Autor Thema: Archiv zu OGL, ORC, SRD und anderen Lizenzfragen rund um die OGL  (Gelesen 91518 mal)

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Offline tartex

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Aber Bekanntheit lässt sich kaufen (oder mit anderen Mitteln erlangen)- ist nur z.T. eine Frage des Budgets. Jemand anderes könnte ja Rock im Park aufmachen. Es müsste nur ein noch größerer Fisch einsteigen, profitabel muss es für den nicht unbedingt sein.

Die Frage dann: warum hat das in 49 Jahren noch keiner längerfristig geschafft?
« Letzte Änderung: 15.01.2023 | 21:29 von tartex »
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Offline Crimson King

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Die Frage dann: warum hat das in 49 Jahren noch keiner längerfristig geschafft?

In Deutschland hat das jemand geschafft. Mit Blick auf die internationale Situation vermute ich aber, in dem Markt steckt nicht genug Geld, damit sich die Investition lohnt.
Nichts Bessers weiß ich mir an Sonn- und Feiertagen
Als ein Gespräch von Krieg und Kriegsgeschrei,
Wenn hinten, weit, in der Türkei,
Die Völker aufeinander schlagen.
Man steht am Fenster, trinkt sein Gläschen aus
Und sieht den Fluß hinab die bunten Schiffe gleiten;
Dann kehrt man abends froh nach Haus,
Und segnet Fried und Friedenszeiten.

J.W. von Goethe

Offline Boba Fett

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Die Frage dann: warum hat das in 49 Jahren noch keiner längerfristig geschafft?
Hat doch…
In den 90ern war Vampire der heisse Scheiß. Zu der Zeit hat doch niemand über D&D geredet.
Ende der 90er war (A)D&D so weit unten und wirtschaftlich runter, dass TSR pleite ging.
In den 2008+ern war Pathfinder en vogue, weil Wizard es mit D&D4 nicht geschafft hat, die Leute wirklich abzuholen.

D&D hat es nur immer wieder geschafft sich neu zu erfinden und zu neuer Größe zu finden.


Ich wollte aber eigentlich was anderes…

Spielregeln und -konzeptionen sind rechtlich nicht schützbar, weder in D, EU noch in USA.
Deswegen gibt es ja auch so viele Clone erfolgreicher Spiele (4 gewinnt, Mensch-ärgere-Dich-nicht, und so weiter).
Meine Frage: kann man jemand dafür verklagen, wenn man auf seine Spieleverpackung (beziehungsweise Buchumschlag) auf die Kompatibilität zu einem anderen Spiel hinweist?
Ich mein, aktuell schreibt keiner OGL auf sein Produkt sondern 5e oder so.
Was würde denn passieren, wenn alle die OGL oder d20 Lizenz ignorieren und sich ein schickes 5e, 6e oder was auch immer Logo erfinden?
Ich mein, bei Software schreibt ja auch jeder „kompatibel mit Microsoft Windows Version XYZ“ auf seine Programme- und Spieleverpackungen…

Kann mir das mal jemand unverbindlich kompetent darlegen?
Kopfgeldjäger? Diesen Abschaum brauchen wir hier nicht!

Offline sma

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Ich habe jetzt mehrfach gehört, dass WotC vor allem auf die Kündigungen von DnD-Beyond Abos reagiert hat. Hat da jemand ein Gefühl für die Größenordnungen oder vielleicht sogar Zahlen?
Wie ich bereits schrieb, kann annehmen, dass die meisten der mittlerweile über 30.000 Tweets mit dem "#dndbegone" Tags sich darum drehen, dass Leute gekündigt haben. Dann ist die Zahl mit Sicherheit fünfstellig. Eine kurze Stichprobe zeigt mir, dass es auch Aufrufe und Erklärungsvideos unter dem Tag gibt, wie man denn kündigt (weil sie die Funktion ja als Reaktion auf die Abmeldungen schwerer erreichbar gemacht hatten), also würde ich mal vorsichtig mindestens 15.000 sagen.

