Autor Thema: Darf ich alles Spielen unabhängig davon ob ich es verkörpern kann?  (Gelesen 3831 mal)

0 Mitglieder und 6 Gäste betrachten dieses Thema.

Offline Luxferre

  • Mythos
  • ********
  • Flim Flam Flunkel - DAS Nutella ist recht dunkel
  • Beiträge: 9.839
  • Geschlecht: Männlich
  • Username: Luxferre
Ja klar  :d  aber so ist es auch gut!
ina killatēšu bašma kabis šumšu Tišpak
-

"Consider the seed of your generation. You were not born to live like animals, but to pursue virtue and possess knowledge"

Offline Haukrinn

  • zurecht gestorben
  • Titan
  • *********
  • Jetzt auch mit Bart!
  • Beiträge: 12.338
  • Geschlecht: Männlich
  • Username: haukrinn
Okay, und inwiefern unterscheidet sich das davon, dass man in einem anderen Spielstil bitte keinen Sozialcharakter spielen soll, wenn man nicht sozial ist? Wo zieht ihr da die Grenze?

Für mich stellt es sich exakt gleich da. Das uneingeschränkte "Ja" von Ghoul kann jedenfalls nicht gelten. Da ist also auch ein dickes "Aber" dabei.

Das OSR-Beispiel hinkt, weil das keine Frage des Charakters sondern des Spielstils ist. Dein Spiely wäre dann für jede Rolle im OSR falsch. Und beim Sozialcharakter ist das IMHO was anderes. Wenn da eh gewürfelt wird, ist's egal, weil der Bereich verregelt wird. Wenn's ausgespielt wird, dann ist das Gruppenkontrakt. Und damit wie ich oben schon schrieb nicht Teil der Eingangsfrage.

Es läuft eigentlich immer darauf hinaus, dass die Frage ist, ob ich mit dem was ich darstelle das Spiel spiele, was am Tisch gespielt wird. Und das ist für mich in aller Regel keine Frage der Verkörperung.
What were you doing at a volcano? - Action geology!

Most people work long, hard hours at jobs they hate that enable them to buy things they don't need to impress people they don't like.

Offline unicum

  • Legend
  • *******
  • Beiträge: 4.476
  • Username: unicum
Das finde ich eben sehr interessant.
Generell kommt mir der Tenor vor, dass bei defizitiären Darstellungsfähigkeiten mehr Nachsicht geübt wird, als auf Taktischer / Regelseitiger Ebene.
Eventuell weil letzteres gerne mal zum Tod auch des eigenen Charakters führen kann?  :think:

Danke, es war aber auch sehr konstruiert von mir denn tatsächlich ist es mir so noch nie passiert und ich mach den Kram ja schon eine Weile,... Also Spieler mit taktischer inkompetenz hab ich schon welche, aber die haben nie versucht den Generalfeldmarschall zu spielen.

Vieleicht noch soviel dazu:
Habe ich schonmal Spielern ein Charakterkonzept verboten weil ich dachte das sie es nicht verkörpern können?


Aus anderen Gründen,...? hm vieleicht indirekt schon wenn ich eben wie oben sage das wir auf Mittelerde spielen und nicht in einem Mittelerde/SW crossover. Es ist aber auch nur selten mal jemand auf mich zugekommen (also ich glaub zweimal seit ~1982 oder so) und wollte etwas so abstruses spielen das ich nein gesagt habe. (Meistens aber wegen Munchkinerism)

Als ich auf dem lezten Con etwas exotisches (im rahmen der möglichkeiten der Spielwelt) gespielt habe, fragte ich auch vorher die ganze Runde wie es ausschaut und es war kein problem. Ob ich das richtig "verkörpert" habe? Keine Ahnung, aber wir haben uns alle für den nächsten Con verabredet es weiterzuspielen.

Es gibt Dinge bezüglich "verkörpern" die mich etwas nerfen: unnötig aufgeblasene Stereotypen

Offline Kurna

  • Legend
  • *******
  • Beiträge: 4.421
  • Username: Kurna
Wenn ich gar nicht in der Lage bin etwas zu ver"körpern" (  ~;D  ), dann sollte man das aus reflektiertem Selbstbewusstsein auch sein lassen.
[...]
(Hervorhebungen von mir)
Warum sollte man das lassen, nur weil du es nicht kannst?  ~;D

Ansonsten bin ich auch eher in der Fraktion alles geht. Die einzige Vorgabe, die wir haben, ist, dass die Gruppe als solche funktionieren können soll. D.h., wenn ich DSA leite, möchte ich nicht unbedingt einen Praiospriester und einen Schwarzmagier zusammen in der Gruppe haben. Aber einzeln würden beide gehen. Da muss die Gruppe dann halt einen Kompromiss finden.

