Autor Thema: Wargames vs. Brettspiele  (Gelesen 3558 mal)

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Offline WeepingElf

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Wargames vs. Brettspiele
« am: 22.03.2026 | 10:34 »
Weil in diesem Thema die Frage aufkam, was denn der Unterschied zwischen Wargames und Brettspielen ist, mache ich hier ein neues Thema auf, wo wir nach Herzenslust über diese Frage diskutieren können.

Ich würde sagen, dass Wargames eine Unterkategorie von Brettspielen sind. Ein Brettspiel ist eigentlich jedes Spiel, bei dem man irgendwelche Steine oder Figuren nach irgendwelchen Regeln auf so was wie einem Spielbrett platziert. Beispiele sind Schach, Go oder auch Mensch ärgere Dich nicht. Ich würde aber auch beispielsweise Käsekästchen oder Tic-Tac-Toe im weiteren Sinne zu den Brettspielen zählen, auch wenn das "Brett" hier in der Regel ein Blatt Papier ist, auf dem man Markierungen anbringt. Aber man kann diese Spiele ja auch im Prinzip auf einem "richtigen" Brett mit irgendwelchen Steinen spielen. Und umgekehrt gibt es klassische Brettspiele, die sich gut zum Spielen mit Stiften und Papier eignen, wie z. B. Go, wo die Steine, einmal gesetzt, ja bis zum Spielende nicht mehr bewegt werden, so dass man keine Markierungen mehr ausradieren muss. (Auch Schach lässt sich mit Bleistift und Radiergummi prinzipiell auf Papier spielen, auch wenn das eher mühselig ist.)

Ein Wargame, wenn ich das richtig verstehe, ist ein Spiel, in dem mit Countern (Spielsteinen, die für militärische Einheiten stehen) auf einer Landkarte oder in einem Geländemodell eine militärische Operation dargestellt wird. Im Unterschied etwa zu Schach erhebt so ein Wargame einen gewissen Anspruch auf Realismus, die Schlacht wird mehr oder weniger detailliert simuliert. Aber ist die Landkarte bzw. das Geländemodell nicht im weiteren Sinne ein Spielbrett? So gesehen, denke ich, sind Wargames eine Unterkategorie von Brettspielen.

Viel Spaß beim Diskutieren!
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Offline Grashoffer

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Re: Wargames vs. Brettspiele
« Antwort #1 am: 22.03.2026 | 10:37 »
Auch hier sei mal ein Lesezeichen gesetzt.

Interessant ist, denke ich, die schiere Vielfalt an Brettspielen. Bespielsweise kooperative Spiele, One-On-Ones, Alle gegen alle; mit Würfeln, mit Karten...
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Offline felixs

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Re: Wargames vs. Brettspiele
« Antwort #2 am: 22.03.2026 | 10:47 »
"Wargame" wird so verwendet:

- Kriegssimulationsbrettspiele, meist (aber nicht immer) auf Hexfeldern.

- Kurz für "miniature wargames", also frei bewegliche (Zinn-)Figurenspiele auf modellierten Landschaften.

- Jedes Spiel, bei dem es um Krieg geht (also durchaus auch Risiko).

- Rollenspiele*

Die Sache wird nicht einfacher dadurch, dass der deutsche Gebrauch vom englischen Gebrauch abweicht. Grob gesagt würde man auf Deutsch vermutlich den letzten Fall nicht als "Wargame" bezeichnen. Es gibt außerdem eine starke Tendenz, unter "Wargame" vor allem den zweiten Fall (frei bewegliches Zinnfigurenspiel) zu verstehen. Die Hexfeld-Spiele sind auf Deutsch oft eher "Kosims" (Konfliktsimulationen).
* Der letzte Fall ist vor allem für den Sprachgebrauch in den UK in den 70ern und 80ern typisch - frühe Rollenspiele wurden, wohl ihrer Ableitung aus dem Kosim-Genre wegen, oft als "Wargames" bezeichnet.

