Autor Thema: Wie steht ihr zu RPGs die auf Vorlagen basieren (Buch/Film/Serie, etc.)?  (Gelesen 2191 mal)

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Offline Ainor

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Warum genau sich TSR nun entschieden hat, diese Welt neben dem eigentlich schon etablierten Greyhawk auch noch aufzulegen...da fehlt mir das Insiderwissen.

Das lag meines Wissens daran dass sie was brauchten an dem Gygax keine Rechte hatte nachdem er nicht mehr bei TSR war.

Gut, die selbe Frage lässt sich für Greyhawk stellen. Oder Lorakis oder dutzende Andere.

Naja, Greyhawk ergab sich ja aus den frühen Spielrunden und Modulen von Gygax & co. Das existiert einfach weil D&D erfunden wurde. Für andere Systeme ist es wie FR: der Verlag braucht eine Welt an der er selbst die Rechte hält.

Warum etwas neu machen, was es schon gibt?
Ich muss ja auch feststellen, dass die FR unter den fertigen Settings für mich ganz oben stehen.

Genau. Es ist immernoch recht hilfreich wenn Orte, Personen etc. den Spielern bereits bekannt sind und wenn man Karten und sonstiges Material wiederverwenden kann. Was bringt es eine neue, ebenso generische Welt anzufangen und das Rad wieder neu erfinden?
Es wird zu viel darüber geredet wie gewürfelt werden soll, und zu wenig darüber wie oft.
Im Rollenspiel ist auch hinreichend fortschrittliche Technologie von Magie zu unterscheiden.
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Online nobody@home

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Gut, die selbe Frage lässt sich für Greyhawk stellen. Oder Lorakis oder dutzende Andere.Das sind ja auch Vorlagen für das Spiel, genauso wie es ein Roman oder Film sein kann. Aber wenn sie mich nicht anleiten, etwas anders zu machen, warum sollte ich mich auf sie beziehen? Wenn sich das Spiel nicht merklich unterscheidet, ob man nun auf Greyhawk oder in den Realms oder sonst wo ist, was hat man dann eigentlich?

In diesem speziellen Genrefall halt eine Auswahl an Vorlagen für das "08/15-Fäntelalter", das es -- ohne weitere Bewertung der Tatsache, daß diese Nische nach einem halben Jahrhundert und vielen Leuten, die sich genau auf sie eingeschossen haben, halt mittlerweise überquillt -- ohne sie ja so auch gar nicht gäbe. ;) Wie sich Fantasy allgemein und Fantasyrollenspiel im Besonderen seit den 1970ern ohne D&D und alle seine fleißigen Nachahmer entwickelt hätte, läßt sich natürlich ohne konkreten Zugriff auf alternative Zeitstränge nur spekulieren, aber ich denke schon, daß wir statt dessen jetzt eben einfach über andere Klischees stöhnen würden.

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du verwechselst "in der Welt von X" spielen mit "die Story von Buch Y nachspielen".

in der WELT von Dragonlance spielen -> könnte schon geil sein, den Roman nach spielen nicht.

in der WELT von The Witcher zu spielen? Schon krass... als Witcher Truppe Monster killen usw.... Die Romane spielen: nö

in der WELT von Fallout spielen? 50er Jahre "Sci-Fi" mit "die Kommunisten sind die bösen" und seltsamen Robos? Genial...

Dazu muss halt die Welt einigermaßen gut beschrieben sein und auch außerhalb der Romane funktionieren. Weswegen z.b. Harry Potter als Rollenspiel sich basically nur um die Schule drehen kann da alles darüber hinaus kaum bekannt ist.

Wobei sich mir ggf. zusätzlich die Frage stellt, wie interessant eine gegebene Welt eigentlich noch ist, wenn man ihren Kanonfiguren und -geschichten bewußt weiträumig aus dem Weg geht. Da gibt's zumindest subjektiv durchaus Settings, die auch abseits der "offiziellen" Pfade leicht noch Stoff für Jahre liefern können...und am anderen Ende der Skala dann Kandidaten der Art "Warum spielen wir da überhaupt, wenn wir mit der Kanongeschichte nicht wenigstens am Rande was zu tun haben wollen?".