Ist aber auch alles kein Problem mehr, weil ich schon lange nicht mehr mit Hinz und Kunzine spiele, sondern in festen Gruppen, die sich seit Jahrzehnten kennen.
"Only the good die young. The bad prefer it that way." (Goblin proverb)

Offline Tudor the Traveller

  • Karnevals-Autist
  • Legend
  • *******
  • (he / him)
  • Beiträge: 6.105
  • Geschlecht: Männlich
  • Username: Tudor the Traveller
Deine Meinung unbenommen, ich finde mich da nur immer so semi wieder. Klar soll es Spaß machen, aber wenn es "nur" Spaß macht, dann ist mir das angesichts der Zeit die ich investiere, fast zu wenig.
Wenn ich etwas gern mache, dann mache ich es auch mit einem Schuss* Ehrgeiz, Akribe und Anspruch, durchaus auch mit Wettbewerbsgedanken und Arbeit- das bringt dann nicht nur Spaß, sondern mehr Spaß und zusätzlich auch Zufriedenheit.
(Wohlemerkt: ich spreche von einem Schuss, nicht von absoluten Fokus darauf; es geht durchaus auch locker zu in unseren Runden)

Jetzt hast du mein Interesse geweckt: woran wird der Ehrgeiz denn fest gemacht? Das Fußball Beispiel hinkt hier, weil man ja ein Team gegen ein anderes setzt. Im RPG gibt es diese Form von Wettkampf normal nicht. Und wenn man Individualsport heranziehen, fehlt dem RPG auch ein äußerer Maßstab (z.B. ein Rekord). Mir erschließt sich nicht, wie man da etwas "schaffen" kann, weil die SL ja die Messlatte in der Hand hat und ich gar nicht sehen kann, a) wie hoch sie sie gerade hält und b) ob sie sie nicht dauernd nach Gusto ändert.

Bleibt halt lediglich das subjektive Gefühl, etwas Tolles geschafft zu haben (aka Spaß). Oder was übersehe ich?

Was mir allenfalls einfällt ist Vorab-Kenntnis der Herausforderung, weil man z.B. die Spielwerte von Monstern, Fallen etc. kennt. Oha, ein roter Drache, jo der ist Challenge Rating 174, das wird happig...
« Letzte Änderung: Gestern um 12:16 von Tudor the Traveller »
NOT EVIL - JUST GENIUS

This town isn’t big enough for two supervillains!
Oh, you’re a villain all right, just not a super one!
Yeah? What’s the difference?
PRESENTATION!

Offline Feuersänger

  • Orcjäger
  • Moderator
  • Titan
  • *****
  • Deadly and Absurdly Handsome
  • Beiträge: 36.190
  • Geschlecht: Männlich
  • Username: Feuersänger
Habe ich im Rollenspiel Anspruch darauf, alles spielen zu dürfen, was das Regelwerk hergibt?
Oder bin ich darauf limitiert was ich Darstellen kann?

Okay, das ist eigentlich eine ganz gute Grundsatzfrage, die auch die CHA- und INT-Problematiken mit einschließt.

Und wenn ich so darüber nachdenke, gelange ich eigentlich zu dem Schluss: Nein, hast du nicht.
Du hast btw nichtmal Anspruch darauf, alles zu spielen _was_ du darstellen kannst.

Der Grund dafür ist, dass Rollenspiel ein Gruppenspiel sein sollte und keine Konglomeration aus 5 Einzeldarbietungen.
Oder wie iirc 1of3 es mal (vor x Jahren) subsummiert hat: "Nein, es ist nicht dein Charakter".

Einerseits sind natürlich viele Systeme seit D&D 0E darauf ausgelegt, dass die SC unterschiedliche Schwerpunkte und Fähigkeiten haben und diese sich ergänzen sollen, damit die Party ein abgerundetes Ganzes bildet.
Und andererseits beinhaltet das eben auch die Forderung: Geh deinen Mitspielern nicht auf den Sack!

Und dieses Auf-den-Sack-gehen kann halt über verschiedene Vektoren passieren. Sei es der unerträgliche Kender, der ständig mit Fleiss jede Falle auslöst oder der Barbar der jeden Gegner alarmiert oder provoziert. Oder der unterträgliche Lone Wolf, der nicht zur Kooperation bereit ist und einfach nur sein Ding durchziehen will (oder am besten nichtmal das, weil der SC eigentlich überhaupt nicht da sein will, und somit der Spieler vom SL verlangt ihn ständig ins Abenteuer zu zwingen).

Ooooder eben auch, der vermeintlich charismatische Paladin oder Barde, der aber vom Spieler komplett hölzern rübergebracht wird, oder der auf dem Papier superintelligente Magier der saudumme Dinge tut, oder oder. Da hat die Gruppe mE definitiv ein Mitspracherecht, ob sie das hinnehmen will (weil man eben unbedingt ein Face braucht, und wenn es noch so schlecht gespielt wird).

Der Vergleich mit HEMA zieht da auch nicht, da wir ja schließlich die Kämpfe nicht mit Schwert in der Hand ausfechten sondern mit Würfel und Bleistift. Da ist es eigentlich fast invers: es KANN unglaublich ermüdend sein, mit gewissen IRL Kampfsportlern zu spielen, wenn diese dann ständig ihr echtes oder eingebildetes Praxiswissen einbringen und damit an den Regeln vorbei diskutieren wollen. Da könnte man fast sagen: wer HEMA macht, hat Kämpfer-Verbot.  >;D
Der :T:-Sprachführer: Rollenspieler-Jargon

Zitat von: ErikErikson
Thor lootet nicht.

"I blame WotC for brainwashing us into thinking that +2 damage per attack is acceptable for a fighter, while wizards can get away with stopping time and gating in solars."

