Autor Thema: Gut und nicht böse! Wie erkläre ich es meinen Spielern?  (Gelesen 3869 mal)

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Offline Gorilla

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Hallo Alle,
es geht erst einmal um ein konkretes Problem:
Ich stecke gerade im Start einer neuen Fantasy-Kampagne mit neuen Spielenden. Nur mit einer Person am Tisch habe ich überhaupt schon einmal (Oneshot) gespielt. Die Spielenden sind fast alle Anfänger:innen oder haben sehr wenig Erfahrung.
Wir haben uns darauf verständigt, dass es ein optimistisch und buntes Setting sein wird; das es eher märchenhaft und etwas kindlich naiv zugehen soll anstatt dark, grim und gritty - trotz all des Dramas, das die Kampagne natürlich prägen wird. Natürlich soll die Welt (oder ein Teil davon) gerettet werden.

Unsere Session 0 haben wir schon hinter uns. Im Chat und in Gesprächen wurde sich viel ausgetauscht. Alle haben mir eine gute Menge Futter zu ihren SC gegeben. Ein Spieler ist dabei etwas weniger hervorgetreten, aber das muss ja noch nichts bedeuten. Darüber hinaus handelt es sich um den Spieler in der Runde, der bereits Erfahrung hat und mehrere Kampagnen gespielt und geleitet hat.
Mittlerweile haben alle Spielis ihre SC final definiert und erstellt.

Hier das Problem: Ein Spieler (der angeblich(?) erfahrene) plant einen bösen SC zu spielen - "Der Zweck heiligt die Mittel", "Ich leide unter Geltungsdrang, Narzissmus, und Machtgeilheit", Motivation des Charakters ist " Ich suche nach wie vor ein Kloster welches ich übernehmen kann", der SC schreckt auch vor Mord überhaupt nicht zurück.
Ich bin jetzt in einem Dilemma gefangen:
Einerseits will ich meinen Spielis immer so viel Freiheit wie nur möglich bei der Ausgestaltung ihrer SC geben und unterstütze sie dabei so gut ich kann.
Ich bin immer sehr bemüht, meine Spielwelten plausibel zu gestalten und das bedeutet für mich vor allem, dass Handlung und insbesondere Entscheidungen der SC (auch der NSC natürlich) entsprechende Konsequenzen haben - schließlich wollen wir ja Drama. (Drama, Baby! Drama!)
Einer meiner Spieler hat nun offenbar die Aufgabenstellung nicht gelesen oder verstanden.
Ich habe schon mit ihm persönlich gesprochen; er scheint das Problem aber nicht zu verstehen (oder verstehen zu wollen).
Wir stehen ganz am Anfang und ich habe jetzt ein wenig die Sorge, dass die ganze Geschichte u.U. sehr schnell in eine Richtung abdriftet, die weder mir noch dem Großteil der Gruppe gefällt.
Ich will am Spieltisch nicht bevormunden, ich will nicht "Machtworte" sprechen müssen, ich will mich nicht autoritär durchsetzen müssen - kann ich Alles, will es aber nicht. Daher mein Dilemma.

Vielleicht habt ihr ja einige Tipps für mich, wie ich das Ganze noch vernünftig auffangen oder sogar in die richtige Richtung lenken kann, ohne mittelfristig eine Person aus der Gruppe ausschließen zu müssen.
Im Zweifel werde ich natürlich erneut das Gespräch mit der Person suchen und falls es keine andere Möglichkeit gibt, auch verbindliche Ansagen machen oder mich von diesem Spieler trennen.

Ich freue mich aber, wenn ihr vielleicht schon ähnliche Situationen am Spieltisch hattet und eventuell Tipps für mich habt, mit denen sich das vielleicht noch auffangen lässt, ohne dass ein konkreter Konflikt ausgehandelt werden muss.