Harry Dresden ist da für mich persönlich ein gutes Beispiel für eine Welt, die sich mit zunehmender Romananzahl sichtbar aus der ersteren Ecke heraus auf die letztere zumindest stark zu bewegt hat. War Harry am Anfang "einfach nur" ein oft abgebrannter Privatdetektiv und nebenbei Magier, auf den seine Kollegen nicht gut zu sprechen waren und neben dem sich leicht auch Abenteuer einer SC-Gruppe in dieselbe Welt hätten einbauen lassen, so hat er sich doch (ohne Spoiler) zunehmend zu einer der prominenteren Hauptpersonen des Settings selbst entwickelt, was es inzwischen deutlich schwieriger macht, von ihm und seinem expandierenden Dunstkreis noch Abstand zu halten, ohne daß es früher oder später schon regelrecht gezwungen wirkt. Selbst, wenn man persönlich gar nicht nach Chicago kommt.

Offline Raven Nash

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Was bringt es eine neue, ebenso generische Welt anzufangen und das Rad wieder neu erfinden?
Na ja, man könnte ja auch mal eine nicht generische Welt bauen. So zur Abwechslung.  ~;D
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Offline Ainor

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Na ja, man könnte ja auch mal eine nicht generische Welt bauen. So zur Abwechslung.  ~;D

Na dann würde man ja nicht das Rad neu erfinden, sondern etwas anderes.

Die Aussage gilt unter der Annahme dass man auf einer generischen Fantasywelt spielen will.
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Offline Ludovico

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Was ist denn eine nichtgenerische Welt?

Offline Raven Nash

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Keine Elfen, Zwerge, Halblinge und anderes zum Erbrechen wiederverwendetes Speziesgedöhns z.B. Keine Mittelalterfest-Renaissance als Tech-Level.
Also alles, was die FR, Aventurien und Greyhawk nicht sind.

Lustigerweise ist Mittelerde mittlerweile nicht mehr generisch, obwohl es der Urvater ist.
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Offline Fonzman

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Ich weiß nicht ob das hier in den Thread passt.

Aber mich stört mittlerweile jede Fantasywelt die unmengen an Sourcebooks und Hintergrund mitliefert. Forgotten Realms ist so zugemüllt mit wichtigen Hintergrundinfos, dass man sich als Spieler/SL - wenn man sich denn mit dem ganzen Material befasst - fast erstickt fühlt.

Ich hab mich kürzlich mit den alten Mentzer D&D-Boxen beschäftigt, und da war nur sehr wenig Worldbuilding und Hintergrund enthalten. Es gab - bis zu den Gazetteers - auch kaum Hintergrundmaterial. Das Worldbuilding wurde tatsächlich eher auf Ebene der Module gemacht. Und das find ich dann wieder sehr interessant! Die Charaktere hatten so den Eindruck direkt Einfluß auf die Weltentwicklung nehmen zu können, in großen wie in kleinen Dingen. Und auch der SL musste sein Gehirn nicht mit Lore vollstopfen, die er quasi "erfüllen" musste.

Dabei ist mir egal, dass D&Ds Mystara quasi die Blaupause von EDO Fantasy ist. Wenn die Welt sich sowohl für SL als auch für Spieler durch das Spiel öffnet und entwickelt, haben alle mehr davon, als in eine vorgefertigte Welt mit 1000 "wichtigen" NSCs und einer 20.000jährigen Historie gesteckt zu werden.

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Keine Elfen, Zwerge, Halblinge und anderes zum Erbrechen wiederverwendetes Speziesgedöhns z.B. Keine Mittelalterfest-Renaissance als Tech-Level.
Also alles, was die FR, Aventurien und Greyhawk nicht sind.

Lustigerweise ist Mittelerde mittlerweile nicht mehr generisch, obwohl es der Urvater ist.

