Autor Thema: [RMS - S] A1 -Zeit des Zorns- Die Hochzeit  (Gelesen 636 mal)

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Re: [RMS - S] A1 -Zeit des Zorns- Die Hochzeit
« Antwort #25 am: 17.11.2025 | 21:34 »
„Die Kränkung, werter Skwilde…“ sagt der Brycker „…lag nicht im Nebel. Ob er verschwunden ist oder nicht, so oder so er ist nicht erschienen. Die Kränkung war, seinen Clan als geschwätzig zu bezeichnen. Weiber sind geschwätzig, tratschen am Herd und beim Waschen der Kleidung. Was Oktar Grimme tat, war den Blauaxtclan als Hausfrauen und Waschweiber zu bezeichnen. Ein Affront den kein echter Krieger auf sich sitzen lassen kann und Oktar hat angedeutet das sich der Fylkjarl versteckt vor eben jenen Weibern. Oktar hat klar gemacht, dass man den Blauaxtmännern so wenig trauen kann wie dem Geschwätz das man hört. Sagt das einem der hier anwesenden und ich bin mir sicher ihr würdet die Nacht nicht überleben.“

Bei seinen letzten Worten stielt sich kurz ein kaltes Lächeln auf die Lippen des obersten Blutlords.

„So wurde dem Affront genüge getan, Abwesenheit gegen Beleidigung. Ich denke Fylkjarl Njordung wird es erfahren und wir werden sehen wie er darauf reagiert. Wenn er vor dem nächsten Fylk-Thing seinen Mut sammeln kann und zurückkommt.“
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Offline klatschi

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Re: [RMS - S] A1 -Zeit des Zorns- Die Hochzeit
« Antwort #26 am: 17.11.2025 | 21:46 »
Hírngar
Auf der Hochzeit in Storhavn


Während ihm Grimhil freundschaftlich zulächelt und die Beziehungen zwischen den Clans erläutert, kommt Hírngar ein Gedanke. Der Blauaxt Mann war also beim Schwiegervater der Braut und verschwand dann? Er greift sich in den gestutzten Bart, fängt an, seine Backe nachdenklich zu kratzen. Das Fett, mit dem er sein störrisches Barthaar einigermaßen in Form gebracht hatte, machte das Gefühl ungewohnt und irritierte ihn noch mehr. Eventuell wurde ihm böse mitgespielt? Vielleicht darf deswegen dieser verlorene Junge die schöne Miri heiraten? Hírngar war kein kluger Mann, aber soviel Vorstellungskraft war selbst ihm gegeben.

Als Elvijö von den Kreaturen spricht, die hinter der alten Brücke lauerten, nickte er. Plötzlich und unwillkürlich. "Ihr sprecht da wahr, Herr Elvijö. Nun, von den Wesen hier in den Sturmlanden weiß ich wenig, aber ich komme aus Mittland, dort, wo sich die Dunklen Wälder nach Norden erstrecken. Ich bin zwischen den Bäumen aufgewachsen und ich habe gelernt, dass in den Schatten und im Unterholz Wesen leben, die älter sind als ihr und ich. Die die Wälder bewohnen und die uns hassen." Wieder nickt er Elvijö zu, bestätigend, verständnisvoll. Er erhebt seinen Krug und trinkt einen Schluck von dem Ale. Es fing an, ihm immer mehr zu schmecken und er erhob den Arm, um einen neuen Krug zu fordern.
"Ich glaube euch, Herr Elvijö!" Es schauderte ihn, als er an die Nebel jenseits der alten Brücke dachte, konnte sie sich bildlich vorstellen. "Sagt, der Landstrich, von dem ihr sprecht. Sind dort schon mehrere Menschen verschwunden? Ist es dann die Aufgabe des Blauaxt Clans, diese Grenze zu verteidigen?"

 
« Letzte Änderung: 17.11.2025 | 21:48 von klatschi »

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Re: [RMS - S] A1 -Zeit des Zorns- Die Hochzeit
« Antwort #27 am: 17.11.2025 | 22:00 »
„Oh, ich hoffe in euren Adern fliest kein Blut der Arks, das kann leicht passieren, wenn man…“ weiter kommt Elvijö nicht, da er erneut, diesmal stärker so dass ihm kurz die Luft wegbleibt, einen Schlag von Grimhil kassiert.

Grimhil hebt beschwichtigend die Hände „Es tut mir leid, wenn Elvijö euch beleidigt haben sollte. Ihr seit Gäste Oktars und es steht uns nicht zu...“ bei den Worten blickt Grimhil, Elvijö finster an „…eure Abstammung zu hinterfragen. Es gibt hier am Tisch wohl ein paar deren Mütter zu nah bei den Trollen gelegen haben und die ihre guten Manieren vergessen!“

„Es tut mir leid…“ stöhnt Elvijö „…es war nicht meine Absicht, das Ale steigt mir zu Kopf. Wir zählen die Toten westlich der Brücke nicht. Es ist ein raues Land und es ist das Gebiet der Hagtorns, ein Blauaxt hat da so wenig zu suchen wie ein Wulfr in einem Uvail Weib!“

„Ha, der war gut!“ lobt Grimhil und klopft Elvijö auf die Schulter.

Ein Sklave kommt mir dem Krug den Hirngar geordert hat und stellt ihn auf eure Tafel.
« Letzte Änderung: 17.11.2025 | 22:09 von Outsider »
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Offline Hinxe

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Re: [RMS - S] A1 -Zeit des Zorns- Die Hochzeit
« Antwort #28 am: 18.11.2025 | 13:15 »
Gylfi
Auf der Hochzeit in Storhavn


Gylfi war verblüfft. Dieser Blutlord vor ihm hielt ihn offenbar für einen Idioten. Seine Miene entglitt ihm kurz und zeigte seinen Unglauben. Seine Stimme ist etwas lauter als zuvor, er wirkt erregt. "Du glaubst, ähh...", er musste sich kurz sammeln, "...Ihr glaubt, ich habe nicht verstanden, dass Schwertjarl Oktar den anderen Clan als Weiber verunglimpft hat? Fylkjarl Saul, meine Frage zielte darauf ab, ob ich es richtig verstanden habe, dass die Kränkung, die dem Grimme-Clan angetan wurde, tatsächlich nur darin besteht, dass Fylkjarl Njordung dieser Versammlung fern bleibt. Denn offenbar gibt es Gerüchte er sei verschwunden. Nachdem er dem Clan des Bräutigams einen Besuch abgestattet hatte, wie ich hinzufügen möchte. Oder wird das nur zum Anlass genommen, alter Rivalität freien Lauf zu lassen?" Hier mochte er genau auf die Reaktion des Bryckers achten.