Was ich bisher schon als mögliche Lösungen auf meiner Liste habe:
- Abwarten, wie sich das entwickelt (eine 2. und 3. Chance gibt es bei mir immer). Mögliches Problem: Ist es dann für den Rest der Gruppe vielleicht schon "versaut"? Ich kenne die Personen kaum und kann sie deshalb nicht gut einschätzen.
- Das Gespräch mit dem Rest der Gruppe suchen; ohne den (potenziellen Störenfried)? Problem: Ich schaffe zwei Fronten und die betroffene Person wird de facto von mir ausgeschlossen (sehr unschön und unfair)
- Mit einzelnen Personen aus der Gruppe sprechen, denen ich zutraue, mich in meiner Aufgabe als SL dahingehende zu unterstützen, die Gruppe (der Spielenden) zusammenzuhalten? Mögliches Problem: Zwei Fronten; Ausschluss Anderer.

Ich freue mich über Meinungen, Kommentare, Witze, Beleidigungen - was immer ihr für angemessen haltet.

Offline Luxferre

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Re: Gut und nicht böse! Wie erkläre ich es meinen Spielern?
« Antwort #1 am: 30.03.2026 | 14:17 »
Copypaste Dein Geschriebenes hier und schicke es ihm. Oder den Link zu diesem Thread (kann man ja auch als Gast lesen).
Klare Worte, Bedenken äußern, Grenzen ziehen. Ist ja auch ein bisschen Dein "Job" als SL.
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Offline Maarzan

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Re: Gut und nicht böse! Wie erkläre ich es meinen Spielern?
« Antwort #2 am: 30.03.2026 | 14:20 »
Was hast du konkret denn für Vorgaben gemacht?
Das ist hier alles für mich so unkonkret, daß es da eigentlich keine seriöse Antwort drauf geben kann.

Und wenn das tatsächlich so unkonkret war, dann kann man auch dem Spieler nur bedingt einen Vorwurf machen.

Im Zweifel bleibt nur: Zurück zu Runde 0 und konkretere Vorgaben machen, was da benötigt und erwartet wird.
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Offline heja

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Re: Gut und nicht böse! Wie erkläre ich es meinen Spielern?
« Antwort #3 am: 30.03.2026 | 14:22 »
> Wir haben uns darauf verständigt, dass es ein optimistisch und buntes Setting sein wird; das es eher märchenhaft und etwas kindlich naiv zugehen soll anstatt dark, grim und gritty - trotz all des Dramas, das die Kampagne natürlich prägen wird. Natürlich soll die Welt (oder ein Teil davon) gerettet werden.

Habt ihr euch wirklich alle darauf verständigt oder hast du das gesagt? Klingt mir nicht so als wäre der Verständigungsprozess abgeschlossen.
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Und mach dann noch ’nen zweiten Plan, gehn tun sie beide nicht.
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Offline Luxferre

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Re: Gut und nicht böse! Wie erkläre ich es meinen Spielern?
« Antwort #4 am: 30.03.2026 | 14:23 »
Was hast du konkret denn für Vorgaben gemacht?

Wir haben uns darauf verständigt, dass es ein optimistisch und buntes Setting sein wird; das es eher märchenhaft und etwas kindlich naiv zugehen soll anstatt dark, grim und gritty [snip]
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Offline Gorilla

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Re: Gut und nicht böse! Wie erkläre ich es meinen Spielern?
« Antwort #5 am: 30.03.2026 | 14:25 »
Copypaste Dein Geschriebenes hier und schicke es ihm. Oder den Link zu diesem Thread (kann man ja auch als Gast lesen).
Klare Worte, Bedenken äußern, Grenzen ziehen. Ist ja auch ein bisschen Dein "Job" als SL.

Ich habe bereits mit ihm gesprochen. Ebenso offen, wie hier kommuniziert. Er scheint das Problem nicht verstehen zu können oder zu wollen.

In der Folge wird das nächste Gespräch zwangsläufig deutlich verbindlicher und ernsthafter ausfallen (müssen). Im Idealfall will ich es gar nicht so weit kommen lassen, dass das notwendig wird.

Offline Luxferre

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Re: Gut und nicht böse! Wie erkläre ich es meinen Spielern?
« Antwort #6 am: 30.03.2026 | 14:25 »
Habt ihr euch wirklich alle darauf verständigt oder hast du das gesagt? Klingt mir nicht so als wäre der Verständigungsprozess abgeschlossen.