Mittelerde ist halt technologisch und auch sonst vom allgemeinen Gefühl her "früher" angesiedelt als das typische Fäntelaltersetting. Es gibt noch viel an Wildnis oder zumindest nicht großartig erschlossener Landschaft, die plotwichtigen Orte wirken gerne mal ein wenig isoliert voneinander, statt durch geschäftige Handelsrouten verbunden zu sein, die Bevölkerungszahlen scheinen nicht besonders hoch, und natürlich scheppert auch niemand in Renaissancevolldose durch die Gegend, sondern das Kettenhemd scheint der Rüstung letzter Schluß zu sein. :)

Ich weiß ehrlich nicht, ob ich diese Welt auf unserem Zeitstrahl (was ohnehin nicht recht paßt, da sie ja nominell in mythischer Vorzeit existiert haben soll) überhaupt schon als "mittelalterlich" einsortieren würde. Vielleicht das absolute Frühmittelalter, aber ich könnte sie mir auch vorher schon gut vorstellen -- und das paßt dann wiederum sofort!

Offline Blizzard

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Ich kann schon nachvollziehen, was RPG Spieler an einem Vorlagen RPG reizt. Aber etwas Eigenes zu machen ist doch so viel geiler. Oder nicht?

Ich spiele generell keine RPGs nach irgendwelchen Vorlagen. Weder Herr der Ringe, noch „The Witcher“, noch „Game of Thrones“ oder anderes. Finde ich grauenvoll.
Ich persönlich bin kein Fan von RPG-Systemen, die auf irgendwelchen (weltweit) bekannten offiziellen Buch-oder Filmvorlagen basieren. Ganz egal, ob nun Herr der Ringe, The Witcher, Game of Thrones, Blade Runner, etc.
Dass diese jeweiligen Spielwelten so bekannt sind, macht es für die Spieler natürlich einfacher, sich in die Welt und in den Charakter hinein zu versetzen. Andererseits ist es genau das aber auch mein Problem als SL damit: Diese Spielwelten sind zu bekannt.
Als SL habe ich da Schwierigkeiten, den Spielern noch wirklich neue Sachen/Dinge/Abenteuer zu präsentieren, und auch ich selbst (emp)finde das (als) eher langweilig, wenn ich 80% der Welt und ihrer Charaktere bereits aus irgendwelchen Büchern und oder Filmen (bereits zur Genüge kenne). Deswegen reizen mich die meisten Systeme, die auf einer solchen Vorlage basieren, kaum bis gar nicht. Und das Genre spielt dabei auch keine Rolle, ganz egal ob Fantasy à la Herr der Ringe oder Cyberpunk à la Blade Runner.
Allerdings: Auch wenn es mich persönlich wenig reizt, mit/in solchen Systemen zu spielen, bin ich dann doch noch ein gutes Stück davon entfernt, sie grauenvoll zu finden.
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Offline Haukrinn

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Für mich ist eigentlich die entscheidende Frage, wie stark das Setting an der Erzählung der Vorlage hängt und ob daneben andere Geschichten noch Platz haben oder nicht. Der Clou vieler Settings ist mit den Geschichten, die darin erzählt werden, eigentlich schon ausgelutscht. Was soll ich da, wenn ich automatisch nur Nebenfigur bin? Das ist für mich so der Grund, weshalb ich die großen Fantasy-Epen als Spielgrundlage meide wie die Pest, inkl. Star Wars.

Andere Hintergründe sind da vielleicht freier, haben viele blinde Flecken und bieten Platz für weitere Geschichten. Da finde ich es legitim, sich drin zu tummeln. Ich find's halt schon wichtig wenn eine Spielgruppe einem Hintergrund ihren Stempel aufdrücken kann, ohne dass das mit irgendeinem Kanon kollidiert oder halt komplett irrelevant bleibt.
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Offline Zanji123

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Wobei sich mir ggf. zusätzlich die Frage stellt, wie interessant eine gegebene Welt eigentlich noch ist, wenn man ihren Kanonfiguren und -geschichten bewußt weiträumig aus dem Weg geht. Da gibt's zumindest subjektiv durchaus Settings, die auch abseits der "offiziellen" Pfade leicht noch Stoff für Jahre liefern können...und am anderen Ende der Skala dann Kandidaten der Art "Warum spielen wir da überhaupt, wenn wir mit der Kanongeschichte nicht wenigstens am Rande was zu tun haben wollen?".

