Autor Thema: Schon mal eine Spielrunde mit bösen Charakteren geleitet?  (Gelesen 5218 mal)

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Offline Issi

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Re: Schon mal eine Spielrunde mit bösen Charakteren geleitet?
« Antwort #50 am: 31.03.2026 | 21:05 »
Hallo!

Mir kam jetzt mal der Einfall mit der Frage, ob Ihr schon mal ein Abenteuer für böse Charaktere geschrieben oder geleitet habt.

Ja, es ist wahrscheinlich schwieriger zu spielen, da böse Charaktere für gewöhnlich nicht besonders gut zusammenarbeiten und es halt nichts "heldenhaftes" zu tun gibt.

Andererseits eröffnet es ja auch neue Möglichkeiten, wenn man die Antagonisten spielt und es als Queste darum geht, bspw. eine gut gesinnte Abenteuergruppe aufzusuchen und unschädlich zu machen.

Falls Ihr schon mal sowas gemacht habt, wie waren Eure Erfahrungen?

Gibt es überhaupt eine Nachfrage für Abenteuer, die für böse Charaktere zugeschnitten sind?


Fragen über Fragen.

Bin auf Eure Antworten gespannt.
Nein, bewusst nicht.
(Zumindest wie ich die gegebene Definition aufasse)


Hatten schon allerhand "böse" Einzelfiguren in der Gruppe. Die dann zum Teil sogar den Rest der Gruppe gekillt hätten, wäre es ihnen gelungen.
Stattdessen wurden sie bei dem Fehlversuch selbst gerichtet.

Und natürlich auch solche, die sich das verkniffen und lieber nur NSC heimlich getötet haben.
Letztere waren leichter kompatibel- da es zumindest eine Art von Loyalität gab.
Aber auch die wären zur Rechenschaft gezogen worden, wäre die Gruppe ihnen auf die Schliche gekommen.
Glaube Letzteres ist wahrscheinlich auch das, was die betreffenden Spieler daran reizt.

Also - wären sie nur ein Böser unter Bösen wäre dieser Reiz weg.

Abgesehen davon ginge eine ganze Gruppe nur mit Loyal Bösen wirklich gut zu spielen.
Die irgendein Oberwicht zusammen hält.
(Ansonsten würde sich wohl jeder nur um sich selbst scheren)
Und das wäre dann eher ne Slapstick Runde.
Bei der alle vor irgendeinem super skrupellosen Boss kuschen.
Und Unschuldige abmurksen, steht ja jetzt auch nicht bei jedem ganz oben auf der persönlichen "Must have" Liste

Also da finde ich ne Runde "Werwolf" doch einfacher.

Online Alter Weißer Pottwal

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Re: Schon mal eine Spielrunde mit bösen Charakteren geleitet?
« Antwort #51 am: 31.03.2026 | 22:19 »
Das Problem sind die Spieler, die denken böse Charaktere müssten Soziopathen sein. Das funktioniert dann so gut wie eine gute Gruppe voller Pazifisten.
Böse Charaktere suchen zuerst einmal ihren eigenen Vorteil und sind bereit andere zu benachteiligen.
spielt: Dolmenwood
spielt: Journey To Ragnarök

Offline Issi

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Re: Schon mal eine Spielrunde mit bösen Charakteren geleitet?
« Antwort #52 am: 31.03.2026 | 22:30 »
Das Problem sind die Spieler, die denken böse Charaktere müssten Soziopathen sein. Das funktioniert dann so gut wie eine gute Gruppe voller Pazifisten.
Böse Charaktere suchen zuerst einmal ihren eigenen Vorteil und sind bereit andere zu benachteiligen.
Nach der Definition wäre jede zweite Figur böse,
(Falls das reicht)

Offline Wonko

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Re: Schon mal eine Spielrunde mit bösen Charakteren geleitet?
« Antwort #53 am: 1.04.2026 | 00:17 »
Ich möchte hier nicht die ethische Diskussion führen, aber kurz einwerfen, dass es zwar vielleicht böse Handlungen gibt (Definition etwa: solche die das Leid anderer bewusst oder billigend in Kauf nehmen, um eigene Ziele durchzusetzen), aber keine bösen Charaktere oder gar böse Menschen. Das ist einfach nur eine Konstruktion, die der Realität und Komplexität der menschlichen Psyche nicht gerecht wird.