Wir haben uns mal auf eine Stadtkampagne verständigt. Dann kam Spieler X ohne weitere Absprache mit einem eremitischen Druiden daher, der einen großen Wolfsbegleiter hatte und seine Charakterzügen waren so sinngemäß "scheu, verschlossen, weltfremd, zivilisationshassend".

Ich finde solches Verhalten uncool.
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Offline Luxferre

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Re: Gut und nicht böse! Wie erkläre ich es meinen Spielern?
« Antwort #7 am: 30.03.2026 | 14:26 »
Ich habe bereits mit ihm gesprochen. Ebenso offen, wie hier kommuniziert. Er scheint das Problem nicht verstehen zu können oder zu wollen.

In der Folge wird das nächste Gespräch zwangsläufig deutlich verbindlicher und ernsthafter ausfallen (müssen). Im Idealfall will ich es gar nicht so weit kommen lassen, dass das notwendig wird.

Ich sehe das Dilemma: Verbindlichkeit gepaart mit dem Ausschlagen eines Wunsches bei Unverständnis. Ist in der Tat nicht so cool ...
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Offline Maarzan

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Re: Gut und nicht böse! Wie erkläre ich es meinen Spielern?
« Antwort #8 am: 30.03.2026 | 14:30 »
Optimistisch buntes Setting ist kein Widerspruch zu einer irgendwo bösen Person, sei es als Gegner oder eben als einer der SC. Bisher sind das ja Warnflags (nicht unbegründet), aber umgekehrt ist das auch nicht ohne mediale Vorbilder.

Ist irgendwas dazu gesagt worden, was die Gruppe sein oder machen soll?
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Offline Gorilla

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Re: Gut und nicht böse! Wie erkläre ich es meinen Spielern?
« Antwort #9 am: 30.03.2026 | 14:32 »
Ja, wir haben uns gemeinsam (auf meinen Vorschlag hin) darauf verständigt, ein sehr "lighthearted", nettes, lustiges, buntes, fast kindlich naives, inklusives, Setting zu bespielen. Der Wunsch der Gruppe war ausdrücklich so etwas wie aus den Old School JRPG (Final Fantasy u.ä.) zu bespielen.
Mit netten SC, die sich kümmern und die natürlich die Welt retten und genau so aber auch das Kätzchen vom Baum holen.
Genau dafür ausdrücklich hat sich besagter Spieler auch "eingeschrieben".

Ich wäre euch dankbar für Tipps, falls ihr welche habt.
Natürlich mag es auch hilfreich für die Zukunft oder Andere sein, wenn ihr Fehler in meiner Vorbereitung identifiziert und mir (und anderen SL) erklärt, was sich beim nächsten Mal in der Vorbereitung besser machen lässt. Das ist aber nicht dieser Thread.
Nehmt gerne an, dass die Situation wie von mir dargestellt ist. Und ich damit irgendwie weiterkommen will, ohne dass ich den Donald Orban machen muss, indem ich sage: "So wird das nix. Du (oder dieser SC) bist raus."

Online Grashoffer

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Re: Gut und nicht böse! Wie erkläre ich es meinen Spielern?
« Antwort #10 am: 30.03.2026 | 14:32 »
Ich habe schon mit ihm persönlich gesprochen; er scheint das Problem aber nicht zu verstehen (oder verstehen zu wollen).

Das ist ein klassisches Dilemma zwischen Spielerfreiheit und Gruppenkonsens/Setting-Treue. Dass du den Spieler schon persönlich angesprochen hast und er uneinsichtig scheint, ist der kritische Punkt.
Kauf dir ein Eis!

Offline Luxferre

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Re: Gut und nicht böse! Wie erkläre ich es meinen Spielern?
« Antwort #11 am: 30.03.2026 | 14:34 »
Wissen die anderen Spielenden von seinen Wünschen/Ideen?
Wäre vielleicht auch etwas, das man gut in der großen Runde klären könnte. Insbesondere, wenn die SC ggfs gemeinsam erschaffen werden.
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Offline Zed

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Re: Gut und nicht böse! Wie erkläre ich es meinen Spielern?
« Antwort #12 am: 30.03.2026 | 14:41 »
Die Grundausrichtung der Gruppe gehört für mich zu den Themen der Session 0.