Es ist also verwirrend und man wird nicht umhin kommen, zu erklären, was man unter "Wargame" verstehen will.
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Re: Wargames vs. Brettspiele
« Antwort #3 am: 22.03.2026 | 11:08 »
Wenn Du Brettspiele so definierst, dann sind Wargames und Rollenspiele Unterkategorien von Brettspielen. Kann man machen. Dann hat die Eigenschaft "brettspielig" halt keine Bedeutung.
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Joseph Joubert (1754 - 1824), französischer Moralist

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Re: Wargames vs. Brettspiele
« Antwort #4 am: 22.03.2026 | 11:24 »
Nein, wargame und board game gehören einfach nicht zur gleichen Oberkategorie. Ein Spiel kann beides sein, oder nur eines, oder gar keines davon.
Board wargame = Beides.
Miniatures wargame = Nur eines.
City-building board game = Nur eines.
Trivia card game = Keines.

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Re: Wargames vs. Brettspiele
« Antwort #5 am: 22.03.2026 | 11:35 »
Nein, wargame und board game gehören einfach nicht zur gleichen Oberkategorie. Ein Spiel kann beides sein, oder nur eines, oder gar keines davon.
Board wargame = Beides.
Miniatures wargame = Nur eines.
City-building board game = Nur eines.
Trivia card game = Keines.
So würde ich es persönlich auch sehen.
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Offline felixs

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Re: Wargames vs. Brettspiele
« Antwort #6 am: 22.03.2026 | 12:37 »
Nein, wargame und board game gehören einfach nicht zur gleichen Oberkategorie. Ein Spiel kann beides sein, oder nur eines, oder gar keines davon.
Board wargame = Beides.
Miniatures wargame = Nur eines.
City-building board game = Nur eines.
Trivia card game = Keines.

Wenn wir schon Haare spalten, dann würde ich aber doch bezweifeln, dass Trivia card game gesichert nicht zur Kategorie board games gehört. Richtig ist freilich, dass "board game" eigentlich bedeuten sollte, dass die Spiele ein "board" haben sollen. Es ist aber doch gängige Praxis, viele Kartenspiele trotzdem der Kategorie "board game" zuzuschlagen.
Ist jetzt die Frage, wieviel Raum wir der gängigen Praxis (im Widerspruch zur sauberen Definition) geben wollen.
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Offline WeepingElf

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Re: Wargames vs. Brettspiele
« Antwort #7 am: 22.03.2026 | 12:48 »
"Wargame" wird so verwendet:

- Kriegssimulationsbrettspiele, meist (aber nicht immer) auf Hexfeldern.

- Kurz für "miniature wargames", also frei bewegliche (Zinn-)Figurenspiele auf modellierten Landschaften.

- Jedes Spiel, bei dem es um Krieg geht (also durchaus auch Risiko).

- Rollenspiele*

Die Sache wird nicht einfacher dadurch, dass der deutsche Gebrauch vom englischen Gebrauch abweicht. Grob gesagt würde man auf Deutsch vermutlich den letzten Fall nicht als "Wargame" bezeichnen. Es gibt außerdem eine starke Tendenz, unter "Wargame" vor allem den zweiten Fall (frei bewegliches Zinnfigurenspiel) zu verstehen. Die Hexfeld-Spiele sind auf Deutsch oft eher "Kosims" (Konfliktsimulationen).
* Der letzte Fall ist vor allem für den Sprachgebrauch in den UK in den 70ern und 80ern typisch - frühe Rollenspiele wurden, wohl ihrer Ableitung aus dem Kosim-Genre wegen, oft als "Wargames" bezeichnet.

Es ist also verwirrend und man wird nicht umhin kommen, zu erklären, was man unter "Wargame" verstehen will.

Es ist nicht selten der Fall, dass ein Wort, das aus einer Sprache in eine andere entlehnt wird, dabei eine Bedeutungseinengung erfährt. So bezeichnet beispielsweise im Deutschen das Wort Mokassin eine bestimmte Art von Schuh, aber in der indigenen nordamerikanischen Sprache, aus der es stammt, bedeutet es schlicht und einfach 'Schuh'. Es ist einfach die Art von Schuh, die bei diesen Leuten üblich war.

