Autor Thema: Regelperlen und anderer Unfug  (Gelesen 1397 mal)

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Offline Galatea

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Regelperlen und anderer Unfug
« am: 3.05.2026 | 00:59 »
Bei der "baut mir das furchtbarste Nahkampfsystem"-Diskussion hat sich schockierenderweise herausgestellt, dass es keinen allgemeinen Thread zu diesem Thema gibt, nur ein paar zu spezifischen Systemen (DSA, Warhammer) in den jeweiligen Subforen versteckt. Folglich eröffne ich diesen hiermit.

Dies hier soll ein Thread sein, in den alles rein kommt, was mit unsinnigen Regeln zu tun hat - Regelperlen, Regeln die in Kombinationen mit anderen Regeln zu völlig grotesken Ergebnissen führen, absurde Charakterbuilds, Monster mit völlig unpassenden Regeln, unsinnige Ausnahmeverkettungen, Regeln bei denen abstruse Neben-/Querwirkungen übersehen wurden, Regelmechanismen die Spieler/SL zur Verzweiflung treiben, Regelsysteme bei denen einfach "das Gesamtbild" unpassend ist (z.B. Lore impliziert halbwegs kompetente Charaktere, nach Regelsystem können die aber überhaupt nichts), etc.
Gerne auch aus älteren Editionen (D&D 3.x ist da ja sehr ergiebig, genauso wie alle DSA-Editionen), obskuren Indiesystemen oder Eigenbauten.
We should respect all forms of consciousness. The body is just a vessel, a mere hull.

Offline Galatea

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Re: Regelperlen und anderer Unfug
« Antwort #1 am: 3.05.2026 | 01:24 »
Einer meiner Favoriten was passieren kann, wenn man stumpf den Regeln folgt, ohne sich jemals zu fragen, ob die wirklich dafür gemacht wurden, das was man da darstellen möchte überhaupt akkurat abzubilden.

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Offline Feuersänger

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Re: Regelperlen und anderer Unfug
« Antwort #2 am: 3.05.2026 | 01:32 »
Also erstmal der berüchtigte DSA-Referenzthread:
https://www.tanelorn.net/index.php/topic,67701.0.html
Allein der Eingangsbeitrag ist schon ganz großes Kino.

--

Dann zum Thema D&D 3.5 -- ach herrje; da gibt es iirc über 900 identifizierte Regeldysfunktionen, aber eine der berühmtesten ist vermutlich das Drown Healing:
Da im Regelwerk steht, wenn man anfängt zu ertrinken werden die Trefferpunkte auf 0 gesetzt, kann man damit auch jemanden heilen der tief in den Negativen steckt und kurz vorm Abnippeln ist, einfach indem man den Kopf des Patienten in einen Eimer Wasser steckt.

--

@Galatea: ist das die Mongoose-Version von Starship Troopers? ^^
Der :T:-Sprachführer: Rollenspieler-Jargon

Zitat von: ErikErikson
Thor lootet nicht.

"I blame WotC for brainwashing us into thinking that +2 damage per attack is acceptable for a fighter, while wizards can get away with stopping time and gating in solars."

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Offline Galatea

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Re: Regelperlen und anderer Unfug
« Antwort #3 am: 3.05.2026 | 02:35 »
@Galatea: ist das die Mongoose-Version von Starship Troopers? ^^
Ja, und das ist nicht der einzige Schwachsinn den dieses Werk zu bieten hat.

Unsere SL hat die Funker-Klasse mal sehr passend umschrieben mit "Ich kann funken. Siehst du diese kleine Wolke da oben am Himmel? Wenn gaaanz viele davon da sind... dann kann ich immer noch funken! Und wenn es ein richtig schlimmes Gewitter gibt? Dann kann im immer noch funken!".

Der Knaller ist aber das 3rd Level Class Feat:
"Speak with Authority: There is a certain amount of command training that comes with being a squad’s comms technician. 
While they carry no official title, comms technicians are taught how to relay orders from distant commanders with authority and conviction.  At 3rd level, a comms technician gains the Command unique feature of a 1st level officer cadet but can only use it to convey orders from actual officers or when all other commanding officers are dead or incommunicado. In a pinch, Mobile Infantry troopers will accept the command of a comms technician, but only when things are really desperate."


Okay, also die ultimate Fähigkeit der Klasse ist das 1st Level Class Feat einer anderen Klasse (welches u.a. einem beliebigen Trooper erlaubt einen verpatzten WIL-Save zu wiederholen oder etwas mehr Schaden zu machen), das aber nach Regelwortlaut nur nutzbar ist, wenn alle Offiziere (auch der Sergeant des Squads, typischerweise ein SC) in Reichweite tot, bewusstlos oder unerreichbar sind.