Enworld schreibt (das Gizmodo schrieb) "Sources from inside Wizards of the Coast confirm that earlier this week there were “five digits” worth of complaining tickets in the system." - das waren alles Leute, die nicht nur ihr Abo beenden wollten, sondern auch eine Löschung des Account verlagt hatten - was offensichtlich ein manueller Prozess ist.

Sagen wir also also mal zusammen 50.000. Für sechsstellig gibt es keinen Beleg so weit ich weiß. Aber auch $300.000 weniger pro Monat ist spürbar. Da müssen sie gleich ein Dutzend Supporter entlassen, um das zu kompensieren und am besten die Community dafür blaimen. Das wäre doch deren Stil, oder? :-)

Offline sma

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Was würde denn passieren, wenn alle die OGL oder d20 Lizenz ignorieren und sich ein schickes 5e, 6e oder was auch immer Logo erfinden?
...und dann D&D-kompatible Bücher herausbringen, meinst du.

Wirf 1W6.

1: Es passiert nix.
2: Wizard bittet darum, dass die Produkte vom Markt gehen, sonst …
3: Wizard schickt DCMA take down an die Platform, wo die Produkte gehostet werden.
4: Wizard klagt, bietet aber an, gegen Unterlassungerklärung diese einzustellen.
5: Wizard klagt, schlägt außergerichtliche Einigung vor.
6: Wizard klagt und ein Richter entscheidet, ob's OK war oder nicht.

Will sagen, es droht dann, dass Wizard seiner öffentlich erklärten anderen Rechtsauffassung, die sagt, dass du deren Inhalte nicht einfach so benutzen kannst, Taten folgen lässt. Vielleicht gewinnst du so einen Rechtsstreit, aber er wird lange dauern, in dieser Zeit kannst du möglicherweise nichts verkaufen, er wird also viel kosten, Geld, das du niemals wieder bekommst, und idealerweise wird Wizard es schaffen, dass es keine Entscheidung gibt, die dann anderen eine Rechtssicherheit geben könnten. Und das wäre IMHO auch deine einzige Chance: höher pokern als WotC.

Offline tartex

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Hat doch…

Rat mal, warum ich bewusst "längerfristig" dazu geschrieben habe.
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Offline aikar

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Findet sicherlich eine Kanzlei, welche dir gerne ein Gutachten erstellt.
Super Idee...für einen großen Verlag.
Das Gutachten kostet mich wahrscheinlich mehr, als ich mit meinen Produkten insgesamt verdiene. Mir sind diese Einnahmen jetzt nicht mega wichtig, aber draufzahlen will ich dann auch nicht.

Und Böse daran ist, dass die neue Lizenz als Kriegserklärung zu sehen ist, egal wie sehr die kommende Version auch abgeschwächt wird. WotC hat damit klar gezeigt, es glaubt, es braucht keine Geschäftspartner mehr, nur noch Unternehmen, die von Ihnen 100% abhängig sind.
Selbst wenn sie vollständig zurückrudern, dürfte der Vertrauensverlust bei vielen Geschäftspartnern über längere Zeiträume dahin sein. Die ORC wird kommen, und nicht nur viele Publisher, sondern auch viele Spieler werden das aktuelle Desaster nicht vergessen.
Jup und jup.
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Offline Rorschachhamster

