Von allem, das man durch "KI" ersetzen wollte, hat Software-Entwicklung so ziemlich als einziges gut funktioniert. Ich entwickle seit 40 Jahren Software und glaube, dabei gar nicht mal so schlecht zu sein. Ich konnte in den letzten drei Jahren zusehen, wie das von "nettes Spielzug" zu "die KI ist so gut wie ich" wurde und ich befürchte, das sagenhafte Fable, falls wir's je in Europa zu sehen bekommen, übertrifft mich dann. Denn was ich mir über die Jahre an Erfahrung angeeignet habe, muss die KI nur einmal sehen, um ebenfalls in Repertoire aufzunehmen.
Wie das auf Anfänger wirken muss, kann ich mir nicht wirklich vorstellen, aber es könnte sein, dass uns der Nachwuchs ausgeht, weil niemand mehr jahrelang lernen will. Nach wie vor bin ich davon überzeugt, dass 10 Jahre braucht, um eine Meisterschaft zu erreichen. Mein Tipp an Anfänger wäre, das ganze auf die harte Weise zu lernen und darauf zu wetten, dass es bald kaum noch Leute gibt, die wissen, was die KI da eigentlich macht. Kann aber auch sein, dass wir vorher alles in die Scheiße reiten.
Denn unabhängig davon können wir zusehen, wie wir völlig unvorbereitet auf einmal in einer Welt leben, in der KI-System besser als jeder Experte dort schlummernde Fehler findet und es genug Leute gibt, die das zum eigenen Vorteil ausnutzen. Oder um dem Gegner im Kriegsfall komplett die Infrastruktur zu zerstören.
Das alles gehört aber dann eher in den Postapokalypse-Faden nebenan

Wie Programier-KIs beim Rollenspiel helfen können sehen wir ja gerade: Es dauert nur Minuten, für mittelkomplexe Rollenspiele Charakterverwaltungssoftware erstellen zu lassen – insbesondere, wenn einem das UI egal ist. Claude Design leistet aber auch hier erstaunliches, was zwar immer gleich aber zumindest gut aussieht. Und wenn man zumindest Grundkenntnisse in der Software-Entwicklung hat, kann die KI einem den Lernaufwand für eine bestimmte Plattform oder ein Rahmenwerk abnehmen.
Übersetzungen sind IMHO ein weiteres superspannendes Feature. ich sage schon eine ganze Zeit, dass ich eigentlich täglich erwarte, dass DriveThruRPG allen Leuten anbietet, die PDFs automatisch zu übersetzen… für mehr Reichweite. Wer will, kann's nutzen, wer nicht will, eben nicht. Oder ich kann mir privat die Spiele übersetzen lassen. Ist vielleicht nicht perfekt, aber immer noch besser als gar nicht lesen können. Englisch geht ja vielleicht noch. Aber ich kann weder spanisch noch französisch oder polnisch oder auch schwedisch, doch solche Systeme stünden mir zur Verfügung.
Ich habe vor einige Zeit mal ausprobiert, ein PDF Seite für Seite zu OCRen, dabei Informationen über die Schrift und die Textbox zu behalten, dann alles zu übersetzen und dann ein neues PDF zu erzeugen, indem man die Texte an dieser Stelle wieder einfügt. Übersetzen ist das kleinste Problem. Das PDF-Format ist leider denkbar ungeeignet für sowas, weil z.B. die Fonts automatisch ge-sub-setted sind, d.h. man muss die Originalschriften haben. Aber würde man an die Quellen herankommen, könnte man das übersetzen schon heute automatisieren. Größtes Hindernis ist IMHO der Unwille der Verlage da mitzumachen, etwa indem sie das verarbeiten ihrer PDFs gestatten.
Übrigens, ich finde die Screenshots von Raven Nash schick, vielleicht etwas zu braun für meinen Geschmack, stimmig.