für eine Million Dollar den Besitzer wechseln. Den Markt befeuern nicht nur der Hersteller und die Händler, sondern auch die Spieler sehr aktiv.
Was ist mit den Preisen von Brettspielen oder Tabletops? Brettspiele sind so schon sehr teuer geworden, nicht unbedingt besser, und wehe man kauft nicht alles zu Erscheinungsbeginn, danach werden sie richtig teuer oder nicht mehr auffindbar. Das ist schlimmer als bei den RPGs, die wenigstens noch als PDF verfügbar sind. Aber vielleicht ist manches Spiel noch online spielbar, als digitales Brettspiel, dasselbe wie am Tisch mit echten Würfeln ist es nicht. Bei Warhammer und Co. ist das noch eine Ebene krasser. Für eine halbwegs ernstzunehmende Armee musste man 200 Euro hinlegen – vor zehn, fünfzehn Jahren! Keine Ahnung was das Zeug heute kostet.
Wo bleibt denn da der Protest? Wo bleibt da die geäußerte Verachtung?