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Hat doch…
In den 90ern war Vampire der heisse Scheiß. Zu der Zeit hat doch niemand über D&D geredet.
Ende der 90er war (A)D&D so weit unten und wirtschaftlich runter, dass TSR pleite ging.
Es gab ein wunderbares Interview mit Ryan Dancey auf Roll for Combat (ich hoffe es war da, ich habe zu viele Videos geschaut, die letzte Woche... ;D). Ryan war dafür verantwortlich, herauszufinden, warum TSR bankrott gegangen ist, obwohl sie immer noch eine unglaubliche Marke waren. Es ging ungefähr so: TSR hat jeden, der versucht hat las 3pp D&D-Kompatibles Material zu schaffen, weggebissen. Sie haben versucht ganz alleine den Markt und das Verlangen nach diversen Settings zu bedienen. Und sich dabei selbst Konkurrenz gemacht. Dark Sun, Planescape, Forgotten Realms - sie konnten gar nicht genug Produkte rausbringen um die gleichzeitig zu bedienen. Dazu kam dann noch so interessante Entscheidung von Lorraine Williams das Spielen im Büro zu verbieten - sie schufen also eine Menge Material, das ungetestet und mit heißer Nadel geschrieben war. Klar gab es einige Perlen, aber vieles... Währenddessen haben sie andere mit Klagen überzogen, selbst wenn die Regeln nur irgendwie ähnlich waren - und meist ohne Erfolg und unter hohen Kosten... Ja. Und dadurch haben sich auch viele Kunden neu orientiert. Ryan hat das analysiert und dann die OGL angedacht, um eine große Gemeinschaft zu schaffen, bei der Wizards mit einigen Hochglanzbüchern und den Grundregeln den Rahm abschöpfen konnte. Und das hat mit dem 3e Boom wunderbar geklappt - mit ein paar Schluckaufs.
Zitat
Spielregeln und -konzeptionen sind rechtlich nicht schützbar, weder in D, EU noch in USA.
Deswegen gibt es ja auch so viele Clone erfolgreicher Spiele (4 gewinnt, Mensch-ärgere-Dich-nicht, und so weiter).
Meine Frage: kann man jemand dafür verklagen, wenn man auf seine Spieleverpackung (beziehungsweise Buchumschlag) auf die Kompatibilität zu einem anderen Spiel hinweist?
Ich mein, aktuell schreibt keiner OGL auf sein Produkt sondern 5e oder so.
Was würde denn passieren, wenn alle die OGL oder d20 Lizenz ignorieren und sich ein schickes 5e, 6e oder was auch immer Logo erfinden?
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Kann mir das mal jemand unverbindlich kompetent darlegen?
Das Problem bei den Regeln ist, das sie immer auch mit Text kommen. Text ist schwierig. Benutzt du die gleiche Formulierung? Den falschen Titel irgendwo? Oder nur die Formatierung der Seite, die irgendwie gleich aussieht? Selbst wenn nicht, wenn WotC dich verklagt, dan hast du den Ärger, selbst wenn du Recht hast.  :-\ Kapitalismus! Yay!
Und die schicken 5e Logos findet man doch auf vielen 3pp Büchern? Das ist übrigens eine Einschränkung, die man hat, wenn man die OGL nutzt, normalerweise ist es a-ok wenn man etwas draufschreibt wie "Kompatibel mit D&D", solange nicht der Einfruck erweckt wird, du besitzt die Marke. Das verbietet die OGL. Warum auch immer.   ;D

Jedenfalls, jetzt schau dir nochmal die Geschichte von TSR oben an und die jetzige Situation...  :think:
Rorschachhamster
DMG Pg. 81 " The mechanics of combat or the details of the injury caused by some horrible weapon are not the key to heroic fantasy and adventure games. It is the character, how he or she becomes involved in the combat, how he or she somehow escapes — or fails to escape — the mortal threat which is important to the enjoyment and longevity of the game."

Offline YY

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Rat mal, warum ich bewusst "längerfristig" dazu geschrieben habe.

Siehe Crimson King: DSA war genau so eine Aktion und das hat noch lange nach Schmidt Spiele nachgewirkt.


D&D aus dem riesigen Kernmarkt USA so lange verdrängen, dass die (Ex-)Spieler dann auch mittelfristig nicht mehr dorthin zurückgehen, ist denkbar, aber absurd unrentabel. Da muss dann schon ein Mr. Musk oder so dran ;D
"Kannst du dann bitte mal kurz beschreiben, wie man deiner Meinung bzw. der offiziellen Auslegung nach laut GE korrekt verdurstet?"
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Offline tartex

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Siehe Crimson King: DSA war genau so eine Aktion und das hat noch lange nach Schmidt Spiele nachgewirkt.

