Autor Thema: Archiv zu OGL, ORC, SRD und anderen Lizenzfragen rund um die OGL  (Gelesen 91529 mal)

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Offline Wisdom-of-Wombats

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- Laut "Opening Arguments" steht in der OGL nichts Unfaires drin - mit EINER Ausnahme. Während OGL-Verwender ein uneingeschränktes Recht an WotC für alle OGL-Inhalte abgeben, räumt WotC sich das Recht ein, jemandem jederzeit die Lizenz zu entziehen. Rechtlich ist das notwendig, z.B. wenn jemand etwas illegales publiziert - in den USA könnte WotC dann nämlich mit vor Gericht landen, weil es unter deren Lizenz passiert ist. Hier sagen "OA", dass WotC diesen Sachverhalt besser angeleichen sollte, d.h. sobald WotC die Lizenz entzieht, erlischt auch deren Recht die Inhalte dieses Lizenznehmers zu verwenden. Gerichte würden sonst - je nach Staat - ggf. zugunsten des OGL-Verwenders entscheiden.

Ich fand diese Sicht von "Opening Arguments" ganz interessant, um mal auf den Boden der Tatsachen zurück zu kommen.

Da steht noch etwas unfaires drin: 30 Tage Vorankündigung zu einer Lizenzänderung. Damit wird das Planen eines Kickstarters und noch viel mehr das Drucken eines Buches zum Geschäftsrisiko. Du kannst Dir nämlich nicht sicher sein, ob Du Dir kurzfristig was verboten wird , das im Buch steht das gerade gedruckt wird oder auf dem Transport zu Dir oder Deinem Versanddienstleister ist. Wenn das passiert, hattest Du praktisch alle Kosten, aber keinerlei Einnahmen. D.h. sicher wären nur noch reine PDF Veröffentlichungen und  damit erreichst Du die Ladentheke nicht mehr.  Dort gäbe es dann nur noch D&D Bücher von WotC. Ein "netter" Nebeneffekt.

Das ist auch böse. Ich gehe jetzt mal davon aus, dass die OA sich vielleicht einfach nicht mit Veröffentlichungszyklen von Print-Produkten auskennen.

Fazit: selbst wenn die ORC kommt, würde ich sie vielleicht eher nicht für D&D-kompatiblen Inhalt verwenden. Andere Verlage haben auch hübsche Rollenspiele.
« Letzte Änderung: 15.01.2023 | 13:30 von Wisdom-of-Wombats »
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Offline postkarte

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Bei "Opening Arguments" - gibt es mal einen Blick auf die OGL Erneuerung aus einer ganz anderen Richtung.

https://openargs.com/oa675-gizmodos-critical-hit-piece-on-wizards-of-the-coast/


- grundsätzlich ist laut "OA" die OGL 1.1 nicht "böse", sondern für USA-Verhältnisse eher normal und korrigiert vor allem ein paar juristische Fehler der Vergangenheit. Diese sind vor allem dadurch entstanden, dass die ursprüngliche OGL wohl von Justiz-Laien erstellt wurde. Man wundert sich eher, dass WotC jemals so ein eher uneigennütziges Dokument erstellt hat - vermutlich von Linux Lizenzen inspiriert - aber für die USA wäre das eher unüblich.
Dieser Punkt lässt mich komplett an allem folgenden Zweifeln. Tatsächlich ist gerade aus der Open Source Szene bekannt, dass viele Juristen eine ziemlich falsche Interpretation von Dingen wie der GPL haben und hatten und deswegen auch für große Unternehmen viele Prozesse verloren gegangen sind. Warum sollten die Leute in diesem Podcast nun gerade keine Laien sein, aber alle anderen, die sich damit beschäftigt haben schon?

Offline Crimson King

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Dieser Punkt lässt mich komplett an allem folgenden Zweifeln. Tatsächlich ist gerade aus der Open Source Szene bekannt, dass viele Juristen eine ziemlich falsche Interpretation von Dingen wie der GPL haben und hatten und deswegen auch für große Unternehmen viele Prozesse verloren gegangen sind. Warum sollten die Leute in diesem Podcast nun gerade keine Laien sein, aber alle anderen, die sich damit beschäftigt haben schon?