Wir haben bei unserer Konvertierung die Klassenfeats komplett in den Müll geworfen und von vorne angefangen. Bei uns kann der extrem schnell Daten übermitteln (verschlüsselt natürlich), Artilleriefeuer, Luftangriffe und Orbitalschläge ordern/einweisen, sowie Drohnen und UAVs steuern (aktiv und passiv). Damit ist die Klasse tatsächlich mal nützlich.
« Letzte Änderung: 3.05.2026 | 02:51 von Galatea »
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Offline Runenstahl

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Re: Regelperlen und anderer Unfug
« Antwort #4 am: 3.05.2026 | 07:07 »
Eine Katze kann nach D&D 5.0 nicht im Dunkeln sehen und hat auch keine besonderen Regeln die ihr irgendwie helfen Stürze zu überstehen.
In der aktuellen 5.5 Variante wurde ihr zumindest erlaubt im Dunkeln sehen zu können...
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Offline Johann

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Re: Regelperlen und anderer Unfug
« Antwort #5 am: 3.05.2026 | 08:12 »
Also erstmal der berüchtigte DSA-Referenzthread:
https://www.tanelorn.net/index.php/topic,67701.0.html
Allein der Eingangsbeitrag ist schon ganz großes Kino.

 :fecht:      ::)
« Letzte Änderung: 3.05.2026 | 18:25 von Johann »
Im Reich der Nibelungen ist eine Spielwelt mit eigenwilligen magischen Gesetzen für Swords & Wizardry Continual Light. Mehr dazu bei Blogger und DriveThruRPG (dank Fans auch auf Französisch & Englisch).
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Offline Tudor the Traveller

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Re: Regelperlen und anderer Unfug
« Antwort #6 am: 3.05.2026 | 08:51 »
Einer meiner Favoriten was passieren kann, wenn man stumpf den Regeln folgt, ...

Ich sehe den Fehler nicht. Was ist das Problem?
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Offline flaschengeist

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Re: Regelperlen und anderer Unfug
« Antwort #7 am: 3.05.2026 | 08:52 »
Eine Katze kann nach D&D 5.0 nicht im Dunkeln sehen und hat auch keine besonderen Regeln die ihr irgendwie helfen Stürze zu überstehen.
In der aktuellen 5.5 Variante wurde ihr zumindest erlaubt im Dunkeln sehen zu können...

Wo wir schon bei D&D 5.5 sind: Der Zauber "Mass Suggestion" könnte auch "Mass Suicide" heißen: Er darf seinen Opfern keinen Schaden zufügen. Erschöpfung wiederum tötet ohne Schaden zuzufügen. Man kann den Zielen RAW etwa einfach befehlen, sich gegenseitig sanft (wir wollen ja keinen Schaden verursachen >;D) die Luft abzudrücken.

Der Änderung zur 5.0 Version war übrigens gut gemeint, weil deren wording stark zu Diskussionen einlud. Die neue Verison ließe sich denn auch leicht erratieren: [...] not involve anything that would obviously deal damage or exhaustion [...]


Für weitere "Perlen" zitiere ich mich mal selbst:

1. In diesem System aus 2017 gibt es Einhand- und Zweihandschwerter. Zweihandschwerter machen den dreifachen Schaden, hauen aber nicht seltener zu. Dafür gibt es eine spezielle Kampfoption für Kampf mit Zwei Waffen, die nur situativ nützlich ist und selbst dann i.d.R. schlechter ist, als den Gegner mit mehr Schaden einfach wegzuhauen.

2. In diesem System aus 2015 gibt es einen Charaktertyp, der kann sich Verbündetentiere holen und die verstärken. Außerdem ist er selbst ein fast so guter Kämpfer wie reine "Kämpfertypen". Mit seinen Verbündetentieren lässt er jeden Kämpfertyp im Kampf blass aussehen und kann außerdem noch gut den Bereich Erkundung abdecken.

3. In diesem System aus 2003 sind Charaktere jenseits der untersten Stufen umso mächtiger, je mehr "Vollzauberer" sie sind. Vollzauberer können jeden Bereich besser als alle anderen. Außerdem gibt es so viele Klassenoptionen, dass die resultierenden möglichen "builds" - wieder bei gleichen aufgewendeten Charakterressourcen - einen Niveau-Unterschied haben, der zwischen "Fußballmannschaft des Bundestags" und "Anwärterteams auf den Championsleague-Sieg" liegt. Ok, ich gebe zu, das werden fast alle Tanelornis erraten können ;). Dieses System erhält aber mildernde Umstände, weil es mehr als 20 Jahre alt ist.


Ich sehe den Fehler nicht. Was ist das Problem?

Ich vermutete, Galatea meint den hohen Grapplewert.
« Letzte Änderung: 3.05.2026 | 08:54 von flaschengeist »
Perfektion ist nicht dann erreicht, wenn es nichts mehr hinzuzufügen gibt, sondern dann, wenn man nichts mehr weglassen kann (frei nach Antoine de Saint-Exupéry). Ein Satz, der auch für Rollenspielentwickler hilfreich ist :).
Hier findet ihr mein mittel-crunchiges Rollenspiel-Baby, das nach dieser Philosophie entstanden ist, zum kostenfreien Download: https://duodecem.de/download

Offline Tudor the Traveller

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Re: Regelperlen und anderer Unfug
« Antwort #8 am: 3.05.2026 | 09:01 »
In D&D 4 sind viele Immunitäten gegen Conditions entfallen, iirc um die entsprechenden Attack Powers nicht zu entwerten. Das führt dazu, dass z.B. ein Ooze prone sein kann. Das finde ich tatsächlich unsinnig.

Ich vermutete, Galatea meint den hohen Grapplewert.