Allerdings setzt der skwilde direkt nach, jetzt wieder etwas leiser: "Ist es nicht sonderbar, dass ein Jarl des Blauaxt-Clans verschwindet, der Clan bewusst die Schande auf sich nimmt, auf dieser Hochzeit ohne sein Oberhaupt zu erscheinen, ohne eine öffentliche Erklärung abzuliefern, warum dem so ist? Wie gesagt, mir sind die Wildlande fremd. Aber ich will verstehen, warum dies so geschieht. Denn zum einen mag es sein, dass ich den kurzen Rest meines Lebens hier verbringe, zum anderen lässt mich meine jahrzehntelange Beschäftigung mit den Sagas und den den Menschen glauben, dass hier mehr dahinter stecken könnte." Am Ende hält sich der Alte bewusst vage, um das Einbildungsvermögen seines Gegenübers nicht einzuschränken. Hast Du eine Theorie, Blutlord? Oder weisst Du sogar, was gespielt wird?
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Re: [RMS - S] A1 -Zeit des Zorns- Die Hochzeit
« Antwort #29 am: 18.11.2025 | 16:25 »
Der Brycker strafft die Schultern und seine Augen ruhen regungslos auf der Gestalt des alten Skwilden. Die rechte Hand des Blutlords liegt auf dem Knauf seines Schwertes. Seine stimme ist trocken, fast emotionslos als er Gylfi antwortet.

„Stellt euch vor ihr habt eure besten Freunde zum Auftritt eures Lebens eingeladen, eine Leistung die sich nicht wiederholen lässt und sie kommen nicht. Vielleicht könnt ihr jetzt nachvollziehen worin die Beleidung besteht. Es gibt Regeln und Bräuche die beachtet werden müssen und diese Einladung ohne eine Entschuldigung auszuschlagen ist so gut wie unverzeihlich und nur zu gerne würde ich meinen Rittern befehlen, die Hallen der Blauäxte in Schutt und Asche zu legen. Doch ich tue es nicht.“

Gylfi kann förmlich spüren wie sehr es dem Brycker danach verlangt die Blauäxte abzustrafen. Es ist wie das Grollen in der Kehle eines Drachen bevor er sein tödliches Feuer auf die Welt ergießt. Es ist wie das Lachen des Lindwurms bevor er Azlahn verschlang oder das böse Lispeln des Braskelwurms bevor er seine Augen auf euch richtet. Es reicht eine kleine Unachtsamkeit, nur ein geringer Fehltritt um dieses Fass zum überlaufen zu bringen.

Dann Atmet der Brycker tief und lange aus. Mit etwas weicherer Stimme fährt er fort: „Was ihr da über das Verschwinden erzählt sind Gerüchte, mehr nicht. Wenn er wirklich bei den Hagtorns war, sind das seine Angelegenheiten. Tomus und Huld Hagtorn erhielten den Zuschlag für die Hand von Miri Grimme und kein Blauaxt. Das der Reste der Blauäxte hier ist, mit sichtlich kleinem Gefolge, zeugt nur von ihrer Angst, mussten sie doch damit rechnen das Oktars Zorn mehr als eine Beleidigung bereithält!“
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Offline pharyon

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Re: [RMS - S] A1 -Zeit des Zorns- Die Hochzeit
« Antwort #30 am: 19.11.2025 | 21:02 »
Aeryn
Auf der Hochzeit in Storhavn - bei Miri Grimme, Huld und Tomus Hagtorn


Aeryn schaut zunächst Miri, dann Huld und desse Vater ins Gesicht, leicht und offen lächelnd.

"Vielen Dank für eure warmen Worte." An Miri richtet sie die nächsten Worte "In der Tat habt ihr es bereits sehr gut ausgesprochen. Wenn es euch interessiert, und eure Zeit es zulässt, kann ich euch so einige Fragen sehr gerne beantworten."

Tomus Einmischung machte die sich gerade entspannende Stimmung zunichte. "Ihr sagtet, ihr habt ein Geschenk?" Der Tonfall war oberflächlich neugierig, Aeryn entging aber nicht, dass ihm diese Entwicklung missfiel und er sie im Keim ersticken wollte.

"Verzeiht. Ich wollte der Braut nicht ungebührlicherweise eine Antwort vorenthalten." Mit einem Lächeln wartete sie eine Gegenantwort ab, die dieses Mal ausblieb - fürs erste. Dann richtete sie sich an das Brautpaar.

"Ehrenwerter Huld Hagtorn, verehrte Miri Grimme, ihr seid nun einander anvertraut, dabei noch recht jung an Jahren. Ich bin noch nicht sehr viel älter als ihr und mir fehlt es an tiefer Kenntnis eurer Traditionen" Ein kurzer Blick zu Tomus. "Ich habe mir bei meiner Suche nach einem passenden Geschenk sagen lassen, dass die Sammlung viele Geschichten eurer Helden enthält." Sie präsentiert ein Buch, welches mit einer Schleife aus Stoff in den Farben der Häuser Grimme und Hagtorn etwas eingewickelt ist. "Leider ist mir eure Sprache wenig, und eure Schrift noch weniger, vertraut. Ich habe mir aber versichern lassen, dass dieses Werk eine gute würdige Sammlung dieser Geschichten ist. Ich hoffe, es hilft euch in dunklen Stunden euch eures eigenen Mutes, eurer Ausdauer, eures Herzen und eures verstandes zu erinnern. Ihr seid jung..."

