Das glaube ich nicht. Ihr werdet wohl kaum eine vorher bereits feststehende Handlung "abgespielt" haben. Dann erlaube mir die Frage: WAS war spielerischer Inhalt dieser Kämpfe und WAS war das jeweilige Ziel der SC?
Musst du nicht glauben. Ist trotzdem so.
Der "Ausgang" der Kämpfe ist in unseren Gruppen (für die SL) fast immer vorhergesehen. Natürlich nur zu einem gewissen Grad, manchmal gibt es Teilerfolge, manchmal werden Unterziele nicht erreicht, etc.
Aber in unseren Gruppen gibt es weder überraschende TPK noch wird der BBEG in Runde 1 durch Doppelkrit umgenietet, falls der noch wichtig ist.
Wir Spielende spielen dennoch gelegentlich gerne Kämpfe - einfach für das Special Effects Feuerwerk und um die geilen Features unserer SC glänzen zu sehen. Oder um festzulegen, wie viele Ressourcen durch Kämpfe verbraucht werden, die dann folgende Szenen ändern können.
Allerdings spiele ich (als SL) auch fast nur noch System, die viel Player Agency erlauben, die Tod eines SC ohne Zustimmung der Spieler:in ausschließen, die kurze (in Spielzeit) Kämpfe ermöglichen, die es ermöglichen, in Kampfszenen konkrete Ziele zu verfolgen (die anders lauten, als Monster X auf 0 Leben zu kloppen).
Kämpfe sind für uns also zumeist nur die szenische Kulisse, vor der die eigentliche Handlung spielt.
Ich kürze als SL (fast immer) Alles aus meinen Abenteuern, was nicht zur Geschichte beiträgt. Wenn die Spielis Lust darauf haben, Einkauf am Markt, Besuch der Kneipe oder Zufallsmonsterbegegnung auszuspielen, dann initiieren sie das selbst.
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Mehr Regeln sind also an sich immer gut (...)
Da muss ich vehement widersprechen.
Ein Blick in Steuerrecht, Compliance Regeln von Unternehmen, was auch immer, genügt völlig, um zu erkennen, dass die Formalisierung von sozialen Konventionen im besten Falle Dinge einfacher machen
kann, aber das niemals zwangsläufig der Fall ist.
Ganz im Gegenteil sind komplexere Regeln in der Praxis eher Türöffner für Missbrauch.
Beispiel:
Die Regel "Alle zahlen 20% Steuer auf jegliche Art von Einkommen." gibt wenig Raum zur Diskussion. Alles ist geklärt.
Das deutsche Steuerrecht versucht, Dinge irgendwie fairer zu machen und das Ergebnis haben wir jetzt vor uns. Und in kaum einem Rechtsbereich gibt es wohl mehr Missbrauch.
(Das bitte nicht als politische Aussage werten, ich bin persönlich z.B. großer Unterstützer von progressiver Besteuerung.)
tldr: Regeln
können helfen, einen gemeinsamen Rahmen abzustecken. Das funktioniert aber
nur dann, wenn ohnehin schon alle Beteiligten konstruktiv miteinander umgehen wollen.