Kleine Rechtschreibhilfe: Galerie, Standard, tolerant, "seit bei Zeit", tot/Tod, Stegreif, Rückgrat, die Nutella

Offline First Orko

  • DSA-Supermeister auf Probe
  • Legend
  • *******
  • Fackelschwingender Anti-AI Agitator
  • Beiträge: 7.117
  • Geschlecht: Männlich
  • Username: Orko
Man kann das als Lernerfahung angehen und seine skills erstmal in kleiner, vertrauter Runde testen. Selbstbewusstsein aufbauen, reden und etwas Sicherheit finden.
Man kann etwas spielen, was gegen die eigene Natur ist, also den rücksichtsvollen und unterstützenden Heiler, anstelle das x-te Mal den natürlichen Anführer zu mimen nur weil man das auch im RL kann.
Oder auch moralische Grenzen antesten und den Schurken spielen, wo man im RL niemals diese Grenze überschreiten würde. Diebstahl, Intrige oder Auftragsmord.
Rollenspiel bietet das Spielfeld dafür.
[/quote]

Gut gesagt. Idealerweise ist es ein Kreislauf: Aussuchen - Ausprobieren - An Grenzen stoßen - Spielweise anpassen - An Grenzen stoßen..  und so weiter. Mit etwas Selbstreflexion (und in vertrauter Runde sich auch mal fremden Beurteilungen stellen) kommt man dann irgendwann in einen Wohlfühlbereich, wo man mal ein stückweit sich mit einem Fuß herausbewegen mag, aber weiß dass es außerhalb dessen nur stressig und frustig wird, für einen selbst, die Gruppe oder Beides.

Damit das klappt, müssen ein paar Randbedingungen passen. Je weniger davon da sind, desto schwieriger wird es. Zunächst: Selbstreflexion und die Fähigkeit und Motivation, das eigene Spiel kritisch zu hinterfragen. Aber auch: Die Möglichkeit, Fehler zu machen - Ja, auch den Face zu spielen wenn man im sozialen Bereich in RL ziemlich suckt.
Aber auch: die Stärke damit umzugehen wenn man von außen das Signal bekommt, DASS das gerade ein Fehler war. Zum Beispiel den Conan zu geben für jemand, die im Grunde ihres Herzens Pazifistin ist. Oder so.

Ich habe durch den Willen und die Möglichkeit, Charakterkonzepte abseits meines Wohlfühlbereichs zu spielen, durchaus soziale Skills erlernt, die ich im realen Leben anwenden konnte - und das wirkt dann auch ins Spiel zurück.

Ich will aber auch so spielen und ich möchte andererseits aber auch, dass die Charaktere im Spiel auch stimmig wirken - das muss nicht heißen, dass die Femme Fatale die SL in einer Szene durch echten Charme um den Finger wickelt... aber es sollte in der Erzählung etwas stattfinden, was mir eine Idee davon gibt, warum die Aktion "Ich wickle den Boss der Gang um den Finger um ihm eine Information einzuflüstern" gelungen ist. Da ist ein Widerspruch und ich glaube, das ist so ein Teil des Kerns dieser Diskussion. Einerseits wollen wir alle viele manche  - die Einen mehr, die Anderen weniger - am Ende doch eine sich gut anfühlende Erzählung und ein Teil dieser Erzählung kann sein, dass die nicht existierenden Figuren unserer Köpfe irgendwie durch ihre Aktionen geglänzt haben.. nicht nur durchs Ergebnis, sondern auch durch die Aktionen selbst.

Ich meine, es gibt eine Menge Hacks mit denen man das erreichen kann - ohne das man explizit etwas verbieten muss. Aber man sollte sich den Möglichkeiten bewusst sein und sie nutzen, wenn sie nötig werden.
Das Folgende sollen ein paar Werkzeuge sein, die in unterschiedlichen Situationen wo das das Ausspielen per direkter Darstellung an Grenzen stößt. Ich gehe von einer Runde aus, die einen gewissen Wert auf Darstellung legt und größtenteils in erster Person spielt.

Erzählen statt ausspielen
Gerade wer Probleme hat, in heiklen Situationen in direkter Rede die richtigen Worte zu finden, kann trotzdem jederzeit auf die dritte Person ausweichen. Statt "Ich verstehe, du tust hier nur deine Pflicht und wir haben keine Einladung, also sollten wir abdampfen. Anstrengender Job, die ganze Zeit stehen - auch wenn du ja ziemlich standfest aussiehst *zwinkerwzinker* Nach so einem anstrendenden Tag sollte man sich unbedingt massieren lassen.. und rate mal, wer das SEHR gut kann..?"

... ging es auch so:

"X deutet an, dass so ein Job ja sehr anstrengend ist und umschmeichelt die Wache mit der Aussicht auf ein Date wenn sie uns reinlässt"

Die Not zur Tugend machen
Der glänzende Anführer wird gar nicht so entschlussfreudig gespielt, weil der Spiely immer auf Nummer sicher gehen will? Vielleicht gibt es einen Grund, dass er zaudert.. vielleicht hat er einen Fehler gemacht in der Vergangenheit und seitdem bestimmte Entscheidungen schwer? Manchmal kann man den Teil, den man nicht gut darstellen kann auch zu einer gezielten Schwäche der Figur machen, ohne das Charakterkonzept komplett zu brechen.

Frag die Anderen
Blackout in einer Szene? Man sagt die Aktion, würfelt, die SL sagt "Beschreib mal!" und dir fällt...NIX ein? Egal, es spielen ja Andere mit. Vielleicht hat ja jemand eine Idee?
Auch wenn es dann das gefürchtete METASPIEL wird - manchmal reicht nur ein Impuls und dann kommt doch noch eine eigene Idee. Im schlimmsten Fall redet man 1 Minute kurz und erzählt eine coole Aktion, an die man sich erinnert wo sonst nur "gewürfelt - gelingt" passiert wäre.

