Autor Thema: [RMS-S] A1 -Zeit des Zorns- Auf dem Kupferweg nach Norden  (Gelesen 2533 mal)

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Offline klatschi

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Re: [RMS - S] A1 -Zeit des Zorns- Auf dem Kupferweg nach Norden
« Antwort #50 am: 11.03.2026 | 10:50 »
Hírngar
An der Eiche auf dem Kupferweg zwischen Hallwind und Nordhalle


Ein Drücken und Ziehen machte sich in der Magengegend des Holzfällers breit. Ein unangenehmes Gefühl, das ihn von der Eiche wegeilen lassen wollte, flieh, was auch immer das getan hat, es kann es auch mit Dir und deinen Gefährten tun!
Er musste hart schlucken und sich bemühen, den Geruch von Verwesung nicht zu stark einzuatmen. Er griff nach einem Tuch, dass er sich vor Mund und Nase hielt. "Bei den Göttern der Erde und des Waldes, Meister Gylfi, was ist hier geschehen?" Wer hat das getan? Und warum?

"Das ist das Werk von Monstern!" Sein Blick blieb auf den Kindern hängen. Monster!
Über all dem schwebte die Erinnerung an seinen Traum, an die Toten, die in der Kälte auf ihn warteten.
Würde die Kleidung etwas über diese armen Gestalten preis geben?

Online Hinxe

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Re: [RMS - S] A1 -Zeit des Zorns- Auf dem Kupferweg nach Norden
« Antwort #51 am: 11.03.2026 | 17:32 »
Gylfi
An der Eiche auf dem Kupferweg zwischen Hallwind und Nordhalle


Gylfi war für einen Augenblick wie versteinert, als er die Toten genauer betrachten konnte. Sein Blick blieb besonders an den Kindern hängen, er nahm jedes Detail auf. Die misshandelten Körper, die blutige Kleidung, die am Baum befestigten Seile. Stumm schickte er einen Ruf nach Hilfe an die Flowras, bat um die Kraft, nicht fortzulaufen oder den Verstand zu verlieren. Sie wurde ihm gewährt.

Nur flach atmend antwortete der Alte seinem Gefährten: "Mögen es Monster gewesen sein oder Menschen, das Ergebnis ist dasselbe. Vier Leben verloschen, zwei davon hatten gerade begonnen. Wir sollten uns nach Hinweisen umschauen. Wenn wir verstehen, was sich zugtragen hat, lässt sich vielleicht Gerechtigkeit herstellen oder zumindest Rache nehmen."

Ohne allzuviel Hoffnung begann der skwilde sich am Fuße der alten Eiche umzuschauen. Innerlich nahm er sich vor, die Leichen nicht erneut zu betrachten. Der Anblick hatte sich sowieso schon in seinem Gedächtnis eingebrannt. Er musste an die Zeilen aus der "Zeit der Ungezähmten" denken. Vielleicht ist das erst der Anfang, nur ein Schatten dessen, was auf uns alle zukommt. Er versuchte ein Erschauern zu unterdrücken, was aber nur zum Teil gelang.
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Offline klatschi

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Re: [RMS - S] A1 -Zeit des Zorns- Auf dem Kupferweg nach Norden
« Antwort #52 am: 11.03.2026 | 20:05 »
Hírngar
An der Eiche auf dem Kupferweg zwischen Hallwind und Nordhalle


Hírngar seufzte und nickte dann.
"Ihr habt Recht, vielleicht finden wir etwas. Und danach sollten wir die Toten begraben. Ein letztes bisschen Anstand für die armen Seelen."

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Re: [RMS - S] A1 -Zeit des Zorns- Auf dem Kupferweg nach Norden
« Antwort #53 am: 12.03.2026 | 10:26 »
Das Gras um die Eiche ist niedergetrampelt, es müssen mehrere Personen gewesen sein. Die Kleidung der Opfer wurde ihnen grob vom Leib gerissen, alles von Wert scheint entfernt worden zu sein. Gürtel, Haarspangen, Broschen, Ringe, nichts ist zu finden. Zurückblickend könnt ihr die Spuren sehen die ihr im hohen Gras hinterlassen habt, doch die der Angreifer sind nicht mehr zu sehen. Es ist zu lange her und die Witterung hat ihr übriges getan. Das muss das Werk einer der Räuberbanden sein welche auf dem Kupferweg zwischen Hallwind und Nordhalle ihr Unwesen treiben. Nicht alle scheinen nur Wegzoll einzutreiben, vielleicht findet man sie auf einer der verlassenen Höfe welche rechts und links ein paar Meilen weit weg vom Weg in der Grasebene liegen.
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Offline pharyon

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Re: [RMS - S] A1 -Zeit des Zorns- Auf dem Kupferweg nach Norden
« Antwort #54 am: 15.03.2026 | 11:01 »
Aeryn
Auf dem Pfad unweit der Eiche auf dem Kupferweg zwischen Hallwind und Nordhalle, beim Wagen mit Sote


Aeryn sah ihren gefährten nach, wie sie sich dem Baum näherten. An der Körpersprache der beiden versuchte sie abzulesen, ob sie etwas Wichtiges entdeckt hatten. Es sah nicht nur nicht danach aus, sondern anscheinend war ihr Fund eher belastender Natur. Hoffentlich können wir diese Station schnell hinter uns lassen. An Sote gewandt fragte sie: "Was haben wir alles, um ggf. Gräber ausheben zu können? Wenn es sich nicht um Verbrecher handelte, sollten wir den Verstorbenen einen letzten Rest ihrer Würde gewähren. Schaut bitte nach, was wir haben, um ggf. zu zweit Gräber ausheben zu können. Ich behalte derweil die Gegend im Auge."