Nun mischte sich Tomus doch wieder ein. "Hm, ein Buch. Naja, ihr habt euch sichtlich Mühe gegeben. Habt Dank!"

Aeryn wartete seinen Zwischenruf ab, schaute dabei abwechselnd in Hulds und Miris Gesichter. Beiden gefällt es nicht. Beide gehen damit aber sehr unterschiedlich um. Das wird noch sehr ... spannend.

Die Stille aushaltend, wartete Aeryn ab, dass Tomus ansetzen würde. In dem Moment, als er seinen Atem tiefer einzog, fuhr sie fort. "Die Gegenwart gehört euren Familien und euer Vertrauen dürft ihr bei euren Vätern wohl gewahrt wissen. Eure Zeit wird noch kommen. Bis dahin könnt ihr die anstehenden Herausforderungen gemeinsam bewältigen und werdet dass gemeinsam immer besser können."

"Ja gut. Schön gesagt. Habt vielen Dank, werte Ärin." Wieder sah sie Tomus lächelnd an, dann das Brautpaar. Ohne sich nach außen hin die Sticheleien anmerken zu lassen, ließ sie die Stille arbeiten. Huld muss sich von seinem Vater lösen lernen. Und Miri kann ihm helfen. Er kann ihre feurige Art wiederum zügeln, damit sie besonnener werden kann. Huld und Miri, Wasser und Feuer.

Dann wandte sie sich direkt an Tomus. "Ihr müsst sehr stolz auf euren Sohn sein. Miri ist, so scheint mir eine edle, aufrechte Maid, aus einem großen Haus. Euer Sohn wird seine Zeit mit ihr immer mehr verbringen. Ihr zeigt hier euer Vertrauen, dass er es zu beider Wohl, gut machen wird."

Nicht jedes Duell muss mit gezogener Klinge gefochten werden. Ihr seid am Zug. Erfreut auf ihren spontanen Einfall wartete Aeryn ab, wie Tomus Hagtorn mit diesem Auftakt umgehen würde.
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Offline Hinxe

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Re: [RMS - S] A1 -Zeit des Zorns- Die Hochzeit
« Antwort #31 am: 20.11.2025 | 21:34 »
Gylfi
Auf der Hochzeit in Storhavn


Nachdem der Brycker geendet hatte, schaute Gylfi zu Galve Blauaxt und seinem kümmerlichen Gefolge hinüber. Dabei unterdrückt er ein Schaudern, hatte ihm der Blutlord mit seiner kaum gezügelten Gnadenlosigkeit doch ziemlich imponiert. Kein Wunder, dass Galve aussieht, als ob er ein Schaf unter Wölfen ist. Was er wohl davon hält, für den Bruder seinen und die Nacken seiner Söhne hinzuhalten?

Dann wandte sich der skwilde wieder seinem Gesprächspartner zu. "Ich danke Euch für die Einblicke, die Ihr mir gewährtet. Ich verstehe jetzt so einiges besser und hoffe, dass ich Euch durch meine Fragen nicht beleidigt habe. Ich glaube, dass meine Gefährten und ich noch einige Zeit in den Wildlanden zubringen werden. Solltet Ihr einmal meiner Dienste bedürfen, sei es, dass Sagas vorgetragen werden sollen, oder falls Ihr einmal Fragen zu den Mittlanden habt, so zögert bitte nicht, mich von Eurem Ansinnen wissen zu lassen." Er verbeugte sich knapp vor dem Gegenüber.
« Letzte Änderung: 24.11.2025 | 15:39 von Hinxe »
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Re: [RMS - S] A1 -Zeit des Zorns- Die Hochzeit
« Antwort #32 am: 21.11.2025 | 15:14 »
Bei Aeryn:

Bei dem Anblick des Buches klatscht Miri aufgeregt in die Hände, überlässt es aber ihrem Ehemann zuerst danach zu greifen. Hulds Hand umschließt das Buch und wendet es ein paar mal ohne die Schleifen auch nur zu lösen. Fast so als wenn er versuchen würde den Wert in Münzen zu erkennen, völlig desinteressiert an dem Inhalt.

„Ja, schön…“ fängt er an aber sein Vater übernimmt das Reden für ihn „…ein wirklich gutes Geschenk, Sagen und diese Sachen sind wichtig man kann aus ihnen lernen…“ Huld will fortsetzen wird aber wieder von Tomus unterbrochen „…wir wissen euer Geschenk zu würdigen!“

Als sein Vater geendet hat übergibt Huld das Buch an Miri die es wie einen kleinen Schatz in den Händen hält. „Wie konntet ihr wissen…“ wendet sie sich an Aeryn wird aber ebenfalls von Tomus unterbrochen „…sie möchte wissen wie ihr auf das Geschenk gekommen seid, es scheint das meine Schwiegertochter es noch nicht in ihrem Besitz hat!?“

„Ja, das wollte ich wissen, genau das!“ faucht Miri Tomus an nimmt sich dann aber unter dem Strengen blick des Fylkjarls etwas zurück wodurch die Frage unbeantwortet bleibt.

Während sie auf eine Antwort von Tomus wartet, kann die Elfe aus den Augenwinkeln sehen, dass Miri die Schleifen von dem Buch gelöst hat um einen Blick in das Innere zu werfen, während Huld sich jetzt tatsächlich abwendet und einen Tisch weiter geht.

Tomus blickt ruht kurz auf Aeryn bevor er antwortet.

„Zu allererst einmal beschert diese Heirat meinem Haus eine beträchtliche Mitgift welche vor allem Anderen die Zukunft dieses jungen Paares sichern wird!“

Miri seufzt auf, Trauer huscht über ihre Augen, bevor das wütende Funkeln zurückkehrt, sagen tut sie jedoch nichts.

