Sha, 30. Tag des Kindes 1510 n. B.
Das Fürstentum Morht stellt bereits seit den Tagen von Auraeus I. eine Besonderheit im Berichtswesen der königlichen Herolde Eralions dar. Es ist zwar Teil der Nordmark, unsere Augen und Ohren erstatten jedoch aufgrund seiner geographischen Lage in der Ostmark Bericht; nicht in der Markgrafschaft Caradoc selbst.
Zwischen Isgard und Fiirlann stellt Morht nämlich das einzige Stück Nordküste von Eralion dar, besitzt keine Verbindung Caradoc selbst, sondern nur zur Markgrafschaft Gareth. Das Fürstentum wird im Norden von der Grauen Küste und im Süden vom Schwarzen Fluss begrenzt. Östlich davon erheben sich die Feuerwallberge und westlich des kleinen Reichs liegt der Shalunha.
Nach dem Tod von Auraeus V. verbannte Herzog Lamorak die königlichen Herolde aus Gareth. Somit berichtet heutzutage der letzte Herold von Morht einzig und allein mir.
Kurz vor Mitternacht berichtete mir der Ourobi von einem Treffen aller hohen Leute des bedrängten Fürstentums:
Die meisten hatten den größten Saal von Schankwirtin Großtopfen, in Siebenhügel, bereits verlassen. Auch Fürst Iakov hatte sich in seine Gemächer zurückgezogen. Nur Schwert und Schild beratschlagten noch immer. Saer Grimwald und der Klostervorsteher Kaspar brüteten über der Karte des Reichs.

Die Trolle der Salzmarschen waren angriffslustiger denn je. Ausgerechnet jetzt hatten Azraeliten die Ermordung von Ringmagier Rhogar Runenschmied angekündigt, dem Einzigen der es wahrlich vermochte die scheußlichen Riesen mit seiner Feuermagie vom Grenzdorf Gudruk fernzuhalten.
Zwischen den verfluchten Hügelgräbern der Wighur, im Schattenmoor, waren Totenbeschwörer dabei gesichtet worden wie sie die barbarischen Gruftschrecken darin aufscheuchten.
Geifernde Ghulrudel machten unterdessen den Nordosten und das Grenzgebiet zu Fiirlann unsicher. Die gefräßigen Untoten hatten Tzabol bereits in eine Geisterstadt verwandelt.
Gespenstische Stille aus dem Süden, von Haus Pelias und Romina Wulk, versprachen weiteres Unheil. Die junge Ritterin und Burgherrin war der Versammlung unentschuldigt ferngeblieben.
Der Ourobi erteilte ihnen folgenden Rat:
"Als Schwert und Schild des Reichs, liegt es an Euch und den Euren herauszufinden was auf der Burg von Sera Romina vor sich geht, was die Wulk in ihrer Festung gehalten hat.
Ihr solltet dringlichst die Rute des Ekariel aus der Kapelle von Tzabol bergen, um für die Herausforderungen der kommenden Nächte gewappnet zu sein.
Die elfischen Schriften nennen die Todesalben des Schattenmoors Klingengeister. Warum habe ich in Dekaden des Studiums ihrer Ruinen und Hinterlassenschaften noch nicht herausgefunden. Aber Ihr müsst den Bestrebungen der untoten Barbaren Einhalt gebieten, denn sie bringen nichts als Chaos aus dem Moor in unser Fürstentum!
Zu guter Letzt müsst ihr den zwergischen Ringmagier vor dem Tode bewahren, soll Gudruk nicht von Trollen überrannt werden.
Und das alles zur gleichen Zeit!
Ich stelle Euch dafür vier von meinem sieben Lehrlingen zur Seite."
Schwert und Schild waren nicht glücklich damit ihre Kräfte aufteilen zu müssen, doch sie wussten, dass der Ourobi wie so oft Recht hatte.
Die Männer entsandten Taliesin und Vito nach Gudruk, Orvyn und Matteo, Conrath und X
— Wendelin, Stadtschreiber und hoher Herold von Peredur
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