Mein erster Versuch, Charaktere zu spielen, die zu bösen Handlungen bereit sind, war mithin (als Spieler) ebenfalls eine Gruppe Drow. Die Runde hat sich schnell erledigt, nachdem die Charaktere angefangen haben, sich gegenseitig umzubringen. Ich glaube nicht dass das unmöglich ist, aber es fehlt wie in diesem Fall oft an den nötigen Vorgaben, um das zum Funktionieren zu bringen. Insgesamt habe ich wenig Interesse daran, dass noch mal zu versuchen. Es könnte vielleicht unterhaltsam sein, aber es gibt schon genug Arschlöcher auf der Welt, da macht es mir einfach viel mehr Spaß, "die Guten" zu spielen. Auch da finde ich es eher wenig Interessant, alle Grauzonen zu beleuchten. Ich akzeptiere lieber, dass die Hügelriesen unwiderruflich böse sind, als über die moralischen Implikationen nachzudenken, weil die ja auch nur manipuliert und ausgenutzt wurden (Against the Giants).

Gelegentlich finde ich es dennoch ganz interessant, etwa in dem Spiel "Dog Eat Dog", in dem es um Kolonialismus geht.

In kürzeren Episoden macht es schon mal Spaß. Reverse Dungeon habe ich mal geleitet. Hier besteht aber der Reiz eher aus der Absurdität der verdrehten Prämisse. Es geht nicht wirklich darum, das Böse (TM) in seinen Details auszuspielen.

Kobolds Ate My Baby fand ich großartig. Auch hier wird das ethische Gehirn aber (ggbf. durch ausreichenden Bierkonsum) gründlich abgeschaltet, um das zu genießen.

Fiasko ist letztlich ähnlich. Hier geht es nicht so sehr um Böse sondern "ordinary people with powerful ambition and poor impulse control". Und dann diebisch-schadenfroh zu genießen, wie diese sich so richtig selbst ins Verderben reiten.





Offline Maarzan

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Re: Schon mal eine Spielrunde mit bösen Charakteren geleitet?
« Antwort #54 am: 1.04.2026 | 07:39 »
Ich denke für eine böse Gruppe ist auch noch einmal etwas anderes als für eine Gruppe mit bösen Charakteren  (oder auch nur einen) .
Es werden sich meinem Eindruck nach auch gar nicht so viele Leute finden lassen, die diese Konstellation gut finden würden, vor allem, da eine Gruppe mit bösen Charakteren meiner Erfahrung nach erheblich effektiver ist Chaotisch-böse Charaktere zu eliminieren - mein Charakter ist halt so -> meiner auch!
Das senkt den Reiz einen bösen Charakter zu spielen deutlich.
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Offline gunware

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Re: Schon mal eine Spielrunde mit bösen Charakteren geleitet?
« Antwort #55 am: 1.04.2026 | 07:51 »
Was mir auffällt, viele verbinden böse mit morden. Warum nicht einen rechtschaffen bösen Pazifisten spielen?
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Offline Maarzan

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Re: Schon mal eine Spielrunde mit bösen Charakteren geleitet?
« Antwort #56 am: 1.04.2026 | 08:23 »
Was mir auffällt, viele verbinden böse mit morden. Warum nicht einen rechtschaffen bösen Pazifisten spielen?
Naja, gibt nicht viel interessantes zu tun, wenn die eigentliche " Arbeit"  dann immer wer anderes macht. Und du mußt ja erst einmal eine mörderische Gruppe haben, die du dann unterstützen kannst, indem du wiederum andere Leute beeinflußt, welche die reale Möglichkeit hätten einzugreifen und trotzdem totalen Pazifismus gut finden.
Am ehesten würde mir da Startrek einfallen: Völkermord in System WTF? können wir nichts machen, die haben noch kein Warp.
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Online Galatea

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Re: Schon mal eine Spielrunde mit bösen Charakteren geleitet?
« Antwort #57 am: 1.04.2026 | 09:08 »
Was mir auffällt, viele verbinden böse mit morden. Warum nicht einen rechtschaffen bösen Pazifisten spielen?
Aber wenn der Charakter nicht jede Woche ein Waisenhaus anzündet, dann ist der doch nicht wirklich böse*...