Ich glaube, darum geht es nicht. Der Knackpunkt ist, dass die OGL 1.1 mit kommerziellen Lizenzen verglichen wird. Möglicherweise ist sie da nicht schlimmer, wobei 25% Umsatzgebühren nach meiner Wahrnehmung abstrus sind, weil schon 25% Umsatzrendite kaum erreicht werden. Die OGL war aber von vorneherein nicht als kommerzielle Lizenz gedacht. Der Sinn und Zweck war ja gerade nicht, durch die Lizenz selbst Geld zu verdienen, sondern durch die Offenheit Drittparteien zur Schaffung von DnD-kompatiblem Material zu motivieren, um DnD zu stärken. Das hat auch gut funktioniert. Da gewinnt man eher den Eindruck, dass bei Opening Arguments nicht verstanden wurde, warum die OGL so frei ist und aus diesem Unverständnis heraus so eine "Was ham se denn eigentlich alle? Ist doch völlig normal"-Haltung entsteht.
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J.W. von Goethe

Offline Amromosch

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Ich denke, dass diese 25% vom Umsatz dazu dienen sollen, dass die Drittanbieter ihre Produkte nicht zum gleichen Preis verkaufen können wie WotC, um ihnen damit direkt Umsätze abzujagen.

Sollte Critical Role bspw. einen Settingband herausbringen, der jetzt nicht mehr 50$ sondern 70 $ kostet, um die 25%ige Abgabe zu kompensieren, dann müsste so ein Band schon deutlich besser sein als die WotC-Sachen, damit sich das entsprechend gut verkauft. Zudem partizipiert WotC dann natürlich sehr stark, so dass ihre Marktstellung nicht mehr durch das Freigeben ihres eigenen Produktes gefährdet wäre.

Das einzige, was DnD jemals überholt hat war schließlich DnD (Pathfinder). Und das kann WotC logischerweise nicht freiwillig ermöglichen/fördern.

Zur Änderung der OGL nach Belieben: Das ist wirklich Wahnsinn. WotC sollte sich mMn höchstens das Recht sichern, bestimmte Elemente der OGL ändern zu können, wie z.B. die Summe ab der gezahlt wird oder so. Nicht aber alles andere gleich mit.

Offline Skaeg

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Wenn "unfair" für diese Leute erst da anfängt, wo Vertragklauseln aufgrund von Verstoß gegen elementare Rechtsregeln nichtig werden können, dann wundert mich an deren sonstiger Bewertung gar nichts.

Und der Vergleich mit dem Autokauf hinkt ja wohl völlig. Hier ist es eher so, dass ein Vermieter in neue Verträge reinschreibt "Die Altverträge sind alle ungültig, einschließlich die von Leuten, welche die neuen Verträge gar nicht unterschreiben."

Offline YY

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Das einzige, was DnD jemals überholt hat war schließlich DnD (Pathfinder). Und das kann WotC logischerweise nicht freiwillig ermöglichen/fördern.

Spätestens gegen OGL-freie Klone lässt sich aber nichts machen.

Von daher sollte sich WotC vielleicht darauf verlegen, nicht durch das eigene Agieren erneut eine Situation herzustellen, in der andere überhaupt überholen könnten (ist ja nicht so, als hätte WotC nicht ein paar massive strukturelle Vorteile abseits von "Lawfare"). Aber mit dem Tipp kommt man jetzt ein paar Tage zu spät :P

WotC sollte sich mMn höchstens das Recht sichern, bestimmte Elemente der OGL ändern zu können, wie z.B. die Summe ab der gezahlt wird oder so.

Allein das ist doch für einen 3PP schon ein K.O.-Kriterium. Davon abgesehen, dass die aktuelle Regelung bereits inakzeptabel ist.
"Kannst du dann bitte mal kurz beschreiben, wie man deiner Meinung bzw. der offiziellen Auslegung nach laut GE korrekt verdurstet?"
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Offline takti der blonde?

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Da hätte ich dann halt gerne wirklich eine stichhaltige Auflistung, was ich mit bzw. ohne OGL jeweils darf und was nicht, die man auch ohne Rechtsabteilung versteht und nicht auf "Müsste vor Gericht geklärt werden" oder "Wird sich schon keiner aufregen" hinausläuft.

Momentan kann ich halt nur sagen "Ich habe nach bestem Wissen und Verständnis gehandelt". Aber wie man sieht, sind die Rechtsansichten sowohl bei den Laien als auch bei den Juristen alles andere als einheitlich.

Findet sicherlich eine Kanzlei, welche dir gerne ein Gutachten erstellt. Deshalb war die OGL ja so beliebt, weil es eine Art selbstverpflichtung von WotC war, die ich im Rahmen der OGL nicht zu belangen.

