Ein stark ausgewogenes Balancing ist bei einem RPG für mich nicht die Grundvoraussetzung, um zu bewerten, ob ein RPG gut gelungen ist oder doch zu viele Schwachpunkte aufweist.
Klar ist - ein Krieger mit viel Lebenspunkten und guten Angriffswerten ist relativ einfach zu spielen und wird sich wenigstens gegen die Standardgegner in den allermeisten Fällen wohl durchsetzen können.
Ein Charakter, der weniger fürs Kämpfen ausgebildet ist, dafür aber in gesellschaftlichen Disziplinen brilliert, ist nur so lange einfach zu spielen, so lange er nicht in einen schwierigen Kampf gerät.
Ein fragiler Zauberer, der stets auf den Schutz der Vorderleute angewiesen ist, ist fast am schwierigsten zu spielen.
Auch wenn RPG nicht nur aus Kämpfen bestehen sollte, so zeigt sich das Balancing in Kämpfen halt am deutlichsten.
Sinn und Zweck ist ja nicht unbedingt, ein Balancing zu schaffen, in denen alle Charaktere / alle Klassen in etwa gleich gut sind. Oft liegt ja auch darin eine Herausforderung, eine schwierigere Klasse zu spielen und dennoch mit dieser Figur gekonnt zu agieren.
Ein gutes RPG hängt auch davon ab, Probleme durch geschicktes Taktieren lösen zu können bzw. zu dürfen, ohne ausschließlich vom Würfelglück abhängig zu sein.
@Jule Adersin
Die schlechte Eigenschaften bei DSA hatten in der Tat etwas Innovatives, denn es war eine ziemlich neue Facette eines Rollenspiels. Weniger gelungen fand ich, dass ein Charakter in allen schlechten Eigenschaften immer mindestens einen Wert von 2 behalten muss, obwohl ein Totalskeptiker gerne auch einen Aberglauben-Wert von 0 haben könnte.
Gerade in der Nordlandtrilogie war die Charaktererschaffung sehr oft frustrierend, da eben ZU sehr von den schlechten Eigenschaften auch abhing, welchen Typus man spielen durfte.