*das ist zumindest mein Eindruck von der Diskussion hier
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Re: Schon mal eine Spielrunde mit bösen Charakteren geleitet?
« Antwort #58 am: 1.04.2026 | 09:11 »
Am ehesten würde mir da Startrek einfallen: Völkermord in System WTF? können wir nichts machen, die haben noch kein Warp.
Wobei das auch eher ein TNG-Phänomen ist. Kirk interessiert sich einen Kack für die Direktive, DS9 ist sowieso in allem sehr pragmatisch und Janeway, uh... ist Janeway (und meilenweit weg vom Föderationsraum so who cares anyway).
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Offline Maarzan

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Re: Schon mal eine Spielrunde mit bösen Charakteren geleitet?
« Antwort #59 am: 1.04.2026 | 09:43 »
Aber wenn der Charakter nicht jede Woche ein Waisenhaus anzündet, dann ist der doch nicht wirklich böse*...

*das ist zumindest mein Eindruck von der Diskussion hier

Was ist, wenn er sogar ein Waisenhaus betreibt? Einfacher kommt man nicht an gelegentlich benötigte Opfer.
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Re: Schon mal eine Spielrunde mit bösen Charakteren geleitet?
« Antwort #60 am: 1.04.2026 | 10:22 »
Irgendjemand hatte doch schon die World-Of-Darkness-Spiele erwähnt. Ich hatte eher wenig Berührung am Tisch mit besagten Systemen, doch wenn ich das nicht ganz falsch abgespeichert habe, spielt man u. a. Vampire oder Werwölfe. Und sind die nicht, weil sie klassische Monster sind, eben auch meistens böse?

Ansonsten fällt mir noch In Nomine Satanis ein (ja, das ist satirisch gemeint, aber die Charaktere sind auf alle Fälle böse).
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Re: Schon mal eine Spielrunde mit bösen Charakteren geleitet?
« Antwort #61 am: 1.04.2026 | 11:47 »
Es könnte vielleicht unterhaltsam sein, aber es gibt schon genug Arschlöcher auf der Welt, da macht es mir einfach viel mehr Spaß, "die Guten" zu spielen. Auch da finde ich es eher wenig Interessant, alle Grauzonen zu beleuchten. Ich akzeptiere lieber, dass die Hügelriesen unwiderruflich böse sind, als über die moralischen Implikationen nachzudenken, weil die ja auch nur manipuliert und ausgenutzt wurden (Against the Giants).

Interessant. Was für Menschen waren das doch gleich noch mal, die moralische und ethische Bedenken kurzerhand und mit einem Schulterzucken über Bord werfen, weil das für sie halt einfach so bequemer ist? Da gab's doch ein Wort für...ich komme gerade nicht drauf, aber ich glaube, es fing mit "B" an. 8]

Daß ich gleichzeitig mit den Begriffen "gut" und "böse" ein Stück weit auf Kriegsfuß stehe, ist eine andere Sache und hat nichts mit einer Unwilligkeit zu tun, gegebenenfalls Stellung zu beziehen; das richtet sich allein dagegen, daß sie für mich bei genauerem Hinsehen bloß rhetorische Worthülsen zur Manipulation des Zuhörers sind. Jemand sagt mir, daß eine Person oder ein Ding "gut" oder "böse" wäre? Toll. Jetzt kenne ich die Meinung des Sprechers und weiß auch, daß er wohl will, daß ich mich dieser besser anschließen sollte, wenn ich sein Freund sein will...nur in Bezug auf den oder das Beschriebene(n) selbst bin ich kein Stück schlauer als ich es schon war, bevor besagter Sprecher überhaupt den Mund aufgemacht hat. Gib mir die Fakten, Dummbatz, meine Meinung bilden kann ich mir noch selber!