In der Hoffnung, keine Überraschungen zu erleben, behielt Aeryn ihre Gefährten immer wieder im Blick, hielt aber in alle Richtungen Ausschau. Manchmal schlägt der Blitz auch an der selben Stelle noch mal ein. Hoffentlich nicht hier.
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Re: [RMS - S] A1 -Zeit des Zorns- Auf dem Kupferweg nach Norden
« Antwort #55 am: 15.03.2026 | 11:58 »
Sote nickt Stumm und macht sich daran das Werkzeug welches ihr eingepackt hattet hervorzukramen. Eigentlich war es dafür gedacht im späteren Verlauf der Reise einen festsitzenden Karren sprichwörtlich aus dem Dreck zu ziehen oder mehr zu graben. Jetzt jedoch war der Grund für den Einsatz der Schaufel und Spitzhacke eher trauriger Natur.

Aeryns Blick schweift über das Land. Sie kann sehen wie sich der etwas erhobene Damm mit dem Kupferweg wie eine feststehende Konstante durch das Grasmeer zog. Immer weiter nach Norden auf die am Horizont liegenden Bege zu vor denen dünn, kaum wahrnehmbar die braunschwarze Mauer der Dunkelwälder lag. Wer sich ins Gras legte, keine Pferde oder Wagen dabei hatte konnte sich gut vor den Augen eines Beobachters verbergen. Aeryn konnte keine Anzeichen dafür finden, dass dort draußen irgendwer oder irgendwas ihnen auflauerte oder gerade dabei war sich an sie anzuschleichen.

Am östlichen Horizont bauten sich neue Regenwolken auf, vielleicht brachten sie auch Schnee. Kalt genug ist der Wind der vom Meer her kommt allemal. 
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Re: [RMS - S] A1 -Zeit des Zorns- Auf dem Kupferweg nach Norden
« Antwort #56 am: 17.03.2026 | 15:44 »
Gylfi
An der Eiche auf dem Kupferweg zwischen Hallwind und Nordhalle


Gylfi wusste nicht, ob er eher enttäuscht oder beunruhigt darüber war, dass sich keine Spuren der für den Tod der am Baum hängenden Menschen Verantworlich finden ließen. Bis Nordhalle wird mich das Gefühl begleiten, dass wir von den Mördern beobachtet werden. Und uns bleibt keine Möglichkeit, etwas daran zu ändern. Kurz dachte er nach. Ein Gedanke kam ihm, den er zuerst als abenteuerlich verwerfen wollte. Dann runzelte er die Stirn und blickte zurück Richtung Hallwind. Könnte es mit der Erscheinung zusammenhängen, die Hírngar letzte Nacht heimgesucht hatte. Er schüttelte den Kopf, es schien dann doch zu weit hergeholt.

Schließlich sprach er seinen Gefährten an. "Ich sehe keine Spur, Hírngar. Ich gehe zum Wagen und schaue, welches Werkzeug wir dabei haben. Schneide Du schonmal die Körper vom Baum. Wir sollten aber schnell machen."
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Re: [RMS - S] A1 -Zeit des Zorns- Auf dem Kupferweg nach Norden
« Antwort #57 am: 21.03.2026 | 10:16 »
Hírngar
An der Eiche auf dem Kupferweg zwischen Hallwind und Nordhalle


Es ist ein trauriges Handwerk, das wir hier verrichten. Und eines, das eigentlich den Hütern der Gesetze hier zukommen würde. Aber gab es hier Überhaupt Gesetze? Hírngar war dieses raue Land nicht geheuer, er kannte das Leben als Söldner und das Leben als Mitglied einer kleinen Dorfgemeinschaft. Die Sturmlande waren viel wilder und ungezügelter als das, was er bisher erlebt hatte. Vielleicht sind sie deswegen so hart und unberechenbar.
Er griff nach einem Seil, nahm seine Axt am Kopf und säbelte damit den Knoten durch. Dann lies er die Leichen langsam zu Boden, vorsichtig, um sie nicht fallen zu lassen, so gut es eben ging. Sie haben nicht verdient, nun auch noch wie Säcke auf dem Boden zu landen. Hatten sie es nicht verdient? Er wusste nichts über sie, und dennoch... das Häuten. Diese Gräueltat an Kindern zu verrichten. Das kann nur ein böser Geist tun, ein herzloses Wesen. Ihn schauderte erneut.

Offline pharyon

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Re: [RMS - S] A1 -Zeit des Zorns- Auf dem Kupferweg nach Norden
« Antwort #58 am: 26.03.2026 | 13:59 »
Aeryn
Auf dem Pfad unweit der Eiche auf dem Kupferweg zwischen Hallwind und Nordhalle, beim Baum mit Hírngar


Während Hírngar die Leichen herabließ, überlegte Aeryn kurz, wo sie die Schaufel zuerst ansetzen wollte. Nachdem sie sich für die Südseite entschieden hatte, markierte sie vier Gräber. Nahe genug am Baum und am Weg, aber nicht direkt daran. Nachdem in ungefähr klar war, wo sie und Hirngar graben würden, half sie ihm beim Ablegen der Leichen. Sie vermied es, zu sehr auf die Leichen zu achten, distanzierte sich innerlich. Konzentrier dich auf die Aufgabe, nicht die Umstände. Hilf auch Hírngar dabei. Nachdem sie immer wieder ihren Fokus darauf richtete - das Schicksal der Getöteten ging ihr trotz aller Mühe nahe - wandte sie sich an Hírngar. "Meinst du, so würde ihnen etwas Würde und Ruhe gewährt werden?" und zeigt auf die von ihr markiereten Stellen. Hoffentlich merkt er nicht, dass ich von ... sowas... keine Ahnung habe. Sie versuchte ihre Unsicherheit mit einem leichten Lächeln zu überspielen, spielte dabei mit einem Finger an einer Strähne, die sich etwas gelöst hatte.
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Re: [RMS - S] A1 -Zeit des Zorns- Auf dem Kupferweg nach Norden
« Antwort #59 am: 26.03.2026 | 14:33 »
Vom Baum aus blickten euch die Krähen dabei zu wie ihr die Leichen abnehmt. Stück für Stück flatterten sie auf und setzten sich auf einem niedrigeren Ast ab machtet ihr den Tieren doch ihre Nahrung für die nächste Zeit streitig. Ihre braunen Augen mit der schwarzen Pupille beobachten jede eurer Handlungen.
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Re: [RMS - S] A1 -Zeit des Zorns- Auf dem Kupferweg nach Norden
« Antwort #60 am: 27.03.2026 | 13:01 »
Gylfi
An der Eiche auf dem Kupferweg zwischen Hallwind und Nordhalle