Und Rollenspiele haben zweifellos Brettspiel-Elemente. Wenn eine Battlemap ins Spiel kommt, dann ist das im Prinzip ein "Brett". Wenn ich Dich jetzt richtig verstehe, ist für Dich eine wichtige Eigenschaft eines Spielbretts, dass es in Felder, mögen diese quadratisch, sechseckig oder sonst wie geformt sein, unterteilt ist, und Züge diskret sind, also von einem Feld auf ein anderes, und Bewegungen von Figuren innerhalb eines Feldes spieltechnisch irrelevant sind. Habe ich das richtig verstanden?
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Re: Wargames vs. Brettspiele
« Antwort #8 am: 22.03.2026 | 13:28 »
Und Rollenspiele haben zweifellos Brettspiel-Elemente. Wenn eine Battlemap ins Spiel kommt, dann ist das im Prinzip ein "Brett". Wenn ich Dich jetzt richtig verstehe, ist für Dich eine wichtige Eigenschaft eines Spielbretts, dass es in Felder, mögen diese quadratisch, sechseckig oder sonst wie geformt sein, unterteilt ist, und Züge diskret sind, also von einem Feld auf ein anderes, und Bewegungen von Figuren innerhalb eines Feldes spieltechnisch irrelevant sind. Habe ich das richtig verstanden?


Ich wollte mich dazu gar nicht äußern, sondern nur das Problem anhand einer mehr oder weniger phänomenologischen Darstellung umreissen.

Grundsätzlich sehe ich zwei mögliche Ansätze:
Deskriptiv. Das habe ich versucht: Beschreiben, wie der (übliche) Gebrauch der Wörter ist.
Präskriptiv/normativ: Beschreiben, wie man meint, dass der Gebrauch sein sollte.

Beides ist sinnvoll, beides hat seinen Platz.
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Offline WeepingElf

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Re: Wargames vs. Brettspiele
« Antwort #9 am: 22.03.2026 | 15:08 »
Ich habe jetzt mal in der Wikipedia nachgeschaut, und wenn ich das richtig verstehe, ist der Unterschied zwischen einem Tabletop und einem Brettspiel, dass in ersterem die Figuren frei und stufenlos auf der Spielfläche beweglich sind, in einem Brettspiel hingegen die Spielfläche in diskrete Felder gerastert ist. Letzteres ist wohl das Schlüsselkriterium für die Klassifikation eines Spiels als Brettspiel; sonst könnte man ja auch Billard, Boule oder gar Fußball (zumindest Tischfußball) als "Brettspiele" klassifizieren, und das tut eigentlich niemand ;)
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Re: Wargames vs. Brettspiele
« Antwort #10 am: 22.03.2026 | 15:20 »
Also sind Wargames jetzt doch keine Unterkategorie der Brettspiele?
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Re: Wargames vs. Brettspiele
« Antwort #11 am: 22.03.2026 | 15:53 »
Ich habe jetzt mal in der Wikipedia nachgeschaut, und wenn ich das richtig verstehe, ist der Unterschied zwischen einem Tabletop und einem Brettspiel, dass in ersterem die Figuren frei und stufenlos auf der Spielfläche beweglich sind, in einem Brettspiel hingegen die Spielfläche in diskrete Felder gerastert ist. Letzteres ist wohl das Schlüsselkriterium für die Klassifikation eines Spiels als Brettspiel; sonst könnte man ja auch Billard, Boule oder gar Fußball (zumindest Tischfußball) als "Brettspiele" klassifizieren, und das tut eigentlich niemand ;)
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*Nur kurz Zeit, ich schreib später was dazu
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Offline tarinyon

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Re: Wargames vs. Brettspiele
« Antwort #12 am: 22.03.2026 | 15:56 »
Ihr wisst aber schon, dass Schach auch ein Kriegsspiel ist?

Spielehistorisch gab es die meiste Zeit der Brettspielgeschichte nur sog. Racing Games (von so Spielen wie Senet bis Mensch ärgere dich nicht) und Kriegsspiele wie Schach, petteia, Go etc.

Die meisten Spiele waren dabei ultra primitiv (siehe zb das Gänsespiel), auch Schach war ja im Mittelalter null kompliziert und eher Teil der höfischen Kultur.

Die ganzen Sachen, über die ihr debattiert, kamen ja erst in den letzten 100 jahren. Und Rollenspiel, sofern es nicht als larp gespielt wird, ist auch nur ein Brettspiel, meistens halt ohne Brett gespielt. Selbst wenn man bei irgendeinem indieshit Minotauren aus Ton oder Blubeards gestörte Frau oder whatever spielt, sind es auch nur Figuren in einem Spiel, wo man halt aus Faulheit kein Brett und tatsächliche Figuren nutzt, sondern sich halt vorstellt, was die Figuren auf dem Brett machen.