Kopiere
Vielleicht gibt es ja vergleichbare Szenen in Büchern, Filmen, Serien? Wenn nicht zu häufig eingesetzt kann man sich daran orientieren und ein Zitat abwandeln, eine Kampaktion aus einem coolen Actionfilm nacherzählen.. entweder man erkennt die Anspielung oder kein anderer hat die Szene so in Erinnerung. Auch hier: besser als nix.

Vielleicht gibts ja noch ein paar andere konstruktive Ideen, damit wir mal von "Das braucht kein Mensch!" und so komischen Strohmännern á la "Sollen wir alle zur Schauspielschule oder was?" wegkommen...
It's repetitive.
And redundant.

Dir ist schon klar, dass es in diesem Forum darum geht mit anderen Leuten, die nix besseres mit ihrem Leben zu tun haben, um einen Tisch zu sitzen und sich vorzustellen, dass wir Elfen wären.

Online gilborn

  • Hero
  • *****
  • Beiträge: 1.153
  • Username: gilborn
Jetzt hast du mein Interesse geweckt: woran wird der Ehrgeiz denn fest gemacht? Das Fußball Beispiel hinkt hier, weil man ja ein Team gegen ein anderes setzt. Im RPG gibt es diese Form von Wettkampf normal nicht. Und wenn man Individualsport heranziehen, fehlt dem RPG auch ein äußerer Maßstab (z.B. ein Rekord). Mir erschließt sich nicht, wie man da etwas "schaffen" kann, weil die SL ja die Messlatte in der Hand hat und ich gar nicht sehen kann, a) wie hoch sie sie gerade hält und b) ob sie sie nicht dauernd nach Gusto ändert.

Bleibt halt lediglich das subjektive Gefühl, etwas Tolles geschafft zu haben (aka Spaß). Oder was übersehe ich?

Was mir allenfalls einfällt ist Vorab-Kenntnis der Herausforderung, weil man z.B. die Spielwerte von Monstern, Fallen etc. kennt. Oha, ein roter Drache, jo der ist Challenge Rating 174, das wird happig...
Ich glaube die Wiedersprüche lösen sich auf, wenn man betrachtet was man unter Spaß versteht, ich würde hier 2 Grundsätzliche Strömungen verorten:
  • Spaßsorte 1 würde ich unter Bier & Brezel Spaß verorten: Man trifft sich, man lacht miteinander, man zelebriert Rollenspielsollbruchstellen ("Roll for Initiative") und -Tropes ("Lift with the legs Rogar, not with the back"), nichts ist groß ernst angelegt, Meta Flachwitze begleiten das Geschehen.
  • Spaßsorte 2 würde ich gehobenen Spaß bezeichnen. Das gehoben ist dabei nicht wertend zu verstehen, sondern weil er auf einer höheren Ebene angesiedelt ist: Man hat Spaß auf einer Metaebene, man freut sich, dass alles sehr immersiv ist, die Rollenspielsollbruchstellen sollen eher kaschiert werden, Flachwitze schluckt man diszipliniert hinunter und es gibt die volle Gefühlspalette, die man in Form seines Charakters erleben kann: Wut, Trauer, Erleichterung etc.. Dennoch kann man es noch Spaß nennen, denn man genießt es ja, so wie man auch Gardiens of the Galaxy genießen kann, obwohl da ein richtig guter Schuss Drama mit dabei ist.

Für Bier und Brezel Spaß ist es komplett egal ob jemand die Rolle darbieterisch einigermaßen Glaubhaft rüber bringt, beim gehobenen Spaß ist dem nicht so:
Da kann eine richtig schlechte darstellerische Leistung ein Problem darstellen, weil sie ein Loch in die Immersionsleinwand aller reißt.

Was hat es nun mit dem Ehrgeiz zu tun?
Ich gebe dir Recht, die Fußballmetapher hinkt etwas, weil dort ein externes Ziel vorgegeben wird.
Aber, wenn ich auf mich selbst blicke, in meiner aktiven Fußballzeit, war es mir eigentlich sehr egal auf welchem Tabellenplatz wir gelandet sind oder ob wir gewonnen und veloren hatten.
Mir ging es darum ob ICH ein gutes Spiel abgeliefert habe. Wenn wir verloren haben, ich aber mit meiner Leistung zufrieden war, ging es mir gut; umgekehrt konnte ich mich über Siege, bei denen schlecht gespielt hatte, nicht so recht freuen.

Aufs Rollenspiel gemünzt:
Auch hier habe ich kein externes und auch kein messbares, sondern ein subjektives Ziel, keine Messlatte an der ich es festmachen kann, aber das bedeutet ja nicht, dass es nicht vorhanden sein kann:
Wenn dieses Ziel innerhalb der Gruppe zum Beispiel gehobener Spaß ist, sprich, man Anspruch an die Sache hat, dann kann ich auch Ehrgeiz entwickeln gut zu spielen - wie im Fussball: Dazu gehört neben Regelkenntnis auch, meine Rolle darstellerisch so auszufüllen, dass es Immersionfördernd ist, vielleicht sogar ein paar Wow Effekte zu provozieren.
Wie sich der Ehrgeiz äußert, kann wieder viele Formen haben: Ich kann mich im Vorfeld einlesen und einüben, wie in Adelkreisen förmliche Anreden zu sein haben, ich kann verinnerlichen, wie sich ein Aslan in Traveller verhält, damit ich den wirklich als Alien Rasse rüber bringen kann usw.. Ich kann darauf Achten pünktlich und Ausgeschlafen zur Runde zu erscheinen und mir vornehmen, Flachwitze runterzuschlucken und die vom Spielleiter aufgebaute Athmosphäre wiederzuspiegeln.

Verständlicher?