Beim Wagen angekommen atmete Gylfi tief durch. Der Geruch wird mich eine Weile begleiten. Er nahm einen Schluck Wasser und spuckte direkt wieder aus. An Sote gerichtet sprach Gylfi, aber zunächst ohne den Mann anzuschauen: "Da hängen 4 Menschen im Baum, teilweise gehäutet. Schlimmer Anblick, es sind auch Kindere darunter." Jetzt warf er einen Seitenblick auf den Sklaven. In seiner Stimme war Abscheu nur allzu deutlich zu bemerken. "Ist das in dieser Gegend üblich?"
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Re: [RMS - S] A1 -Zeit des Zorns- Auf dem Kupferweg nach Norden
« Antwort #61 am: 27.03.2026 | 14:01 »
Sote blickte sich ruckartig zu dem alten Skwilden um als dieser ihm von der Szene am Baum erzählt.

„Bei Sturmi, nein…“ entfährt es dem Sklaven „…die Wildlande sind Rau, die Menschen hart da sie dem Land alles abringen müssen um zu überleben, aber solcherlei Grausamkeit ist nicht üblich. Es ist aber auch wahr, dass das Ende des Kupferrausches viele Entwurzelt hat, das Leben ist härter geworden und das Land ernährt nicht alle die in ihm gestrandet sind. Ich glaube Not und Leid können das schlimmste in den Menschen hervorbringen, diese Tat jedoch ist mit nichts anderem als Wahnsinn oder den Einflüsterungen der Chaosgötter zu erklären!“
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Re: [RMS - S] A1 -Zeit des Zorns- Auf dem Kupferweg nach Norden
« Antwort #62 am: 27.03.2026 | 15:17 »
Gylfi
An der Eiche auf dem Kupferweg zwischen Hallwind und Nordhalle


Gylfi machte dem Sklaven gegenüber eine beschwichtigende Geste. "Verzeih mir, Sote. Ich weiß ja, dass wir in einem harten Land reisen. Darum machen es mir manche Erlebnisse und Geschichten aus diesen Gefilden schwer, einzuschätzen, was hier als normal und was als grausam und schändlich angesehen wird."

Der alte Mann ließ seinen Blick schweifen, mied dabei die Eiche, an der sich seine Gefährten mit dem Begräbnis der Toten abmühten, und blickte länger in die Richtung, aus der sie gekommen waren. Leise murmelte er vor sich hin. "Keine zwei Tage, so nah..."

Schließlich riß sich der swilde zusammen und sagte zu Sote in befehlendem Ton: "Geh und hilf den beiden. Die Vier wurden vor mehreren Tagen getötet, ich glaube kaum, dass sich Räuber solange auf die Lauer legen."

Und wenn doch, habe ich große Lust, sie für ihre Taten zu bestrafen, wobei die Flowras mir helfen mögen!
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« Antwort #63 am: 27.03.2026 | 15:35 »
Hirngar
An der Eiche auf dem Kupferweg zwischen Hallwind und Nordhalle


Hírngar dachte über die Frage Aeryns nach. Würde ihnen Würde und Ruhe widerfahren?"
Nachdem er einen Spatenstich in den Boden gerammt hatte und eine Scholle dunkler, brauner Erde herausgab, streckte er seinen Rücken durch und blickte seine Gefährtin an. "Ich weiß es nicht, ich kann nicht abschätzen, welche Geister dies verursacht haben. Es waren keine Wohlwollenden, so viel steht fest. Aber ich denke, dass ich es mir wünschen würde, begraben zu werden. Und das ist Grund genug für mich."

Wieder stack er mit seinem Spaten in die Erde.
"Kennst du dich mit solchen Dingen aus? Geistern, meine ich..."

Offline pharyon

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Re: [RMS - S] A1 -Zeit des Zorns- Auf dem Kupferweg nach Norden
« Antwort #64 am: 30.03.2026 | 21:12 »
Aeryn
An der Eiche auf dem Kupferweg zwischen Hallwind und Nordhalle


Aeryn dachte eine Weile über Hírngars Frage nach. Weniger über den Inhalt. Der war für sie klar. Sie dachte vor allem über die Implikationen nach. Das, was aus dieser Frage heraus kommen mochte. Er hält mich wirklich für bewandert, oder? Obwohl ich ihm vielleicht nur ein paar wenige Jahre des Reisens voraus habe. Sich bewusst machend, dass sie ihm eine Antwort schuldete, entschied sich Aeryn für die Wahrheit.
"Nein, mit Geistern kenne ich mich nicht wirklich aus. Nur die ein oder andere Geistergeschichte. Aber nichts" Aeryn neigte den Kopf leicht in Richtung der Leichen, ohne sie direkt anzuschauen, "was das hier erklären würde. Oder die eisige Nacht vor kurzem." Aeryn dachte wieder etwas nach. "Es tut mir sehr leid. Wir alle sind sehr mitgenommen von dem, was Miri passiert sein soll. Aber ich weiß, dass sie dir noch mehr bedeutet hat." Nun wagte sich Aeryn, Hírngar direkt anzuschauen. "Ich habe auch schon einige Menschen verloren, die mir wichtig waren. Mit Verlust kenne ich mich aus. Und ihr beide hattet ... etwas ... Besonderes - eine besondere Verbindung. Wenn ich irgendwas für dich tun kann, lass es mich wissen." Dann räusperte sie eine Träne weg, den Ausbruch mehrerer Tränen, vor dem sie beinahe gestanden hätte. Konzentrier dich. Das Dringende zuerts. Sie wandte sich den leichen zu, versuchte sich beim Anblick innerlich zu distanzieren, auch wenn sich Aeryn sicher war, dass sie es diese nacht sein würde, die schlecht schläft.