„Ich bin Stolz, das Oktar Grimme mir die Ehre erweist das mein Sohn seine Tochter heiraten darf, sein Vertrauen in diese Verbindung wird nicht enttäuscht werden!“ Ein breites zufriedenes Grinsen erscheint auf dem Gesicht von Tomus Hagtorn, Ale rinnt durch seinen Bart und tropft auf sein Gewand. Seine Wangen glänzen vom Fett des Schweins und seine Augen sind vernebelt vom Ale.



Bei Gylfi:

Ähnlich knapp wie der alte Skwilde erwidert der Brycker die Verbeugung. „Wenn ihr nach der Hochzeit noch bleibt, laufen wir uns vielleicht noch mal über den Weg. Der Winter steht bevor, sollet ihr nicht abreisen wird dies erst im nächsten Frühjahr möglich sein. Das möchte ich euch mit auf den Weg geben. Solltet ihr den Winter hier verbringen können wir wirklich ein wenig über die Mittländer reden, auch wenn mir euer Glauben und die Traditionen der Eald fremd sind habe ich gehört das sie unserem Glauben in manchen Aspekten nicht ganz unähnlich sind. Eure Blutschwüre zum Beispiel, wieviel davon mag sich in unseren Ofperungen wiederfinden!?“
« Letzte Änderung: 22.11.2025 | 13:51 von Outsider »
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Offline pharyon

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Re: [RMS - S] A1 -Zeit des Zorns- Die Hochzeit
« Antwort #33 am: 21.11.2025 | 20:40 »
Aeryn
Auf der Hochzeit in Storhavn - bei Miri Grimme, Huld und Tomus Hagtorn


"Vielen Dank für Eure großzügigen Worte." Aeryns Lächeln schwindet nicht, obwohl ihr das Gebaren von Tomus kaum zusagt. Das Privileg der Einflussreichen und Mächtigen. "Übe dich in Gelassenheit, bleibe besonnen, urteile nicht vorschnell. Es hat Gründe, warum er ist, wie er ist. Wir alle sind wie die Bäume. Im Kern wurzelt die Kraft unserer Ahnen, des Guten was sie uns mitgegeben haben. Gleichwohl das Schlechte, das sie in uns weitergeben. Boden und Wetter und Schicksal setzen uns von außen zu oder lassen uns erblühen. Verwechsle nicht das Innere mit dem Äußeren. Nutze deine Sinne, dein Herz und deinen Verstand um das Eine vom Anderen zu unterscheiden. Wähle erst dann deine Worte oder Waffen." Die Worte ihres Lehrmeisters hallen in Aeryns Gedanken nach. In der Bande wäre so jemand vielleicht das Ziel eines Diebstahls oder Betrugs geworden, wenn die Schutzleute eine Aussicht auf Erfolg versprachen. Hier konnte sie fürs Erste nichts ausrichten. Ihr Blick glitt zu Miri hinüber, die sich das Buch besah. Da habe ich wohl meinem Instinkt zu danken. Aeryn freute es sehr, dass das Geschenk zumindest Miri gefiel. Hulds abschätzendes Verhalten sagte ihr jedoch auch viel über ihn und seine Familie. Dabei ist er noch jung und kann viel lernen.

"Ist noch etwas?" Tomus Worte brachten Aeryn aus ihren Gedanken in die feucht-fröhliche und zugleich eisig-berechnende Gegenwart. "Ich..." wollte sie schon ansetzen. "Ihr müsst bedenken, dass auch andere noch ihre Aufwartung machen und 'Geschenke' (dieses Wort klang etwas abschätzig) überreichen wollen." Obwohl ihr etwas Röte ins Gesicht stieg, besann sich Aeryn ihres Lehrmeisters. Und blickte abwechselnd Miri und Tomus offen an, schaute sogar einmal dem sich abwendenden Huld kurz nach.

"Verzeiht. Natürlich will ich eure Zeit nicht über Gebühr strapazieren. Genießt das Fest und die Feier. Eure Fragen beantworte ich beizeiten gerne." Jetzt lächelte Aeryn wieder breiter.

Tomus stutzte. "Ich habe keine Fragen mehr an euch!" Nun gewann ihr Lächeln ein wenig Schelmisches, als Aeryn zur Antwort ansetzte und bevor sie sich umwandte, um zu ihrem Tisch zurückzukehren. "Verzeiht, wenn ich euch annehmen ließ, ihr wäret gemeint. Dem ist mitnichten so. Ich bin in eurer Sprache wohl doch schlechter als erhofft."

Zügig wandt sie sich von Tomus ab, versuchte Miri ein verstecktes Zwinkern sehen zu lassen. Vor allem wollte sie Tomus Hagtorn nicht weiter provozieren oder unliebe Aufmerksamkeit auf sich lenken.

Hoffentlich entgeht ihm diese kleine Finte bei sattem Bauch und gutem Ale.
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Re: [RMS - S] A1 -Zeit des Zorns- Die Hochzeit
« Antwort #34 am: 22.11.2025 | 14:01 »
Bevor sich Aeryn abwenden kann spürt sie Miris schmale Hand auf ihrem Arm.

„Ich weiß es zu schät…“ Tomus fällt ihr wieder ins Wort.

„Sie wertschätzt eure Mühen für dieses Geschenk und danke euch sehr!“

Diesmal lässt sich Miri jedoch nicht so einfach übergehen und setzt schnell an weiterzusprechen als Tomus seinen Satz beendet hat.

„Ihr seid in meinem Haus in Wretguard immer willkommen, wenn es euch…“

Tomus setzt ein „Ja wenn es euch mal in den Norden verschlägt, heiße auch ich euch herzlich willkommen!“

Miri beendet mit trotziger Stimme ihren Satz.

„…wenn es euch nach Norden verschlägt zögert nicht in Wretguard einzukehren. Oktar wäre sicherlich froh wenn seine Gäste auch meine Gäste wären!“

Dieser Seitenhieb, abzielend auf Tomus, verstärkt durch die autoritäre Stellung ihres Vaters wirkt. Das erste mal in dem Gespräch fällt Tomus ihr nicht ins Wort sondern nickt nur stumm.