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Re: Schon mal eine Spielrunde mit bösen Charakteren geleitet?
« Antwort #62 am: 1.04.2026 | 13:45 »
Interessant. Was für Menschen waren das doch gleich noch mal, die moralische und ethische Bedenken kurzerhand und mit einem Schulterzucken über Bord werfen, weil das für sie halt einfach so bequemer ist? Da gab's doch ein Wort für...ich komme gerade nicht drauf, aber ich glaube, es fing mit "B" an. 8]

Genau, bei genauer Betrachtung ist so manche Handlung im Rollenspiel objektiv böse. Aber darüber möchte ich (Spieler) mir keine Gedanken machen, weil ich meinen Spaß haben möchte. Das macht mich nicht zum schlechten Menschen. Und es macht auch meinen Charakter nicht zum "Bösen". Das wäre erst dann der Fall, wenn es in der Welt zu interner oder externer negativer Bewertung führt. Ob und wie weit wir als spielende Gruppe das vornehmen wollen und wo es anfängt müssen wir verhandeln. Kinder haben wir zum Beispiel am Leben gelassen, das wäre uns zu weit gegangen. Aber erst schießen und dann Fragen stellen war voll okay. Insofern hatten wir keine Probleme unsere Charaktere als "gut" zu bewerten.

Daß ich gleichzeitig mit den Begriffen "gut" und "böse" ein Stück weit auf Kriegsfuß stehe, ist eine andere Sache und hat nichts mit einer Unwilligkeit zu tun, gegebenenfalls Stellung zu beziehen; das richtet sich allein dagegen, daß sie für mich bei genauerem Hinsehen bloß rhetorische Worthülsen zur Manipulation des Zuhörers sind. Jemand sagt mir, daß eine Person oder ein Ding "gut" oder "böse" wäre? Toll. Jetzt kenne ich die Meinung des Sprechers und weiß auch, daß er wohl will, daß ich mich dieser besser anschließen sollte, wenn ich sein Freund sein will...nur in Bezug auf den oder das Beschriebene(n) selbst bin ich kein Stück schlauer als ich es schon war, bevor besagter Sprecher überhaupt den Mund aufgemacht hat. Gib mir die Fakten, Dummbatz, meine Meinung bilden kann ich mir noch selber!

Das liegt aber weniger daran, dass es keine sinnvollen, einsichtige Definitionen von "guten" und "bösen" Handlungen gibt. Sondern eher daran, dass sich wenige die Mühe machen oder die Kompetenz besitzen, solche Begründungen anzuführen. Stattdessen verlässt man sicher eher auf schnelle moralische Grundsätze, was gut und böse ist. Das ist im besten Fall eine praktische Abkürzung, im schlechten Fall führt es zu gesellschaftlichen Schieflagen.

Offline Issi

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Re: Schon mal eine Spielrunde mit bösen Charakteren geleitet?
« Antwort #63 am: 1.04.2026 | 14:01 »
Was ist, wenn er sogar ein Waisenhaus betreibt? Einfacher kommt man nicht an gelegentlich benötigte Opfer.
Dann opfert er ja wieder, bzw. vermittelt Opfer an Mörder und wird dadurch zum Täter.

Also ohne Tat geht es nicht wirklich.
Sprich:“ Nichts ist was Gutes außer man tut es“ gilt umgekehrt auch für Böse.

Bsp. Die „Twillight- Vampire“ malen sich ja auch hin und wieder leckere menschliche Mahlzeiten aus. Aber da sie sich bewusst dazu entscheiden, nicht in die Tat zu kommen, und potentielle Opfer sogar zu beschützen- greift das klassische Bösewicht Konzept nicht mehr.