"Erst einmal geben wir ihnen ein wenig Würde zurück. Ich hoffe, mir wird solch eine Geste zuteil, wenn mein Ende gekommen ist. Mehr können wir nicht mehr für sie tun." An die Krähen, Raben und anderen Aasvögel gerichtet, sagte sie lauter und fester, als sie beabsichtigt hatte. "Hiervon könnt ihr leider nichts mehr haben. Seht es uns nach und sucht bitte anderswo nach Nahrung für euch. Diese hier haben genug gegeben." Mit festen und bestimmten Handgriffen half sie H´ringar und konzentrierte sich - bei all dem Ekel und Abscheu über den Zustand der Leichen und dem Ekelhaften, das ihnen das angetan hatte.

Bitte lasst unser Schicksal ein Besseres sein.
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Re: [RMS - S] A1 -Zeit des Zorns- Auf dem Kupferweg nach Norden
« Antwort #65 am: 5.04.2026 | 13:15 »
Im Namen der Götter beerdigt ihr die Familie in der Grasebene nahe der Eiche.

Namenlose Tote in namenlosen Gräbern. Sote geht euch auf Gylfis Geheiß hin zur Hand und es dauert nicht lange, dann sind die toten Gestalten von Erde und Gras bedeckt. Auf das sie ihren Weg durch die Nebel nach Helgard finden und nicht auf ewig in der Zwischenwelt gefangen sind.

Kurz kommt Gylfi der Gedanke ob ein Grab für die Überreste von Eyleeg ihrer Seele nicht frieden gegeben hätte. Ihre Stimme ist längst verstummt, aber er weiß, dass das Kind mit dem zerstörten Gesicht und dem Geisterbären immer noch im wilden Herz nach einem Ausweg sucht um zu seiner Familie zurück zu kommen, die wahrscheinlich längst tot ist. Ein Schauer überläuft den alten Skwilden meint er doch für den Augenblick Eyleegs Stimme zu hören, im pfeifen des Windes der von der See her über das Land fegt. Aber es ist nur Einbildung, nichts weiter als die Erinnerung in seinem Kopf.

Zwei Tage lang setzt ihr eure Reise fort und kommt an den Ausläufern von Nordhalle vorbei. Um die Stadt ist ein weiter Ring aus bestelltem Farmland entstanden. Jetzt sind die Äcker gepflügt und die dunkle, fruchtbare Scholle liegt aufgebrochen unter dem Himmel. Bereit im nächsten Frühjahr die Saat aufzunehmen die es braucht um die Stadt und die Menschen darin zu ernähren. Immer deutlicher vor euch könnt ihr am gesamten Horizont die schwarze Mauer des Dunkelwaldes sehen die sich von West nach Ost erstreckt. Dahinter erheben sich die Gipfel der Berge. Gylfi ist ein wenig Mulmig zu mute, erneut steuert er auf einen Wald und turmhohe Fichten ragen vor ihm auf. Eine letzte Rast am Rande des Waldes erinnert nur zu sehr an den Übergang. Doch es zieht kein Nebel auf und obwohl der Dunkelwald seinem Namen alle Ehre macht ist er für Gylfi bei weitem nicht so bedrückend wie das wilde Herz.

Im Schatten unter den Bäumen geht Wind, und auch wenn diese eng beisammen stehen sinkt die Sichtweise nie unter zehnt, fünfzehn Schritt. Der Untergrund ist wenig hügelig und auch der Pfad durch den Wald verschwindet nicht. Stoisch bahnt sich der Kupferweg seine Spur durch den Wald. Wasserläufe und Unwegsamkeit werden von Brücken überspannt und in unregelmäßigen Abständen wurden Schutzhütten am Wegesrand errichtet die Reisenden ein Dach über den Kopf bieten können, auch wenn diese Hütten meist im schlechten Zustand sind und die Natur sich das zurück geholt hat was der Mensch ihr abgerungen hat. Und noch einen Unterschied gibt es, dieser Wald ist zwar still, bis auf das Rauschen des Windes in seinen Gipfeln aber die Stille wird hin und wieder durchbrochen von dem Geräusch der Tiere. Dem Singsang eines Vogels oder dem Laut eines Hirsches. Es ist Leben in ihm.

Sechs Tage führt der Weg durch den Wald, dann erreicht ihr die andere Seite und der Kupferweg biegt nach Osten ab. Jetzt sind es nur noch zwei, vielleicht drei Tage bis nach Wretguard. Hinter dem Wald breitet sich eine windgepeitschte Ebene aus, ein Hochmoor mit fahlem Gras zwischen dem immer wieder Wassertümpel stehen. Südlich von euch reist ihr entlang der Bäume des Dunkelwaldes, Nördlich steigt das Gelände an und die Gipfel des Gebirges erheben sich in den stahlblauen Himmel.

Kalt ist es geworden. Jeden Morgen überzieht Raureif die Gräser und der Wind ist schneidend.
« Letzte Änderung: 5.04.2026 | 13:17 von Outsider »
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Re: [RMS - S] A1 -Zeit des Zorns- Auf dem Kupferweg nach Norden
« Antwort #66 am: 6.04.2026 | 12:05 »
Hirngar
Auf dem Kupferweg hinter dem Dunkelwald


Hírngar war froh, dass sie den Wald hinter sich gelassen hatten. Die Geräusche der schattigen, kühlen Wälder waren vertraut gewesen und sie erinnerten ihn an seine Jugend und seinen Ursprung. Es hatte ihn wieder erstaunt, wie weit er gekommen war, nachdem er sich gegen sein Schicksal aufgebäumt hatte und die karge Hütte des Bären hinter sich gelassen hatte. Und doch hatten Wälder, egal wo er war, etwas unheimliches, das ihn einerseits anzog und doch ängstigte. Doch Hírngar stellte fest, dass diese Angst inzwischen nur noch ein dumpfes Gefühl war, die Erlebnisse seit seiner Reise mit den Gefährten stellten all dies in den Schatten.