Offline Skaeg

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Fazit: selbst wenn die ORC kommt, würde ich sie vielleicht eher nicht für D&D-kompatiblen Inhalt verwenden. Andere Verlage haben auch hübsche Rollenspiele.
Das ist jetzt ein Nebenthema, aber ich weiß sowieso nicht, was daran zumal heutzutage noch so wichtig ist.
Zusatzmaterial, das ich gebrauchen kann, sind in erster Linie Abenteuer, Hintergrundbände etc. - alles Sachen, die a.) leicht auf verschiedene Systeme zu adaptieren und b.) leicht urheberrechlich zu schützen sind. Einfacher denn je mit PDF.
Sowas kann man wie gesagt problemlos auch ohne OGL machen. Auf Monster, Zauber etc. kann man einfach fair use-konform verweisen.

Leider scheint aber, das, was die Leute am Liebsten publizieren, zu sein: Regeln, Regeln, Regeln.

Offline Megavolt

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Ich habe jetzt mehrfach gehört, dass WotC vor allem auf die Kündigungen von DnD-Beyond Abos reagiert hat. Hat da jemand ein Gefühl für die Größenordnungen oder vielleicht sogar Zahlen? Wie viele sollen denn da gekündigt haben, dass das Management das bemerkt? Und wieviele Abonnenten haben die denn insgesamt, wenn das so relevant ist?

Online schneeland

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Es war die Rede von einer fünfstelligen Zahl von Tickets, die dazu offen waren. Wobei nicht ganz klar war, ob es dabei um Abokündigungen oder Accountlöschungen ging.
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Offline postkarte

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Es geistert eine Zahl von 20000 Kündigungen in drei Tagen durch Netz, die man irgendwie aus den gefilterten Twittermeldungen zu #DnDbegone berechnet zu haben glaubt. Niemand außer WotC weiß die realen Zahlen.

Offline Elefanten-Zauberstellung

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Interessanter Artikel zu Copyright:

https://fkks.com/news/how-courts-view-copyright-protection-for-video-games

Insgesamt zeigt sich aber auch gerade, dass die Marke DnD auf sehr wackligen Füßen steht. Die IPs wie Beholder, FR, Drizzt, Strahd usw. kann man nicht nur mit dem "official D&D Experience" erfahren- das kann ja jede Gruppe für sich am Spieltisch so einbauen. Die Abenteuer und Settings sind auch nur ein Zubrot. Man muss sich nicht auf die Coreplatform dafür committen (die sie ja mit OneDnD schaffen wollen).

Und so stark und unique sind die Content-IPs IMO nicht. Zumindest braucht man nicht die core-platform (DMG, PHB). Dndbeyond haben sie noch, aber so wichtig ist es nicht und es ist auch replizierbar. Dndbeyond ist ja auch schon kritisch zusehen, im Prinzip können sie schon froh sein, dass sie damit so durchgekommen sind.

Anders gesagt: DnD ist groß und bekannt, weil es so groß und bekannt ist. Und weil es keinen "levelheaded player" gibt. DnD ist Rock am Ring, alle anderen Jugendzentrum.
Aber Bekanntheit lässt sich kaufen (oder mit anderen Mitteln erlangen)- ist nur z.T. eine Frage des Budgets. Jemand anderes könnte ja Rock im Park aufmachen. Es müsste nur ein noch größerer Fisch einsteigen, profitabel muss es für den nicht unbedingt sein.


Durch diesen OGL Hickhack dringt das auch eher in den Mainstream und  daher kriegen diese Problematik auch die Hasbro Shareholders mit. Daher wäre es für Hasbro auch schwierig zu klagen wie damals bei TSR vs GDW (FYI der Lawsuit, der aber dann nie vor Gericht ging: https://www.darkshire.net/jhkim/rpg/copyright/cases/tsr_vs_gdw2.txt).Das geht so heute nicht mehr. im Prinzip kann schnell deren Business weg sein, weil deren Business nur auf der Bekanntheit, mangelnder gleichstarker Konkurrenz und der Community beruht.

Ich denke WotC wird nicht nur massivst zurückrudern, sondern einen kompletten U-Turn hinlegen. Es wird etwas Zeit brauchen, bis sie merken, dass sie da gerade Pandoras Box geöffnet haben.


Offline sma

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Die ganzen Lizenzgebühren waren IMHO Ablenkung.

Und die ganze Diskussion darum dient nur der Sache von WotC.

Sie sollten bei der OGL 1.1 zeigen, dass man ja nur die "Großen" im Auge hat.