Ich möchte mit einer Gruppe spielen, die die Welt immer zumindest ein wenig zu verbessern versucht, und die sich bemüht, Kollateralschäden zu vermeiden.

Da bleibt noch immer genügend Raum für Habgier, Rachegedanken und Welteroberungsdrang - für Grautöne - aber sie sind ausreichend gezügelt.

An dieser Stellschraube sollte die Freiheit des Spielenden also begrenzt sein.

Plus - bei selten spielenden Gruppen - muss nach meiner Erfahrung eine Regel lauten: "Die Gruppe trennt sich nicht."

Offline Smoothie

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Re: Gut und nicht böse! Wie erkläre ich es meinen Spielern?
« Antwort #13 am: 30.03.2026 | 14:43 »
das was Zed sagt.
allerdings sind auch in lighthearted und naiven Settings Bösewichte möglich, sie verlieren halt dann immer.
Isnogud oder Gargamel oder ähnliche kann man da schon spielen.
Scheint mir aber nicht in diese Richtung zu gehen....
nochmal in der Gruppe zusammen reden würd ich sagen, hilft ja nix.
Inzwischen bin ich geneigt zu glauben, dass an der DnD Satanic Panic in den 80ern was dran war. Allein, es waren nicht die Inhalte. Es waren die Regeln, die aus der Hölle kommen...

Offline Gorilla

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Re: Gut und nicht böse! Wie erkläre ich es meinen Spielern?
« Antwort #14 am: 30.03.2026 | 14:44 »
Optimistisch buntes Setting ist kein Widerspruch zu einer irgendwo bösen Person, sei es als Gegner oder eben als einer der SC. Bisher sind das ja Warnflags (nicht unbegründet), aber umgekehrt ist das auch nicht ohne mediale Vorbilder.

Ist irgendwas dazu gesagt worden, was die Gruppe sein oder machen soll?

Ich habe ihm im Nachgang auf unser Gespräch Folgendes geschrieben:

Zitat
Ich verstehe nur noch nicht ganz, was dein Charakter in einer Gruppe macht.
Geltungsdrang, Narzissmus, und Machtgeilheit - eine Person mit solch einem pathologischen Befund wird sich eher nicht bemüßigt fühlen, sich  konstruktive in eine Heldengruppe einzubringen.

Ist deine Idee dann, dass dein Hochstapler einen Läuterungsprozess durchläuft? Oder soll er der klassische Antiheld sein, der sich zwar nach Außen stets tough gibt, aber im Grunde das Herz doch am rechten Fleck trägt?
Das verstehe ich noch nicht ganz.

Ich persönlich habe nichts dagegen, wenn einige in der Gruppe auch böse Charaktere spielen. Das gibt viel Raum für Drama und Plot.
Allerdings haben Handlungen in meinen Spielwelt immer Konsequenzen.

Wir können auch einfach abwarten, wie sich das entwickelt, falls du noch nicht groß vorausgeplant hast.
Ich bin da für Alles offen.

Leider ging er bisher auf keinen meiner Punkte oder implizit genannten Vorschläge ein.

Ein Teil seiner Antwort lautete sinngemäß: "ich sabotiere die Gruppe ja nicht"

Äh, doch! Tust du, wenn du in einer Gruppe von Weltrettungshelden einen Mörder spielst.


Versteht mich nicht falsch: Ich sehe da grundsätzlich sehr viel Potenzial für Rollenspiel und Drama und Story und Interaktion und Plothooks usw. usw.
Aber je mehr ich mit der Person auseinandersetze, desto weniger optimistisch bin ich, dass es fruchtbar wird.