Die Nächte in den kleinen Unterschlupfen am Wegesrand waren ein willkommenerer Schutz vor der Kälte gewesen und Hírngar nutze einen Abend, um Aeryn, Gylfi und Sote von dem Bären zu erzählen, dem Holzfäller, der Geld dafür erhielt, ihn groß zu ziehen. Der ihn zu einem Holzfäller ausbildete und über ihn lachte, wenn er Geister in den Wäldern sah und sich weigerte, alleine Holz zu schlagen. Der wie ein aufbrausender Sturm sein konnte, wenn er zu viel getrunken hatte, doch manchmal fast schon eine zärtliche Vaterfigur war, wenn er abends am Feuer Geschichten erzählte. Hírngar erzählte, wie er eines Nachts die Axt stahl und sich in die Ferne aufmachte.

Sein erster Schritt auf seiner Reise, die ihn hier her führte. Und der erste Schritt, das merkte er jetzt, der ihn die Geister in den Wäldern weniger fürchten lies.

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Re: [RMS - S] A1 -Zeit des Zorns- Auf dem Kupferweg nach Norden
« Antwort #67 am: 7.04.2026 | 21:20 »
Gylfi
Auf dem Kupferweg hinter dem Dunkelwald


Gylfi hatte es so satt. Seit sie die Gehenkten beerdigt hatten, gingen ihm Eyleeg und ihr Bär für mehrere Tage nicht mehr aus dem Kopf. Er haderte mit seinem damaligen Verhalten und wünschte sich, dass sie dem Mädchen hätten helfen können. Andererseits waren wir schon geraume Zeit im Wald, waren erschöpft und verzweifelt. Da hätte jeder eine schlechte Entscheidung treffen können, oder?

Und dann schon fast eine Woche durch diesen Wald, der den alten skwilden deutlich an das wilde Herz erinnerte. Er war einsilbig und mürrisch, nahm kaum an den Gesprächen der Gefährten teil. Oft grübelte er, auf dem Wagen sitzend, nur vor sich hin. Er schlief schlecht.

Erst an dem Abend, als Hírngar von seinen eigenen Erfahrungen mit wieder einem anderen Wald und einem ganz anderem Bären berichtete, konnte Gylfi die dunklen Gedanken wie einen von Regenwasser vollgesaugten Umhang abwerfen. Es beruhigt die geschundene Seele, wenn der Gefährte von seiner eigenen Pein berichtet. Wenn die Worte auch ungeschlacht sein mögen, machen sie deutlich, dass unsere Vergangenheit immmer nur ein Teil von uns ist. Ein wichtiger Teil, aber eben nur ein Teil.

Mit dem ersten Lächeln seit Tagen dankte er seinem Gefährten: "Dank Dir Hírngar für Deine Geschichte. Sie lässt  mich Dich besser verstehen. Wir haben uns anscheinend beide viel zu sehr von Geistern, die uns in Wäldern nachstellten, beeindrucken lassen." Mit einem Blick auch zu Aeryn und Sote fährt er fort. "Verzeiht, Ihr guten Reisegefährten, dass ich in den letzten Tagen so maulfaul war. Lasst mich Euch mit einer kleinen Geschichte von Hauptmann Tryggr und seinem untreuen Weib entschädigen..."

Als sie dann endlich aus dem Dunkelwald zu den ersten Ausläufer des Gebirges gelangten und nach Osten Richtung Wretguard abbogen, bedauerte der Alte es fast ein wenig. Die Kälte ließ ihn jedoch bald auf ein schnelle Ankunft bei den Hagtorns hoffen.

An die drei Anderen gewandt mahnte er noch zur Aufmerksamkeit, kamen sie doch jetzt ihrem nächsten Ziel näher. "Ab jetzt sollten wir nach Spuren des Überfalls auf Miri und ihren Zug Ausschau halten. Es ist nicht mehr weit."
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Re: [RMS - S] A1 -Zeit des Zorns- Auf dem Kupferweg nach Norden
« Antwort #68 am: 9.04.2026 | 11:04 »
Aeryn
Auf dem Kupferweg im und hinter dem Dunkelwald


Aeryn hing mit ihren Gedanken immer wieder bei den Verstorbenen. Den armen Seelen, die nun ein dürftiges Grab hatten. Wie wohl unser Grab aussehen wird? Doch es gelang ihr, nach einigen Minuten des Grübelns, sich wieder auf die Gegenwart und die nahe Zukunft zu konzentrieren. Aufmerksam hielt sie die Augen offen. Vor allem nach Räubern, ungebetenen Gästen, Bestien, aber auch nach Spuren. Sie haderte innerlich, dass sie eine Reise ihres Mentors aufs Land nicht hatte begleiten können. Ihr Bruder war krank gewesen und sie hatte sich entschieden, für ihn da zu sein. Um sich abzulenken und auch um in Form zu bleiben, nutzte sie die wenigen Minuten des Abendlichts, wenn alle Aufgaben erledigt waren, für Kampftraining. Sie studierte Übungsabläufe ein und so manche Schramme zog sie sich zu, um Faustschläge und Tritte an Bäumstämmen und -ästen zu üben. Wenn ihre Gefährten mitmachten, übte sie auch ein wenig Taktik und Kampfverhalten. Gelegentlich konnte sie Sote und Hírngar dazu bewegen, sich zu beteiligen. Gylfi hielt sich jedoch meist zurück, oder kommentierte eine höfliche aber knappe Absage. Er schien zu grübeln, hing einem oder mehreren Gedanken nach.