DSA war kein Beispiel einer erfolgreichen D&D-Verdrängungsaktion, einfach weil D&D am deutschen Mainstreammarkt, den DSA erobern konnte, noch gar nicht präsent war.

Und selbst auf diesem Markt hat D&D inzwischen mit seiner globalen, popkulturellen Verankerung inzwischen DSA wohl verdrängt.
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Offline YY

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DSA war kein Beispiel einer erfolgreichen D&D-Verdrängungsaktion, einfach weil D&D am deutschen Mainstreammarkt, den DSA erobern konnte, noch gar nicht präsent war.

Wieso Mainstream?
Ja, da war D&D noch nicht präsent, genau wie jedes andere Rollenspiel das nicht war und auch DSA nie wirklich wurde.

Im Rollenspielsektor war es aber sehr wohl schon in Deutschland angekommen und deswegen war die Aktion von Schmidt Spiele ein Paradebeispiel für "mehr Geld draufwerfen, mehr und anders Werbung machen, zusätzliche Vertriebswege nutzen" und damit den Markterfolg vor der Konkurrenz quasi erzwingen.


Und selbst auf diesem Markt hat D&D inzwischen mit seiner globalen, popkulturellen Verankerung inzwischen DSA wohl verdrängt.

Wie viele Jahrzehnte später und wie lange, nachdem Schmidt Spiele nicht mehr dahinter stand?
Dass es so lange gedauert hat, zeigt doch eher, wie wirksam das Vorgehen von Schmidt Spiele war.

Andersrum kann man das auf die heutige Situation von D&D bei Hasbro übertragen und sieht daran, was wohl dazu nötig wäre, D&D langfristig zu überflügeln.
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Offline tartex

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Wieso Mainstream?
Ja, da war D&D noch nicht präsent, genau wie jedes andere Rollenspiel das nicht war und auch DSA nie wirklich wurde.

Mainstream, weil die 11jährigen, die im Spielzeugladen oder vielleicht in der TV-Werbung DSA sahen, nicht eine etablierte Rollenspielzielgruppe waren. Da wurde der Markt breitseitig angegangen, der gar nicht wusste, was das war, was einem verkauft werden sollte.

Vergesse wir nicht, dass mein Argument eine Antwort auf das hier war:
Aber Bekanntheit lässt sich kaufen (oder mit anderen Mitteln erlangen)- ist nur z.T. eine Frage des Budgets. Jemand anderes könnte ja Rock im Park aufmachen. Es müsste nur ein noch größerer Fisch einsteigen, profitabel muss es für den nicht unbedingt sein.

Ich habe davon gesprochen, dass im selben Markt bisher kein längerfristig erfolgreicheres Rock im Park aufgemacht wurde, während dein Gegenargument ungefähr so lautet: "Blödsinn! man könnte ja am Mars leicht das erfolgreichste Rock im Park des Planeten auziehen, muss nur einer die Rakete bezahlen!"
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Offline Skaeg

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Wieso Mainstream?
Ja, da war D&D noch nicht präsent, genau wie jedes andere Rollenspiel das nicht war und auch DSA nie wirklich wurde.
DSA war Mainstream, so wie D&D es jetzt ist. Definition: Der Großteil der Zielgruppe weiß, was es ist, wenn man sie fragt.

Anekdotisch: Diese Zeiten sind für DSA mittlerweile endgültig vorbei. Von einem halben Dutzend Schülerinnen und Schüler, die mich darauf angesprochen bzw. für die ich schon mal eine Einführungsrunde geleitet habe, hatten alle von D&D gehört und konnten sich grob was drunter vorstellen - und null von DSA. (Woher auch?)

