Autor Thema: [Savage Worlds] Ghostbusters Solo Play  (Gelesen 10733 mal)

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Re: [Savage Worlds] Ghostbusters Solo Play
« Antwort #100 am: 30.11.2025 | 16:47 »

Schon geht's zum nächsten Schauplatz


„… Vergesst doch mal Hardemeyer eine Sekunde lang!“, sagt Jas mit wegwerfender Handbewegung vom Beifahrersitz des Ecto-1A aus, als sie durch den New Yorker Schneeregen brackern, „Konzentriert Euch doch mal auf die unmittelbaren Angelegenheiten!“
„Die zu klärende Bewandtnis mit dem Psychomagnotherischen Schleim!“, nickt Ray pflichtbeflissen, und hebt seine Testkelle, „Wir müssen die Augen aufhalten, ob das Zeugs auch an diesem Einsatzort zu finden ist!“
„Quatsch, unmittelbar, mein lieber Ray! Schön, dass wir hier mal auf so einer schönen Dienstfahrt miteinander sind, da kannst Du Dich nicht wieder entziehen, mit, wie dazu gesagt werden muss, schalen und ausgelutschten Ausreden!“
„Ich?“
„Wir wollen das jetzt schon mal wissen, Raymond, so viel Vertrauen kannst Du jetzt Deinen Kollegen durchaus mal entgegen bringen!“, sagt Jas mit erhobenem Zeigefinger, „Diese Nicolette LaRue, Ray!“
„Hat Janine genau gesehen, wie die Dich heute früh mit ihrer Karre vor dem Feuerwehrhaus abgesetzt hat!“, sagt Winston, sein Schmunzeln etwas weniger unverhohlen als das von Jas.
„Da kannst Du uns nicht erzählen, dass diese Sache nicht glühend heiß gelaufen ist mittlerweile!“, fügt der hinzu.
„Ach, na ja!“, sagt Ray, und macht schnell ein paar plötzlich total wichtige Justierungen an seinen Ecto-Goggles, „Ja, na ja, ja! Weiß ich ehrlich gesagt selber nicht! Immerhin ist sie eine, also, und bei diesem Berufszweig, und ich bin ja nur, gewissermaßen, nun ja …“
„Wo ist denn das Problem damit, dass sie eine Stripperin ist?“, fragt Winston, „Gibt genug Leute in dieser Stadt, die unsere Art des Geldverdienens auch für verrucht halten! Nicht nur Fuzzis wie Percy Hayburn!“
„Also, ja, das ist es ja eigentlich nicht!“, gibt Ray zu, aber weiß dann nicht weiter.
„Exquisit, dass Dich mal eine mag, und ein bisschen proaktiv agiert, mein lieber Ray, exquisit“, nickt Jas überzogen gütig, „Das tut Dir erstmal ganz gut, mit Deiner ewigen Passivität, und Deinem selbstverleugnenden Workaholic-Ding!“
Winston wirft Jas einen Blick zu, „Wann kam Ray überhaupt mal zum Zug mit seiner ewigen Passivität? An der Uni? Doch wohl an der Uni!“
„Diese Nicolette mag ihn, trotz seiner Verklemmtheit!“, freut sich Jas, „Das ist dann vielleicht mal ein lang erwarteter Lichtblick, nachdem es im Leben unseres Raymond letztlich nur eine Menge schmierigen Romantik-Schleim gab, nach Feierabend, er und sein wissbegieriger Kollege Egon, und ein paar große, blubbernde Behältnisse mit allerfeinstem …“
„Alter!“, protestiert Winston, „Ich habe Euch gesagt, wenn Ihr mich nochmal dazu bringt, mir das vorstellen zu müssen, dann kriegt Ihr Stress!“
Peter lacht laut auf, von der Rückbank.
„Also, Ray, also?“, fragt Jas.
„Wie meinen?“, fragt der, zugegebenermaßen hilflos.
„Na, Euer Beziehungsstatus, mein Lieber!“
„Ich fand ehrlich gesagt Nicolette anfangs erschreckend grenzenlos, wenn auch gleichzeitig anziehend!“, beichtet Ray, „Sie hat aber kurzum entschieden, dass wir nun zusammen sind! Da gibt’s bei näherer Betrachtung eigentlich überhaupt nichts, das ich dagegen einwenden könnte!“
„Gut, dass Du diese Priester-Ausbildung damals abgebrochen hast“, lobt Jas.
„Glaubt Ihr, er ist jetzt endgültig auf der schiefen Bahn, Jungs?“, frötzelt Peter.
„Neeein“, macht Jas, „Ich glaube, es ist einfach Weihnachten! Das Fest der Liebe, Gentlemen!“
„Ja, ja, Weihnachten“, sagt Ray, und teilt den anderen ihre absurden, flauschigen Nikolausmützen aus, „Hier, alle brav aufsetzen, bevor wir aussteigen!“
„Phil ist sich doch für keinen Promo-Gag zu schade“, seufzt Winston.
„Du auch, Pete!“, ermutigt Ray seinen Kollegen neben sich.
„Eher schiebe ich Phil die in den Allerwertesten, bevor ich die aufsetze“, knurrt Venkman, mit einem fiesen Grinsen.
„Komm schon. Es ist die Jahreszeit für Frohsinn!“, schmunzelt Ray.
„Nee, ich kriege fettige Haare von der Scheiße da.“
„Wann waren Dir fettige Haare je ein Hinderungsgrund für irgendwas?“, bearbeitet ihn Ray.
Jas dreht sich schlagartig auf dem Beifahrersitz um, und fasst Pete ins Auge: „Ja, wann eigentlich! Aha, erwischt, Dr. Venkman, erwischt. Du achtest doch eigentlich nur dann auf Dein Äußeres, wenn …“
„Ich kann Euch Phils dumme Weihnachtsmützen auch in die Plappermäuler stecken!“, meckert Peter, „Ist nur ein Angebot!“
Jas grinst, „Nein, wir haben Dich ertappt!“
„Haben wir? Bei was?“, fragt Ray Jas verdutzt.
„Ich habe vorgestern Eure Körpersprache genau gelesen, Du kleiner Schmierenkomödiant!“, lacht Jas, „Schon klar, Weihnachtszeit und alles!“
„Was hat er diesmal angestellt?“, fragt Winston belustigt, „Hat Pete schon wieder irgendwas Dummes gemacht?“
„Dana und Peter waren miteinander aus!“, schlussfolgert Jas gnadenlos.
„Quatsch“, murrt der, „Ganz harmlos ein Feierabendbier trinken waren wir.“
„Das soll also kein Miteinander-Ausgehen sein?“, fragt Ray, während er seine Nikolausmütze aufsetzt.
„Über das Feuchte Handtuch geredet haben wir, ein kleines bisschen“, sagt Peter, betont lässig.
„Warum hat der eigentlich keinen richtigen Namen, dieser Kerl?“, fragt Winston.
„Oh, der hat einen Namen von Weltruf“, sagt Jas, „Von seiner neuen Orchesteranstellung in London mehrt er seinen Ruhm immer weiter!“
„Während er die junge Ex-Gattin in New York auf das gemeinsame Baby aufpassen lässt!“, empört sich Ray, „Hat man Worte! So ein unsteter Geselle! Ich mochte den nie.“
„Ich mochte den schon immer“, frötzelt Venkman, „Ich hatte den schon von Beginn an ganz doll lieb, so richtig doll lieb habe ich den. Hat mir Dana nochmal Revue passieren lassen, bei unserem Feierabendbier, wie sie zu dem Feuchten Handtuch zurück gerannt ist, nachdem der dicke, überarbeitete Geisterjäger ihr zu punkig wurde. Um den Bubi sogar ganz schnell mal zu heiraten und alles.“
„Und …?“, fragt Ray.
„Und was?“, Peter guckt ihn leicht genervt an.
„Und dann?“
„Und nix! War nur ein Feierabendbier, sonst nix! Sag‘ ich doch! Guckt mal, Ihr Blödhammel, wir sind da!“

EverFresh Agricultural Group, steht auf einem riesigen Schild vor einem ebenfalls riesigen, langgestreckten Betonklotz in hellgrau. Winston fährt das Ecto-1A durch den Schneeregen zwischen den vielen Zulieferer-LKWs hindurch, die in Reihe und Glied in den Ladezonen an Rolltoren stehen ...
« Letzte Änderung: 1.12.2025 | 19:05 von Schalter »

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Re: [Savage Worlds] Ghostbusters Solo Play
« Antwort #101 am: 1.12.2025 | 19:03 »
„Wahrscheinlich gibt’s hier schwebende Eierkartons und so“, sagt Peter zu Jas, während die vier den Gang hinauf laufen, hinter der aufgeregten Assistentin her, die sie in Empfang genommen hat, „Ich will nochmal Euer Neutralisierungs-Disco-Laser-Feld sehen, wie ihr das bei Orrefors aufgebaut habt, neulich! Das war toll!“
„Dann würden diesmal immerhin nur Eierschalen am Boden zerplatzen, und keine unbezahlbaren Kristallglas-Figuren!“, sagt Winston.
„Und wenn schon!“, tut Peter ab, „Schwund is’ immer! War das unsere Schuld, dass das Phantom die Skulpturen-Dinger ausgesucht hat, um sie schweben zu lassen? Wohl kaum!“
Ray sieht sich im Gehen vorwurfsvoll zu Peter um, er findet, das ist nicht das geeignete Thema, während sie der Assistentin folgen, die hört das doch alles mit an, „Setz‘ doch mal Deine Weihnachtsmütze auf, Pete!“, erinnert Ray.

Die Werksleiterin Bella Mitchell begrüßt die Eintreffenden mit lauter Stimme und kräftigem Händedruck, eine Bärin von einer Frau, im blütenweißen Arbeitskittel.
„Wir waren die letzten Male überzeugt, unsere Zulieferer wollten uns bloß einen Streich spielen! Die hätten Straußeneier mit in die Eierpaletten gesteckt, weil sie das witzig fanden.“
„Straußeneier?“, fragt Ray.
„Wir stellen ja nur wenig Ware hier vor Ort her, vor allem sind wir ja hier ein Werk für Warenumschlag, mit Zulieferern aus dem ganzen Bundesstaat! Hätten alle möglichen Witzbolde sein können, auf einem unserer Lieferanten-Höfe! … War aber nicht! Wir haben schließlich alle abtelefoniert. Keiner ist sich irgendeiner Schuld bewusst! Sie kennen das ja vermutlich: Wenn‘s rauskommt, will‘s keiner gewesen sein!“
„Sowas gibt’s bei uns nicht!“, witzelt Venkman, ausgerechnet der natürlich.
„War ja auch kein Streich! Und jetzt haben wir hier das nächste Problem, Sie verstehen, Ausbruch in den Legebatterien, Angstzustände meiner Arbeiter bei den Nachtschichten! Da kommen Sie Herrschaften wohl auf den Plan, so wie ich das sehe. Sie können sich die Legebatterien ja mal ansehen, was? Ich bin eigentlich gar nicht abergläubisch, wissen Sie. Sonst jedenfalls. Na. Wir haben die beschädigten Boxen noch nicht repariert. Von innen aufgebogen! Zumindest sieht’s so aus!“
„Oh-oh“, sagt Jas, er hat sofort geschaltet, „Sind diese Vorkommnisse zufällig immer in Nächten gewesen, wenn Vollmond war …?“
„Was weiß ich?“, sagt die große Mrs. Mitchell, „Ich sagte doch, ich bin nicht abergläubisch! Kommen Sie mal mit ins EG, ich zeig‘ ihnen den Tatort!“
„Was denkst Du, Bruder?“, fragt Winston, als sie sich in Bewegung setzen.
Jas wechselt einen Blick mit ihm, und sagt, „Ich hatte befürchtet, dass sowas passieren könnte, früher oder später! Weißt Du noch? … Horror unter dem Hühnermond!“

Was sagen die Orakelwürfel, sind hier in der Halle mit den Legebatterien noch Spuren von PKE zu messen? Diese bestätigen!

Jas schwenkt das Messgerät umher, und bekommt sofort ein Signal rein, besonders bei den zerstörten Käfigen.
„Alles total verbogen! Die sehen ja aus, als wäre da einer reingestopft worden, der viel zu groß war für einen Hühnerkäfig!“, sagt Venkman befremdet.
„Auf jeden Fall war dieser Jemand zu groß, als er rausgegangen ist!“, sagt Jas, „Eher so herum! Und ich wette, zu diesem Zeitpunkt hatte der Jemand außerdem opponierbare Daumen, um die Gitterstäbe aufzubiegen!“
In geduckter Haltung folgen Jas und Ray den Signalen, im Zickzack durch die Halle, immer den PKE-Spuren nach, die in Bodennähe verlaufen. Ein paar Arbeiter in blauen Kitteln und mit Plastikhauben gucken sie erstaunt an.

Die Orakelwürfel sagen jedoch: Anstatt den Wild Cards aufzulauern, ist der Spuk schon nicht mehr hier.

An zwei Stellen stoppen die beiden geduckt Suchenden vor den Hallenwänden, und blicken von ihren PKE-Geräten auf. Das Alu ist überzogen von brutal aussehenden Krallenspuren! Hier wollte es sich ins Freie kratzen und scharren! Jas und Ray wechseln einen alarmierten Blick. (Ray hat seine Ecto-Brille auf, und sieht dadurch umso alberner aus.)
„Martialische Telekinese?“, fragt er, aber zweifelnd.
„Vollphysische Manifestation?“, schlägt Jas vor.
In einer dunklen Ecke endet die Spur. Sie wagen sich erst dort hinein, als Winston und Peter zu ihnen aufgeschlossen haben, und ihre Positronenkollidierer feuerbereit gemacht und angelegt haben. Nervös schleichen die Sucher vorwärts, und sehen sich um.
„Hier endet das Signal!“, stellt Jas fest, „Also Dematerialisierung! Vielleicht doch kein Fall von Besessenheit?“
„Nein!“, sagt Ray, und dreht an den Linsen seines Nachtsichtgeräts, „Es ist durch den Abflussdeckel entkommen!“, und er deutet hinab, wo ein Bodengitter aus der Verankerung gerissen worden ist.


Janine und Louis haben derweil im Hauptquartier einen Berg aus Akten auf Janines Schreibtisch ausgebreitet, und ordnen Unterlagen in verschiedene Stapel.
„… Siehst Du, nach diesem System ist das alles überhaupt kein Zeitaufwand, das reinste Zuckerschlecken eigentlich!“, sagt Louis gerade.
„Ja, die reine Freude, kann mich kaum einkriegen!“, entgegnet sie.
Er schaut auf und lächelt sie vergnügt an — er hat schon wieder ihre Ironie nicht kapiert! (Obwohl es in Tribeca wahrscheinlich niemanden mit mehr Ironie in der Stimme gibt als Janine Melnitz, jedenfalls sagen ihr das ihre Freundinnen immer!)
Janine steckt achtlos einen der alten Lieferscheine in den Aktenvernichter, der ein malmendes Rascheln ausstößt. Louis wirbelt auf der Stelle herum, und wirft defensiv die Hände in die Höhe, lässt dabei seine losen Blätter fallen, die um ihn herum durch die Luft flattern.
„Nanu“, macht Janine mit einem hochgezogenen Mundwinkel, „Die Terror-Hunde sind doch heutzutage ausgestorben! Was bist denn Du so schreckhaft?“
„Ach Du liebes bisschen! … Na ja: Der Hausgeist ist wieder am Umgehen!“, sagt Louis, „Es zerrt an meinen Nerven, es macht sich immer nur bemerkbar, wenn Ihr anderen nicht da seid! Mich ignoriert es irgendwie einfach, ist ihm schnurz, ob ich da bin oder nicht. Es glaubt dann wahrscheinlich, es kann sich ungestört umgucken, es scheint nach irgendwas Bestimmtem zu suchen! Und es glaubt, es kann nebenher heimlich irgendwelche Reste verputzen, von den ganzen Fressalien, die die Jungs immer rumliegen lassen!“
„Hausgeist! Das ist doch kein Hausgeist. Das ist wahrscheinlich nur das kleine, grüne Ekelpaket, das die Jungs im Sedgewick gefangen haben. Ich hatte es einmal fast gekriegt!“
„Du hast es gejagt? Etwa hier im Gebäude?“, fragt Louis verblüfft.
„Ja was glaubst denn Du? Es hatte mich frontal angeschleimt! Geradezu abgeknutscht, total widerlich! So ähnlich wie Venkman vorher, da im Sedgewick. Monatelang war ich auf Rache aus. Hatte ihm sogar eine Geisterfalle höchstpersönlich reserviert.“
„Und Du hast Dich nie gerächt?“
„Bisher, Louis. Bisher.“
„Oh, wow. Hätte Egon es Dir nicht vom Hals schaffen können?“
„Der? Das hätte ich schon selber gekonnt! Wie kommst Du überhaupt auf den?“
„Na ja, äh, der war doch damals Dein … äh, nach dem, was Dr. Elliott so sagt, wart Ihr doch …“
„Wir waren nicht lange zusammen. Und um sowas wie persönliche Vendettas konnte ich mich auch da alleine kümmern, schönen Dank auch. Spengler und ich sind beide gleichzeitig eingestiegen ins Geisterjagen. Dies sind die modernen Achtziger! Selbst ist die Frau, kapiert?“
„Ja, ähm. … Und was ist, wenn’s ein anderer Hausgeist ist?“
„Schon möglich. Ein Überbleibsel von unserem ursprünglichen Verbannungscontainer, den Peck auf dem Gewissen hat.“
„Da könnte noch was raus gefleucht sein, das seitdem immer noch hier ist? Irgendwo in den Wänden, oder hinter dem Putz, oder unter der Fußmatte?“
„Klar. Oder aus einigen der ganzen Proben und Fundstücke, die wir hier manchmal anschleppen, die sind teilweise auch irgendwie psycho-dings. Psychokinetisch.“
Phil kommt die Treppe herab geschlurft, seine Kaffeetasse in der Hand, sein Wirtschaftsmagazin und die Times unter dem Arm.
„Unter der Fußmatte!“, bemerkt er, „Sieh‘ bloß zu, dass Du sowas hier weggesaugt kriegst, Janine! Ich will nicht, dass irgendwas hier im Gebäude großartig zu spuken anfängt! Dafür bezahlt uns nämlich keiner!“
„Was gab’s da denn zu lauschen, Phil!“, meckert Janine.
„Hab‘ nichts gehört, was Ihr da so geredet habt!“, beteuert er mit großer Gelassenheit, und schenkt sich Kaffee nach.
„Vielleicht ist das Phil, dieser vermeintliche Hausgeist, den Du da manchmal zu hören glaubst, Louis!“, spöttelt sie, „Der raschelt da oben mit seinem Zeitungspapier, total spukhaft!“
„Haben Du und Egon überhaupt je geknutscht?“, haut Phil plötzlich raus (er hat von der Treppe aus offenbar doch mehr mitgehört).
„Natürlich haben wir das!“, stellt Janine fest, und stemmt energisch die Hände in die Hüften, „Was glaubt denn Ihr? Ich war immerhin um ein Haar mal Abschlussball-Königin, und ich kriege, was ich will, wenn ich überhaupt mal was will!“
„Hab‘ mich immer wieder mal gefragt …“, sagt Phil mit einem lapidaren Schulterzucken.
„Du interessierst Dich doch nur für unsere Einnahmen!“, schnaubt sie, „Ich hatte mit Egon sogar eine ziemlich gute Sache am Laufen. Damit Ihr's nur wisst. Zwischendurch war ich mir sicher, dass ich ihn hingebogen kriegen würde. Und dann, na ja, Schwamm drüber.“
„Schwamm drüber?“, fragt Louis unsicher.
„Klar, kalter Kaffee!“, knurrt sie, „… Gut, dass er jetzt seine gesichtslosen Studentinnen hat, da an der Universität, wie diese eine japanische Barbiepuppe, da kann er sich anhimmeln lassen, und alles bleibt schön unverbindlich, und nebenbei forscht man gemeinsam neunmalklug an irgendwas rum.“
„Louis, schau‘ direkt mal unter der Fußmatte nach, bevor Du heute gehst!“, kommandiert Phil, als er zur Treppe zurückgeht, „Das brauche ich nicht, dass hier ein Kunde reinkommt, und dann gibt’s da glitschige Geisterkotze oder so, oder die Matte bewegt sich, und irgendeiner rutscht da drauf aus, gegen sowas sind wir sowas von nicht versichert, Leute!“
„Geht klar, Chef, mach‘ ich! Verlass‘ Dich auf mich!“, sagt Louis eifrig, die Herausforderung ist offensichtlich akzeptiert.

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Re: [Savage Worlds] Ghostbusters Solo Play
« Antwort #102 am: 14.12.2025 | 14:12 »

1986 ist der Weihnachtsmarkt am Union Square noch etwas weniger groß und kommerziell, da kann man vertrauliche Gespräche führen ...