Dann lässt das Mädchen Aeryn ziehen.
« Letzte Änderung: 22.11.2025 | 14:03 von Outsider »
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Re: [RMS - S] A1 -Zeit des Zorns- Die Hochzeit
« Antwort #35 am: 24.11.2025 | 15:27 »
Gylfi
Auf der Hochzeit in Storhavn


"Es ist noch nicht ausgemacht, ob wir Oktar Grimmes Gastfreundschaft noch weiter genießen können oder noch vor dem Einbruch des Winters aufbrechen werden. Ich teile gerne mit Euch, was ich als bescheidener bruid und spätbekehrter Anhänger der flowras zu wissen glaube." Gylfi überlegte kurz, wie er die nächsten Sätze formulieren wollte, um den Brycker und seinem Glauben an Sturmi gebührlich zu respektieren.

"Ich kann nicht einschätzen, inwieweit Ähnlichkeit besteht zwischen unseren Bluteiden und Euren Blutopfern, gestehe aber nur zu gerne, dass mir, wie wahrscheinlich den meisten Mittländern, schaurige Geschichten über die Bräuche der Sturmlande ein klares Urteil noch erschweren. Dies ist ein hartes Land, mir sind hier grausame Dinge widerfahren. Ich habe das Gefühl, dass Ihr mir helfen könntet, zu verstehen, warum es so gekommen ist. Aber dieses Gespräch, wenn es denn jemals stattfinden wird, passt nicht auf eine Hochzeit..." Damit wandte sich der skwilde ab und machte sich auf, zurück zu seinen Gefährten zu gehen. Dabei ließ er seinen Blick einmal durch die Halle schweifen.
« Letzte Änderung: 24.11.2025 | 15:38 von Hinxe »
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Re: [RMS - S] A1 -Zeit des Zorns- Die Hochzeit
« Antwort #36 am: 25.11.2025 | 14:38 »
Die Hochzeit scheint ein voller Erfolg zu werden. Die Sklaven versorgen die Gäste mit einem nie endenden Strom aus Ale und gegrilltem Fleisch und je länger es dauert desto betrunkener werden alle. Die Musik spielt auf und ihr könnte gerade so ein Angebot der Staarks zu einem Wetttrinken ausschlagen, was euch zwar auch ein wenig Spott einbringt, aber nichts ist im Vergleich zu den Mengen Ale ist welche ihr hättet trinken müssen um mit den Wildländern mithalten zu können.

Huld allerdings war weniger Klug. Die Clans scheinen sich abgesprochen zu haben und in einem üblen Streich wird der Junge von Tisch zu Tisch gerufen um ein Horn oder Humpen Ale nach dem anderen zu leeren. Es dauert nicht lange und er kann kaum noch stehen. Die Menge tobt und feuert ihn an noch ein weiteres Horn zu leeren doch als er es ansetzt verliert sein Gesicht jegliche Farbe und er muss sich keuchend übergeben. Ale und halb verdauter Braten ergießt sich in einem breiten Strahl auf den Boden der Halle, besudelt sein Gewand.

Miri die das Schauspiel mit sichtbarem Abscheu beobachtet wendet sich vor Scham oder vielleicht Wut ab. Huld versucht, durch das Johlen der Wildländer angefeuert, einen weiteren Versuch das Horn zu heben, rutscht aber auf seinem Erbrochenen aus und fällt der Länge nach hin. Die Gäste hält es kaum auf den Bänken und alle beugen sich vor um dem armen Huld dabei zuzusehen wie er schnaufend am Boden liegt, die Augen verdreht und so betrunken ist, dass er nicht mehr aufstehen kann.

In dem ganzen Tumult um das Gelage und Huld kann Aeryn sehen, wie eine Person die sie im Dämmerlicht der Kerzen für Rendre hält mit einer der Konkubinen von Oktar die große Treppe hinauf verschwindet. Es ist schwer auszumachen, aber die Elfe glaubt das es Ylva ist mit der sich Rendre davonstielt. Ein schneller Blick rüber zur Stirnseite der Tafel zeigt Aeryn, das Oktar davon nichts mitbekommen hat, liegt dieser doch mit Tomus in den Armen und macht sich über Huld lustig, welcher zu allem Überfluss durch den Alkohol auch noch die Kontrolle über seine Muskeln verloren hat und anfängt sich einzunässen. Was ein Erneutes heulen und grölen der Menge nach sich zieht.

Hirngar ist der Einzige der bemerkt, wie Galve Blauaxt die Ablenkung ausnutzt um zu Miri Grimme herüberzugehen welche allein und verloren an ihrem Platz sitzt. Fast sieht es so aus als wenn Galve sie dazu drängen will mit ihm zu tanzen. Miri schaut sich hilfesuchend um kann aber weder ihren Vater noch Tomus in der Menge finden, von ihrem Ehemann ganz zu schweigen, der niemals in der Lage wäre die Ehre seiner Braut zu verteidigen. 
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Offline klatschi

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Re: [RMS - S] A1 -Zeit des Zorns- Die Hochzeit
« Antwort #37 am: 27.11.2025 | 20:57 »
Hírngar
Auf der Hochzeit in Storhavn