Dee Großteil der Menschheit spielt übrigens auch heute nur Kriegsspiele oder racing games, wenn sie Brettspiele spielen. Eben Schach, mensch ärgere dich nicht oder monopoly. Ausnahmen wie Scrabble bestätigen die Regeln. Das gehört ja eher in die Tradition von Lernspielen, die es immer parallel gab

Offline felixs

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Re: Wargames vs. Brettspiele
« Antwort #13 am: 22.03.2026 | 16:38 »
Dee Großteil der Menschheit spielt übrigens auch heute nur Kriegsspiele oder racing games, wenn sie Brettspiele spielen. Eben Schach, mensch ärgere dich nicht oder monopoly.

Monopoly ist ein Kriegsspiel? Oder ein Rennspiel?
Halte ich für ziemlich falsch - Monopoly ist einer der frühen erfolgreichen Vertreter neuartiger Brettspiele. Gab immer wieder in der Geschichte Versuche von Leuten, etwas ganz anderes zu machen. Meist mit Abwandlungen bestehender Spiele, so wie diverse Schachvarianten mit neuen und zahlreicheren Figuren. Aber auch Dinge wie Würfelschach, die schon recht originell sind. Kartenspiele hatten auch ein enormes Innovationspotential - Cribbage ist ziemlich originell, ähnliches gilt für Tarock, diverse Stichspiele mit und ohne Trumpf, Raubspiele wie Scopa, Legespiele, Sammelspiele wie PokerGin Rummy etc. Und das ist "nur" Europa.

Nicht wenige Definitionen kranken daran, dass derjenige, der die Definition aufstellt, bei weitem nicht alles kennt, was es so gibt.
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Offline tarinyon

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Re: Wargames vs. Brettspiele
« Antwort #14 am: 22.03.2026 | 16:44 »
Klar ist monopoly ein racing game. Racing game heißt einfach nur, man bewegt sich im Kreis oder von einem Ende zum anderen. Das habe ich mir nicht ausgedacht. Da gibt's auch wenig zu diskutieren. Das sind einfach Ergebnisse der Spieleforschung. Klar, kann man alles ignorieren, aber dann kann man auch sagen, Pluto ist ein Planet.

Offline WeepingElf

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Re: Wargames vs. Brettspiele
« Antwort #15 am: 22.03.2026 | 16:49 »
Wir debattieren hier im Wesentlichen über Wortbedeutungen. Nichts dagegen, das kann durchaus Spaß machen, Missverständnisse ausräumen und zu Erkenntnisgewinn führen. Ich denke, die Frage hier ist: Ist es, um ein Spiel als Brettspiel zu klassifizieren, erforderlich, dass das Brett in diskrete Felder unterteilt ist, so dass jede Figur immer auf genau einem Feld steht? Das scheint hier der springende Punkt zu sein. Und ich denke, ein Wargame kann auch dann, wenn man diskrete Felder verlangt, ein Brettspiel sein, nämlich dann, wenn solche Felder (etwa in Form von Hexagons) vorhanden sind. Was ja das Spielen insofern vereinfacht, dass man nicht mit einem Maßband herumfummeln muss, um die Entfernung zwischen zwei Figuren zu ermitteln, sondern nur Felder zählen muss - aber eben eine Abstraktion darstellt, die nicht vorbildgetreu ist (denn wirkliche Soldaten springen ja auch nicht von einem UTM-Gitterpunkt zum nächsten).

Und natürlich ist Schach im weitesten Sinne ein Kriegsspiel - es stellt, wenn auch sehr abstrakt, eine Schlacht zwischen zwei Heeren dar. Aber die wenigsten Wargamer hierzulande würden das als "Wargame" ansehen, auch wenn "Wargame" nur das englische Wort für "Kriegsspiel" ist. Und letzten Endes müssen die Wargamer selbst entscheiden, was für sie ein Wargame ist und was nicht. Und ich bin nun mal kein Wargamer.
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Re: Wargames vs. Brettspiele
« Antwort #16 am: 22.03.2026 | 16:50 »
Klar ist monopoly ein racing game. Racing game heißt einfach nur, man bewegt sich im Kreis oder von einem Ende zum anderen. Das habe ich mir nicht ausgedacht. Da gibt's auch wenig zu diskutieren. Das sind einfach Ergebnisse der Spieleforschung. Klar, kann man alles ignorieren, aber dann kann man auch sagen, Pluto ist ein Planet.
*lol* Nein. Ein Race game ist ein Spiel bei dem die Spieler versuchen ihre Spielsteine ins Ziel zu bekommen. Monopoly ist definitiv KEIN Race Game.
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Offline Ainor

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Re: Wargames vs. Brettspiele
« Antwort #17 am: 22.03.2026 | 16:55 »
Also sind Wargames jetzt doch keine Unterkategorie der Brettspiele?