Sie sind ja auch das erste (und einzige), worauf sie bei der OGL 2.0 verzichten wollen.

Unannehmbar wird die OGL 1.1 Lizenz, weil sie keinerlei Sicherheit über einen Zeitraum länger als 30 Tage gibt. Das, plus die Forderung, WotC die eigenen Umsätze aufzuschlüsseln, ihnen eine unbegrenzt gültige und nicht widerrufbare Lizenz für eigene Inhalte (auch über den OGL-Content hinaus) zu gewähren und niemals WotC zu verklagen oder auch nur eine Klage (z.B. als Zeuge) zu unterstützen.

Und Böse daran ist, dass die neue Lizenz als Kriegserklärung zu sehen ist, egal wie sehr die kommende Version auch abgeschwächt wird. WotC hat damit klar gezeigt, es glaubt, es braucht keine Geschäftspartner mehr, nur noch Unternehmen, die von Ihnen 100% abhängig sind.

Ob das normale Geschäftspraktik in den USA ist, ist dabei egal. Böse ist ja nicht eine Bezeichnung für eine die Abweichung von der Normalität sondern eine moralische Einschätzung. Sie verärgern und enttäuschen mit ihrem Handeln teils seit Jahrzehnten treue Fans und Unterstützer nicht nur durch ihr unmittelbares Verhalten, sondern insbesondere, indem sie ihnen indirekt zu verstehen gehen, wir halten euch nicht für wichtig. Das funktioniert vielleicht, vielleicht auch nicht. Ich weiß es nicht. Die Zukunft wird es zeigen.

Sie sagen sich IMHO, wir haben über D&D Beyond Zugriff auf genug Geldbeutel, deren Besitzer wir psychologisch dahin manipulieren können, dass sie virtuelle Dinge brauchen, die nur wir ihnen unter dem Brand D&D verkaufen werden. Und nett mich naiv und gutmütig, aber ich finde auch den Trend der Spiele-Industrie hin zu psychologisch manipulativen Microtransaktionen (zuletzt bei Diablo gesehen) ebenfalls böse. Das möchte ich in "meinem" Hobby eigentlich nicht haben.

Offline sma

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Ich denke WotC wird nicht nur massivst zurückrudern, sondern einen kompletten U-Turn hinlegen. Es wird etwas Zeit brauchen, bis sie merken, dass sie da gerade Pandoras Box geöffnet haben.
Ich denke auch, sie haben den Widerstand massiv unterschätzt, aber ich bin skeptisch, dass sie zurückrudern, weil sie IMHO ihre Strategie mit dem Kauf von D&D Beyond begonnen haben und das Zerstören der OGL nur ein kleiner Schritt auf dem Weg zu  "One D&D" ist, der als notwendig erachtet wird, um D&D zu mehr zu machen als einem Regelbuch.

Offline Elefanten-Zauberstellung

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Sie rudern ja schon zurück, siehe verschobene OGL 1.1, etwaige v2.0 usw.  Das aktuelle Management wird keinen U-Turn hinlegen, das sehe ich genauso.


Offline Crimson King

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Selbst wenn sie vollständig zurückrudern, dürfte der Vertrauensverlust bei vielen Geschäftspartnern über längere Zeiträume dahin sein. Die ORC wird kommen, und nicht nur viele Publisher, sondern auch viele Spieler werden das aktuelle Desaster nicht vergessen.
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J.W. von Goethe

Offline Skaeg

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Anders gesagt: DnD ist groß und bekannt, weil es so groß und bekannt ist. Und weil es keinen "levelheaded player" gibt. DnD ist Rock am Ring, alle anderen Jugendzentrum.
Aber Bekanntheit lässt sich kaufen (oder mit anderen Mitteln erlangen)- ist nur z.T. eine Frage des Budgets. Jemand anderes könnte ja Rock im Park aufmachen. Es müsste nur ein noch größerer Fisch einsteigen, profitabel muss es für den nicht unbedingt sein.
Es ist groß und bekannt. Aber: Relativ.
So richtig Mainstream ist es zur Zeit, und das scheinen die bei WotC vergessen zu haben, weil es von Medienschaffenden außerhalb der Marke (CR, Dimension 20, Stranger Things) dahin gehievt wurde. Zumindest hat das einen großen Anteil an dem Erfolg von 5e. Vor ~10 Jahren war es auf "Ja, hab' ich auf der High School mal gespielt... das gibt es noch?"-Niveau, was die meisten Leute angeht.