Da sehe ich jetzt kein Problem. Gigantischer Bug, der einen mit den Mandibeln packt, passt für mich.
« Letzte Änderung: 3.05.2026 | 09:04 von Tudor the Traveller »
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Offline Ainor

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Re: Regelperlen und anderer Unfug
« Antwort #9 am: 3.05.2026 | 09:18 »
Eine Katze kann nach D&D 5.0 nicht im Dunkeln sehen und hat auch keine besonderen Regeln die ihr irgendwie helfen Stürze zu überstehen.
In der aktuellen 5.5 Variante wurde ihr zumindest erlaubt im Dunkeln sehen zu können...

Naja, in 5E gibt es halt keine Low-light vision. Und ohne jedes Licht kann die Katze auch nicht sehen. Und ich glaube jede Kleinigkeit regeltechnisch zu erfassen war auch nie das Ziel. Aber der Katzenklassiker war ja früher dass die 3E Katze 3 Angriffe hatte und weil jeder Angriff mindestens einen Punkt Schaden macht sie für schwache Menschen echt gefährlich war.

Das war schon irgendwie dysfunktional weil die Regeln die ja kleine Tiere garnicht richtig darstellen können, aber der Monstereintrag strikt nach Schema aufgeschrieben wurde.

In 5E ist die Katze dann schwächer. Aber da gibt es immernoch viele sehr kleine Gegner die mit Geschicklichkeit Schaden machen und deshalb extrem Gefährlich sind z.B. Tiny animated Objects in 5.0.

In D&D 4 sind viele Immunitäten gegen Conditions entfallen, iirc um die entsprechenden Attack Powers nicht zu entwerten. Das führt dazu, dass z.B. ein Ooze prone sein kann. Das finde ich tatsächlich unsinnig.

Woher willst du wissen was passiert wenn ein Galertwürfel auf der falschen Seite landet?  ~;D

Da sehe ich jetzt kein Problem. Gigantischer Bug, der einen mit den Mandibeln packt, passt für mich.

Joa, vor allem weil der Grapple Wert auch die Schwierigkeit ist den zu packen.

Da fällt mir eine PF1 Dysfunktionalität ein. Combat Maneuver Bonus basiert auf Stärke. Combat Maneuver Defense aber auf Stärke und Dex. Das bedeutet dass sehr geschickte Kreaturen sich nie gegenseitig fangen können (ausser bei 20).

Dann zum Thema D&D 3.5 -- ach herrje; da gibt es iirc über 900 identifizierte Regeldysfunktionen, aber eine der berühmtesten ist vermutlich das Drown Healing:
Da im Regelwerk steht, wenn man anfängt zu ertrinken werden die Trefferpunkte auf 0 gesetzt, kann man damit auch jemanden heilen der tief in den Negativen steckt und kurz vorm Abnippeln ist, einfach indem man den Kopf des Patienten in einen Eimer Wasser steckt.

Also unsinnige Feats und Prestigeklassen gibt es vermutlich noch deutlich mehr. Aber was Drown Healing angeht: man muss sich schon anstrengen um das da raus zu lesen.
« Letzte Änderung: 3.05.2026 | 09:39 von Ainor »
Es wird zu viel darüber geredet wie gewürfelt werden soll, und zu wenig darüber wie oft.
Im Rollenspiel ist auch hinreichend fortschrittliche Technologie von Magie zu unterscheiden.
Meine 5E Birthright Kampagne: https://www.tanelorn.net/index.php/topic,122998.0.html

Online Maarzan

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Re: Regelperlen und anderer Unfug
« Antwort #10 am: 3.05.2026 | 10:00 »
Diverse Charaktererschaffunsgregeln, welche sich nicht entscheiden können, ob sie Sim oder Gam unterstützen wollen und daher "ausgewogene" Pakete ohne discount schnüren, welche dazu führen daß dadurch, daß Flufffertigkeiten und Sachen wie Ruf mit bezahlt werden müssen und diesem Ruf in der Praxis dann nicht gerecht getan werden kann, da dieses Paket dann effektiv schlechter ist als jemand, der als nominell "ungelernter" sich nur die Perlen rausgepickt hat.
Bsp. Mechwarrior Clancharakter: Wahrgeboren oder Freigeburt. Aber DSA kann das natürlich auch wieder.
Storytellertraumatisiert und auf der Suche nach einer kuscheligen Selbsthilferunde ...

Offline Kaskantor

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Re: Regelperlen und anderer Unfug
« Antwort #11 am: 3.05.2026 | 10:03 »
Ich weiß nimmer, ob es 3.5 oder PF1 war, aber da war der Fallschaden auf max. 20D6 begrenzt.

Ein Barbar in einer schon höheren Runde: „Warum soll ich diesen Berg wieder runterklettern? Ich lass mich einfach fallen…“
"Da muss man realistisch sein..."

Online Gunthar

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Re: Regelperlen und anderer Unfug
« Antwort #12 am: 3.05.2026 | 10:04 »
Midgard 5. Jeder Ordenskrieger stellte jeden Kämpfer komplett in den Schatten. Einmal Waffenwirbel und schon haute man doppelt so viel mal zu wie ein Krieger. Dazu kamen noch diverse weitere Buffzauber.

Und jetzt der Witz: in Midgard 4 war die Sache noch ziemlich ausgewogen gewesen, da der Ordenskrieger nur einen Buffzauber hatte.