Harry Dresden ist da für mich persönlich ein gutes Beispiel für eine Welt, die sich mit zunehmender Romananzahl sichtbar aus der ersteren Ecke heraus auf die letztere zumindest stark zu bewegt hat. War Harry am Anfang "einfach nur" ein oft abgebrannter Privatdetektiv und nebenbei Magier, auf den seine Kollegen nicht gut zu sprechen waren und neben dem sich leicht auch Abenteuer einer SC-Gruppe in dieselbe Welt hätten einbauen lassen, so hat er sich doch (ohne Spoiler) zunehmend zu einer der prominenteren Hauptpersonen des Settings selbst entwickelt, was es inzwischen deutlich schwieriger macht, von ihm und seinem expandierenden Dunstkreis noch Abstand zu halten, ohne daß es früher oder später schon regelrecht gezwungen wirkt. Selbst, wenn man persönlich gar nicht nach Chicago kommt.

dann dürftest du in keinem Vorgefertigten Setting spielen weil da Dinge auch festgeschrieben wurden.

HdR als Vergleich: die Welt ist groß genug das du selbst wenn du mitten IM Ringkrieg spielen willst, du von der "Hauptgruppe" nix mitbekommen musst.
Star Wars: Riesen Welt, warum sollte ich da wenn ich am einen Ende der Galaxis bin was von einem Luke Skywalker mitbekommen haben.
9 von 10 Stimmen in meinem Kopf sagen ich bin nicht verrückt.... die zehnte sitzt in der Ecke und summt die Pokécenter Melodie

Offline Raven Nash

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dann dürftest du in keinem Vorgefertigten Setting spielen weil da Dinge auch festgeschrieben wurden.

HdR als Vergleich: die Welt ist groß genug das du selbst wenn du mitten IM Ringkrieg spielen willst, du von der "Hauptgruppe" nix mitbekommen musst.
Star Wars: Riesen Welt, warum sollte ich da wenn ich am einen Ende der Galaxis bin was von einem Luke Skywalker mitbekommen haben.
Völlig richtig. Allerdings soll es ja Gruppen geben, die prinzipiell welterschütternde Dinge tun möchten (sie sprengen, z.B.) - und die frustriert dann, dass sie eben nicht so wichtig sind.

Ich finde es eigentlich mittlerweile schöner, die Gruppe vor Aufgaben zu stellen, die außerhalb eines sehr begrenzten Bereiches Null Relevanz haben - außer, die Gruppe verpatzt es. Aber wenn sie Erfolg haben erfahren es zu wenige Leute, als dass sie damit wirklich berühmt würden.
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Online nobody@home

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Völlig richtig. Allerdings soll es ja Gruppen geben, die prinzipiell welterschütternde Dinge tun möchten (sie sprengen, z.B.) - und die frustriert dann, dass sie eben nicht so wichtig sind.

Ich finde es eigentlich mittlerweile schöner, die Gruppe vor Aufgaben zu stellen, die außerhalb eines sehr begrenzten Bereiches Null Relevanz haben - außer, die Gruppe verpatzt es. Aber wenn sie Erfolg haben erfahren es zu wenige Leute, als dass sie damit wirklich berühmt würden.

Das funktioniert gut in Welten, in denen auch andere Leute nichts allzu kraß "Welterschütterndes" leisten -- beispielsweise im hyborischen Zeitalter, wo Conan bei aller Beliebtheit unter den Fans halt immer "bloß" eine Figur unter vielen in seiner Welt bleibt und es am Ende gerade mal zum König einer Nation bringt, oder auch bei Star Trek, wo bei aller Flaggschiffrolle der diversen Enterprise-Modelle immer noch Platz für die Abenteuer mindestens einer weiteren Heldenraumschiffsbesatzung oder sonstigen Gruppe bleibt.