Dana und Peter gehen gemeinsam über den Weihnachtsmarkt am Union Square. Dana hat Oscar auf dem Arm, er sieht ein bisschen aus wie ein Astronauten-Baby, findet Peter, so dick eingepackt wie er ist.
„Was hat die Polizei denn nun zu Jas und Ray gesagt?“, will Dana wissen, „Ihr habt aber keine Namen genannt, richtig?“
„Ach, die. Nee nee, alles schön diskret. Die haben daraufhin ihre Akten gewälzt, und uns gesagt, dass man auf offiziellem Weg nichts für Dich tun kann. So ohne weiteres nicht. Oberflächlich betrachtet ist er nämlich blütenrein, unser Freund Johnny! Die haben den gecheckt. Die meinen, Du könntest es auf gut Glück versuchen, Strafanzeige zu stellen, so von wegen Einschüchterung, Verschwörung, Schlachmichtot.“
„Auf gut Glück? Mit meinem Glück scheint es leider nicht weit her zu sein! Sonst würde ich wohl kaum wieder in solch einer Tinte sitzen.“
„Jedenfalls ist Johnny ja nicht komplett doof, der hat Dir gegenüber ja nur unter vier Augen seine konspirativen Andeutungen gemacht! Kann er locker alles wieder leugnen, die kleine Ratte. Wenn einer den dazu bringen kann, von selbst auszupacken, dann könne man den richtig drankriegen, sagen die Bullen. Aber dazu bräuchtest Du so 'ne Art Genie als Anwalt.“
„Toll! Ihr könnt mir ja Louis ausleihen!“
„Nee.“
„Sagtest Du nicht, der habe Euch erfolgreich verteidigt?“
„Hör’ doch mal auf! Für die Witze bin ich hier zuständig! … Ich will vor allem sichergehen, dass Du Abstand nimmst von diesem Plan, den Spieß umzudrehen.“
„Der Plan steht, Venkman. Geht jetzt in die heiße Phase. Ich wollte nur wissen, ob Eure Polizei-Connections noch was gebracht haben, dann hätte ich nochmal erwägt, legal vorzugehen. … Oh, guck‘ mal, die sind niedlich“, sagt sie, und bleibt an einem Stand mit bunten Kerzen-Skulpturen stehen. Sie zeigt Oscar einige davon, der angeregt mit dem Finger darauf deutet.
Peter guckt seine Ex von der Seite an. Er kennt sonst niemanden, der so schlagartig von Kaltschnäuzigkeit zu Warmherzigkeit umschalten kann. Und Janine sagt über ihn, er sei der Schizophrene!
Im Weitergehen sagt er halblaut, „Okay, ich bin dabei.“
„Bei was?“
„Sieht ja doch so aus als würdest Du nicht lockerlassen! Du willst Johnny Arschhaar an den Kragen, Du machst Ernst, das redest Du nicht nur so dahin. Ich kenn‘ diesen Gesichtsausdruck. Also …“
„Also was?“
„Also bin ich dabei. Ich helf‘ Dir. Aber die Jungs dürfen nichts davon erfahren. Die sind zu sehr Weicheier, vor allem Ray.“
„Haltet Euch da raus, wie oft soll ich’s noch sagen? Im Ernst, Peter, Ihr habt Eure Firma endlich wieder zum Laufen gebracht! Du riskierst das doch jetzt nicht, um mit mir gemeinsam ein Ding zu drehen.“
„Doch. Lass‘ uns ein Ding drehen.“
Sie schüttelt den Kopf über so viel Bockigkeit.
„… Vielleicht komme ich auf Dich zurück, wenn einer meiner Jungs abspringt“, räumt sie dann ein, „Aber nur wenn’s nicht anders geht.“
„Du brauchst mein Know-How sowieso. Was, wenn Du es falsch anstellst? Was ist dann mit Deinem Job am Museum?“, fragt er.
„Ich fliege nicht auf.“
„Und wenn doch? Zurück zu Deinen Eltern, mit Oscar im Gepäck? Zu Kreuze kriechen, oder was?“
„Niemals. Außerdem geht das nicht. Ich habe vor der Familie so ziemlich mein Gesicht verloren, weißt Du.“
„So? Ich dachte eigentlich, die feinen Herrschaften hätten mächtig aufgeatmet, als Du mich tumben Klotz endlich fallen lassen hast!“
Dana schüttelt den Kopf, „Ach was, das war es nicht, Du bist doch Prominenter. Nein. Nathalie wirft mir vor, ich sei eigentlich noch zu jung für die Mutterschaft. Und zu unverantwortlich! Geschieden mit Dreißig! Darüber hinaus ist es in Augen meiner Familie nun einmal eine Schande, dass es nun keinen Vater mehr für das Kind gibt.“
„Ich hätte sein Vater sein sollen.“
Sie wendet sich ihm zu, und zieht die Augenbrauen hoch, „Du, Venkman? Du bist doch selber ein zu groß geratener Junge!“
„Umso besser. Dann kann Oscar mal mit 'nem großen Jungen spielen.“
„Du hättest ihm Deine unsägliche Punk-Musik vorgespielt. Du hättest ihn insgesamt zu einem Rüpel erzogen.“
„Ich, ihn? Zu einem Rüpel?“
„Als Experiment.“
„Experiment?“
„Um zu sehen, was passiert, ja. Weil Du’s witzig gefunden hättest. … Brauchst es gar nicht zu leugnen! Ich sehe das auch jetzt, an Deinem blöden Grinsen!“
„Dabei hat er von beiden Eltern einwandfreie Konzertisten-Gene, was? Musikalität, Taktgefühl, Absolutes Gehör, der vollendete Stammbaum!“
„Sehr richtig.“
„Stell‘ Dir also vor, was er Virtuoses mit Punkrock und Heavy Metal anstellen könnte, wenn man ihn rechtzeitig da ran führt! Wahrhaft Virtuoses!“


Wie sieht’s denn aus mit Danas Plan? Ursprünglich will sie Janosz kurzerhand zu einem Gespräch zwingen und ausquetschen wie eine reife Pampelmuse. Ist nur die Frage, ob die Umstände das zulassen. Am Museum geht das nicht, da hat er überall seine Augen und Ohren platziert. Was generieren die Zufallstabellen denn über ihn? Gibt es laut den Orakeln einen Ansatzpunkt, mit dem man ihn drankriegen kann?

Fragen wir mal die Tabellen Character Role und Character Goal aus dem One Page Solo Engine. Die sagen uns, Janosz Poha sei in unserer Version der Geschichte ein ‚Mystic who wants to Create‘. Das ist so ziemlich genau das, was er in der Filmvorlage auch ist. Da will er allerdings vor allem dienen, weniger erschaffen. Was soll denn da kreiert werden? Die Tabelle Topic sagt dazu, ‚Allies‘. Mit anderen Worten ist unserer Version von Janosz Poha allem voran daran gelegen, sein Netzwerk aus Alliierten aufzubauen — die Geisterbeschwörung ist für ihn demnach nur Nebensache, ein Mittel zum Zweck.

Es gibt dann doch bestimmt regelmäßige Treffen zwischen ihm und den Litvinovs, wo man lauschen kann! Wir schicken denen unseren neuen Verbündeten Jimbo Henderman auf den Hals, den kennt er noch nicht! An den kommt Dana über Peter ran. Jimbo ist gerne bereit, sich kurz mal bei irgendwelchen Saftsäcken einschleusen zu lassen, sowas ist schließlich sonst auch sein Ding!


Soundtrack: David Holmes, Let's Get Jiang
https://www.youtube.com/watch?v=Liy5z9pfuJw



Das exklusive Carlyle Rosewood Hotel


Dana und Peter sitzen in Peters alter Karre, in einer unauffälligen Parklücke gegenüber dem nächtlichen Carlyle Hotel in der 35 East 76th Street, in der Upper East Side. Der Eingang ist hell erleuchtet. Sie sehen dort ihren Mann, Jimbo Henderman, in seinem alten Trenchcoat, wie er gerade gewinnend auf den Türsteher einredet.
„… Immerhin ist der Gammel-Hippie heute Abend in Hemd und Jackett!“, kommentiert Peter unwirsch.
„Oh, Modetipps von Peter Venkman! … Glaubst Du, er schafft es an dem Portier vorbei?“, fragt Dana aufgeregt.
„Jas sagt, dieser Henderman ist ein astreiner Laberkopf, der kommt überall rein!“

Wollen wir doch mal sehen, ob das stimmt: Die Orakelwürfel kullern, und sagen, wenn auch knapp, Jimbo schafft es!

Der Journalist verschwindet also wenig später guter Dinge im Hotel. Ein junger Mann mit Spiegelsonnenbrille kommt direkt daraufhin wie beiläufig an Danas Fahrerfenster vorbei geschlendert. Sie kurbelt es einen spaltbreit runter.
„Brauchen Sie uns noch?“, raunt der junge Mann.
„Plan A hat überraschend funktioniert!“, antwortet Dana ihm leise, „Aber haltet Euch erstmal noch in der Nähe. Vielleicht kommt Euer Einsatz doch noch.“
„Wir stehen da hinten!“, nickt die Spiegelsonnenbrille, „Wir lassen den Motor laufen. Für alle Fälle, wenn’s schnell gehen muss und so!“
„Das lasst Ihr schön bleiben“, mischt sich Peter ein, „Viel zu auffällig, mit laufendem Motor, was soll das sein, ein Ganovenfilm? Dana sagt Euch schon rechtzeitig Bescheid, bevor ‚Codename: Arschhaar‘ das Gebäude verlässt. Jetzt Abgang, Kumpel.“
Als sie wieder allein sind miteinander, wechseln sie einen Blick.
„Du brauchst nicht meine Jungs herumzukommandieren“, rügt Dana, „Denk‘ dran, Du bist eigentlich gar nicht hier!“
„Stimmt, bin ich eigentlich gar nicht! … Beinahe ein bisschen scheiße, dass Jimbo da reingekommen ist. Ich hätte mich so darauf gefreut, zuzugucken, wie Deine Bengels Johnny in ihr Auto schubsen. Stell‘ Dir vor, kurz darauf hebt sich der Kofferraumdeckel, und das erste, was er sieht, sind unsere Gesichter. Auf irgendeinem dusteren Industrie-Hinterhof!“
„Aber das hier ist nicht irgendein Witzfilm oder Krimi, wie Du selbst schon sagt. Wenn wir ihn entführen müssen, dann geraten wir richtig tief rein.“
„Ich hab‘ alles im Griff, wenn’s so weit kommen sollte. Keine Sorge“, sagt Peter und schlürft die Reste aus seinem Milchshake-Becher.
„Ach, komm. Tu’ nicht so. Sowas Dolles hast Du auch noch nie gemacht!“
„Halt’ Dich an mich, dann passiert Dir nichts! Einmal ist immer das erste Mal.“
„Ja, sei‘s drum! Heute Nacht machen wir, was gemacht werden muss!“, raunt Dana durch gefletschte Zähne.
„Du bist wunderschön, wenn Du diabolisch und kriminell bist! Küss‘ mich!“
„Träum‘ weiter! Wir müssen uns konzentrieren! Die Wetteinsätze sind hier verdammt hoch.“
„Und so soll‘s ja schließlich auch sein!“, nickt er zufrieden, und schaut mit einem breiten Lächeln durch die Windschutzscheibe in die Nacht.

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Re: [Savage Worlds] Ghostbusters Solo Play
« Antwort #103 am: 14.12.2025 | 14:43 »
Egon, Jas, und Ray stehen in der Dunkelkammer der Feuerwache im künstlichen Halblicht, und ziehen nach und nach die Fotos aus dem Wasserbad, die Jas im Museum geschossen hatte. Sie sind alle drei ziemlich aufgeregt. Schon die ersten Anläufe haben klar darauf schließen lassen, dass das Ölgemälde kein durchschnittliches, psychokinetisches Relikt ist.
„… Was immer Johnny uns da angeschleppt hat“, sagt Jas mit fasziniertem Grinsen, „er ist hier auf Gold gestoßen! Ob er selbst es nun wusste, oder nicht!“
Durch die Kirlian-Fotografie werden die elektromagnetischen Auren sichtbar, überall um die brutale Fresse von Vigo dem Karpathen herum. Jedes der großformatigen Fotos an der Wäscheleine vor ihnen zeigt andere Variationen, bringt andere Details zum Vorschein.
„Tatsächlich“, bestätigt Egon, die Lupe in der Hand, „Multiplanare Kirlian-Emanationen.“
Vigos dämonisches Starren scheint durch das Vergrößerungsglas auf sie zu fallen. Ray läuft ein Schauder über den Rücken.
„Sowas habe ich bisher noch nie gesehen“, ergänzt Egon, „Seht mal, hier. Der Farbauftrag ist äußerst dick. Ich vermute eine zweite, verborgene Farbschicht unterhalb der ersten an der Oberfläche.“
„Wir müssten das Gemälde röntgen!“, sagt Stantz.
„Wir sollten versuchen, es von der Polizei für uns beschlagnahmen zu lassen!“, sagt Elliott, „Hardemeyer kann doch nicht gegen alles was wir machen dagegen sein, mal muss der ja auch mal ein Einsehen haben und uns mal unter die Arme greifen!“
„Wir können ihn ja mal fragen, wenn wir demnächst wieder zum Essen bei ihm eingeladen sind!“, schnaubt Ray.
„Auf diesem Abzug hier scheint das Kirlian-Bild nicht das Portrait selbst zu zeigen, seht Ihr?“, sagt Jas, und deutet auf den letzten Abzug in der Reihe, „Sondern … tatsächlich ein verborgenes Bildnis darunter.“
Egon sagt, „In der Tat … Die elektromagnetischen Auren formieren etwas anderes … Eine Art Landschaft ...“
„Ja, stimmt! Aber keine Landschaft, eher ein Flusslauf!“, nickt Jas.
„Das kenne ich ...!“, raunt Ray, „Das habe ich schon einmal in Wirklichkeit gesehen!“
Beide schauen ihn an.
„Als ich wie ein Wurm am Haken unter der First Avenue gebaumelt bin. Es ist der Strom aus Schleim.“
„Eine verborgene zweite Farbschicht stellt etwas dar, das erst 386 Jahre später geschehen wird?“, fragt Egon, „Das würde von einer wirklich phänomenalen Hellsichtigkeit des Malers Zeugnis ablegen.“
In diesem Moment entflammt einer der Abzüge nach dem anderen in spontaner Selbstentzündung. Die drei Forscher schrecken zurück, als Hitze ihnen entgegen schlägt. Die Fotochemikalien brennen natürlich wie Zunder! Über den Aufschreien hört man nicht das leise Klicken, als das Türschloss der Dunkelkammer sich telekinetisch von selbst verriegelt.


Dana und Peter stehen um halb ein Uhr früh um einen Stehtisch in der halbdunklen Regency Bar, in der nahen Park Avenue, mit Jimbo Henderman. Der Fusselbart redet drein, als sei sein Einschleichen im Hotel überhaupt nichts besonderes gewesen für ihn.
„… Euer Janosz Poha, der ist alles andere als kontaktscheu! Obwohl er ja nicht so wirkt, mit seinem verschrobenen Gefasel und dem beknackten Dialekt und allem. Aber wenn man für den was aus dem Hut zaubert, sagen wir mal, mögliche neue Connections für ihn aus der Stadt, dann schnappt der sofort zu!“, erklärt Jimbo gerade fröhlich.
Dana fragt, „Und Du hast so getan als würdest Du Janosz und die Litvinovs mit so jemandem bekannt machen wollen?“
Jimbo nickt selbstzufrieden, „Ich habe denen gesagt, ich bin losgeschickt worden von Niles Fernstrom. Eurem Konkurrenz-Parapsychologen.“
„Diese Schlaftablette!“, kommentiert Peter.
„Was sollten die drei denn mit dem wollen?“, will Dana wissen.
„Wie sich herausstellt, wollen die so einiges mit dem, Leutchen!“, sagt der Rechercheur und schlürft an seinem Drink, „Und ich würde so weit gehen, dass die Litvinovs auch die Ghostbusters auf ihrer Seite haben wollten, wenn sie nicht wüssten, dass da unvereinbare Interessen im Spiel sind. Ganz so klang das vorhin! Diese Ivanka hat durchscheinen lassen, dass es ein informelles Treffen mit Stantz, Spengler, und Elliott gab vor einiger Zeit. Die wollten natürlich ursprünglich nur über die Geisterjäger an Sie ran, Miss Barrett. Aber wenn nebenher eine Kooperation auch mit Ihrer Firma, Venkman, rausgesprungen wäre, hätten die doch Luftsprünge mit Dreifachsalto gemacht! Darum sind die jetzt heiß darauf, ersatzweise mit Niles Fernstrom Küssdiehand zu spielen.“
„Und mit der Foundation!“, zischt Dana verschüchtert.
Henderman wiegt unschlüssig den Kopf, „Nee, der Verdacht scheint sich nach wie vor nicht zu bewahrheiten. Die wollen ein lecker‘ Süppchen kochen mit allen Spiritisten und Parapsychologie-Heinies dieser Stadt. Nur nicht mit den Ghostbusters, und der Shandor Foundation!“
„Mit welchem Ziel?“, fragt Dana.
„Dafür bräuchte ich noch ein paar Anläufe, Miss“, sagt Henderman schulterzuckend, „Noch fressen die mir nicht komplett aus der Hand. Ich kann bisher sagen: Die Litvinovs haben Janosz Poha und ein paar andere aus dessen Sippe hier platziert, und vor Kurzem in Aktion versetzt. Der soll irgendwas im Manhattan Museum of Arts für sie bewerkstelligen. Von Ihnen, Miss Barrett, wurde da zwar nicht gesprochen, aber man konnte es Dr. Poha an der Nasenspitze ansehen. Es wurde irgendwas gesagt von wegen, ‚Gebetsmühlen der Verehrung seien in Gang gesetzt worden‘. Ziemlich schauerlicher Hokuspokus! Wenn die fertig sind, wollen sie ihr stadtweites Netzwerk aufgebaut haben. Nur fragt sich: Geht’s diesen Spinnern um das Museum selbst?“
„Numerologie“, sagt Dana grimmig, „Und darum, was ins Museum gebracht wurde.“
„Aber was wollen die mit Dana?“, verlangt Peter zu wissen.
„Bisher nur im Auge behalten!“, sagt Jimbo, „Es geht ihnen offensichtlich um die Barretts.“
„Der Kram mit der Ahnenforscherei …“, sagt Peter, „Dann war das nicht nur vorgeschoben?“
„Scheinbar nicht“, sagt Jimbo schulterzuckend und leert sein Glas, „Hey, wer zahlt eigentlich die Drinks, machen Sie das? Dann nehme ich noch einen!“


Winston hat mit einem Feuerlöscher die Tür der Dunkelkammer zu Kleinholz geschlagen und den Brand gestoppt. Die Gesichter der vier sind immer noch leicht rußverschmiert, und ihre Augenbrauen sind angesengt, als sie in der Fahrzeughalle sitzen. Der Schreck lässt langsam nach.
„… Wisst Ihr, was das alles hier bedeutet, Leute? Das bedeutet, wir haben die Aufmerksamkeit des Gemäldes auf uns gezogen!“, sagt Ray etwas matt, „Und nun will es uns ebenfalls an den Kragen!“
„Im Gesamtkontext sollte uns das nicht übermäßig überraschen“, kommentiert Spengler ungerührt, „Ihr seid da im Museum viel zu unvorsichtig vorgegangen, geradezu wie Schulbuben!“
Ich war auch dabei, Du Nase“, grummelt Janine.
„Und ein Schulmädchen also!“, grinst Jas.
Winston sagt mit Bestimmtheit, „Dann sind wir jetzt also im Zugzwang! Wir rücken aus in die Tunnels, und packen das Übel an der Wurzel. Und zwar auf der Stelle, bevor Vigo, dieses dahin geschmierte Strichmännchen, sowas nochmal versucht!“
Janine sagt, „Meinetwegen, aber das Kanalisationssystem ist groß. Wo sollen wir da anfangen?“
„Wir müssen zu diesem Zeitpunkt noch mit Spekulationen weiterarbeiten“, sagt Egon, „Aber es gibt denkbare Ansatzpunkte.“
„Spekulationen? Ihr wollt sagen, Ihr ratet schlicht und einfach, wo wir nachgucken müssen?“, fragt Winston mit amüsiertem Lächeln.
Egon kommentiert, „Es ist eine sehr präzise durchgerechnete Spekulation“, und er zieht auf Mister-Spock-Art eine Augenbraue hoch.
„Also, wo führt die Schleimspur hin?“, will Janine wissen.