Oder um den Hai aus „Findet Nemo“ zu zitieren: Fische sind Freunde, kein Futter
(Bis zum nächsten Rückfall)
« Letzte Änderung: 1.04.2026 | 14:11 von Issi »

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Re: Schon mal eine Spielrunde mit bösen Charakteren geleitet?
« Antwort #64 am: 1.04.2026 | 14:14 »
Das liegt aber weniger daran, dass es keine sinnvollen, einsichtige Definitionen von "guten" und "bösen" Handlungen gibt.

Nun, die gibt's meines Wissens ja tatsächlich nicht. Bestenfalls kommt dabei so was heraus wie "Gut ist, was wir im Kollektiv dafür halten, und böse ebenso" -- das ist dann aber auch wieder nur die Frage nach der Popularität solcher Handlungen, und die kann zwischen verschiedenen Befragten sowohl im Einzelfall als auch unter Gruppen deutlich variieren.

Wenn das mit "Gut" und "Böse" sooo einfach wäre, hätte es ja beispielsweise die ganzen hitzigen Gesinnungsdiskussionen an der (A)D&D-Front so auch nie gegeben. ;) Aber so ist das nun mal mit Werturteilen: die müssen subjektiv sein, weil es eben erst mal ein Subjekt mit einem ebensolchen Standpunkt braucht, um sie überhaupt zu fällen.

Entsprechend kann man -- um aufs Fadenthema zurückzukommen -- prinzipiell durchaus Charaktere spielen, die die Gesellschaft wahlweise der Spielwelt, in der Realität, oder auch in beiden Fällen definitiv unter "böse" einsortieren würde, die dann aber aus Sicht des Spielers und insbesondere (so ziemlich der wichtigste Punkt!) des Rests der Gruppe am Tisch so übel überhaupt nicht sind. So was wie beispielsweise "Ja, wir sind Auftragskiller. Nein, wir nehmen nur Aufträge an, die richtige Scheißkerle betreffen...und Auftraggeber, die sich selbst als solche entpuppen, tun das auf eigenes Risiko." Sind das jetzt hartgesottene Kriminelle oder doch bloß wieder klassische Rollenspiel-Abenteurer, und macht das überhaupt einen Unterschied? :)

Offline Maarzan

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Re: Schon mal eine Spielrunde mit bösen Charakteren geleitet?
« Antwort #65 am: 1.04.2026 | 14:18 »
Dann opfert er ja wieder, bzw. vermittelt Opfer an Mörder und wird dadurch zum Täter.

Also ohne Tat geht es nicht wirklich.
Sprich:“ Nichts ist was Gutes außer man tut es“ gilt umgekehrt auch für Böse.
...

Aber sind dann nicht diejenigen, welche die Waisenkinder allesamt, oder zumindest viele von ihnen, die sich nicht alleine durchschlagen konnten, hätten verrecken lassen nicht noch viel böser?
Oder nur die, für die das Waisenhaus genauso Wechselgeld gewesen wäre wie für einen erfolgreichen Abenteurer?
Oder schon die, welche nur den Gürtel merklich, aber nicht existenzbedrohlich enger hätten schnallen müssen?
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Offline Issi

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Re: Schon mal eine Spielrunde mit bösen Charakteren geleitet?
« Antwort #66 am: 1.04.2026 | 14:33 »
Aber sind dann nicht diejenigen, welche die Waisenkinder allesamt, oder zumindest viele von ihnen, die sich nicht alleine durchschlagen konnten, hätten verrecken lassen nicht noch viel böser?
Ich muss gestehen, ich verstehe den Vergleich nur bedingt.
Ob ein Waisenkind sich alleine durchschlagen kann, oder nicht, kann eine Figur doch nicht sicher wissen.
Oder ob sich noch jmd anderes findet, der den Kindern hilft.

Ansonsten müssten sich die Helden ja um jedes Waisenkind kümmern, das ihnen auf Reisen begegnet.
(Unsere Gruppe hat auch schon Ork Babys versorgt und an Pflegefamilien vermittelt!).