Ich glaube ein Grossteil der Verwirrung geht darauf zurück dass ich im anderen Tread auf:

Nur am Rande: Chainmail ist und war nie ein Brettspiel. Das ist ne ganz andere Spielgattung.

geantwortet habe:

Sind Wargames so anders? Was ist der fundamentale Unterschied zwischen Chainmail und Schach?

Mit Wargames meinte ich natürlich "Spiele wie Chainmail" die ja anscheinend im Deutschen als "Tabletop-Spiele" und im Englischen als "Miniature wargame" bezeichnet werden. Offensichtlich sind das keine Brettspiele, aber andere Wargames, z.B. "Hex and Counter Wargames" schon. 

Mir ging es dabei aber nur darum dass Chainmail und Schach beides (normalerweise) kompetitive Zweispielerspiele sind die man im wesentlichen durch taktische Überlegungen gewinnen kann. Ob mit Spielfeldern oder ohne gespielt wird spielt für diese Überlegungen keine Rolle.
Es wird zu viel darüber geredet wie gewürfelt werden soll, und zu wenig darüber wie oft.
Im Rollenspiel ist auch hinreichend fortschrittliche Technologie von Magie zu unterscheiden.
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Re: Wargames vs. Brettspiele
« Antwort #18 am: 22.03.2026 | 16:57 »
Ich wäre davon ausgegangen, dass es bei Wargames um die Zweitverwertung von selbst gestaltetem Spielmaterial geht. Also ich pinsel meine Figuren an oder kitbashe sie erst aus Einzelteilen oder gestalte sie gleich selbst für 3D-Druck, und dann spiele ich mit ihnen. Hier ist also eine gewisse Variation möglich. Ich kenne diverse Leute, die damals Figuren für das Löwen-Imperium von Confrontation als Hochelfen für Warhammer genutzt haben. Oder heute eben alles mit OPR spielen.

Brettspiele kommen fertig daher. Ich kann die Box aufmachen und losspielen (theoretisch). Man würde nicht auf die Idee kommen, Figuren aus Lords of Olympus für Rising Sun zu verwenden.

Sozial hat das zur Folge, dass Tabletopper "ein System" spielen oder mehrere. Also für entsprechendes Spiel passende Figuren besitzen und vorbereitet haben. Das macht aus Sicht von Brettspiel keinen Sinn. Ich kann heute die Box für Age of Innovation aufmachen und nächste Woche die für Root. (Es gibt so Exoten, wie Twilight Imperium, wo man am besten genau dafür einlädt.)

Rollenspiel ist insofern weder das eine noch das andere. Rollenspiel lebt von Facilitators. Bei Rollenspielen ist die Frage, ob die "jemand anbietet". Das kann bei Brettspielen insofern nötig sein, dass jemand das Spiel besorgen und die Regeln erklären muss, bei Rollenspielen steckt da aber normalerweise mehr Arbeit hinter.

Also wenn die Tabletop-Sparte ein Event organisiert, sagen sie an, welches System gespielt wird, und achten darauf, dass genug Tische und Gelände da ist. Wenn die Brettspielys planen, dann fragen sie mal um, ob jemand ein bestimmtes Spiel spielen möchte und sonst gucken sie bei Beginn mal, wer was mitgebracht hat. Und wenn ich den Rollenspiel-Oneshot-Abend organisiere, schaue ich, dass ich genug SLs habe.

In diesem Sinne bilden TCGs eine weitere Gruppe. Die haben ein ähnliches Buy-In wie Tabletops, können aber eigentlich überall gespielt werden. Die Gruppe ist bei uns im Verein, die am wenigsten organisierte. Social Deduction Games könnte man als weitere Gruppe sehen.  Die wollen für ihren Spaß vor allem viele Leute.
Let's Go To Magic School - Wenn man einen Zauberschulroman liest (und davon gibt's viele), lernt man mit den Charakteren über die Welt und die Magie. In diesem PbtA-Spiel, spielt ihr um herauszufinden, wie es mit Welt und Magie steht.

