Vielleicht kann mir jemand von den aktiven Daggerheart Spielern weiterhelfen.
Ich leite im Moment eine DnD 5e 2024 Kampagne. Von Spielerseite sind ein paar alte Hasen dabei und ein paar Neulinge, die erst mit dem Beginn der Kampagne vor einem Jahr mit Rollenspielen angefangen haben. Vor allem in den letzten Monaten hat sich immer mehr herausgestellt, dass die Gruppe sehr viel Spaß am "outside of the Box" denken hat, auch im Kampf. Dabei müssen wir für die Umsetzung ständig die Rule of cool anwenden, oder irgendwie versuchen das in die Regeln von DnD 5e einzubauen. Als kleines Beispiel:
Die Gruppe ist vor ein paar Sessions von einer NPC betrogen worden, die der Gruppe bisher vermeintlich geholfen hat. Ganz vertraut haben sie ihr nie, aber auf den Kampf waren sie erst mal nicht vorbereitet. Die Magierin hat dann einen Feuerball in die Gruppe geworfen, die bis auf einen Spieler eng zusammen stand. Mit einem guten Schadenswurf sind zwei Spieler zu Boden gegangen und Panik hat sich breit gemacht. Sie haben den Kampf dann drehen können, aber die Aktion hat Eindruck hinterlassen. In der letzten Session sind sie am Ende des aktuellen Storyarcs dann wieder auf die Magierin getroffen, dieses Mal aber vorbereitet und sie wussten, dass sie auf sie warten würde. Vor dem Kampf haben die Spieler dann lange eine Taktik überlegt und die Panik vor dem Feuerball hat sich wieder in ihre Köpfe gespielt. Die Idee ist dann entstanden, dass der Arkane Trickster Schurke seine unsichtbare Magierhand vor die Magierin platziert und sobald sie die Formel für den Feuerball spricht diese vor ihre Hände in die Bahn der kleinen leuchtenden Kugel schickt, so dass der Feuerball direkt vor ihr explodiert. Vollkommen klar, dass das RAW nicht funktioniert, aber ich habe es in Absprache mit der Gruppe ob das für alle klar geht mit der Rule of cool durchgehen lassen, indem der Schurke einen Geschicklichkeitsrettungswurf mit Nachteil ausführen musste. Er hat den Wurf bestanden und der Feuerball ist direkt vor der verdutzten Magierin explodiert.
Die Gruppe tut sich auch mit der Initiative sehr schwer. Es werden quasi ständig Ready actions ausgeführt, damit bestimmte Taktiken funktionieren und oft ist die Enttäuschung groß, wenn bestimmte Dinge, die vorher eigentlich ganz klug taktisch geplant waren nicht funktionieren, weil ein Charakter mit einer bestimmten Fähigkeit zu spät in der Initiative dran ist. Das ist nun mal das Spiel und die Regeln von DnD und man könnte jetzt sagen, dass die Gruppe dann halt mit diesen Regeln planen muss, aber trotzdem ist es teilweise frustrierend und mindert den Spielspaß, weil es sich irgendwie künstlich eingeengt anfühlt.
Meine Frage an euch ist jetzt:
Könnte ein Umstieg auf Daggerheart eine Alternative sein, die diese Probleme löst? Ob wir mitten in der Kampagne wechseln, die noch ca 1-1,5 Jahre dauern wird oder danach müssten wir dann überlegen.
Ist bei Daggerheart so etwas wie die kreative Nutzung der Magierhand besser ohne komplette Verdrehung der Regeln möglich? Auch Dinge wie "ich möchte mich dem Gegner einfach von hinten unsichtbar (Zauber) nähern, während er im Kampf mit den anderen ist und ihm dann meinen Dolch an den Hals halten um ihn zum Aufgeben zu zwingen" kommen immer wieder mal vor. Google Gemini sagt, dass wäre deutlich einfacher mit Daggerheart zu lösen, aber ich habe von KIs schon zu viele Falschinformationen bekommen, als das ich das Blind glaube.
Da die Gruppe sehr rollenspiellastig und storylastig spielt kommt die Grundsätzliche Ausrichtugn von Daggerheart dem natürlich entgegen, aber wenn solche Dinge trotzdem nicht gut möglich sind würde sich ein Switch während der Kampagne ja auf keine Fall lohnen, da dieser ja auf jeden Fall einige Schwierigkeiten und Komplikationen bedeuten würde, die man in Kauf nehmen müsste. Aber dann könnten wir nach der Kampagne ja umsteigen und eine neue direkt mit Daggerheart anfangen.
Prinzipiell würde es Story mäßig sogar halbwegs passen, wenn wir nach der nächsten Session das System wechseln, da wir in der Kampagne einen Zeitsprung von zwei Jahren machen indem die Charaktere in einer Art magischen Koma lagen. Dieses magische Koma könnte sie natürlich in irgendeiner Weise verändert haben, so dass ihre Fähigkeiten nicht mehr genau die selben sind, oder sich in irgendeiner Weise verändert haben.
Falls ihr meint, dass Daggerheart besser zu meiner Gruppe passen könnte, würde ich mir jetzt schon mal das deutsche PDF kaufen und durcharbeiten, so dass ich es meiner Gruppe vorstellen kann und dann im nächsten Monat die Physische Ausgabe, mit der wir dann entweder einen OneShot spielen, oder direkt mit konvertierten Charakteren eine Session der Kampagne nach der wir überlegen können, ob es allen so viel besser gefällt, dass wir das System wechseln wollen.