Als Hírngar ihnen erzählte, wie er vom Bären großgezogen wurde und ihn dann eines nachts verlassen hatte, musste sie an ihre Familie denken. Wie würde es ihrem Bruder gerade gehen? Welchen Weg beschritten ihre Freunde aus den Kindertagen auf der Straße? Würde sie das Rätsel um den Brandanschlag je lösen können? Nachdem auch Gylfi seine Zurückhaltung ablegte und von Tryggr und dessen Weib erzählte, entschied sich Aeryn, auch selbst etwas von ihr preiszugeben.
Nach der famosen Geschichte des Skwilden, über die sie mehrmals herzhaft lachen konnte, wandte sie sich an die drei Gefährten: "Habt vielen Dank für eure Ehrlichkeit und Offenheit. Auch ich möchte euch ein weni mehr von mir erzählen. Wie ihr seht, bin ich eine Dyfir - zur Hälfte Mensch, zur Hälfte Elfin. Meinen Vater habe ich seit meiner Kindheit nicht mehr gesehen. So das Schicksal es fügt, werden wir einander begegnen. Meine Mutter ist tot, und ich habe sie leider nicht zu Grabe tragen können." Aeryn berichtete kurz davon, dass sie und ihr Bruder nur knapp den Flammen entkommen sind, die ihre Mutter, ihren Stiefvater und viele Bedienstete das Leben gekostet hatten.
Den Rest hob sie sich für ein anderes Mal auf. Bezüglich Sote blieb sie vorsichtig. Es war nicht, dass er irgendetwas offenbart hätte, was ihm als vertrauensunwürdiges Merkmal ausgelegt werden konnte, aber Aeryn vergaß nicht, dass er im Dienste eines Herren stand. Und so wollte sie ihn auch nicht mit zu viel Wissen über sie ausstatten. Auf der anderen Seite versuchte ihn sie dennoch nicht auszuschließen und tauschte sich interessiert und freundlich über das Land, ihre Strecke, die hiesige Natur mit ihm aus und ließ ihn auch gerne ein Thema bestimmen, an dem sie sich nach bestem Wissen beteiligte.

Als sie sich Wretgard näherten, versuchte Aeryn bereits Spuren im zusammenhang mit Miris Überfall zu finden, als Gylfi dies nochmal betonte. Sie fand jedoch nichts und fragte sich, ob sie vielleicht zu spät ihren Fokus darauf gelenkt hatte.
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Re: [RMS - S] A1 -Zeit des Zorns- Auf dem Kupferweg nach Norden
« Antwort #69 am: 9.04.2026 | 19:28 »
So sehr ihr euch an anstrengt, Ausschau haltet, ihr könnt keine Spur von dem Ort des Überfalls auf das Brautpaar finden. Zwei, dreimal glaubt ihr etwas gesehen zu haben und der Wagen hält an. Ihr untersucht die Stellen aber findet keine weiteren Spuren oder Hinweise darauf, dass hier wirklich mehr stattgefunden hat als der Brunftkampf zweier Hirsche von denen jetzt keine Spur mehr zu sehen ist. Hier oben im Norden hat der Kupferweg durch Witterung und Unwetter stärker gelitten und erste Spuren des Verfalls werden sichtbar. Mal ist eine Böschung abgerutscht und der Weg verjüngt sich auf eine schmale Fahrspur, an anderen Stellen ist er fast gar nicht mehr von der umliegenden Vegetation zu unterscheiden. Alleine der feste Untergrund zeugt noch davon das ihr weiter auf dem Weg seid.

Der Waldrand liegt mal näher mal ferner am Weg und die Berge nördlich von euch sind imposante Gipfel an denen sich die Wolken auftürmen. Schneebedeckt sind ihre Gipfel und dunkel die Schluchten welche ihr aus der Entfernung sehen könnt. Immer wieder stoßt ihr auf die Spuren wilder Tiere, es scheint tatsächlich große Bären zu geben die in diesem Teil des Waldes hausen. Zumindest wenn man ihre Spuren sieht, ein lebendes Exemplar bekommt ihr nicht zu sehen sind sie doch zu scheu.

Am zweiten Tag kommt ihr an einen weiten See, dessen gegenüberliegendes Ufer kaum zu erkennen ist.

„Das ist das niedere Wasser!“ sagt Sote. „Einer der Seen an denen wir vorbeikommen werden, manche halten ihn schon für einen Fjord, aber es ist Süßwasser, auch wenn es kaum Fisch enthält. Es braucht mit dem Wagen in der Tat mehrere Stunden die sich der Kupferweg an dem See entlangschlängelt. Kleine Wellen schlagen gegen das Ufer, das reich an rundgeschliffenen Kieselsteinen ist. Schilfgürtel bedecken die Ufer, hin und wieder könnt ihr Wasservögle sehen die in Gruppen auf dem Wasser treiben und nur aufflattern, wenn ihnen danach ist.

Dann bleiben die Ufer zurück und machen wieder dem Hochmoor platz doch schon am Abend erreicht ihr eine weitere Wasserfläche. Fast vollkommen zugewuchert mit Schilf scheint sie versandet zu sein. Ein fauliger Geruch steigt vom Wasser auf und weht über das Land. Das Wasser selbst wenn es durch das Schilf zu sehen ist, ist pechschwarz und spiegelt den Himmel über dem Gewässer

„Der schwarze Wasserlauf oder wie ihn viele auch nennen, der tote Wasserlauf. Anders als es hier aussieht war es mal ein Fluss, der sein Wasser vom hohen Wasser bekommt. Während der Schneeschmelze leiten wir das Wasser des hohen Wassers hier hinein. Es gibt keine Fische in ihm und selbst die Vögel meiden das Wasser!“

Ihr verbringt eine letzte Nacht in der Wildnis und seit dabei immer dem Ufer des schwarzen Wasserlaufs gefolgt. Früh am nächsten Morgen, es steht noch Nebel in den Niederungen und Raureif bedeckt Reet macht ihr euch auf zu letzten Etappe nach Wretguard.