Online Prisma

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Nicht wortwörtlich.
Aber wenn ich den Text so nochmal durchgehe ist es genau das;
Nichts zur Kontroverse,
Wir mögen unsere nicht näher definierten "industrial peers" ( 3PPs oder WotC ? Gute Frage nächste Frage)
Beauty, Share, Creativity, Passion ...
Ein Arsch voll wunderschöner Wörter, die letzten endes genau garnix zu "Dem Thema" im Kontext aussagen.

Vielleicht lege ich die Worte zu sehr auf die Goldwaage, aber je mehr ich darüber nachdenke desto mehr komme ich zu meinem Ergebnis.

Im statement steht:

Zitat
We stand by our industry peers, as well as anyone who takes a risk in creating a new system or developing an original idea.
WotC/Hasbro ist der absolut wichtigste industry peer den CR hat, alle anderen sind in diesem Maßstab völlig unbedeutend. CR macht klar dass sie zu ihren peers stehen, also allen peers, auch zu WotC.

Zitat
The beauty of gaming comes from the opportunity to share inclusive, diverse, and compelling stories from a wird spectrum of creators.
Hier werden dieselben Stichworte (inclusive, diverse, usw.) benutzt, die auch WotC verwendet. Nur das WotC sie auch als Instrument einsetzen will um 3p-Content zu kontrollieren und im Zweifel zu beseitigen: Das angekündigte Vorgehen gegen "hateful speech", über dessen Definition WotC aber allein die Deutungshoheit behält.
Gleichzeitig wird dadurch eine Politisierung des Spiels hergestellt. Das ist auch Gatekeeping, denn wenn man dies nicht teilt, weil man sein Hobby apolitisch betreibt, wird man in diesem Zusammenhang ausgeschlossen. In ihrem Statement stellt CR dies als „beauty of gaming“ dar. Also als Epitom unseres Hobbys, wie es am besten stattfinden sollte. Damit geht CR voll auf Linie mit WotCs einseitigem Kontrollinstrument und dem Gatekeeping.

Zitat
[...] and we commit to fostering an enviroment that allows everyone the opportunity to easily share the stories they wish to tell.
CR verpflichtet sich also ein Umfeld zu fördern, wo jeder sein Material leicht teilen kann. Das war bisher unter der 1.0 so und funktioniert ja weiterhin mit der OGL1.1, allerdings nur innerhalb von WotCs Verwertungsquelle... zu der sich CR nun verpflichtet?! Wieso verpflichtet sich CR nicht einem Umfeld in dem jeder sein Material frei verbreiten kann, oder wenigstens unter fairen Bedingungen? Klar, weil sie es nicht können, da nun entsprechende Verträge vorliegen.
Dann doch lieber ein Statement rausgeben á la: "Leute, bei uns seid ihr mit Forderungen/Protesten an der falschen Adresse. Wir sind Creators. Ja, wir stehen bei WotC unter Vertrag, aber wir machen keine Firmenpolitik." Das haben sie aber nicht gemacht. Nun ist CR für die 1.1 nicht verantwortlich, aber sie haben deutlich gemacht dass sie im Lager von WotC stehen.
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Offline Rorschachhamster

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Dann doch lieber ein Statement rausgeben á la: "Leute, bei uns seid ihr mit Forderungen/Protesten an der falschen Adresse. Wir sind Creators. Ja, wir stehen bei WotC unter Vertrag, aber wir machen keine Firmenpolitik." Das haben sie aber nicht gemacht. Nun ist CR für die 1.1 nicht verantwortlich, aber sie haben deutlich gemacht dass sie im Lager von WotC stehen.
Dann würden sie sofort WotCies Anwälte vor der Tür stehen haben, wenn sie eine entsprechende Klausel im Vertrag haben.  :P
(ich will jetzt nicht nachschauen wie die genau heißt, son Fick deinen Vertragspartner nicht an Ding) ~;D
Rorschachhamster
DMG Pg. 81 " The mechanics of combat or the details of the injury caused by some horrible weapon are not the key to heroic fantasy and adventure games. It is the character, how he or she becomes involved in the combat, how he or she somehow escapes — or fails to escape — the mortal threat which is important to the enjoyment and longevity of the game."

Offline diogenes

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Ich finde das nach wie vor eine völlig konstruierte Interpretation. WotC ist niemandes Industry peer, die sind die Platzhirsche. Es ist diskutabel ob CR noch peers hat, aber sie meinen mit peers (Plural!) ziemlich offensichtlich gerade die anderen, die "unter" WotC nebeneinander stehen. Genau die Peers, die jetzt gerade auch ihre Statements machen, die die ORC anstoßen, etc.