Und dann noch DSA 5 mit seinen versteckten Skilltrees, wo man für eine bestimmte Sonderfertigkeit zuerst die Vorbedingungen zusammen suchen musste, weil sie die nicht hingeschrieben hatten.
Spieler in D&D 5e: "8 + viel, trifft das?"

Stoßseufzer angesichts der ersten Kampfszene, nachdem sich die Sitzung bislang ziemlich zäh hingezogen hat: "Es geschehen doch noch Leichen und Wunden!"

Offline Galatea

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Re: Regelperlen und anderer Unfug
« Antwort #13 am: 3.05.2026 | 10:56 »
Ich sehe den Fehler nicht. Was ist das Problem?
Dieser Käfer ist ein Artilleriegeschütz. Abgesehen davon, dass die Hitpoints und DR ziemlich absurd sind (das Vieh ist weitaus stabiler als ein Tanker Bug, die Sturmramme der Bugs - der Plasma hat mehr als doppelt soviele HP und zwar -1 Defense (d.h. minimal leichter zu treffen weil größer) dafür +2 Damage Reduction), ist es lächerlich, dass das Vieh jemals jemanden im Nahkampf angreift (v.a. mit diesen Werten).

Hier ist jemand stumpf dem Monsterbaukasten gefolgt und hat nie infrage gestellt, dass Regeln die einen ausgewachsenen Drachen darstellen können für ein behäbiges Artilleriegeschütz völlig fehl am Platz sind. Das ist ungefähr so, wie wenn man sagt, ein Muldenkipper-LKW ist stabiler und besser gepanzert ist als ein Kampfpanzer und hat bessere Chancen jemanden umzufahren, weil größer.
« Letzte Änderung: 3.05.2026 | 10:59 von Galatea »
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Online Quaint

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Re: Regelperlen und anderer Unfug
« Antwort #14 am: 3.05.2026 | 11:06 »
Gut fand ich z.B. bei Shadowrun 3 IIRC die Nahkampfregelung. Im Grunde ist das halt immer ne entgegengesetzte Probe, und wenn er schlecht ist oder schlecht würfelt kann auch der Angreifer auf die Nuss bekommen. Dadurch kriegt aber der Angegriffene de facto Handlungen dazu. Ohne Limit. Wenn du dich da hinstellst und 5 Leute greifen dich an, dann kannst du die alle verprügeln (wenn du gut genug bist, gibt schon Modifikatoren für Überzahl und so). Ist aber lange her, ich mag mich auch irren.
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Offline Holothuroid

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Re: Regelperlen und anderer Unfug
« Antwort #15 am: 3.05.2026 | 11:19 »
Mage: The Ascension. Die Charaktere sind entweder super mächtig oder können fast gar nichts. Und beides ist irgendwie von den Regeln gedeckt.

  • Es ist schwammig, wie viele Erfolge ein beliebiger Effekt braucht.
  • Es ist nicht klar, wie lange ein Zauberwurf dauert. Eine Kampfrunde? Aber wieso werden dann stundenlange Rituale beschrieben? Also klar, man kann theoretisch mehrfach würfeln, aber wenn ich für ein mehrstündiges Ritual in 6-Sekunden-Takten würfeln soll, dann ist das eine Menge Würfel.
  • Es ist absolut widersprüchlich, wann man mehr als eine Sphäre braucht. Laut Grundregelwerk nur an zwei Stellen, Schwerheilbarer Schaden und Dinge aus dem Nichts, und Dinge aus dem Nichts erschaffen ist höchstens eine Randerscheinung, zumeist hat man ja was. Dagegen kommen in allen Erweiterungsbüchern Beispielzauber vor, die regelmäßig zwei oder drei Sphären benutzen und man weiß nicht wofür.
  • Es ist interpretationsbedürftig, wann ein Effekt vulgär ist. Die Regel sagt, wenn ein Beobachter den Effekt für unnatürlich hält. Zu klären bleibt dann, was für einen Beobachter wir uns da vorstellen und die Community hat mit Auslegungen wie Hypotethical Average Perceiver und Hypothetical Omnicscient Perceiver argumentiert.
  • Praktisch niemand kennt die Regel, dass man einem Zauberwurf einen Skill Check vorwegschicken kann, um die Schwierigkeit zu senken.


Nehmen wir mal an, wir haben einen Magier mit den üblichen drei Arete-Würfeln. Die nötigen Sphären haben wir, weil sonst ginge das ja nicht. Eine Stunde Ritual und wir würfeln wirklich alle 6 Sekunden. Das sind 3600 Würfe zu 3W10.

Wir haben einen koinzidenten Zauber, weil mit unserer Argumentation der Effekt koinzident ist. Es ist der mächtigste Zauber, den ein Startcharakter machen kann, also drei Punkte in der Sphäre. Grundschwierigkeit 3 (koinzident) + 3 (Sphäre) = 6. Die drücken wir auf 3. Das ist das Minimum und gut zu machen. Wir haben natürlich eine passende Kombination aus Attribut+Fertigkeit hoch genug, um ein paar Erfolge zu würfeln (1:1 verechnet), im Zweifel schieben wir ein bisschen Quintessenz nach oder machen das Ritual an einem günstigen Ort.