Soundtrack: Simple Minds, Ghost Dancing
https://www.youtube.com/watch?v=6XtRoVofo8A

Dana und Peter sind nicht gerade wenig beschallert von ihren Drinks, als sie auf der kleinen Tanzfläche der Regency Bar stehen. Wenn Jimbo Henderman eins kann, mal abgesehen von seinen Recherchen, dann ist das Saufen, und andere zum Mitsaufen animieren!
Die beiden tanzen gerade eine Art wilden Freistil-Rumba, wahrscheinlich etwas zu unkonventionell für die schick angezogenen Gestalten um sie herum, aber die sind im Alkoholrausch sowieso eher nebulös zu sehen. Sie umgeben die beiden wie eine unwirkliche Kulisse. They‘re all gone, just ghost dancing, schallt der Popsong aus den Lautsprechern.
Peter findet seine Moves jedenfalls trotz allem äußerst präzise. Danas sind es objektiv tatsächlich. Sie lächelt kaum, ihr Gesicht ist die meiste Zeit ernst. Das war früher schon so — bei Dana Barrett sieht Tanzen aus, als sei es eine äußerst ernsthafte Angelegenheit, obwohl sie sich dabei amüsiert. Heute Nacht muss jedenfalls eine Menge Anspannung raus, und da scheint diese kleine Tanzfläche hier gerade recht zu kommen.
„Lustig mit Dir!“, sagt Peter irgendwann an Danas Ohr. Ihre schwarzbraunen Locken haften dabei an seiner Wange.
„Ja, wir müssten eigentlich viel mehr Straftaten miteinander planen!“, sagt sie an sein Ohr, „Wenn das beinhaltet, dass wir hinterher tanzen gehen!“
„Ach, Dana!“, sagt er, „Das ist ehrlich gesagt genau die Art von Frohsinn, die ich bräuchte, um so langsam mal wieder zurecht zu kommen!“
„Sag’ Bescheid, ob es klappt!“, lacht sie, „Du kannst ja dann irgendwann bis zum Jahr 2000 bei mir durchklingeln, wenn es hinhaut mit dem Frohsinn! Oh, hör‘ mal, was da läuft ist ‚Ghost Dancing‘, genau unsere Thematik, was?“
„Lenk’ nicht ab. Warum soll ich nicht jetzt gleich bei Dir durchklingeln?“, fragt er.
„Ja, warum eigentlich nicht?“, kichert sie, nimmt sein Gesicht zwischen die Hände und küsst ihn. Sie stehen auf der Tanzfläche und knutschen zu den Klängen der Simple Minds. Die feinen Damen und Herren Clubgäste machen in ihrem Weitertanzen einen Bogen um sie, und scheinen womöglich Anstoß an ihrer Knutscherei zu nehmen. Was es zugegebenermaßen noch besser macht.

Die Stadt ist mit ihren Lichtern wie weichgezeichnet vorbei gezogen, blassblau und violett.
Kaum sind sie in Peters Apartment angekommen, klingelt sein Telefon.
„Wer kann das sein?“, fragt sie, „Es ist zwei Uhr morgens!“
Er räumt unordentliche Klamotten von der Couch, damit dort genug Platz zum Sitzen ist und sieht Dana an, „Untersteh‘ Dich, dran zu gehen!“
„Vielleicht aber ein Notfall?“
„Das können nur die Jungs oder Janine sein! Aber ich habe heute keine Schicht, habe ich doppelt gecheckt!“
Abermals knutschend landen sie auf dem alten Ledersofa.


„Venkman geht nicht ran!“, sagt Ray besorgt, „Dabei wäre es gut, ihn dabei zu haben dort unten!“
Jas nickt übertrieben ernsthaft, während er Egon das Giga-Meter rüberreicht und seinen eigenen Ausrüstungsgürtel festzieht, „Ja, es könnte beispielsweise eine neue Brutwoge in der Manhattaner Kakerlakenpopulation sein, auf die wir heute Nacht stoßen! Das würde er doch nicht verpassen wollen! Damit hättest Du ihn bestimmt überzeugen können!“
Ray schnallt die Ironie nicht, und sagt nickend, „Ich ruf‘ nochmal an.“
„Wir sind genug Geisterjäger für das bisschen Kakerlaken dort unten!“, sagt Janine, und zieht energisch den Reißverschluss ihrer Uniform hoch, „Los jetzt!“

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Re: [Savage Worlds] Ghostbusters Solo Play
« Antwort #104 am: 30.12.2025 | 10:36 »
Advances:
Mittlerweile haben die meisten Wild Cards wieder genug EXP zusammen für ihren nächsten Advance. Hier müssen mal ordentlich Skill-Würfel erhöht werden:
Dana: Athletics ➜ W8 & Research ➜ W8
Egon: Notice ➜ W6 & Repair ➜ W6
Janine: Notice ➜ W8 & Shooting ➜ W6
Jas: Persuasion ➜ W8 & Science ➜ W10
Peter: Shooting ➜ W8
Ray: Athletics ➜ W6 & Electronics ➜ W6
Winston: Athletics ➜ W8 & Driving ➜ W8


Bevor die Action weiter an Fahrt aufnimmt, mache ich noch schnell Phil Crouchers Trade-Wurf, um die zurückliegenden Wochen der Geschäftsneuaufnahme zu managen. Trotz seines frisch gesteigerten W10 fällt (wie bisher üblich) nur ein regulärer Erfolg. Mit anderen Worten steckt er der Firma vorläufig nur kurzfristige Ziele und ist darauf bedacht keinerlei Wagnisse einzugehen — Phil glaubt an diese ganze Unternehmung im Grunde nach wie vor nur deswegen, weil er schnelles Geld machen will; das ganze Forschen und Weltretten erscheint ihm eher wie ein allzu riskantes Glücksspiel. (Wir werden aber natürlich bald sehen, wie er sich dabei erneut täuscht …!)


Vier Strahlen von leistungsstarken Taschenlampen tasten sich dahin, durch dicke, staubverkrustete Spinnennetze, und an alten Stützbalken vorbei. Schotter knirscht unter dicken Gummisohlen. Die vier Erforscher tragen signalgelbe Regenjacken über ihren khakifarbenen Ghostbuster-Arbeitsoveralls, Bauhelme, und dicke Gummistiefel statt ihren sonst üblichen Kampfstiefeln. Egon hat das Giga-Meter im Anschlag, Jas das PKE-Gerät. Sie wären aber natürlich nicht so doof gewesen, ohne ihre Päckchen hier runter zu steigen, in die Kanalisationstunnels! Was die Rucksack-Einheiten betrifft, bietet die Truppe heute Nacht einen ungewohnten Anblick.
„Geht’s mit dem Gewicht, Zeddemore?“, fragt Ray halblaut.
Er und Winston tragen heute keine Protonenpacks, sondern experimentelle, neue Gerätschaften, die aus mehreren zylindrischen Tanks bestehen, dicken Schläuchen, und einem Hochdruck-Spritzkopf. Durch kleine Sichtfenster sieht man den Füllstand in den Tanks schwappen — eine leuchtend rosa Substanz, durch die sich violette Schlieren ziehen. Manchmal steigen ominöse Blubberblasen darin auf.
„Klar geht das, hab‘ ja immer schön mein Müsli gefrühstückt“, sagt Winston grimmig, „Aber ehrlich gesagt hätte ich lieber mein Protonenpack mit dem Supercharger auf! Da weiß ich, was ich habe!“
„Du darfst eben nicht dran denken, wo das Zeugs herkommt, haben wir Dir doch schon gesagt, Bruder! Wenn Rays und Egons Theorie stimmt, und dieser neue Prototyp funktionieren sollte wie erhofft, eröffnet uns das zukünftig ganz neue Möglichkeiten des Geisterjagens!“, erinnert Jas, und dann hebt er das PKE-Gerät noch höher und sagt, „Heißa Du Fröhliche, ich hab‘ hier schon ein klares Signal! Was sagt das Giga-Meter, Spengs?“
„Schön, dass ich das Versuchskarnickel bin bei diesen ‚ganz neuen Möglichkeiten des Geisterjagens‘!“, muffelt Winston noch halblaut, und justiert einen Schulterriemen des Rückentanks nach.
Egons tiefe, monotone Stimme antwortet Jas, „Wir nähern uns zweifelsohne der Signalquelle. Hier unten ist definitiv irgendetwas — und es ist dynamisch, und zunehmend agitiert.“
„Bäh! Finster, feucht, stinkig, eklig, klaustrophobisch!“, zischt Janine angewidert, sie hält bereits ihren Protonenstrahler im Anschlag, „Und jetzt auch noch agitiert, pfui Spinne …!“
Ray fragt besorgt, „Willst Du lieber zurück nach oben, Janine? Du kannst das Boden-Team sein, und uns mit dem Einsatzwagen folgen … Noch sind wir nicht allzu weit gelaufen ...“
„Quatsch mit Soße!“, kontert Janine, „ich hab‘ das hier voll im Griff. Boden-Team, mein Arsch!“
„Das war jetzt aber nicht sehr damenhaft, Frau Kollegin!“, grinst Jas, den Blick auf die Anzeige seines Messgeräts geheftet.
„Phil bezahlt mich auch nicht, um höflich zu sein!“, knurrt Janine.
(Keiner traut sich zu widersprechen, obwohl Phil ihrer aller Meinung nach Janine Melnitz buchstäblich dafür bezahlt, höflich zu sein, zumindest, wenn sie Schicht als Telefonistin hat!)
„Wir erreichen an der Abzweigung dort vorne den Bereich, der parallel zu den versiegelten Tunnels des Pneumatischen Transitsystems verlaufen muss!“, sagt Ray aufgeregt, „Jetzt gilt’s! Augen und Ohren aufgehalten, nach allen Anzeichen des Romantik-Schleims! Alles klar? … Höre ich da bereits ein merkwürdiges Glucksen hinter den Wänden?“
„Das ist wahrscheinlich nur mein rebellierender Mageninhalt, Alter!“, witzelt Zeddemore halblaut.


Wir machen uns (anstatt uns direkt an der Filmszene aus der Vorlage entlang zu hangeln) hier mal an eine Battle Map! Ich verwende dafür die Kanalisations-Segmente aus dem Brettspiel-Set World of Smog: The Embassy. Auf jedem neu betretenen Segment muss eine Erkundungs-Karte vom Pokerdeck gezogen werden:

Erkundungs-Tabelle: Kanalisation
2-3 — Grabesstille. Nichts geschieht.
4-6 — Spukvision. Wurf gegen Nausea für alle Wild Cards.
7-10 — Begegnung. Ziehung auf der Begegnungs-Tabelle.
Bube-Dame — Schleim-Barriere. Hardness 16 (Schleimsprenger-Würfe: +4).
König-Joker — Schleimpfütze für Probennahme.

Begegnungs-Tabelle: Kanalisation
2-4 — Mood Plasms (♣️=1, ♦️=2, ♥️=3, ♠️=4)
5-6 — Dreier-Mood Plasm
7-8 — Mood Tentacles
(rote Karte = 1; schwarze Karte = 2)
9-10 — Spectre (rote Karte = 1; schwarze Karte = 2)
Bube-Dame — Werechickens (rote Karte = 1; schwarze Karte = 2)
König-As — Melting Pot (1).
Joker — Zwei Begegnungen von dieser Tabelle gleichzeitig.


Als Zwischengegner treffen die Ghostbusters im schlimmsten Fall hier unten auf den Melting Pot.
Melting Pot
Class IV Free-Floating Ectoplasmic Entity; an amalgamation of specters, moving around as a mass of pink slime
Attributes: Agility d6, Smarts d4, Spirit d6, Strength d12, Vigor d10
Skills: Athletics d6, Fighting d8, Intimidation d10, Notice d6, Stealth d4, Taunt d6
Pace: 5 (d4 Running Die); Parry: 6; Toughness: 10
Special Abilities:
• Ectoplasmic
• Fear (-2): The Melting Pot causes a Fear check at -2 when oozing into sight.
• Many-Limbed: The Melting Pot may attack in all directions at once, and has attacks depending on its current Action Card‘s value (♣️=1, ♦️=2, ♥️=3, ♠️=4). These attacks don’t inflict a Multi-Action penalty.
• Size +3: The mass has accumulated the size of a compact car.


Schleim-Barrieren: Der Romantik-Schleim hat hier unten begonnen, das Tunnelsystem zu versiegeln, wie von einer unnatürlichen Intelligenz gesteuert. Die Barrieren haben Hardness 16. Schleimsprenger erhalten jedoch +4 auf ihre Schadenswürfe.

Van Horne: Auf dem achten Tunnel-Segment kommt zusätzlich das Resultat Spukvision, und dessen Ausgänge sind allesamt von Schleim-Barrieren versperrt. Wenn die Wild Cards sich vom achten Tunnel-Segment herunter bewegen, finden sie ihr Ziel, die stillgelegte Transit-Station Van Horne, mit ihrem reißenden Strom.

Wenn die Wild Cards alle Geister wegputzen können, die hier unten aufkreuzen, sollen sie einen Geldbonus-Marker kriegen, denn die Stadtwerke wollen schon seit dem Zwischenfall in der Adventszeit, dass hier unten alles ausgeforscht wird. (Wahrscheinlich stecken diesmal weniger skeptische Auftraggeber dahinter als der ungläubige Mister Fianella!)

An dieser Stelle kommt es mir opportun vor, die neuen Waffensysteme ins Spiel zu bringen — die Schleimsprenger. Im Film kommen sie erst fürs Finale an den Start, aber ich habe hier jetzt bereits umfassende Verwendungsmöglichkeiten, die mir vorschweben!
Die Entwicklung der neuen Packs selbst hat keine Geldbonus-Marker gekostet (wie auch die der Protonenpacks in Teil I nicht); von nun an hat automatisch jeder Ghostbuster bei jedem Einsatz die Wahl, welches seiner beiden Packs er mitnehmen will, Protonenstrahler oder Schleimsprenger. Die möglichen Aufwertungen kosten allerdings Geldbonus-Marker, wie bei den Protonenpacks vorher auch schon.



Winston (lila) und Raymond (gelb) tragen bereits die experimentellen neuen Schleimsprenger-Packs
(Miniaturen aus Ghostbusters: The Board Game II von Cryptozoic Entertainment)





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Re: [Savage Worlds] Ghostbusters Solo Play
« Antwort #105 am: 30.12.2025 | 10:54 »
Soundtrack: Red Snapper, Spikey
https://www.youtube.com/watch?v=wPs0J9sHcNk&list=RDwPs0J9sHcNk&start_radio=1

Runde 1: Jas beginnt die Erforschung des Tunnelsystems, und setzt sich vorsichtig an die Spitze. Im Kegel seines Taschenlampenlichts erscheint der Gang vor ihnen, wie er geradeaus in die Schwärze führt, mit einer zusätzlichen Türöffnung rechts.



Jas Elliott (rot) wagt sich als erster tiefer


Seine Erkundungs-Karte bringt direkt eine Begegnung ins Spiel, und das ist laut Tabelle ein Werhuhn!
Eine kompakte Gastalt kauert am Ende des finsteren Mauerganges, und scheint reglos auf die Schritte der Eindringlinge zu lauern. Als Jas‘ Taschenlampenlicht sie streift, reckt sie sich etwas höher … und scheint noch in die Breite zu wachsen! Aber das ist nur, weil sie das struppige Gefieder aufplustert, mit dem sie bedeckt ist! Es ist scheinbar kein ectoplasmischer Geist, denn alles, was an ihr phosphoresziert, sind ihre Augäpfel — die erglühen in einem höllischen Rot! Alle Wild Cards erstarren und würfeln gegen Furcht. Nur Dr. Spengler schafft es nicht, der weicht schreiend zurück und ist Shaken.
Geistesgegenwärtig reißt Dr. Elliott das PKE-Gerät hoch und macht einen schnellen Scan, während er Egon zuruft: „Eine 1,892! Spengler, schau‘ im Geisterführer nach — der Schrecken von EverFresh?“
Damit ist die gedrungene Gestalt auch dran, und springt mit erschreckender Leichtfüßigkeit Jas entgegen, krächzend und mit einem viel zu tiefen Gackern. Scharf darauf, Elliott zu infizieren krallt und pickt es nach ihm, aber verfehlt.
Winston tritt neben Jas, und knurrt, „Euch Federvieh fand ich schon in New Jersey unsympathisch!“, und betätigt den Auslöserknopf seines Schleimsprengers. Eigentlich hofft er nur, durch den Druck des Strahls den rasenden Angreifer von Jas weggerissen zu bekommen. Der Schleimstrahl aus den Rückeneinheiten ist deutlich heller als die sonstige Brühe hier unten, und er hat obendrein eine viel höhere Leuchtkraft. Er scheint geradezu neon-pink. Das kreischende Federvieh wird durch den Treffer von Jas weg gedrängt, und seine scheußlichen, gebogenen Klauen fuchteln gegen den Strahl an. Dann passiert etwas Erstaunliches: Die halbhohe Bestie verwandelt sich in ein Hühnchen, das in einer Schleimpfütze zappelt, während der ectoplasmische Besitzergreifer-Geist aus ihm heraus fährt! Dieser schwirrt durch die Luft auf Zeddemore zu. Reckt seine durchsichtigen Klauenhände nach ihm aus, um nun Besitz von ihm zu ergreifen.
Ray wirft sich an Winstons Seite und drückt ebenfalls auf das Gespenst ab, der neon-pinke Schleimstrahl drängt es einen Meter zurück, scheint aber ansonsten nichts auszurichten.



Die Rache der Werhühner!


Egon erholt sich von seinem Panikanfall, und blättert hektisch in Tobin‘s Geisterführer: „Das stimmt, Jasper!“, ruft er nach vorn, „Dieselben Klasse-IV-Possessoren! Im ätherischen Zustand von uns zu fangen!“, und damit supportet er Janine mit seinem Occult-Wurf.
Die nickt grimmig, schiebt sich zwischen Zeddemores und Stantz‘ Rückentanks hindurch in den Gang, und eröffnet mit ihrem Protonenstrahler das Feuer auf das schwebende Gespensterhuhn. Drängt es in der Luft weiter rückwärts, und macht es Shaken.

Runde 2: Janine feuert weiter, und macht die Kreatur nun mit ihrem Fangstrahl Entangled. Egon wagt sich vorsichtig heran, hebt seinen Strahler, und feuert ebenfalls, nun ist der Gegner Bound. „Falle!“, ruft er hastig.
Jas wirft seine aus, und sie absorbiert den Besitzergreifer, eher er noch einmal widerspenstig gackern kann.
„Du hattest Recht, Raymond!“, sagt er, „Sie sind in den Untergrund entkommen!“
„… Sowas wie 'Ausgewachsene-Mutanten-Meuchler-Hühner'!“, nickt Stantz schnaufend, während er die qualmende Falle einsammelt, „Aber seht mal, das Hühnchen hat es überstanden!“
Das stimmt, das Tier liegt immer noch in der rosa Lache, und gibt ein weggetretenes Glucken von sich, jetzt nicht mehr im geringsten besessen, man könnte sogar meinen, das Geräusch klingt äußerst zufrieden.
Stantz wagt sich in die Abzweigung rechts, und späht den Gang dort hinunter, das Nachtsichtgerät vor dem Gesicht. Und fährt erschrocken zusammen, denn seine Ecto-Goggles zeigen ihm sogleich eine ätherische Präsenz an: Hier ist tatsächlich eine Spur des rosa Schleims, und an dieser Stelle verdichtet er sich bereits zu einem der gewaltigen Fangarme!



Die Schleim-Spur ist gefunden ...!


Das Geräusch das von dort erklingt ist ebenso gräulich wie der Geruch! Alle würfeln abermals gegen Furcht. Winston joggt neben Ray, geht in sicheren Stand, und schickt dem Tentakel einen Strahl entgegen, dunkelrosa Schleim trifft auf neonrosa Schleim, und die gespenstische Emanation fällt sofort platschend in sich zusammen!
„Hah!“, macht Winston triumphierend, „Seht Ihr das? Was ist da los?!“



Der Fangarm hat sich zu rosa Sodder aufgelöst und blockiert nun an dieser Stelle den Tunnel


Runde 3: Munter schickt Zeddemore noch einen weiteren Strahl hinterher, und die riesige, violette Schleimlache am Boden wird von dem Druck auseinander geblasen, und mit einem hohen, enervierenden Zischen und Knistern löst der Großteil davon sich daraufhin völlig auf! Der Weg ist frei, ohne dass jemand in die Brühe treten muss!
Egon stellt fest, „So ähnlich wie erhofft: Unser positiv umgepoltes Plasma dispersiert offensichtlich das Negative hier unten.“
Interessiert scannt er mit dem Giga-Meter umher, und leuchtet an Winston vorbei, weiter den Gang herunter. Unter den Sohlen seiner Gummistiefel dringt feiner Dampf hinauf, dort, wo sie die restliche, schmierige Patina berühren, die von der Schleimpfütze und dem Tentakel von eben übrig sind. Während er auf sein Display schaut, sieht er nicht, wie ein weiteres Werhuhn um die Gangecke vor ihm biegt, und geduckt in Angriffshaltung geht!



Egon achtet nur auf das Giga-Meter, während das nächste Werhuhn naht!


„Vorsicht, Egon!“, ruft Ray, und joggt herbei, seine hektische Schleim-Kanonade tüncht die Mauerwand neben der Erscheinung neonrosa, während diese sich tiefer duckt.
Das Werhuhn hechtet kreischend vorwärts, und mit einem Raise bei Fighting vergräbt es den bezahnten Schnabel und eine Krallenhand in Rays Schulter und Seite! Yikes! Das Biest kommt hackend und kratzend auf drei Wundlevel, von denen Ray zwei negiert bekommt, aber nur mit all seinen Bennies.
Jas und Janine hören Rays entsetztes Geschrei, rennen in den neuen Gang und blasten seinen Angreifer mit ihren Protonenstrahlern, aber bekommen beide nur ein paar Federn versengt.

