Inspiriet durch laufende Diskussionen will ich gerne noch einen anderen bestimmten Aspekt ansprechen, aber die anderen Diskussionen nicht entführen.
Ich leihe mir Gorillas Zitat:
Natürlich kann auch in einer DnD Runde eine Spieler:in auf die Idee kommen, statt des direkten Angriffs z.B. eine Steinsäule auf den Ork fallen zu lassen, die in dem Raum steht.
Es gibt auch Systeme, in denen sowas eindeutig geregelt ist, es gibt Systeme, in denen das im Rahmen des Möglichen innerhalb der Erzählung passend ist und es gibt Systeme, die solche Aktion gar nicht auf dem Schirm haben und die SL muss improvisieren.
Da wir uns im Rollenspiel bewegen, ist der Versuch so einer Aktion grundsätzlich möglich. (Mindestens mir wäre jetzt kein System bekannt, in dem ich sowas nicht versuchen könnte.)
Ich nehme jetzt vier Beispiele, es gibt noch viel mehr, aber halt stellvertretend für die, die mir einfallen (ich denke, andere wären nur eine Abwandlung davon).
1. Regelfreie Erzählung. SP1: "Ich drücke mit aller Kraft und lass die Steinsäule auf den Kopf des Orks fallen!" SP2: "Coole Idee, die Säule wackelt und bevor sich der Ork in Sicherheit bringen kann, liegt er mit zerschmetterten Kopf auf dem Boden in einer immer größeren Blutlache."
2. PbtA. SP: Ich mache Hack&Slash Move. Ich drücke mit voller Kraft gegen die Steinsäule, damit sie umkippt und den Ork zermatscht! Hoffentlich bekommen die anderen Orks Angst." (Wurf: 9) SL: "Coole Idee, die Säule wackelt, die rauhe Fläche schrammt über deinen Arm und du spürst den Schmerz von aufgerissener Haut. Die Säule zerschmettert den Schädel des Orks und er fällt wie gefällt zum Boden. Die anderen Orks rücken zwar mehr zusammen, aber scheinen eher auf Rache aus zu sein als dass sie eingeschüchtert wären."
3. DrDII. SP: "In meiner Aktion versuche ich den Ork auszuschalten. Ich drücke mit voller Kraft gegen die Steinsäule, sie soll umfallen und den Ork unter sich begraben. Damit er uns nicht mehr gefährlich werden kann." SL: "Das ist eine anstrengende Aktion, 2 Punkte Körper." SP: "Klar, bezahle ich." SL: "Der Ork reagiert aus seiner Initiative, deshalb muss er nichts bezahlen. >Ich bin schneller und stärker, ich drücke dagegen und stürze die Säule auf den Gegner, um ihn unter der Säule zu begraben.<. Der Ork versucht dich auszuchalten." Vergleichender Wurf. Ork gewinnt. SP: "Ich bin von seiner Kraft überrascht, will aber nicht unter der Säule begraben werden. Die Säule erwischt mich zwar, verletzt schwer meinen Arm und nur mit Mühe bleibe ich stehen. Ich brauche noch 4 Punkte Körper, deshalb nehme ich jetzt die Narbe 2 (linker Arm angeschlagen), bin aber nicht liegend unter der Säule."
4. D&D5 SP: "Anstelle den Ork direkt anzugreifen, werfe ich die Steinsäule lieber um, sie wird ihn erwischen und unter sich begraben!" SL: "Die Säule ist zu schwer, du kannst maximal 480 lb schieben, du hättest 700 lb schieben müssen. Die Säule wackelt nicht mal."
Wir haben hier 4 Beispiele. Freie Erzählung, Genrespezifische Erzählung, taktische Erzählung, crunchiges System.
Worum es mir geht und weshalb ich die Beispiele gerade so gewählt habe. Je mehr Regel, desto schwieriger und mehr zum Scheitern verurteilt war die Aktion. Am einfachsten und quasi "am coolsten" war die reine Erzählung. Klar, es ist filmreif, so eine Säule auf einen Ork stürzen zu lassen. Und ja, grundsätzlich wäre es in diesen Beispielen möglich, dass die Säule auf den Ork stürzt.
Heißt es, dass die Regeln coole Aktionen behindern? Oder dass die Begeisterung über die coole Aktion trotz der Regel möglich sind?
Oder ist es ganz anders und die Coolness findet sich in den Regeln, weil man sie "hartwurstig beweisen" kann? Dass man sie sich "verdient" hat?
Oder (was meiner Meinung entspricht) kann man die Coolness in allen Systemen finden, nur je nach System an einer anderen Stelle? (und dann wäre das Beispiel deswegen nicht hilfreich.)
Anmerkung: falls ich ein Beispiel aus Unwissenheit nicht erwähnt habe, das sich nicht quasi mit den vier Beispielen vergleichen ließe, dann ruhig her damit, ich lerne gern dazu.
Was meint ihr dazu?