Wir können jetzt nicht einfach alle Würfel auf einmal würfeln, denn wenn wir bei einem Wurf keine Erfolge erzielen, steigt die Schwierigkeit für folgende Würfelwürfe um 1. Wenn wir unterwegs patzen, also weniger als 0 Erfolge erzielen, geht die Sache schief.

Leider ist Anydice gerade offline. Die Errechnung der Wahrscheinlichkeiten ist daher den geneigten Lesys überlassen. Jedenfalls knackt sich damit leicht jede Beispielschwieirigkeit für irgendwas, die gehen bis 15. Wir können wohlgemerkt Willenskraft für Extra-Erfolge ausgeben und machen das mindestens die ersten drei Würfe.

Zur Einordnung. Das Spiel heißt Magus. Das eben vorgetragene ist quasi der Grundmechanismus des Spiels.
« Letzte Änderung: 3.05.2026 | 11:25 von 1of3 »
Let's Go To Magic School - Wenn man einen Zauberschulroman liest (und davon gibt's viele), lernt man mit den Charakteren über die Welt und die Magie. In diesem PbtA-Spiel, spielt ihr um herauszufinden, wie es mit Welt und Magie steht.

Offline Boba Fett

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Re: Regelperlen und anderer Unfug
« Antwort #16 am: 3.05.2026 | 11:20 »
Mir fällt Shadowrun 2 und 3 ein mit dem W6 Würfelpool, das auch Schwierigkeiten über 6 erlaubte.
Dafür explodierten dann die W6 und wurden aufaddiert.
Ein völlig bescheuertes System, bei dem die 6 und die 7 chancengleich waren, man sich aber, wenn man die Regeln kannte, dadurch immer noch mal einen Bonus erlabern konnte.
SL: "Würfel mal, Schwierigkeit 6" - Spieler: "Aha, und wenn ich mir schon mal das Ersatzmagazin greife, um gleich schneller nachladen zu können?" - SL: "Na dann +1" ...
Und Schwierigkeiten, die ein hochwürfeln erforderten, waren natürlich ungleich unwahrscheinlicher, weil man ja erst einmal eine 6 schaffen musste.
Und die Summe an "Rückstoß", "schlechte Sicht", "verletzt" und "noch irgendein beschissener Malus" summierten die Spielleiter natürlich zu völlig absurden Ergebnissen zusammen. Zum einen war das mehr Kopfrechnen-Olympiade als Rollenspiel und zum anderen nur frustrierend, weil die coolen Runner einfach nur abspackten.

Ironie dabei ist, dass die Ini dann wieder ganz anders funktionierte.

Ach ja, und Nahkampf ist dann vergleichend und der schlechtere wird getroffen und nimmt schaden.
Und Schaden in Shadowrun 2 ist so geregelt, dass man nicht von einem einzelnen Treffer sterben kann, auch wenn man von einer Schiff-Boden-Rakete am Kopf getroffen (oder vom Panzer überrollt) wird. Man würfelt einfach den Schadenscode aber mehr als T geht nicht und dann ist man schwer verwundet aber eben noch lebendig...
Die brauchten eine Optionsregel in einem Quellenbuch, um das zu fixen...

Auch völlig Bananistan waren die unendliche Menge an unterschiedlicher Munition - Panzerbrechend, Ex, ACPDA, Gel, Erbsen, ....
Über die Regeln in der Matrix möchte ich nichts schreiben, da krieg ich nur Nasenbluten.

Cyberpunk 2020 war aber auch so eine Stilblüte...
Okay, Du würfelst und triffst und dann lass uns mal rechnen, wie viel Kugeln treffen.
Du machst 4w6 Schaden. Okay, und dann ziehst Du die Panzerung ab, okay und dann deinen BTM, wo bei der den Schaden nicht auf 0 senken kann. Okay, und dann markierst du den Schaden auf deinem Bodymonitor, denn einfach Hitpoints wären zu einfach gewesen. Okay und jetzt würfelst Du einen KO-Check und ggf. einen Ex-Check (Rettungswürfe zur Bewustlosigkeit bzw. Sterben). Okay und jetzt würfeln wir noch mal das Körperteil aus, bei Kopftreffer verdoppeln sich die Schadenspunkte und bei allem ausser Rumpftreffer gilt, dass das Körperteil abgetrennt ist, wenn es mehr als 8 Schadenpunkte mit einem Treffer macht. So, okay - nächste Kugel.
« Letzte Änderung: 3.05.2026 | 12:38 von Boba Fett »
Kopfgeldjäger? Diesen Abschaum brauchen wir hier nicht!

Offline Ainor

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Re: Regelperlen und anderer Unfug
« Antwort #17 am: 3.05.2026 | 11:55 »
Dieser Käfer ist ein Artilleriegeschütz. Abgesehen davon, dass die Hitpoints und DR ziemlich absurd sind (das Vieh ist weitaus stabiler als ein Tanker Bug, die Sturmramme der Bugs - der Plasma hat mehr als doppelt soviele HP und zwar -1 Defense (d.h. minimal leichter zu treffen weil größer) dafür +2 Damage Reduction),

Naja, er ist halt deutlich grösser.

ist es lächerlich, dass das Vieh jemals jemanden im Nahkampf angreift (v.a. mit diesen Werten).