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Re: Wargames vs. Brettspiele
« Antwort #19 am: 22.03.2026 | 16:58 »
Wir debattieren hier im Wesentlichen über Wortbedeutungen. Nichts dagegen, das kann durchaus Spaß machen, Missverständnisse ausräumen und zu Erkenntnisgewinn führen. Ich denke, die Frage hier ist: Ist es, um ein Spiel als Brettspiel zu klassifizieren, erforderlich, dass das Brett in diskrete Felder unterteilt ist, so dass jede Figur immer auf genau einem Feld steht? Das scheint hier der springende Punkt zu sein. Und ich denke, ein Wargame kann auch dann, wenn man diskrete Felder verlangt, ein Brettspiel sein, nämlich dann, wenn solche Felder (etwa in Form von Hexagons) vorhanden sind. Was ja das Spielen insofern vereinfacht, dass man nicht mit einem Maßband herumfummeln muss, um die Entfernung zwischen zwei Figuren zu ermitteln, sondern nur Felder zählen muss - aber eben eine Abstraktion darstellt, die nicht vorbildgetreu ist (denn wirkliche Soldaten springen ja auch nicht von einem UTM-Gitterpunkt zum nächsten).

Und natürlich ist Schach im weitesten Sinne ein Kriegsspiel - es stellt, wenn auch sehr abstrakt, eine Schlacht zwischen zwei Heeren dar. Aber die wenigsten Wargamer hierzulande würden das als "Wargame" ansehen, auch wenn "Wargame" nur das englische Wort für "Kriegsspiel" ist. Und letzten Endes müssen die Wargamer selbst entscheiden, was für sie ein Wargame ist und was nicht. Und ich bin nun mal kein Wargamer.
Du, WeepingElf. Dir ist schon klar, dass Wargames (also sowas was Du als Wargame kaufen kannst, nur auf die entsprechende Situation, die das Militär austesten will) vom Militär verwendet werden, um einen Konflikt vorzubereiten, oder?
The Games Behind Your Government's Next War und nein. Da geht es nicht um Schach oder Go oder entsprechend Abstraktes.
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Re: Wargames vs. Brettspiele
« Antwort #20 am: 22.03.2026 | 17:07 »
Mit Wargames meinte ich natürlich "Spiele wie Chainmail" die ja anscheinend im Deutschen als "Tabletop-Spiele" und im Englischen als "Miniature wargame" bezeichnet werden. Offensichtlich sind das keine Brettspiele, aber andere Wargames, z.B. "Hex and Counter Wargames" schon.

Ich weiß nichts über Chainmail, außer dass D&D mehr oder weniger daraus entwickelt wurde. Insofern kann ich nicht sagen, ob die Spielfläche diskret ist oder nicht (oder was auch immer man als Kriterium heranzieht, um ein Spiel als Brettspiel zu klassifizieren). Ich habe das Kampfsystem von OD&D kaum noch in Erinnerung (ist schon fast 40 Jahre her, dass ich das zuletzt gespielt habe), da gab es eine Battlemap mit Quadratraster, aber das Quadratraster war, wenn mich meine Erinnerung nicht täuscht, nur ein Koordinatensystem wie auf einer handelsüblichen Landkarte. Wo es ein Hexraster gab, das waren Landkarten, also Darstellungen der "Wildnis", wie das genannt wurde. Hex-and-Counter-Wargames hingegen sind in dem Sinne Brettspiele, dass die Spielfläche in diskrete Felder unterteilt ist.

Du, WeepingElf. Dir ist schon klar, dass Wargames (also sowas was Du als Wargame kaufen kannst, nur auf die entsprechende Situation, die das Militär austesten will) vom Militär verwendet werden, um einen Konflikt vorzubereiten, oder?
The Games Behind Your Government's Next War und nein. Da geht es nicht um Schach oder Go oder entsprechend Abstraktes.