Fast schon mitleidig schaute Hírngar dem Schicksal des jungen Bräutigams zu, kann erkennen, wie die Schritte langsamer und langsamer werden, schwerer, unkontrollierter. Er stöhnte innerlich fast auf, als er sieht, wie schwer sich Huld an den Bänken abstützen muss, um überhaupt noch sein Gleichgewicht zu halten. Ein böser Streich, schoss es ihm durch den Kopf, als seine Augen zu Frau Miri zuckten, der jungen Braut, die nur beschämt zusehen konnte, wie ihr Gemahl sie und sich der Lächerlichkeit preis gab. Die arme, so jung und so schön, was wird sie sich wohl denken? Was geht ihr durch de Kopf, wenn sie das sieht? Fast schon amüsierte es ihn, wie sehr er sich bemüht hatte, wie ein Held aus den Legenden aufzutreten, vornehm, kontrolliert. Wie der Schwertmeister aus der Saga vom weißen Band. Aber diese ungestüme Wildheit der Sturmländer ängstigte ihn fast ein wenig, es war ihm einfach zu viel, zu laut. Wie im Jarnkett, als der geringe Sold auf den Kopf gestellt wurde. Feiere, denn morgen wirst du vielleicht sterben.
Ein Krachen und das laute Brüllen aller Männer um ihn herum ließ ihn wieder zu Huld blicken. Angewidert sah Hírngar, wie der junge Mann den Humpen kaum noch haltend konnte, während er an einem Tisch lehnte und sich übergab. Hírngar meinte, das angestrengte Keuchen und Erbrechen über den Lärm hinweg zu hören, das Japsen nach Luft, die kurze Atempause, bis der nächste Schwall sich nach oben drückte. Es war viel zu laut, diese Geräusche wirklich zu hören, aber der Holzfäller konnte sich ausmalen, wie es klingen musste, wie es riechen musste. Angewidert schob er sein eigenes Ale beiseite, hörte das kreischende und betrunkende Johlen der Gebrüder Saatigia, die in den Chorus einflelen , der den jungen Huld anfeuerte, als dieser wieder den Humpen ansetzte. Ein böser Streich, fuhr es Hírngar abermals durch den Kopf, sie werden es ihn nie vergessen lassen. Ein weiteres Krachen, als der junge Mann zu Boden ging, Grimhil und Elvijö hauten ihre Humpen auf den Tisch und hatten Tränen in den Augen, während der junge Huld jegliche Kontrolle verlor, sich verkrampfte, sich einnässte. Die Augen des Holzfällers wanderten wieder zu Miri. Und sie werden sie es auch nicht vergessen lassen.

Da bemerkte er die Bewegung aus den Schatten. Galve Blauaxt, der auf die junge Braut eindrängte, ihr Blick, hilfesuchend, ihre Augen aufgerissen.

"Seht ihr das auch?" fragte er die Gebrüder Saatigia, doch seine Frage ging im Lärm unter. Was soll ich tun? "Seht ihr..." versuchte er es nochmal lauter, aber da huschten Hírngars Augen  zum Schwertjarl, erkannten, wie sehr er mit der Demütigung seines Schwiegersohns abgelenkt war, dann wieder zurück zu Miri, die immer noch hilfesuchend um sich blickte. Bei den... Fetzen der Saga schossen ihm durch den Kopf, als er schon stand. Er machte zwei, drei Schritte und bemerkte dabei erst, dass er das scharfe Messer, mit dem gerade noch der Schweinebraten zerteilt wurde, in der Hand hielt. Schnell lies er es in seinem Ärmel verschwinden, hoffentlich brauche ich keine Waffe. Drei weitere Schritte. Gesang so zart, dem Helden geweiht füllten ihn die Worte. Er sollte vielleicht Hilfe rufen, aber er wusste, er spürte, dass er keine Hilfe erwarten konnte.

Die Zeit im Jarnkett machte sich bemerkbar, Hírngars Blick war auf Blauaxt gerichtet, als er sich an einem Tisch vorbeischlängelte, das Klopfen und Bellen der betrunkenen Gäste verschwamm fast zu einem dumpfen Dröhnen, zwei weitere Schritte. Ein Bierkrug auf Kopfhöhe, der Holzfäller musste den Kopf zur Seite reißen, drehte sich leicht im Schritt, verlor Miri und Blauxt aus dem Blick. Ein weiterer Schritt, dann waren sie wieder in seinem Sichtfeld. Galves Hand packte den Oberarm der Braut, zwei weitere Schritte, fast da, noch vier oder fünf Schritt. Nicht mehr Die Hand um den Messergriff schloss sich fest, die Klinge im Ärmel versteckt. Kein Blut, wenn es nicht sein muss. Zwei weitere Schritte, nun konnte er Galves Gesicht genau sehen. Das weiße Band, der rote Fleck... Hírngar taxierte Blauaxt, versuchte sich die Bewegungen des Mannes einzuprägen.
"Frau Miri", setzte er an, laut, so dass Galve ihn hören konnte. Noch ein Schritt. "Ihr hattet doch versprochen, mir aus dem Buch zu lesen, dass euch Frau Aeryn geschenkt hat." Unsinn. Egal.

Hírngar schritt weiter, verlangsamte seinen Schritt nicht, wollte den letzten Meter zwischen sich und Blauaxt überbrücken und sein Momentum nutzen.
« Letzte Änderung: 27.11.2025 | 21:12 von klatschi »

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Re: [RMS - S] A1 -Zeit des Zorns- Die Hochzeit
« Antwort #38 am: 27.11.2025 | 22:35 »
Galve sieht den Holzfäller nicht kommen, zu sehr ist er damit beschäftigt Miri in die Menge zu ziehen. Vielleicht, damit sie sich das erniedrigende Schauspiel um ihren Ehemann anschauen muss oder um sie zu einem Tanz mit ihm zu zwingen.

Miri reißt die Augen auf als Hirngar wie aus dem Nichts aus dem Dämmerlicht und der Menge auftaucht und rein durch seine Anwesenheit den Blauaxtmann zurückweichen lässt. Er hatte nicht mit derlei Widerstand gerechnet, war sein Opfer doch eine junge Frau, eher noch ein Mädchen an der Schwelle zur Frau. Galve stank nach dem Ale das er getrunken hatte und zu Hirngars Glück war er Kaufmann und Unterhändler, kein Krieger, kein Berserker oder Blutmann. Trotzdem kniff er wütend die Augen zusammen und wollte schon die Hand erheben, doch er erkannte einen der Gäste des Schwertjarls und sein Gesicht verzog sich zu bitterer Abscheu. Wut stand in seinen Zügen, aber er konnte nicht um Hilfe bitten. Eine Beleidigung am Abend war schon genug, sein Stand war schlecht, sein Fylkjarl nicht erschienen, er konnte diese Auseinandersetzung nur verlieren. So spuckte er nur auf den Boden und drehte sich torkelnd ab, kehrte Hirngar den Rücken zu.