Das Problem zieht sich durch die gesamte 3E/d20. Klassischerweise aüssert es sich darin dass Riesen besonders gut Fliegen fangen können. Es gibt zwar die Grössenmodifikatoren die das verhindern sollen, aber die riesigen Stärkewerte (Trefferchance im Nahkampf) und Trefferwürfel (Base attack) sind viel grösser als die recht bescheidenen Grössenmodifikatoren und dadurch kommt es dazu dass sehr grosse Angreifer kleine Gegner fast nie verfehlen.
Es wird zu viel darüber geredet wie gewürfelt werden soll, und zu wenig darüber wie oft.
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Offline nobody@home

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Re: Regelperlen und anderer Unfug
« Antwort #18 am: 3.05.2026 | 12:43 »
Dieser Käfer ist ein Artilleriegeschütz. Abgesehen davon, dass die Hitpoints und DR ziemlich absurd sind (das Vieh ist weitaus stabiler als ein Tanker Bug, die Sturmramme der Bugs - der Plasma hat mehr als doppelt soviele HP und zwar -1 Defense (d.h. minimal leichter zu treffen weil größer) dafür +2 Damage Reduction), ist es lächerlich, dass das Vieh jemals jemanden im Nahkampf angreift (v.a. mit diesen Werten).

Hier ist jemand stumpf dem Monsterbaukasten gefolgt und hat nie infrage gestellt, dass Regeln die einen ausgewachsenen Drachen darstellen können für ein behäbiges Artilleriegeschütz völlig fehl am Platz sind. Das ist ungefähr so, wie wenn man sagt, ein Muldenkipper-LKW ist stabiler und besser gepanzert ist als ein Kampfpanzer und hat bessere Chancen jemanden umzufahren, weil größer.

Naja, Biologie und technisches Design sind nochmal zwei verschiedene Paar Stiefel. Ich bin gar nicht tief genug in Starship Troopers drin, um da die Kanongerechtigkeit der Werte zu beurteilen, aber daß eine Kreatur, die als lebende Artillerie meiner dunklen Erinnerung nach bis zumindest in den niedrigeren Orbit feuern kann (wenn das diese sind und nicht gleich wieder ein anderer Typ), zufällig auch noch im Nahkampf nicht ganz ohne sein mag, wenn man an sie überhaupt erst mal so weit herankommt...sicher, warum nicht. Irgendwo muß die ja auch ihre Energie hernehmen, was seinerseits eine gewisse Größe und den nötigen Körperbau dafür voraussetzen dürfte.

Offline Feuersänger

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Re: Regelperlen und anderer Unfug
« Antwort #19 am: 3.05.2026 | 12:55 »
Die Größenmodifikatoren in D&D 3E sind mir eh ein Dorn im Auge.
Dass ein kleineres Ziel etwas schwerer zu treffen ist - klingt plausibel, aber m.E. nur für Fernkampf und auf größere Distanzen.
Vergleiche: einen Tennisball mit dem Schläger erwischen vs einen Tennisball am anderen Ende des Courts mit einem Pfeil abschießen.
Es müsste ja extrem schwer sein, auf einen Käfer (4 Größenkategorien kleiner!) zu treten.

Ich habe mich ja schon ein oder zweimal über den Schwachsinn ausgelassen, wie in der 3E Kleine Rassen bevorzugt werden. Zur Erinnerung haben Gnome und Halblinge dort die Statur eines 2-3jährigen Kleinkindes. Quasi alle Vorteile die man "kleinen Zielen" so andichtet, ohne jeglichen Nachteil außer maximal langsamere Bewegung, und selbst das wird dann noch bei einigen Powercreep-Rassen negiert. Vor allem aber keinerlei Nachteil im Nahkampf durch geringere Reichweite, im Gegenteil noch ein Angriffsbonus weil "sie ja ein größeres Ziel haben".
 :gaga:

---

Um aber nicht nur über D&D zu lästern: ich erinnere mich aus Shadowrun 3 Zeiten noch vage an leidlich groteske Rigger-Regeln, insbesondere etwas namens MIJI. Das stand für 4 Eigenschaften oder Aktivitäten im Umgang mit Drohnen, ich glaube das "J" steht für "Jamming". Das Problem dabei war nun, dass keine zwei dieser Aktivitäten nach dem gleichen Muster funktionierten. Mal muss man mit seiner Drohnenfertigkeit gegen einen Mindestwurf würfeln, mal ist eine vergleichende Probe abzulegen, mal Fahrzeugpool, mal diesdas, es war ein Graus.
Für Details müsste ich aber halt das Buch ausbuddeln, das mach ich frühestens wenn das Wetter wieder schlechter ist. ^^
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Offline Eismann

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Re: Regelperlen und anderer Unfug
« Antwort #20 am: 3.05.2026 | 13:27 »
Nuja, Regelfails bei Shadowrun suchen ist wie Sand am Strand.
Mit Sprengschnur konnte man auch Atombomben bauen und mit bloßen Händen Felsen zerkleinern. Und in Minidrohnen waren Gastanks, die ein paar tausend Bar Druck ausgehalten haben. Weil Bar natürlich eine sinnvolle Volumeneinheit für Gas ist.