Offline aikar

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DSA war Mainstream, so wie D&D es jetzt ist. Definition: Der Großteil der Zielgruppe weiß, was es ist, wenn man sie fragt
Hmm, ich denke der Maßstab ist schon ein anderer. Selbst zu besten Schmidtspiele-Zeiten hatte der Großteil der Bevölkerung noch nie von Rollenspielen oder DSA gehört und selbst bei der Zielgruppe war das vergleichsweise begrenzt. Und nach Schmidtspiele sowieso. Der Trope des nerdigen Außenseiter-Rollenspielers ist vielleicht übertrieben, aber kommt nicht von irgendwo.
D&D ist da aktuell deutlich präsenter und weniger vorurteilsbehaftet und die Tendenz der Bekanntheit und Akzeptanz ist allgemein eher steigend (mal abwarten, ob das OGL-Theater da was dran ändert).

Anekdotisch: Diese Zeiten sind für DSA mittlerweile endgültig vorbei. Von einem halben Dutzend Schülerinnen und Schüler, die mich darauf angesprochen bzw. für die ich schon mal eine Einführungsrunde geleitet habe, hatten alle von D&D gehört und konnten sich grob was drunter vorstellen - und null von DSA. (Woher auch?)
Da stimme ich zu. DSA hat (bei uns) momentan die gleiche Position wie andere Exoten-Systeme. Hin und wieder bietet jemand eine Runde an, aber damit hat es sich auch schon. Im lokalen Laden gibt es nicht mal mehr Grundregelwerke im Regal, sondern müssen explizit angefragt und bestellt werden.
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Offline Skaeg

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Hmm, ich denke der Maßstab ist schon ein anderer. Selbst zu besten Schmidtspiele-Zeiten hatte der Großteil der Bevölkerung noch nie von Rollenspielen oder DSA gehört und selbst bei der Zielgruppe war das vergleichsweise begrenzt.
Den Eindruck hatte ich nicht. Fast jeder Student oder Schüler wußte damit was anzufangen. Und fast jeder Buchhändler und Spielzeughändler. Auch in den meisten städtischen Bibliotheken war DSA zwischen den Spielen einsortiert.
Das allerdings nicht mit Akzeptanz verwechseln. Diskriminierung (oder sagen wir mal bestimmte Formen davon) waren in den späten 80ern, frühen 90ern einfach noch üblicher. Da ist dann vielleicht wirklich ein Unterschied; ist allerdings ähnlich wie bei Videospielen. Die waren damals auch schon Mainstream, aber das hat große Teile der Bevölkerung nicht davon abgehalten, Gamer als doofe "Spastis" abzutun.

Aber unabhängig von der Meinung: Die meisten kannten DSA. Und sie kannten eher DSA als "Rollenspiele" im Allgemeinen. In der Position ist jetzt D&D. Und DSA ist weg.

Offline Korig

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Ich finde die DSA-Disskusion spannend. Viele8cht in einen anderen Faden?

Offline aikar

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Den Eindruck hatte ich nicht. Fast jeder Student oder Schüler wußte damit was anzufangen. Und fast jeder Buchhändler und Spielzeughändler. Auch in den meisten städtischen Bibliotheken war DSA zwischen den Spielen einsortiert.
Ich finde die DSA-Disskusion spannend. Viele8cht in einen anderen Faden?
Prinzipiell gerne. Auch wenn ich nicht glaube, dass es zu einem Ergebnis führen wird, weil die persönlichen Erfahrungen da sicher je nach Region und Stadt massiv außeinander klaffen.
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Offline Zed

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Mithilfe von DarkEye möchte ich noch einmal auf den Aspekt "FRPG ohne OGL" hinaus. Ich habe das eben erschiene Bundle NonOGLStarterEdition gekauft, dort gibt es DSA auf Englisch. Wir können annehmen, dass "Dark Eye" rechtssicher genug ist, um sich auch ohne OGL von D&D abzusetzen.

Also nur mal als Inspiration, wie sich Dinge anders als in D&D formulieren lassen, und damit weit genug von D&D entfernt sind. Welche Begriffe (ausdrücklich mal nicht "Formulierungen") haben sie für DarkEye benutzt? Hier das Beispiel "Basic Terms of Combat"

• Action*, free action, defense
• Attack*
• Attack distance
• Combat Technique Value
• Combat Round
• Condition Encumbrance
• Condition Pain
• Damage Points
• Defense*
• Dodge*
• Initiative*
• Life Points
• Maneuver*
• Parry*
• Protection*
• Ranged Combat
*Mit einem Sternchen versehen habe ich die Begriffe, die für mich sicher so allgemein sind, dass jedes Rollenspiel sie verwenden dürfen müsste.