Runde 4: Winston verpasst dem rasenden Gummiadler einen Treffer aus nächster Nähe, und der Schadenswurf reicht grade so, um den Besessenen kampfunfähig zu machen. Der Besitzergreifer fährt aus der Hühnergestalt empor! Ray erfasst das Gespenst mit seinem Strahl ebenfalls. Egon und bekommen die Erscheinung mit ihren Protonenstrahlen Bound, Janine huscht mit eingezogenem Kopf zwischen den anderen hindurch, wirft ihre Falle aus, und fängt das Phantom ein.

Runde 5: Jas sammelt die Falle auf und high-fivet grinsend mit Janine, dann leuchtet er in die dunkle Gangbiegung, aus der das Vieh kam, „Mein Gefühl sagt mir, hier geht’s lang!“
Für das neue Segment gibt die Tabelle eine Spukvision an: Hier geht’s lang!, wirft der Tunnel seine Stimme als Echo zurück. „Hey!“, ruft er amüsiert erneut in die Dunkelheit.
Keinerlei Echo diesmal. Verblüfft dreht er sich zu seinen Kollegen um, die auch aus dem Konzept gebracht sind, so funktioniert die Physik des Schalls ihrer Meinung nach eigentlich nicht. Jas blinzelt befremdet nach geradeaus in den Tunnel.
„JAAASPEEER!“, antwortet das Echo nun, in einer Stimme, so tief und dröhnend, dass sie aus dem Hades herauszukommen scheint!

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Re: [Savage Worlds] Ghostbusters Solo Play
« Antwort #106 am: 30.12.2025 | 11:10 »
Alle Wild Cards würfeln also gegen Nausea. Alle schaffen es knapp, aber sie gucken drein als ob ihnen gleich alles aus den Gesichtern fällt!
Ray leuchtet hektisch im Gang umher, aber hier ist nichts. Er biegt nach rechts ein, und hier quellen vor seinen Gummistiefeln drei phosphoreszierende Schleim-Blobs zwischen dem Geröll hervor, und erheben sich als Mood Plasms. Ray schafft seinen Furcht-Wurf nicht, aber die Furcht-Tabelle verpasst ihm einen Adrenalin-Rausch!



Ray sieht sich gleich drei Mood Plasms gegenüber


Er feuert sofort seinen Schleimsprenger auf die nächste Erscheinung, und trifft mit Raise. Es gibt dasselbe knisternde und zischelnde Geräusch, als das Positiv-Plasma die Negativ-Variante verzehrt.
Winston tritt neben Ray und tut es ihm gleich, er verflüssigt einen zweiten der zappeligen Blobs.
Damit ist der übrige am Zug, da hätte er sich jetzt zu einem Dreier-Plasma aufwerten können! Stattdessen gleitet er über den Schotter hinweg und gegen Ray, schleimt ihn ein und macht ihn mit seiner Wucht Shaken. Dabei kommt Egon näher, feuert mit einem „Vorsicht!“, zwischen ihnen beiden hindurch, und sprengt die letzte Erscheinung mit seinem Laserstrom.
Janine leuchtet derweil in den Gang geradeaus.



Zeddemore und Stantz an den Schleimsprengern reinigen die Schweinerei, während Janine nach Norden vordringt


Die Karten sagen abermals: Spukvision.
„Wo kommt überhaupt dieser Geruch her?“, fragt sie angeekelt. Aber in dem Moment hält sie inne, denn genau vor ihr steckt ein verwester, menschlicher Kopf auf einem Pfahl! Weißliche, tote Augen blicken ins Leere, die Haut ist aschfahl. Als sie aufschreit, fahren die anderen alarmiert herum — und sehen sich in dem Moment umringt von ebensolchen Speeren mit aufgespießten Häuptern! Manche tragen bäuerliche Lederhauben. Sie sehen aus wie Hingerichtete aus dem osteuropäischen Mittelalter …
Alle Wild Cards schreien terrorisiert, widerstehen dem Nausea-Effekt jedoch glücklicherweise.
Nach wenigen Sekunden des fassungslosen Terrors ist die Sinnestäuschung wieder verschwunden.

Runde 6: Janine zieht einen Joker, und eine Runde Bennies ist äußerst willkommen, da Ray und Winston schon alle waren! Ihr Schrecken weicht Wut: „Ich wette, es ist hier lang!“, schnarrt sie angriffslustig, „Kommt, Jungs!“, und ganz allein wagt sie sich schon einmal vor. Hier dringt ihnen das manische Aufgackern von überdimensionalem Gefügel entgegen — diesmal gleich zwei auf einmal!
Egon sprintet ihr hinterher, so schnell er mit dem Protonenpack kann, und sieht endlich wieder die Blinklichter ihres Cyclotrons vor sich, und die beiden sich aufplusternden Angreifer in ihrem Scheinwerferlicht. Er eröffnet aus vollem Lauf das Feuer. Doppeleins! Brocken und Staub von der Tunneldecke nehmen ihm die Sicht und machen ihn Distracted. (Immerhin stürzt hier nicht der Schacht ein, sagen die Orakelwürfel.)
Jas sprintet ebenfalls herbei, und feuert sofort auf die beiden übergroßen Federviecher. Er patzt genauso wie Egon! Und da ihm freundliche Modelle im Weg stehen, trifft er Innocent Bystanders, sein Strahl wandert kurz über Janines Rucksackeinheit. Die beginnt sofort zu zischen und eins der Kabel beginnt Funken zu schlagen wie verrückt!
„Upps, keine Absicht! Ganz falsches Hühnchen!“, japst er.



Jas' Streifschuss hat Janines Rucksackeinheit getroffen (für sowas habe ich auch mal einen Unterleg-Marker gebastelt)


Damit sind die Werhühner dran, und zerfetzen Egon und Janine die Hosenbeine und Stiefel. Egon muss ein Wundlevel absorbieren, Janine zwei. (Gut, dass es klappt, denn jede Verwundung führt zu einem Wurf, um der eigenen Transformation in ein Werhuhn zu widerstehen!)

Eingeschleimt wie er ist kann Raymond nicht viel mehr tun als rückwärts aus dem Seitengang wieder raus zu wanken. Janine und Egon sind schon ziemlich weit entfernt! Aber er wird Shaken nicht los, bewegt sich taumelmd. Hustet im Qualm des stinkenden Geisterfalle, die gefüllt an seinem Gürtel hängt.
Winston schreit in sein Funkgerät, „Was soll das, wir müssen zusammenbleiben! Ihr rennt hier rum wie Hühner bei Gewitter!“, und joggt auf den Kampflärm zu. Bei Ray macht er kurz Zwischenhalt, um ihm aufmunternd auf die dickliche Schulter zu hauen, damit der Kollege sich wieder sammelt (als Support-Wurf).

Runde 7: Die besessenen Hühner beharken ihre Ziele weiter. Egon wird Shaken, Janine absorbiert ein weiteres Wundlevel mit ihrem letzten Benny.
Da taucht Winston schwer keuchend neben ihr auf, und putzt das Werhuhn weg von ihr, der neon-rosa Schleimstrahl drängt es rückwärts.



Winstons Ectoplasma-Strahl drängt das eine tobende Werhuhn weg von Janine, mit dem Druck eines Wasserwerfers


Der Schadenswurf macht das Monster außerdem kampfunfähig, und aus der Geflügelgestalt erhebt sich der Besitzergreifer-Geist.
„'Tschuldigung, 'tschuldigung, ich kann mich nicht oft genug entschuldigen! Das war wahrhaft tölpelhaft von mir! So kennt man mich gar nicht!“, sabbelt Jas, als er sich vor Janine stellt, deren Pack immer noch lustig vor sich hin qualmt und Funken wirft. Er macht den von Winston ausgetriebenen Geist mit einem Schuss Shaken, und mit einem zweiten Entangled im Fangstrahl.
Janine powert schnell ihren Positronenkollidierer herunter und steckt ihren Strahler weg, und blättert hustend im Bedienungshandbuch: „Na sapperlot! Und was muss ich jetzt machen?!“ Unsicher geht sie rückwärts.
Gleichzeitig versucht das Gespenster-Geflügel sich aus Elliotts Fangstrahl freizustrampeln, aber schafft es nicht.
Stantz hat sich endlich gesammelt, und joggt herbei, feuert verzweifelt auf das besessene Huhn, das Egon attackiert, und sein Schleimstrahl schleudert es rückwärts, macht es Shaken.
Egon selber erholt sich in dem Moment von Shaken, und er feuert ebenfalls auf den Possessoren, macht ihn Bound, die Protonenstrahlen beginnen einen kugelförmigen Käfig um das Phantom zu bilden, in feurig orange und hellblau.

Runde 8: Janine feuert Ray an (mit Support +2), so dass dieser den verbleibenden besessenen Gummiadler trifft, und im Schleimstrahl kampfunfähig macht. Der zweite Besitzergreifer zeigt sich! Jas spielt sogleich seine Hold Action, um das aufsteigende Scheusal mit seinem Protonenstrom zu treffen. Sein erster Schuss macht es Shaken, der zweite Entangled. Spengler feuert ebenfalls, und trifft, nun sind beide Gespenster Seit‘ an Seite Bound. Winston zückt seine Geisterfalle, und legt sie aus, fängt beide Besitzergreifer auf einen Streich.

Runde 9: Winston sammelt die Geisterfalle wieder auf, befestigt sie an seinem Tragegurt, und fragt, „Was ist mit Melnitz‘ Pack?“
Ray erwidert bedröppelt, „Außenkabel verschmort! Wir haben noch kein tragbares Werkzeugset für solche Störfälle im Feld!“
„Na super, dann sollte ich ab jetzt wohl einfach mit den Geistern verhandeln, oder was?!“, knurrt Janine, und geht weiter voran, konzentriert sich aufs Leuchten mit ihrer Taschenlampe.

Hier erreichen die Wild Cards auch schon das letzte Segment. Da müssen sie erneut einem Spukvision widerstehen, und der Ausgang ist mit einer Schleim-Barriere zugewachsen.
Sie alle halten inne. Diesmal sind sie alle sicher …: Das klang doch wie ein Zug? Aber dieser Gleisabschnitt ist seit 50 Jahren stillgelegt! ... Aber schon taucht ein bleiches, weißes Scheinwerferlicht vor ihnen auf, schon dröhnen die Gleise unter ihren Stiefelsohlen, als der Geisterzug von 1920 durch sie hindurch rast! Janine und Jas bekommen beide ein Level Fatigue durch den Nausea-Effekt.

Alle erheben sich zitternd aus ihrer zusammengekauerten Haltung, und sehen einander fassungslos an. Der Zug hat sie nicht mitgerissen, er war selber ätherisch, und ist einfach durch sie hindurch gefahren, nicht mehr als ein eisiger Hauch.

Jas und Egon tasten sich zum Ende des Ganges: Hier verbarrikadiert rosa Schleim den einzigen Ausgang, wie ein Bollwerk. PKE-Gerät und Giga-Meter sirren, als beide die Stelle scannen.

Runde 10: „Der Romantik-Schleim ist hier in feste Form geflossen … wie absichtlich!“, raunt Jas, und winkt Stantz und Zeddemore näher, „Versucht mal, die Steine zu erweichen, Jungs!“
Egon schießt versuchsweise mit seinem Protonenstrahler darauf, der Strahl tanzt über die zischende, rosa-violette Masse und beginnt sie zu kochen und qualmen zu lassen. Sonst geschieht nichts.
Ray tritt dazu, geht in sicheren Stand, und sprüht einen Schleimstrahl in Zickzacklinien gegen die Barriere. Es gibt das enervierende Zischeln, und Blubberblasen wandern durch die Substanz. Zeddemore kommt dazu, und tut es Ray gleich. Das Ectoplasma reagiert schließlich noch deutlicher, und plötzlich bricht die Barrikade zusammen, zerfließt zu einer Schleimpfütze am Boden.

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Re: [Savage Worlds] Ghostbusters Solo Play
« Antwort #107 am: 30.12.2025 | 11:23 »
„Hier ist der Flusslauf wieder!“, sagt Ray aufgeregt, als sie auf das Rauschen und Blubbern zu gehen, „Seht Ihr? Es ist genau, wie ich beschrieben habe! Hier liegt das, was mal die Haltestelle Van Horne sein sollte ...!“
Sie treten durch den Torbogen in einen gekachelten Gang. Alles ist von Spinnweben, Staub, und Rott überzogen. Die Wandbeschriftung bestätigt Stantz‘ Vermutung. Die Szene ist in violettes Licht getaucht.
Jas schaut auf seinen Kompass, Egon hantiert mit dem Giga-Meter. Janine nimmt ihr geschrotetes Pack ab, und Ray hilft ihr, die anderen machen es ihr schließlich nach, sie sichern die Ausrüstung mit einem Spanngurt als Bündel, aufrecht an der Mauerwand stehend.
„Dann wollen wir die Brühe mal ausloten!“, sagt Ray, als er sich dem reißenden Strom wieder zuwendet, er und Egon helfen Winston mit der Vermessungsleine, „Aber vorsichtig, Leute, bloss vorsichtig diesmal, nicht zu nah ran!“

Für die Untersuchung des reißenden Stromes machen wir mal ein Quick Encounter. Jas würfelt Notice, Egon und Ray Science, Winston und Janine supporten jeweils mit ihren Notice-Würfeln (sie haben ja beide den Reliable-Vorteil).
Jas kommt auf einen Erfolg dank seinem Alertness-Bonus. Ray schafft mit Janines Support sogar ein dickes Raise. Spengler bekommt unerwartet trotz Winstons Support nur einen regulären Erfolg hin mit seinem W12. Dann haben wir bloß vier von fünf benötigten Erfolgen zusammen!

Dafür bekommen unsere Wild Cards einen Failure Move reingewürgt (nach One Page Solo Engine), und der ist, Advance a Threat. Da weiß ich was, aber erst für gleich. Also geht das hier jedenfalls so ähnlich aus wie im Film, machen wir das mal so:

„… So tief kann das gar nicht sein!“, ruft Winston aufgeregt, während er seinen Bauhelm vom Kopf verliert, „He, wartet mal, ich glaub‘, da zieht irgendwas dran, Jungs!“
„So lass‘ das Teil schon los, Bruder!“, schreit Jas, und versucht hastig, die Gürtelhalterung der Bandrolle von Winston Gürtel abzureißen.
„Festhalten, Winston!“, ruft Egon laut, und hält dem Kollegen seine Hand hin.
Winston in seinem Schrecken hält die Messleine fest, und außerdem Jas an seiner Plastikjacke. Schon sind sie beide von den Steinplatten hinab gerissen, und in die lila Brühe geplatscht! Schreiend verschwinden sie den Tunnelgang herunter!
Zeit, Rays Loyal-Nachteil auszuspielen: „Haltet aus, Jungs!“, schreit er ihnen nach, hält sich die Nase zu, und macht ohne einen weiteren Gedanken einen Bauchplatscher hinterdrein, um ihnen irgendwie zu helfen! (Dafür kriegt er einen Loyalitäts-Benny.)
Spengler und Melnitz rufen ihnen verzweifelt nach, Egon läuft in zitteriger Nervosität an der Kanalkante auf und ab, hält sich ebenfalls die Nase zu, aber traut sich nicht recht, so waghalsig reinzuspringen wie Ray.
„… Sowieso schon zu spät!“, keucht er wie im Selbstgespräch, „Sie sind ja längst außer Reichweite, der Strom hat an dieser Stelle eine Geschwindigkeit von schätzungsweise 39,6 Stundenkilometern!“
„Mach‘ ja nicht auch noch so 'nen bescheuerten Köpper da rein, Egon!“, weist Janine ihn an, „Wir müssen die Päckchen hier wegschaffen, und dann fischen wir sie beim nächsten Sammelbecken wieder raus!“
„Ich sollte den Mut aufbringen, hinterher zu springen!“, entfährt es Egon, „Das sind doch meine Freunde!“
Sie rüttelt ihn unsanft an der Schulter, „Du solltest das Hirn aufbringen, es nicht zu tun!“, faucht sie, „Alleine kann ich die Ausrüstung hier nicht wegschleifen! Und Du oberschlauer Oberschlauberger hast doch wochenlang Kanalisationskarten angeglotzt, Du musst jetzt mal eine Deiner ‚äußerst präzise durchgerechneten Schätzungen‘ abgeben! Und uns mal schätzen, wo sie angespült werden! Alles klar?“
Sie sehen einander an.


Der Gullideckel auf der nächtlichen Straße wird von zitternden Gummihandschuhen aufgedrückt, und beiseite gewuchtet. Keuchend ziehen drei völlig eingeschleimte Geisterjäger sich hindurch, an die Oberfläche.
„Das war echt … saudämlich …“, ächzt Winston, der violette Schleim zieht Fäden, als er von ihm auf den Asphalt läuft.
„Und ich sagte Dir noch, schmeiß‘ die Messleine rein, Alter!“, krächzt Jas, „Alles muss man hier machen, den Denker, den Taktiker, den Babysitter, Schuhe-Zubinder, und, und, und! Nicht mal die einfachsten Sachen kriegt Ihr ohne mich gebacken! Und dann auch noch Spengler, dieser Affenarsch! ‚Festhalten‘, sagt er, der Trottel!“
„Ey!“, blafft Winston, als er sich mühevoll erhebt, „Immerhin hat Spengler versucht, mich davor zu bewahren, in die Sodder rein gerissen zu werden! Mehr als Du gemacht hast, ‚Bruder‘!“
„Jetzt haltet doch mal die Fresse, alle beide!“, erbost sich Ray, „Wollt Ihr jetzt die Schuld-Karte hin und her schieben, oder was? Schuld ist was für Katholiken, und das weiß ich zufällig genau, war selber mal einer, gottverschissen!“
„Wärst Du mal besser geblieben, Blödhammel, dann könntest Du jetzt Deinen Messdienern den Mund verbieten! Überhaupt war das alles Deine trantütige Idee, runter in die Kanalisation, wo der Romantik-Schleim ist!“, und Jas verpasst Ray eine Watschen an den Hinterkopf, und das fühlt sich in dem Moment großartig für ihn an, eine völlig ungewohnte Empfindung für Dr. Elliott, der sich seit der Grundschule nicht mehr geprügelt hat.
„Hau‘ ihm nicht auf die Omme, Jas, sonst polier‘ ich Dir die Fresse!“, schreit Winston, und macht einen Schritt auf den Kollegen zu, wankend zwar, aber bedrohlich. Winston für seinen Teil kann sich prügeln, wenn er muss.
Alle drei beginnen sich prompt zu kloppen, jeder gegen jeden, so dass der violette Glubsch nur so spritzt!
„Halt!“, schreit Jas plötzlich, als ein klarer Gedanke in ihm hinauf dämmert, „Die Klamotten! Zieht die Klamotten aus! Den Zwirn, den feinen Zwirn, der ist voll mit dem Zeugs, Jungs! Runter mit dem Zeugs!“
Den anderen beiden dämmert, was los ist, und sofort schälen sie sich so schnell sie können aus den schleimbedeckten Jacken und Overalls. In leicht durchtränkten, sehr albern aussehenden Long Johns stehen sie daraufhin alle drei da, und sehen sich verdattert an, gerade, als die Scheinwerfer des Ecto-1A auf sie fallen. Die rot-grünen Reklametafeln des Einsatzfahrzeugs blinken.
„Ich glaube das sind sie!“, hört man Janines Stimme aus der Ferne.
„Was war mit uns los?“, keucht Winston, „Ich war so zornig — ich war bereit, Euch zu töten!“
„Es ist dieses Zeug, Bruder“, sagt Jas, „Es ist das pure, konzentrierte Böse!“
Man hört, wie Janine und Egon hastig und ungeschickt das Einsatzfahrzeug abparken, und das Rascheln von Rettungsdecken.

Der eben ermittelte Failure Move (Advance a Threat) soll jetzt ins Spiel kommen:

Ray aber erhebt plötzlich die Stimme, als er zitiert, „Ihr habt überhaupt keinen Begriff vom Bösen, schmächliche, verweichlichte Bevölkerung dieser Zeit! Ihr wisst, mit wem wir es zu tun haben! Er ist Vigo, Geissel der Karpaten, das Leiden von Moldavia! Auf dem Berg der Nackten Schädel, in der Zitadelle der Schreie, da saß er auf einem Thron aus Blut!“
„Äh … Ray?“, fragt Jas.
Dieser breitet jedoch theatralisch die Arme aus, und ruft, „Wenn ich in einen dunklen Spiegel sehe, so sehe ich sein Gesicht! Der Tod ist nur eine Tür, die Zeit ist nur ein Fenster. Lange war er fort — aber nun endlich ist er zurück!“
Lachend wirbelt Ray auf dem Absatz herum und verschwindet in der Dunkelheit. Die anderen beiden wollen ihm nachsetzen, aber stolpern über ihre heruntergelassenen Overalls, die sie noch um die Gummistiefel haben.

Janine gibt ein entsetztes Kiecksen von sich, als Ray in seinen Long Johns direkt an ihr vorbei geprescht kommt. Er wirft sich auf den Fahrersitz des Ecto-1A — mit einem manischen Glänzen in den Augen!
„Raymond, wenn Du in dem Zustand Auto fährst, wirst Du noch jemanden killen!“, ruft Jas, hinterher rennend.
„Niemals“, brüllt Ray Stantz in manischem Taumel, „Ich werde alle killen!“, und er versucht, den Motor anzuwerfen.

