Es ist schon interessant, dass hier betont wird, man könne mit D&D ja auch nachforschen oder Diplomatie treiben. Stimmt wohl. Niemand hier hat angemerkt, man könne aus D&D ein Dating Sim machen. Oder Body Horror. Ich hätte auch nie D&D-Runden gesehen, wo das passiert. Bei gewissen anderen Spielen kommt das dagegen sehr natürlich vor.
Warum? - Jene Spiele laden dazu ein.
Das hat nicht unbedingt mit Mechanismen zu tun. Da spielen Hintergrundwelt, Core Story, Archetypen, Flavor-Texte, Bilder, Beispiele und Hinweise mit rein. Und D&D lädt eben dazu ein Leute zu spielen, die mit Schwert und Feuerball Drachen und Dämonen bekämpfen. Manchmal kann das Bekämpfen ein Austricksen sein, aber das ist es, was man da macht.
Natürlich gibt es auch Regel-Mechanismen, die da wirken oder eben nicht. D&D hat z.B. keine Regel, wie du feststellen kannst, ob dein Charakter gerade psychisch unausgeglichen ist. Also es gibt Furchteffekte als Spezialfähigkeit von Monstern. Aber ich kann nicht einfach von mir aus würfeln, ob mein Charakter jetzt die Buchsen voll hat. Ich könnte natürlich irgendwas würfeln und irgendwie interpretieren, aber das wäre soweit von der Idee des Spiels weg, dass mich wahrscheinlich alle doof angucken würden. Stichwort "Taschenlampenfallenlasser". Hearts of the Wulin hat das als Teil der Grundregeln. Neben ein Duell Kämpfen, Schläger Aufmischen und weiteren.
Es ist eben auch falsch zu sagen, dass man spezielle Kampfregeln mit Runden und Lebenspunkten bräuchte, nur weil gekämpft wird. Wir können das auch mit einem Wurf abhandeln. Oder frei von der Leber weg erzählen. Wenn wir uns entscheiden, ein solches Kampfsystem zu fahren, dann ist das eine bewusste Entscheidung. Dann wollen wir das so. Bzw. wir wollten ein Rollenspielprodukt, das das so anbietet.