Man sieht: Einiges ist gleich, manches ähnlich, weniges ist ganz anders. Klar, dass auch die dahinterliegenden Mechanismen sich von D&D unterscheiden, aber unterm Strich macht dieses Vorbild Mut, dass man auch ein D&D-kompatibles RPG formulieren könnte, dass ohne jede OGL auskommt.

Offline tartex

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Man sieht: Einiges ist gleich, manches ähnlich, weniges ist ganz anders. Klar, dass auch die dahinterliegenden Mechanismen sich von D&D unterscheiden, aber unterm Strich macht dieses Vorbild Mut, dass man auch ein D&D-kompatibles RPG formulieren könnte, dass ohne jede OGL auskommt.

Vor allem, weil sie schon 1984 damit durchgekommen sind, als Schmidt Spiele ganz frech nach Abbrechen der Lizenz-Verhandlungen mit TSR die deutschen Übersetzer von D&D genommen haben und die dann ganz selbstständig auf die Idee kamen ein "Fantasie-Rollenspiel" in einer Box mit W20, Kämpfern, Zauberern, Orks, Trollen und Kobolden herauszubringen.  >;D

Aber natürlich waren die Kobolde viel authentischer europäisch - hatte als mit D&D nichts zu tun.  ~;D
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Offline Elefanten-Zauberstellung

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Ich habe davon gesprochen, dass im selben Markt bisher kein längerfristig erfolgreicheres Rock im Park aufgemacht wurde, während dein Gegenargument ungefähr so lautet

Es gab hier kein Gegenargument, weil ich Dir gar nicht direkt geantwortet habe. IMO: Aus Sicht der Aktionäre steht die Marke DnD auf wackligen Füßen, wenn die Community nicht mehr dahinter steht, die Kernregeln nicht geschützt sind und ein etwaiger neuer Entrepeneur mit genug Kapital in den Markt einsteigen könnte.

In anderen Branchen ist dies z.B. nicht so einfach, weil man z.B. ein Vertriebsnetz benötigt, massivst RnD usw. Das sehe ich hier nicht. Es bleibt natürlich nur Theorie und ein mögliches Szenario.

Offline Skaeg

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Vor allem, weil sie schon 1984 damit durchgekommen sind, als Schmidt Spiele ganz frech nach Abbrechen der Lizenz-Verhandlungen mit TSR die deutschen Übersetzer von D&D genommen haben und die dann ganz selbstständig auf die Idee kamen ein "Fantasie-Rollenspiel" in einer Box mit W20, Kämpfern, Zauberern, Orks, Trollen und Kobolden herauszubringen.
Naja, das war damals schon kein Aufreger mehr. (W)EDO-Fantasy-Rollenspiele gab es 1984 schon wie Sand am Meer. T&T, TFT, C&S, RQ... in Schweden gab es schon Drakar och Demoner und selbst in Deutschland war Midgard drei Jahre früher dran.

Offline tartex

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Naja, das war damals schon kein Aufreger mehr. (W)EDO-Fantasy-Rollenspiele gab es 1984 schon wie Sand am Meer. T&T, TFT, C&S, RQ... in Schweden gab es schon Drakar och Demoner und selbst in Deutschland war Midgard drei Jahre früher dran.

Genau: wenn es 1984 schon kein Aufreger war, dann 2023 vier Editionen später erst recht nicht.
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Offline Sphinx

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Skandal? Welcher Skandal?