„Danke!“ jauchzte Miri neben Hirngar auf. Er konnte ihre Hände auf seinem Oberarm spüren. „Mein Retter in der Not wo eigentlich mein…“ das nächste Wort triefte vor so viel Abneigung wie Miri aufzubringen im Stande war „…Ehemann stehen sollte!“

Miri hielt Hirngars Arm umklammert als müsste sie sich daran festhalten. Ihre Gesichtszüge waren offen, ihre Augen funkelten als sie ihn anblickte.

„Es wird mir eine Ehre sein euch vorzulesen, doch fürchte ich…“ sie bedeutete Hirngar sich vorzubeugen, damit sie gegen den Lärm nicht gegenanschreien musste „…ich werde morgen in der Früh meinem Gatten schon nach Wretguard folgen müssen!“

Jetzt wo er ihr näher war stellte Hirngar fest das Miri, anders als Galve, nach dem Blumenwasser roch in dem sie vor den Feierlichkeiten gebadet worden war. Oktar hatte nicht an Duftölen gespart und ein Hauch von Beeren und Flieder hing in der Luft. 
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Offline klatschi

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Re: [RMS - S] A1 -Zeit des Zorns- Die Hochzeit
« Antwort #39 am: Heute um 10:30 »
Hírngar
Auf der Hochzeit in Storhavn


Als Miris Hände den Oberarm des Holzfällers berührten, wurde er sich seiner selbst und der Situation erst richtig bewusst. Das Leben als Söldner hatte gerade die Oberhand, er war fokussiert gewesen, konzentriert, die Reflexe hatten kurz seinen Körper gesteuert. Seine Statur sank sofort etwas ein, er roch das Rosenwasser der jungen Frau, angenehm, ein Kontrast zu dem säuerlichen Geruch nach Schweiß und Bier, dem Erbrochenen Hulds.
Was habe ich getan? Ist es verboten, dass sie sich so an mir festhält? Ihr Retter... es gefiel Hirngar, ja doch, er fühlte sich geschmeichelt und hingezogen, ein so leichtes, einfaches Wort. Retter. Aber für ihn war es, als würde eine Saite in ihm angeschlagen, ähnlich, wie wenn der alte skwilde ihn mit seinen Geschichten in den Bann zog.

Ihre Hand an seinem Arm. Er wollte nicht, dass sie losließ, wusste aber, dass Oktar Grimme dies vielleicht ungern sehen würde. Oder der Vater des Bräutigams?

Ihr offenes Gesicht. Nur Freundlichkeit? Dankbarkeit? Es war etwas, was er hier bei vielen der Anwesenden vermisste. Es gab so viele falsche Gesichter, wie er selbst eines aufgelegt hatte. Miri schien dagegen ehrlich, konnte ihre Gefühle nicht verbergen, den ganzen Abend schon nicht.

Hirngar musste schlucken, und seinen Mund befeuchten, bevor er sprechen konnte.
"Frau Miri," er lächelt dabei aufmunternd und spricht ganz leise, so dass nur sie die Worte hören kann. "Es tut mir leid, dass ihr das heute erleben musstet." Seine Augen schnellten zum Brycker, zu Oktar Grimme, zum Vater Hulds. "Es ist eurer nicht würdig." fügt er entschieden hinzu. Es ist vielleicht dumm, dass ich den Bräutigam beleidige. Aber irgendjemand muss es ihr sagen.

Hírngar wurde sich nun auch seines Messers gewahr. ich muss es loswerden.
"Darf ich mich kurz zu euch setzen? Erzählt mir doch von euch und dem Buch das Frau Aeryn euch geschenkt hat. Ich bin nicht sehr belesen, und kenne mich in diesen Dingen nur wenig aus. Aber ich liebe Geschichten, die Gesänge des skwilden Gylfi ganz besonders."
"Und," fügt er lächelnd hinzu, "ich kann mir nicht wirklich vorstellen, dass euer Gemahl morgen früh nach Wretguard reisen kann. Vielleicht könnt ihr mir doch eine der Geschichten lesen!"
« Letzte Änderung: Heute um 10:35 von klatschi »

Offline Outsider

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Re: [RMS - S] A1 -Zeit des Zorns- Die Hochzeit
« Antwort #40 am: Heute um 12:40 »
In dem Augenblick als Hirngar der Gedanke kommt, dass Miris Berührung unpassend wäre lässt die junge Frau ihn schlagartig los. Fast so als hätte sie gerade die selben Gedanken gehabt und errötet dabei.

„Es tut mir leid!“ sagt sie leise zu Hirngar „Ich vergesse meine Manieren und ihr könnte mich einfach Miri nennen wenn kein anderer dabei ist, das Frau…“ sie runzelt die Stirn „…hört sich so alt an. Ja…“ bestätigt sie dann Hirngars Frage und deute auf die Stühle an der Tafel „…setzen wir uns!“

Dann treten Tränen des Zorns und der Wut in ihre Augen und ihr Blick scheint als könnte dieser die Meute der Feiernden niedermähen wie Sturmis Blitz selbst.

„Er liebt mich einfach nicht!“ Ihr kleinen schmalen Hände sind zu Fäusten geballt. „Es sollte anders sein, ein Held sollte mich Heiraten einer dem ich etwas bedeute!“ Eine Träne läuft über ihre Wange und peinlich berührt wischt Miri sie mit einer schnellen Bewegung ihres Armes weg. „Er…“ sie deutet zu Huld „…hat mich doch nur wegen des Mitgifts auf geheißen seines Vaters geheiratet, ich bin ihm völlig egal!“ Ihre kleine Faust schlägt auf den Tisch ein so dass die Humpen hüpfen.