Aber wenn ich natürlich ein mehr oder weniger klassisches Epos habe, in dem Die Offiziellen Helden (tm) gleich die ganze Welt retten oder sonstwie nachhaltig verändern, dann wird es entsprechend schwieriger, Spielern noch die Rolle von läppischen Nebenfiguren schmackhaft zu machen. Und das ist dann das Problem mit Settings wie dem Herrn der Ringe oder Star Wars.

Offline Megan

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Für die Quote: Es kommt natürlich auf die Vorlage an, aber wenn es die richtige ist, finde ich es sehr inspirierend.
z.B. das Harry Potter Universum, The Expanse oder Walter Moers' Zamonien. Da gibt es so viele Nischen, in die man reingucken kann.

Gerade in letzterem habe ich mehrere Spielrunden geleitet (Friedhofssümpfe, Nebelheim, Buchhaim und Eisenstadt) und es macht so viel Spaß, Ideen aus den Büchern weiterzuspinnen und zu ergänzen.
Oder ich nehme eine Vorlage und verändere sie (stark), bzw. nutze sie als Grundlage für etwas ganz anderes, so geschehen z.B. in meiner Regina Regenbogen - Resist!-Runde.

Und wie schon von anderen erwähnt: Man hat direkt einen gemeinsamen Vorstellungsraum, ohne viel Aufwand - das ist einfach megahilfreich.
Kurz: Mit einer Vorlage wird in meinen Augen vieles leichter, darum mag ich sie sehr.

Offline Maarzan

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ich denke auch das hängt massiv davon ab, ob das Worldbuilding in einer Vorlage einer Geschichte oder vielen ziemlich gleichberechtigten (und eher nicht welterschütternden) Geschichten dienen sollte. Und wie sehr sich die Autorenschaft bemüht hat diesen Hintergrund eigenständig detailliert und stimmig zu halten oder ob "für die Story reicht es" die Richtschnur war.

Persönlich aber:  ich baue Hintergründe da lieber selber. Wenn bin ich auf der Suche nach passendem Regelwerkzeug.
Storytellertraumatisiert und auf der Suche nach einer kuscheligen Selbsthilferunde ...

Offline Holothuroid

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Und wie schon von anderen erwähnt: Man hat direkt einen gemeinsamen Vorstellungsraum, ohne viel Aufwand - das ist einfach megahilfreich.

Ja. Es verschiebt aber ein bisschen die Aufgabenstellung. Weg von "Was ist?" zu "Was ist wichtig/verlässlich?"

Also darf ich annehmen, dass meine Mitspieler*innen wissen, dass 2311 der Vertrag von Algeron geschlossen wurde? Wahrscheinlich nicht (das Autorenteam schließlich auch nicht). Aber bei gewissen Dingen wird's diffiziler. Darf ich annehmen, dass "Phaser" ein Begriff ist? Das gilt es dann gegebenfalls sicher zu stellen.

Was ist denn eine nichtgenerische Welt?

Alles was Sanderson macht. Moers wurde auch schon angesprochen.

D&D Eberron können wir auch gelten lassen. Für deinen Eberron-Charakter solltest du wissen, wo du vor zwei Jahren warst, als Cyre explodiert ist. Und was das bedeutet. Das Setting stellt die Charaktere also in eine definitive Situation. Man kann in Eberron keine geschichtslose Abenteurergruppe spielen, die einfach in die Welt geworfen ist. Du wirst merken, dass du in Eberron bist und nirgendwo sonst.
Let's Go To Magic School - Wenn man einen Zauberschulroman liest (und davon gibt's viele), lernt man mit den Charakteren über die Welt und die Magie. In diesem PbtA-Spiel, spielt ihr um herauszufinden, wie es mit Welt und Magie steht.