WOTC als kapitalistisches Unternehmen ändert den Zugriff auf seine Leistungen so, dass andere kapitalistische Firmen nun aufbauend auf der Leistung WOTC sich keine goldene Nase mehr verdienen können. Ich sehe da nicht wirklich einen Skandal, sondern eine wirtschaftliche Entscheidung. Ob die Sinn macht, sei mal dahin gestellt. Die OGL Nutzer konnten bis lang wegen WOTC Wohlwollen gut verdienen und gehen nun auf die Barrikaden, da sie nun selbst mehr Leistung erbringen müssen. Und was ich da teilweise von Firmen lesen und sehen konnte, war ziemlich infantiles Beschwerden. Ich habe aber auch Meinungen zur neuen OGL gelesen, die diese gar nicht so negativ betrachten.

Problematisch wird es, wenn die D&D Marktdominanz zu steigenden Preisen bei D&D Produkten führen wird, dann wird das in die Hose gehen. Ansonsten halte ich nichts davon, von WOTC nun nichts mehr zu kaufen, weil andere Unternehmen, deren Produkte ich nicht oder kaum bisher nutze, sich über Lizenzänderungen zu beschweren. Schließt einen vernünftigen Nutzungsvertrag mit WOTC über die Nutzung der Basisregeln (Leistung von WOTC) und fertig. So macht man das normaler- und fairerweise. Mich nervt eh diese Einstellung an, dass man Leistungen anderer für den Nulltarif nutzen und dann noch für den eigenen Profit verwendt, als Selbstverständlichkeit ansieht.

Auch diese Einstellung, es nun nicht mehr supporten zu wollen, ist doch auch Unsinn. Wenn man wegen so einer Entscheidung so abdreht, dürfte man nahezu gar kein Produkt mehr kaufen oder nutzen, beim Strom angefangen, zu Lebensmitteln und Medikamenten, bis hin zu Kleidung und Hobbyartikeln.

Letztendlich entscheidet Qualität, Preis und Kompatibilität über den Kauf und nicht, ob sich die Firmen, die mir die Bücher verkaufen, untereinander grün sind und welche Verträge die haben.

Mal ganz ehrlich wie WOTC hat massiv von den 3rd Partys profitiert. Ebenso wie die von DnD Profitiert haben. Und es ist nicht so das es WOTC irgendwie schlecht geht die haben im letzten Jahr 1.000.000.000 Umsatz gemacht. Paizo als nächst größter hat laut google rund 35.000.000 Umsatz. 3,5% von WOTCs. Selbst ein erfolgreicher Kickstartet für 5 Millionen ist nahezu nichts. Die Margen sind so klein das von so einem Kickstarter weit entfernt ist von einem Privatjet.
Klar ist es deren IP und sie können Theoretisch damit machen was sie wollen, aber ich bezweifle das sie nur ansatzweise so groß wären hätte es nicht die OGL 1.0a gegeben.

Sehr schön fand ich da auch das Beispiel zu Abenteuern. Die lohnen sich eigentlich nie weil sie für gewöhnlich nur die Spielleiter sowas kaufen. WOTC hat überhaupt kein Interesse die in ausreichender Menge zu Produzieren. Ohne 3rd Partys die diese Lücke schließen wäre das System viel uninteressanter.
Soren Johnson: Given the opportunity, players will optimize the fun out of a game |"Haben die Spieler die Möglichkeit, Optimieren sie den Spaß aus dem Spiel."

Online schneeland

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Der vorherige Beitrag entstammt dem Thread Zieht ihr Konsequenzen aus dem WotC/OGL-Skandal?. Da es dort nicht um eine Bewertung des Verhaltens von WotC gehen soll, habe ich ihn hier einsortiert.
All good things come to those who wait! ... like dual flamethrowers and beer.

Offline tartex

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Sehr schön fand ich da auch das Beispiel zu Abenteuern. Die lohnen sich eigentlich nie weil sie für gewöhnlich nur die Spielleiter sowas kaufen. WOTC hat überhaupt kein Interesse die in ausreichender Menge zu Produzieren. Ohne 3rd Partys die diese Lücke schließen wäre das System viel uninteressanter.

Interessanterweise hat WotC für D&D5 aber von 2014 bis 2020 eigentlich fast nur Abenteuer produziert.  :think:
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