Wenn ich gar nicht in der Lage bin etwas zu ver"körpern" (

), dann sollte man das aus reflektiertem Selbstbewusstsein auch sein lassen.
Und ich meine nicht, dass man als Ottonormalteddybär keine hageren Elflinge darstellen sollte, sondern es geht eher darum, etwas auszuspielen, was man nicht kann oder mag.
Wenn es mir eben nicht liegt, mitreißende Reden zu halten und aus mir heraus zu kommen und Götter grundsätzlich aufs Schärfste ablehne, dann sollte ich den Missionar auf Mission eher nicht spielen.
Und die Spielleitung sollte jemanden auch nicht in eine so unpassende Rolle pressen. Charaktere entwickeln sich ja mitunter auch etwas außerhalb des Einflusses der Spielenden. Da wäre es mehr als unfair jemandem eine Rolle aufzuzwängen, die dieser Person nicht liegt.
Davon ab gibt es wenig zu kritisieren an vermeintlich unpassenden Rollen.
Man kann das als Lernerfahung angehen und seine skills erstmal in kleiner, vertrauter Runde testen. Selbstbewusstsein aufbauen, reden und etwas Sicherheit finden.
Man kann etwas spielen, was gegen die eigene Natur ist, also den rücksichtsvollen und unterstützenden Heiler, anstelle das x-te Mal den natürlichen Anführer zu mimen nur weil man das auch im RL kann.
Oder auch moralische Grenzen antesten und den Schurken spielen, wo man im RL niemals diese Grenze überschreiten würde. Diebstahl, Intrige oder Auftragsmord.
Rollenspiel bietet das Spielfeld dafür.
Und darauf wollte ich eigentlich mit meinem Charisma-Thread und den Folgethemen hinaus: ein Plädoyer für mehr Entfaltung. Leute, geht mehr das spielen, was Euch vermeintlich nicht liegt. Und nutzt das Medium Rollenspiel für die persönliche Entfaltung. Ohne Druck.