Ein Kind, das einem anvertraut ist, dem sicheren  Tod auszuliefern - für Geld- ist mMn schon nochmal ne andere Hausnummer.

Offline Maarzan

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Re: Schon mal eine Spielrunde mit bösen Charakteren geleitet?
« Antwort #67 am: 1.04.2026 | 14:46 »
Ich muss gestehen, ich verstehe den Vergleich nur bedingt.
Ob ein Waisenkind sich alleine durchschlagen kann, oder nicht, kann eine Figur doch nicht sicher wissen.
Oder ob sich noch jmd anderes findet, der den Kindern hilft.

Ansonsten müssten sich die Helden ja um jedes Waisenkind kümmern, das ihnen auf Reisen begegnet.
(Unsere Gruppe hat auch schon Ork Babys versorgt und an Pflegefamilien vermittelt!).

Ein Kind, das einem anvertraut ist, dem sicheren  Tod auszuliefern - für Geld- ist mMn schon nochmal ne andere Hausnummer.
Wir hatten eine richtige Drecksstadt, wie in Warhammer z.B. mit einer grob darbenden Unterschicht und wegen der Grenznähe und immer wieder wechselseitigen Kriegszügen auch reichlich Waisen, die nach Darstellung oft genug schon halbtot waren und keinen geschert haben. Ohne angestammte Eltern in der entsprechenden Kirche fühlten sich die aktuellen Kulte auch nicht verantwortlich.

Die Gruppe war mit reichlich legalen und illegalen (und einträglichen) Geschäften (Schmuggel, Söldnertum, Handel, Exploration ...) in der Gegend unterwegs und haben auch selbst NSC angeheuert.
In einem Lagerfeuergespräch hat ein NSC sein Leid geklagt und was mit seiner Familie würde, wenn er das hier nicht überleben sollte und da seine Untergebenen IHM gehören, hat der SC beschlossen Abhilfe zu schaffen.
Und auf der Suche nach einem entsprechenden Gebäudekomplex für mögliche Hinterbliebene hat der Assassine den Blick auch auf die Waisen gelenkt, (von denen er auch des öfteren schon welche als Helfer eingesetzt hat) und da ist beschlossen worden, das es auf die paar 1000  GM auch nicht ankommt und hat auch noch das Waisenhaus gebaut bzw. gekauft und renoviert.
Das gelegentliche Opfer, mehr aber noch die ansonsten selbst ausgebildeten und indoktrinierten Kinder waren da dann die "Dividende".



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Re: Schon mal eine Spielrunde mit bösen Charakteren geleitet?
« Antwort #68 am: 1.04.2026 | 14:56 »
Gute Assassinen ... ist übrigens auch so ein Thema ... puh  8]

Wollen wir das Fass aufmachen?  >;D
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Offline Maarzan

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Re: Schon mal eine Spielrunde mit bösen Charakteren geleitet?
« Antwort #69 am: 1.04.2026 | 15:00 »
Gute Assassinen ... ist übrigens auch so ein Thema ... puh  8]

Wollen wir das Fass aufmachen?  >;D

Wieso guter Assassin? Der hat halt wie wohl Tausende SC vor ihm auch, versucht sich für ein paar Kreuzer der Dienste von Leuten am Existenzminimum zu sichern. Und dann ist man als nunmehr demnächst nahezu Sesshafte in der Gegend auf die Idee gekommen: Dann können wir das auch kontrollierter und systematisch machen.
Daß die dafür von der Straße wegkamen, versorgt und geschult wurden war dann halt Teil des Investments.
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Offline Issi

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Re: Schon mal eine Spielrunde mit bösen Charakteren geleitet?
« Antwort #70 am: 1.04.2026 | 15:23 »
Gute Assassinen ... ist übrigens auch so ein Thema ... puh  8]

Wollen wir das Fass aufmachen?  >;D
Ich würde sagen, die sind bestenfalls grau.
(Wenn sie einen bestimmten Ehrenkodex haben.)
Der klassische „Mord auf Bestellung“ - mache alles (Auch Kinder/ Frauen/Unschuldige)solange die Bezahlung stimmt- Typ - natürlich nicht mehr.