Das bedeutet ein weiteres Quick Encounter. Ray ist in seinem Anfall von Besessenheit dabei temporär der Antagonist, und muss nicht mitwürfeln. Winston würfelt Athletics, unterstützt von Janine, um ihn rechtzeitig einzuholen und raus zu zerren, Egon würfelt Occult, Jas ebenfalls Athletics.

Schon heult der Motor auf, als Ray den Zündschlüssel gedreht hat! Elliott kommt auf Anhieb auf ein Raise: In Windeseile wirft er einen der vollgesuppschten Overalls vor die Windschutzscheibe, wo dieser präzise kleben bleibt, so dass der Fahrer nichts mehr sehen kann. Winston und Janine erreichen beide eine zwölf bei ihrer Intervention, schon ist Ray in Zeddemores Polizeigriff, und Janine zieht voller Geistesgegenwart auch noch den Wagenschlüssel ab. Egon hat schon wieder das Giga-Meter in der Hand, und mit einem Raise bei seinem Occult-Wurf ruft er den anderen zu, „Er steht unter dem psychischen Einfluss des Gemäldes! Halltet ihn immobilisiert, wir müssen beruhigend auf ihn einwirken, bis er sich seiner selbst wieder bewusst wird! Wickeln wir ihn vorerst in eine der Rettungsdecken!“

Sechs Erfolge sind zusammengebracht (von vier benötigten): Das wäre ausnahmsweise mal ein gelungenes Quick Encounter, und noch dazu mit solchem Bravour!

„… Versteht Ihr nicht?“, lallt Ray, voll mit einer ordentlichen Dosis Beruhigungsmittel, als sie wenig später auf der Heimfahrt durch die frühmorgendlichen Straßen sind, „Die ganze Stadt ist bereits seinem Willen unterworfen! Gebetsmühlen der Verehrung … der Psychomagnotherische Schleim … und auch wir … wir sind direkt zurückgekehrt an die Öffentlichkeit, bevor er selbst zurückkehrt …! Auch wir sind nur ein Werkzeug für seinen Willen … um ihm den Weg zu ebnen … etwas für ihn zu finden, ihm einen Weg zu finden … auf dass er wieder …“


Advances:
Ein paar Wild Cards sind nach dieser Session schon bereit für den nächsten Advance.
Janine: Humiliate-Vorteil
Jas: Agility ➜ W8
Ray: Vigor ➜ W8
Winston: Steady Hands-Vorteil

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Re: [Savage Worlds] Ghostbusters Solo Play
« Antwort #108 am: 12.01.2026 | 16:15 »
Dana verabschiedet sich eilig von Venkman, weil sie zu Oscar zurück muss. Venkman steht dabei ins Gesicht geschrieben, dass dies das letzte auf der Welt ist, was er will — sie jetzt wieder gehen lassen. Aber Dana muss dringend die Babysitterin erlösen, die hat sich schließlich schon die Nacht um die Ohren gehauen, länger als vereinbart. Und zwar, damit Miss Barrett insgeheim ihren Entführungsplänen nachgehen konnte! Und ehrlich gesagt kann Dana außerdem Peters Schmuddeligkeit gerade nicht ab: In seinem Apartment stapeln sich ja leere Pizzakartons, Bierdosen, Underground-Magazine, und kleine Türme abgegriffener Plattenhüllen. Er ist immer noch derselbe Höhlenmensch wie früher; er ist ja nicht mal schuldbewusst, was das betrifft, sondern völlig arglos!

Er nimmt ihr aber in der Tür mindestens dreimal das Versprechen ab, ihn anzurufen, sobald irgendeine Art von Gefahr im Verzug sein könnte, für sie, oder ihr Baby. Sie spürt seinen sehnsuchtsvollen Dackelblick im Nacken, während sie seinen dunklen Hausflur herunter geht. In ihr ist in diesem Moment wieder diese unüberwindliche Zerrissenheit. Kurz hält sie inne. Dann reißt sie sich jedoch zusammen, und nimmt sich vor, lange Zeit wieder einen Bogen um Peter J. Venkman zu machen, damit der Dackelblick sie nicht noch einmal schwach machen kann.


Die Babysitterin in der Upper East Side geht schlaftrunken heim, nachdem sie den Dienst bei Miss Barrett für immer quittiert und die zurückliegende Nacht großzügig abgerechnet hat. Oscar derweil ist mopsfidel und glaubt, der Tag begänne jetzt schon, obwohl es noch nicht mal zum Morgen dämmert. Als nichts anderes hilft, entscheidet Dana sich, ihn zu baden. Sie ist immer noch etwas betrunken, und außerdem so müde, dass alles um sie her wie in Watte gepackt erscheint. Mit wohligem Geplätscher fließt das Badewasser in die altmodische Wanne, während sie sich und das Baby badefertig macht. Dana achtet nicht auf ihr Absolutes Gehör, weggetreten wie sie ist, sonst hätte sie eine jähe Änderung in der Tonart des Wassergeräuschs bemerkt — als statt Wasser nun rosa Schleim aus dem Hahn zu quellen beginnt!
„Und jetzt gehen wir rein!“, sagt sie zu Oscar, wendet sich der Wanne zu, und erstarrt, denn ein rosa-violetter Blob hat sich hinter ihr aus dem Wasser erhoben, und sperrt in diesem Moment ein riesiges Maul auf!

Dana hat nichts am Leibe außer ihrer Unterwäsche und dem in blinder Flucht übergeworfenen Mantel; das schreiende Baby hält sie an sich gepresst. Spürt den abgelatschten Teppichboden des Hausflurs unter ihren nackten Füßen, als sie aus ihrem Apartment raus ist, die Tür hinter sich zuwerfend. Jetzt aber geht diese in tausend Splitter, als der pinke Blob sich mit unerwartetem Tempo hindurch wälzt, mit der Wucht einer Abrissbirne! Er gibt ein gurgelndes Schmatzen von sich, als er seine scheunentor-großen Kiefer erneut aufreißt!

Da Dana nicht effektiv gegen ätherische Gegner kämpfen kann, wird sie sich anders helfen müssen; und dies bedeutet erst einmal abhauen. Wir machen einen Dramatic Task daraus. Dana braucht vier Task Tokens in drei Runden. Schafft sie es nicht, werden weitere Häscher im Apartmenthaus eintreffen, und sie umzingeln ...

Runde 1: Erstmal heißt es Abstand zu dem Blob aufbauen für sich und Oscar. Verbissen rennt Dana also den Korridor hinunter. Sie erreicht einen Erfolg bei einem Athletics-Wurf und rennt wie der Wind.

Runde 2: Vielleicht kann sie im Erdgeschoss Hilfe rufen? In ihrer Angst will Dana jedoch nicht mit dem Lift fahren, darum nimmt sie das Treppenhaus. Hinter ihr verfärben sich die schmucklosen Wände in einem violetten Lichtschein, denn die Erscheinung ist unter der Türschwelle hindurch gequollen, und verfolgt sie jetzt auch hier durch das dustere Treppenhaus! Ein weiterer Athletics-Wurf ist dafür nötig, damit der rosa Wackelpeter nicht auf den Treppen erneut aufholt. Sie nimmt immer zwei bis vier Stufen gleichzeitig, und erzielt diesmal ein Raise. Drei von vier nötigen Task Tokens sind eingespielt.

Runde 3: Im Foyer ist niemand, Danas heisere Schreie bleiben ungehört! Sie rennt verzweifelt weiter, herab in den Keller. Eine diffuse Idee nimmt in dem Moment Gestalt an in ihrem Kopf: Wenn das Ecto-Ding aus der Wasserleitung kam, dann ist es vielleicht mit weltlichen Mitteln zu vertreiben? Diesmal würfle ich Common Knowledge für sie. Ein Erfolg, dank Benny-Einsatz: Sie versteht immerhin genug von den Rohrleitungen des alten Hauses, um zu wissen, wo sie an den Ventilen drehen muss! Mit zitternden Fingern versucht sie das, und immer noch, als aus dem rosa Leuchten von der Treppe die unförmige Gestalt des Scheusals wird! Sie fletscht die Zähne vor Verzweiflung, Oscar schreit ohrenbetäubend. Dann hat der Verfolger sie erreicht! Die türengroßen Kiefer klappen auf, und ziehen Fäden aus violetter Schmadder! In einer flüssigen, letzten Angriffsbewegung will der Blob zuschnappen — da hat Dana endlich lange genug aufgedreht, und ein beinahe kochender Strahl von Heißwasser schießt der Kreatur entgegen! Durchschlägt ihre galeertartige Masse wie ein Geschoss.

Dana hat den Dramatic Task knapp gewonnen mit ihren vier gesammelten Erfolgen!
Das Monster zerfließt, versucht sich neu zu bilden, dann aber bricht seine Gestalt unter dem kochenden Wasserstrahl endgültig in sich zusammen, und wird im hochsteigenden Wasserdampf hinweg gespült, als sich auflösende Schlieren rosa Schleims, hinab durch den Bodenausguss des Heizungskellers!

Jetzt endlich erscheint der dicke, schnauzbärtige Frank, der Gebäudemanager, und macht große Augen beim Anblick von Miss Barrett, nur in Unterwäsche und Wintermantel, die soeben seinen Heizungskeller unter Wasser gesetzt hat. Jetzt bekommt Frank aber keine Erklärungen mehr, zu spät! Während er schnaufend das Wasser wieder zudreht, um das Malheur in den Griff zu kriegen, läuft Dana bereits wieder nach oben; sie hält es gerade lang genug in ihrem verwüsteten Apartment aus, um sich Klamotten überzuwerfen und sich hastig eine Sporttasche zusammenzupacken mit Kram für Oscar und sich. Dann macht sie sich fluchtartig davon.

Draußen hat die Morgendämmerung eingesetzt. Dana weiß genau, was sie zu tun hat: New York City mit seinen durchgedrehten Kanalisationsanlagen schleunigst verlassen, weg von dem rosa Schleim! Sie sagt sich, dass sie närrisch war, überhaupt zurück zu kommen! Von einem Münztelefon ruft sie panisch Steward in Upstate an. Der braucht eine ganze Weile, bis er einen Sinn bringen kann in ihr Geschluchze. Dann sind sie sich einig, und Dana rennt weiter, zur Haltestelle für den Greyhound Bus.

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Re: [Savage Worlds] Ghostbusters Solo Play
« Antwort #109 am: 12.01.2026 | 16:25 »
Befragen wir für die nächste Szene mal die Würfel, als GM Move. Advance a Threat sagt der Orakelwürfel! Nachdem Vigo eben schon zugeschlagen hat mit Rays Besessenheitsanfall, soll an dieser Stelle eine weitere Bedrohung voranschreiten, und zwar Jack Hardemeyer — das machen wir dann vielleicht so:

In der morgendlichen Geisterjäger-Zentrale sitzen Phil Croucher und Louis Tully wie auf glühenden Kohlen, und trinken schwarzen Kaffee ohne Ende. Wo sind die Jungs und Janine? Nach dem spätabendlichen Brand im Fotolabor — es stinkt dort immer noch nach Russ — sind sie die ganze Nacht weg gewesen!
„… In einer Stunde rufe ich die Bullen!“, entscheidet Phil, und drückt energisch seine Kippe im Aschenbecher aus.
„Öh? Ja? Ist das nicht ein bisschen drastisch?“, fragt Louis aufgescheucht.
„Mir doch egal! Sollen die doch die Kanalisationsgänge durchkämmen, mit einer vermaledeiten Hundertschaft! Weißt Du, was mich allein diese beiden komischen neuen Rucksack-Prototypen gekostet haben, die unsere Leute da runter geschleppt haben? Und wenn das alles futsch ist, was dann?“
„Das ich nicht lache, Mr. Croucher, die Jungs und Janine, die sind doch die Experten, es gibt doch keine Ober-Experten, die man einfach mal anrufen kann, wenn unsere nicht weiter kommen, oder wenn die uns verloren gehen, auch eine Hundertschaft nicht, und die Polizei, die kommen da ja schon mal von vornherein gar nicht in Frage! Die trauen sich doch nicht mal dort runter! Dann können die auch nicht nach dem Rechten sehen, das sollten doch unsere Leutchen machen!“
„Mir egal, Tully. Ich ruf‘ die Polente. Mach ich, wenn nicht binnen der Stunde hier das verdammte Telefon klingelt, und die Knallköppe uns zumindest eine Statusmeldung geben!“
Beide gucken das rote Telefon auf Janines Schreibtisch an, Phil sieht richtiggehend vorwurfsvoll aus, scheinbar dem Apparat gegenüber.
„Das ganze Team ausgelöscht von Kanalratten, oder was?“, knurrt Phil, „Das kann doch nicht wahr sein? Bleibt nur mein verballerter Halbbruder, als mein einziger Mitarbeiter, oder wie? Das, mir? Da müsste man ja fast schon von tantaläischer Bestrafung sprechen! Und habe ich irgendwelche Versicherungen für derartige Scheiße, habe ich die, oder was?“
„Nein, Mister Croucher!“
„Nein, habe ich tatsächlich nicht.“
Ich könnte …“
„Du könntest was, Tully?“
„In solch einem Fall des schlimmsten anzunehmenden Szenarios … also, wissen Sie … da könnte ich meinerseits … ein bisschen was verstehe ich ja mittlerweile von dem Equipment und all sowas …“
Phil rollt die Augen und winkt ab, „Ja, ja, Herr Steuerberater, das fehlte mir noch, mit meinem Brüderchen als einzigem Mitarbeiter, und Dir als Aushilfe! ... Die Jungs, die haben vielleicht Nerven …“
„Und Janine hat natürlich auch Nerven, wie Drahtseile sogar!“, ergänzt Louis ehrerbietig.
„Jetzt fang‘ Du nicht auch noch an mit diesem Feminismus-Gelaber, was die hier manchmal ablässt! Überhaupt! Das ist hier kein heiterer Verein für Selbsterfahrung und kreative Selbstentfaltung und für all sowas! Hier sollen eigentlich Dollars verdient werden, wenn ich mich korrekt zurückerinnere! Dollars!“
In dem Moment klingelt es draußen am Fronttor. Louis fährt zusammen, aber dann guckt er sofort erleichtert drein: „Da sind sie ja endlich!“
„Ach ja? Seit wann klingeln die denn, wenn sie hier eintrudeln?!“, fragt Phil misstrauisch, und steht auf.

Draußen vor dem Garagentor treten Phil und Louis drei grimmig aussehenden Typen in Maßanzügen und Trenchcoats entgegen.
„Jack Hardemeyer!“, entfährt es dem verblüfften Louis.
„'N Morgen, Jack!“, sagt Phil lapidar, „Wie geht’s Lenny?“
Hardemeyer setzt ein dünnes, schmieriges Lächeln auf, und entgegnet, „Das lassen Sie mal schön meine Angelegenheit bleiben, Mister Croucher. Ich bin nur ganz kurz hier, um den Postboten zu spielen!“
„So sehen Sie aus!“, grinst Phil gehässig.
„Kommen Sie mir nicht dumm! Sehen Sie sich die Abzüge hier drin mal in Ruhe an, Croucher, und dann will ich wissen, ob Ihnen dann immer noch zum Witzeln zumute ist.“
Der Bürgermeister-Assistent reicht Phil einen kleinen Briefumschlag. Phil findet darin einen kleinen Packen Fotos; er und Louis gucken diese misstrauisch durch. Irgendwelche Szenen vom Herbst bei Privathäusern, immer bei Nacht, viele sind etwas verwackelt …
„… Haben Sie ein paar Schnappschüsse gemacht, Jack? Immer schön bei Zwielicht und Gaslaternenschein, wie in den alten Detektivfilmen …?“, murmelt Phil.
„Die brauche ich gar nicht selbst zu schießen, Mister Croucher. Dafür habe ich Leute. Ich bin der bestvernetzte Mann New Yorks.“
Zwei bis drei Gestalten sind immer auf den Fotos zu sehen, in Arbeitsoveralls und Pullovern, manchmal mit Sonnenbrillen, oder klobigen Rucksäcken ... zwei dickliche Weiße, und manchmal ein breitschultriger Schwarzer … Phil versucht, sich nichts anmerken zu lassen.
„Das soll irgendwas beweisen?“, fragt er streng.
„Das beweist, dass zwei bis drei Ihrer Männer unter einer schizophrenen Störung leiden, weil sie zwanghaft an Gespenster glauben. Und beweislich ihrem sogenannten ‚Handwerk‘ nachgegangen sind, in einer Zeit, als eine einstweilige Verfügung ihnen das strikt untersagt hatte! Sie, Croucher, nötigen mich, hier die letzten Register zu ziehen. Ist Ihnen das klar? Vor Gericht haben Sie und Ihre Gruppe sich aus dem Gröbsten rausgewunden. Mit Ihrem ewigen, aalglatten Geschwätz und Gelaber! Aber anhand von dieser Sache hier kann ich noch andere Saiten aufziehen.“
„Wollen Sie die Jungs etwa schon wieder in Untersuchungshaft nehmen?“, fragt Louis entsetzt, „Das geht doch nicht, das können Sie nicht! Die sind doch auch überhaupt gar nicht da!“
„Wir stecken die nicht schon wieder in Untersuchungshaft, Mister Tully!“, sagt Hardemeyer, „Das ist mir hier alles zu langwierig. Nein! Ich lasse Ihre Leute direkt einweisen, verstehen Sie? Lebensbedrohliche Schizophrenie! Ich will die weg vom Fenster haben! Sie schaden dem Image der Stadt, und noch schlimmer, Ihre einstige Nähe zum Bürgermeister schadet dessen kommender Kandidatur. Und damit sind Sie meine Angelegenheit! Also, Croucher: Keine weitere Volksverhetzung und abstruse Promo-Aktionen, und zwar mindestens bis nach Neujahr! Oder ich nehme die hops, das verspreche ich Ihnen!“
Damit wenden sich Hardemeyer und seine beiden Begleiter grußlos ab, und lassen die beiden anderen stehen.


Dana sitzt im Greyhound Bus mit Oscar auf dem Schoß und sie schauen stumm in die graue Winterlandschaft. New York City ist mittlerweile weitgehend hinter ihnen verschwunden, seine Lichter glosen noch wie unwirklich im merkwürdigen Halblicht des Dezembertages, an dem die Sonne nicht so ganz zu scheinen beginnen will. Ein starkes Gefühl von Verfolgungswahn hat Dana ergriffen, und sie merkt, dass ihre Hände zittern. Irgendein schwer zu beschreibender Instinkt ist in ihr wach geworden, und ihre Nervosität wächst, obwohl sie die Stadt — und ihren violetten Schleim — doch mittlerweile hinter sich gelassen haben. Sie fühlt sich hellwach, obwohl sie keine Minute geschlafen hat letzte Nacht.

Was machen wir im weiteren damit? Ich habe da schon eine grobe Idee, aber befragen wir mal die Würfel. Ein GM Move sagt uns, Add a Random Event to the Scene. Die Orakelkarten sagen zu diesem Zufallsereignis: Protect Community. Das ist gut, daraus wird dann folgendes:

Der Greyhound Bus stoppt schließlich vor einer Straßenabsperrung. Scheinbar sind mehrere Autos auf dem Highway ineinander gerasselt, eins ist von der Fahrbahn abgekommen. Mehrere Polizeiwagen stehen dort mit blitzenden Blaulichtanlagen. Irgendein weißlicher Dunst steigt über dem Asphalt auf und nimmt die Sicht, vielleicht ist das Schneedunst, oder Motorenrauch. Polizeibeamte laufen zwischen den Autos umher, die mittlerweile auf beiden Seiten einen kleinen Stau bilden. Der Busfahrer des Greyhound macht eine Durchsage: Alle Fahrgäste mögen bitte sitzen bleiben. Hier drin wären sie sicher.

Polizei und Busfahrer streben also den Schutz der Fahrgäste an … aber wovor? Wie zeigt sich denn die Gefahr? Dazu sagen die Orakelwürfel: Adance a Threat. Noch mehr geradeaus geht’s ja gar nicht. Dann lassen wir die Gefahr direkt über die Szene hereinbrechen:

Danas wache Instinkte nehmen weiterhin an Intensität zu. Sie will sich nicht aufhalten lassen hier draußen, und sei es von einem Stau! Und nun kommt auch noch Bewegung in den feinen Schneedunst, der unaufhörlich da draußen über den Highway hinweg fegt. Das weiße Pulver beginnt ein merkwürdiges Kräuseln in der Luft zu beschreiben. Der Wind dreht sich …

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Re: [Savage Worlds] Ghostbusters Solo Play
« Antwort #110 am: 12.01.2026 | 16:34 »
Das Baby an sich gepresst fährt Dana herum, von ihrem sechsten Sinn getrieben. Aus Richtung Stadt nähert sich in rasendem Tempo am grauen Himmel ein Flugobjekt, seine Umrisse flattern. Es ist durchscheinend, und rosa und violett!
Dana stößt ein heiseres „Nein!“ aus, und springt aus ihrem Sitz auf. Sie ist die einzige im Greyhound Bus, die begreifen kann, wer oder was es ist, das sich durch die Luft nähert. Andere Insassen werden unruhig, und beginnen, durcheinander zu rufen und mit Fingern nach hinten zu zeigen.
„Fahren Sie weiter! Über den Standstreifen! Fahren Sie!“, ruft Dana flehentlich dem Busfahrer zu, als sie seinen Fahrersitz erreicht hat.