Offline Kurna

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Re: Gut und nicht böse! Wie erkläre ich es meinen Spielern?
« Antwort #15 am: 30.03.2026 | 14:46 »
Ich hatte mal einen Fall, wo ein Spieler (übrigens auch der erfahrenste, der selbst auch schon geleitet hatte) einen bösen Charakter spielen wollte. Ich hatte es dann zugelassen, nachdem er zugesagt hatte, dass er nichts gegen andere Gruppenmitglieder machen und auch keine Gruppenaktionen sabotieren würde. Er würde nur gelegentlich (heimlich!) Opfer für seinen bösen Gott bringen oder ähnliches.
Das hat, solange wir gespielt haben, auch funktioniert, weil er sich diszipliniert an die Vorgaben gehalten hatte. Das war aber kein lighthearted Setting, sondern klassische Fantasy (Midgard). Und ich kannte ihn zumindest schon als Spielleiter.
"Only the good die young. The bad prefer it that way." (Goblin proverb)

Offline nobody@home

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Re: Gut und nicht böse! Wie erkläre ich es meinen Spielern?
« Antwort #16 am: 30.03.2026 | 14:55 »
das was Zed sagt.
allerdings sind auch in lighthearted und naiven Settings Bösewichte möglich, sie verlieren halt dann immer.
Isnogud oder Gargamel oder ähnliche kann man da schon spielen.
Scheint mir aber nicht in diese Richtung zu gehen....
nochmal in der Gruppe zusammen reden würd ich sagen, hilft ja nix.

Na ja, Bösewichter kann's natürlich auch und gerade in solchen Settings geben. Aber die stehen dann eben auf der Gegenseite und sind gerade nicht Teil der Protagonistenclique.

Wobei das rein theoretisch natürlich auch noch eine Möglichkeit wäre -- man sagt dem Spieler, daß er diesen Charakter selbst nicht spielen kann, man aber bereit ist, ihn als NSC zu übernehmen. Ich vermute zwar unbekannterweise stark, daß der bewußte Spieler das in diesem Fall eher nicht im Sinn hat, aber so rein als hypothetische Übung in Sachen gemeinsamer Weltenbau... :)

Offline Maarzan

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Re: Gut und nicht böse! Wie erkläre ich es meinen Spielern?
« Antwort #17 am: 30.03.2026 | 14:58 »
Bei Weltenrettung sollten eigentlich alle bereit sein mitzuarbeiten, auch Böse.

Und je nachdem braucht eine böse Figur ja auch Deckung bzw. sozialen Kredit um ihre Pläne durch zu bringen.
Die Farge ist also meines Erachtens weniger böse oder nicht, sondern teamfähig oder nicht.

< Der Zweck heiligt die Mittel", "Ich leide unter Geltungsdrang, Narzissmus, und Machtgeilheit", Motivation des Charakters ist " Ich suche nach wie vor ein Kloster welches ich übernehmen kann>
könnte auch 1:1 die Beschreibung  des Gruppenpaladins sein.
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Offline Luxferre

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Re: Gut und nicht böse! Wie erkläre ich es meinen Spielern?
« Antwort #18 am: 30.03.2026 | 15:04 »
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« Letzte Änderung: 30.03.2026 | 15:16 von Luxferre »
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Offline Robert Paulson

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Re: Gut und nicht böse! Wie erkläre ich es meinen Spielern?
« Antwort #19 am: 30.03.2026 | 15:05 »
Du wirst nicht drum rum kommen klar deine Vorstellungen zu kommunizieren. Das wird dir hier niemand abnehmen. Hier im Thread schreibst du eindeutig, dass du keine böse Charaktere möchtest, aber ihm schreibst, dass du persönlich nichts dagegegen hast.
Ich weiß, dass sowas schwierig ist aber wenn du deinen Standpunkt dargelegt hast wirst du auch persönlich dran wachsen.

Offline Quaint

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Re: Gut und nicht böse! Wie erkläre ich es meinen Spielern?
« Antwort #20 am: 30.03.2026 | 15:07 »
Naja, ich denk mal wenn es eher hell und bunt werden soll, und dann einer ein machtgeiles mordendes Narzissten-Arschloch spielt, dann wird das nicht klargehen. Es ist ja keine Frage ob böse Charaktere und Gruppen funktionieren können oder ein erhöhtes Risiko für Verstimmungen und PVP bieten, sondern es ist einfach so, dass ihr euch in der Session Zero auf etwas geeinigt habt und die anderen haben einen Anspruch darauf, dass das auch so umgesetzt wird. Und da bist du als Spielleiter in der Pflicht. Wenn du ihn mit Ansage sowas spielen lässt und es dann nachher Probleme gibt, wird er sich womöglich noch darauf berufen, dass du das Konzept ja zugelassen hast.
Du musst den Typen ja nicht gleich rauswerfen, aber mal ein klärendes Gespräch suchen solltest du auf jeden Fall (mit Voice wenn irgend möglich, nicht nur Text). Soll er halt ein passenderes Konzept machen. Weigert er sich hartnäckig, ja, gut, dann vielleicht jemand anderen suchen.
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Offline Sphinx

