Kein Spielsystem wird jemals jeden Rollenspieler befriedigen, dazu sind die Präferenzen einfach zu unterschiedlich. Ich mag modulare Systeme mittlerer Komplexität, die eine Vielzahl von Szenarien plausibel darstellen können (ich sage bewusst, plausibel darstellen, nicht realistisch simulieren - es soll ja immer noch ein Spiel sein und keine Wissenschaft), und genau das bietet mir GURPS. Und ich habe nie verstanden, wieso man für verschiedene Genres oder Welten jeweils ein eigenes System benötigt, statt ein System zu haben, das man an verschiedene Welten und Genres anpassen kann. Es will mir beispielsweise nicht in den Kopf, wieso FASA für Shadowrun und Earthdawn zwei völlig verschiedene Systeme auf den Markt brachte, wo die beiden Welten doch verschiedene Zeitalter in demselben Kosmos waren (mittlerweile sind sie es zumindest offiziell nicht mehr, weil die Rechte daran bei verschiedenen Firmen liegen).
Natürlich weist jedes Genre und jede Welt Besonderheiten auf, die im Spielsystem abgebildet werden wollen - in der Fantasy gibt es Magie (die wiederum in jeder Welt anders funktioniert), in der Space Opera Raumschiffe (dito), im Cyberpunk Computernetze und virtuelle Realitäten (ebenfalls von Welt zu Welt verschieden) usw. Daher braucht man, wenn man das alles mit einem System bespielen möchte, eben ein modulares statt eines monolithischen Systems - wie eben GURPS.
Wie gesagt, der Hauptgrund für mich, an einem eigenen System zu basteln, liegt nicht in der Architektur von GURPS, sondern in der restriktiven Lizenzpolitik von SJG (für die ich schon ein gewisses Verständnis habe, GURPS ist ein gutes Produkt und ich gönne Steve Jackson die Tantiemen, aber sie durchkreuzt eben die architektonische Offenheit des Systems).