Ein rascher Blick von Hirngar zeigt ihm aber, dass diesen Ausbruch von Miri keiner mitbekommen hat.

Keiner bis auf Vrinje, der unheimliche zehnjährige Sohn von Fylkjarl Vret Uvail. Innerlich erstarrt Hirngar, das Kind blickt ihn an, beobachtet alle seine Bewegungen aus den düsteren tiefen Augen und irgendwas in Hirngars Unterbewusstsein, sagt ihm, dass das Kind bewaffnet ist. Was will der Kleine, wollte er sehen was Galve mit Miri anstellen wollte und fühlt sich um eine Unterhaltung betrogen, oder wäre er Miri ebenfalls zur Hilfe geeilt und wartet jetzt ab was der Ausländer von der Braut will?

Dann mit einer geschickten Drehung seines Körpers verschwindet der Junge in der Menge und der Augenblick geht vorbei.

Es schleicht sich echte Trauer in Miris Augen.

„Was meine Abreise betrifft, da kennt ihr meinen Vater schlecht. Selbst wenn er Huld auf einen Karren oder Esel binden muss, morgen kurz nach Sonnenaufgang werde ich mit ihm und einer kleinen Reisegesellschaft nach Wretguard aufbrechen. Uns bleibt nur diese Nacht!“

Dann greift Miri zu dem Buch das Aeryn ihr geschenkt hat.

„Hört zu, vielleicht gefällt euch diese kurze Saga!“

Sie schlug das Buch auf und fing an vorzulesen, trotz all des Lärms, trotz des Gelages und der Besoffenen hatte Hirngar das Gefühl als wäre er an diesem Punkt alleine mit der jungen Braut. Die Kerzen warfen ein sanftes Licht auf ihr Haar und fast schien es als würde ein Schein aus Licht ihr Antlitz umgeben. Ihr Stimme betonte jede Silbe mit bedacht als hätte sie oft vorgelesen oder wäre darin geschult worden.

Der Wolfskönig

Einst in einem weit entfernten Königsreich herrschten zwei Brüder über das Geschick ihrer Untertanen, der eine war stattlich, von kräftiger Statur, gerecht und geschickt im Umgang mit den Waffen. Sein Bruder war ein Träumer, er liebte die schönen Dinge, das Musizieren und verzagte oft, ihm fehlte der Mut und er wünschte sich nichts sehnlicher als so zu sein wie sein Bruder. Er wünschte es sich sogar so sehr, dass er darüber seine eigenen Talente vergaß.

Eines Tages kam es zum Krieg mit dem benachbarten Königreich, die Spannungen hatten sich über Jahre aufgebaut und jetzt suchten die Herrscher die Entscheidung in der Schlacht. Mutig ritt der eine Bruder voran, der zweite jedoch zauderte, blieb in der Burg zurück und grämte sich. Er grämte sich so sehr das er sich heimlich hinausschlich um seinem Bruder zu folgen, nicht um zu kämpfen aber um zu beobachten, um später behaupten zu können er wäre dabei gewesen im Tross der Kämpfer.

An einem Wald prallten die Heere aufeinander und es kam zum Unglück. Als der mutige Bruder angriff scheuchte er ein Rudel Wölfe auf das zwischen die Heere geraten war und sein Pferd scheute, er stürzte und die Landsknechte des Feindes vielen über ihn her. Ein Stich durch das Visier beendete das Leben des Mutigen. Die Schlacht wogte hin und her und der Feige erkannte seine Chance. Er schlich sich in der Nacht auf das Schlachtfeld und legte sich die Rüstung seines Bruders an dann verstümmelte er den Körper bis zur Unkenntlichkeit.

Am nächsten Morgen ritt er vor die Reste der Armee seines Bruders und gab sich als er aus, seine Männer glaubten an ein Wunder und mit neuem Kampfgeist beseelt griffen sie an und wendeten das Schlachtenglück, der Feind in Furcht vor dem Totgeglaubten floh Hals über Kopf vom Schlachtfeld.

Am Ende des Tages nahm der Feige den Helm ab und behauptete sein Bruder wäre nie ausgezogen um zu kämpfen, er hätte sich feige davongestohlen und wäre geflohen. Im Wald heulten die Wölfe ob der Lüge und der Feige bekam es mit der Angst zu tun. Als erste Amtshandlung verfügte er, dass alle Wölfe auf seinen Landen zu jagen sein, ihre Köpfe seien im auf Spießen zu bringen und bald schon säumten die Schädel der traurigen Tiere seine Burg, worauf die Menschen ihm den Nahmen Wolfskönig gaben.

Viele Jahre gingen in´s Land und der Wolfskönig herrschte Grausam unter der Bevölkerung, er ließ Frauen auf sein Schloss kommen, immer die schönsten und nachts hörte man ihre Schreie, manche sah man nie wieder.

Eines Tages auf der Jagd, ritt der Wolfskönig voraus und erlegte einen riesigen Hirsch, als er das Tier ausweiden wollte merkte er jedoch das der Hirsch noch nicht tot war und zu seiner Überraschung zu ihm sprach.
"Wolfskönig, dein Herz ist mehr das eines Tieres als das eines Menschen und so sollst du unter den Tieren leben wie eines von den ihren. Erst der wahre Liebe Kuss soll dich von dem Dasein als Tier befreien und wieder einen Mann aus dir machen."

Der König verstand nicht, aber als seine Jagdgesellschaft an der Stelle eintraf schienen sie ihn nicht zu erkennen sie riefen „Ein Wolf, ein Wolf, erschlagt ihn im Namen des Königs!“

Erst da merkte der König, dass er zu einem Wolf geworden war und seine Rufe nur das wilde Knurren und heulen der Bestie waren, so floh er bitterliche weinend immer tiefer in den Wald....
« Letzte Änderung: Heute um 13:06 von Outsider »
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