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Re: Schon mal eine Spielrunde mit bösen Charakteren geleitet?
« Antwort #71 am: 1.04.2026 | 15:51 »
Gute Assassinen ... ist übrigens auch so ein Thema ... puh  8]

Wollen wir das Fass aufmachen?  >;D

Na ja, Typen wie James Bond (mit der ausdrücklichen "Lizenz zum Töten") & Co. zählen ja auch mit dazu und sind ihrerseits zumindest beim Publikum nicht gerade unbeliebt. ;) Ob unbedingt "gut", darüber kann man von Fall zu Fall sicher streiten, aber Vorbilder für Leute, die im Auftrag einer als hinreichend wichtig präsentierten Sache eben die Drecksarbeit machen -- und sei es nur, damit es niemand sonst tun muß -- und dadurch wieder zu einer Form von "Helden" werden, gibt's absolut.

Offline gunware

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Re: Schon mal eine Spielrunde mit bösen Charakteren geleitet?
« Antwort #72 am: 1.04.2026 | 16:42 »
Ich habe es oben angesprochen, es muss nichts mit morden, quälen oder sonst was sein.
Ein rechtschaffener Ermittler, der niemanden tötet, misshandelt oder sonstwie foltert. Der aber auch keine Empathie für die Opfer hat.
Er handelt nur nach dem Motto, "das Gesetz ist hart, aber es ist das Gesetz." Ehefrau vor gewalttätigem Mann geflüchtet, zurück bringen, Heirat ist wichtiger. Dieb, der für seine hungrigen Kinder Essen stiehlt, einbuchten bis er verrottet. Der Mann, der nicht standesgemäß den Baron angesprochen hat, Besitz beschlagnahmen und aus dem Dorf jagen.
Oder ist nur jemand böse, der nur auf den eigenen Vorteil denkt? Ich schätze nicht.
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Offline Maarzan

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Re: Schon mal eine Spielrunde mit bösen Charakteren geleitet?
« Antwort #73 am: 1.04.2026 | 16:45 »
Ich habe es oben angesprochen, es muss nichts mit morden, quälen oder sonst was sein.
Ein rechtschaffener Ermittler, der niemanden tötet, misshandelt oder sonstwie foltert. Der aber auch keine Empathie für die Opfer hat.
Er handelt nur nach dem Motto, "das Gesetz ist hart, aber es ist das Gesetz." Ehefrau vor gewalttätigem Mann geflüchtet, zurück bringen, Heirat ist wichtiger. Dieb, der für seine hungrigen Kinder Essen stiehlt, einbuchten bis er verrottet. Der Mann, der nicht standesgemäß den Baron angesprochen hat, Besitz beschlagnahmen und aus dem Dorf jagen.
Oder ist nur jemand böse, der nur auf den eigenen Vorteil denkt? Ich schätze nicht.

Da würde ich eher an rechtschaffend neutral denken.
Für Böse müßte mir dann doch noch was an Mitteln oder Zielen mieser sein als nur "Buchstaben des Gesetzes".
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Re: Schon mal eine Spielrunde mit bösen Charakteren geleitet?
« Antwort #74 am: 1.04.2026 | 18:26 »
Da würde ich eher an rechtschaffend neutral denken.
Für Böse müßte mir dann doch noch was an Mitteln oder Zielen mieser sein als nur "Buchstaben des Gesetzes".
Geht mir auch so

Zu Bond
Der Typ, der nur sagen muss: "Mein Name ist Bond, James Bond" - und schon lassen die Girls alle Hüllen fallen  ist ungefähr so vielschichtig wie John Wick, dem Horden von Freitod- Wählern gekonnt entgespringen, sobald er einen Raum betritt.
 ~;D

Bei solchen überzeichnten Figuren rührt das Ableben von NSC idR. nicht zu Tränen. (Soll es auch nicht). Sondern ist mMn. ein Form von PopArt Märchen.