Ob Bezugnahme auf diversity etc. das Spiel politisiert oder nicht, gehört hier vermutlich nicht wirklich hin. Ich meine nein, tut es nicht, weil (a) diversity nicht mehr oder weniger politisiert als so zu tun als gäbs das Thema nicht und (b) hier sowohl von WotC als auch CR ohnehin nur das sauber gewaschene corporate diversity Konzept dahinter steht.

Aber was ich wirklich gar nicht verstehe ist wie du von dem Ausdruck "commit to fostering an enviroment that allows everyone the opportunity to easily ..." darauf kommt, dass sich CR zu irgendwas von WotC kommt "verpflichtet". Das bedeutet commit so gar nicht. Es heißt hier, wir setzen uns ein für, wir richten uns aus an. Und mit keinem Wort wird auch nur angedeutet, dass man sich an irgendeine bestimmte, geschweige denn WotCs Interpretation von irgendwas bindet.
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Offline Boba Fett

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Was ich übrigens ziemlich extrem finde, ist der Wortlaut in der OGL, dass Unternehmen, die die OGL1.1 zustimmen ab einem gewissen Umsatz von Summe X bestimmte Verpflichtungen haben.
Da steht nicht drin, dass es um den Umsatz eines einzelnen Produktes geht. Es steht auch nicht drin, dass es um den Umsatz geht, der sich ausschließlich auf OGL Produkte bezieht.
Nach meiner Lesart geht es um den gesamten Jahresumsatz eines Unternehmens, sobald es OGL 1.1 Produkte veröffentlicht.

Und so wirklich klar, von welchem Umsatz irgendwann 25% gezahlt werden sollen, steht da auch nicht...

Würde bedeuten, dass ein Unternehmen, was eine Millionen Umsatz mit Brettspielen macht und ein kleines OGL Produkt veröffentlicht, dann 25% ihres gesamten Umsatzes an WotC abführen soll?
Oder dass ein Unternehmen, das ganz viel Umsatz mit Streaming Content macht und dann ein OGL Produkt verkauft auch 25% des gesamten Umsatzes abführen darf?
1. Ist das legal? 2. Falls, wird da jemand zustimmen? 3. Ist das denen, die es betrifft bewusst (denn irgendwie hab ich darauf noch niemanden herumreiten sehen)?

Wie seht Ihr das?
« Letzte Änderung: 15.01.2023 | 18:31 von Boba Fett »
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Aber was ich wirklich gar nicht verstehe ist wie du von dem Ausdruck "commit to fostering an enviroment that allows everyone the opportunity to easily ..." darauf kommt, dass sich CR zu irgendwas von WotC kommt "verpflichtet". Das bedeutet commit so gar nicht. Es heißt hier, wir setzen uns ein für, wir richten uns aus an. Und mit keinem Wort wird auch nur angedeutet, dass man sich an irgendeine bestimmte, geschweige denn WotCs Interpretation von irgendwas bindet.t.
Das steht im Wörterbuch anders. Nachdem ich Deinen Post las, habe ich nachgesehen: https://dict.leo.org/englisch-deutsch/commit
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Nach meiner Lesart geht es um den gesamten Jahresumsatz eines Unternehmens, sobald es OGL 1.1 Produkte veröffentlicht.

Wie seht Ihr das?

So sehe ich das auch, denn:

Zitat
So moving forward, hugely successful businesses that generate more than $750,000 of annual revenue will also need to share some of that success with us by paying a royalty of 20 to 25% of the “qualifying revenue” they make in excess of $750,000.
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So sehe ich das auch, denn:
"qualifiyng revenue" bezieht sich schon auf den OGL 1.1 Kram. Qualifying im Sinne von bestimmten Voraussetzungen, halt OGL 1.1 Kram.  :P
Rorschachhamster
DMG Pg. 81 " The mechanics of combat or the details of the injury caused by some horrible weapon are not the key to heroic fantasy and adventure games. It is the character, how he or she becomes involved in the combat, how he or she somehow escapes — or fails to escape — the mortal threat which is important to the enjoyment and longevity of the game."

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"qualifiyng revenue" bezieht sich schon auf den OGL 1.1 Kram. Qualifying im Sinne von bestimmten Voraussetzungen, halt OGL 1.1 Kram.  :P

Stimmt, Du hast recht.  :ziegelsteineübermeinhauptfallendsmily:
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