Den lassen wir gerade mal Spirit würfeln, als er die übernatürliche Erscheinung in seinem Rückspiegel sieht. Sein W6 zeigt einen Misserfolg: Schreiend springt der Fahrer auf, öffnet per Knopfdruck die Tür, und hechtet hinaus, prescht wie von Sinnen über den Straßengraben, und über die verschneiten Äcker!
Die Fahrgäste sind ebenfalls großteilig aufgesprungen, manche wollen ebenfalls nach draußen flüchten. Dana (mit ihrem Nachteil Ruthless (Minor: Haunted by Zuul)) weiß nur eines zu tun: Mit einem Zähnefletschen wirft sie sich kurzentschlossen selber auf den Fahrersitz, lässt eigenmächtig die Karre an, und tritt mit all ihrer Kraft das Gaspedal bis zum Boden durch!

Dafür lassen wir sie Driving würfeln, das hat sie nicht als Skill, sie kann aber PKWs fahren — unter normalen Umständen. Dann gilt ein W4-2 für sie als Driving-Würfel. Mit zwei Rerolls schafft sie jedoch trotzdem einen Erfolg: Der Greyhound röhrt auf, schlingert beim Anfahren, und brackert schwankend auf den Standstreifen des Highway. Es stinkt nach verschmortem Gummi. Dana hält das Gaspedal durchgedrückt.
„Alle wieder hinsetzen! Festhalten!“, ruft sie ins Busfahrer-Mikrofon!
Ein Polizist springt ihr in den Weg und wedelt mit den Armen, um sie davon abzuhalten, auf dem Standstreifen am Stau vorbei zu brettern. Sie hupt wütend, während sie kontinuierlich weiter beschleunigt, und der Mann ist klug genug, im letzten Moment wegzuspringen! Im Rückspiegel nähert sich das durchscheinende Objekt, und schwebt nun tiefer. Das, was da flattert, ist ein geisterhafter Mantelsaum. Die Augen der Gestalt leuchten in einem teuflischen Licht auf, und sie beginnt zu grinsen. Sie trägt einen Damenhut und ein altmodisches Kleid, und schiebt einen Kinderwagen — aber sie ist nur als rustikale Kinderfrau verkleidet … unter dem Mummenschanz verbirgt sich jemand anderes.
„Janosz!“, keucht Dana, als sie sein Gesicht wiedererkennt!

Wir lassen sie einen weiteren Driving-Wurf machen gegen seine Agility, da hat er einen W8, ebenfalls mit Wild Die. Beide kommen (nach Danas Reroll) auf eine satte 10! Dana hat jedoch ihren Unskilled-Abzug, und unterliegt dadurch.

Das geisterhafte Abbild von Janosz Poha in seiner grotesken Verkleidung setzt sich mühelos neben das Fahrerfenster. Sein Grinsen wird infernalisch. Dana fährt wütende Schlenker, und schert schließlich aus, zurück auf die Fahrbahn, als sie den Stau passiert hat, um die Erscheinung abzuschütteln. Diese holt wieder auf, streckt ihren einen nebelhaften Arm auf die doppelte Länge, durch das Fahrerfenster hindurch, und greift die Fensterkurbel! Dana schreit auf, beschreibt einen weiteren Schlenker, von dem der röhrende Greyhound Bus beinahe auf die Seite kippt! Das Fenster ist jedoch unten, Janosz' überlanger Arm entreißt Dana Oscar, und sofort gewinnt die ätherische Gestalt an Höhe! Oscar landet in dem Kinderwagen, und mit flatterndem Mantelsaum verschwindet die Erscheinung, zurück in Richtung der Stadt!

Für Dana machen wir da mal einen Failure Move: Schnappt die Polente sie, wegen ihrer Bus-Entführung? Der Orakelwürfel sagt, Foreshadow Trouble. Das hatten wir doch eigentlich gerade sowieso gemacht? Welche weiteren Schwierigkeiten zeichnen sich dann also hier ab? Der Pik König sagt uns laut One Page Solo Engine: A mystical Faction. Das beantwortet die Frage klar, also dann:

Dana taumelt auf die Straße, und versucht, noch einen Blick auf den Spuk zu erhaschen. Der Winterwind durchwirbelt ihre dunkelbraunen Locken. Die Fahrgäste aus dem Greyhound Bus rufen ihr verwirrt und ängstlich nach, aber sie hört ihre Stimmen kaum. Einer der Polizisten nähert sich ihr, und sagt in sein Funkgerät, „Ja, hier ist sie, wir haben sie! Verstanden, Mister Litvinov!“
„… Litvinov!“, wispert Dana entsetzt.


Ray ist blässlich und sieht insgesamt aus wie ein Schluck Wasser in der Kurve, in seiner knisternden Rettungsdecke und seinen Long Johns, als die hintere Autotür des Ecto-1A sich öffnet.
„Wir sind da, Ray … hey, Ray?“, sagt Winston vorsichtig, „Erstmal alle Mann unter die Dusche!“
Winston dreht sich hilflos nach den anderen in der Fahrzeughalle um, als keine Reaktion kommt. Die Gesichter von Jas und Egon erscheinen in der Autotür, und Egon hält Ray das sirrende Giga-Meter unter die Nase.
„Unsere Werte sind alle im grünen Bereich. Auch Deine, Raymond!“, stellt er fest.
Jas sagt, „Jetzt mal aussteigen, mein Goldjunge! Du brauchst gar nicht dreinschauen wie sieben Tage Regenwetter. Der alte Ölschinken im Museum kann Dir nichts mehr anhaben, wir sind wieder in der Feuerwache!“
„Ich sollte nicht … ich sollte vielleicht besser …“, bringt Stantz hervor.
Winston sagt im Hintergrund, „Guckt mal, Phil und Louis sehen aus, als wollten sie dringend mit uns reden.“
„Mensch Jungs … ich sollte jedenfalls auf keinen Fall …“, stammelt Raymond.
Jas versteht genau, was bei seinem Kollegen grade Phase ist. Er sagt, „Du brauchst Dir keine Selbstvorwürfe zu machen, Mann. Das war doch nicht Deine eigene Idee, Amok zu laufen! Du standest unter dem Einfluss des Psychomagnotherischen Schleims, und offensichtlich dem Willen von Vigo! Das warst nicht Du. Du bist jetzt wieder Herr Deiner eigenen Taten“, und er legt Ray eine Hand auf die hängende Schulter. Die Rettungsdecke knistert leise.
Phils Stimme erklingt, „Und wenn wir dann damit fertig sind, Leute, dann machen sich ein paar von Euch besser doch ein paar Selbstvorwürfe!“
Jas fährt auf, und wendet sich zackig zu Croucher um, und raunzt, „Phil, Du polemisches kleines Trampeltier! Deine obligatorische Standpauke kann warten! Wir haben hier grade ein größeres Problemchen!“
„Oh, Ihr Jungs kennt Euch aus mit Problemchen, schon recht“, knurrt Phil, „Vor allem fabriziert Ihr mir welche. Und Ihr kriegt eine Standpauke, die nicht warten kann, Elliott.“
„Was soll der Scheiß?“, fragt Janine säuerlich.
„Hardemeyer war vorhin hier.“
„Oh, Jack!“, sagt Jasper mit überspitzter Freude, „Was hatte er denn diesmal Ermunterndes für uns?“
„Nichts dergleichen“, sagt Croucher, und hält den Umschlag mit den Fotos hoch, „Das ist das Ende unserer Firma.“
Alle gucken ihn groß an.


Ray kommt kurz darauf in seinem Bademantel aus der Dusche, ein Handtuch um den Kopf gewickelt, und in seinen Plüschhasen-Hausschuhen. Egon hat eine Tasse mit schwarzem Kaffee in der Hand und tritt ihm entgegen. Aus der Fahrzeughalle unten hört man allgemeines Gemecker aufgebrachter Stimmen herauf dringen. Das Telefon schrillt außerdem ständig.
„Was streiten die denn da unten?“, fragt Ray, er fühlt sich immer noch desorientiert, wegen den Beruhigungsmitteln, der Besessenheit, und nicht zuletzt dem Bad im Strom aus Schleim.
„Phil hat durch Jack Hardemeyer von der Schwarzarbeit von Dir, Peter, und Winston erfahren“, sagt Egon.
„Öh, was? ... Öh, Schwarzarbeit?“
„Du brauchst nicht mehr so zu tun, Raymond“, sagt Spengler mit einem beinahe mitleidigen Lächeln, „Die sprichwörtliche Katze ist aus dem Sack.“
„Ja, äh. … Aber wir haben das wirklich nur dann gemacht, wenn’s wirklich dringende Fälle waren, Spengs! Wir … wir konnten unsere Technologien ja den Bürgern dieser von Spuk geplagten Stadt nicht gänzlich vorenthalten! Und, na ja, Du weißt ja, Venkman kann ziemlich überzeugend sein, wenn er so richtig Bock hat auf irgendwas!“
„Gewiss“, nickt Egon, „Nun … Phil hält diese Sache für einen schwerwiegenden Vertrauensbruch. Er droht, auszusteigen.“
„Aber das kann er doch nicht! Der hat doch haufenweise Privatgeld in unsere Firma investiert! Und überhaupt ist er doch unser Manager!“
„Zur Stunde sieht es aus, als würde Hardemeyer seinen Kopf durchgesetzt bekommen“, sagt Egon, seine nüchterne Stimme klingt etwas grimmig, „Der hat Phil und Louis unter Druck gesetzt. Wir sollen für den Rest der Feiertags-Saison die Füße still halten.“
„Das ist doch unmöglich! Die restliche Saison?! Hörst Du nicht, wie da unten das Telefon heiß läuft?“
Tatsächlich hat offenbar unten in der Fahrzeughalle gerade Janine den Hörer nach langem Klingeln abgehoben, und pampt den Anrufer an, „Ja, ja, Geisterjäger! Haben Sie eine Ahnung, wie spät es ist?! Was soll das heißen, normale Geschäftszeit, neun Uhr früh?! Ach so, ja, Sie haben vielleicht sogar Recht. Kann sein, dass ich die Nacht durchgemacht habe, wissen Sie! Was wollen Sie denn nun?!“
„Was gibt’s denn hier für einen Menschenauflauf?“, hört man plötzlich Peters Stimme, als er von draußen in die Einsatzzentrale geschlurft kommt, „Hat man Euch Freibier gesponsort? Dann mal her damit!“
„Du!“, hört man Phil Croucher, er klingt anklagend und zornig, als wolle er seinem Halbbruder echt mal eins auf die Schnauze hauen.
Stantz und Spengler sehen sich alarmiert an.

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Re: [Savage Worlds] Ghostbusters Solo Play
« Antwort #111 am: 13.01.2026 | 15:59 »
Soundtrack: Glenn Frey, Flip City
https://www.youtube.com/watch?v=zBKc8O3rt38&list=RDzBKc8O3rt38&start_radio=1

Das Telefon der Einsatzzentrale verstummt in den nächsten Tagen und Nächten tatsächlich kaum noch. Ein panischer Anrufer nach dem anderen meldet sofortige Notfälle mit größter Dringlichkeit. Zahlreiche solche Notfälle werden auch von mehreren städtischen Behörden gemeldet. Die Ghostbusters haben erst mal kaum eine andere Wahl, was Hardemeyers Drohungen betrifft, als zu hoffen, dass es leere Drohungen gewesen sein könnten. Und Zeit, ihre Firma etwa aufzulösen, wie Phil gesagt hat, die haben sie erst Recht nicht!

„… Und die geschilderten Fälle werden immer fantastischer, und immer weniger glaubwürdig!“, meckert Percy Hayburn gut gelaunt in sein Radio-Mikrofon, „So wird seit heute früh behauptet, am gestrigen Spätabend sei eine gut situierte Dame mit ihren Stöckelschuhen in eine Lache dieser Chemikalie getreten … und ihr Nerzmantel sei daraufhin zu neuem Leben erwacht!“
„Der Mantel selbst, Percy?!“, lacht Co-Moderator Carl Gabriel.
„Die Nerze, aus denen das Stück angefertigt wurde, Carl! Auf Rache aus, gebissen und gekratzt haben sollen sie! Die Madame habe sich entsetzt von dem wildgewordenen Ding befreit, und es sei — halb Kleidungsstück, halb diabolische Kreatur! — den Broadway hinunter gerannt auf unzähligen, kleinen Krallenfüßen! Hat man Worte?“
„Klingt wie ein billiger Trick der Anti-Pelz-Lobby, diese Geschichte! Nun ja: Zahlreiche Keller in der Bronx sind jedenfalls letzte Nacht vollgelaufen mit der rätselhaften Substanz mit der rosa Farbe! Die Stadtreinigung hat bereits öffentlich kapituliert vor der Menge der Anfragen!“, fügt Gabriel hinzu.
„Die Leichtgläubigen unter uns New Yorkern sind also dabei, sich in eine allgemeine Hysterie hinein zu steigern, die an jenen lamentablen Ausnahmezustand erinnert, wie wir ihn vor zwei Jahren sehen mussten! Und wer steckt hinter all dem?“, wettert Hayburn.
„Die Ghostbusters!“, sagen sie beide wie aus einem Munde, verächtlich zwar, aber auch durchaus vergnügt, in ihrem infernalen Eifer.
„Nach allem, was man auf den Korridoren der Macht hört, hat es übrigens unser Mann, Bürgermeister-Assistent Jack Hardemeyer, auf sich genommen, endlich für Ruhe in der Stadt zu sorgen!“, knurrt Hayburn.
„Auf welche Weise wird Hardemeyer durchgreifen?“, fragt Gabriel zackig.
„Das scheint bisher nur er allein zu wissen. Aber nach allem, was man hört, ist dieser Kerl drauf und dran, einen dicken Keil unter die Reifen des Einsatzfahrzeugs dieser Übeltäter zu rammen, Carl, und das verdammte Lenkradschloss einzurasten! Metaphorisch gesprochen. Der aufrechte New Yorker kann ihm dabei nur die Daumen drücken! Jedenfalls hat Mister Hardemeyer bei einer von Lennys Pressekonferenzen gestern nebenbei gesagt, seiner Einschätzung nach würden in allen sogenannten Spuk-Fragen diese sogenannten, selbsternannten Experten nicht mehr verfügbar sein!“


Der Einsatzplan lässt kaum auch nur die Zeit für eine Kaffeepause. Keiner in der Feuerwache kann einen klaren Gedanken fassen, was Rays Besessenheit oder die Zukunft der Firma betrifft. Louis stellt (determiniert, jedoch tollpatschig) wieder dem Hausgeist nach, der sich wieder regt, aber sich nie sehen lässt. Die Stadtverwaltung gibt durch, dass zwei völlig perplexe Dock-Aufseher bei ihnen angerufen hätten, und zu vermelden gehabt hätten — die Titanic sei soeben im Hafen New Yorks eingelaufen. Das gewaltige, verkrustete Wrack habe selbsttätig an einem der Docks angelegt, trotz des gähnenden Lochs, das der Eisberg einst in ihren Bug gerissen habe … und ein Strom durchscheinender Fahrgäste wäre nun dabei, von Bord zu gehen! ... Nun, besser spät als nie!

Gleichzeitig kommt jedoch raus, dass Dana Barrett und Oscar spurlos verschwunden sind. Hausverwalter Frank ruft nämlich Janine an, und will wissen, wer für den Heißwasser-Schaden im Gebäudekeller und Miss Barretts verwüstetes Apartment aufkommt. Sie selber könne er ja nicht fragen: Sie ist getürmt! Als Peter selben tags davon erfährt, will er sich sofort aus dem Einsatzplan rausziehen, und all seine Bemühungen darauf konzentrieren, die beiden wiederzufinden! Er hat immer noch das Veilchen-Auge, das Phil ihm gehauen hat, so wie Phil ebenfalls ein Veilchen-Auge von Venkman hat. Janine ist jedoch eisern: Ohne Peter fällt der ganze Einsatzplan in sich zusammen wie ein Kartenhaus, jedes Paar Chemieschutzhandschuhe wird jetzt gebraucht. An eine Auszeit ist nicht zu denken.

Dennoch macht Peter sich nebenbei an seine verzweifelte Recherche. Mit einem Reroll gelingt sein Research-Wurf (er hat ja nur einen armseligen W4 dabei; „Sie sind ein schwacher Wissenschaftler, Dr. Venkman!“). Auf diese Weise gerät er schließlich an Steward Bower: Steward weiß aufgrund seines Telefonats mit Dana vorgestern, was in deren Apartment geschehen ist, und dass sie im Begriff war, zu ihm zu flüchten, zurück nach Upstate New York, als sie verschollen gegangen ist …

Sowohl von Janosz Poha als auch den Litvinovs fehlt plötzlich jede Spur. Das verwundert deswegen nicht sonderlich, weil viele Einrichtungen seit gestern geschlossen haben — das Manhattan Museum of Art beispielsweise hat im Zuge der ständigen Störfälle und der panikartigen Zustände zwischen den Feiertagen komplett seine Tore verriegelt.


Die Ghostbusters haben also mehrere Notfall-Einsätze zu fahren, während gleichzeitig die Fahndung läuft nach Danas Aufenthaltsort (gleichzeitig durch Polizei, diverse Connections, Nancy Duvivier, Steward Bower, und Jimbo Henderman).

Im bekannten Movieland Theatre am Times Square hat sich während der heutigen Spätvorstellung des Filmklassikers ‚Cannibal Girls‘ eine violette, vierarmige, torsomäßige Erscheinung materialisiert. Nachdem er eine Panik ausgelöst und damit das Kino komplett geleert hat, weigert sich der Theater-Geist laut den Betreibern dennoch, gänzlich zu verschwinden. Jas, Peter, und Winston haben eine eilige Blaulichtfahrt zum Broadway gemacht, und stürmen nun das alte Kino. Der Eingangssaal ist dunkel und wider Erwarten leer, aber Jas bekommt bereits eine Anzeige auf seinem PKE-Gerät …!

Für diesen Einsatz machen wir einen taktischen Kampf auf einem Spielplan! Folgende Regeln sollen dabei gelten:

PKE-Signal: Der eigentliche Gegner, der Theater-Geist (wie er in der Montage in Ghostbusters II auftaucht) ist vorerst noch nicht materialisiert, aber seine Energiesignatur ist messbar. Daher beginnt er das Spiel als PKE-Marker. Der PKE-Marker erscheint erst, wenn in Kontakt zu einem der drei Symbol-Marker die auf dem Spielplan ausliegen einer unserer Wild Cards ein Notice-Erfolg dafür gelingt. Er wird angrenzend zu einem zufällig ermittelten Symbol-Marker ins Spiel gelegt. Er kann die Havoc-Kraft auslösen, immer zentriert auf sich selbst. Ansonsten bewegt er sich von allen Geisterjägern weg, so weit er kann, ohne den Spielplan zu verlassen. Innerhalb von drei Feldern kann man ihn mit dem PKE scannen, um ihn auf rot zu drehen. Erst wenn der rote Marker erfolgreich gescannt wird, erscheint der Theater-Geist.

Galoppierende Ghule: Niedere Manifestationen spuken ebenfalls durch die Eingangshalle. Bei Spielaufstellung und außerdem bei jeder Aktionskarte der Galoppierenden Ghule wird ein Symbolwürfel gerollt. Bei einem Viereck, Kreis, oder Wellenlinien spawnt auf dem entsprechenden Symbolmarker ein Ghul. Bei einem Chaos-Symbol spawnt auf allen drei Feldern einer. Für jedes Mal, dass ein Ghul oder mehr in einer Geisterfalle gefangen werden, wird ein beliebiger Symbolmarker vom Spielplan genommen. (Für jeden weggenommenen Symbol-Marker gibt’s einen zusätzlichen Geldbonus-Marker, wenn die Mission insgesamt erfolgreich ist.)



Spielaufstellung: Die Lobby des Movieland Theatre; Venkman, Elliott und Zeddemore stürmen rechts den bisher leeren Saal


Runde 1: „Ich sollte überhaupt nicht hier sein …!“, knurrt Venkman abgelenkt, während er seinen Protonenstrahler zieht und hochpowert. Widerwillig geht er durch die Lobby, nach rechts, sieht sich um.
„Wir finden Dana und Oscar schon, Mann“, ermutigt ihn Winston, während er nach links absichert, „Bleib‘ konzentriert!“, und supportet Peter mit einem Persuasion-Wurf.
Jas scannt vorsichtig umher, während er sich mittig hält. Er würfelt erfolgreich, und der Symbolwürfel beschert uns den PKE-Marker direkt vor Jas‘ Füßen!



Schon findet das PKE-Gerät von Jas (rot) das Signal!