Offline Luxferre

  • Mythos
  • ********
  • Flim Flam Flunkel - DAS Nutella ist recht dunkel
  • Beiträge: 9.839
  • Geschlecht: Männlich
  • Username: Luxferre
Noch etwas:

Für mich ist Rollenspiel genau DAS Medium, um anders, größer, böser, schlauer, erfolgreicher oder schöner zu sein, als im Reallife.

Nicht im Sinne von stark, gewandt, mutig und schön: stark gegen die Wand gelaufen, gewandt wieder aufgestanden, mutig nochmal probiert und schön dabei ausgesehen.Viel mehr im Sinne von: Du bist im RL eine sportliche und erfolgreiche Führungskraft und hast total Bock den gemütlichen Bruder Tuck zu spielen, der was weiß, was heilt und zur Not auch mit seinem Knüppel den Banditen was überzieht. Oder den unsicheren Zauberlehrling in der Gruppe von großen Helden. Oder den Dieb, der ehrlose Geschäfte macht. Das Ausbrechen aus der Norm, Rolle und Position im RL ist doch klasse. Die eine will Vampire, der nächste Furries, die übernächste nen Kettenbikini und der Letzte in der Runde nen exzentrischen Mentalisten-Zauber-Trick-Betrüger. Voll gut  :d
ina killatēšu bašma kabis šumšu Tišpak
-

"Consider the seed of your generation. You were not born to live like animals, but to pursue virtue and possess knowledge"

Offline Luxferre

  • Mythos
  • ********
  • Flim Flam Flunkel - DAS Nutella ist recht dunkel
  • Beiträge: 9.839
  • Geschlecht: Männlich
  • Username: Luxferre
Spaßsorte 2 würde ich gehobenen Spaß bezeichnen. Das gehoben ist dabei nicht wertend zu verstehen, sondern weil er auf einer höheren Ebene angesiedelt ist: Man hat Spaß auf einer Metaebene, man freut sich, dass alles sehr immersiv ist, die Rollenspielsollbruchstellen sollen eher kaschiert werden, Flachwitze schluckt man diszipliniert hinunter und es gibt die volle Gefühlspalette, die man in Form seines Charakters erleben kann: Wut, Trauer, Erleichterung etc.. Dennoch kann man es noch Spaß nennen, denn man genießt es ja, so wie man auch Gardiens of the Galaxy genießen kann, obwohl da ein richtig guter Schuss Drama mit dabei ist.[/li][/list]

Ha! Leistungsrollenspiel, ick hör Dir trapsen ... hatten wir das Thema nicht demletzt?  8]

Aber ernsthaft: ich bin da total bei Dir. Ich mag es anspruchsvoll und herausfordernd.
ina killatēšu bašma kabis šumšu Tišpak
-

"Consider the seed of your generation. You were not born to live like animals, but to pursue virtue and possess knowledge"

Offline nobody@home

  • Steht auf der Nerd-Liste
  • Titan
  • *********
  • Beiträge: 15.882
  • Username: nobody@home
Ha! Leistungsrollenspiel, ick hör Dir trapsen ... hatten wir das Thema nicht demletzt?  8]

Aber ernsthaft: ich bin da total bei Dir. Ich mag es anspruchsvoll und herausfordernd.

Rollenspiel als Tischsport also. ~;D

Online gilborn

  • Hero
  • *****
  • Beiträge: 1.153
  • Username: gilborn
Leistungsrollenspiel habe ich mich nicht schreiben getraut, das habe ich beim letzten Mal schon nicht richtig verwendet  ~;D

Offline Namo

  • Hero
  • *****
  • Aure entuluva!
  • Beiträge: 1.619
  • Username: Namo
Erzählen statt ausspielen
Gerade wer Probleme hat, in heiklen Situationen in direkter Rede die richtigen Worte zu finden, kann trotzdem jederzeit auf die dritte Person ausweichen. Statt "Ich verstehe, du tust hier nur deine Pflicht und wir haben keine Einladung, also sollten wir abdampfen. Anstrengender Job, die ganze Zeit stehen - auch wenn du ja ziemlich standfest aussiehst *zwinkerwzinker* Nach so einem anstrendenden Tag sollte man sich unbedingt massieren lassen.. und rate mal, wer das SEHR gut kann..?"

... ging es auch so:

"X deutet an, dass so ein Job ja sehr anstrengend ist und umschmeichelt die Wache mit der Aussicht auf ein Date wenn sie uns reinlässt"

Das finde ich einen ganz wertvollen Beitrag fürs Rollenspiel allgemein. Ich bin es zwar so gewohnt, beim Rollenspiel alles aus der Ich-Perspektive zu spielen, aber gerade für Anfänger ist genau das eine der größten Hürden nach meinem empfinden. Hier hilft regelmäßig von seinem Charakter in der dritten Person zu sprechen und nur allgemein zu umschreiben. "Frodo gibt dem Wirt eine Antwort auf seine Frage und stellt sich dann als Herr Underberg vor!" "Frodo hat Angst in der Gasthauskeilerei getroffen zu werden und zieht den Ring über und grabbelt unsichtbar unter einen Tisch!". Solche Szenen kann man ja in dem Falle auch mit entsprechenden Würfelwürfen regeltechnisch ausspielen. "Würfel mal auf Überzeugen, ob er dir die Geschichte glaubt". So ist das ganze eben noch mehr ein verregeltes Spiel und bis die Spielerin dann soweit vielleicht mehr Erfahrung hat und das alles viel mehr verbal ausspielt, hat sie dennoch Spaß und Freude an ihrer Selbstwirksamkeit in der Welt, ohne dass es die anderen am Tisch stören sollte. Jeder hat mal angefangen und nicht jeder kann DER Superrollenspieler werden und da sind solche Vorschläge Gold wert.