Offline Tudor the Traveller

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HdR als Vergleich: die Welt ist groß genug das du selbst wenn du mitten IM Ringkrieg spielen willst, du von der "Hauptgruppe" nix mitbekommen musst.
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Ist eben genau die Frage, was man unter Setting versteht. Setting ist ja je nachdem gar nicht "die Welt", sondern mehr "die Geschichte".
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Offline unicum

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Generell sehe ich vorteile darin wenn alle am spieltisch das Setting kennen, ich sehe nur dann nachteile wenn man sich zu sehr über das Setting unterhält anstatt zu spielen. Ich meine ein Setting zu einem Rollenspiel ist ja auch eine Vorlage,... der nachteil an einem solchen ist aber das ich als SL es den Spielern erstmal näher bringen muss. Ich muss als sehr viel mehr "Erzählonkeln" als wie in einem Setting das bekannt ist.

Viele spielen doch jahrelang im gleichen Setting, immer wieder sei es nun DSA, die Relams oder sonstwas,... auch wenn es dazu keine Vorlagen ausserhalb des Spiels gibt (wobei das recht fliessend ist gibt es doch wenn das Setting erfolgreich genug ist irgendwann auch anderes dazu wie etwa Romane zum Spiel und vieles mehr.)

Offline Boba Fett

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Ich habe nichts dagegen in einem Rollenspieluniversum zu spielen, dass aus einer Vorlage entstammt. Letztendlich sind die eigenen Settings ja auch genau aus diesen inspirierit worden und meistens auch nur ein Mischmasch bekannter Settings.

Wozu ich keine Lust hätte, wäre, entlang der Rahmenhandlung zu spielen/leiten. Also: Mittelerde? Gern, aber nicht zu Zeiten des Hobbits oder des Ringkrieges.
Ich habe auch keine Lust entlang eines vordefinierten Plots zu spielen/leiten. Ich möchte, dass die Spielrunde die Richtung des Plots maßgeblich beeinflussen kann.
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Offline Lichtbringer

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Ich habe ja nun schon einige Welten für Fate adaptiert.
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Den größten Vorteil sehe ich darin, dass Leute sofort wissen, wie die Spielwelt funktioniert und was für eine Art Handlung sie erwarten können.
Außerdem kann man mit einer beliebten Welt sehr gut Neulinge motivieren, Rollenspiel mal auszuprobieren.
Ich brachte mit nichts bisher so viele neue Leute in unser Hobby wie mit Harry Potter mit Turbo-Fate. Nach aktuellen Stand etwa vier Dutzend.

Offline Issi

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Ich kann schon nachvollziehen, was RPG Spieler an einem Vorlagen RPG reizt. Aber etwas Eigenes zu machen ist doch so viel geiler. Oder nicht?

Ich spiele generell keine RPGs nach irgendwelchen Vorlagen. Weder Herr der Ringe, noch „The Witcher“, noch „Game of Thrones“ oder anderes. Finde ich grauenvoll.
Mir ging es in Mittelerde so, dass ich immer das Gefühl hatte, in der Welt eines anderen (Tolkien) zu spielen.
Als würde ich quasi ein Wesen durch die geistige Landschaft eines anderen wandeln lassen.
Dazu kommt das Gefühl, jederzeit etwas falsch machen zu können, was nicht in seine Vorstellungen von der Welt gepasst hätte.
(Ich habe sie mir quasi nicht angeeignet, sondern mich mehr oder weniger respektvoll in seiner Geschichte bewegt)
Was mir in Roman Welten immer so fehlt, ist der Platz für eigene Geschichten, die eventuell mit der ursprünglichen Geschichte kollidieren könnten.

In Welten, die nicht einer ganz bestimmten Geschichte folgen, sondern Platz für Tausend und ein Märchen lassen, fühle ich mich definitiv wohler.


Edit. Wenn mich also jemand fragen würde: Willst du deinen Roman nicht zur Rollenspielwelt machen?
Würde ich klar sagen: Nö
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