„Ich hab‘s schon, Jungs! Hier ist es!“, raunt er aufgeregt.
Damit bekommt der PKE-Marker nachträglich eine Aktionskarte, und mit der ist er direkt am Zug! Er schmeißt sofort seine Havoc-Kraft an, und Dr. Elliott ist in der Gefahrenzone.



Bei der dieser Aktivierung der Havoc-Kraft zählt die mittlere Schablone als Wirkungsbereich, und Jas steht drin


Ein telekinetischer Wirbelsturm tost auf, und verteilt zerfetzte Filmplakate, Popcorntüten samt klebrigem Inhalt, Programmhefte und Glassplitter mit Zentrifugalgewalt in der Lobby! Jas wird Distracted und schlicht davon katapultiert wie ein Spielzeug, er kracht gegen den Türrahmen des Haupteingangs. Er nimmt 2W4 Kollisionsschaden: Shaken bleibt er liegen.

Dann würfeln die Galoppierenden Ghule, aber ein Plus-Symbol fällt, dadurch manifestiert sich keiner von ihnen.

Runde 2: Der PKE-Marker bewegt sich, und wiederholt seinen Telekinese-Angriff bei Peter Venkman. Dieser wird zur nördlichen Saalwand zurück geweht und landet auf dem Arsch, aber sein Aufprall ist weniger hart und er wird nicht Shaken (nur sauer!). Als dann wandert das PKE-Signal mit dem Rest seiner Pace (9 Felder) so weit weg zum westlichen Spielplanrand wie es kann.
Jas Elliott erholt sich von Shaken, kämpft sich mit einem Strength-Erfolg von allein wieder hoch auf die Füße, und taumelt vorwärts, das zirpende PKE-Gerät wieder erhoben.
Winston joggt rüber zu Peter, und zerrt ihn ebenfalls wieder auf die Füße. Jas raunt er zu, „Du musst es wiederfinden, wir zählen auf Deine Spürnase!“

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Re: [Savage Worlds] Ghostbusters Solo Play
« Antwort #112 am: 13.01.2026 | 16:22 »
Die Ghule sind am Zug, und diesmal materialisiert sich einer auf dem Wellenlinien-Feld.



Die Galoppierenden Ghule sind die Standard-Gegnermodelle aus Ghostbusters: The Board Game (Nummer I)


Alle Mitarbeiter machen ihren Furcht-Wurf, Zeddemore sieht sich gehetzt nach dem blauen Glosen um,, gibt ein „Uah!“ von sich, und wird Distracted.
Das vielfüßige Phantom prescht auf ihn zu, der Klang von vielen kleinen, nassen Fußsohlen auf dem Fliesenboden ist enervierend, und beißt und schlabbert in Winstons Richtung, aber verfehlt ihn mit seinem W4. Peter kämpft noch um sicheren Stand, da feuert er schon auf den Galoppierenden Ghul, trifft mit Raise, und drängt ihn mit seinem Positronenstrom zurück, weg von Zeddemore, macht ihn Shaken. „Was ist hier los — noch mehr, die keine Eintrittskarten haben?“, tönt er angriffslustig.

Runde 3: „Sehr gut, haltet ihn fest!“, ruft Jasper gut gelaunt, während er weiter joggt, immer noch dem eigentlichen Signal hinterher, scannt es deutlich, und — dank Winstons Support-Bonus — es gelingt ihm ein Raise. „Die Signalstärke geht durch die Decke, Jungs, Köpfe einziehen …!“, ergänzt er noch.



Elliott liest das Signal deutlicher aus, was es wütend macht, und es wird auf die rote Seite gedreht


Und das mit der steigenden Signalstärke scheint zufällig auch die Galoppierenden Ghule zu betreffen: Ein Chaos-Symbol fällt diese Runde auf dem Symbolwürfel, und auf allen Symbolfeldern manifestiert sich je ein weiterer!
„Scheinen ja ziemlich viele Zuschauer fuchsteufelswild über den Film zu sein!“, kommentiert Winston, zwängt sich hinter Peter durch und bringt sich in Position, um zwei der neu materialisierten Gespenster mit dem Schleimsprenger abzudrängen. Er feuert als Multi-Action, und sein grell-rosa Plasmastrahl macht beide Ziele Shaken.
Peter feuert weiterhin auf den ersten der Ghule, und bekommt ihn im Fangstrahl Entangled.



Winston (lila) hat mit dem Schleimsprenger die Geister links oben und rechts unten Shaken gemacht, Peter (grün) hat einen mit seinem Protonenstrahl Entangled


Der PKE-Marker bekommt diese Runde Havoc glücklicherweise nicht ausgelöst, aber geistert dafür unbemerkt zum menschenleeren Ostkante des Spielplans.

Runde 4: Jas wirbelt herum, und zieht seinen Protonenstrahler. Da Winstons beide Ziele schon durch den Positiv-Romantik-Schleim geschwächt und Shaken sind, kann Jas direkt den Fangstrahl einsetzen. Mit zwei Attacken (dank dem Vorteil Nice Shooting, Tex) bekommt er sein Ziel Bound, und bewegt es neben das von Venkman, um beide gemeinsam in eine Falle einsaugen zu können. Peter lacht fies, verstärkt seinen Fangstrahl-Griff um sein Ziel, und macht dieses ebenfalls Bound. Winston tritt näher, und wirft seine Geisterfalle ab.



Jas und Peter halten jeweils einen Ghul Bound, und Winston wirft die Geisterfalle aus


Ein Stampfen auf das Fußpedal, und zwei sind in der Büx‘! (Das ist auch eventuell nötig, hier ökonomisch mit den Fallen umzugehen, denn wir haben ja nur insgesamt drei im Spiel in diesem Szenario, und müssen ja den Theater-Geist selbst noch fangen!) Damit nehmen wir den Symbolmarker mit dem Kreis vom Spielplan.

Schon sind die blauen Ghule am Zug. Der zweite von Winstons Schleim getroffene Exemplar erholt sich von Shaken, und seine Manifestation wird wieder deutlicher. Kreischend rennt er rücklings in Winston herein, macht zwar keinen nennenswerten Nahkampfschaden, aber schleimt ihn ein, wodurch Mister Zeddemore jetzt Fatigued ist. Der andere Geist rast auf Jasper Elliott zu, und tut dasselbe.



Neue Erscheinungen preschen herbei um Jas und Winston mit ihrem Ectoplasma einzukleistern


Jas wird nicht nur eingeschleimt, sondern durch die Knüffe und Püffe der flinken, blauen Fäuste auch noch Shaken.
Der PKE-Marker geistert derweil ungesehen (und ungescannt) hinter Elliott und Zeddemore, aktiviert Havoc mit Raise, und sie verschwinden in einem Wirbel aus Papierfetzen, Dreck, und Staub, die Außenscheiben der Lobby werden von Rissen durchzogen! Jas Elliott das halbe Hemd wird weggeweht, kracht gegen die westliche Mauer, packt sich ab, und entgeht nur durch Benny-Ausgabe einem Wundlevel. Winston geht schreiend in die Hocke und kneift die Augen zu gegen den Staub, aber mit seiner Bärenstärke hält er sich auf Position, ohne weggeblasen zu werden. Dann wandert das Signal wieder nach rechts, schön weg aus der Reichweite der verhassten PKE-Messgeräte.

Runde 5: Winston Zeddemore macht wieder seine Multi-Attack mit dem Schleimsprenger gegen beide bläulichen Phantome, aber trifft diesmal nur eins. Dies wird aus dem Nahkampfkontakt mit ihm wegkatapultiert, und Shaken. Der andere Schleimstrahl räumt zwei lebensgroße Pappaufsteller von Michael Keaton als Batman ab, und verarbeitet sie zu nassem Pappmache. Ein erster Umgebungsschaden-Marker.



Jas hat's weggeschleudert; Winston feuert verzweifelt Plasma-Salven


„Du bist der nächste, Du bescheuerter Zappelphilipp!“, knurrt Venkman, feuert seinen Fangstrahl auf den von Zeddemore geschwächten Ghul, und bekommt ihn umgehend Bound! „Apropos Zappelphilipp, komm‘ Du mal wieder hoch, Jas!“, schreit er über das Krachen seines Protonenstrahls hinweg, und generiert Jas seinen Command-Bonus, um sich von Shaken zu sammeln.
Dieser kämpft gegen die Benommenheit an, ist aber noch Distracted und Fatigued, da bringt Pete‘s Command-Vorteil auch nix, er muss Shaken mit einem Benny wegkaufen. Aus dem Liegen feuert er daraufhin auf den anderen Galoppierenden Ghul, der noch nicht im Fangstrahl ist. Leider verfehlt er wegen Distracted zweimal, bringt die Deckenbeleuchtung zum Explodieren und es regnet Funken und Glassplitter hernieder! Zwei weitere Umgebungsschaden-Marker.
Die Ghule sind dran: Einer stemmt sich zischelnd gegen Peters Fangstrahl und rudert mit Armen und zahllosen Beinen, aber kommt nicht über seinen Shaken-Zustand hinweg. Der von Jas Verfehlte prescht zu dem hin und versucht dem am Boden Liegenden mit seinen vielen Füßen in die Rippen zu treten, aber verfehlt, fahrig.

Runde 6: Winston zieht einen Joker! Er macht einen Seitenschritt zu Peter, schnappt dessen Geisterfalle von seinem Gürtel, und wirft diese zwischen die beiden Ghule. Mit seinem Schleimsprenger macht er Jas‘ Angreifer Shaken.
Der PKE-Marker schwebt hinterrücks näher, entfesselt seinen Havoc-Sturmwind gegen Mister Zeddemore, aber heroisch stemmt dieser sich dagegen, und hält sich abermals auf den Füßen. Nur Distracted ist er durch die Attacke wieder.
Die Ghule können sich mit ihren W4 beide nicht von Shaken erholen, das passt unseren Helden ganz gut in den Kram.
Und das ist die Chance für Dr. Elliott: Während Winstons Schleimsprenger seinen Angreifer zurückdrängt, feuert er erneut aus dem Liegen seinen Fangstrahl. Ein Reroll für den Angriffswurf brockt ihm jedoch eine Doppeleins ein! Sein Protonenstrahl zuckt quer durch die Kinolobby, und bringt die Popcornmaschine zu einer spektakulären Explosion! Eine Feuerkugel steigt auf, Glas und Plastik fliegt in alle Richtungen — und es riecht auch noch lecker! Das ist dann der vierte Umgebungsschaden-Marker.



Nach der dramatischen Zerstörung der Popcornmaschine haben die Jungs einige Umgebungsschaden-Marker auf ihrem Sündenkonto


Peter ist damit beschäftigt, auf den Ghul draufzuhalten, den er bereits Bound hält, er kann deshalb gerade nicht mehr tun als auf Hold gehen. Es muss eine neue Geisterfalle ausgeworfen werden!

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Re: [Savage Worlds] Ghostbusters Solo Play
« Antwort #113 am: 13.01.2026 | 16:43 »
Runde 7: Zeddemore hält abermals einem Havoc-Angriff stand. Dann wandert das PKE-Signal wieder davon, in die hinterste Ecke rechts unten auf dem Spielplan.
Jas sagt, „Oh Man, oh Mann, oh Mann!“, während er seinen verirrten Protonenstrahl wieder in Position zurück holt, und nun trifft er mit Raise! Beide Galoppierenden Ghule sind nun Bound! Peter, nicht faul, nutzt daraufhin sofort seinen Hold-Marker, tritt neben Winston, ohne seinen eigenen Fangstrahl zu unterbrechen, und tritt mit einem „Wuhuu!“ auf das Fußpedal der ausgelegten Falle. Zwei weitere Ghule sind gefangen! Stinkender Qualm steigt von der geschlossenen Falle auf. Wir nehmen den Symbol-Marker mit Wellenlinien vom Plan.
Winston hilft schnell Jasper wieder auf die Füße, und sammelt dann die gefüllte Falle ein.

Runde 8: Mit nur noch dem Viereck-Symbolfeld im Spiel ist die Chance nun sehr gering, dass weitere Ghule spawnen, und es passiert diese Runde auch nicht. Jas dankt Winston, nimmt wieder das PKE-Gerät hoch, und rennt Richtung Signal-Marker. Der hat sich aber so weit abgesetzt, dass der Geisterjäger nicht ganz in Reichweite kommt für den nächsten Scan, der die Position des eigentlichen Spuks endgültig enttarnt.
Winston nutzt die kurze Atempause, um den blauen Ecto-Schleim von seinen Kampfstiefeln abzuschütteln, und sich vom Fatigue-Schaden zu befreien. Peter zielt misstrauisch, und geht auf Hold.

Während Elliott sich der Signalquelle genähert hatte, wurde das Zirpen des Geräts lauter; nun ist der PKE-Marker am Zug, entlädt seine telekinetischen Zentrifugalkräfte auf den Eindringling — aber diesmal kauert Jas sich zusammen, lehnt sich gegen den Wirbelwind, und wird nicht weggeweht. Der Marker geistert daraufhin in die rechte, obere Spielplanecke.

Runde 9: Aber nicht mit Dr. Elliott, der hat jetzt ein As als Aktionskarte, das reicht, um die Signalquelle in die Enge zu treiben! Er scannt sie mit Raise … und der Theater-Geist materialisiert sich!



Jas hat den eigentlichen Gegner enttarnt ... und wünscht sich womöglich, es nicht getan zu haben!


Das außerweltliche Monster fasst sein Gegenüber ins Auge, mit seinen sechs Glubscherchen, die er hat, und breitet seine Rückenflügel und seine vier Arme mit Krallenhänden aus, angriffsbereit. Weil Jas noch Distracted ist von dem Telekinese-Angriff schafft er den Furcht-Wurf nicht. Er schreit wie am Spieß, und rennt weg wie ein panisches Schulmädchen, durch die ganze Lobby! Das Entsetzen macht ihn Shaken.

Der Theater-Geist fliegt mit einem bedrohlichen Gurgeln und Zischen auf die Störenfriede zu, welche jetzt die nächstbesten Ziele darstellen, Venkman und Zeddemore. Er deckt die beiden mit Krallenangriffen ein (dafür rollt er 4W8, jeder ein einzelner, unmodifizierter Schlag, plus Wild Die!).



Der Theater-Geist sucht sich neue Ziele, nachdem Elliott geflohen ist


Peter absorbiert mit ordentlich Benny-Einsatz zwei Wundlevel, Winston absorbiert eins, gut dass diese beiden mittlerweile W10 als Vigor-Würfel haben; beide werden obendrein eingeschleimt.
Zeddemore hält mit einem Schrei den Schleimsprenger auf das tobende Monstrum. Mit einem beachtlichen Schadenswurf verpasst er dem Theater-Geist zwei Wundlevel, und dränggt ihn durch den Schleimdruck zurück. Der Gegner setzt seinen zweiten Benny ein, und negiert mit seiner übermenschlichen Zähigkeit (Vigor W12+4) allen Schaden. Jetzt hat er jedoch keine Bennies mehr zum Absorbieren. Das ist unsere Chance.
Venkman nutzt seinen Hold-Marker und feuert seinen Protonenstrahl ab. Sein Schadenswurf ist auch nicht schlecht, er macht die Erscheinung immerhin Shaken.

Runde 10: Jas muss in seiner Panik Shaken mit seinem letzten Benny wegkaufen, um sich mit aller Macht zusammenzureißen. Binbernd dreht er sich nach dem Schrecken um, und nimmt wieder seinen Strahler hoch, geht mit schlotternden Knien zurück, darauf zu. Er feuert, und ein glücklicher Treffer macht das Gespenst erneut Shaken, wodurch es nun ein Wundlevel hat.
„Ja, gut so, Bruder!“, schreit Winston aufgeregt, macht einen Seitenschritt und hält volle Möhre den Schleimsprenger drauf auf den angeschlagenen Geist — er kommt auf 38 Schaden (einer seiner W6 kann nicht aufhören, Sechser zu rollen!)! Der Positiv-Romantik-Schleim macht die Manifestation durchscheinender, und durchschlägt schließlich ihre Flügel und ihren Torso! Damit ist sie auf vollen drei Wundleveln. Sie verpatzt einen Wurf um sich von Shaken zu erholen, und trudelt knurrend und triefend in der Luft auf der Stelle, für diese Runde tatenlos.

Runde 11: Dann aber  sammelt der Theater-Geist sich, und fährt auf Zeddemore los! Vier Krallentreffer streifen ihn, schlitzen ihm die Uniformärmel auf und verteilen Ecto-Sodder auf ihm, machen ihn erneut Shaken, und durch den Schleim außerdem Exhausted.
„Finger weg von ihm!“, schreit Jas und feuert auf den Widersacher, sein Laserstrom wandert auf dessen Leib hin und her, aber richtet noch nichts aus. Winston derweil kann vor lila Schleim nix sehen, er kann sich nicht von Shaken erholen. Peter feuert ebenfalls, und bekommt das Gespenst wieder Shaken, sein Protonenstrahl zerrt es weg von Winston, „Bring‘ Dich in Sicherheit, Zeddy!“, schreit Peter.

Runde 12: Jas schaltet auf Fangstrahl um, und feuert — mit einem Raise erwischt er den Spuk, und macht ihn Bound! Der Strahl zieht das Flatterding näher.
Peter tritt dazu, schnappt sich Jas‘ Geisterfalle von dessen Gürtel, und wirft sie aus!



Der Theater-Geist ist im Fangstrahl, und eine Geisterfalle wartet!


Kreischend und mit allen vier Armen in der Luft rudernd und krallend wird der Theater-Geist in den Laserkegel gezogen, und eingefangen!

Damit ist die Mission abgeschlossen! Leider haben wir die Lobby total verwüstet. Das muss dem Betreiber des Movieland Theatre erklärt werden.

Netterweise sagen uns die Orakelwürfel, dass unsere Ansprechpartnerin eine Dame ist; sogar mit ‚Ja, und außerdem‘-Resultat:

Da gilt dann Dr. Elliotts Attractive-Bonus beim Wurf fürs Debriefing, und mehr noch, die ist selber äußerst gutaussehend, und schon am Schwärmen für unseren stadtbekannten Grinserich! Damit erzielt Jas einen Persuasion-Erfolg trotz Abzug durch die Umgebungsschaden-Marker. Die Madame sagt großmütig, „… ein bisschen Anstreichfarbe und gründlich staubsaugen, das wird’s schon wieder richten!“, und verspricht, ihren Mitbetreibern das zu verklickern, und unterschreibt fröhlich unsere Invoice. Drei neue Geldbonus-Marker in der Bank! Geht sie hinterher mit Dr. Elliott einen eleganten Drink trinken? Aber selbstredend!


Jetzt sind wir bei sensationellen sieben Geldbonus-Markern. Zeit also, Egon, Jas und Ray ordentlich auf die Tube drücken zu lassen, was ‚Forschung & Entwicklung‘ betrifft! Für zwei Geldboni kaufe ich die Aufwertung Force Increase, um einen Druckerhöher in Rays Schleimsprenger einzubauen, jetzt macht der 3W6 Grundschaden (wie Winstons Protonenpack mit Supercharger), und drängt getroffene Ziele gleich zwei Felder weit zurück statt nur einem. Peters Protonenstrahler bekommt einen Supercharger, wie der von Winston. Außerdem gibt’s einen Spezial-Werkzeug-Gürtel, für den Fall, dass wieder ein Pack während eines Einsatzes ausfällt, wie unten in der Kanalisation; und spaßeshalber einen zweiten Ghostbusters-Heißgetränke-Thermalkrug. (Der Bedarf unserer Mitarbeiter nach Extra-Kaffee auch während Einsätzen wird in den kommenden Nächten schließlich ganz gewiss nicht schrumpfen!)