Wenn ich mich recht entsinne, addierte sich bei Sprengschnur nämlich das Powerniveau nach Meter auf. 100 Meter Sprengschnur auf eine Trommel gewickelt, hatte also 100 Powerniveau. Das Gegenstück dazu wären 830kg C12.
Und nach Rigger3 konnten die Standard-Polizeihubschrauber nur maximal 50km weit fliegen, dann mussten sie wieder tanken.
« Letzte Änderung: 3.05.2026 | 13:33 von Eismann »

Offline Feuersänger

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Re: Regelperlen und anderer Unfug
« Antwort #21 am: 3.05.2026 | 14:04 »
Dafür kosten diese Polizeihubschrauber ja auch nur 1-200.000NY. Da kann man schon mal ein bisschen Abstriche machen.
Der :T:-Sprachführer: Rollenspieler-Jargon

Zitat von: ErikErikson
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Online Maarzan

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Re: Regelperlen und anderer Unfug
« Antwort #22 am: 3.05.2026 | 14:37 »
Dafür kosten diese Polizeihubschrauber ja auch nur 1-200.000NY. Da kann man schon mal ein bisschen Abstriche machen.

Hat der Neffe des Beschaffungsbeamten in der Scheune zusammengeschweißt ...
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Offline Galatea

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Re: Regelperlen und anderer Unfug
« Antwort #23 am: 3.05.2026 | 14:45 »
Einige meiner Lieblingskalauer/-oversights aus dem Opus anima Grundregelwerk...

Das System hat einige Mechanikteile, die "interessant" werden, wenn Fahrzeuge mit hohen Geschwindigkeiten involviert sind.
Ich geb dem Regelwerk hier aber ein wenig Slack-  zum einen weil es ein halbes Wunder ist, dass es die Fahrzeugregeln überhaupt ins GRW geschafft haben (aus allem was da im Endspurt besonders an Lore rausgekürzt wurde hätte man ein zweites Buch machen können), zum anderen weil ich noch kein OA-Abenteuer erlebt habe, in dem die Regeln für Rammschaden tatsächlich eingesetzt wurden und zuletzt, weil die meisten Systeme nicht mal versuchen, sowas überhaupt darzustellen. Lustig ist es dennoch.

Die Auswirkungen sind in kursiv, dann kann man die Rechnerei überspringen, wenn einen die nicht interessiert.


Zuerst mal ein paar Begrifflichkeiten:
Stabilität (Stb): Panzerung, die Schaden um ihren Wert senkt
Funktionsgrenze (FG): Lebenspunkte von Fahrzeugen und Gegenständen
LP: Lebenspunkte von Kreaturen, rangieren typischerweise so zwischen 10 und 14 (maximale realistische Spanne 8-18).
-> Brunad (eine der Spezies) haben eine natürliche Stb von 2 (Hornplatten), die sich mit getragener Panzerung addiert.
-> SST/OAL sind weiterentwickelte Versionen des Regelsystems


Rammschaden nach OA-Grundregelwerk

Schaden, jeweils an Fahrzeug 1 und Fahrzeug 2:
(Geschwindigkeit [Fahrzeug1] in Metern pro Runde) +/- (Geschwindigkeit [Fahrzeug2] in Metern pro Runde) /10


Rammschaden nach SST/OAL

Schaden an Fahrzeug 1:
[(Geschwindigkeit [Fahrzeug1] in Metern pro Runde) +/- (Geschwindigkeit [Fahrzeug2] in Metern pro Runde) /20]
* [FG von Fahrzeug2 /10]

Schaden an Fahrzeug 2:
[(Geschwindigkeit [Fahrzeug1] in Metern pro Runde) +/- (Geschwindigkeit [Fahrzeug2] in Metern pro Runde) /20]
* [FG von Fahrzeug2 /10]



Frontalaufprall Fraché 600S Dampfkraftsportwagen mit maximaler Geschwindigkeit gegen stationären Brunad in Plattenrüstung

Fraché 600S, Stb 4 FG 15, 120m/R (86km/h)
Brunad, Stb 6 (2+4 von Plattenrüstung) LP 12, 0m/R (stationär)

6 Schaden am Brunad (12- Stb6) => Brunad erleidet 3 Wunden (und verliert etwa die Hälfte seiner LP)
8 Schaden am Fraché 600S => Fraché 600S erleidet +5 auf alle Manöverproben (5 Beschädigungsabschnitte), ist damit nahezu fahruntüchtig

Da es keine Regeln für das Verschieben von Gegenständen oder Personen im Falle eines Aufpralls gibt ist fraglich, was des weiteren mit dem Brunad und dem Fraché passiert (kann man im Zweifelsfall handwedeln).

Nach SST/OAL (Grundbuch-Fraché mit FG 15): 3 (9-6) Schaden für den Brunad, 2 (6-2) für den Fraché => Werteverfälschung, da FG des Fraché viel zu niedrig für das Stb/FG-System.
Nach SST/OAL (Errata-Fraché mit FG 30):  12 (18-6) Schaden am Brunad. Das ist zu überleben, tut aber richtig weh.

Der Brunad in Plattenrüstung kann von den 10 im Grundbuch angegebenen Fahrzeugen im Falle eines Aufpralls mit Höchstgeschwindigkeit nach OAGRW nur von drei Fahrzeugen überhaupt verwundet werden (daran ändert auch das Errata nichts, da es die FG beim Aufprall weiterhin nicht berücksichtigt). Selbst das schnellste Fahrzeug (das immerhin 86km/h erreicht) kostet ihn im Schnitt gerade mal die Hälfte seiner LP.
Mit Plattenrüstung wird jeder Brunad zu Super-Brunad.