Offline Eleazar

  • Adventurer
  • ****
  • Beiträge: 658
  • Geschlecht: Männlich
  • Username: Eleazar
Ich darf grundsätzlich alles.
Aber ob es was bringt, ist die Frage.

Was hilft es, wenn ein Spieler einen Zauberer spielen möchte, aber die Regeln nur rudimentär beherrscht und nicht weiß und auch nicht lernt, was seine Zauber können? Es geht dann nicht viel anders, als dass der Sitznachbar, der besser belesen ist, aufs Dokument schaut und mithilft. Also zu nicht einem unbeträchtigen Anteil die andere Figur mitspielt. Das kann für den Spieler trotzdem ganz schön sein.

Für den Rest der Runde ist es dann so, als gäbe es in jeder Kampfrunde einen Videobeweis. Mich nervt das.
Genau so wie jemand, der einen Detektiv spielt, der aber keinen Schimmer hat, wo er hingucken oder wen er was fragen soll.
Oder der Krieger, der sich wegen der Ängstlichkeit seines Spielers immer hinter den anderen Spielfiguren versteckt. Oder sich zurückzieht und die hängen lässt.

Es gibt eine große Bandbreite, die geht. Eine schmalere, die sehr gut geht. Und eine ganz kleine, die überhaupt nicht geht. Wenigstens wenn ich das Rollenspiel nicht vorrangig als therapeutisches Projekt verstehe, in dem sich Leute an ihren persönlichen Schwächen abarbeiten sollen.

Aber wenn man da Bock drauf hat, geht auch das.
Grundsätzlich darf man alles.

Offline Luxferre

  • Mythos
  • ********
  • Flim Flam Flunkel - DAS Nutella ist recht dunkel
  • Beiträge: 9.839
  • Geschlecht: Männlich
  • Username: Luxferre
Es gibt ja Regeln für Zauberei, wo sich die Spielenden jede Menge Reime merken müssen. Ist nichts für Jede/n  >;D
ina killatēšu bašma kabis šumšu Tišpak
-

"Consider the seed of your generation. You were not born to live like animals, but to pursue virtue and possess knowledge"

Offline Tudor the Traveller

  • Karnevals-Autist
  • Legend
  • *******
  • (he / him)
  • Beiträge: 6.105
  • Geschlecht: Männlich
  • Username: Tudor the Traveller
Verständlicher?

Ja, danke. Ich würde das als "sich in das Spiel vertiefen" bezeichnen. Ich bin aber unsicher, inwiefern ich da eine "Leistung" drin sehe...    :think:
Ich verstehe aber, was du meinst. Oft als "das Spiel ernst nehmen" bezeichnet. Ich tue mich nur schwer, wenn man das nicht tut, weil es der Gruppe Spaß macht, sondern weil man irgendwie meint "gutes" Rollenspiel betreiben zu müssen.
NOT EVIL - JUST GENIUS

This town isn’t big enough for two supervillains!
Oh, you’re a villain all right, just not a super one!
Yeah? What’s the difference?
PRESENTATION!

Offline SigmundFloyd

  • Survivor
  • **
  • Beiträge: 95
  • Username: SigmundFloyd
Jeder spielt jemanden, der er in Wirklichkeit nicht ist oder sein kann - es gibt keine echten Magier, und es gibt in einer Spielrunde auch niemanden, der z.B. überzeugend den ultracoolen, eleganten Agenten ihrer Majestät spielen kann.
Ich würde noch weiter gehen: Ich habe in bald 30 Jahren Rollenspiel kaum jemanden erlebt, der überhaupt irgendeinen Menschen psychologisch plausibel darstellen konnte. Mich selbst eingeschlossen.

Generell kommt mir der Tenor vor, dass bei defizitiären Darstellungsfähigkeiten mehr Nachsicht geübt wird, als auf Taktischer / Regelseitiger Ebene.
Den Eindruck hatte ich auch, und würde das auch aus eigener Erfahrung bestätigen. Wenn ein Barden-Spieler in meiner Runde nicht der Beste darin ist, zu formulieren oder im ingame-Gespräch den richtigen Ton zu treffen, ist das für mich gar kein Problem; im Zweifelsfall frage ich einfach nochmal nach, was er mit dem Gesagten bezweckt/ was die Logik dahinter ist, und dann wird gewürfelt.
Wenn der gleiche Spieler den Barden aber auf der Ebene des Rollenspiels als Rätsel- und Problemlösespiel nicht gut spielt (seine Fähigkeiten nicht kennt, immer anderen SC bei Interaktionen den Vortritt lässt), dann wird ein schaffbar designtes Abenteuer schnell zäh und unbefriedigend für die Spielenden, und damit auch für mich. Wobei meine Antwort darauf nicht wäre, demjenigen den Barden zu verbieten, sondern zu gucken, welche Hilfestellungen er braucht, um in die Rolle reinzuwachsen.
Für mich ist Rollenspiel genau DAS Medium, um anders, größer, böser, schlauer, erfolgreicher oder schöner zu sein, als im Reallife.
Manchmal fehlt mir im :t: der Like-Button. Was für eine gruselige Vorstellung, dass der sozial unbeholfene Introvertierte, der sich in unserem fantastischen Hobby mal als silberzüngiger Charmeur ausprobieren will, vorgeschrieben bekäme, bei Figuren zu bleiben, die er auch verkörpern kann.