Der Kupferweg biegt nach Norden ab und im Osten könnt ihr eine weiter Wasserfläche sehen. „Das ist das hohe Wasser, hier kann man fischen und es ist noch nicht das Meer, auch wenn man das glauben mag. Es gibt Stürme auf ihm und das hohe Wasser kann über die Ufer treten, wenn der Schnee in den Bergen schmilzt. Jetzt jedoch haben wir nichts zu befürchten.“

Der See ist so weit, dass in der Tat kein anderes Ufer zu sehen ist, das windgepeitschte Wasser erinnert ein wenig an eure Ankunft mit dem Boot, doch die See war noch ein ganzes Stück rauer. Der Kupferweg ist hier höher angelegt, auf einem Damm so dass er auch während der Schneeschmelze ganzjährig zu befahren ist. Im Westen liegt der schwarze Wasserlauf im Osten das hohe Wasser, durchschnitten nur von einer schmalen Landzunge auf welcher der Kupferweg entlangführt. Wo sich der schwarze Wasserlauf und das hohe Wasser am nächsten sind durchschneidet ein steinerner Kanal mit einem Schleusenwerk die Landzunge. Das Bauwerk ist aus riesigen Steinquadern errichtet worden und dient dazu den Pegelstand des hohen Wassers zu regulieren. Einst der Stolz der Wildlande. Türme, Zahnräder und eisenbeschlagene Eichentore dienen dazu dem Wasser den Weg zu weisen. Algen wachsen an den Wänden der Steine und man kann die Wassermarken der Hochwasser sehen die sich in den Stein geschliffen haben. Glucksend und rauschend fließt das Wasser durch den Kanal welcher unter einer Brücke verläuft. Einst wurde hier wohl Zoll verlangt, denn eine kleine Wehranlage auf der Südseite des Kanals kann den Weg für Reisende versperren, doch die Dächer sind eingefallen und kein Wachmann versieht hier seinen Dienst.

Hinter dem Kanal liegt ein hoher Hügel auf der Westseite des Kupferweges. Ringförmig führt ein Weg bis zur Spitze.

„Das ist der Henkershügel, dort stand auch die Hütte von Ouvars Familie welche seiner Familie zum Verhängnis wurde. Er und die seinen sind an den Hängen des Hügels beerdigt worden!“ Sote vermeidet es zu lange zum Hügel zu blicken.

Dann endlich gegen Mittag könnt ihr die Stadt Wretguard am Horizont erblicken, doch es ist mehr eine Siedlung. Viel kleiner als Storhavn, Hallwind oder Nordhalle. Mehr ein Dorf als eine Stadt, bestand die Siedlung wohl mal aus vielleicht 60 großen Häusern. Bis auf wenige alles Holzgebäude und der Hauch des Verfalls liegt über allem. Das Holz schwarz von Feuchtigkeit und Witterung scheinen viele der Häuser unbewohnt zu sein und das seit langer Zeit. Einst muss die Siedlung reich gewesen sein, Kupferverzierungen schmücken Fenster und Türrahmen, das Dach eines großen Steingebäude in der Mitte besteht gar vollständig aus Kupfer.

Wretguard hat keine Mauer und keine Palisade, die Stadt war auf die Beherbergung von Bergleuten und Arbeitern spezialisiert. Viele ließen sich hier nieder aber jetzt sind von den ehemals vielleicht 1000 Bewohnern nur noch etwa 100 übrig. Ein großer Friedhof mit alten Grabsteinen welche von Moos und Flechten überzogen sind gibt einen Hinweis auf das Schicksal der Bewohner.

Vor Wretguard liegt ein kleines Gewässer, vielleicht ein paar hundert Meter lang und halb so breit. Eine Pumpenmechanismus vollständig aus Kupfer und ein großer Kupfertank stehen am Ufer. Der Tank ruht auf einem Podest aus Stein.

„Der glitzernde See!“ sagt Sote „Wenn ihr Wasser braucht holt es euch dort. Er wird von einer unterirdischen Quelle gespeist die den Erzählungen nach am Tag von Marias Geburt die Oberfläche durchbrach. Das Wasser ist immer sauber und rein, ihr könnt es trinken ohne es abzukochen.“

Dann bleibt der kleine See zurück und vor euch, rechts und links vom Pfad zeugen zwei Hölzerne Säulen das ihr die Außengrenze von Wretguard erreicht habt. Schwere Eisengringe Garbanis hängen rostig an den Seiten der Säulen und sie erinnern an die Blutsäulen der Kirche von Serdajn in Storhavn.

Eine Gruppe aus etwa dreißig Dorfbewohnern lungert zwischen den Häusern herum. Kalte, misstrauische Blicke beobachten euch. Kein Empfangskomitee, sondern Leute in voller Kampfmontur sind gekommen um zu sehen ob es Ärger gibt.

Obwohl es Tag ist liegt ein gespenstischer Schleier über dem Ort, er strahlt die Trauer vergangener Grausamkeiten aus.
« Letzte Änderung: 9.04.2026 | 20:46 von Outsider »
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Offline Outsider

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Re: [RMS - S] A1 -Zeit des Zorns- Auf dem Kupferweg nach Norden
« Antwort #70 am: 10.04.2026 | 23:01 »
Von seinem Pferd aus mustert Hirngar die Schar der Bewaffneten. Seine Zeit bei den Söldnern hat ihm einen guten Blick für Waffen und Rüstungen gegeben. Die Truppe vor euch, so arm Wretguard auch sein mag, ist bestens für eine Schlacht gerüstet. Kette und Harnisch, Schilde, Speere, Äxte und Schwerter. Nichts zeigt Rost oder Vernachlässigung. Hat der Mensch auch nichts zu Essen, fürs Morden ist es nie zu wenig. Die Blicke der Männer sind kalt und abweisend, sie haben keine Fremden erwartet, wieso auch, wer sollte sich schon hierher verirren. Dahin wo das Königreichs des Kupfers seinen Anfang und sein Ende nahm.