Jetzt wirds richtig absurd...

Bremsweg und Aufprallschaden einer Ätherbarke

5-Mann-Ätherbarke, Maximalgeschwindigkeit 160m/R (150km/h), Bremsweg 560m (was in diesem Fall durchaus in Ordnung ist, es handelt sich ja quasi um ein “Wolkenschiff”, das bremst sich in etwa so gut wie ein Öltanker)

Schaden (bei 150km/h) gegen stehendes Ziel nach OAGRW: 16 (okay...)
Schaden (bei 150 km/h) nach SST/OAL, also unter Berücksichtigung der FG: 40 (fangt schonmal an die Einzelteile zu suchen)

Nach dem OA-Grundregelwerk hat ein taffer Abara, der frontal von einem 150 km/h (!) schnellen 5-Mann-Ruderboot getroffen wird, Chancen zu überleben! NACKT! Ohne Airbags oder Knautschzone!
Mit Plattenrüstung stecken ein Abara oder ein Brunad das weg ohne bewusstlos zu werden, selbst ein zäher Mensch hat gute Chance nach dem Aufprall wenigstens noch am Leben zu sein.
Gut, keiner von denen wird sich danach toll fühlen, aber das ist ein Impakt, der sie eigentlich über die nächsten 50 Meter verteilen sollte.

« Letzte Änderung: 3.05.2026 | 14:47 von Galatea »
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Offline Galatea

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Re: Regelperlen und anderer Unfug
« Antwort #24 am: 3.05.2026 | 15:02 »
Und nach Rigger3 konnten die Standard-Polizeihubschrauber nur maximal 50km weit fliegen, dann mussten sie wieder tanken.
Nach dem Mongoose Starship Troopers Regelwerk haben Marauder MechSuits eine Laufzeit von 8 Stunden, bevor ihre Batterien ersetzt werden müssen.
Und das, nachdem sie, wenn sie aus der Lagerung kommen, 26 - SECHSUNDZWANZIG! - Stunden warmlaufen müssen.

Was müssen die bitte warmlaufen lassen? Einen Reaktor wohl kaum, wenn die mit Batterien laufen.
Auch können sie sich (und das ist explizit so in den Regeln vermerkt!) nicht von selbst aufrichten, sollten sie auf den Rücken fallen.

Das ist so ziemlich das dümmste Militärfahrzeug, das die Menschheit je konstruiert hat. Kein Wunder, dass die Käfer den Krieg gewinnen.
« Letzte Änderung: 3.05.2026 | 19:18 von Galatea »
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Offline Eismann

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Re: Regelperlen und anderer Unfug
« Antwort #25 am: 3.05.2026 | 18:35 »
Fahrzeugregeln bei SR waren (neben Matrix) eigentlich immer ziemlich disfunktional. Da konnte man mit Fahrrädern auch Panzer zerrammen. Aber gute Fahrzeugregeln sind auch nicht ganz einfach.

Offline Ainor

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Re: Regelperlen und anderer Unfug
« Antwort #26 am: 7.05.2026 | 09:33 »
Mir fällt Shadowrun 2 und 3 ein mit dem W6 Würfelpool, das auch Schwierigkeiten über 6 erlaubte.
Dafür explodierten dann die W6 und wurden aufaddiert.
Ein völlig bescheuertes System, bei dem die 6 und die 7 chancengleich waren, man sich aber, wenn man die Regeln kannte, dadurch immer noch mal einen Bonus erlabern konnte.

Komisch war vor allem dass von 5 auf 6 die Erfolge halbierte, während 6 auf 8 kaum einen Unterschied machte.

SL: "Würfel mal, Schwierigkeit 6" - Spieler: "Aha, und wenn ich mir schon mal das Ersatzmagazin greife, um gleich schneller nachladen zu können?" - SL: "Na dann +1" ...
Und Schwierigkeiten, die ein hochwürfeln erforderten, waren natürlich ungleich unwahrscheinlicher, weil man ja erst einmal eine 6 schaffen musste.
Und die Summe an "Rückstoß", "schlechte Sicht", "verletzt" und "noch irgendein beschissener Malus" summierten die Spielleiter natürlich zu völlig absurden Ergebnissen zusammen. Zum einen war das mehr Kopfrechnen-Olympiade als Rollenspiel und zum anderen nur frustrierend, weil die coolen Runner einfach nur abspackten.

Naja, Listen von Situationsmodifikatoren waren ja damals recht populär. Und das Problem hate man ja bei D&D auch: 200 Meter entfernt? Dann ist es auch egal dass er schwere Rüstung anhat. Allerdings waren die Zahlen in SR recht ähnlich, aber auf einem w6 statt w20. Ich habe das damals allerdings eher umgekehrt erlebt: Bewegliches Ziel auf 400 Metern? mit Smartgun & Zieloptik kein Unterschied.

Aber gut, bei SR sind eigentlich nicht die Regeln dysfunktional sondern das System. Insofern ist auf einzelnen Regeln rumhacken unsportlich.
Es wird zu viel darüber geredet wie gewürfelt werden soll, und zu wenig darüber wie oft.
Im Rollenspiel ist auch hinreichend fortschrittliche Technologie von Magie zu unterscheiden.
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