Michael Moorcock hat viel was er geschrieben im Nachhinein als zur Eternal Champion Reihe gehörig erklärt.
Für mich sind es weiterhin die ersten 6 Elric Romane, die 6 Corum Romane, die 7 Hawkmoon Romane und die 3 Erekose Romane und mehr nicht.
Der Rest wurde im Nachheiein zum Eternal Champion erklärt (Michael Kane-Saga) oder sind für mich nur Fan-Fiction ("Rache der Rose" und "Festung der Perle"... nur weil die Romane vom ursprünglichen Autor der Saga geschrieben wurden heißt das nicht, dass sie nur nur bessere Fan-Fiction sind).
Hm, die ersten sechs Elric-Romane gibt es ja eigentlich in der Form gar nicht, die sind m.E. ein Artefakt, das für deutsche Leser*innen durch den entsprechenden Heyne-Sammelband entstanden sind. Eigentlich hat Moorcock ab 1962 immer wieder mal Elric-Geschichten und Romane verfasst, frühere Geschichten wurden zu Fix-Up-Romanen ... die erste Elric-Geschichte ist "The Dreaming City".
Den Roman "Elric von Melniboné" würde ich z.B. werkgeschichtlich eher mit "Fortress of the Pearl" und "Revenge of the Rose" in einen Topf werfen - okay, zwischen "EvM" und "FotP" liegen siebzehn Jahre, aber beide sind den klassischen Sword&Sorcery-Abenteuern nachgeschoben worden, und Moorcock hat in ihnen inhaltlich und stilistisch mehr zu experimentieren gewagt; Elric war bereits ein Erfolg, und Moorcock hatte wahrscheinlich das Gefühl, jetzt mit der Figur machen zu können, was er will, und sich nicht mehr so stark dem Magazinstil verpflichtet gefühlt.
Mir persönlich sind ja diese drei Romane der Zwischenphase die liebsten, auch wenn "Revenge of the Rose" zum Ende ein bisschen wirr wird. Ich finde, hier spricht Moorcock am klarsten mit seiner eigenen Stimme (Mit "Dreamthief's Daughter" wusste ich dagegen gar nichts anzufangen ...). Davon jetzt teile als Fan-Faction abzutun, finde ich ein bisschen hart, man muss sie ja nicht mögen, aber es sind Sachen, die Moorcock über seinen eigenen Helden geschrieben hat und die auch ganz eindeutig in die Kosmologie um den Ewigen Helden gehören.
Die beiden von-Bek-Romane gehören m.E. auch originär zur Kosmologie des ewigen Helden und sind nicht nachträglich angeflanscht.
Beim Jerry Cornelius weiß ich es nicht, die Romane habe ich bis heute nicht gelesen (will ich aber dringend mal nachholen), meine aber mal in einer Monografie über Moorcocks Werk gelesen zu haben, dass sie teilweise die Handlung der Elric-Kerngeschichten spiegeln. Und bei Elric taucht ja auch eine Variante der Figur (Jhary A-Conel oder so) auf, also scheint da schon eine Zugehörigkeit zum Zyklus um den ewigen Helden intendiert.
Andererseits wäre Moorcock wahrscheinlich eh der letzte, der da auf eine klare Eingrenzung Wert legen würde.