Dann fängt eine Bewegung Hirngars Aufmerksamkeit ein. Etwas Weißes, ein Kind? Ein Mädchen steht zwischen den Soldaten, bekleidet nur mit einem schlichten Leinenkleid dessen Farbe so rein wie frisch gefallener Schnee ist. Schwarze Haare fallen dem Mädchen über die Schultern, es blickt euch an, den Wagen und ein boshaftes Lächeln verzerrt seine Mundwinkel, entblößt makellose Zähne. Dann wendet es sich ab und Hirngars Kopf ruckt herum, er will sehen wohin das Mädchen rennt, barfuß durch den Schlamm. Doch es verschwindet und keiner der Krieger scheint es wahrgenommen zu haben. Es taucht in der Menge unter als hätte es nie existiert.
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Online Hinxe

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Re: [RMS-S] A1 -Zeit des Zorns- Auf dem Kupferweg nach Norden
« Antwort #71 am: 12.04.2026 | 18:48 »
Gylfi
In Wretguard


Je näher die Reisegruppe Wretguard kam, desto unruhiger wurde Gylfi. Ständig hielt er Ausschau. Doch kein Hinweis auf den Ort der Tragödie war zu entdecken. Die Bärenspuren jedoch, die sie gelegentlich fanden, ließen ihm jetzt die Geschichte des Henkers ein wenig glaubwürdiger erscheinen.

Als sie beim schwarzen Wasser vorbeikamen, musste sich der skwilde schon sehr bemühen, den üblen Geruch und tristen Anblick nicht als böse Omen für ihre Ankunft in der Stadt zu deuten.

Schließlich in Wretguard angekommen fiel der Vergleich mit Storhavn und zuletzt Hallwind natürlich ernüchternd aus. Eher ein besseres Dorf. Lange her die Zeiten, dass hier ein König residierte. Wegen der bewaffneten Bewohner beunruhigt, setzte der Alte ein gewinnendes Lächeln auf, während er sich zu Sote herüber beugte und ihm zuflüsterte: "Die sehen ja fast feindselig aus. Bring uns am besten gleich zu Tomus Hagtorn." Nicht dass die Bande noch auf dumme Gedanken kommt.
« Letzte Änderung: 13.04.2026 | 21:24 von Hinxe »
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Re: [RMS-S] A1 -Zeit des Zorns- Auf dem Kupferweg nach Norden
« Antwort #72 am: 13.04.2026 | 21:19 »
Aeryn Aulí
In Wretguard


Wretgard ist klein. Ein bisschen wunderte sich Aeryn, hatte sie sich für ein - wenn auch ehemaliges - königliches Domizil mehr ausgemalt. Immerhin konnte man den Wohlstand früherer Tage erahnen. Umso schwerer wog der Niedergang, der sich hier in voller Pracht entfaltete. So wunderte sie kaum, dass die "Garde" sie sehr misstrauisch und "empfänglich für Ärger" beäugte.

Dann fiel ihr das Mädchen auf. Oder war es eine Einbildung? Sie suchte in den Gesichtern ihrer gefährten, ob sie es auch wahrgenommen hatten. Gylfi beugte sich zu Sote und flüsterte ihm etwas zu. Er schien nichts gesehen zu haben. Wenn da etwas war. Dieser kurze... flüchtige... Eindruck besorgte Aeryn. Während sie versuchte, bei den anderen beiden Gefährten Hinweise zu entdecken, ob auch sie etwas gesehen hatten, konzentrierte sich Aeryn auf die Gegenwart.

Und die bestand aus einer Schar Bewaffneter zwischen ihrer kleinen Reisegruppe und dem ersten richtigen Ziel ihrer Queste, der Familie Hagtorn.
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Re: [RMS-S] A1 -Zeit des Zorns- Auf dem Kupferweg nach Norden
« Antwort #73 am: 14.04.2026 | 20:51 »
Sote deutet euch an mit dem Wagen kurz zu warten. Er gibt seinem Pferd die Sporen und reitet ein wenig Voraus um mit den Leuten zu reden. Vom Sattel gebeugt spricht er einen der Männer an. Einen grobschlächtigen Typ mit roten Haaren und rotblondem Vollbart der unter dem Helm hervorquillt.
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Offline klatschi

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Re: [RMS-S] A1 -Zeit des Zorns- Auf dem Kupferweg nach Norden
« Antwort #74 am: 18.04.2026 | 00:25 »
Hírngar
In Wretguard


Hírngar war angespannt. Keine Spur hatten sie gefunden - natürlich nicht, Dummkopf, Träumer, Dumpfhold!. Sie waren den Weg nach Wretguard weiter geritten und Rotes Versuche, die Umgebung einzuordnen, drangen kaum zu dem Holzfäller durch. Was wird uns erwarten?
Das, was sie erwartete, beruhigte den ehemaligen Söldner noch mehr. Ein Landflecken, kaum zu verteidigen, keine Mauern, dafür gut gerüstete Kämpfer, die die Stadt verteidigten.
"Passt auf, die Leute hier sind bereit für den Kampf" flüsterte er hinter zusammengebissenen Zähnen, ohne seinen Mund zu verziehen. Langsam legte sich seien Hand um den Stiel der Axt.
Nicht auffallen. Nicht provozieren. Die Hand kroch einen Schritt weiter zur Axt. Nicht auffallen. Nicht provozieren. Ein weiteres Stück. Nicht auffallen. Nicht provozieren. Nicht auffallen. Nicht provozieren.

Dann das Mädchen, die Überraschung und die Erinnerung an seinen Traum. Hírngar stieß seinen Atem aus, alle Vorsicht vergessen griff er nach seiner Waffe und zog sie an sich heran. Er blickte dem Mädchen gespannt hinterher.
« Letzte Änderung: 18.04.2026 | 00:27 von klatschi »