Ich denke beim Leiten (EDIT: halt, nein, ich meine: beim Vorbereiten!) eigentlich tendenziell nicht mehr in Szenen. natürlich mache ich mir im Vorhinein Vorstellungen davon wie ein bestimmtes Aufeinandertreffen ablaufen könnte oder welche Arten von Situationen wahrscheinlich eintreten; aber ich versuche dann eher, die entsprechenden Überlegungen wieder in die NSC- und Schauplatzbeschreibungen einfließen zu lassen (um bei dem Beispiel zu bleiben: Ich male mir eine Konfrontation zwischen Luke und Vader aus, bei der letzterer ersterem eröffnet, dass er sein Vater ist. Was in die NSC-Beschreibung daraus zurückfließt: Vader weiß, dass er Lukes Vater ist, und ist auch bereit, ihm dieses Wissen zu offenbaren, wenn ihm der Moment dafür opportun erscheint).
Szenen akribisch zu planen ist für mich eigentlich ein No-Go. Je akribischer ich plane, desto größer wird die Versuchung, die Szene in die von mir geplante Richtung zu drücken und dabei jeden Verlauf, der mich (und damit wahrscheinlich auch die Spieler) überrascht, zu blockieren. Ist eigenltich eine Variante meines No-preplanned-Twists-Dogmas: Keine Handlungstwist darf jemals vorausgeplant werden, kein Abenteuer damit stehen und fallen, dass eine ganz bestimmte Information zu einem ganz bestimmten Zeitpunkt offenbart wird. Wenn die Charaktere bei einem Detektivabenteuer von Anfang an kapieren, wer der Mörder ist, dann muss das Abenteuer genug anderes Material für Probleme enthalten (der Mörder muss gefasst werden, der Mord muss nachgewiesen werden, weitere Opfer müssen verhindert werden), um noch ein Abenteuer rauszuholen. Und wenn ganz selten Mal alles so perfekt läuft, dass die SC jedes Problem von vorneherein lösen, dann ist das Abenteuer halt vorbei und das nicht-verwendete Material wandert zur Zweckentfremdung in den Steinbruch.
Szenenvorbereitung läuft also kurzfristig und bedeutet: Noch mal einen Blick auf die beteiligten NSC und Schauplätze werfen, sich vergegenwärtigen (evtl. auch fragen), was die SC in der Szene wollen, darauf reagieren und im Spiel dann den Cut setzen, wenn klar ist, ob sie bekommen haben was sie wollen oder nicht.