Advances:
Drei unserer Wild Cards konnten durch die zurückliegende Session einen neuen Advance ergattern:
Egon: Nice Shooting, Tex-Vorteil
Jas: Athletics ➜ W8 & Electronics ➜ W8
Peter: Nice Shooting, Tex-Vorteil


Peter sitzt in der halbdunklen Fahrzeughalle, ganz hinten, an seinem vollgemüllten Schreibtisch. Er hat sein Telefon vor sich stehen, einen halbleeren Pizzakarton, und eine Tasse Kaffee, der mittlerweile kalt geworden ist, und er starrt sinnlos ins Leere. Er weiß nicht mehr, seit wie vielen Stunden er jetzt wach ist, er hat die Zählerei aus den Augen verloren.
„Geht’s mit dem blauen Auge?“, hört er Janines Stimme hinter sich.
„Klar geht das“, sagt er, wie automatisch, „Phil ist doch ein halbes Hemd! Der kann doch nicht mal dann anständig zulangen, wenn er derart sauer ist!“
Janine guckt misstrauisch, und steckt eine Fingerspitze in Peters Kaffeetasse. Er guckt pikiert, das findet selbst er irgendwie unfein und übergriffig, hätte ja sein können, das er das Zeug noch trinken will!
„Guck‘ nicht so. Ih, das Zeug ist längst kalt. Hier“, sagt sie, und kippt heißen Kaffee aus ihrer Glaskanne in eine der vielen anderen, leeren Tassen, die auf seinem Schreibtisch stehen.
„Das ist gut!“
„Selbstredend. Die Nacht ist noch nicht vorbei!“
„Hier ist bald alles vorbei“, muffelt Peter, und reibt sich das blaue Auge, „Hast Phil doch gehört.“
„Erstmal wird der laufende Schichtplan abgearbeitet! Dann sehen wir, ob dann alles vorbei ist.“
Er guckt zu ihr auf, „Wo hast Du eigentlich dieses Weihnachten diese große Schnauze her, Janine?“
„Nix da, große Schnauze! Einer muss ja hier mitdenken, während alle anderen nach und nach unaufhaltsam gaga werden, und dieser jemand bin nun mal ich.“
„Siehst Du, schon wieder! Du machst es schon wieder. Das nenn‘ ich große Schnauze!“
„Mag schon sein.“
Peter nippt an dem heißen Kaffee, und sagt übermüdet, und irgendwie weggetreten, „Ich dachte die meiste Zeit über, Du bist nur hier, um Dir unseren Spengler abzustauben. … Wegen dem Gehalt das wir Dir zahlen kann‘s ja nicht gewesen sein!“
„Ich brauch‘ keinen Egon Spengler, um mich zu beweisen“, sagt Janine schnörkellos.
„Ja ja, gibt ja hier noch andere schöne Männer“, murmelt Peter, „Mit unserem Louis könnten wir Dich zusammenbringen, sagt Jas …“
„Ach, halt‘ die Backen, Peter. Einen Typen wie Louis brauche ich auch nicht. Ich kann alles allein.“
Venkman guckt zu ihr hoch, „Stimmt, Du kannst wirklich ganz schön viel allein!“, sagt er, als wäre das eine Erkenntnis, die er gerade jetzt erstmalig hat.
Janine hatte sich schon abgewendet, um zu ihrem Schreibtisch zurück zu gehen. Sie hält inne, und sagt, „Wenn das stimmt, und hier demnächst alles vorbei sein sollte, Peter …“
„Hä …?“
„… Na, da sollte ich endlich mal die Gelegenheit nutzen, um Dir was zu sagen.“
„Oh, Scheiße! Was hab’ ich diesmal gemacht?“, murmelt er.
„Nein, kein Gemecker, Peter. Du machst nicht immer alles verkehrt, das weißt Du doch selber. Ich wollte Dir sagen … Meiner Ansicht nach bist Du eigentlich Frauenrechtler, weißt Du.“
„Hä …? Wer, ich? Das Problem mit Frauen heutzutage ist, dass die Mundwerke nie stillhalten.“
„Ach, Quatsch. Du laberst halt nur das Gegenteil — weil Du eben verrückt bist. Aber … Du hast das gewollt, dass ich mit aufs Geister-Center komme. Damals, vor zwei Jahren, als ich eingestiegen bin. Weiß ich noch ganz genau, wie das war.“
„Hab’ ich …?“
„Klar. Weil Du gemerkt hattest, wie sehr ich selbst das wollte. Das hat für mich ziemlich viel verändert, damals. Also … danke jedenfalls.“
„Echt mal?“
„Ja, echt mal. … Und Peter, mach‘ Dir mal nicht solche Sorgen wegen Dana und ihrem Oscar. Wir finden die schon wieder. Nancy und Jimbo und unsere Medien-Kumpels und die Polizei, die finden die beiden schon wieder. So geschickt kann die osteuropäische Mafia nicht sein.“
„Ja. Danke übrigens für den Kaffee!“, sagt er halblaut, eine Silhouette im Halbdunkel an seinem Schreibtisch.
„Kannst Du Dir ja in einen der Heißgetränke-Thermalkrüge umkippen, Ihr müsst gleich los zu Eurer Schicht! Aber nimm‘ diesmal die kostenlosen Werbeluftballons vorher raus!“
„Ja, die schmecken scheiße …“, nickt er.

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Re: [Savage Worlds] Ghostbusters Solo Play
« Antwort #114 am: Heute um 16:28 »
Egon, Ray, und Janine sollten nun laut Schichtplan schnellstens den angeblichen Anlegeplatz des Wracks der Titanic im Hafen ansteuern, um das Phänomen auf Echtheit zu überprüfen, und zu bestimmen, wo der Strom aus gespenstischen Passagieren wohl hin will, die unermüdlich seit Stunden aus dem aufgebrochenen Schiffsbauch von Bord gehen. Dabei erreicht sie im Ecto-1A jedoch ein neuer Funkspruch. Louis und Phil melden, dass ein noch dringenderer Notfall gerade reingekommen ist!
„… Dringender als die angebliche Rückkehr der versunkenen Titanic?!“, funkt Janine ungläubig.
„Der ganze Washington Square ist seit eben in heller Aufruhr!“, wimmert Louis‘ verzweifelte Stimme aus dem Funkgerät, „Ein Gespenst hat sich unter dem Bogen materiali-dingst, einer, der so groß ist, dass er das ganze Monument umfassen kann!“
Ray vergisst seine lähmenden Zweifel schlagartig, und beugt sich zwischen den Sitzen vor, um mit fasziniert glitzernden Augen ins Funkgerät zu sprechen, „Größer als der Washington Square Arch?! Reden wir hier von Marshmallow-Mann-Dimensionen?“
„Nein, nein, viel kleiner. Äh. Viel, viel kleiner!“, funkt Louis.
„Na, da bin ich ja mal beruhigt“, kommentiert Janine.
„Lediglich acht Meter hoch!“, ergänzt Louis zögerlich, „Aber es hat laut unseren Kunden das Greenwich Village soeben verlassen, und scheint direkt in Eure Richtung zu wandern! Ja ja, in dieselbe Richtung, die wohl auch die ersten G-G-Geister-Passagiere von der Titanic nehmen! Polizei und Feuerwehr sagen, Ihr müsst es unbedingt irgendwie aufhalten, bevor es den nächsten dicht bevölkerten Platz erreicht!“, und Louis ängstliche Stimme wird zu einem bloßen Wimmern, „Die sagen, wenn sowas wie auf dem Washington Square gleich wieder geschieht, dann kann die Panik vielleicht nicht mehr eingedämmt werden!“
„Oh Junge!“, sagt Ray atemlos, „Verstanden! Tritt‘ drauf, Egon!“

Das Ecto-1A jagt mit plärrenden Sirenen und grün-gelben Signallichtern durch die Straßen. Egon macht eine Vollbremsung, als etwas durchscheinendes, violettes durch die Häuserschluchten in Sicht kommt!

Es ist tatsächlich der Washington-Square-Geist! Alle drei Wild Cards machen ihren Furcht-Wurf, aber bestehen mit Bravour. Aus der Richtung des Washington Square Park geistern auch noch weitere Gestalten heran: Vereinzelte Plasms, und erste, altmodisch gekleidete Reisende, wie sie dereinst auf der Titanic gefahren sein könnten ...




Startaufstellung: Das Ectomobil nähert sich von Süden, der Hauptgegner von Norden. Spielplan vom Brettspiel 'Zombies!!!' (hochskaliert)



Zu Beginn jeder Runde wird eine Karte von einem separaten Stapel gezogen und mit dieser Tabelle verglichen:

Begegnungs-Tabelle: Washington Square Park
2-7 — Die Luft ist rein. (♣️=1, ♦️=2, ♥️=3, ♠️=4)
8-9 — Plasms (rote Karte = 1; schwarze Karte = 2)
10-Bube — Titanic Ghosts (rote Karte = 1; schwarze Karte = 2)
Dame-König — Gruesome Twosome (rote Karte = 1; schwarze Karte = 2)
As — Dreier-Plasm (1)
Joker — Titanic Ghosts (2) und ein Dreier-Plasm

Die ermittelten Begegnungen erscheinen auf angrenzenden Feldern neben den markierten Zufallsfeldern im Spiel, je nach Ergebnis des Symbolwürfels. Für alle erscheinenden Modelle wird der Symbolwürfel einzeln gerollt. (Bei einem Chaos-Symbol wird eine beliebiges Symbolfeld ausgewählt.)


The Washington Square Ghost
Class V ectoplasmic demonic entity.
Attributes: Agility d6, Smarts d6, Spirit d10, Strength d12+6, Vigor d12+2
Skills: Athletics d4, Fighting d8, Intimidation d12, Notice d4, Stealth d4
Pace: 7; Parry: 6; Toughness: 16
Special Abilities:
• Bite/Claws: Str+d4. The Washington Square Ghost may automatically Bite targets it has Grappled.
• Ectoplasm: When a ghost hits an opponent with a Fighting attack, Touch Attack, Grapples or Pushes them, the attack additionally causes one Level of Fatigue (not above two, so characters cannot become Incapacitated by this).
• Ethereal: Ghosts are immaterial and can move through obstacles, ignore physical attacks and Wound penalties.
• Fear (-2): This apparition causes Fear checks at -2 when it comes into sight.
• Resilient: The Washington Square Ghost can take a Wound (for a total of two).
• Size +7: The Washington Square Ghost has Reach 1 and can take one additional Wound (for a total of two), and may be hit with a +2 Scale bonus. Proton streams and slimer blower hits can move the behemoth only 1“ per attack.
• Swat and Fling: The behemoth ignores up to 4 point of Scale modifiers to hit smaller Size targets. With a punch, this ghost can send all targets within Reach 1 and with a smaller Size than itself flying. This works like the Havoc power, activated by a Fighting roll. Hit targets are knocked prone.



So sieht der große Lulatsch in der Filmszene aus, in der er Washington Square Park terrorisiert


Runde 1: Zwei weitere Titanic-Passagiere schlurfen herbei, hinter dem gewaltigen Leib des Washington Square Ghost. (Dort scheint es irgendwo zu den Docks zu gehen.) Alle drei beginnen ihre stumme Prozession durch die Straßen.
Egon steuert das Ecto-1A weiter, um die Kurve, und hechtet dann raus, reckt dem durchscheinenden Koloss das PKE-Gerät entgegen und scannt ihn. „Zuerst mit halber Kraft beschießen, dann hochdrehen!“, ruft er Janine zu, als Support-Wurf.
Ray zwängt sich vom Rücksitz ebenfalls nach draußen, und rückt den aufgebesserten Schleimsprenger auf seinem Rücken zurecht. „Aus der Nähe betrachtet ist der Burschi nicht eben sympathischer!“, keucht er, und hebt den Blick zu dem monumentalen Monstrum.



Der Geist vom Washington-Square-Park stampft den menschlichen Widersachern entgegen ...



... und unter seinen Schritten bebt der Asphalt, obwohl er immateriell ist



Da in Ghostbusters: The Board Game keine maßstabgerechten Auto-Modelle dabei sind, nehme ich für die Kampagne
das Ecto-1A-Modell von Hotwheels (das im 1:64-Maßstab)

« Letzte Änderung: Heute um 16:48 von Schalter »

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Re: [Savage Worlds] Ghostbusters Solo Play
« Antwort #115 am: Heute um 16:58 »
Stantz wagt sich zur Ecke von Bob‘s Schnellrestaurant vor, und eröffnet den Kampf mit einem neon-pinken Schleimstrahl. Gegen Toughness 16 richtet er jedoch vorerst nichts aus. Das Ziel wird nur einen halben Schritt zurückgedrängt, massig wie es ist.
Der Koloss stampft also Ray weiter entgegen, beugt sich über ihm herab, und versucht den winzigen Widersacher mit einem Rückhandschlag davon zu wischen! Stattdessen fegt seine Pranke das Ladenschild des Diner davon, und es regnet Glassplitter von der Fassade. Ray kauert sich entsetzt zusammen, taumelt unter dem Gewicht seines Rückentanks.

Janine springt aus der Beifahrertür, kalibriert ihren Protonenstrahler runter wie Egon geraten hat, und feuert, ein Treffer mit Raise. Auch sie macht den Koloss beinahe Shaken. Verbissen auf ihn draufhaltend weicht sie zurück, entlang den Flanken zweier verkeilter Autowracks.

Die rosa Plasms sind am Zug, am Nordende fließen zwei der amorphen Blobs aufeinander zu und vereinen sich zu einem Zweier-Plasm. Das dritte schleimt hinterrücks die rückwärts laufende Janine an und macht sie Fatigued.

Runde 2: Ein weiteres Plasm blubbert durch die Risse im Asphalt hinauf. Mit einem Joker als Aktionskarte feuert Raymond weiter, jetzt aus nächster Nähe. Dank Reroll wird’s ein dickes Raise, und der Schadenswurf kommt auf 23! Das turmhohe Gespenst weicht abermals einen Schritt zurück, jetzt ist seine Emanation sichtlich geschwächt.

Das Plasm umfließt als zäher Galeert Janines Stiefel und klebt ihre Sohlen am Straßenbelag fest, macht sie Exhausted. Das Zweier-Plasm kreucht so schnell es kann in Richtung Ray, versucht, ihn mit seinen vielen kurzen Leimruten und Tentakeln zu umschlingen, und schleimt ihn ein.

Das neu an der Oberfläche erschienene Plasm schleimt zu seinen ekelhaften Gleichgesinnten, und macht sie zu einem Dreier-Plasm.



Ray Stantz versucht seine Position zu halten ...



... und bekommt Gesellschaft von einem Dreier-Plasm


Janine schwenkt herum, und schießt nun auf den rosa Schleimhaufen hinter ihr, brennt ein Loch hinein, was dem Blob jedoch weitgehend egal zu sein scheint, er wird nur Shaken. Immerhin Gelegenheit für Miss Melnitz, die Straße zu überqueren und wieder auf den eigentlichen Gegner anzulegen.
In diesem Moment macht dieser eine weitere halbe Drehung, und fegt mit dem Arm über die Straße vor sich, um Ray und Janine hinfort zu schleudern. Beide werden Distracted, Ray hält sich, Janine wird vom Handrücken getroffen und landet Shaken am Boden, vor Egons Füßen. Dann macht das Monster zwei weitere Schritte, erreicht das Ecto-1A.



Das Gespenst scheint unaufhaltsam


Es bricht durch die Position unseres Teams durch, und biegt um die Kurve.
Die Titanic-Passagiere geistern schwerfällig durch das Gebäude hindurch, und umzingeln Spengler und Melnitz, um ihnen mit ihren ectoplasmischen Koffern, Spazierstöcken, und Regenschirmen eins überzubraten. Beide werden eingeschleimt davon, aber durch die Wucht der Hiebe nicht verwundet.
Egon zieht erschrocken Janine wieder auf die Füße, dann feuert er auf seinen Angreifer von der Titanic. Er bekommt ihn Shaken, und sein Protonenstrahl dirigiert das Phantom zwei Felder zurück, in den Weg des dahin stampfenden Kolosses.



Egons Positronenstrom drängt einen Titanic-Geist in den Weg des Hauptgegners


Runde 3: Ein weiterer Schiffspassagier schlurft von Norden herbei. Der von Egon zurückgedrängte sammelt sich von Shaken, und schwebt wieder auf ihn zu, macht ihn mit mehreren Schlägen seines Reisekoffers Shaken und Exhausted. Die anderen beiden zerren an Melnitz herum, ohne Effekt. Sie grummeln dabei in gespenstischen Grabesstimmen unverständliches Kauderwelsch.
Egon kann sich nur mühsam von Shaken erholen, und feuert verzweifelt auf seinen Gegner, ohne zu treffen. Sein Protonenstrahl bringt stattdessen mehrere Straßenlaternen zu Platzen, und brockt einen Umgebungsschaden-Marker ein.

Ray entwindet sich dem Dreier-Plasm, welches sich vor ihm auftürmt, und rennt dem Washington Square Ghost nach, feuert in dessen Rücken. Der Positiv-Schleim macht den Koloss wieder Shaken. Immerhin.
Der pinke Blob schleimt Ray jedoch nach, und rempelt ihn mit großer Wucht, er muss ein Wundlevel absorbieren.



Das nervige Dreier-Plasm kommt wieder herangeschleimt


Janine schreit, „Wir dürfen den großen Lulatsch nicht entkommen lassen!“, und tut es Ray gleich, feuert auf den Washington-Square-Geist. (Dadurch nimmt sie in Kauf Vulnerable zu werden für die Attacken der Titanic-Geister, mit denen sie sich im Nahkampf befindet. Die Lage ist verzweifelt!) Leider verfehlt sie, eingeschleimt wie sie ist, trotz Rerolls.

Ein kleiner Lichtblick: Der dahin stampfende Koloss kann sich bei seinem Zug nicht von Shaken erholen. Bewegen kann er sich trotzdem, und hat dadurch fast sein Ziel erreicht!

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Re: [Savage Worlds] Ghostbusters Solo Play
« Antwort #116 am: Heute um 17:06 »
Runde 4: Diese Runde spawnen keine weiteren Entitäten, Schwein gehabt. Dafür haben die Titanic-Passagiere einen Joker. Janine hat den Umzingelern durch ihren Schuss auf den Riesengeist den Rücken zugewandt und ist Vulnerable. Durch zwei Attacken mit Raise kassiert sie drei Wundlevel, als Handgepäck und Seesäcke auf sie eindreschen. Schreiend zieht sie unter den Hieben den Kopf ein. Es stinkt ganz gewaltig nach gammeligen Algen und Salzwasser. Egon kriegt auch von zwei Angreifern was ab und wird Shaken.

Ray bricht erneut zwischen den Plasms aus, und wird durch die Gelegenheitsangriffe nicht verlangsamt. Er feuert dem Washington Square Ghost hinterher, aber sein Schadenswurf ist knapp zu niedrig, um ihm ein zweites Wundlevel zu verpassen.

Janine wankt aus der Umzingelung der Schiffspassagiere, klettert heroisch auf die Kühlerhaube eines der Autowracks, feuert dem Koloss hinterher, aber verfehlt. Das Dreier-Plasm erscheint hinter ihr, und fegt sie vom Autowrack, sie prallt auf den Asphalt, und ist kampfunfähig.
Egon entwindet sich seinerseits der Umzingelung, und drückt auf den davon stapfenden Riesen ab. Sein Fangstrahl macht ihn Bound! Der Geist kann sich zwar diese Runde von Shaken sammeln, aber nicht seinen Bound-Zustand verbessern, er wird weiterhin vom Fangstrahl umwandert!

Runde 5: Dr. Stantz ist am Zug bevor der Washington-Square-Geist seinen nächsten Befreiungsversuch bekommt — das ist wahrscheinlich an dieser Stelle spielentscheidend! Stantz hechtet vor, und legt seine Geisterfalle aus, direkt hinter den langsam rückwärts stampfenden Füßen des brüllenden Monstrums!



Mit ihrer letzten Puste bereiten Spengler und Stantz das Einfangen vor, Melnitz ist schon bewußtlos


Die turmhohe Gestalt wird in den Lasertrichter gesogen, aber kämpft dagegen an, die Falle arbeitet und läuft heiß, Stantz hält mit gefletschten Zähnen das Fußpedal gedrückt. Schließlich aber ist der gesamte Umriss eingesogen, und die Falle schnappt zu!


Während der restliche Spuk sich heulend und sausend verflüchtigt, wirbelt Raymond herum zu den anderen, und wischt sich blassrosa Glibber aus dem Sichtfeld, „Janine?“, keucht er besorgt.
„Ich hab‘ sie!“, japst Egon, während er sie vorsichtig vom Boden aufliest.

Sie wischen sich angewidert von der Ecto-Schmadder frei, und schaffen die Bewusstlose auf die Rückbank des Einsatzwagens. Janines Wundlevel sind Non-Lethal Damage (einfacher Schlagschaden), aber Hilfe braucht sie dennoch.
Du musst fahren!“, sagt Egon.
„Ich hab‘ doch gesagt, ich setze mich bis auf weiteres nicht mehr hinter dieses Steuer!“, protestiert Stantz, „Du weißt genau, was ich neulich beinahe angerichtet hätte!“
Egons Stimme wird uncharakteristisch laut: „Da warst Du im Zustand übernatürlicher Besessenheit, Raymond! Reiß‘ Dich jetzt zusammen! Ich habe bei unserer Patientin zu bleiben …!“
Ray guckt ihn verdutzt an. Was sind das für ungewöhnliche Verhaltensweisen bei Dr. Spengler, das wirkt ja beinahe wie Gemütsregungen!
„… Und außerdem gemahnt mein Fahrstil an den einer kurzsichtigen Pensionärin, oder wie hast Du selber Dich vorhin ausgedrückt?“, ergänzt Egon.
„Ja, stimmt, ich bin tatsächlich der bessere Fahrer …!“, murmelt Ray, überwindet sich mit bewußter Anstrengung, und setzt sich wieder hinters Lenkrad.

Mit Blaulicht ballern sie die Straßen hinunter, zur nächsten Arztpraxis!
Dort verliert Janine zwei ihrer Wundlevel, und ist dadurch auf nur noch einem. (Schlimm genug, denn die finale Konfrontation steht direkt bevor!) Mehrere blaue Flecke, Schrunden, und ein Nasenpflaster künden noch von ihrem Kampf gegen die Titanic-Passagiere. Egon hat ebenfalls das eine oder andere Pflaster im Gesicht kleben. Stantz macht so lange das Debriefing mit den Gevattern von der Stadtverwaltung, telefonisch, von der Arztpraxis aus. Trotz Abzug durch den angerichteten Umgebungsschaden erreicht er ein dickes Raise, und wir bekommen einen neuen Geldbonus-Marker für die Teamkasse.