Offline KWÜTEG GRÄÜWÖLF

  • Offizieller Fading Suns-Pressesprecher
  • Legend
  • *******
  • Stiff upper lip, and fear nothing!
  • Beiträge: 7.797
  • Geschlecht: Männlich
  • Username: Kwuteg Grauwolf
Manchmal fehlt mir im :t: der Like-Button. Was für eine gruselige Vorstellung, dass der sozial unbeholfene Introvertierte, der sich in unserem fantastischen Hobby mal als silberzüngiger Charmeur ausprobieren will, vorgeschrieben bekäme, bei Figuren zu bleiben, die er auch verkörpern kann.

Amen Amen Amen! Das trifft es in meinen Augen total. :d
Theirs not to make reply,
Theirs not to reason why,
Theirs but to do and die:
Into the valley of Death
    Rode the six hundred.

Online gilborn

  • Hero
  • *****
  • Beiträge: 1.153
  • Username: gilborn
Ich tue mich nur schwer, wenn man das nicht tut, weil es der Gruppe Spaß macht, sondern weil man irgendwie meint "gutes" Rollenspiel betreiben zu müssen.
Ja das sehe ich durchaus genauso, als Method Actor werde ich in einer Bier und Brezel Runde nicht glücklich:
Die Gruppe gibt das Ziel vor.

Ob das per explizit vereinbartem Gruppenvertrag passiert oder durch Gruppendynamik im laufenden Spiel mit all seinen Push&Pull Effekten, ist egal - aber man kommt hier nicht aus, sich als Gruppe irgendwo auf der Skala zwischen "ernst" und "halligalli" zu positionieren.

Offline unicum

  • Legend
  • *******
  • Beiträge: 4.476
  • Username: unicum
Ich hatte es zwar oben schon mal angedeutet:

Aber wie oft kommt so etwas vor?

Ich hab in meinen ~40 Jahren rollenspiel genau zweimal Figuren abgelehnt und zwar nicht wegen "ob jemand sowas verkörpern kann" sondern eher wegen "Nein keine Grad 15 Figur in einer Gruppe in der alle anderen Grad 1 sind". ja es gab schonmal diskussionen in der Session 0 was genau man spielen will und andere haben dann auch resentiments (von anderen) gezogen wie "Keine paladine in der Gruppe!"

Bezüglich des "Nicht verkörpern können" hab ich es auch noch nicht wirklich erlebt dass das der Causal Player (nach Laws) unbedingt das Face (nach A-Team) der Gruppe spielen wollte, noch das der Taktik-Leghasteniker den Taktiker der Gruppe spielen wollte. Wie gesagt wollte, die meisten wollen nicht aus der Comfortzone raus aber sie wissen das wenn sie so etwas machen das von den anderen Spielern auch eingefordert werden kann "du bist doch das Face der Gruppe, geh mal hin und red mit dem BBEG,..." - "Äh,... also,... ich weis nicht so recht"

Also, im sinne es Stranges kann ich sagen ich habe in den 40 Jahren in denen ich SL mache sowas noch nie erlebt. Aus anderen Gründen - ja - aber aus gründen ob jemand eine figur "verkörpern kann" oder selbst nur "spielen kann" nö, nie, never.

Offline Eleazar

  • Adventurer
  • ****
  • Beiträge: 658
  • Geschlecht: Männlich
  • Username: Eleazar
Um mal einen konstruktiven Punkt zu machen:
Nehmen wir mal an, ein Spieler möchte unbedingt was spielen, bei dem ich oder die anderen der Meinung sind, dass er das nie und nimmer hinkriegen wird. Ich könnte mir vorstellen, dass man in der Gruppe mal drüber spricht, wie er sich das vorstellt. Wie er sich das gedacht hat.

Und dann findet man vielleicht einen Weg. Wenn das unfähige Strategiegenie einfach gern im Kommandoton seine Truppen kommandieren möchte, dann kann man sich die Taktik ja outgame mit vereinten Kräften überlegen und dann geht es weiter, Kommandos werden gebrüllt und dann laufen alle so, wie man das vorher abgesprochen hat.

Ich könnte mir schon vorstellen, dass ich mal Bock hätte, einen Piratenkapitän zu spielen. Leider habe ich vom Segeln oder allein von Schiffen gar keine Ahnung. Dann bespricht man halt taktisch, was man machen will und dann geht es ab: "Frackt die Klüwen, ihr Landratten!" Halt so wie Charlie Chaplin im großen Diktator deutsch spricht: "Stonk!"

Ich kann mir vorstellen, dass das Spaß macht.

Offline nobody@home

  • Steht auf der Nerd-Liste
  • Titan
  • *********
  • Beiträge: 15.882
  • Username: nobody@home
Ich könnte mir schon vorstellen, dass ich mal Bock hätte, einen Piratenkapitän zu spielen. Leider habe ich vom Segeln oder allein von Schiffen gar keine Ahnung. Dann bespricht man halt taktisch, was man machen will und dann geht es ab: "Frackt die Klüwen, ihr Landratten!" Halt so wie Charlie Chaplin im großen Diktator deutsch spricht: "Stonk!"

Ich kann mir vorstellen, dass das Spaß macht.

Ich auch, zumindest, solange eventuelle "Experten" am Tisch dabei nicht gleich den offenen Ausnahmezustand ausrufen. :)

Immer vorausgesetzt natürlich, das System erlaubt es auch, eine Kampagne gleich als Kapitän zu starten...aber ich denke, wenn es das aus welchem Grund auch immer nicht tut, dann ist das ein etwas anders geartetes Problem.