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Re: Gut und nicht böse! Wie erkläre ich es meinen Spielern?
« Antwort #21 am: 30.03.2026 | 15:09 »
Ich kann es gar nicht leiden wenn Spieler so anfangen, denn ich versuche auch den Spielern zu ermöglichen ihren Wunschcharakter zu Spielen. Wenn man sich darauf einigt X spielen zu wollen sollten auch alle sich an die vorgaben von X halten. Aus meiner Erfahrung heraus kann ich nur sagen es ist Murks das zu erlauben.

Ich hab eine Kampagne geplant damit alles gut funktioniert sollten alle Spieler Teil einer Militärischen Einheit sein. Was ihnen schon ihren moralischen Kompass + Zusammenhalt mitgegeben hätte. Ein Spieler meinte aber natürlich wieder der Edgelord sein zu müssen und was eigenes zu fabrizieren.
Hat dazu geführt das ich viel mehr Arbeit hatte ihn irgendwie in die Story zu schwurbeln. Der Charakter nie richtig die Motivation hatte, welche die anderen dank ihrem Background hatten und der Charakter oft außen vor war.
Alle hatten sich drauf geeinigt wer der Mandant ist und die Befehle gibt, dank dieses Charakters außerhalb der Befehlskette ist das ganze aber schnell zusammengebrochen. Hat zwar nicht das Spiel an sich gesprengt, aber war einfach unnötig...noch dazu ist das Charakterkonzept das sich dieser Spieler vorgestellt hat. Dank der Kampagne wo es nicht reinpasst halt auch nie zum tragen gekommen


Wenn ein Charakter nicht mit einer Gruppe Kompatibel ist oder sogar gegen deren Interesse Arbeitet weil er eigene Ziele hat. Dann hat eine Gruppe IMO auch keinen Grund weiter mit diesem Kerl durch die Lande zu ziehen. Ich verstehe auch nicht warum Spieler den "Edgelord" spielen müssen? Egal ob der Böse Charakter in der Gruppe. Der Lone-Wolf der lieber schweigsam alleine in der Wildniss wäre,.... Also Charaktere die schon von sich aus nicht in eine normale Gruppe passen.

Naja, ich denk mal wenn es eher hell und bunt werden soll, und dann einer ein machtgeiles mordendes Narzissten-Arschloch spielt, dann wird das nicht klargehen. Es ist ja keine Frage ob böse Charaktere und Gruppen funktionieren können oder ein erhöhtes Risiko für Verstimmungen und PVP bieten, sondern es ist einfach so, dass ihr euch in der Session Zero auf etwas geeinigt habt und die anderen haben einen Anspruch darauf, dass das auch so umgesetzt wird. Und da bist du als Spielleiter in der Pflicht. Wenn du ihn mit Ansage sowas spielen lässt und es dann nachher Probleme gibt, wird er sich womöglich noch darauf berufen, dass du das Konzept ja zugelassen hast.
Du musst den Typen ja nicht gleich rauswerfen, aber mal ein klärendes Gespräch suchen solltest du auf jeden Fall (mit Voice wenn irgend möglich, nicht nur Text). Soll er halt ein passenderes Konzept machen. Weigert er sich hartnäckig, ja, gut, dann vielleicht jemand anderen suchen.

Das ist denke ich ein sehr solider Tipp wie du vorgehen solltest. Du bist der ganzen Gruppe verpflichtet nicht nur einem Spieler. Und wenn alle nach Schema X spielen möchten sollten auch alle mitziehen. Er kann den Charakter dann evtl. in der nächsten Kampagne herausholen, in dieser halt nicht.
« Letzte Änderung: 30.03.2026 | 15:12 von Sphinx »
Soren Johnson: Given the opportunity, players will optimize the fun out of a game |"Haben die Spieler die Möglichkeit, Optimieren sie den Spaß aus dem Spiel."

