Ist halt ein Teil Prinzessin Mononoke, zwei Teile Gladiator, mit etwas GoT untergemischt und eine Spitze Robert E. Howard und Roy Thomas überstreut.
Beschreibt es ganz gut. War für mich ein sehr sonderbarer Fall von: Die Action komplett kacke, der Storybogen holpert, aber die Figuren haben erstaunlich gut funktioniert. Ich mochte den Banter der Damnati, mir gefiel sogar der Bösewicht, der eigentlich ein verängstigter kleiner Junge ist, gut und fand, dass der Darsteller die Gratwanderung gut geschafft hat, auf gedankenlose Art scheußlich zu sein und trotzdem Empathie hervorzurufen. Das Ende war in der Hinsicht geradezu rührend. Klar, psychologisch war nix davon tiefgründig und das meiste purer Kitsch, aber für Helden und Bösewichter einer Abenteuergeschichte das richtige Maß.
Aber die Arenaszene mit dem Cyclops - O Gott, wie kann so was derart vermurksen? Da schreit ja nicht nur alles "wir mussten sparen", da ist überhaupt kein Versuch zu erkennen, aus wenig Geld viel zu machen. Hat der Emperor jetzt ne Armee oder nicht? Zumindest hat er keine, wenn ein Cyclops außer Kontrolle gerät und die Arenasklaven rumstehen und überlegen, ob sie langsam mal fliehen sollen. Ach nee, die warten im Seitenflügel dass Sonja kommt, um sie abzumurksen.
Die Waldschlacht(en) auch völlig planlos, absolute Beliebigkeit und keinerlei Dramaturgie in der Frage, wer gerade die Initiative hat oder die Oberhand gewinnt. Da wird buchstäblich nur rumgedümpelt.
Trotzdem bin ich nicht böse, ihn gesehen zu haben. Wie gesagt, die Figuren haben eigentlich alle ganz gut funktioniert, die Darsteller*innen haben sichtlich ihr Bestes gegeben und hatten anscheinend auch Spaß bei der Sache.
EDIT: Ach ja, was ich mich auch mal wieder gefragt habe: Warum sträuben sich Filme in jüngerer Zeit eigentlich oft so sehr gegen Zeitsprünge? Das hat mich schon bei Dune echt gestört ... alles muss zusammengedrängt werden, damit bloß nicht das Gefühl entsteht, dass irgendetwas nicht ganz auserzählt worden sei. Und dann kommt halt so was bei raus wie der Unberührte, der in gefühlt drei Tagen sein Königreich zurückerobert und mit Verstärkung zu den anderen stößt. Reife Leistung!
Der ganze Film wäre doch gleich ein bisschen epischer rübergekommen, wenn angedeutet worden wäre, dass Sonja und ihre Leute seit einem Jahr im Wald einen blutigen Guerillakampf führen. Gleichzeitig sehen wir, wie der Emperor in der Stadt Nachricht davon enthält, dass die Unberührbaren sich unter der Führung ihres Prinzen auflehnen und seine Truppen rauswerfen. Um wenigstens an anderer Front einen Sieg zu erringen, zieht er mit einer neuen, furchterregenden Waffe persönlich in den Wald, um endlich Sonjas Rebellen den Garaus zu machen ... und dann ist auch der Boden bereitet dafür, dass der Prinz als Kavallerie anrückt. Das hätte man alles ohne Texteinblendungen erzählen können und ohne, dass der Film dadurch auch nur fünf Minuten länger wird.