Offline gunware

  • Famous Hero
  • ******
  • Eine Ohrfeige zu richtiger Zeit wirkt Wunder.
  • Beiträge: 2.536
  • Geschlecht: Männlich
  • Username: gunware
Spaßsorte 1 würde ich unter Bier & Brezel Spaß verorten
...
Spaßsorte 2 würde ich gehobenen Spaß bezeichnen.

Hier hast du meiner Meinung nach die 3. Spaßsorte vergessen.
Die Freude an Regelkombination, in dem man Regel miteinander vermischt, die auf den ersten Blick nicht harmonieren, die richtige Talent-Wahl bei deinem Charakter gemacht zu haben, um im genau dieser Situation die wundervolle Lösung präsentieren zu können, die ohne das Talent nicht möglich wäre, usw.

Die Möglichkeit sollten wir nicht aus den Augen verlieren, die kommt bei diesen Gesprächen manchmal zu kurz, aber ist trotzdem eine valide Spaßquelle.

Und beantwortet die Frage, dass man den Charakter nicht darstellen können muss.
Ich bin der letzte Schrei der Evolution, als sie mich erschaffen hatte, schrie sie: "Oh Gott, was habe ich denn gemacht?!"

Online gilborn

  • Hero
  • *****
  • Beiträge: 1.153
  • Username: gilborn
Hier hast du meiner Meinung nach die 3. Spaßsorte vergessen.
Die Freude an Regelkombination, in dem man Regel miteinander vermischt, die auf den ersten Blick nicht harmonieren, die richtige Talent-Wahl bei deinem Charakter gemacht zu haben, um im genau dieser Situation die wundervolle Lösung präsentieren zu können, die ohne das Talent nicht möglich wäre, usw.

Die Möglichkeit sollten wir nicht aus den Augen verlieren, die kommt bei diesen Gesprächen manchmal zu kurz, aber ist trotzdem eine valide Spaßquelle.

Und beantwortet die Frage, dass man den Charakter nicht darstellen können muss.
Ja, die kann man legitimerweise auch nennen, hatte ich nicht am Schirm - es ging aber in erster Linie darum, verständlich zu machen, wo es bei Spaßsorte 2 Anspruch, Ergeiz und daraus resultierend Probleme im Sinne der Fragestellung geben kann.
Bei Spaßart 1 und der von dir genannten 3 wird es keine Probleme geben, da gehe mich.

Aber wie oft kommt so etwas vor?
So gut wie nie, da gebe ich dir recht.
Wir konstruieren hier, wie von dir geschrieben, in erster Linie Grenzsituationen um daraus Erkenntnisgewinn zu ziehen.
Ich denke die meisten, die sich hier ein Problem vorstellen können, würden nicht so weit gehen zu sagen, dass es ein weit verbreitetes wäre.
Aber Berührungspunkte hatte ich schon damit: Bei manchen Spielern ging Gruppenanspruch und Darstellungswirklichkeit schon so weit auseinander, dass es für Unmut gesorgt hatte - der wurde aber geschluckt und hatte kein Verbot oder etwas ähnliches zur Folge.

Offline First Orko

  • DSA-Supermeister auf Probe
  • Legend
  • *******
  • Fackelschwingender Anti-AI Agitator
  • Beiträge: 7.117
  • Geschlecht: Männlich
  • Username: Orko
Ich habe eben nochmal nachgelesen. Die Ausgangsfrage mag plakativ formuliert sein, aber ich lese in gilborns Ausführungen nicht raus, dass man tatsächlich irgendwem aktiv am Spieltisch etwas verbieten will. Es geht ihm wohl (so verstehe ich es) um den Widerspruch der unterschiedlichen Bewertung Spielerpflichten (nenne ich es mal), die Regelebene in Abgrenzung zur Darstellungsebene:

Zitat
Da kann man wenig dagegen einwenden, aber es gibt auch andere Runden, bei denen ein anderer, regelseitiger Leistungsgedanke sehr präsent ist: Da gibt es im "Combat as Sport" knackige Encounter und von Spielerseite wird durchaus erwartet, dass man mit einem einigermaßen optimierten "Build" daher kommt.
Liefert jemand nicht, so lese ich hier oft heraus, bekommt derjenige das durchaus zu spüren und es kann darin münden, dass der Spieler als nicht Gruppenkompatibel aussortiert wird.

Das leuchtet mir persönlich ein, denn es soll ja zusammen passen. Dennoch habe ich, lege ich das gleiche Kritierium von guter Charakteroptimierer zu guter Charakterdarsteller um, spontan eine Abneigung - was ersteinmal interessant ist.
Irrationalerweise dazu nerven mich Spieler, die als Spielercharakter meinen das darstellen zu müssen, was ihnen partout überhaupt nicht liegt, im Spiel durchaus (Eventuell aber auch weil ich da oft glaube eine Art von Kompensation auszumachen).

Das wurde ja auch thematisiert, aber vielleicht hilft es nochmal der Diskussion kurz einzuwerfen, dass niemand hier wirklich jemanden was verbieten wollen würde um die reflexhafte Reaktion auf die Frage etwas abzumildern  ;)
It's repetitive.
And redundant.

Dir ist schon klar, dass es in diesem Forum darum geht mit anderen Leuten, die nix besseres mit ihrem Leben zu tun haben, um einen Tisch zu sitzen und sich vorzustellen, dass wir Elfen wären.