Offline gilborn

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Re: Gut und nicht böse! Wie erkläre ich es meinen Spielern?
« Antwort #22 am: 30.03.2026 | 15:11 »
Ich bin immer sehr bemüht, meine Spielwelten plausibel zu gestalten und das bedeutet für mich vor allem, dass Handlung und insbesondere Entscheidungen der SC (auch der NSC natürlich) entsprechende Konsequenzen haben - schließlich wollen wir ja Drama. (Drama, Baby! Drama!)
Wie weit gehen denn die Konsequenzen?
Kann der Spielercharaktere wegen seiner Taten zum Tod verurteilt werden?
Kann es sein, dass sich der Rest der Spieler von ihm trennt, so dass sein Charakter ein NSC wird?

Meines Erachtens wird in solchen Situationen oft die ganze Gruppe in Gruppenhaft genommen:
Da ist dieser eine Asi, und die anderen schleppen in Ingame nur mit, weil es auf der Metaebene die Spielenden sind.
Das heißt, entweder gibt es echte Konsequenzen (die ich oben in den Fragen mal aufgezeigt habe und die sind halt auch mal abseits vom gewünschten Drama, dass der Charakter ausscheidet), oder es gibt abgeschwächte Konsequenzen die an der Plausiblität nagen.

Deshalb wäre meine Ansage auch klar:
Wenn du einen bösen Charakter spielst, ist es die Aufgabe deines Charakters, dass er von den anderen in der Gruppe behalten wird, nicht umgekehrt.
Grundsätzlich geht bei mir in der Ausgangslage aber erstmal eine rote Lampe an, vor allem da du das Zweier Gespräch mit ihm ja schon gehabt hast.

Offline Zed

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Re: Gut und nicht böse! Wie erkläre ich es meinen Spielern?
« Antwort #23 am: 30.03.2026 | 15:14 »
Ein Teil seiner Antwort lautete sinngemäß: "ich sabotiere die Gruppe ja nicht"

Äh, doch! Tust du, wenn du in einer Gruppe von Weltrettungshelden einen Mörder spielst.

Eine Ansage von Deiner Seite muss hier sein. Er kann ja immer noch den "moralisch grauen" in der Gruppe von Weltrettungshelden spielen, in der alle (auch er) zuerst an das Wohlergehen von Anderen denken.

Offline Gorilla

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Re: Gut und nicht böse! Wie erkläre ich es meinen Spielern?
« Antwort #24 am: 30.03.2026 | 15:16 »
Du wirst nicht drum rum kommen klar deine Vorstellungen zu kommunizieren. Das wird dir hier niemand abnehmen.
Where's the news? Unsere Vorstellung als Gruppe wurden klar kommuniziert. Mir ist bewusst, dass es notwendig werden kann, dass ich konsequenter werden muss - wie bereits beschrieben.

Zitat
Hier im Thread schreibst du eindeutig, dass du keine böse Charaktere möchtest, aber ihm schreibst, dass du persönlich nichts dagegegen hast.
Hilfreiche Antworten zeichnen sich dadurch aus, dass die Frage gelesen wird.
Ich habe niemals formuliert, dass ich keine bösen SC haben will. Im Gegenteil habe ich in folgenden Antworten betont, dass ich das dramaturgische Potenzial von Antihelden absolut zu schätzen weiß.
Das Problem ist nicht der "böse" SC, sondern der Spieler dazu, dem offenbar nicht bewusst zu sein scheint, was das im Spiel dann bedeutet kann.

Zitat
Ich weiß, dass sowas schwierig ist aber wenn du deinen Standpunkt dargelegt hast wirst du auch persönlich dran wachsen.
lol. Ich wachse daran nicht und lese seit Jahrzehnten keine Selbsthilfebücher und Kalendersprüche mehr.
Ich will mit meinen Spielenden zusammen ein gute Zeit haben und freue mich, wenn ich hier im Forum hilfreiche Erfahrungswerte oder Tipps dafür erhalten kann.

Danke für den Beitrag, aber leider geht die Antwort an der Frage- und Aufgabenstellung vorbei.