Ja, das ist mir klar. Dazu wurden diese Spiele erfunden. Die hobbyistische Verwendung kam später.
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Re: Wargames vs. Brettspiele
« Antwort #21 am: 22.03.2026 | 17:10 »
Mit Wargames meinte ich natürlich "Spiele wie Chainmail" die ja anscheinend im Deutschen als "Tabletop-Spiele" und im Englischen als "Miniature wargame" bezeichnet werden. Offensichtlich sind das keine Brettspiele, aber andere Wargames, z.B. "Hex and Counter Wargames" schon. 
Genau deswegen habe ich Probleme damit Wargames als Unterkategorie von Brettspielen zu sehen. Das sind sie nicht.
Zitat
Mir ging es dabei aber nur darum dass Chainmail und Schach beides (normalerweise) kompetitive Zweispielerspiele sind die man im wesentlichen durch taktische Überlegungen gewinnen kann. Ob mit Spielfeldern oder ohne gespielt wird spielt für diese Überlegungen keine Rolle.
Doch. Natürlich. Das habe ich da auch schon erklärt, dass bei Wargames im Fokus steht, einen Konflikt so realistisch wie möglich zu simulieren, während Schach keine realistische Simulation irgendeines Konfliktes darstellen will.
« Letzte Änderung: 22.03.2026 | 17:14 von 6 »
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Re: Wargames vs. Brettspiele
« Antwort #22 am: 22.03.2026 | 17:14 »
Ja, das ist mir klar. Dazu wurden diese Spiele erfunden. Die hobbyistische Verwendung kam später.
Dann verstehe ich Deine komplette Argumentatiion hier nicht. Du weisst, dass die Ursprungsaufgabe die realistische Simulation eines Konfliktes war (und immer noch ist, siehe Video) und doch versuchst Du hier zu argumentieren, dass sie diese Aufgabe nicht haben.
« Letzte Änderung: 22.03.2026 | 17:16 von 6 »
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Re: Wargames vs. Brettspiele
« Antwort #23 am: 22.03.2026 | 17:36 »
Genau deswegen habe ich Probleme damit Wargames als Unterkategorie von Brettspielen zu sehen. Das sind sie nicht.

Naja, "Wargames" sind ja kein monolithischer Block. Es gibt ja nunmal die Kategorie Board Wargames.
Der moderne Trend bei Brettspielen (das was im Ausland als "German Games" bezeichnet wird) ist in der Tat recht weit weg von Wargames, aber das gilt halt nicht für Brettspiele allgemein.

Doch. Natürlich. Das habe ich da auch schon erklärt, dass bei Wargames im Fokus steht, einen Konflikt so realistisch wie möglich zu simulieren, während Schach keine realistische Simulation irgendeines Konfliktes darstellen will.

Das trifft zu, aber das ist halt kein wesentlicher Unterschied im Sinne der Spieltheorie. Und auch hier kommt es darauf an welche Wargames genau man meint. Realistisch ist bei Chainmal(Fantasy) oder Warhammer so ne Sache. Und dort haben Figuren Punktewerte mit der typischen Annahme das zwei gleichwertige Armeen aufeinandertreffen.

Wenn es hingegen um die möglichst realistische Simulation vergangener oder zukünftiger Konflikte geht ist das natürlich etwas anderes, aber dann ist es fraglich ob man das Spiel im herkömlichen Sinne bezeichnen sollte. Es ist eben dann in erster Linie eine Simulation (auch wenn der Sprachgebrauch das nicht sauber trennt).
Es wird zu viel darüber geredet wie gewürfelt werden soll, und zu wenig darüber wie oft.
Im Rollenspiel ist auch hinreichend fortschrittliche Technologie von Magie zu unterscheiden.
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Offline WeepingElf

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Re: Wargames vs. Brettspiele
« Antwort #24 am: 22.03.2026 | 17:41 »
Dann verstehe ich Deine komplette Argumentatiion hier nicht. Du weisst, dass die Ursprungsaufgabe die realistische Simulation eines Konfliktes war (und immer noch ist, siehe Video) und doch versuchst Du hier zu argumentieren, dass sie diese Aufgabe nicht haben.

Wie kommst Du denn auf den Trichter? Das habe ich nie so gesagt, und schon gar nicht so gemeint.

Inzwischen habe ich in der englischen Wikipedia nachgeschaut, was Chainmail für ein Spiel ist. Das ist anscheinend ein Tabletop, mit einer Spielfläche ohne Felderraster, also nach der hier anscheinend vorherrschenden Definion kein Brettspiel.
« Letzte Änderung: 22.03.2026 | 17:44 von WeepingElf »
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